die Schulacte gefeieAund die gemeinsamen Andachten abgehalten werden. Heute brennen in dem saalartigen Zimmer zwei schön geschmückte Chrtstbäume, und eine kurze, einfache Andacht leitet die Bescheerung ein. Der Hosprediger hält eine schlichte, der Sache entsprechende Rede, in welcher er auf den Ltebessegen, den das Christfest über die Menschheit bringt, in seiner doppelten Bedeutung aufzeigt und die Mahnung zur Weihnachtsfreude eindringlich an alle Gemüther legt. Helle, frische Ktnderstimmen tragen auswendig die evangelische Weihnachtsgeschichte vor, WeihnachtSlieder mit Harmontumbegleitung werden gesungen, und dann fordert die Vorsteherin, die schon vorher jedes Kind begrüßt hat, die Geladenen auf, sich von den Schulmädchen an die für sie bestimmten Plätze führen zu lassen. Die Mädchen wissen den ihnen überwiesenen Namen und walten ihres schönen Amtes mit gewissenhafter Pünktlichkeit. Auf die Armen aber macht eS einen gar lieben Eindruck, daß es auch Kinder sind, die ihren Kindern bescheeren. Jeds Gene, jedes Gedrücktsein kommt dadurch von vornherein in Wegfall — und, da sich alles so schlicht, ohne jeden Prunk und aufgebauschtes Wesen vollzieht, verlassen die Beschenkten das SchulhauS mit dem Gefühl, nicht, als ob sie ein Almosen empfangen hätten, sondern als wenn in Wahrheit der Friede und Freude spendende Geist der heiligen Wethenacht auch in ihre Häuser und Herzen eingezogen sei! Drucksehlerberichtigung. In dem letzten Weihnachts- bild „Das Wethnachtspacket" muß eS in der vorletzten Zeile heißen: Geschichten (nicht Gesichter). Mia. Hub Toffeln. rter Platte. He. ’aumsauce. r Karte, MilllN. 1063t teert, '«j: tert nig. iw cert ;ein. adcapelle " 10 Psg. 10602 gstr. 64. arten. 10480 10654 'M 4. tlolS t66< Nr. 30*) Drittes Blatt. Mittwoch den 25. December L8SK Gießener A nzeig er Kenerat-Anzeiger Aints- und Anzeigcblatt süv den Krcii <4>ieszen | Gratisbeilage: Gießener Kamikienblätter Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Sonn. 10 Uhr. Redaction, Expedition und Druckerei: Zichntstraße Zlr.1. Fernsprecher 61. Die Gießener -«mikienVtLller werden dem Anzeiger »Schentlich dreimal beigelegt. Ter GteK-uer Anzeiger rrscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Bierteljähriger AvonnementspreiO, 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Weihnachten. Weihnachten, du Fest der Freude, Kehre fröhlich bei uns ein, Jubelklang und Festgeläute Sollen dein Begleiter sein. WethnachtSbaum, mit deinen Kerzen, Wenn erglänzt ihr Heller Schein Fröhlich dann ihr Ktnderherzen Sich der schönen Gaben freu'n. Weihnachtsfreude, WeihnachtSlieder, Wie erstrahlt der Eltern Glück, Ruft doch die Erinn'rung wieder Ihre Jugendzeit zurück. Großmutter mit grauen Haaren Freut sich auch deS Baumes Pracht, Munt're Enke! um sie fchaaren, Singen: „Stille, heil'ge Nacht!" WeihnachtStag, du Tag der Hoffnung Und der Wünsche ohne Zahl, Allen Kranken gieb Genesung, Ltnd're jede Roth und Qual. WeihnachtSlted in meiner Nähe Klingst so feierlich und klar: „Ehre sei Gott in der Höhe, Heil'ger Friede immerdar!" Weihnachten, du Fest der Freude, Kehre fröhlich bei unS ein, Jubel, Sang und Festgeläute Dring in alle Herzen ein. Louis Roloff. n. Friedberg. 22. December. Die Actien-Zuckerfabrik „Wetterau" theilt den Rübenzüchtern eben mit, daß der Kaufpreis für den Netto Centner Zuckerrüben in der Campagne 1896/97 auf 75 Pfg. festgesetzt ist. Für Rüben, die nach dem 15. November abgeltefert werden und mithin vorher eingemietet waren, tritt ein Aufschlag von 10 Pfg. für den Centner ein. Dieser Preis bedingt aber einen Zuckergehalt von 12 pCt. Für jedes weitere J/10 pCt. Zucker wird 1 Pfg. mehr auf den Centner berechnet, während für jedes an 12 pCt. fehlende Vio M. 1,2 Pfg. in Abzug kommen. Außerdem kann jeder, der Rüben liefert, 40 pCt. des Nettogewichts derselben an Schnitzeln beanspruchen. Die eg""—————i—■ Anmeldungen des Rübenareals müssen bis zum 1. Januar k. I. bei der Fabrik erfolgt sein. — Gegen den in der diesjährigen Campagne bezahlten Grundpreis hat der oben mitgetheilte eine Steigerung von 15 Pfg. für den Centner erfahren, waS bet einem Ertrag von 150 Gentnern auf den Morgen einen Mehrerlös von 22 Mk. 50 Pfg. bedeutet. n. Reichelsheim i. b. Wetterau. 23. December. Die hiesige Molkereigenossenschaft hielt gestern im Gasthaus „Zur Poft" hier ihre diesjährige General-Versammlung ab. Die Versammlung war sehr stark besucht und wählte nach Eintritt in die Tagesordnung durch Acclamation das satzungsmäßig ausgeschiedene Vorstandsmitglied Herrn C. Bopp von hier wieder. In Folge des vorigjährigen Beschlusses, daß in jedem am Unternehmen betheiligten Ort ein AussichtSrathS- mitglied wohnen soll, wurden von den diesmal ausgeschiedenen Mitgliedern dieser Körperschaft nur die Herren Stoll, Rack und Schultheis wieder, und ferner die Herren Bürgermeister Konrad in Blofeld und Landwirth Philipp Faber in Beienheim neu gewählt. Weiter wurde der Beschluß gefaßt, daß von Kühen, die mit der Maul- und Klauenseuche behaftet sind, so lange keine Milch zur Molkerei geliefert werden dürfe, als die Gehöftesperre angeordnet ist. Zur Geschäftslage bemerkte der Vorsitzende, daß in, Folge der Marktpreissteigerung der Butter die Aussichten auf einen günstigen Jahresabschluß gestiegen seien, und daß eine Nachzahlung an die Genossen stattfinden könne, trotzdem die Molkerei eine Zeit lang mit Verlust gearbeitet hätte. — ES wurden daS ganze Jahr hindurch 28/t Pfennig auf 1 pCt. Fettgehalt der Milch bezahlt, außerdem erhielt der Lieferant die Magermilch zurück. VW. Vom westlichen Bogelsberge, 22. December. Mit dem heutigen Tage beginnt der kalendermäßige Winter, welcher sich biß dato «ls mild und regnerisch erwiesen hat, wie es in den Nummern 267 vom 13. November und 292 vom 12. December vorauSgesagt worden war. Die Witterung nahm am 12. December einen kleinen Anlauf zum strenger werden, im eigentlichen Vogelsberge fielen fta-rte Schneemassen, die aber in der Ebene und in den Thälern als Regen niederkamen und daher auf 24 Stunden einen hohen Wasserstand bewirkten. Er verzog sich aber rasch wieder. Unsere Fischereiberechtigten benutzten die Gelegenheit und fingen außer Weißfischen einige stattliche Hechte, unter denen ein Fünfpsünder viel Vergnügen verursachte. DaS milde Winterwetter ist aber geblieben, denn in der Nacht sinkt die Temperatur auf —,2 Grad, am Tage steigt sie über Null. Wir möchten nun die freundlichen Leser veranlassen, sich für das Beobachten der WitterungSverhältnisse zu interessiren, und geben auf Grund der in den oben an- gezogenen Nummern des „Gießener Anzeiger" niedergelegten Regeln folgende wettere: Geht der 12. December milde und ohne Frost vorüber (wie es dieses Jahr der Fall war), so hält diese Milde gewöhnlich noch 14 bis 16 Tage, also bis in die letzte Decemberwoche, an. Der 28. December bringt häufig eine Wendung mit Frost und Schnee. Geschieht dies» so dauert der Zustand 3—4 Wochen. Wollen sehen ob die Sache zutrifft. Wetterprophet Falb sagte in seiner Prophe- zeihung vom 11. December: Der 16. December, ein kritischer Termin dritter Ordnung, dürfte sich schon vom 14. ab durch Regen bemerkbar machen, welche nach dem 16. December in ausgebreitete Schneefälle übergehen. (DaS stimmt aber ganz und gar nicht.) Weiter heißt eS: Darauf — vom 16. December an — wird es sehr kalt und trocken, bis zum 25. December. Das stimmt erst recht nicht, denn vom 16. bis 22. war es fortwährend mild und zum Thauen geneigt. Endlich heißt eS: vom 25. December ab breiten sich Regen- und Schneefälle bei milder Temperatur aus! Warten wir ab, was es gibt. m. Darmstadt, 22. December. Als vor einigen Jahrzehnten die Näh- und Strickmaschinen auftauchten, äußerte ein scharfsichtiger Mann: „Bis das neunzehnte Jahrhundert zu Ende geht, befinden sich in den meisten Häusern solche Maschinen, daS Handnähen und -stricken aber wird noch ganz verschwinden, denn die Maschinen arbeiten viel billiger und genauer als Menschenhände." Die Voraussage hat sich bereits nahezu erfüllt. Gestern Nachmittag that ein Herr einen ähnlichen Ausspruch in Bezug auf das Schreiben. Im hiesigen Finanzministerium ist bei der Bauabtheilung seit Kurzem eine Schreibmaschine in Thätigkeit, welche nach der uns gütigst vorgezeigten Probe in prächtigster Weise arbeitet. Nun giebt es keinen Schreibkrampf mehr. Der Copift sitzt an seiner Maschine; er vermag die größten Gutachten, Instructionen und Verfügungen in aller Gemüths- ruhe mit Pünktlichkeit und Sauberkeit abzuclavteren, und der Empfänger liest diese, mit der Schreibmaschine hergestellten Actenstücke lieber als die wirklich geschriebenen. Das schöne Schreiben wird wahrscheinlich in Zukunft nur noch von Kalligraphen, Xylographen und Lithographen geübt werden, denn Beamte und Kaufleute, sowie alle Diejenigen, welche viel schreiben müssen, ftenographtren am besten ihre Ideen und lassen sie dann durch die Schreibmaschine abhaspeln. Nicht übel mag es sich im zwanzigsten Jahrhundert auSnehmen, wenn z. B. eine Küchenfee über der Schreibmaschine sitzt und ihrem Geliebtesten bei der „Ardollerle" einen tiefgefühlten Liebesbrief zusammentrommelt. Kürzlich ging die Nachricht durch die Presse, man habe eine Maschinerie erfunden, mittelst welcher der Componift seine musikalischen Ideen sofort beim Phantasiren auf dem Clavlere auf daS Notenblatt zu bringen vermöchte. Was wäre daS eine herrliche Eifindung für Mozart gewesen, der so unvergleichlich phantasiren und improvtstren konnte. In seinen „Sprüchen in Reimen" sagt Aitmeister Goethe irgendwo: „Wüßte n cht, waS sie Besseres erfinden könnten, als wenn die Lichter ohne Putzen brennten." DaS hat man längst. WaS würde Altmeister Goethe, der so viel Sinn für Naturwtff.nschaft hatte, jetzt erst über electrisches Licht und die Schreibmaschine bei den öffentlichen Behörden sagen! Kttrilletoir. Weihnschtsbildcr. Plaudereien für den „Gießener Anzeiger". (Nachdruck verboten.) IV. Die Armeubefcheerung. M. „ES läuft ein fremdes Kind am Abend vor Weihnacht durch die Stadt geschwind, die Lichter zu betrachten, die angezündet sind . . ." Wir kennen'S wohl noch aus unserer Jugend, daS ergreifende RÜckert'jche Gedicht „DeS fremden Kindes heil'ger Christ", wir erinnern uns, wie heiß die Thränen in unsere Augen stiegen, als die Stelle kam, wo das arme Kind vergeblich an die Thüren der Reichen pocht und wie es dann sich niederlegt im freien Feld, wo die Engletn eS in das Reich des ewigen WeihnachtSlichteS tragen. „Hat jedes sein'S nur lieb!" Nein, dieser engherzige Sinn sollte und mußte einer höheren Auffassung welchen, wie solche allein der hehren Feier würdig ist. Wir wollen nicht in egoistischer Selbstgenügsamkeit am Gastmahl des Lebens theilnehmen, während unsere Mitmenschen hungernd und frierend vor der Thüre stehen, wir wollen uns nicht am Hellen Lichterglanz laben, wenn es in den Hütten der Armen dunkel bleibt. Weihnachten ist die Zeit deS seeligen, beglückenden Gebens und MittheilenS, und diesen Sinn des Festes möchten wir ganz besonders der Jugend einprägen, jener glücklichen, sorglosen Jugend, die eS garnicht anders weiß, als daß für sie immer der Tisch gedeckt ist, daß eine | Menge liebevoller Hände tagtäglich für und um ihr Wohl beschäftigt sind. In vielen Instituten und Schulen hat man daher die Armenbescheerung eingeführt. Ich komme gerade von etper solchen, die im „ H ofmännisch en Institut" in Darmstadt stattgefunden hat, her und möchte sie in ihrem Gang und Character beschreiben. Die Mittel zu der Bescheerung, welche etwa vierzig Kindern, Knaben und Mädchen verschiedener Altersstufen zu gute kam, war auf dem Wege einer kleinen Lotterieveranstaltung und durch freiwillige Beiträge an Kleidungsstücken, Büchern und Spielsachen beschafft worden. Gleichmäßige, praktische Vertheilung erhöhte den Werth der einzelnen Gaben. Um die fünfte Nachmittagsstunde wurde es auf den Gängen und in den Klassen der Schule lebendig. Kleine, trippelnde Schritte kommen daher, welche die Hast der freudigen Erwartung so schnell als möglich dem ersehnten Ziel entgegen« trieb, Frauen, über deren arbeitsharte Gesichter ein Strahl von SonntagSfttmmung huscht, und endlich unsere Instituts- zögltnge in ihren guten Kleidern, gut gelaunt und angeregt durch den Gedanken, ordnen, helfen und geben zu können. In den Schulzimmern des unteren Stockes versammeln sich alle die Gäste. Es geht sehr still und gesetzt zu, selbst das kleine Volk, zu dessen Lebenselement nun einmal daS Rumoren gehört, empfindet eine gewisse heilige Scheu vor dem Nahen des Christkindes, dessen Flügelrauschen eS allenthalben zu hören glaubt. Da tönt der Helle laute Klang der Schulschelle durch die Stille- er ruft die Versammelten in die eine Treppe hoch gelegene größte Klasse, wo die Bilder de- Kaisers und des Großherzoglichen Paares hängen, wo Bekarmtmichim-. Behufs einer Ergänzungswahl des Vorstandes unserer Gemeinde für das nach dem Dienstalter austretende M tglied, Herrn Commerzienrath Siegmund Heichelheim, liegt die Liste aller Stimmberechtigten zur Einsicht der Beteiligten drei Tage lang auf dem Büreau des ersten Vor- ftehers offen, und können Einwendungen gegen den Inhalt der Liste nur während dieser Frist zugelasien werden. [106 Gießen, am 24. December 1895. Ter Vorstand der israel. Religions-Gemeinde Gießen. _____________________S. Heichelheim._________ Der Voranschlag der Gemeinde Utphe pro 1896/97 liegt vom 28. d. Mte bis incl. 4. k. Mts. auf unserem Büreau zur Einsicht der Interessenten offen. Utphe, den 23. December 1895. Großherzogliche Bürgermeisterei Utphe. Schneider.__10642 Der Borauschlag der Gemeinde Hausen pro 1896/97 liegt vom 28. December 1895 bis einschließlich 4. Januar 1896 zur Einsicht der Jntereffenten auf dem Büreau der unterzeichneten Bürgermeisterei offen. .Hausen, den 23. December 1895. Großherzogliche Bürgermeisterei Hausen. S ch m a n d t.______10641 General-Versammlung- der Gießener Rindvieh-Aßccuraiy, Samstag den 28. December 1895, Abends 8 Uhr, Restauration Spies: 10656 Tagesordnung: Rechnungsabhör, Vorstandtzwahl, Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. Der Vorstand. i-n.Xlriaili'DfkerPi , Schul Strasse 7. sowie sonstige Sachen fertigt gantcr Ansstatt Alle Sorten Obst- und Gemüse- Conserven empfiehlt zu billigsten Preisen 9617 Heinrich Wallach. MW? Hof \ bringen Ißteib's -yyflr Dvl j ffatarrbpaftiflen Mr Tfidftn ’ (ealmiak. Sw ut3UÜU Pastillen) SW Untttan 1 in kurzer Zett MF nUöWU ) Sicheren Erfolg. Beutel 35 und 25 H bei Benner Hofiiunde, mittelgroße, junge, sehr wachsame, abzugeben 10806 Hardthof »8. Pferde-Verkauf. I Wegen Aufgabe der Oeconomie sind bei Rentmeister Schmidt in Londorf zwei Pferde, im Alter von 9 und 11 Jahren zu verkaufen. wahlaendungen. 102 96 xxxx Kitherlehrer Adolf Arnold Gie**en, Dammstr. 24. 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