Donnerstag den 25. Zm>
189®
Erstes Blatt
St. 172
Amts- und Anzeigeblatt für den Krete Gietzen
chratisöeikage: chießener Kamiticnötätter.
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: W. Hosch; Schmidt. In riedberg Schwab. In »berg bei: :k Wwe. In
Annahme üon Anzeigen zu der Nachmittags für de« folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr.
Reich.
Berlin, 23. Juli. Obwohl wir in Deutschland noch inmitten der sommerlichen Ferienruhe auf politischem Gebiete leben, tauchen doch schon die ersten Vorboten der künftigen Reichstagssession auf. So sind, Berliner Blättern zufolge, die Vorarbeiten für den neuen Marine etat bereits beendigt. Angeblich werden in demselben fünf weitere Raten für die im Bau begriffenen Schiffe „Ersatz Preußen", .Ersatz Leipzig", der Kreuzer 2. Kl. K. und L. und „Ersatz Freya" im Gesammtbetrage von ca. 9 Mllonen Mark verlangt- ferner verlangt die Regierung zwei weitere Raten zum Bau von Torpedobooten. Außerdem erscheinen in dem neuen Etat Forderungen für die artilleristische Armirung der Kriegsschiffe und Torpedoboote und noch andere Posten.
— Professor Dr. Rudolf v. Gneist, der berühmte Staatsrechtslehrer und bedeutende Politiker, ist in Berlin in der Nacht vom 21. zum 22. Juli nach längerem Leiden verschieden. Mir Rudolf v. Gneist hat ein Mann seine irdische Laufbahn vollendet, dessen geistige Thätigkeit mit der gesummten politischen und kulturellen Entwickelung unseres Vaterlandes seit mehr denn einem Menschenalter» aufs Innigste verbunden gewesen ist. In ihm betrauert die deutsche Nation einen ihrer größten Gelehrten, speciell einen Rechtslehrer von europäischem Rufe, aber zugleich auch einen hervorragenden Politiker und Staatsmann, der rühmlichst Antheil an dem Ausbau des neuen Reiches innerhalb seiner Sphäre genommen hat. Von Beginn seiner parlamentarischen Thätigkeit an stand Rudolf v. Gneist im preußischen Landtage und im Reichstage allzeit in der vordersten Reihe derer, die unerschrocken das Recht und die Freiheit, das Vaterland und die bestehende Ordnung vertheidigten und diesem seinem Wirken verliehen eine wahrhaft glänzende Beredsamkeit, ein umfassendes gründliches Wissen und nicht zum wenigsten ein stets bewährter glühender patriotischer Sinn einen sich auf Veite Volkskreise erstreckenden Einfluß. Aus dem Lebenslange des Verblichenen seien die nachstehenden hauptsächlichsten Daten wiedergegeben. Rudolf v. Gneist wurde am 13. August 1816 zu Berlin geboren und widmete sich nach Vollendung seiner Studien dem praktischen Justizdienste, daneben betrat er aber auch die Laufbahn eines akademischen Docenten, indem er sich 1839 als Privatdocent an der Herliner Universität habilitirte. 1844 wurde er außerordentlicher Professor, 1858 ordentlicher Professor, in welchen Stellungen Gneist eine ungewöhnlich reiche und fruchtbringende literarische Thätigkeit auf dem Gebiete seiner Fachwissenschaft entwickelte. 1858 wurde er in das preußische Abgeordnetenhaus gewählt, dem der Verblichene bis vor wenigen Jahren angehörte. 1867 bis 1884 war er auch Mitglied des Reichstages, wo er sich der nationalliberalen Fraktion anschloß. 1875 wurde Rudolf v. Gneist Mitglied des preußischen Staatsrathes und des Oberverwaltungs- zerichts. Von Kaiser Friedrich III. erhielt er den erblichen Adel verliehen, von dem jetzigen Kaiser wurde er durch die Verleihung des Charakters als Wirkl. Geh. Rath mit dem Prädikate Excellenz ausgezeichnet.
— Die Reichstag sstichwah l im Fürstentum Waldeck hat mit dem Siege des antisemitischen Candtdaren Müller über den nationalliberalen Candidaren, len bisherigen Abgeordneten Dr. Böttcher geendet. Nach einer vorläufigen Zusammenstellung erhielt ersterer 4780, letzterer 3950 Stimmen, welches Ergebniß durch die amtliche Feststellung wohl schwerlich noch eine wesentliche Veränderung erfahren dürfte. Die Nationalliberalen haben also las von ihnen so lange innegehabte Waldecker Mandat jetzt ien die Antisemiten verloren.
Neueste Nachrichten»
Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau.
Berlin, 23. Juli. Die „Berliner Correspondenz" schreibt: Um die mit der Aufhebung des Identitätsnachweises ver- bmdenen Dortheile auch den von deü Küsten entfernten Btnnenlandsplätzen zugute kommen zu lassen, beabsichtigt die Staatsregierung, für überseeische Ausfuhr von Getreide, Hülsenfrüchten, Reis, Rübsaat, Mais, Mühlenerzeug- uifsen und aus letzteren oder Getreide hergestellten Kaffeeersatzmitteln einen Aus nah metarif nach außerdeutschen Ländern einzuführen. Dieser wird bei 150 Kilometer die Sätze des Specialtarifs 2, bei 400 Km. des SpecialtarifS 3 erreichen, sodaß bei 400 Km. eine Ermäßigung von fast SOpCt. eintritt. Der Ausnahmetarif für die Ausfuhr über -ade deutschen Seehäfen soll noch der diesjährigen Ernte zu statten kommen. r ,
Berlin, 23. Juli. Der „Nationalzeitung" zufolge ist --der Bericht des amerikanischen Generalkonsulates
Vierteljähriger AßonncmeotspreU f 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn.
Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg.
Redaction, Expedition und Druckerei:
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in Berlin über die Zunahme des Exportes nach Nordamerika aus dem ConsulatSdistricte Berlin festgestellt. Er ergibt in der Zett vom 1. Juli 1894 bis zum 30. Juni 1895 35 Millionen. Der Aufschwung des Exportes fand hauptsächlich in den letzten sechs Monaten statt, wo derselbe im dritten Quartal 4117 848 Dollars, im vierten Quartal 5 844395 Dollars betrug. Die Ausfuhr erfährt seit dem 1. Juli noch eine weitere Steigerung.
Sofia, 23. Juli. Der zum Schutze mehrerer diplomatischer Agenten und der Wohnungen einiger Anhänger Stambulows eingeführte Sicherheitsdienst dauert fort, besonders Nachts, obwohl keine Ruhestörungen versucht worden ftnb. — Die „Swoboda" veröffentlicht eine Erklärung der Anhänger Stambulows, wonach sich die Partei trotz des Todes ihres Führers nicht auflösen, sondern den Kampf für die Unabhängigkeit des Vaterlandes fortführcn werde. Petkow, der die Führung der Partei übernimmt, erklärt, das Programm bleibe daffelbe wie bisher, nämlich ein Kampf gegen den russischen Einfluß und Hochhaltung der Unabhängigkeit Bulgariens. Dieses Programm wurde von allen Parteidelegirten, die zum Begräbnisse Stambulows gekommen waren, angenommen. In einem Artikel, betitelt: „Das find die Mörder Stambulows!" führt die „Swoboda" eine Reihe angeblicher Thatsachen an, durch welche neuerdings versucht wird, dem Fürsten Ferdinand die Mitverantwortung für den Tod Stambulows zuzuschieben.
Sofia, 23. Juli. Die „Agence Balcanique" stellt den Zwischenfall bei der Begräbnißfeier Stambulows wie folgt dar: Trotz der ungeheuren Menschenmenge, welche das Sterbehaus und die Rakovßkystraße füllte, war keine Polizeimacht aufgeboten. Die Träger von Kranz- spenden, sowie die übrigen Theilnehmer am Begräbnisse, mußten fich mit Mühe den Weg durch die dichtgedrängte Menge bahnen, um bis zum Trauerhause zu gelangen. Die Familie Stambulows hatte nämlich jede Polizeiunter, stützung abgelehnt und sich auch geweigert, die Straßen anzu- geben, welche der Leichenzug passiren sollte. Die Folge davon war, daß sich derselbe vom Trauerhause bis zur ersten Haltestelle in unglaublicher Unordnung fortbewegte. In der Menge, welche von Niemand zurückgehalten wurde, bemerkte man neben Diplomaten auch Leute der niedrigsten Sorte. Als der Polizeipräfect den Zug herankommen sah, beorderte er einen Polizeicommiffar und ein Detachement berittener Gendarmen, den Zug zu begleiten und die Menge zurückzuhalten. Das Detachement setzte sich in Galopp und erreichte den Zug in dem Augenblick, in welchem Petkow auf dem Platze, wo das Attentat geschehen war, eine Rede halten wollte. Da ertönte der Ruf: „Polizei hinter und!" welcher Anlaß zu der gemeldeten Panik gab. Die Polizei mahnte vergebens zur Ruhe- Diejenigen, welche an der Spitze des sehr langen Zuges hielten, hörten nicht, sondern fühlten sich nur bedrängt. Endlich brach sich die Polizei durch die Menge Bahn und erklärte, der Ordnung wegen den Zug begleiten zu müffen. Augenzeugen constatiren, daß keiner der diplomatischen Geschäftsträger, ungeachtet der kritischen Augenblicke, welche sie durchzumachen hatten, der Polizei Vorwürfe gemacht habe. Man tadelte bloß die Unklugheit des Commiffars, welcher trotz seiner auf die Beruhigung der Menge gerichteten Absicht mit gezogenem Säbel auf dem Friedhöfe erschien. Die diplomatischen Geschäftsträger wollen auch, wie die „Agene Balcanique" hinzusügt, das Gerücht, daß in der Kirche gleichfalls ein von einer Panik begleiteter blutiger Zusammenstoß stattgefunden hätte, für unbegründet erklären.
Depeschen des Bureau „Herold".
Berlin, 23. Juli. Der Kaiser hat, wie aus Mh land telegrafiert wird, den kaiserlichen Generalconsul in Genua telegraphisch beauftragt, angesichts des entsetzlichen Unglücks, das den Dampfer „Maria Pta" betroffen, den Behörden und Bürgern der Stadt Genua innigstes Beileid auszusprechen. Gleichzeitig ist der Generalconsul zum Bericht über das Unglück aufgesordert worden.
Berlin, 23. Juli. DaS Befinden der Kaiserin schreitet, wie die „Post" hört, langsam der Besserung ent- gegen. Vorläufig ist noch der 1. August als Tag der Abreise nach Saßnitz festgesetzt, doch ist es nicht unmöglich, daß das Datum abermals wird hinausgeschoben werden yi rr *
Berlin, 23. Juli. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht die Ernennung des bisherigen Mintfterresideuten in Luxemburg, Albrecht v. Bülow, zum außerordentlichen Ge. sandten und bevollmächtigten Minister in Oldenburg.
Berlin, 23. Juli. Die in der Presse wiederholt auf» tauchenden Gerüchte, daß zu den diesjährigen Kaiser»
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47.
Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
manövern außergewöhnlich viele Reservisten einberufen werden sollen, entbehren, wie die „Post" nach zuverlässigen Informationen mittheilen kann, durchaus der Begründung.
Frankfurt a. M-, 23. Juli. Die „Franks. Ztg." meldet aus Straßburg: In verschiedenen Orten im Elsaß und in Lothringen wurden bei Mitgliedern des Radfahrervereins „Union velocipedique do France® Hauss uchungen vor» genommen und Papiere beschlagnahmt.
Wien, 23. Juli. Fürst Ferdinand erhielt am Tage des Leichenbegängnisses Stambulows ein BegrüßungS-Tele- gramm der in Prag zum Besuche der slawischen ethnographischen Ausstellung weilenden Bulgaren. Er antwortete darauf, diese Kundgebung erfülle ihn in dieser Zeit, wo ganz Mittel-Europa fich gegen Bulgarien so unwürdig benehme, mit besonderem Stolz. „ „
Brüx, 23. Juli. Auch heute Nacht tft alles ruhig verlaufen. Die von der Regierung eingesetzte Unter» suchungS-Commission beabsichtigt die Anlage eines Versuchsschachtes, um zu sehen, ob nicht ein Verschulden der Betriebsleitung der Brüxer Bergbau-Gesellschaft in der Richtung vorliege, daß der Abbau weiter vorgerückt wurde, als derselbe im Interesse der Sicherheit der Stadt erlaubt war.
Rom, 23. Juli. Seit Sonntag finden in Palermo, Catania und vielen anderen Orten SictlienS heftige Erdstöße statt. Bei Uftico hat sich der Erdboden auf eine große Ausdehnung gesenkt. Die Ansiedelungen mußten geräumt werden. Die Bevölkerung ist stark beunruhigt.
Padua, 23. Juli. Am Sonntag wurde durch einen heftigen Orkan eine kleine Ortschaft bei Padua arg verwüstet. Durch Herabstürzen einiger Dächer sind mehrere Personen getödtet worden.
Genua, 23. Juli. Die Commission, welche die Untersuchung über die Ursache des Zusammenstoßes der Dampfer „Maria" und „Ortigia" führt, arbeitet unausgesetzt. ES scheint festzustehen, daß die Schuld den zweiten Capitän der „Maria", Giuseppe d'Angelo, trifft, welcher sich selbst ins Meer stürzte. Von der „Maria" hofft man bte Leichen und einen Theil der Werthgegenstände bergen zu können, obgleich das Schiff 70 Meter unter dem Wasserspiegel liegt.
Amsterdam, 23. Juli. Von zuständiger Stelle wird gemeldet, Kaiser Wilhelm werde mit zahlreichem Gefolge zwischen dem 10. und 20.. August die Ausstellung von Amster- dam besuchen. Der Reisemarschall deS Kaisers sei bereits hier eingetroffen, um die Vorbereitungen zu treffen. Große Feste auf dem Canal, sowie eine Ruder-Regatta sollen statt- finden.
Loudon, 23. Juli. Der „Standard" meldet aus Konstantinopel, das bulgarische Cabinet habe de- missionirt, weil eS zu ohnmächtig sei, um fich dem russischen Einfluß zu widersetzen. Das betreffende Telegramm besagt weiter, daß der bulgarische Thron in allernächster Zeit mit einem ruffensreundlichen Fürsten besetzt werden würde.
Sofia, 23. Juli. Frau Stambulow begab sich heute Vormittag nach dem Friedhöfe, wo noch Wachen aufgestellt waren, um die Ruhe zu sichern. Wie verlautet, wird die Familie Stambulow dauernd in Oesterreich Aufenthalt nehmen. Der Zwischenfall mit den fremden Diplomaten kann als erledigt angesehen werden.
Koustautiuopel, 23. Juli. Nach den bei der Pforte ein- gelaufenen Nachrichten bestätigt es sich, daß bei Strumitza ein Kampf stattgefunden hat. Die Insurgenten sollen 15,000 Mann stark gewesen sein.
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Der -ie^ener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montag».
Die Gießener H>«mtttenvrätter errbtn dem Anzeiger «»Schentlich dreimal beigelegt.
Gießener Anzeiger
Kenerak-Wnzeiger.
Der Krieg von 1870|71, geschildert durch Ausschnitte aus Zeitungs-Nummern jener Zeit (Nachdruck verboten.) 25. Juli.
Woher die Verzögerung Frankreichs? 1) weil sein Heer noch nicht fertig war, 2) weil Napoleon Bundes- genossen in den neutralen Staaten sucht. Dte Erklärung, Frankreich suche nur ein Duell mit Preußen, ist die plumpeste Lüge- eS bietet vielmehr alles auf, einen Verbündeten zu finden, der Deutschland, während es den französischen Stotz am Rhein parirt, heimtückisch in den Rücken fällt. Am eifrigsten wirbt es um Oesterreich, dem eS sogar die Krtegs- gelder versprochen hat. Es findet in Wien gute, wenn auch heimliche Freunde, aber das deutsche Volk in Oesterreich ist es, welches fich laut gegen einen Bund mit Frankreich erhebt. Der Himmel schütze daS deutsche Heer vor einem ernft.n grasten Unfall; manch- Wacht ist lüstern, st» zu räch-n; aber die neueste P-rstdie Frankreichs gegen O-st-r- reich und Belgien wird jeden Bundesgenossen abschrecken.
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zu bezahlen, ebenso städtische verfügbare Mittel einzelner gegen mäßige Zinsen dankbar
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für das ganze Jahr sogleich Gesälle und Holzsteiggelder- Bürger wurden als Anlehen angenommen.
•* Die Frauen der -u sind berechtigt, schon während
ist ungefähr folgendes: Rindvieh Pferde Schweine Schafe Ziegen
Nutzgeflügel: Stämme
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etwa drei Tage nach Beginn derselben, die Unterstützung in Empfang zu nehmen, jedoch nur, was fast immer ver« säumt wird, unter Vorlegung folgender gesetzlich vorgeschriebenen Papiere: Militärpaß, Gestellungsbefehl, HeirathS- urkunde, Impfschein der Kinder und Atteste sür unterstützungS- berechtigte Verwandte. Formulare für diese Anmeldungen werden kostenfrei auSgehändigt.
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Gieße«, den 24. Juli 1896.
•• Nene» Theater. Heber das heute Mittwoch Abend zur Aufführung kommende Schauspiel „Else vom Erlenho f" schreibt daS „Leipziger Tageblatt" u. A.: „DaS Dolksstück „Die Else vom Erlenhof" von Siegfried Conrad Staack fand bei seiner ersten Aufsührung an unserer Bühne eine recht freundliche Ausnahme; die Darsteller wurden nach allen Act- fchlüsien hervorgerusen. DaS Stück zeugt von Bühnen- gewandtheit und der Ton volksthümlicher Naivität ist darin oft glücklich getroffen. Der Berfasier, seines Zeichens Theater- director, weiß die scenischen Wirkungen geschickt herauSzu- arbeiten, sowohl waS die äußeren Knalleffecte betrifft, als auch die Rührungen, indem er über grelle Conflicte einen milden Schimmer der Versöhnung breitet, so daß sie am Schluffe sich in Wohlgefallen auflösen. Wer die Bühne und daS große Publikum kennt, der weiß, daß ihm solche Versöhnungen willkommen sind, und daß es lieber sehen würde, wenn Romeo und Julia mit einander Hochzeit feierten, als daß sie im Erbbcgräbniß der Capulet sich vergiften."
** WohlthatigkeitS - Eonceri In Steins Garten veranstaltet unsere RegimentS-Musik am Donnerstag Abend ein großes Extra-Concert zum Besten des Invaliden- dank (einem WohltdätigkeitS-Jnstitut zum Besten von Militär- invaliden, deren Wittwen und Waisen). Das von Herrn Musikdirektor Krauße gewählte reichhaltige Programm verbürgt einen genußreichen Abend.
** Hochinteressante Vorführungen werden in den nächsten Tagen in Gießen durch Herrn Dr. Emil Kindler vcr- anstaltet werden. ES handelt sich im vorliegenden Falle um die berühmten Momentaufnahmen, welche Otto mar Anschütz im Auftrage deö Kriegs- und land- wirthschaftlichen Ministeriums machte. Die Bilder, welche durch einen eigenartigen, von Siemens u. Halske construirten Apparat in einer enormen Größe gezeigt werden sollen, lasten uns in die Thierseele blicken und zeigen Bewegungen von lebenden Wesen, die daS menschliche Auge bis jetzt nicht beobachten konnte. Schon der Herr CultuS- miuifter hat in dem preußischen Abgeordnetenhause auf die Meisterwerke seiner Zeit hingewiesen und als im März d. I. die Schöpfungen von Anschütz durch ProjectionS - Dortrage der Oeffentiichkeit zugänglich gemacht werden sollten, stellte man zu diesem Zwecke den SltzungSsaal deS alten Reichs- tagSgebäudeS unentgeltlich zur Verfügung. Zu den ersten
boten werden.
** Lebensmittel-Preise Ende Juni 1895. Nach einer Zusammenstellung der Großh. Centralstelle für die Landes» statistik kosteten:
In der Abtheilung Maschinen stellen deutschen Firmen für landw. Maschinen und Geräthe auS, die Maschinen werden auf der Ausstellung einen Raum von
co. 2400 Quadratmetern einnehmen.
Besondere Anziehungskraft dürften auch die Abteilungen Fischzucht und Forstwirtschaft gewähren, die erstere lst in dem Souterrain der Stadtknabenschule untergebracht und wird auS den verschiedensten Gegenden deS Landes beschickt werden.
Die Bienenausstellung verdient weiterhin ganz besonders hervorgehoben zu werden, wird sie doch nicht weniger als 60 bis 70 lebende Völker aufweisen, eine Anzahl, die aus einheimischen Bienenausstellungen wohl selten oder nie gesehen worden ist. Auch die Producte und Geräthe in dieser Abteilung werden wichtig vertreten sein und wohl die ganze erste Etage der Aliceschule einnehmen.
Der Gießener Thierschutzverein wird eine sehr umfangreiche EollectionSauSstellung in besonderen Räumen veranstalten.
Die Abtheilung Producte des Pflanzenbaues laßt ein abschließendes Urtheil noch nicht zu, die Anmeldungen find hier noch nicht abgeschloffen, wir werden aber in der Annahme nicht fehl gehen, daß gerade diese Abtheilung einen ganz besonderen Anziehungspunkt auf der Ausstellung bilden wird.
Demnächst werden wir in der Lage sein, auch die PreiS- richterliste für die Ausstellung zu veröffentlichen, sowie daS Programm.
An Ehrenpreisen sind nachträglich noch gestiftet: einer von Sr. Erlaucht dem Grafen Solms-Rödelheim,
„ „ der Spar- und Leihkaffe in Gießen und
„ „ dem landw. Bezirksverein Lauterbach,
eine ganze Reihe von Ehrenpreisen steht noch in sicherer Aussicht. ____________
Bismarck ließ ,'durch die „Times" da« Angebot eine- ge- Helmen Vertrags veröffentlichen, daS ihm Napoleon 186b gemacht Hai. Napoleon wollte danach den Preußen mit 300,000 Mann gegen Oesterreich beistehen, wenn ihm Belgien und Luxemburg dafür überlaffen würde. Diese Enthüllung ist für Napoleon ein Stoß ins Herz und in daS Lager der Neutralen, der Oesterreicher, der Holländer, der Belgier und Engländer, muß sie wie eine Bombe eingeschlagen haben.
Zur landwirthschaftlichen Ausstellung in Gießen
vom 19. bis 22. September 1895.
Wir erfahren von der Geschäftsstelle der landwirthschaftlichen Ausstellung in Gießen, daß nunmehr die Anmeldung für die landw. Ausstellung bis auf die Gruppe HI, Produkte de» Pflanzenbaues, definitiv geschloffen ist.
Die Anmeldung hat in vielen Gruppen einen so außerordentlichen Umfang angenommen, wie vorher kaum zu erwarten war. Da» Bild, daS die Ausstellung bieten wird,
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Die Bienen
Besuchern zählten Mitglieder unseres. Kaiserhauses. W>r | , „ nochmals auf die m Gießen beabsichtigten Vorträge und Vorführungen, die alle Schichten der Bevölkerung inter-
Bekanntlich stellt der deutsche Ruder- verbaud dem auch die Gießener Ruder-GeseMchaft als Mtt- glied 'angehört, besondere Anforderungen an die QuaUfication L -ur Teilnahme an den Wettfahrten berechtigten Ruderer. Die Allgemeinen Wettfahrtbestimmungen- stellen bezüsttch der Amateur-Eigenschaft ganz genaue Normen auf besorer» schließen sie Denjenigen aus, welcher als ArbMer se nu 9rbenSunterhalt lediglich durch feiner Hande Arbeit oerbient. Gegen diese Norm verstoßen zu haben, wird dem Frcmkfur er Ruder-Club in einem Protest zum Vorwurf gemacht, welcher dem Regatta-Ausschuß mit den nöthigen amtlichen Belegen versehen seitens eine- der betheiligten Vereine zugegangen ist. Diese Angelegenheit beschäftigte schon das Mannheimer Regatta-Comite und zog den Ausschluß der bemängelten Mannschaft von dem gemeldeten Rennen am Ic^te" ®on?!t°9 narf; sich. Ein Gleiches dürfte der gemeldeten Mannschaft auch hier in Gießen passiren. Die Angelegenheit wird außer- dem dem deutschen Ruder-Ausschuß, der höchsten Instanz für rudersportliche Streitigkeiten in Deutschland, unterbreitet werden und voraussichtlich die Suspendtrung des Frankfurter Ruder-ClubS aus dem deutschen Verband nach sich ziehen.
♦* Reunion der Gießener Rndergesellschast. Im Anschluß an die kommenden Sonntag stattfindende Regatta vereinigen sich die Ruderer mit ihren Damen und Gästen -Sonntag Abend 8V2 Uhr in SteinS Garten. Die Inhaber von reser- Bitten Platzkarten, forote auch Nichlmitgli-d-r haben Zutritt zu der Festlichkeit.
** Radfahrersport. Carl Duill wird. am Sonntag in Darmstadt um die Meisterschaft Heffens starten. Seine Concurrenten find u.Ä. Opel-RüffelSheim, Haun-Darmstadt, Herdy Klein-Steinheim.
*• Landwirthschaftliche Ausstelluug. Unter den Veranstaltungen, welche gelegentlich der Landwirthschaftlichen Ausstellung geboten werden, ist auch das Braten eines ganzen Ochsen am Spieße vorgesehen.
*» Auf einer Kavallerie Uebungsreise begriffen, traf gestern ein aus Offizieren der berittenen Truppen der 21. und 22. Division (6. Ulanen, 5. Dragoner, 13. und 14. Husaren, 27. Artillerie) bestehendes starkes Detachement hier ein und nahm im „Einhorn" Quartier. Die Reise wurde heute früh nach Frankfurt fortgesetzt.
** Die allgemeine Volkszählung findet im ganzen deutschen Reiche bekanntlich alle fünf Jahre statt und zwar jedeSmal am 1. Deeember. Da nun in diesem Jahre der 1. Deeember auf einen Sonntag fällt, hat der BundeSrath beschloffen, daß die Volkszählung diesmal am Montag, den 2. Deeember, abgehalten werden soll.
** Statistisches vom Turnfest. Die el ec irische Beleuchtung des Fe st Platzes und der Hallen umfaßte 32 Bogenlampen von je 1000 Normalkerzen Leuchtkraft und 8 eleetrischen Glühlampen. Die den electrischen Strom erzeugende Dynamomaschine wurde durch eine Lokomobile von I 30 Pferdestärken betrieben. — Für die Zwecke der Gaß- beleuchtung vieler Nebenräume und der Illuminationen, welche zugleich als Nothbeleuchtung dienten, sowie für die in alle Hallen ausgedehnte Wafferversorgnng waren etwa 1000 m Rohrleitungen erforderlich. Die Gaseinrichtung umfaßte 42 Leuchtflammen, die vier Jlluminationskörper zählten einige Tausend kleinere Flammen. — Die Wafferleitung versorgte sämmtliche Hallen durch 21 Zapfstellen mit 31 Ausgüssen und Abflüssen mit Wasser. Dec durch das Fest selbst veranlaßte Mehrverbrauch an Quellwaffer betrug im Ganzen 1000 cbm, die bei der Nachfeier benöthigte Füllung des Luftballons erforderte 750 cbm Gas, welche in der kurzen zur Verfügung gewesenen Zeit von 21/2 Stunden mittelst besonderer Zuleitung und verstärkten Drucks eingesüllt werden mußten. — Außerdem brannten noch neun Petroleumlaternen und zahlreiche Lampen in den kleineren Diensträumen. Im Ganzen für diesen vorübergehenden Gebrauch ein umsangreiches Stück Jnstallationsarbeit, mit dessen dauerndem Besitz mancher Gemeinde gedient gewesen wäre.
** Vom deutschen Turutag in Eßlingen. In den Vorstand der deutschen Turnerschaft wurden gewählt zum 1. Vorsitzenden Or. Ferd. Götz-Leipzig, zum Geschäftsführer Prof. Dr. Rühl-Stettin, zu Beisitzern die Herren Prof. Dr. Keßler-Stuttgart, Dr. Schmidt-Bonn, Kaufmann Hoppe-Berlin.
** Bor 25 Jahren. Mit der Bitte um Cigarren und Wein zur Vertheilung an die täglich in Stärke von ca. 20 000 Mann den Bahnhof Gießen berührenden, nach Frankreich ziehenden Truppen wandte sich am 25. Juli 1870 der damalige Etappencommandant v. Randow an die Einwohnerschaft Gießens. — Zwei Tage vorher hatte sich ein SanitätscorpS gebildet, dessen Mitglieder sich theilweise der Vertheilung der obenbezeichneten Liebesgaben an die Truppen unterzogen. — In Ansehung der außerordentlichen an die Stadtkaffe zu stellenden Anforderungen und um zu vermeiden, daß die Gemeinde Gießen unter ungünstigen Bedingungen Geld leihen ober außerordentliche Steuern auß- schreiben müßte, wandte sich Bürgermeister Vogt an den Gemeinsinn der Bürger mit der Bitte, die Communalsteuern
♦♦P.A. 25jährige Erinuernugkseier an 1870, zugleich Der-^ bandSfeft der Krregerkameradschaft „Hassia" in Darmstadt. Das Präsidium der .Hassia" theilt nnS mit, daß ©eine Majestät der Kaiser angeordnet hat, die Veteranen und cbcmaltgen Soldaten zu ben Erinnerung» -.-rlich- teiten an 1870 aus den Eisenbahnen zu ermäßigten Fahrpreisen - also aus Militärkarten — zu desärderu. Al» L-gi-imalion haben B-teranen (Kombattanten und Nichl- combattantens da« Besitzzeugniß ihrer KnegS-Denkmünze, di- anderen früheren Soldaten ihren Milttarpaß vorzuwets-n. Dem Präsidium der „Hassia« ist hierbei besonders er,reust», daß die Allerhöchst angeordnete Bergünsttgung nicht nur den Mitgliedern der „Hasfia«, sondern allen Veteranen und ge- dienten Soldaten überhaupt zugute kommt.
** haufireu mit Bäumen, Sämereien re. Mancher ©arten« liebhaber, welcher von Hausirem schon über» Ohr gehauen wurde, wird sich freuen zu hören, daß die GewerbeordnungS- Commission des Reichstags bet Berathung der Novelle zum Gewerbegesetz in dem Artikel 9, der die Gegenstände aufführt, die vom Ankauf oder Feilbi eien im Umhrrztehe« auSgeschloffen find, auch „Bäume aller Art, Sträucher, Sämereien, Blumenzwiebeln, Schnitt- und Wurzelreben und Futtermittel" inbegriffen hat. Es ist eine bekannte That- sache, daß die auf dem Wege des HaufirhavdelS abgesetzten Bäume und Sämereien in den wenigsten Fällen der Anforderung in Bezug auf Echtheit und Güte entsprechen. Auch die von Zeit tu Zstt in größeren Städten stattfindenben Auktionen mit Pflanzen, besonders Obstgehölzen, sollten ver-
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I imb sich allen Neue' «ä-rttsten, Io oehai BuMid) zu eine; bess chrea vortrefflichen E Söhne benutzen. Al Äiivach, ja oft mit M- viele Landwirthk
zücht er-Versammlnng dahier am vorigen Sonntag war trotz deS ungünstigen Wetters gut besucht, und es bildete sich ein Bienenzüchter-Verein „Lumdathal" mit vorläufig 21 Mitgliedern. Als Präsident wurde Herr Lehrer Luzius« Kesselbach bestimmt. Derselbe hält nächsten Sonntag Nachmittags 3 Uhr in der Otto'schen Wirthschaft dahier einen weiteren Vortrag über Bienenzucht, bei welcher Gelegenheit noch mehr Beitrittserklärungen zu dem neuen Verein erfolgen werden.
n. Fauerbach bei Friedberg, 22. Juli. Gestern wurde hier in der Sang'schen Wirthschaft eine vom christlich.sozialen Verein einberufene Versammlung abgehalten. Herr Pfarrer Bernbeck von Staden entwickelte die Hauptpunkte de» Programms der Partei und sprach dann in eingehender Weise über den Antrag Kanitz, von dessen Annahme er für die darniederliegende Landwirthschaft Bcfferung erhofft. Dir an den Vortrag sich anschließende sehr lebhafte DiScussis, zeigte, daß die Anwesenden mit den Ausführungen deS Vor» tragenden emberftanan waren.
K. Ranstadt, 22. Juli. Heute Nachmittag gegen 3 Uhr zog ein sehr schweres Gewitter über unfern Ort, welches sich durch seine starken elektrischen Entladungen sehr bemerkbar machte. Es schlug in die Kirche, richtete aber nur geringen Schaden an, da eß ein kalter Schlag war. Ein Kornhaufen auf dem Felde wurde getroffen, derselbe brannte nieder.
H. Aus dem Horloffthale, 23. Juli. Heute Nachmittag 2 Uhr ging ein heftiges Unwetter über unsere Gegend. Der Blitz schlug mehrere Male in einzeln siebende Säume; wolkenbruchartiger Regen folgte den gewaltigen Donner* schlügen. Da wir feit Samstag leichtere Regengüsse haben, ist dem Feuchtigkeitsmangel einstweilen gesteuert, aber tief eingedrungen ist der Regen noch nicht. Diesmal hat eß Falb mit feinen Prophezeihungen wirklich getroffen, er sagte auf den 20. Juli Regen und Gewitter an, was sich auch bewahrheitet hat.
-r- Merkenfritz, 23. Juli. Wenn guteß Obst in den warmen Thälern und geschützten Lagen gedeiht, fo ist eS kein Kunststück, hübsche Erträge zu erzielen und darüber zu berichten. Wenn aber in unserer Gegend noch ganz gut Kirschen gedeihen und gut bezahlt werden, ist dies eine i Thatsache, die den wenigsten Lesern deS „Gießener Anzeigers" bekannt sein dürfte. Die Kirschenversteigerung an unserer großen Staatsstraße hat aber die Richtigkeit unserer obigen Mittheilung vollständig bestätigt. Nicht weniger ol* 10 biß 12 hiesige Drtßbürger haben sich Kirschbäume ersteigert und wenn diese auch nicht sehr voll hängen, fo macht baß erste Obst den Kindern doch eine überaus große Freude unb sie betheiligen sich mit Jubel an der mühfeligen unb nicht gefahrlosen Arbeit beß EinsarnmelnS und Ab« machens. Auch in den Gemarkungen Gebern, Burkhards, Eschenrod, Schotten, Rainrod unb EichelSborf, welche von der großen Straße durchschnitten werben, hat eß Kirschen gegeben, welche von ben Einwohnern eifrig gesteigert worben sind. Daß die genannten Gemarkungen im bichtesten VogelS I berge liegen, lehrt ein Blick aus bie Lanbkarte. Um so
Wegen Umbau i Betrieb der dorligen MUf Weiteres eingefle Wanke oerroeifen urttrfirrfe Ur. 63), M? Uhr ^ormiitai fyitaitjt werden d öffentlich *■8 versteigert.-
J i । ZÄU
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Mer großer
Dchsenfleisch per Pfund
Rindfleisch per Pfund
Kalbfleisch | per Pfund 1
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Hammelfleisch | per Pfund
Gemischtes Brod___
Roggen-
Butter per Pfund ;
Milch
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Städte mit Ociroi
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18
Darmstadt
76
70
76
66
70
11,5
5-6
Mainz
72
63
70
79
55
11.5
10,5
95-103
18
5-6
Offenbach
76
66
76
70
70
12
10
110-120
21
5-8
Worms
74
70
76
64
68
10,5
9,5
100-110
19
5—7
Gießen
72
65
63
65
65
10,5
9,5
77— 88
18
5-6
Städte ohne
Octrot
19
Lingen
75
65
60
70
60
12
11
85- 98
5-7
Bensheim Alzey
1 70
64
70
60
60
12
9,5
85- 90
17
5—6
68
64
65
60
60
16
10
84- 95
17
5—6
Friedberg
75
70
70
52
65
12
11
85— 90
18
5-7
Alsfeld ~
65
57
70
55
—
12 5
10
95-100
16
6
Lauterbach
| 64
64
60
60
55
13
10
100
16
5
weil hier solche wesentlich böber im Preise sind.
B.
2
a-
10
91-102
19^i 77- 88j 18
I 85- 90 18 6-1 95-100; 1616
| 100 I 16 5
Mk.
6315
24.07
//
Balser.
6306
«gcker ist erfolgt.
6303
Wir machen einem verehrlichen Publikum die ergebene Mittheilung,
daß die
Wirthschast zur Liebigshöhe
liaver Eisenwaaren als:
6313
die Milchfahrer.
l>ß
Näheres
6305
1 (1)
1
1 (1)
11
10 w
Sögen, Hülsenfrüchte, Pinsel u. s. w. • Die Maaren werden bei ent» sprechendem Gebot auch in ihrer Gesammthett oder einzelne« Gat» tnngen «ach en bloc verkauft.
| Gießen, den 22. Juli 1895.
05 CO
1 1
1
1
1 CD
1
1 (1) 1
auf dem Bürgermeisterbüreau zu Oppenrod im Submissionswege vergeben und zwar veranschlagt zu
Maurerarbeiten Weißbinderarbeiten Zimmer- oder Schreinerarbeiten
Copal-, Bernstein-,Damar-, Asphalt - Lacke in verschiedenen Qualitäten.
Besten Fussbodenlack.
Spirituslacke, Weingeist- firnisse, Brunoline, Mat- tirung etc.
Politur.
Voranschlag und Bedingungen liegen bei Großh. Bürgermeisterei Oppenrod zur Einsicht offen.
Oppenrod, 22. Juli 1895.
Großh. Bürgermeisterei Oppenrod.
Hungen, am 22. Juli 1895. Großh. Amtsgericht.
398.—
107.22
tinreffonter ist es, daß dort eßbare Kirschen gedeihen. Die Früchte sind zwar kleiner und weniger fleischig, als solche non der Bergstraße oder aus der Wetterau, aber sie ge- teihen und baß muß schon allein anfeuern, Proben mit spaten, wetterfesten, aber fleischigeren Früchten zu machen, karegung hierzu soll mit diesen Zeilen gegeben werden. Der „Gießener Anzeiger" hat schon oft darauf hingewiesen, taß auch in den Thälern des DogelSbergeS werthvolleS Obst zezogen werden kann. Die Kirschen in den vorbezeichneten Semarkungen sind ein Beweis dafür und die Sache ist einer Prüfung werth.
Versteigerung findet bestimmt statt und ist namentlich Händlern, Glaser« und
Keuchhusten Bronchitis Bösartiger Neubtld. Altersschwäche Verunglückung Unbekannte Krankh.
Seltersweg 81
eine Treppe.
Spaten, Schippen, Mist-, Heu- und Rübengabeln, Hacken, große Partie Tannenbaumsensen, große Vorräthe Eargbeschläge, Kohlenkästen, 6 bis 8 Centner Drahtstiften, div. Küchenwaagen rc.
Weiter Colonialwaarenr fiele, Landeßprodncte re.
4 Ballen und 2 Ctr. Kaffee, Vs Ctr. Pfeffer,Hut-u.Würfelzucker,Bonbons, Btmmt, 3 Sack Blüthenmehl, 3 Sack Vitriol, 4 Faß Leinöl, 2 Faß Petroleum, 1 Faß Carbolineum, 3 Faß Essigsprit, 1 Fäßchen Wein, 8 bis 10 Kannen Lack, 20 Mille Cigarren, 1 Partie Leim, Lederfett, Hülsenfrüchte, mehrere Sack Nüsse, Klee- und Sommersaat u. s. w.
GlaS-, Porzellan- und sonstige Waare«, namentlich:
4 Kisten Fensterglas, 50 Hänge- und Stehlampen, mehrere Dutzd. Küchenlichter, Sturm- und Stalllaternen, Waschgarnituren, Kaffee- und Eßservicen, Schüsseln, Teller, Platten, Gläser, Präsenttrplatten, Tischmefser und Gabeln, Taschenmesser, Kaffee» und Pfeffermühlen, Salz- und MehL fäßchen, 100 Dutzend Cylinber, zehn Dutzend Tabakspfeifen u. s w.;
endlich große Partie Bürsten, Schrupper, Pinsel, Ackere und Waschleinen, Stricke, Kordel, 1 Ctr. Fensterblet- bezüge, Ctgarrenetuis, Portemonnaies, mehrere 100 leere Kisten, eine Partie Sommer- und Wintermützen, Strohhüte, Stöcke u. s. w.
juli. Die Bienen i borigtn Sonntag ttc sucht, unb tS bUbti ithal" mit vvMch hen Wtt Mttv Svar.tagl'ch
dahier « bti welcher Geleges dem neuen Verein ti>
Witterungsbericht vom 23. Juli.
Das Barometer ist im Südosten des Erdtheils gestiegen, sodaß sich der hohe Druck von Spanien über Central- und Südeuropa bis nach Rußland hinein erstreckt. An der unteren Donau sind noch die Reste einer flachen Depresston zu erkennen. Hingegen steht der Nordwesten Europas unter der Herrschaft einer großen Depression. In Central-Europa ist das Wetter mit wechselnder Bewölkung warm, doch wefft auch dieses Gebiet unter dem Einflüsse kleiner Theilminima einzelne Regenfälle auf.
BoravSstchtliche Witterung r
Bei wechselnder Bewölkung warmes Wetter mit stellenweise» Gewittern und Strichregen.
11 85- 98 19 5-1 9,5 85- 90 17 5-f.
10 i 84- 95 17 54
1 Kassaschrank, 1 Ptanino, 1 Bett, 2 Sophas und sonstige Möbel, die Laden- und Comptoir-Einrichtung, 1 Stoßkarren, 3 Decimal-, 1 Balkenwaage (neu), sowie das gesammte bedeutende Waareulager
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Georgi.
Briefkasten.
Der Einsender des Artikels aus dem Nidda-Thale wird gebeten, einige Oeconomen zu nennen, welche Frühkartoffeln zu 6 Mark pro Doppelcentner liefern, da deren Bezug sehr wohl rentiren würde,
sichtnahme der Winterschule mit ihren Einrichtungen zu einer andern Ansicht bringen. Er versuche es nur; es wird ihn nicht gereuen. Er findet auch bei Herrn Direktor Rhode gewiß eben solche freundliche Ausnahme wie wir. Wetzl. Anz.
MN 24. Juli Mittags 12 Uhr (Wetterhäuschen in der Südanlage).
des rc. Repp, insbesondere große schreinern zu empfehlen. Vorräthe:
Für Wirthe.
Ein Pöstchen Cognac und Llqueure ist unter Preis abzugeben.
unter dem Heutigen eröffnet wurde. Der Betrieb ist in den vollständig neu hergerichteten Wirthschafts-Localitäten mit allen Anforderungen der Neuzeit vorgesehen und werden außer einem vorzüglichen Glas Export- Bier, Wein, Liqueureu u. s. w., Speisen, sowie Kaffee, Thee, Milch und täglich frische Waffeln verabreicht.
Gießen, den 14. Juli 1895. Für Krauerki I. H. Hring: 6056 Karl Loth.
vernmischtes.
Kinzenbach, 21. Juli. Herr Director Rhode von der landwirthschaftlichen Winterschule hat in unserm neugegrün- btten Casino bereits zwei Vorträge gehalten. Für den hlutigen Sonntag Nachmittag hatte er nun die Mitglieder unseres CafinoS zur Besichtigung der landwirthschaftlichen P'interschule nach Wetzlar eingeladen. Dieser freundlichen Einladung war denn auch eine ganze Anzahl hiesiger Land- wnthe gefolgt. Nach einer kurzen Begrüßungsrede deS Herrn DirectorS im schön ausgestatteten Schulsaal, in welcher er besonders die Bedeutung der landwirthschaftlichen Winterschule für die Landwirthe unseres Kreises hervorhob, führte er UNS durch die verschiedenen Räume, zeigte und erklärte bie einzelnen Anschauungsmodelle, die Molkerei und sonstigen Spparate, die Sammlungen usw. Zuletzt führte er uns in ein geräumiges, Helles Kellergelaß, in welchem die Obst- vcrwerthungSanstalt mit einer ganzen Anzahl trefflicher Apparate und Maschinen eingerichtet ist. Schon dieser Rnim allein ist eines Besuches werth. Ein jeder verließ befriedigt die Winterschule mit dem Bewußtsein, einen recht iiuereffanten und lehrreichen Nachmittag genoffen zu haben. - Es ist sehr zu bedauern, daß ein großer Theil unserer Landwirthe noch immer ein so geringes Streben nach Aus- bilbunß in Theorie und Praxis der Landwirthschaft bekundet uni) sich allen Neuerungen auf diesem Gebiet, auch den bewährtesten, so beharrlich verschließt. Möchten doch auch diese endlich zu einer befferen Einsicht gelangen und die Schule mit ihren vortrefflichen Einrichtungen zur weiteren Fortbildung ihrer Söhne benutzen. Allein wie die ländlichen Fortbildungsschulen schwach, ja oft mit Widerwillen besucht werden, so glauben auch viele Landwirthe, daß sich ihre „klugen Herren Söhne" ioctitg Weisheit in der landwirthschaftlichen Winterschule holen könnten. Doch gar manchen würde der Besuch und die Ein-
Temperatur der Lahn und Lust nach Reaumur gemeßen am 24. Juli, zwischen 11 und 12 Uhr Mittags. Wasser 15Vt°, Luft 16° im Schatten.
Rübsamen'sche Bade- unb Schwimmanstalt.
Bekanntmachung.
An Stelle des ausgeschiedenen Herrn Georg Bopp V. zu Bellersheim ist tu der General-Versammlung am 30. Juni l. Js. Herr Johannes Wilhelm Emmel zu Bellersheim als Mitglied des Vorstandes der Spar- und Darlehenskasse, eingetragenen Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht, zu Bellersheim, gewählt worden.
Eintrag in unser Genoffenschafts-
Trockene Farben für Oel- und Wasserfarben für alle Zwecke.
Streichfertige Oel- und Lack- Farben für Fussböden etc.
Alle Sorten Beiz-Farben, Broncen, Möbelwachs, Anilin-Farben , Stoff-Farben, Farbstoffe.
Ziehung der grossen Geldlotterie.
DWf Aufs 2. Loos ein Treffer. *BG Originalloose ä- 6 Mark incl. Porto und Liste. Haupttreffer: Mk. 500000, 300 OOu; 200 000, 100 000, 80 000, 60 000, 50 000, 40 000 etc. Loose vers auch gegen Nachnahme das Bankgeschäft 6198 Franke & Cie., Köln (Rhein), Unter Fettenhennen 15.
Bekanntmachung.
Wegen Umbau deS Wieghäuschens am Neustädter-Thor wird der Betrieb der dortigen Waage von Montag den 29. d. Mts. ab bis auf Weiteres eingestellt. Die während dieser Zeit zu verwiegenden Lastfuhrwerke verweisen wir auf die früher Güngerich'sche Waage (Frankfurterstraße Nr. 63), welche nunmehr in den städtischen Betrieb übergegangen ist.
Gießen, den 24. Juli 1895.
Gr.OberWschk Eisenbahnen
Die Arbeiten zur Herstellung eines Holztrockenofens mit Rauchkammer bei her neuen Werkstättenanlage in Gießen sollen an einen Unternehmer vergeben werden.
Die Bedingungen nebst Arbeits- und Lieferungsoerzeichniß, sowie die Zeichnungen liegen auf dem Baubüreau am Riegelpfad auf, erstere können auch gegen Erlegung von 30 $ durch unser Sekretariat bezogen werden.
Angebote, mit bezüglicher Aufschrift versehen, sind bis zum 3. August, Vormittags 10 Uhr, hier einzureichen.
Zuschlagsfrist 10 Tage.
Gießen, den 23. Juli 1895.
6295 Gr. Direktion-
Vb Zum Lahnstein. w
Am Markt, Mittwoch den 34. Juli: 6257
Große Tanzmusik.
um»- 4 Schnetdkluppen rc.
der kleinere Eisenwaaren und zwar:
!. galt. Gestern meine vom christlich'ftjialll galten. Herr Km te ble Hauptpunkte M i baim in tingttyn'K dessen Annahme er ft öefferung erhofft. D ff lebhafte lusführuMN deS Vc
tachmittatz Argen 31B m über uns«" A Men Entladungen |tr it «ich-, *
ein
lUtbt Stttvssm/ derseli
Heule NachM 7er übe« uns-« A» ' siebende W ^ gewaltigen , djt<« »R*, *
Parquetwachs, Stahlspähne u. Stahlspahnhalter
empfiehlt Adler-Drogerie Seltersweg 39. 6307
Otto Schaaf.
Summa: 6 (2) 4 (2)
Montag den 29. Juli l.
»le die folgenden Tage Dienstag nv Mittwoch, jedesmal von >/rS Uhr Vormittags an, zu Laug- Göns in der Kaufmann Repp 'schen hosraithe werden durch den Unter- iiichneten öffentlich gegen Baarzahlung versteigert:
alle Arten Haus-, Thor-, Keller-, Zimmer-, Schrank-, Koffer- und Vorhangschlösser, Thür-, Fenster-, .
Beit- wie sonstige Beschläge, alle 6298 Engel, Gerichtsvollzieher.
Arten Ketten, großer Posten Säge».---—--------—-----—----
blätter — auch amerikanische Wald- Im-h ^*rt>**
sägen — alle kleineren Sägen, Fleisch- \ ll W-Ir V
Hackmaschinen, Hämmer, Schrauben, _
Schraubenzieher, Bohrer, Striegel, empfiehlt Heinrich Wallach.
KirchmiW ni Großrii-FlOeil Sonntag den 28. und Montag den 29. Juli, wozu ergebens! einladen 6299
die Wirthe: Philipp Schaum Wwe.
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M 95-103 18 l 10 1110-120 21 L ilOO-HOi 19 ?5-.
Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Kraukhett auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.
Verkehr, Canö* und VolkswLrthsehrrft.
— Gießener Biehmarkt. Trotz der sehr günstigen Futteraussichten war der gestrige Kuhmarkt im Großen und Ganzen flau. Die fremden Käufer, welche vorgestern den Vormarkt belebten, waren vor dem Hauptmarkt meistens abgereist und ist diesem Umstand, in Verbindung mit dem großen Auftrieb, das schlechte Geschäft zuzuschreiben. Der Auftrieb bestand aus 1000 bis 1200 Kühen und 400 bis 500 Stück Jungvieh. Hiesiges Landvieh für Zug war gesucht und erzielte auch gute Preise, war aber weniger am Markte, während ostpreußische Maare geringer bezahlt wurde. Jungvieh erzielte bessere Preise wie beim letzten Markt. Es nottrten Kühe 1. Qual. 450 bis 500 Mk., 2. Qual. 250 bis 275 Mk. per Stück. Jungvieh wurde gehandelt: ^jähriges zu 100 bis 120 Mk., einjähriges zu 150 bis 170 Mk., Schlachtvieh war im Preise gesunken; es kosteten Kühe 1. Qual. 52 bis 51 Mk., 2. Qual. 45 bis 47 Wit. per (100 Pfund Schlachtgewicht. Schlachtkälber waren ebenfalls sehr billig, sie wurden im Durchschnitt zu 50 Mk. per 100 Pfund Schlachtgewicht verkauft.
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Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unseren unvergesslichen, hoffnungsvollen, lieben Sohn, unseren treuen Bruder, Neffen und Vetter
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Programm folgt. Eintritt frei.
Für die inactlven Mitglieder sind Plätze auf dem Chor und den beiden unteren Emporbühnen reservirt.
Programme zu 20 H sind an den Kirchthüren zu haben.
Freiwillige Beiträge werden in die Büchsen erbeten. 6311
derreffenö oie driij zum einjährig'fre Diejenigen jun Kttbst 1895 ft. mirrzithen, werden Vc-ute um Zulassi Riticr Prüfung
fpätestens Hei der unterzeichnet Hinsichtlich der «cirllkn das Folgende 1. Das Gesuch i1 aiffitt m da iw Stimmt ort hat.
2. Die Zulassung 11. MuM
3. Das Gesuch m' Äuch ttschnnt Adresse angeg
4 Dem Gesuchk a. Seiurtszer b. Siowilligm der EM Freiwillige. Dienstzeit z für Wohnm Fä-igleit hi «u§ die Hi kglaudigt si r- rin Mischol Vdrigieit oi , Men i^ . sMgesl 01 In dem tzrsuii l®n sremdeu lemisch und ' will.
nach langem, schweren Leiden, im noch nicht vollendeten 18. Lebensjahre in ein besseres Jenseits abzurufen. Um stille Theilnabme bitten im Namen der tiefbetrübten Hinterbliebenen
8,/i°/o Deutsche ReichSanL
8°/0 Preutz. Consol«
81/g°/o Gr. Hesstsche DbL 4°/q ©lebt Darmstadt v. 1891.
«’i/o , Wann« unk. b. 1901
3°/q Oesterr. StaatSbahn v. 1886 3°/c Jtal. staatßgar. Eisend.
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