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Gießener Anzeig er Keneral-Wnzeiger. vierteljähriger Aöovnemenlsprei«: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezöge« 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expeditto» und Druckcret: Schukstraße Zlr.7. Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblatt für den Nreis Gissten. Annahm« von Anzeigen zu der Nachmittag- für de« folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. Hratisbeitage: Gießener Kamilienbtätter. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. —nwm—wi i ■ Aus den Verhandlungen der Zweiten Kammer der hessischen Stände. nn. Darmstadt, 25. April 1895. | Auf der heutigen TageS-Ordnung stehen zunächst zwei Interpellationen, deren Beantwortung von der Grvßh. Regierung zugesagt ist. Die eine betrifft diejenige deS Abg. Reinhardt, den Stand der Schälwaldcultur im Großherzogthum Hessen betreffend. Ministerialrath Muhl erklärt, daß die statistischen Nachweisungen augenblicklich in Ausarbeitung begriffen seien und demnächst veröffentlicht würden. Eine weitere Interpellation des Abg. Lichtenstein, die militärischen Scharfschießübungen der Truppen während der Erntezeit betreffend, wird vom Staatsminister Finger dahin beantwortet, daß die Regierung Erhebungen in dieser Richtung mit der Militärbehörde gepflogen habe. Richtig sei, daß das Regiment Nr. 118 zur Zeit der Ernte Schießübungen im vorigen Jahre abgehalten habe. Dies sei jedoch auf höheren Befehl geschehen. Für den entstandenen Schaden seien 1200 Mk. Schadenersatz geleistet worden und außerdem habe das Regiment den betreffenden Ländercibesitzern Leute zur Einbringung der Ernte zur Verfügung gestellt. Die Regierung werde jedoch jederzeit bereit sein, zu versuchen, wenn ihr Klagen in dieser Richtung zu Gehör kommen würden, dieselben abzustellen. Abg. Lichtenstein schildert die Zustände der damaligen Zeit ganz anders, wie dies vom Regierungstisch eben ge schehen ist. Derselbe versichert, das Militär habe ohne vorherige Kenntntßgabe ca. 6000 Morgen in höchster Cultur befindliches Land in der Gemarkung Effenheim für die Schießübungen abgesperrt. Trotz erhobenen Protestes und gemachten Vorstellungen wegen bevorstehender Ernte habe der Eommandeur von Puttkammer diese Schießübungen doch abgehalten. Durch die dann verspätete Einbringung der Ernte sei dann der betreffenden Gemeinde ein ganz enormer Schaden entstanden, wogegen die gewährte Entschädigung von 1200 Mk. kein Aequivalent gewesen sei, umsoweniger, als durch dieses Vor- gehen nachweislich ein Schaden von mehr als 30000 Mk. erwachsen sei. Die Unzufriedenheit gegen das Vorgehen der Militärbehörde sei aus diesem Anlaß sehr groß und daß jeder Schuß, der dort gefallen sei, ein Freudenschuß für die Sozial demokraiie sei. Er hoffe, daß die Regierung bei der maßgebenden Behörde in Berlin Schritte thun möge, damit solche Mißstände nicht mehr vorkommen können Die Abgg. Köhler, Wasserburg und Ullrich gehen mit dem Militarismus und seinen damit verbundenen Hebungen u. s. w. scharf ins Gericht. Letzterer Abgeordneter führt aus, die Klagen seien nicht neu, sondern so alt, als bis der Militarismus so ausgewachsen war, was er eben ist. Die Militärbehörde habe mehr Recht als die Civtlbehörde und wenn sie es nicht habe, dann nehme sie es sich. Abg. Ullrich fortfahrend, erklärt, das was soeben von dem Regierungstisch aus den Acten vorgetragen worden sei, sei nicht das, waS die Bevölkerung auf dem Lande haben wolle. Das sei etwas ganz anderes. In der Behandlung des von dem Abg. Lichtenstein vorgetcagenen Falles liege doch die allergrößte Rücksichtslosigkeit Se-.tens der Militärbehörde gegen die Steuerzahler, welche doch in allererster Linie für die nöthigen Mittel zu sorgen hätten Die Sozialdemokraten seien nicht diejenigen bösartigen Menschen wie man sie halte, sie hätten lebhaftes Bedauern gegen derartige unverantwortliche Einschränkungen. Sache des Landtags sei es, seine Stimme laut dagegen zu erheben und diesen Protest noch lauter zu wiederholen. Nachdem noch der Abg. Osann ebenfalls sein Bedauern über das Vorkommniß ausgesprochen, jedoch Mäßigung in der Sache empfiehlt, richtet der Abg. Lichtenstein nochmals an die Regierung die Bitte, die Sache im Auge zu behalten. Damit ist der Gegenstand erledigt. Nunmehr gelangt zur Berathung der von der Zweiten Kammer s. Z. abgelehnte und nunmehr von Erster Kammer neu festgestellte Gesetz Entwurf, die Organisation deS ForstschutzeS im Großherzogthum Hessen betr. Zu dieser neuen Vorlage har die Großherzogl. Regierung ihr Einverständniß erklärt, ebenso der Ausschuß. Abg. Metz-Gießen ersucht daS Haus an dem in dieser Angelegenheit früher eingenommenen Standpunkt festzuhalten. Das Haus habe durch seinen ablehnenden Standpunkt zu erkennen gegeben, daß es an dem jetzigen Zustand nichts geändert wissen wolle. Er ersucht, auch dieses Gesetz abzulehnen, da eS nichts Neues bringe. StaatSminifter Finger dankt dem Ausschuß, daß er die Vorlage in seiner Mehrheit befürwortet habe. Damit habe er im Jnrerefse der Gemeinde-Waldungen als auch der, Personen, die derselben zu warten haben, gehandelt. Den von dem Abgeordneten Metz-Gießen eingenommenen Standpunkt könne er nur bedauern. Die Regierung sei von den besten Absichten geleitet, hier etwas Ganzes und wohlthätig Wirkendes zu schaffen und sei den Wünschen der Kammer in weitgehendster Weise entgegengefommen. Frhr. Dael v. Köth erklärt im Namen seiner Partei, daß sie für das Gesetz stimmen werde. Ministerialrath Muhl tritt für die Vorlage in entschiedener Weise ein. Wem der Wald unseres Landes am Herzen liege, der müsse auch dafür eintreten, daß hier eine einheitliche Organisation geschaffen werde. In gleichem Sinn äußern sich die Regierungsvertreter, Ministerialrath Usinger und Oberfvrstrath Wilbrand. Abg. Osann hält auch von der neuen Gesetzes Vorlage nicht viel. Hierdurch würde den Gemeinden ihr Wald, und damit ein Stück ihrer Selbstständigkeit abgenommen. Aus diesen Gründen bittet er die Vorlage abzulehnen. — Abg. Schroeder hält die Ansicht Osanns für unzutreffend s und nicht durchschlagend. Es handele sich hier einen Besitz- i stand zu erhalten, zum Segen des ganzen Landes und seiner ! Gemeinden. Die Erhaltung und Pflege unseres Waldes sei • die Culturaufgabe jeden Landes und das bezwecke die Regte- , rungs-Vorlage. Kleinliche Gesichtspunkte müßten vor dieser ' großen Aufgabe zurücktreten. Abg. Ullrich ist für die Vorlage, weil er in derselben ’ eine wesentliche Besserstellung der am schlechtes! bezahlten j Glieder unseres Gemeindewesens sehe- er werde für das ganze Gesetz stimmen, auch wenn er wieder von gewisser । Seite als Regierungs Commissär angesehen roeroe. Abg. Köhler ist gegen die Vorlage, weil er in derselben eine Erweiterung der Dienstgewalt der Oberförster erblicke. Damit ist die Generaldebatte geschloffen. Morgen Früh folgt die Specialberathung des Gesetzes. Nach dem Stand der Dinge dürfte der Forstschutz mit einer schwachen Majorität endlich unter Dach und Fach gebracht werden. Deutsche* Reichstag. 76. Sitzung. Donnerstag, den 25. April 1895. In Erledigung eines schleunigen Antrages Auer beschließt das Haus zunächst die etnstwetltge Einstellung eines gegen den Abg. Schmidt (Sachsen) schwebenden Strafoerfaörens. Sodann wird die Berathung der Zolltarifnovelle bet Position Baumwollsamenöl fortgesetzt. Der Zoll soll nach der Vorlage 10 Mk. betragen, dagegen nach den Beschlüssen der Commission 10 Mk. für rasfintrtes und 4 Mk. für Rohöl. Abg. Herbert (Soc.) bekämpft jede Erhöhung des Zolles auf Cottonöl, namentlich auch, weil dadurch den Arbeitern die Margarine vertheuert und durch Einschränkung der Speisefettfabrikation so und so viel Arbeiter brodlos würden. Der Schatzsecretar meinte gestern, wenn wir jetzt für Petroleum so hohe Preise zahlen, könne es uns auf die kleine Zollerhöhung auf Baumwollsamenöl nicht ankommen. Im Gegentheil: wenn rotr für Petroleum so viel mehr zahlen müssen, wollen wir doch nicht auch noch für Speisefett und Margarine mehr zahlen! Abg. Hammacher (nl.): Cottonöl diene jetzt — was man früher nicht vorausgesehen habe — zu Nahrungszwecken, und es sei daher einfach eine Forderung der Gerechtigkeit, es ebenfo wie die übrigen Speiseöle mit 10 Mk. zu verzollen. Das amerikanische Speisefett sei übrigens ein ganz ungeeignetes Ecnährungsmittel und deshalb an sich für unser braves Volk viel zu theuer, weil viel zu schlecht. Von wissenschaftlicher Seite sei nach, cwiesen, daß bei Rindern das Cottonöl auf Abtreibung der Leibesfrucht hinwirke. Er bitte, die Regierungsvorlage, also 10 Mk. auch für das Rohöl, wiederberzustellen. Abg. Wenders empfiehlt seinen Antrag: für denaturirtes Baumwollol 4 statt 31/« Mk. Zoll. Das Dmaturirungsoerfahren sei so einfach und billig, daß, wenn man nur gerade für denaturirtes Cottonol den Zoll auf 31/« Mk. bemesse, diejenigen unter unseren inländischen Industriellen, welche andere denaturiite Oele verbrauchten, die mit 4 Mk. verzollt werden mußten, geschädigt würden. Geh. Rath Henle empfiehlt, es bei 3Vr Mk. für denaturirtes Oel zu belasten. Abg. Barth (frs. Vg.): Im Handelsverträge mit Italien ist ja sogar das werthoollerc Olivenöl mit nur 4 Mk. Zoll angesetzt, wie kann man da das Cottonöl mit 10 Mk. belasten! Wenn Hammacher das Cottonöl für so gesundheitsschädlich hält, dann müßte er einfach das Verbot der Einfuhr von Cottonöl fordern. Unsere armen Arbeiter sind eben nun einmal gezwungen, entweder mit minderwerthigem Speisefett vorlieb zu nehmen ober — ganz auf Speisefett zu verzichten. Abg. Bachem (Ctr.) bestreitet, daß eine Vertheuerung der Margarine die Folge der Zollerhöhung sein werde. Letztere werde zum größeren Theil vom Auslande, zum kleineren Theil von der Margarinefabrikation getragen werden. Diese aber könne den auf sie treffenden Theil des Zolles leicht tragen, d-nn gegenwärtig rentire sie sehr gut. Und noch besser könne die Speisefett-Fabrikation die Zollerhöhung vertragen. Abg. Richter (frs. Vg.): Erst erhöht man den Zoll auf amerikanifches Schmalz, und nachdem sich dann bei uns eine einheimische Industrie gebildet hat, welche künstliches Speiiefeti herstellt und dazu thells einheimische, theils ausländische Rohstofie verarbeitet, will man nun auch diese Industrie, die man selber hervorgerufen hat, durch höhere Zölle auf bi? ausländischen Rohstoffe wieder schädigen- Man spricht von der Minderwerthtgkeit dieser Speisefette; aber man verschafft den Arbeitern doch nicht bessere Fette, wenn man der Industrie die HUfsstoffe vertheuert. Sie wollen nur deshalb die Mmgartne vertheuern, damit mehr Butter verbraucht wird. Aber das erreichen Sie doch nicht, denn es handelt sich hier um Kreise, denen das Butleressen zu theuer ist. Nicht die Margarine bat len Preis der Butter gedrückt, der Preisdruck für Butter ist lediglich auf die collossale Steigerung der Butterproduction seit 1871 zurückzu- sühren. Jri einem Punkte conanrirt die Margarine allerdings mit der Butter. Insofern nämlich, als jetzt die Bauern selbst Margarine essen, um ihre ganze Butterproduction auf den Markt dringen zu können. Die ganze Geschichte läuft auf eine Vertheuerung notwendiger Nahrungsmittel hinaus, hier im Kleinen, wie beim Antrag Kanitz im Großen. , , . z . Abg. v. Kardorff tritt für die Vorlage ein; es sei i-ht wieder — denn darauf laufe es mit dem Speisefett hinaus — so wett gekommen wie früher, wo die „entsetzlichen Barbaren Talglichter aßen. (Heiterkeit). Mit Genugthuung entnehme tr aus den Acußerungen des Vorredners nur das Eine, daß die Linke wenigstens auch zu Maßnahmen gegen betrügerischen Verkauf von Margarine als Butter bereit sei. Aog. Graf Kanitz bestreitet Herbert gegenüber, daß die Zollerhöhung den «eruieren treffe. Wer sei denn jetzt eigentlich der „atme Mann". Thatsächlich nicht so sehr der : ä tische Arbeiter, als vielmehr der Bauer, wenigstens seh' viele derselben. Wenn Olivenöl Nur 4 Mk. zahle, s) zeige das eben wieder nur, mit wie geringere Wahrung unserer Interessen wir bei Abschluß ces italimischm Handelsvertrages vorgegangen leien. Nur die sraudo-öse Concurrenz der E satzmittel ha^e den Butterpreis so überaus gedrückt. Abg. Richter: Er und feine Freund^ hätten allerdings ein Interesse daran, daß nickt Betrügereien beim Verkauf von Butter- ersatzmitteln vrrkämen Aber sie stimmten deshalb keineswegs den agrarischen Maßnahmen zu, durck welche die Margarine überhaupt stigmatlstrt werden feile, vielmehr hielten sie für das Richtigste: eh e Vermehrung der Untersuchungsstationen Der Antrag Wenders und der Antrag Stumm aus Wiederherstellung der Vorlage werden angenommen Danach bet-ägt also der Zoll für denaturineS Oel 4 Mk, a f alles sonstige Cotton-Oel (auch -ohis) 10 Mark. Hieran schließt sich eine längere Debatte u er die zweite von der Commission beantragte Resolution, betr Einführung eines Zolles auf Quebrachobolz und anderer überseeischer Gerbstoffe und eines Ame"dements des A g. Bachem um Ausschluß derjenigen Gerbstoffe von der Verzollung, welche für Färbe eien erheblich in Betracht kommen. Ein Resultat wird nicht erzielt. Morgen 1 Uhr : Weiterberathung Außerdem Branntweinsteuer- Novelle. Netteste Nachrichten. WolffS telegraphisches Correspondenz-Bureau. Berlin, 25. April. Die Stadtverordneten beschloffen auf Antrag ihres Vorstehers Langerhans, ihn zu ermächtigen, an den Reichstag eine Petition gegen die Umsturz- Vorlage zu richten. Oberbürgermeister Zelle hatte vorher von der Annahme des Antrags abgerathen. Berlin, 25. April. Die osficiöse „Berl. Corr." bemerkt zu der Verfügung des Oberpräsidenten an den Berliner Magistrat, die die Berathung der Petition gegen die Umsturzvorlage untersagt, die Gemeindeverwaltung hätte nicht im Unklaren fein sollen, daß es sich bei der Frage um keine Gemeinde Angelegenheit handelt. Heber andere als Gemeinde Angelegenheiten dürfen die Stadtverordneten nur berathen, wenn solche durch besonderes Gesetz ober die Aufsichtsbehörde an sie gewiesen sind. Die gleichen Schranken bestehen für den Magistrat. Die beabsichtigte Petition sei unzweifelhaft keine Gemeinde-Angelegenheit. Es handle sich also dabei um eine gesetzwidrige Überschreitung der Befugniffe der Gemeindebehörde. Berlin, 25. April. Die WahlprüfungS -Commission des Reichstag- beschloß, die Wahl Ham- mach ers und von Limburg-StirumS für giltlg zu erklären, jedoch um Erhebungen für einzelne Punkte zu ersuchen. Bochum, 25. April. Der AufsichtSrath der Westfälischen Stahlwerke hat den früheren Kanzler von Kamerun, Leist, zum zweiten Director gewählt. Dresden, 25. April. Bei der heutigen Reichstags- Nachwahl im 6. sächsischen Wahlkreise erhielt Horn (Soc.) 16,575, Hartwig (Antlf.) 8693 und Andrä (cons.) 7774 St. Horn ist somit gewählt. Rom, 25. April. Der Präfect von Rom untersagte für den 1. Mai alle Veranstaltungen, Auszüge, Vorträge und öffentliche Versammlungen. Mallaud, 25. April. Infolge eines neuen Bergsturzes in der Nähe von Chiavari dauert die Unterbrechung auf der Eisenbahn Genua-Spezia fort. Paris, 25. April. In einer heute Abend statt- gefundenen Versammlung der ausständigen OmnibuS- b ebic nfteten wurde beschloffen, morgen die Arbeit wieder aufzunehmen. Paris, 25. April. Start 1100 OmnibuSwagen verkehren heute 500. Üinbtn, 25. April. Wie der „Times" au6 Niut- schwang Dom 23. 68. gemeldet wird, herrscht infolge der Mißernte keS letzten Jahres im Süden der Mandschurei Hungersnoth. Die Occupation durch die feindlichen lrmeen führte die Stockung des Land- und WassrrtranS- porreS und eine völlige Lähmung des Handels von Niatfchwang herbei. _____________ Tepefchen des Bureau „Herold^. Berlin, 25. April. Der „ReichSanzeiqer" ist zu der Erklärung ermächtigt, daß die Meldung der „Schaumburgischen Zeitung-, der Kaiser habe seiner Zeit feine Einwilligung zur Vermählung der Prinzessin Victoria von Preußen mit dem Prinzen Adolf von Schaumburg-Lippe nur unter der Bedingung gegeben, daß Prinz Adolf dem jetzt verstorbenen Fürsten zv Lippe Nachfolge, vollständig erfunden ist. Berlin, 25. April. Das Abgeordnetenhaus nahm heute in dritter Leiung die Novelle zur Hinterlegungsordnung an. Das preußische Gerichtskostengesetz mit der NotariatS- gebÜhren-Ordnung gelangte ebenfalls in dritter Lesung zur Annahme. Nächste Sitzung SamStag. Kleine Vorlagen. Berlin, 25. April. Der BundeSrath beschäftigte sich heute, wie die „Post hört, mit dem Gesetzentwürfe, der die Ansprüche an den JnvalidenfondS auf Grund des kaiserlichen Erlast'eS vom 22. März regelt und verwies denselben an einen Ausschuß. Berlin, 25. April. Der Reichstag hat in corporeJ£in* lndung zu den Eröffnungsfeierlichkeiten des Nord- Ostsee-Canals erhalten. Berlin, 25. April. In der Commission §ur 93c* rathung der Umsturzvorlage wurde heute die Bor« leiung des Berichts fortgesetzt und der Bericht schließlich ohne Abstimmung genehmigt. Die Commisfion hat damit ihre Aufgabe vorläufig erledigt. Die nationalliberalen Mitglieder find außer dem Vorsitzenden auch der heutigen Sitzung fern geblieben. Berlin, 25. April. Wie die „Post" erfährt, liegt gegen- wärtig dem Kaiser der Gesetzentwurf betreffs der 93 er» ps legungSstationen vor, der in wenigen Tagen dem Abgcordnetenhause zugehen dürfte. Berlin, 25. April. Der Ceremonienmetster v. Kotze ist heute Mittag auS der Klinik als geheilt entlasten worden. Berlin, 25. April. Aus Wilhelmshaven wird gemeldet, daß der Kreuzer „Prinzeß Wilhelm" übermorgen früh nach China zur Verstärkung des Kreuzergeschwaders in See geht. Berlin, 25. April. Ueber die vergleichenden Bemerkungen des Kaisers in seinem unlängst in der KrtegSakademie gehaltenen Bortrage hinsichtlich der verschiedenen Flotten erfahren die „B. N. N." nachträglich, daß der Monarch u. A. darauf binwieS, daß vor acht Jahren die Kreuzer der deutschen Flotte 'hrer Construction nach alle derartigen Fahrzeuge der übrigen Flotten übertrafen, heute jedoch hinter vielen derselben zurück- itehkn und nach Versicherung deS commandirenden Admirals im Jahre 1898, wenn Deutschland so im Schiffsbau fortfahre wie bisher, mit keinem ausländischen Schiff mehr auS- zulaufen vermögen. Berlin, 25. April. Bon einer Ratificirung deS Friedens von Shimonofeki ist, wie bte „Poft" hört, in deutschen politischen Kreisen nichts bekannt. ES wird überhaupt bezweifelt, daß sich China zu einem derartigen Schritte entichließen kann. Der Einspruch, den die mitteleuropäischen Mächte in Tokio gegen die Forderungen Japans erhoben haben, erstreckt sich dem genannten Blatte zufolge speciell aus die verlangte Gebietsabtretung. Köln, 25. April. Die ultramontane „Köln. VolkSztg." versichert gegenüber anderweitigen Meldungen, das Cent rum wetde bei der Umsturzvorlage nur für den CommifsionS- befchluß stimmen. Wenn die Confervativen und die ReichS- parteiler die Vorlage nicht nach den Wünschen des CentrumS annehmen, dann werde die ganze Vorlage scheitern. DaS Centrum werde unter keinen Umständen zulasten, daß man die „bürgerlichen Paragraphen" in der Form zu Stande bringe, in welcher die Selbstzucht der Mittelparteiler es wünscht und die Schwäche der Confervativen es neuerdings ermöglichen möchte. Wilhelmshaven, 25. April. Der Capitänlieutenant Bur Ski, welcher den Corvetten-Capitän Mittler im Duell erschoß, wurde zu zwei Jahren Festung verurtheilt. Laibach, 25. April. Außer dem gestern Nachmittag erfolgten Erdstoße wurde heute früh 3 Uhr abermals eine Erderschütterung verspürt. Mailand, 25. April. Gestern hat in der Gemeinde Bacca bri Bologna ein größerer Erdrutsch stattgefunden. Die gelammte Ernte und sechs Häuser sind vernichtet. Die Bewohner konnten rechtzeittg flüchten. Paris, 25. April. Wie verlantet, wird das englische Mittelmeer-Geschwader Ende Juni die Häsen von Marseille und Toulon besuchen. Der Besuch wird 14 Tage dauern. Petersburg, 25. April. Der General Annenkow hat den Finanzminister Dr. Witte wegen angeblich ehrenrühriger Aeußerungen zum Duell gefordert. Der Minister nahm die Forderung an und wird dem Czaren darüber Bericht erstatten. H. Darmstadt, 26. April. Die Königin von England, die Prinzessin Heinrich von Battenberg find um 11 Uhr nach Cronberg abgereist, vom Großherzog in »Jenem Wagen zur Bahn geleitet; im Gefolge befanden sich zwei Damen und zwei Herren der Königin. Sitzung -er Stadtverordneten am 25. April 1895. Anwesend: Herr Oberbürgermeister Gnauth, die Herren Beigeordneten Georgi und Grüneberg, von Seiten der Stadt- rerordnetcn die Herren Brück, EmmeliuS, Faber, Flett, Dr. Gutfleisch, Helfrich, Heyligennaedt, Hornberger, Jughardt, Löber, Lrbtg, Petrt, Ploch, Dr. Schäfer, scheel, Schmoll, Bogt und Wallenfels. Mct dem Gesuch des Bäckermeisters PH. Pfeiffer um pachtweise Ueberlaffung eines HolzlagerplayeS am Luther- berg erklärte sich die Versammlung unter Festsetzung deS üblichen ZtnseS einverstanden. Zu dem Gesuch deS Herrn I. Dietz wegen Pachtung cineS Kellers unter dem Schulhause in der Westanlage zum Lagern von Wein beschließt die Versammlung ebenfalls Ge nehmigung; der Pachtzins wird für die Dauer von sechs Monaten auf 20 Mk. bemessen. Die Erlaubniß zur Anbringung einer Laterne am Hause deS Herrn W. Mayer, Neustadt 1, wird auf ^Widerruf ertheilt, deSgl. widerruflich Herrn Chr. Weeg die Erlaubniß zur Verlegung einer Haustreppe mit einer in das Trottoir am Neuenweg springenden Stufe. Abgelehnt wird das Gesuch deS Herrn W. Retnhold um Benutzung des Trottoirs vor dem „Kaiserhof" in der Schulftraße zu WirthschastSzwecken. Gesuchsteller wollte seinen Gästen den Aufenthalt im Freien dadurch ermöglichen, daß er durch Aufstellung von Epheukästen und Lorbeerbäumen mit darüber befindlichen Marquisen eine Art Vorgarten herzustellen beabsichtigte, innerhalb deffen Tische Ausstellung finden könnten. — Dtrecte und indirecte Störung der Paffage an bezeichneter Stelle wurde von der Bau- Deputation als Grund ihres ablehnenden Antrags bezeichnet. Die dem Herrn Gg. Hilgen s. Z. widerruflich er- theilte Erlaubniß zur Errichtung ein eß GartenhäuSchenS am Schiffenberger Weg wird auf wettere zwei Jahre verlängert. Bezüglich der Gesuche der Herren Jac. Weiden- Haus, Phil. Seipp, Phil. GanS und Fritz Kühn um Erlaubniß zur Errichtung von Häuschen zur Aufbewahrung von Geräthen in ihren Gärten erfolgt ebenfalls auS- nahmSweife widerrufliche Genehmigung, dagegen wird die Genehmigung zur Errichtung eines GartenhäuSchevS größeren Umfang» am NahrungSberg Seitens des Herrn Jul. Bach auf die Dauer von zwei Jahren beschränkt. DaS Gesuch deS Herrn Gg. Simon um Erlaubniß zur Errichtung einer Feldfcheuer am Krofdorfer Weg wird befürwortet mit der Maßgabe, daß frag!. Scheuer auf einem mindestens 2 Meter hohen Steiosockel und mit einer darüber befindlichen Bretterverschalung errichtet wird. Die Errichtung einer Steinmetzwerkhalle auf den Werner'schen Grundstücken hinter den Eichen durch Herrn s.Vtajtln Schmoll wird widerruflich, zunächst auf die Dauer von zwei Jahren, genehmigt. DaS Gesuch deS Herrn Th. GeilfuS um Errichtung einer Lagerhalle in der Westanlage wird beanstandet, weil fragt Halle an eine öffentliche Straße, nämlich an die nach Herstellung einer Unterführung entstehende Zufahrtstraße von der Westanlage nach dem künftigen Güterbahnhos zu stehen kommt, was gegen § 14 deS OrtSbaustatutS, im klebrigen bezüglich deS Aeußeren der Halle, des Baumaterials u. s. w. gegen sonstige Bestimmungen deS yrtS- baustatutS verstoßen würde. Die Bauveränderung, um deren Genehmigung Herr Johs. Vogel II. am Strofborfer Weg nachgesucht, hat sich als Neubau qualificirt, weshalb Beanstandung auf Grund deS § 5 des OrtSbaustatutS erfolgt, da fragt Anwesen an einer zur Bebauung noch nicht vorgesehenen Stelle sich befindet. Das Gesuch deS Herrn Joh. Häuser um Erlaubniß zum Bauen in der Frankfurter Straße wird auf Grund deS § 5 des OrtSbaustatutS beanstandet. Die Anlage eines WegeS nach den Wiesen in den Torflöchern wird genehmigt. DaS Großh. Polizeiamt hat der Bürgermeisterei mitgetheilt, daß eß im öffentlichen Interesse, besonders wegen des Schutzes der Ufer und der daranstoßenden Grundstücke, an gezeigt erscheine, die mit der Zeit in größerem Maßstabe betriebene Entnahme b eß Kieseß auß bem Lahn- bette zu regeln; dem Bericht war der Entwurf eines Local- reglementß beigegeben, welches an Stelle des unterm 19. November 1880 erlassenen treten soll. Danach hat die juristische Commission beantragt, einem von ihr entworfenen Reglement die Zustimmung zu erthetlen, in welchem, abweichend vom Entwürfe des Polizeiamts, gewahrt sind die Bedingungen, unter denen die Entnahme von KieS und Grund ans der Lahn stattfinden kann. Die Verfammlung erklärte sich mit dem Entwurf ihrer juristischen Commission einverstanden. Derselbe lautet: tz 1. Wer KieS oder Grund auS der Lahn innerhalb der Gemarkung Gießen entnehmen will, hat hiervon mindestens eine Woche vorher Gr. Polizei- amte Gießen die Anzeige zu machen, damit bestimmt werden kann, ob und an welchen Stellen, für wie lange und unter welchen Bedingungen KieS oder Grund aus dem Lahnbette entnommen werden darf. — § 2. Unterlassung der in § 1 bestimmten Anzeige und Zuwiderhandlungen gegen die von Gr. Polizeiamt Gießen in Gemäßheit deS § 1 erlassenen Anordnungen werden in jedem einzelnen Falle mit einer Geldstrafe bis zu 30 Mk. bestHpft. Eine Anzahl Industrieller deS Bieberthals haben vor einiger Zeit ein Project ausarbeiten lassen, nach welchem unter Verzicht auf eine Vollbahn eine Kleinbahn von Gießen nach dem Bieberthal errichtet und damit daS letztere für seine Produkte, besonders Steine und Kalk, er» schloffen wird. Nach dem Project soll mit der Benutzung j der Staatsstraße diese Schmalspurbahn biß anS Neustädter ! Thor geführt werden, und eventl. Fortsetzung finden nach ! der Margarethenhütte, bezw. dem Güterbahnhof. Die Der- ' Handlungen mit dem Großherzogi. Ministerium wegen Ueber- laffung der Staatsstraße find soweit abgeschloffen, und ist seitens der Firma Hager u. Lausberg in Köln, welche den Bau ausführen will, bei der Stadl die Ueberlaffung von Gelände beantragt worden. Finanziell ist daß Unternehmen gesichert, sofern nicht noch Geländeschwierigkeiten eintreten £oe*Us meO proohnWU*. Sieben, den 26. April 1885 Zum 50jährigen Tienßjubilänm bei Herrn Prälaten Dr Habicht ja Darmstadt. Arn 27. April d. I. begeht einer der vorzüglichsten und ob seiner langen Wirksamkeit in verschiedenen Orten im ganzen Grvßherzvgthum bekannten Theologen: der Prälat, Oberconfistorialrath und Provinzial- superintendent von Oberheffen Dr. Victor Habicht, sein fünfzigjähriges Dienstjubiläum. Die segensreiche Thätigkeit, die der Jubilar besonders in unserer Provinz Ober* Hessen entfaltete, läßt eß unseren Lesern gegenüber gerechtfertigt erscheinen, wenn wir etwas näher auf den Lebenslauf des verdienten Theologen, nebenbei bemerkt eines geborenen Oberheffen, eingehen. Geboren am 5. Februar 1822 in Engelthal, als Sohn deS dortigen JustizamtmannS, verlor Habicht im 12. Lebensjahre feinen Vater; die Mutter ließ sich deshalb, um ihren Söhnen eine gute Bildung angebe/ien zu lassen, mit ihren sechs Kindern in Büdingen nieder, wo Habicht, bereits in Laubach durch Pfarrer Dieffenbach und Marx tüchtig vorbereitet, das damals unter dem Direktor Thudichum stehende Gymnasium besuchte. Er bezog, nachdem er sämmtliche Klaffen mit Auszeichnung abfolvirt, im Alter von 18 Jahren die Universität Gießen, um Theologie zu ftubiren. Seine Lehrer waren die Profefforen Credner, Knobel, Mayer, Fritzsche- nebenbei lag er den Studien der Philologie und der englischen und spanischen Sprache ub, bestand im sechsten Semester das FacultätSeramen und bezog das Predigerseminar zu Friedberg, nach deffen ein Jahr später erfolgtem Austritt er eine Lehrerstelle in Echzell bekleidete. Nach der im Jahre 1844 bestandenen Definitorial» Prüfung fungirte er in den folgenden Jahren al» Substitut deS ersten Pfarrers Hoffmann in Echzell. Nach ersprießlicher, feinem Arbeitsdrange entsprechender vielseitiger Thätigkeit erhielt Habicht im Jahre 1852 die Pfarrstelle zu Lardenbach, nachdem er kurz vorher seine Cousine, die Tochter be* Apothekers Weber in Echzell, als Gattin heimgeführ». Im Jahre 1859 siedelte er mit feiner, inzwischen um vier Söhne vergrößerten Familie nach Grünberg über und zwar als erster Pfarrer, späterer Decan- hier wirkte Habicht neben seinem Amte als Mitglied der Kreisschulcommission zum Wohle der Gemeinde, bis im Jahre 1870 seine Ernennung zum Pfarrer in Rüsselsheim a. M. und zum Decan de» Dccanats Groß-Gerau und Schulcommiffär des Kreises erfolgte. Auch feine fünfjährige Thätigkeit in Rüffelsheim war segensreich, nicht nur auf rein kirchlichem Gebiete, sondern auch durch die Arbeit, die er sich infolge der Errichtung eine» großen Lazareths in Rüffelsheim während deS Krieges auferlegte. Im Anfänge deS Jahres 1875 erhielt der Jubilar die Ernennung zum Oberconfistorialrath in Darmstadt und Superintendenten in Oberheffen, nachdem er schon während zweier Jahre da» Amt deS ersten SecretärS in der zur Berathung der neuen Kirchenverfaffung berufenen Landes- fynode bekleidet. Seine Arbeit in derselben, besonders bei Einführung der neuen Ordnung, war mancherlei Anfechtungen ausgesetzt, mühe- und verantwortungsvoll, doch hielt ihn während der folgenden 20 Jahre nicht» davon ab, unentwegt mitzuarbeiten an dem Wohl der Landeskirche und ihrer Diener, zu fördern da» religiöse und sittliche Leden aller Gemeinden. Oeffentliche Anerkennung fand sein Wirken in erster Linie im Jahre 1880 durch die LandeSuniversität, deren theologische Facultät ihn durch die Doktorwürde honoris causa au»- zeichnete. Im Jahre 1882 vertrat der Jubilar die hessische Kirchenbehörde auf der Eisenacher Conserenz, und im Jahre 1885 erfolgte mit feiner Ernennung zum Prälaten fein Eintritt in die erste Kammer der Stände al» lebenslänglicher Vertreter der LandeSfynode, 1889 der Eintritt in den Central- Vorstand des evangel. Vereins der Gustav-Adolf-Stiftung, in welchem Verein er übrigens feil 50 Jahren thätig ist. Ja den sonstigen gemeinnützigen und WohlthätigkeitSvereinen, denen der Jubilar angehört, aufoltcte er stets eine segensreiche Wirksamkeit, kurz der Jubilar kann nach Verlauf von 50 Jahren zutückblicken auf eine Fülle von Arbeit, die za verrichten seine geistige und körperliche Rüstigkeit ihm von Gott beschieden war. Ausgezeichnet durch Gaben deS Geistes, ausgezeichnet durch Ehrenbeweise aller Art, decorirt mit dem Comthurkreuz de» Verdienstorden» Philipp» de» Großmüthigen, ausgezeichnet auch durch eine Anzahl literarischer Arbeiten auf theologischem Gebiete, steht der Jubilar heute unter seine» AmtSgenoffen, Mitarbeitern und Mitbürgern, hoch geehrt und ’oCten; zur Errichtung einer Station Gießen war in AuS sicht genommen da» vor dem Neustädter Biaduct am Hamm, vor dem Viehmarktplatze, befindliche Gelände, eventl. die Neustadt selbst' mit Benutzung von Oswalds Garten. Die Baudeputation hat beantragt, daß von Oswalds Garten für bezeichneten Zweck vorläufig abgesehen werden möge, sie empfiehlt, das Unternehmen durch Gewährung der Anlage von Geleisen und Ueberlaffung deS Platzes am Biehmarkt- platze (Hammstraße) zu unterstützen, baß Gelände jedoch nicht in Eigenthum zu überlasten, sondern iniolange zur Verfügung zu stellen, al» die Bahn auch für den örtlichen Personen- und Güterverkehr nutzbar gemacht würde und täglich vier Züge in jeder Richtung mit Personenbeförderung abgefertigt würden. Die Gesellschaft hat sich hierzu bereit erklärt. ES wurde nach längerer Debatte, in welcher hauptsächlich der Verkehr auf der Lahnbrücke eingehend erörtert und eine etwa nöthig werdende Verbreiterung derselben in Berück- sichtigung gezogen wurde, der DeputationSantrag angenommen nftt dem Zusatze: „unbeschadet der wegen etwa nöthig werdender Verbreiterung der Lahnbrücke emstehenden Anforderungen." Mit dem Anträge der Baudeputation, die künftige, von der verlängerten Wilhelmftraße nach dem Leihgestemer Weg führende, bereit» „Ebelstraße" benannte Straße mit einer durchgehenden Steigung von 8% anzulegen, erklärte sich die Versammlung einverstanden. (Schluß folgt.) * ,(, llff iitifL 11. Dr. $a6lil in l«le® 5 ,.e< ne» »”l 1 Mit** S-mtiode t tut woW in hu eine® btr *!du- ----ilicher frilat W iot zeisngei tMttt wtt ' 3nl bürget Herr 2 ifäbx itittd sein« p. Lheil, ü itint Verdiei liefen noch i Ibtnfcl i® 1 Mar mit la Zeit vor ■ttgetbeilt, i yaplcomitel jii 6olm 6 Mrtttttuifl t kl tom D teeta 1. J. gamtntbab iinb tyamui von kn % von ber An der 3flgb u ßößels wur »uziilasscn. der 8ienenj nügenber 33 ietzung eint ßnlommtn rt uni aHta foi trrtMafM thotucun, di txx Itxm Bitb M ifi wird in aüt1 erlassen totr " 3ei •roUrrjogtb der leithnig ichaftlichen L 1- K-i l. I t,ffet Atsch des L'anbeßau in Olbtnburc tiubtntti dreißdnvnb k« kkmscht 3184 . t pn 'Etlichen < ßimst fehl uni Wft ln ""mbeih Dr cl"'1 v'ri« ^‘Wonsott Iroüij; N T9't6i ««°rj Äcu'1“»«« !’lie G°n'E ‘ie JMs @lrt »itU I«: % Bt 'S'« ie$Lan‘lle S< iUtÄ""61 r Mw* t« S'L • '"Ntobtn stn= “ Uihgesterner Sßep Tttch wit ein« Geller. n 26- NX 1895, Je* htm Natei b^eht einer 1 Wirkiamkeil in ver- thum btfannttn Lheo- und Provinz ial- Bictor Habicht, Dir irMrucht uchrer Provinz Ober- rn gegenüber gerechter auf den Lebenslauf «rft eines geborenen 5. Februar 1822 in chizamlmanns, verlor Itr; die Mutter ließ ale Bildung angedeihen i Büdingen nieder, wo sarrer Dieffenbach und lS unln dem Direcior Er bezog, nachdem z abfolviri, im Alter tzen, um Theologie zu Professoren Credner, g er den Studien der vaui/'cheu Sprache ob, .iäiSrxamrn und M dGn ein Ialss hrrrM in Echzell bt- estandenen Drfinitorial. i Jahren als Substitut ell. Nach ersprießlicher, vielseitiger Thiitigkeit lfarrstelle zu Lar den* Loufine, bit Mut des ttin heimgeführ» Im zwischen um vier Söhne n über und zwar all : Wicke Habicht neben uicommiistovzumDche feine Ernennung zum , unb zm ft- » tlfät beb Still'« "I0'9 '' Wffi»M b« , @tbieti, fonbtrn «ui l( her ®tt«iu»9ein'? j[(nb M M'S'6 “f< J75 etifitU btt 3«W"' ri«U°th in ht«l” e"h rerül'”"- : 8'bl", „»erSlnUi«1 M 1 cU «* PMl« f'k nde als w 6tnIIQi= lU^b Ltifl if1' 3“ - Mereinen, tett erft(*6 ^[aufeon t fan" Arbeit, die ;jifle vor> ihm von erliche . . Geistes der Art, dk^'tzMgtN, 'Ä!'s ßtaditct von Allen, die ihn kennen. Möge ihm noch eine lange, segensreiche Wirksamkeit beichieden sein. — Nachschrift. Soeben erhalten wir folgende Zuschrift, die des allgemeinen Interesses wegen noch angefügt sei: „E. Echzell, 25. April. Nächsten SamStag, den 27. April, sind es genau 50 Jahre, daß Herr Prälat Dr. Habicht hier bei uns in Echzell in daS geistliche Amt eingeführt wurde und die ersten geistlichen Functionen vornahm. An diesem Tage taufte der hohe geistliche Herr einen Knaben, dem er seinen eigenen Namen Victor (und dessen Familienname zufällig auch Habicht war) beilegt,e. Der Täufling lebt noch und wird nächsten Samstag, den 27. dS., als dem eigentlichen JubiläumStage, mit dem hiesigen Herrn Ortsgeistlichen nach Darmstadt gehen, um die Glückwünsche der Gemeinde dem hochwürdigen Herrn Jubilar zu überbringen. Eine wohlgelungene Photographie des hiesigen Gotteshauses, in welchem der Herr Jubilar segensreich wirkte, ist kürzlich von einem Niddaer Künstler ausgenommen worden und soll dem Album einverleibt werden, in welchem die Bildnisie sämmtlicher Kirchen vereinigt erscheinen, in denen der Herr Prälat längere Zeit seines Amtes waltete. Möchten dem Herrn Jubilare, der sich noch einer ungewöhnlichen Rüstigkeit und geistigen Frische erfreut, noch viele glückliche Jahre bescheert werden, daS wünscht unsere ganze Gemeinde." ** Jubiläum. Vergangenen Mittwoch feierte unser Mitbürger Herr Locomotivführer erster Klasse LouiS Kinkel fein 25jährigeS Dienstjubiläum. Dem Jubilar wurden seitens seiner Vorgesetzten Geschenke und Glückwunschschreiben zu Theil, insbesondere auch ein Anerkennungsschreiben über seine Verdienste um Verbesserung der Locomotiven. ^Außerdem liefen noch zahlreiche Telegramme und Glückwünsche ein. Ein Abends im Cafe Ebel stattgehabter Commers vereinigte den Jubilar mit seinen Collegen und Freunden. ** lieber die landwirthschaftliche Ausstellung, welche in der Zeit vom 19. bis 22. September stattfindet, sei noch mitgetheilt, daß in der am 21. d. stattgehabten Sitzung des Hauptcomites zum Ehrenpräsidenten Se. Erlaucht Graf zu SolmS-Laubach einstimmig gewählt wurde. — Die Ausstellung des Viehes (Rindvieh, Schweine, Schafe, Ziegen) soll vom Mittag des 19. bis zum Mittag des 21. September l. I. dauern. Außer dem Vieh Vogelsberger und Simmenthaler Rasse soll auch Nrederungsvieh zur Ausstellung und Prämiirung zugelasien werden. Mastvieh ist dagegen von der Ausstellung ausgeschlossen worden, ebenso wurde von der Ausstellung von Seidenraupen und Gegenständen der Jagd und Ziergärtnerei abgesehen. Bezüglich des Geflügels wurde beschlossen, nur Nutzgeflügel zur Ausstellung zuzulassen. Eine Ausstellung von Pferden, von Gegenständen der Bienenzucht, des Weinbaues, der Fischerei ist bei genügender Betheiligung und ebenso unter gleicher Voraussetzung eine forstwirthschastliche Ausstellung in Aussicht genommen worden. Sodann soll eine Ausstellung von Obst und allen sonstigen landwirthschaftlichen Producten, von land- wirthschaftlichen Maschinen und Geräthen, von Molkerei- Vroducten, Conserven, Beerenweinen usw. veranstaltet werden. Der Termin zur Anmeldung von Ausstellungsgegenständen, Vieh usw. ist auf den 1. Juli l. I. festgesetzt worden und wird in aller Kürze die hierauf bezügliche Bekanntmachung erlasien werden. ** Zeitschrift für den landwirthschaftlichen Verein des GroßherzogthumS Hessen. Der Laudesöconomierath Müller, der seitherige Redacteur der „Zeitschrift für den landwirthschaftlichen Verein des Großherzogthums Hessen", wird am 1. Mai d. I. diese Stelle niederlegen und die Redaction dieser Zeitschrift von dem neu ernannten Generalsecretär deS Landesausschuffes, Herrn Dr. Nod ewald — seither in Oldenburg — übernommen werden. ** Preisausschreiben. Der Ausschuß der deutschen Studentenschaft fordert zur Betheiligung an einer Preisbewerbung um eine Beschreibung der HuldigungSfahrt der deutschen Studentenschaft zum Fürsten Bismarck auf. Die Beschreibung soll in kurzer, frischer Darstellung den , Verlauf der Feier schildern und den Wortlaut sämmtlicher t Reden enthalten. Die historische Treue muß sorgfältig gewahrt werden, doch bleibt es dem Ermessen deS Bewerbers ; völlig überlassen, durch Einflechten von Stimmungsbildern, persönlichen Erlebnissen und Urtheilen der Erzählung novellistische Färbung zu geben. Es sollen darum nicht nur der eigentliche Festtag, sondern auch etwa die Fahrt nach Hamburg, der Vorabend und die auf daS Fest folgenden Tage derart in den Bereich der Schilderung gezogen werden, daß daS Ganze in lebendiger Weise die Empfindungen eines Theilnehmers, der mit Begeisterung und Interesse den Vorgängen beigewohnt hat, wiedergiebt. ** Die Hindernitzrennen, welche am nächsten Sonntag in Frankfurt a. M. ftattfinden, beginnen mit Rücksicht auf die Besucher von auswärts erst um 3 Uhr. Aus dem Programm stehen sechs sehr interessante Rennen, welche noch eine bessere Betheiligung der Pferdebesitzer alS am ersten Tage versprechen. Besonders in der Waldeck Steeple Chase, in welcher 18, und in der Johannisberg-Steeple-Chase, in welcher 14 Pferde genannt sind, wird der Kampf um den Sieg ein sehr spannender sein. ** Der Vorstand der Schornsteinfeger-Innung für das Großherzogthum Hessen faßte in seiner am Dienstag zu Frankfurt a. M. abgehaltenen Sitzung den Beschluß, eine außerordentliche Generalversammlung mit wichtiger Tagesordnung am 19. Mai im Gasthaus „Zum Schwanen" in Darmstadt abzuhalten. — Die 10.Section der Berufsgenossenschaft der Schornsteinfegermeister deS Deutschen Reiches, welcher Hessen-Nassau, daS Fürstenthum Waldeck und das Großherzogtbum Hessen zugetheilt sind, hält ihre Generalversammlung am 5. Mai im Gasthaus „Zum Storch" zu Frankfurt a. M. ab. Auf der Tagesordnung stehen 11 Berathungsgegenstände, worunter die Beschlußfassung über Vermehrung der Vertrauensmänner und Abgrenzung der Bezirke derselben. ______ Darmstadt, 25. April. Gestern constituirte sich hier ein Journalisten- und Schriftsteller-Verein, welchem sofort eine größere Anzahl von Mitgliedern beitraten. Vermischtes. Ms. Cassel, 25. April. Durchbrenner. Der Lehrling einer hiesigen Maaren Großhandlung erhielt von seinem Chef den Auftrag, auf dem hiesigen Hauptsteueramte eine größere, mehrere tausend Mark betragende Geldsumme abzuliefern. Anstatt auf das Hauptsteueramt ging der junge Kaufmann nach Hause, that einen ordentlichen Griff in die Kasse seines Vaters und brannte darauf mit dem ersten Zuge nach außerhalb durch. Wahrscheinlich hat er sich nach Berlin oder Hamburg gewendet. — Als Gegenstück ist zu melden, daß ein junger Kaufmann, der in Hamburg nach Unterschlagung einer größeren Summe in ähnlicher Weise dortselbst durchgebrannt war, hier festgenommen wurde. Er wurde in das hiesige Polizeigefängniß gebracht, doch gelang es ihm, aus der Zelle auszubrechen und zu entfliehen, ohne daß man eine Spur von ihm hätte. * Bonn, 24. April. Auf dem Spielplätze im Hofgarten hat ein schwerer Baumast heute Nachmtttag eine Ruhebank durchschlagen. Ein Kind wurde tödtlich, ein anderes leicht verletzt. * Belgrad, 24. April. Der Caffationshof hat der „Neuen Fr. Pr." zufolge das Todesurtheil gegen den Hatduken-Anführer Stephan Baschtovan bestätigt, welcher bekanntlich die Radicalen beschuldigte, ihn zur Vergiftung des Königs Alexander gedungen zu haben. Baschtovan, welchem achtzehn Raubmorde nachgewiesen worden waren, wurde heute in Kragujevatz erschossen. Mit ihm zugleich wurde noch ein zweiter gefürchteter Haiduk, Wasa Zinzarin, erschossen. Witterungsbericht vom 25. April. Die ganze Westhälfte des Kontinents steht unter dem Einflüsse niederen Druckes, der heute zwei Eenlra ausmeist. DaS eine derselben ist nördlich von Schottland, das zweite erstreckt sich über den Kanal und Süd-England bis zur holländischen Küste. In Kentral-Europa selbst ist der Luftdruck in starker Abnahme begrissen und feine Ver- theilung sehr unregelmäßig. Der Osten und Süden sind von relativ hohem Druck und bat daS barometrische Marimum im Innern Rußlands seine Stelle behauptet. In der Pfalz Haden heute Nacht wieder Gewitter stattgefunden und sind auch im diesseitigen Bauern starke Regen gefallen. Im Alpenvorlande war Morgens allgemeines Aufklaren eingetreten. BoranSflchttiche Witterung r Wärmeres Wetter mit Neigung zu Niederschlägen unb Gewitterbildung. Verkehr, «nö Volkswirthschast. Gieße«, 24. April. Der heute und gestern dahier abflebnltcne Viehmarkt war stark beiahren. ES waren ausgetrieben: 1072 --lück Rindvieh und 2061 Stück Schweine. Fast sämmtlicheS aufgett irdene Vieh war schön und gut genährt, der Handel bei Zucht und A ^eitS- vieh war lebhaft, es zeigte sich am Tage vor dem Markte schon fli ofce Kauflust und wurden an demselben viele Käufe abgeschlossen. Eine merkliche Aenderung war in den Preisen bei Zucht- und Arbeitsvieh nicht eingetreten, nur bei Schlachtvieh aller Art waren die Preise niedriger als am letzten Markte. Nächster Markt Dienstag den 7. und Mittwoch den 8. Mai d. I, am letzteren Tage auch Krämer- marti. Das Ablesen der Krämerstände findet Morgens um 7 Uhr statt. kirchliche Anzeigers der Stadt Gietzen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst Sonntag den 28. April. MisericordiaS Domini. 3« der Gtadtkirche. Vormittags 9Vt Uhr: Professor Stamm. Die Kinderkirche fällt aus. Nachmittags 2 Ubr: Pfarroerwalter Dr. Grein. Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden aus der Markus- gemeinbe. Am nächsten Sonntag, den 5. Mai (Jubilate), findet die Konfirmation der Kinder aus der Markusgememde statt, verbunden mit der Feier des heiligen Abendmahls; die Beichte hierzu wird Tags zuvor, Nachmtttags 2 Uhr, gehalten- An dem Sonntag Jubilate: Kollecte für die Armen. I« der Iohannestirche. Samstag, den 27. April. Nachmittags 2 Uhr: Beichte. Pfarrer Dr. Naumann- Sonntag den 28. April. MisericordiaS Domini- Vormittags 9Vs Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Konfirmation der Kinder aus der Johannesgemeinde. Heiliges Abendmahl. Nachmtttags 2‘/i Uhr: Kinderkirche der Lukasgemeinde. Pfarrer Dingeldey. Abends 6 Uhr: Pfarrer Dingeldey. KoHecte für die Armen. Künftigen Sonntag, den 5. Mai, findet Nachmittags 2 Uhr die Vorstellung und Prüfung der Kinder auS der Lukas- und der MUitärgemeinde statt. Katholische Gemeinde. Sonntag, den 28. April. 2. Sonntag nach Ostern. Samstag: Nachmittags um 4‘/2 Uhr unb Abends um 8 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte. Sonntag: Vormittags von 6 Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; „ um 6i/a Uhr erste hl. Messe; „ um 71/« Uhr Austheilung der hl. Kommunion; „ um 8 Uhr zweite hl. Messe; „ um 9% Uhr Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2 Uhr Andacht. v -------- Gottesdienst in der Synagoge. Samstag, den 27. Avril. Vorabend 7°° Ubr, Morgens 880 Uhr, Nachmittags 400 Uhr, Sabbathausgang 8M Uhr. Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschast. Freitag Abend 715 Uhr, Samstag Vormittag 800 Uhr, Nachmittag 400 Uhr, Sabbathausgang 825 Uhr. Wochengottesdienst Morgens 6 Uhr, Abends 830 Uhr. Verein für jüdische Geschichte und Literatur» Wetzsteingasse 8, Nachmittags 3 Uhr. 23g Verdingung. Die zum Neubau des Kaferuemeuts für ein Halbbataillon erforderlichen Glaser- u. Weitzbinderarbeiteu am Hauptgebäude sollen Dienstag den 7. Msi d. A, Vormittags 11 Ahr auf dem Stadtbauamte öffentlich verdungen werden. Arbeitsbeschreibung, Muster und Bedingungen liegen auf dem Baubureau II daselbst während der Dienststunden offen. Angebote sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen auf vorgeschriebenem Formular bis zum VerdingungS- termin bei dem Stadtbauamte einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 24. April 1895. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. 3784 Gnauth. Geranurmachung. Der Unterzeichnete macht hierdurch bekannt, daß Herr Rabbiner Dr. Hirschfeld dahier weder mit der hiesigen israelitischen Religionsgemeinde, noch mit den Gemeinden der Landjudenschaft der Provinz Oberhessen in amtlicher Verbindung steht, sondern nur Rabbiner der hiesigen privaten israelitischen Religions- geselljchaft ist, die sich, vor einigen Jahren hier gebildet hat. Gießen, den 26. April 18 9 5 . 3813 Der Vorsteher der Landjudenschaft der Provinz Oberhessen. __________________ E- Hanau.___ Lexicon, ä Mark 3.—, eied eeeh einige Exemplare abzugeben in der Expedition des „Giessener Anzeiger“, Schnlstrasse 7. Samstag den 4. Mai, Nachmittags 5 Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die dem Emil Schmidt in Gießen, sowie dem August Schmidt, Sohn erster Ehe, gehörigen Immobilien: Flur I Nr. 364 — 76 qm Hofraithe im kalten Loch, Flur I Nr- 366 — 38 qm Hofraithe daselbst, öffentlich meistbietend versteigert werben. Gießen, den 13. April 1895. Großh. Ortsgericht Gießen. ___________J A.: Bogt. 3402 Samstag den 4. Mai, Nachmittags 3 Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die der Jaeod Noll dritter Witttve in Gießen gehörigen Grundstücke: Flur 33 Nr- 188 — 487 qm Acker am Nahrungsberg, hinter dem Drechslischen Garten, Flur 33 Nr. 189 — 513 qm Acker daselbst öffentlich meistbietend versteigert werden- Gießen, den 13. April 1895. Großh. OrtSgertcht Gießen- ___________I. A-: Vogt. 3409 Bekanntmachung. Frau Martha Güngerich, geb. Lohoff, in Heibertshausen, ist wegen Geisteskrankheit entmündigt worden. Rechtsgeschäfte können nur mit ihrem Vormunde abgeschlossen werden. Gießen, den 24. April 1895. Großherzogliches Amtsgericht. Dornseiff. 3802 Das Verzeichniß über die Kulturveränderungen, welche seit der vorjährigen Steuerregulirung in den Gemarkungen Gießen und Schiffenberg constatirt worden sind, und Kornblume, deren Wahrung bei Gr. ©teuer* commissariat Gießen zu beantragen ist, liegt von heute an während vier Wochen auf Gr. Ortsgericht Gießen zur Einsichtnahme der Betheiligten! offen. Gießen, 27. April 1895. Gr. Ortsgericht Gießen. Gros. Mobilien-Dkrsteisttung. Montag den 29. d. Mts., Nachmtttags 2 Uhr, werden Marktstratze 82, in (Eiugaug von der Hinteeseite des Hauses): Tische, Stühle, Betten, Schränke, Sopha, Kommode, Spiegel, Bilder, Bücher, Kleider, Weißzeug u- s. w. versteigert. 3823 I. V. Auftrage: Schneider, Gerichts-Taxator. 3808] Die Gießener Lm nibusgesellschaft, G. G. m. b. H., sucht für ihren Betrieb an Sonntag Nachmittagen während des Sommers 4 paffende Pferde zu lechen. Offerten mit Preisangabe find an den Vorstand zu richte». 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