KklMSverjkigkrung. Mittwoch den 5. Juni l. I. soll das Heugras von den kameral- fiskalischen Wiesen in den Gemarkungen Leihgestern, Schiffenberg u^b Watzenborn; sowie das Heugras von den Schneisen und Mähplatlen mit zerstreut liegendem Gehölz in der Forstwartei Baumgarten versteigert werden. Gelegentlich dieser Versteigerung kommen 220 Stück gebrauchte Dung- säcke zum Ausgebot. Zusammenkunft Morgens 9 Uhr auf dem Rathhause zu Watzenborn. Nähere Auskunft ertheilen Wiesenmärter Dern zu Hausen, und Gr. Forstwart Schlag zu Baumgarten. Gießen, den 25. Mai 1895. Großh. Oberförfterei Schiffenberg. Heyer. 4719 MMqe pr. 8* 4 M an, tzitz ‘Milets I nach >»d Dom ^et.1 in i. h kalien,^,' ■ GS-s" WA nrob^e^Vc ]ter$we. jL’Äi Nr. 122 Drittes Blatt. Sonntag den 28. Mai 1898 Der Siebener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener A-mitienbrälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeig er Keneral-Anzeiger. Vierteljähriger ItSonnementspreirr Dtark 2U Psg. mit Bringirlohn. Durch die Post bezogen 2 Mart 50 Pfg. Rcdaction, Expedition und Druckerei: Schukftraße Kr.7. Fernsprecher 51. Aints- und Zlnzeigeblutt fiit* den ICreis Gieszen. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den tcßpt frtrtO- dutGottOV ft 01tfif/ifItY Alle Annoncen-Bureaur deS In. und Auslandes nehmen folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr. tIIUUU ll l. Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Feuilleton. Ein Roman aus der dritten Gießener IranMnM. 1797. Von Dr. Otto Buchner. (Fortsetzung.) Da von Kochs Töchtern die Rede ist, sei noch der Tochter Christiane gedacht, die 1793 den Berginspector Emmerling heirathete, sowie der Tochter Luise, die 1794 die Gattin des Pädagogiarchen und Professors Schaumann wurde. Die zweite Tochter Wilhelmine Luise, geboren am 11. Februar 1771, heirathete zuletzt und ihr fällt die Hauptrolle in dem später zu schreibenden Roman zu. Doch bevor wir uns zu diesem wenden, müssen wir den Kanzler Koch nicht als Familienvater, sondern als Mann der Wiffenschaft kennen lernen. Auch da ist wieder Laukhard eine wichtige Quelle. In „Leben und Schicksale" B. 1. S. 69 u. ff. schreibt er: „Koch ist ein Jurist von Ansehen und nicht von gemeinen Kenntnissen, wenn man ihm nämlich und seinen Schülern glauben will. Ich habe wohl wenig Männer gesehen, die die Kunst verstanden, ihre Kenntnisse so geltend zu machen, als dieser Herr Kanzler. Sein Ton ist im Collegium und im gemeinen Gespräch so dictatorisch, so zuversichtlich, daß es scheint, er habe gleich dem Vicegott in Rom alle Weisheit allein und befinde sich im Besitz, im ausschließenden Besitz der ganzen juristischen Gelehrsamkeit. Es gibt aber andere Gelehrte, die ihm diesen Vorzug nicht lassen wollen. Kochs Latein soll vollends gar nichts taugen." An einer anderen Stelle erwähnt Laukhard (S. 71) die Eitelkeit Kochs: „Wie stolz übrigens Herr Koch auf seine Kanzlerwürde halte, erhellt daraus, daß er auch im Französischen den Titel Excellence fordert. Herr Chastel, französischer Sprachmeister zu Gießen, dedicierte ihm im Jahr 1778 eine Sammlung prosaischer Aufsätze zum Gebrauch der Anfänger. In der Dedication hieß es: Dedie trös- humblement ä Monsieur Koch etc. Herr Koch nahm diesen Titel schrecklich übel und Herr Chastel mußte, um ihn zu befriedigen, hinzusetzen: ä son Excellence Monsieur Koch etc. Jeder Kenner der französischen Sprache, der den Gebrauch des Wortes Excellence im Französischen wußte, lachte freilich über die läppische Titulatur." Und wieder an einer anderen Stelle (S. 71. 72.) sagt Laukhard: „In Gießen fürchtet sich jedermann vor dem Herrn Koch. Was er auf dem akademischen Senate spricht, muß gelten, und wenn Rector und alle Professoren anderer Meinung wären. Wer daher den Herrn Koch zum Freunde hat, darf thun, was er reiß; kein Haar darf ihm gekrümmt werden. Er ist eben darum fürchterlich stolz, gebieterisch und grob gegen die Studenten, welche er, wenigstens zu meiner Zeit, wie Schulknaben behandelte. Dabei macht er ein Gesicht — wie ein fürstlicher Befehl. Ebenso despotisch verfährt er in seinem Hause. Zu meiner Zeit bewohnte es ein Schwager, ein alter Candidat der Rechte, Herr Rolle, dem es aber stark an der secunda Petri (an der Beur- theilungskrafk) fehlte. Dieser Mann durfte nicht mit an seinem Tische essen, obgleich Herr Koch sein ganzes Vermögen in Händen hatte. Freund Rolle hat nicht selten über die Härte und den übertriebenen Stolz seines Herrn Schwagers geklagt." Dann wieder heißt es bei Laukhard (S. 72. 73.): „Mit den übrigen Professoren hat Herr Koch wenig Umgang. Die Juristen sind ihm besonders ein Dorn im Auge, sobald sie etwas mehr verstehen, als Heineccii Institutionen. Der Regierungsrath Höpfner lehrte zu meiner Zeit mit großem Beifall die Rechte in Gießen. — — — Das war hinlänglich, daß Herr Koch den guten Höpfner fürchterlich haßte und neckte. Herr Höpfner nahm hernach eine Stelle in Darmstadt an, blos um aus Kochs Colleg- schaft zu kommen." Noch an vielen anderen Stellen seines Bnches kommt Laukhard auf den Kanzler Kod) zurück und liefert kleine Bilder von ihm, die in keiner Weise zu seinem Ruhm bei» tragen. Sagte der Rector ja, dann antwortete der Kanzler ganz gewiß nein und wußte auch seine Meinung durchzufechten, „und wenn auch der höllische Satan Rector wäre." „Das waren seine eigenen Worte", setzt Laukhard dazu. Dieser Zwiespalt im Collegium der Hochschule war mit eine Ursache der Verwilderung in der Studentenschaft, die ja auö jener Zeit bekannt genug ist. Auch dafür finden wir bei Laukhard einen Beleg. Nach einem heftigen Studentenscandal mit längerem darauffolgenden Auszug, den er ausführlich erzählt, schließt er: „Am anderen Morgen kamen Lang und Bohy von Butzbach (wo sie mit dem Kanzler verhandelt hatten) und verkündigten uns den näheren Willen des Kanzlers. Ec würde, so hieß es, uns vollkommene Satisfaction schaffen, keinem Menschen solle ein Haar gekrümmt werden. Nur sollten wir ruhig nach Gießen zurückkehren und das Lärmen einstellen. Auf diese Versicherung bezogen wir wieder die Stadt, aber die Gährung dauerte noch über acht Tage fort, so daß auch kein Professor Collegien lesen konnte. Der Kanzler machte indeß einen Bericht nach Pirmasens an den Landgrafen — nach seiner Art — worin er das Vergehen der Studenten entschuldigte, hingegen den Rector als die einzige Ursache des Tumultes und des Schadens und Schimpfes für die Universität schilderte. Auf diesen Bericht wurde der Rector sogleich abgesetzt und sein Amt auf den Dr. Bechtold übertragen." Hier können wieder Zweifel entstehen, die vollkommen gerechtfertigt sind, ob Laukhard bei der Wahrheit blieb, oder ob er die umlaufenden Gerüchte böswillig übertrieb. Aber wir kennen Actenstücke und Berichte, die zur Genüge beweisen, daß wirklich an der Geschäftsführung des Kanzlers Koch vieles derart war, wie man es nicht billigen konnte. (Fortsetzung folgt). General-Versammlung des Spar- und Vorschutz-Vereius Allendorf a. d. Lda., eingetr. Genossenschaft mit unbeschr. Haftpflicht, Dienstag den 4. Juni 1895, Bormittags 10 Uhr, im Rathhaussaalö zu Allendorf a. b. Lumba. Tagesorbnung: 1. Rechnungsvorlage vom Jahre 1894. 2. AufsichtSraths» unb Vorstanbswahl. Allenborf a. b. Lba., am 24. Mai 1895. Der Vorsitzende des Aufsichtsrathes. Wallenfels. 4727 Bilanz des Spar» unb Vorschuß-Vereins Allenborf a. b. Lumba, E. G. m. u. H., 1. 2. B. pro 1894. A. Aktiva B. Passiva Kassenvorrath 16088,62 AuSstänbe 40107,91 Ausgeliehene Capitalien nach bem Curs» werthe v. 1. Jan. 95 325914,54 Ausstehende Güterkaufgelber 18788,04 Werth ber Mobilien nach Abschreibung v. 10% 393,18 1. Capitaleinlagen 394167,59 2. Stammantheile, 7124,70 401292,29 401292,29 Mitgliederftand. Am 1. Januar 1894 ..... 223 Im Jahre 1894 gingen zu . . . 7 zusammen 230 Im Jahre 1894 gingen ab . . . 8 Stanb am Schlüsse bes Jahres . . . 222 Allenborf a. b. Lba., am 22. Mai 1895. Der Director: Der Controleur: Der Rechner: Kloos.Wagner.Rein. Färberei unb chemische Wäscherei von Braubach & Fischer in Giessen 4 Neuen Weg 4 (am Kreuz) 2430 hält sich für die Frühjahrs-Saison bestens empfohlen. Einladung. Generalversammlung bes Spar- und Vorschutz-Vereius Beuern II, E. G. m. u. H., zu Beuern auf Mittwoch den 4. Juni 1895 in ber Wohnung bes Rechners Hch. Ab. Linbenstruth III. Tagesorbnung: Ergänzungswahl bes Vorstanbes, Vorlage ber 1894er Rechnung. Beuern, am 25. Mai 1895. Der Vorstand. Wilh. Otto II, Director. Hch. Ab. Linbenstruth III, Rechner. ----- 4702 Bilanz am 31. Dezember 1894. Aktiva: 1. Ausgeliehene Capitalien unb zwar: a. Obligationen 46551,26 b. Bürgschaft 55196,35 c. Kaufschilling 15696,60 d. Werthpapiere nach bem Curse vom 31. Dezember 1894 41239,16 2. Kassenvorrath 5625,36 3. AuSstänbe 14407,37 4. Mobilien 105,90 5% Abschreibung 5,30 100,60 Vorlagen 84,02 178900,72 Passiva: 1. Aufgenommene Capitalien 2. Eintrittsgelb 1894 zum Reservefonb 3. Stammguthaben 4. Reingewinn 176401,60 5,00 88,00 2406,12 178 900,72 Der Vorstand des Spar- und Borschutz-Vereins Beuern II, E. G. mit unbeschr. Haftpflicht, zu Beuern. Der Director: Der Rechner: Wilh. Otto II. Hch. Ab. Linbenstruth HI. Benner & Krumm Vortheilhafte Bezugsquelle aller Artikel der Farbenbranche. i813 i Mcher-Versteigerung. Montag den 27. Mai 1895, Nachmittags 2 Uhr, werden im Bieker'schen Saale — Neustadt 66 — versteigert: ca.2000 Stück neue Bücher, als: Schriftm, bktr Meotcin, Theologie, Chcmt-, Phyfik, Mathematik, Forstmtffen. schäft,rhterhet»kunde,Ptzttologte,Geschichte,Eameravu Naturwissenschaft Zoologie, Botanik, Elektrotechnik, Sandelswisseschäften, Architektur, Gärtnerei, Obstvaumzucht, Musik, Land- unb Forflwirthschaft, Naturheilmethode, Jagklehre, Forstwesen, Wald- cultur, Pferdezucht, Sport,Jagd, Fischerei, ferner Clasfiker, Volks- um Jugend, fchr ften, Romane, Th-aterfiücke, versch. KneippS • Schriften, einige Hundert Exemplare d- Er Hess. Währfcha tsgeseh vom 15. Juli löbö v. Hamm und Zusammenstellung der au- die Führung der Siandesamts-Registcr bezüglichen Bestimmungen u v. A. Die Versteigerung findet bestimmt statt. Verzeichn^ der Bücher kann in meiner Amtsstube jederzeit etngesehen werden. 4679 Geißler, Gerichtsvollzieher. | Lackirte Möbel aller Art Der untere 6üxf bet VllliPletiob Gebäck, Carlen uni tzüchka Brennholz 8 Tagt. Roth. 4713J Großh. Eisenbabnbauinfpecior. 4550 empfiehlt billigst E H. Müller, Schillerstraße. 4653 RäherrS bei Rahmsachen, sowie mehrere Sorten 4514 Eis. p: 4774 2938] Freundliches Logi», 8 Zimmer mit Zubehör, per 1. Juli ju vermiet den. Nähere» Lahuftratz« 11. Graudplatz 10. Näheres « — Großh. Baubehörde für Nebenbahnen | *■ in Oberhessen. 4690 fe krokh. hklsische Staatseisenbahllkl!. Verdingung der Bauausführung der StationSgedLude fammt Güter« schuppen und NedengebLuden in Lumda, GeitShausen vdenhausen und Sesselvach, sowie deS provisorischen Locomottvschuppen» ru «rünberg für die Neuvaultnte Gründer- Londorf. Die obigen Bauausführungen sollen im Ganzen oder nach den -Stationen getrennt öffenttich verdungen werden. Die Zeichnungen, Berechnungen ui.d Bedingungen sind im Burcauztrnrner Nr. 3 der unterzeichneten Behörde in Gießen (Frankfurterstraße Nr. 64) ober im Bureau der Neubau-Abthetlung HI in Grünberg (Gasthaus zum englischen Hof) etnzusehen. Die Verdingungsanschlag» Formulare zum Bügeln — Glanzbügeln — in (HflQpr-Diamantfill feinster Ausführung wird schnellstens »Wvr kauft die 4'06 und billigst besorgt 4ä40 ^ndbe” bd^1* 8 303 Hirschapotheke. >____ Marktftraftc 34, II. I. Hirz r4weg 22. platz 21.___________________________1 Kur- gepflückte Kamillen öffentlich verdungen werden. I w Die Verdingungsunterlagen können bei der unterzeichneten Behörde in Gießen, %• Frankfurterstraße 64, eingesehen oder von « dort gegen postfreie Einsendung von 70 S Hüterverpachlung. Confirmandet^Hüte u. Es wird hierdurch bekannt gemacht, as*~ —* 4t46] Laden mit «ornptuir 750 x p. » iu oermiethen. G. LS. Schneider, MarkistraU»'- 4711] Schöner m. anpr.rf*^ sofort zu oermiethen Marktstraße «- 4498s Ein mö»i- Zimm »u oermiethen vleichstraße 21, sown beziehbar__ Zu vermiethcn. 4551] Schöne» mflilirtei Zimmer nrt Cabinet preiSwerth sogleich zu beziehen ________Selterswa« iOUAj SWbltrte« B»ma mu Äctt O oermiethen. ei»deuplatz7^_ per Pfund 18 Pfg. empfiehlt 4066 Hch. Arnold, Marktstr. 28. LimburgerkLse genehmigt worden ist. Gießen, 24. Mai 1895. Der eo. Gesammt-Kirchenvorstand 4730] Dr. Naumann. -btttzrsßshe fiftababnti. Vergebung von Bauarbeiten. Die bei Erweiterung des Haltepunktgebäudes zu Schiffeaberg vorkommenden Bauarbei'en und Lieferungen soll n im Wege schriftlichen Angebot- vergeben werden- Zeichnungen und Bedingungen sind von heute ab bi» zum ^Eröffnungs« termin am 1. Juni L I., Nachmittag» 4 Uhr auf dem Bureau d.-Unt-rzeichneten, - Frankfurterstraße Nr. 24 zur Einsicht offen gelegt, wohin auch die Angebote zur Abgabe gelangen müffen. Zuschlagsfrist ------—. . c »----. - f.,. ~ GarXengelLnde re-, per toi ort iu vermiet-, egen -Lterbesall meines selxqen Nähere» im Nebenbause bei Herrn H^tz Manne- bin ich gesonnen, das, Evohuung vou 6 Zim mcrn mit allem Zubehör zu vermiethen. Dr. IIaupt.Afterweg 20. 43 1) Wodnuna. r—8 Zimmer, ist »u oermiethen «fterweg SV, EckederNoch, anlaqe. Nähere» «sterweg 48. G^Xauheimer, Franks. St. 3. um 1. November event. früher sind Marktftr- 29 ein oder zwei Lade» mit BZohuuug zu ver- miethen. 44Ü Näheres bei Herrn Architekt lluniftna, _________Bahnhofftr. 2. _ HöTel Einhorn. 2185] Lade« alsbald zu vermies» Nähere» bei Ür. ««hat. SelterSwea 2d liefert 6sorg Orlenbach, Wetzlar. * NB. Fäsier leihweise von 25 Liter Jn- • halt an- Flasche wird zu 10 Pfg. zurück, genommen. 3758