Nr.GISS Drittes Blatt. Sonntag den 25. August 1895 Der Hlehener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme dcS Montags. Die Gießener Aamikien v titler werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeiger Kmerat-Anzeiger. AbovnemeutsprctSt ■ Bringcrlohn. Dlirch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Schulstrahe 'Ne.7. Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblutt füv den T5veis Gieszen» Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. Gratisbeilage: Gießener Aamikienbkatter. Alle Annoncen-Burcaux des In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. — — — । ii । m Deutsches Leich. Berlin, 23. August. Die amtliche Veröffentlichung der Ergebnisse der kürzlich in Berlin abgehaltenen JnnungS- conferenz soll endlich unmittelbar bevorstehen. Hierzu wird es allerdings auch Zeit, denn bis jetzt sind die widerspruchsvollsten Mittheilungen über den Verlauf dieser Ve.- handlungen durch die TageSpreffe gegangen. Vielleicht erfährt man auch gelegentlich der fignalisirten Bekanntgabe des amtlichen Berichts über die Ergebnisse der genannten Conferenz, inwieweit auf deren Vorlegung im Reichstag in Gestalt eines besonderen Gesetzentwurfs zu rechnen ist. UebrigenS der- lautet, der Reichskanzler, Fürst Hohenlohe, habe sich während seiner Sommervilleggiatur in Oesterreich persönlich bei dem Präsidenten der Wiener Handelskammer, Mäuthner, über die Wirkungen deS in Oesterreich ^geführten Befähigungsnachweises informirt und eine ungünstige Auskunft erhalten. Sollte sich dieses Gerücht bestätigen, so müßten die deutschen Zünftler allerdings damit rechnen, daß die Reichsregierung auch noch fernerhin in ihrer ablehnenden Haltung in der Frage des Befähigungsnachweises verharren werde. — Der diesjährige socialdemokratische Parteitag wird nach den endgiltigen Dispositionen hierüber am 6. October im Hotel „Deutscher Kronprinz" in Breslau zusammentreten. DaS Verhandlungsprogramm weist folgende Punkte auf: Maifeier 1896, internationaler Socialistencongreß in London, Agrarprogramm, Hausindustrie, Arbeiterschutz. Als Berichterstatter werden vorerst nur genannt Bebel, Quarck und Timm. — Das Verhalten der socialdemokratischen Partei und ihrer Presse gegenüber den diesjährigen Kriegs- gedenkfetern gibt den „Hamburger Nachrichten" Anlaß, die Regierung zur Abkehr von der bisherigen VersöhnungSpolitik gegen die Socialdemokratie aufzufordern. Das Hamburger Blatt empfiehlt statt dessen eine energische und namentlich offene Bekämpfung der socialrevolutionären Propaganda mit polizeilichen Machtmitteln auf dem Wege der Specialgesetzgebung. Man kann über die Wirkung dieses vorgeschlagenen antisocialdemokratischen R ceptes allerdings getheilter Meinung sein, aber anderseits wird man den „H. N." nur beistimmen können, wenn sie meinen, es sei ein Fehler, amtliche, gegen die Socialdemokratie gerichtete Schriftstücke, wie sie der,.Vorwärts" immer wieder veröffentlicht, „geheim" zu halten. Treffend betont das Blatt, die Verheimlichung von solchen Erlaffen verrathe der Bevölkerung die Scheu der Staatsorgane, öffentlich gegen die Umsturzbestrebungen aufzutreren und vermindere das Vertrauen zur jetzigen Regierung. Der Krieg von 1870J71, geschildert durch Ausschnitte aus ZettungS-Nummern jener Zeit. (Nachdruck verboten.) 25. August. Die deutschen Heere find in vollem Marsche auf Paris. Der Kronprinz ist voran. Die 1. und 2. Armee ist ihm gefolgt, die Vortruppen standen schon vor einigen Tagen nur 10 Meilen von Parts. Mac Mahon hat mit seinen Truppen ohne Schwertstreich ChalonS geräumt und das berühmte Lager, den Stolz Frankreichs, verbrannt- er zieht sich nach Paris und nicht, wie man anfangs glaubte, nach Metz, um Bazaine zu befreien. Die deutschen Reiter reiten mit Lust darauf los, sie sind weithin der Schrecken der Franzosen geworden, denn sie scheinen allgegenwärtig. Paris ist eine gewaltige, vielleicht nur allzu große Festung, von den Kanonen aber, mit denen die Werke besetzt find, sagen die Pariser: schlechtes Zeug. Es sind meist alte Kanonen von 1840. Wenn nicht das Boulogoer Hölzchen niedergeschlagen würde, so glaubten die Pariser kaum an den vollen Ernst. DaS aber erschreckt sie, denn ohne Boulogner Hölzchen kein Parts, wie kein Rom ohne Papst und kein München ohne Bier. Der alte Thiers behauptet, 6 Wochen lang könne sich Paris halten. Das Geheimniß ist, er hofft in dieser Zett auf Vermittelung der Neutralen. Vor Metz stehen mehrere Corps der Hauptarmee, verstärkt durch Corps der Landwehr. ES wird eine furchtbare Belagerung, 430 schwere Geschütze auS Köln, Coblenz, Mainz und Wesel find eingetroffen und die Artillerie hat bet Düppel und Alsen daS Belagern gelernt. Drinnen in der Festung haben die Deutschen einen Alltirten, daS ist die Noth und der Hunger, denn auf Bazaines Heer war nicht von den Proviant- und Fouragemeiftern gerechnet. 26. August. Die Londoner „Times" räth uns in ihrer neuesten Nummer, unseren Sieg nicht zu mißbrauchen und nicht nach Paris zu marschiren, da wir nur gegen Napoleon und nicht gegen daS französische Volk Krieg führten. Als Entschädigung sollen wir franzöfische Colonien nehmen. Aber wir muffen nach Paris und dürfen uns davon durch die Rücksicht auf Frankreichs Gefühle nicht abhalten lassen. Paris ist daS Herz Frankreichs, Parts ist vor allem an diesem Kriege schuld, Parts muß dafür seine Züchtigung erhalten. Eine solche zarte Rücksicht auf die Gefühle Frankreichs wäre sehr am unrechten Orte. Die Franzosen würden ihr eine ganz andere Auslegung geben und sie für Furcht halten. Nachdem sie erklärt, uns einen Besuch in Berlin abstatten zu wollen, ist es nur billig, daß wir diese Artigkeit erwidern. Paris muß die deutsche Kriegsmacht in seinen Mauern sehen, eS muß sich mit eigenen Augen überzeugen, wie die deutschen Soldaten auSsehen, die man mit Peitschenhieben und Kolbenstößen über den Rhein treiben wollte, es muß sich die deutschen Landwehrmänner ganz in der Nähe betrachten. PartS muß sich überzeugen, ob Herr Edmund About Recht hatte, daß die deutschen Landwehrmänner blonde, sanfte, wohlbeleibte Leute mit kleinen Beinen wären, die friedlich ihre Tabakspfeife rauchen und vor Schrecken in die Knie fallen würden, wenn Zuaven und Turkos auf sie zumarschirten. Was aber sodann Elsaß und Lothringen anlangt, so sind dies zwar keine deutschen Ideen, aber ehemalige deutsche Reichslande, und da bekanntlich daS Hemd dem Menschen näher ist als der Rock, so wollen wir vor der Hand auf die Colonien verzichten und uns den Elsaß und Lothringen wieder nehmen. Eine solche Wiedernahme würde Frankreich am meisten die Lust nehmen zu einem neuen Krieg. Sollte es trotzdem einen solchen wagen, wohlan, so würden wir dann auch noch die Colonien nehmen. Chemn. Nachr. Aus französischen Zeitungen: „Am 21. begab sich eine beträchtliche Menge Abends vor daS Hotel des Herrn v. Bismarck in Berlin. Länger als eine Stunde wurde dort von diesen durch daS Unglück verzweifelten Leuten der Schrei: „Brod! Brod!" ausgestoßen. Die das Hotel bewohnenden Leute zeigten sich am Fenster und antworteten: „Brod? Brod wollt Ihr haben? Sucht eS in Paris." Auf diese unmenschlichen Worte stürzte sich die Menge auf das Haus und zertrümmerte mit Steinwürfen alle Fensterscheiben. Es bedurste zahlreicher Polizeibeamte, um das HauS und die Straße zu befreien. DaS ist ein Beweis von den Leiden, die der Krieg in Berlin er- zeugt hat." Patrie. totales mtö -el. Gröningen, 22. August. Heute fand hier unter recht reger Betheiligung die Gemeinderathswahl statt. Es wurden wiedergewählt: Chr. Ernst Engel mit 42, Wilhelm Fay mit 39 und Adam Marsteller mit 36 Slimmen. Der letztere ist neugewählt. — Nächsten Mittwoch findet hier ein Missionsfest statt. Festredner werden sein: Herr Pfarrer Dr. Grein von Gießen und Herr Missionar Thumm von Frankfurt a. M. Verschiedene benachbarte Geistliche werden Ansprachen halten. -n. Von der Nidda, 22. August. Unsere Jäger machen eben vergnügte Gesichter, denn die Hühnerjagd ist doch ergiebiger, als man früher annahm. Die Jagdranzen sind bei der Heimkehr immer reichlich mit Beute behängt. Heute Morgen hatte ein noch ganz junger Jäger das gewiß seltene Jagdglück, sieben Rebhühner auf einen Schuß zu erlegen. Feuilleton. △ EmnerllllM eines freiwilligen Srniitätsmmes aus den August- und Keptembertageu des Jahres 1870. (3. Fortsetzung.) Als wir uns in Marsch nach dem südwestlich von Remilly liegenden kleinen Dorfe Bechy setzen wollten, redete uns ein Brandenburger Trainsoldat an. „Die Herren beabsichtigen wahrscheinlich nach Corny an der Mosel zu marschiren?" sprach der Brave. — „Getroffen!" versetzte ich. „Können Sie uns etwas über den Weg mittheilen?" — „Nein, aber längstens in einer halben Stunde fährt unser Train, zweihundertdreißig mit Hafer beladene Wagen, dahin ab- schließen Sie sich uns an. Ihre Rucksäcke können Sie auf unseren Wagen unterbringen, wenn Sie den Herrn Premierlieutenant darum bitten." „Trefflicher Manu," antwortete ich, indem ich dem Soldaten die Hand reichte und dabei ein preitßischeS Drittel hineingleiten ließ, „Ihr Anerbieten wird mit Dank angenommen. Wo kann man den Herrn Premierlieutenant sprechen?" „Kommt soeben daher." Ich trug dem Herrn unsere Bitte vor- er war in bitterböser Laune und murmelte etwas wie „Schlachtenbummler" grimmig zwischen den Zähnen. Nachdem er aber die Legi- rimationSpapiere und den Auftrag an die 25. Division gesehen, wurde er gemüthlicher. „Bitte, schließen Sie sich dem Train an," bemerkte er, „und wo es nicht bergan geht, können Sie fich auf die Wagen setzen, in einer halben Stunde fahren wir ab." Der Trainsoldat, August Schulze hieß der Brave, ein äußerst gewandter Berliner Junge, der die Feldzüge anno 1864 und 1866 als Ulane mitgemacht und zum Train als Landwehrmann versetzt worden, kam mit einem Blechetmer und flüsterte mir zu: „Ich werde dort drüben melken." Als der Premierlieutenant weg war, eilte Schulze nach dem in der Nähe befindlichen etngezäunten Platze, auf welchem eine große Anzahl Schlachtthiere, worunter etliche Kühe, weideten. Schulze ersah sich eine der letzteren und fing mit der Gewandtheit eines Schweizers an zu melken. Daffelbe Experiment machte er mit einer zweiten Kuh. Freudestrahlend kam er mit dem über die Hälfte gefüllten Eimer zurück, warf eine Handvoll sauberen Heues auf die Milch und hing den Eimer an die Langwied seines Wagens. „Wenn einer den dritten Feldzug mitmacht, weiß er sich in allen Lagen zu helfen," sprach der Gewandte, machte seine Pferde und einen bequemen Sitz auf dem Wagen zurecht und rief: „Nanu kann die Jeschichte losjehn, steigen Sie man immer ruff!" Bald darauf setzte fich der endlose Zug langsam in Bewegung über Bechy nach Lüppy. In letzterem Dorfe warf mir Schulze plötzlich die Zügel zu, sprang während des Fahrens vom Wagen und rannte in ein Gehöfte hinein. Alsbald ließ fich ein mörderisches Geschrei vernehmen. Schulze kam mit hochrothem Geficht zurück. „Was hals da drinnen gegeben?" fragte ich. — „Ich sah eene Jans, die wollte ich, mit der Peitsche als Laffo, recurrtren, wir hätten heute Abend Jänsebraten effen können. Aber ein altes französisches Weib merkre den Schnuppen und schrie wie 'n Satan. Da machte ich mir wieder uff de Socken un' jetzt haben wir nischt. Eene JanS in diese Jegend ist wie ein halbes Wunder." Die Fahrt ging weiter nach Goin- hier kreuzten sich mehrere Wege. Der Zug hielt, Niemand wußte, welche Richtung einzuschlagen war. Ich zog meinen Reymann her- vor- fluchend sprengte der Premierlieutenant herbei, parirte aber sofort daS Pferd, als er meine Karte sah. — „Können Sie uns auS der Verlegenheit helfen?" rief er erfreut. — „Mit Vergnügen," war die Antwort. — Schnell war der Zug wieder im Gange. Ein Bursche brachte ein gesatteltes Pferd. „Herr Premierlieutenant läßt Sie bitten, aufzusitzen und die Führung des TratnS mit zu übernehmen." DaS ließ ich mir nicht zweimal sagen. Bald hatte ich mich mit dem anfangs so grimmigen Herrn Commandanten angefreundet und machte auch unserem verehrten UniverfitätSstallmeister Gremp von Freudenstein keine Unehre als Reiter. Als eS dunkelte, traf unser Train vor Verny, genau südlich von dem Fort Queuleu, ein. Das Hinterrad eines FouragewagenS brach plötzlich, daS Fuhrwerk legte fich quer über die Straße, der unmittelbar nachfolgende Wagen schoß dem vorliegenden mit der Deichsel in die Flanke und trieb sein Handpferd in daS Hinterrad, welches dem armen Thtere daS rechte Vorderbein brach. In diesem Augenblick galoppirten zwei FeldgenSdarmen heran und befahlen, daß der Train unverzüglich auf die äußerste rechte Straßenkante auSzuweichen habe. Der niedergebrochene Wagen wurde in den Chauffee- graben gestürzt, dem verunglückten Roffe jagte man eine Kugel durch den Kopf. Von Westen her vernahm man ein Rollen und Donnern, die Erde zitterte. Ein Zug dunkel angestrichener Wagen, alle vierspännig, raste in gestrecktem Galopp an uns vorüber. „Sächsische Munitionswagen, welche Patronen von der Bahn holen," erklärte der Führer. „Biwakiren! Abkochen!" hieß es jetzt, aber letztere- war ein Kunststück, denn keiner von unS besaß etwas Eßbare-. August Schulze wußte Rath. Wir lernten Kartoffeln mit den Händen ausbuddeln, ein Feuer loderte schnell empor, worin August die Kartoffeln briet- dann holte er seine» Melkeimer hervor, fischte daS Heu, welches daS Heraus- schleudern der Milch ziemlich verhindert hatte, oben weg und goß den geretteten Rest in einen Feldkeffel — unser Souper Er formte sich nämlich bl- auf eine ganz kurze Entfernung an eine ein Sraubbad nehmende Rette heranlchleichrn und einen Schrotschuß in eie sitzenden Hühner abgeben. Mancher ältere Waidmann wird allerdings ob solcher Heldenthat be- tenklich den Kopf schütteln und nicht begreifen können, daß man die Hühner so massenweise im Sitzen schießt. — Die Händler zahlen für- Stück eben 1 Mk. Stangenrod. 21. August. Als am vorigen Montag der Schornsteinfegermeister in einem hiesigen Hause beschäftigt war, legte die Frau vom Hauke daS Fegegelb auf den Tisch der Wohnstube mit der Weisung an den Schornsteinfeger, nach beendigter Arbeit den Betrag an sich zu nehmen. Darauf entfernte sich die Frau, um in dem nahen Garten zu arbeiten. DaS siebenjährige Töchterchen der Frau kam unbeachtet in die Stube, sah daS Geld auf dem Tische, betrachtete eß, steckte zwei Geldstücke (ein Zehn- und ein Zweipfennigstück) in den Mund und verschluckte dieselben. Biß jetzt haben sich noch keine üblen Folgen eingestellt. ? Dannenrod. 22. August. Bei der heute hier statt- pefunbenen Bürgermei ft erwähl wurde unser seitheriger Bürgermeister Herr Johannes Georg einstimmig wieder« gewählt. In der Familie deffelben ist jetzt schon daß Bürgermeisteramt seit 1856. Ein zweiter Eandidat wurde überhaupt nicht aufgestellt. § Rieder Moos, 22. August. Nächsten Sonntag, den 25. August, findet hier im Mhl'schen Locale eine Versammlung der Bürgermeister und Beigeordneten sä amtlicher Orte der Umgegend statt, behufs Besprechung über Bekämpfung der Tuberkulose beim Rindvieh. Ein- bcrufer und Referent ist Herr Dr. Nuß, Veterinärarzt dahier. Laubach, 22. August. Bei der heute vorgenommenen Gemeinderathßwahl wurden unter fünfzehn Candidaten die seitherigen F. R. Kratz, F. Müll, Thß. Wagner II. wieder in den Stadtvorstand gewählt. Die Betheiligung v ar eine sehr geringe, es machten nur etwa 25 Procent der Wähler von ihrem Stimmrecht Gebrauch. W. Alsfeld, 23. August. Der Großherzog mit Gemahlin treffen Donnerstag Vormittag nicht, wie ursprünglich beabsichtigt, um 10 Uhr, sondern erst um 11 Uhr hier ein. Die Rückfahrt nach Darmstadt, die ebenso wie die Herfahrt über Gießen erfolgt, ist auf 6 Uhr ab Romrod festgesetzt. § Bom höheren Vogelsberg, 22. August. Die Ernte- Arbeiten gehen, gefördert durch die warme trockene Witterung, bedeutend voran. Daß Thermometer zeigt biß zu 33* R. in der Sonne. Möge eß unß vergönnt fein, tiefe Witterung noch eine Zeitlang zu behalten, damit wir, maß ja selten ist, eine gute Ernte haben. Dermtfdptcn, * Elberfeld, 21. August. Die Stadtverordneten be- schlofien gestern, den Veteranen, deren Jahreseinkommen 1500 Mk. nicht Übersteigt, bezw. den Wittwen derselben eine Ehrengabe von je 30 Mk. zu bewilligen. 20,000 Mk. wurden zu diesem Zwecke auß der Stadtkaffe zur Verfügung gestellt, dec Rest soll auß freiwilligen Beiträgen der Bürgerschaft aufgebracht werden. An letztem sind bereit« 13,985 Mk. eingegangen. Nach den vorläufigen Ermittlungen haben 1821 Personen auf die Ehrengabe Anspruch. * Hamburg, 19. August. Neunzehn Personen ertrunken. Der sorgsamen Pflege des jungen allgemein beliebten hiesigen Arzteß Dr. med. Laski war eß gelungen, den wohlhabenden hiesigen Kornhändler Beckmann von schwerer Krankheit zu heilen. Seit 14 Tagen hergestellt, hatte der dankbare Kaufmann die ganze Familie des Arztes zum letzten Sonntage zu einer mit feiner Petroleum-Motor- Barkasie auf der Elbe zu veranstaltenden Vergnügungsfahrt eingeladen und 23 Personen stark hatte eine luftige Gesell- war fertig. Die feinsten Speisen und Getränke haben mir nie so tressiich geschmeckt, als die gebratenen Kartoffeln mit Milch bei Verny nach 30ftünbigem Fasten. Auch die Quartierverhältmffe bewerten sich- der findige Bursche deß Traincommandanten entdeckte ein Häußchen, in welchem eine kleine Kammer noch unbesetzt war. Dorthin wurden Stroh und einige Pferdeteppiche geschafft und für den Herrn Premierlieutenant und mich ein acceptobleß Lager hergerichtet. Die Besitzer deß Häußchenß, ein uraltes Ehe- paar Philemon Baucis, jammerten und klagten in einem schrecklichen Französisch-Lothringisch-Deutsch, beruhigten sich aber sogleich, als sie unsere friedliche Absichten vernahmen. (Fortsetzung folgt). Feuilleton. W-chknbrirsk ans der Rrsiden?. (Criginalberidü des „Gießener Anzeigers"). Z. Darmstadt, 23. August. Rachkiänge zu deu Festtagen. — Allerlei. Die abgelaufene Woche stand ganz und gar unter dem (Slnfluß der herrlichen Festtage. Darmstadt war ganz verwandelt, ein Leben und Treiben herrfchte auf den Straßen bis spät in die Nacht hinein, daß man sich in eine Großstadt erfien Ranges versetzt glauben konnte. Der Festplatz hat an Anziehungskraft bis jetzt noch ganz und gar nicht verloren, wenigstens fanden die sogen. „Nachfeiern" am Dienstag und Mittwoch wieder ungeheure Bctheiligung, und ganz gewiß bleibt dies auch morgen Abend so, wo in der Festhalle zum letzten Male die lebenden Bilder aufgeführt werden sollen. Um Ihren Lesern einen Begriff von dem W i r t h s ch a f t S - betrieb in der Halle zu geben, laden wir sie zu einem kurzen Besuch in den Küchenräumen deS Restaurateurs Herrn Fei Ibach ein. Da sind gewaltige Reffei und Bottiche auf« gestellt, die zur Bereitung und Aufbewahrung der Speisen scheit dieser Einladung Folge geleistet. Der Tag verlief vergnügt und Abends 11 Uhr war dabei daS flinke Boot auf der Heimfahrt Blankensee gegenüber angelangt, als zwei von Hamburg elbabwärtS fahrende Dampfer die „Concordia" und der „Stabe" baS hier nur schmale Fahrwasser bei Elbe beengten. Die Barkaffe glaubte den ersten Dampfer pasfiren zu können, kam jedoch, wahrscheinlich infolge deS starken Stromes dem Radkasten deS großen Dampfers zu nahe, die Schaufeln des RadeS ergriffen daS kleine Fahrzeug und drückten eß derartig unter den Radkasten, daß eß mit allen Insassen sofort unterging. Ein einziger schrecklicher Schrei wurde von den Passagieren der „Concordia" gehört, dann war alleß still. Den sofort von beiden Dampfern herabgelassenen Booten gelang eß, vier der unter Wasser gedrückten Personen zu retten; von den übrigen ist keine Spur mehr aufgefunden. Unter den Ertrunkenen befindet sich Dr. LaSki, und dessen siebenzehnjährige Braut, die Tochter deß beliebten Lotterie - Collecteurß Steinberg, ferner fein Vater, Haus- besitzet Laßki und dessen vier erwachsenen Kinder, sowie der neunzehnjährige Bruder der Braut und mehrere Freunde von diesem. Die Ehefrau Laßki, die einzige die von der ganzen Familie gerettet ist, soll heute infolge der erlittenen Strapazen gleichfallß gestorben sein. * Wien, 22. August. Der neunzehnjährige Schuhmacher- Geselle Mathias Prohaska erschlug heute Vormittag seine Meisterin Anna Leitgeb mit einem Hammer, und trennte ihr durch einen Schnitt in den Halß den Kopf vom Rumpfe- sodann raubte er mehrere Werthsachen und flüchtete. Beim Uebersetzen deß Wienflusseß wurde er festgenommen und verhaftet. * Reiche« Geschenk. Die Offiziere deß 13. Ulanen» Regiments (Königß- Ulanen) in Paderborn Überreichten iijrem Stabstrompeter am Gedenktage der Schlacht von Mars la Tour eine Ehrengabe von 6000 Mk. Der Kaiser ver- lieh ihm den Hohenzollemschen Haußorden. * 9 Bruder im Feldzüge 1870/71. Der Fall, daß eß einzig basteht, baß 7 ©rüber bie Campagne 1870/71 mit« gemacht (vergl. Nr. 197 beß „Gieß. Anz." D. Reb.) ist unrichtig. Von ben 14 Söhnen ber Frau v. Treßkow Rabojewo haben 1 Sohn bie Campagne 1864, 7 Söhne 1866 unb 9 Söhne 1870/71 mitgemacht. Einer ist bei St. Privat im Kaiser Alexander-Regiment geblieben, zwei sind 1866 unb -wei 1870 verwunbet. Sie erwarben in diesen 3 Feldzügen: 1 Orben pour le merite, 6 Rothe Abler-Orden mit Schwertern, 1 Eisernes Kreuz 1. Klasse unb 7 Eiserne Kreuze 2. Klaffe. * Ob Zuchthäusler eine Unfonrente weiter beziehen tonnen, ist kürzlich burch baß Reichßversicherungßamt in einem pecieüen Fall entschieben worben. Ein Arbeiter hatte einen Betriebsunfall erlitten unb erhielt von ber Berufsgenossen- chaft eine Rente. Nicht lange darnach verübte der Rentenempfänger ein schweres Verbrechen und erhielt dafür mehrere Jahre Zuchthaus, welche er gegenwärtig verbüßt. Nunmehr teilte die Berufßgenoffenschaft die Rentenzahlung an den Zuchthäusler ein, und machte geltend, letzterer erhalte schon im Zuchthaus völlig ausreichende Verpflegung, eine Rentenzahlung außerdem wäre eine Prämie für den Verbrecher, welche dem Geiste beß Gesetzeß wiberspreche. Gegen biefen Bescheid legte ber Zuchthäußler Berufung bei bem Schöffengericht ein unb beantragte, bie Berufßgenoffenschaft zur Rentenzahlung verurtheilen zu wollen. Daß Schiedsgericht lehnte jeboch bie Berufung alß unbegründet ab. Der Be« treffende beruhigte sich aber bei dieser Entscheidung nicht unb ergriff baß Rechtßmiltel beß Recurses an baß Reichßverfiche- rungßamt. Die Berufßgenoffenschaft trat hier ben Ansprüchen beß Klägerß entgegen und roieß auf § 34 III des Jnvaliditäts- unb Altersversicherungs-Gesetzes hin, wonach ber Anspruch auf Rente bei längeren Freiheitsstrafen ruhe. ES habe boch sicher nicht in ber Absicht bes Gesetzgebers bienen. Allein 4000 Pfunb Fleisch würben bei bem Fest« wähle am Sonntag verbraucht. Dann sehen wir in ben Nebenräumen Unmassen von Conserven aufgehäuft, ferner ©tob, Kartoffeln, Gemüse usw. Tausenbe von Tellern, Gläsern unb Schüsseln stehen auf ungeheueren Gestellen. Ein gewaltiges Dienstpersonal ist aufgeboten, bas unter Leitung eineß Oberkochs „arbeitet". Es zerfällt in drei Sectionen, eine weiße, eine ro'the unb eine blaue. Die Be« bienung der Gäste besorgen 200 fest engagirte Kellner, denen am Sonntag bei dem Veteranenessen 400 Soldaten zur Hülfeleistung beigegeben waren. Das Küchenpersonal beläuft fid) auf 200 Personen, darunter find unter Anderen fünf Metzger und mehrere Küfer. Täglich werden 50 Zentner EiS zum Kühlen des Weins abgeliefert. Der Weinkeller ist großartig bestellt, am Sonntag war er für den Ansturm der Veteranen mit 30000 Flaschen edlen Rebensaftes außgeftattet. @r steht unter ganz besonderer Obhut zweier sachkundiger Herren des AufsichtSpersonalS. Natürlich find zahlreiche Personen mit ber ständigen Uederwachung beß ganzen Materials ®,etr'cb6 Getraut. Fünfzehn von ihnen haben sogar bie Nachte in ber Halle zu verbringen, um für bie Sicherheit ber aufgeftapelten Schätze einzuftehen. Der Festwirth hat fid) schon bei bem Mittelrheinischen Turnfest hier ausgezeichnet bewährt unb auch diesmal herrschte über baß von ihm Ge- botene nur eine stimme rühmender Anerkennung. Allerdings dürfte auch er mit dem Geschäft zufrieden sein, war ja doch „ !mDKT ganz colossal. Ueberhaupt werden wohl alle LirthschaftS- unb Schaububenbesitzer bießmal eine ausgezeichnete Erinnerung an Darmftabt mit davonnehmen, jo reiche Ernte haben sie wohl noch nie hier gehalten. Sin sogenanntes Rutschbahncaroussel, das sich den poetischen Namen „Berg- und Thalbahn" zugelegt hat, brachte feinem Besitzer sogar Tausende in den wenigen Tagen ein ganj Darmftabt, Jung wie Alt, schien ausnahmslos von einer wahren „Rutschbahnwuth" ergriffen zu sein, wie man bie neueste Modeliebhaberei hier getauft hat. Nun neigen die Festtage freilich ihrem Ende zu, die Sedanfeier ufw. 4 gelegen, für Verbrecher Kapitalien anjufammeln. Da« ReichSvecsicheruncSam: erklärte jedoch die Vorentscheidung für unzutreffend, hob dieselbe auf und sprach dem Kläger die Rente wieder zu, da nach Lage der gegenwärtigen Gesetze auch einem Verbrecher wahrend Verbüßung feiner strafe die Unfallrente nicht entzogen werken könne. Schiffs ttacbricbfetu — Der Postdampfer „Noorbland" der ,Rcd Star Linie" in Antwerpen ist laut Telegramm am 21. August wohlbehalten in Newyork angekornmen. verkehr, £a«Ö< ttn» volk»n>ir1hschaft. — »«twerpe«. Die Red Star Linie stellt zwei neue Doppel. fchrauben-Dampfer in Dienst auf ihrer Linie Antwerpen New-,'lork Dieselben „Soulhwark" unb „Kensington" genannt, sinb 1894 in Glasgow gebaut worden, unb zwar auß bestem Stahl unb nach ben höchsten Anforderungen von Lloyd unb Veritas: ihre Länge ist 485', die Breite 55' unb die liefe 40'; ber Realster-Tonnengehalt beträgt 8669 für die „Kensington" und 8607 für die „Southwark" unb beide Schiffe gehören sonach zu den größten Dampfern der Handels- marine. Diese Dampfer haben zwei Schiffsschrauben, beren jede von einer eigenen Maschine getrieben rotrb; die Maschinen lammt ben »u jeder gehörigen Kesseln sind dmch ein Längßscholt vollständig oon einander getrennt, so daß, wenn an einer Malchine ober Schraube ein Unfall sich ereignen sollte, das Schiff doch leine Reise unter Dampf mit noch ziemlicher Geschwindigkeit fortfetzen kann. Die Doppdfd)rauben ermöglichen ferner nicht nur raschere Steuerung fonbern im Nothsalle kann damit ohne Steuer der Äurß gehalten roerhen und sie erböjen also auch in diesem wichtigen Punkte die Sicherheit. Die Maschinen, nach dem neuesten System vierfach expandirend, entwickeln 7500 inbictrte Pferbekräfle, die Probefahrten ergaben für die „Southwark" 16,37, für die „Kensington" 15 87 Knoten Die Schiffe sind für den Nord - transatantischen Frachl- und Passaaiee-verkehr bestimmt. Ihre Ladefähigkeit beträgt über 10 000 Tonß und wird oon keinem Dampfer beß Continets übertroffen. Für daß Löschen und Laden solcher enormer Gütermassen sind 9 Ladeluken, zum Thell mit Doppel Dampf winden, versehen vorhanden. Bezüglich der Passagier - Einrichtungen sei Folgendes erwähnt Die Schlafzimmer für ungefähr 200 Cajüten-Passagiere sind lämmt- lich in der Mitte des Schiffes, zum großen Theil in bem geräumigen Deckhaus, in welchem sich auch der Salon, daß Rauchzimmer x befinden. Während in der Außstaltung ein übermäßiger Luzus vermieden wurde, hat die Gesellschaft sehr darauf geachtet, daß die Zimmer bequem eingerichtet, geräumig unb gut veniiliri sind. Für Passagiere, welche auf mäßige Passagepreile sehen und doch Anspruch auf Bequemlichkeit machen, dürften diese Dampfer sehr zweckentsprechend sein. Die Red Star Linie hat seit ihrem Bestehen der Beförderung ber Zwischenbeckspassaaiere ihre ganz besondere Fürsorac geroibm.i und viele jetzt allgemein eingefübrte Verbesserungen verdanken ihrer Initiative die Entstehung. So wurde auch auf diesen Dampfern durch Verlegung der Kajüten - Einrichtungen in baß Deckhaus unb die Mitte eß ermöglicht, ben größeren Lheil des Oberdecks für bie dritte Klasse zu benützen, während sonst auf ben modernen Dampfern bie britte Klasse sich ausschließlich im Unterberf befindet, welches in Bezug aut Ventilation, Luft und namentlich die Zugänge dem Oberdeck nachsteht. Für nicht roeniger als 1000 dritte Klasse Passagiere sind im Oberdeck Kammern vorhanden, und als eine glückliche Neuerung dürfen ferner die auf diesen Dampfern eingerichteten Kammern zu 2, 4 und 6 Betten bezeichnet werden, die eine noch bessere Trennung der Passagiere nach Familien ermöglichen, als dies- sonst im Zwischendeck thunlich war. In sämmtlichen Raumen ist electrische Beleuchtung eingerichtet Zu erwähnen ist noch, daß die Dampfer durch Quer- und Längßschotten in eine Anzahl wasserdichte Abheilungen zerlegt sind die, zusammen mit dem doppelten Boden, welchen die Schiffe haben eine Sicherheit gewährleisten, wie sie größer nach menschlichem Ermessen nicht erreicht werden kann. = A. Gretscher, Giessen Neustadt 55. dessen empfiehlt Loose aller genehmigten Lotterien. Prompte Zusendung der Gewinnliste. ---- wirb sich nicht viel von denen ber früheren Jahre unter- scheiben. In ben Strafen verschwinben nach unb nach bie Triumphpforten unb Gmrlanben, btt Fahnen werben wieber eingezogen und fein säuberlich für künftige Festtage bewahrt. Die Bergnügungßlocale in der Stabt standen in diesen Tagen leer. Draußen im Orpheum, wo sich vordem bie Besucher in bichten Schaaren eingefunden hatten, unb auch im Sommertheater war eß still unb leer. Das letztere Unternehmen schließt in ben letzten Augusttagen seine in jeder Hinsicht erfolgreiche Spielzeit. Haben auch bie Aufführungen moberner Schauspiele ben gewünschten Erfolg nicht gebracht — hier lag boch em Vergleich mit ben Leistungen beß HoftheaterS zu nahe — so entschädigten bafür bte Ope- rettenvorstellungen, bie, wie man hört, bann auch in künftigen Jahren von der Direction ausschließlich gepflegt werden sollen. Indessen rüstet sich daß Hoftheater zu seinem Winter- feldzug. Am ersten September will eß seine Pforten mit Webers „Euryamhe" eröffnen, dann soll am brüten Kleists „Prinz von Homburg" folgen. Bon Novitäten sind laut ben an bie Presse versandten Mittheilungen folgende erworben worden: „Dalibor", Große Oper von Smetana, „Donna Diana", Oper von Reznicek, „Irrlicht", Oper von Grow- mann, „Don Paßquale" von Donizetti, „Der Vampyr" von Marschner. Außerdem will man Adoniß reizende Oper „8i j’ätais roi“, die in Deutschland noch nie aufgeslth-t wurde, zum ersten Male geben unb schon jetzt soll ber LtN eigens für bie hiesige Hofbühne bearbeitet werden. Im Schauspiel sind folgende Novitäten in Aussicht genommen: „Der Weg zum Herzen" von L'Arronge, „Arria und Messalina" von Wilbranbt, „Satisfaktion" von Roberts, „Ferreol" von Sardou, „Die Katakomben" von Lewis unb „Diener zweier Herren" von Golbani. Außerdem sind in ber Oper wie tm Schauspiel zahlreiche Neueinstudirungen angekünbigt. Daß Personal weist viele neue Namen auf, beten Träger ihre Befähigung meist schon durch Gastspiele erbracht haben, fo daß eine interessante und genußreiche Spielzeit zu erwarten ist. 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[6026 plactrt schnell Heut er > Bureau, Dresden, Bermoserstr. 3279 SikdocNon: st. — Druck und Verlag der Vrüb! s.t'kn NnirersnStS.Buch. und Auszug aus dem Bericht des chemischen Untersuchungsamtes zu Tarmstadl vom 16. Juli 1895 über Pilsener Bier der Aktien Brauerei Gießen in Gießen: Nach der chemischen Analyse ist das von der Actien-Brauerei Gießen gebraute Pilsener Bier von Surrogaten, wie überhaupt von fremden, also auch conservirenden Zusätzen vollkommen frei und in jeder Beziehung als ein reines sowohl im Sommer wie im Winter möglichst gleichmäffia zusammengesetztes Bier zu bezeichnen, wie dies sich au» unserer mehrjährigen, chemischen Untersuchung desselben ergibt, auch ist dasselbe nach einem rationellen Brauverfahren hergestellt. Wenn man außerdem den hohen Gehalt an Extract bei verhältnißmaßig geringem Alkoholgehalt berück- fichtigt, so find wir in der Lage erklären zu müssen, daß die uns vorgelegte Bierprobe mit zu den gehaltreichsten Bieren des Handels^ dem „Pilsener" gleichkommenden Bier, zu zählen ist, welchem, seinehohen Gehaltes an löslichen Bestandtheilen wegen, ein sehr bedeutender Mhrwenh zukommt und im Berglers zu „echtem Pilsener Bier- denselben sogar übertrifft und deshalb sowohl für Kranke oder Reconvalescente, wie überhaupt für schwächliche Personen, sehr empfohlen werden kann. Unser Pilsener Bräu kommt zum Ausschank: Auf der Gewerbe- und Industrie-Ausstellung der ™ . Provinz Qbcrhefsen zu Alsfeld. Auf der im September d. I. stattfindenden Land wrrthschaftl. Ausstellung für das Grofiherzogthum e Hessen zu Gießen. Actien-Brauerei Giessen in fliessen. Größte Brauerei Oberhefsens. 7077 Auszeichnung: Auf der Internationalen Brerausstellung zu München 1S95 die goldene Medaille nebst Ehrendiplom. 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