Wenden 'Wie die >nia 4 mein Photo- ehr in »eine» Atelier M itogWh. T meine verehrt« and- ( und ft- 9139 er Strasse 1< el-Waarei .Artikel. n» Bedienung^ .»ter ü (»uw* s D»11* e 32- jje ml ich nur 55$^ M. 277 Drittes Blatt. Sonntaq den 24. November L8WK Der chtrßener Anzeiger rrscheint täglich, mit Ausnahme des Montags. Die Gießener Ainmikien dlälter «erden dem Anzeiger »Sd;entlief) dreimal beigelegt. Gießener Anzeiger Kmeral-Mnzeiger. Bierteljäbriger A-onnementsprei» • 2 Mark 20 Plg. mit Bringerlohn. Durch die Post bejogca 2 Mark 60 Psg. Nedaetion, Expeditio» und Druckerei: ZcAnlstrnße Ar.I« Kernsprecher 6L Zlittts- und Anzeigsblatt für den Arsis Giefzsn. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi- Bonn. 10 Uhr. chratisbeitage: Hießener Aamikienökätter Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. ZUM Todtensefl. Der letzte Sonntag des Kirchenjahres gehört dem Ge- dächtniß an unsere Entschlafenen. Nicht bloß ein Tag der Trauer, nein, ein Tag des Trostes soll er uns sein. Das ist ja gewiß, daß die neu belebte Erinnerung an die Lieben, die von uns geschieden sind, auch den Schmerz um sie erneuert und die Sehnsucht nach ihnen weckt. Da fließen kaum gestillte Tbränen aus- Neue, da fangen längst geschloffene Wunden nach einmal zu bluten an, da ergreift unS wieder das mühsam Überwundene Gesühl der Verlaffenheit, der Bangigkeit und deS TodeSgrauens. Aber stärker als diese bedrückende ist doch die erhebende Macht, die in der Erinnerung liegt und verklärend unS das Vergangene wieder gegenwärtig macht. Indem sie die Gestalten der Heimgegangenen unS lebendig wieder vor die Seele stellt, erwacht in unS das dankbare Gesühl für Alles, waS sie uns gewesen find. Wir lernen die Freuden, die wir durch fie erfahren, die Sorgen, die wir um fie getragen haben, den Segen, der von ihnen ausgegangen ist, die Opfer, btt uns ihretwegen auferlegt worden find, als unverlierbare, köstliche Güter erkennen, die unser eignes Dasein bleibend bereichert und unauflöslich uns mit jenen theuren Todten verbunden haben. So wird es in unserer Seele .immer gewtffer, daß der Apostel Recht hat, indem er sagt: „Die Liebe höret nimmer auf." Wenn wir über das Grab hinweg den Abgeschiedenen MS verbunden fühlen, so sehen wir darin etn Zcugniß dafür, daß unser Leben mit dem zeitlichen Dasein im irdischen Leibe nicht erschöpft ist. Wir spüren ein anderes Leben in uns, ein geistiges Dasein, daS unS über die Schranken von Raum »ad Zeit htnwegträgt und nach einer ewigen Heimath unS hinweist, nach der unsere Seele ein unaustilgbares Verlangen trügt. Äber wir sollten auch nicht vergeffen, daß für dies verlangen uns Christen die volle Befriedigung geschenkt ist. tob und Grab haben ihre Schrecken verloren im Aufblick laf den, der siegreich auS dem Tode und dem Grabe auf- er standen ist. Im Lichte der christlichen Offenbarung erkennen wir in allem irdischen Geschehen, auch im Sterben, die Hand deS himmlischen BaterS, der unS auS lauter Güte zu sich zieht. Wenn ohne ihn kein Haar von unserem Haupte fällt, wie getrost müffen wir doch jede Heimsuchung tragen, die er uns findet, wie zuversichtlich unS inS Sterben ich'cken, wenn unser Stündlein kommt. Wir wollen uns der Thränen nicht schämen, mit denen wir an den Gräbern unserer Lieben knieen. Aber «ir wollen auch nicht trauern wie die Heiden, die keine Hoffnung haben, sondern unS muthig und getrost von der Welt der Vergänglichkeit loSreißen und unfern Halt und festen Grund in dem Leben suchen, das kein Tod uns rauben kann, bei dem Gott, der ein Gott der Lebendigen ist und nicht der Todten, und in dessen Liebe wir unS und Alle die Seinen geborgen wissen, sie mögen leben oder sterben. Der Krieg von 1870|71, geschildert durch Ausschnitte «u8 ZettungS - Nummern jener Zeit. (Nachdruck verboten.) 24. November. Man kann mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit stündlich die Nachricht erwarten, daß die Loire-Armee der Franzosen Orleans geräumt habe und auf daS linke Ufer der Loire zurückgewtchen sei, denn General Paladine wird sich schwerlich entschließen, eine Schlacht gegen die gewaltigen deutschen Streitkräfte, welche jetzt beschäftigt sind, ihn in weitem Bogen zu umspannen, aufzunehmen. Er muß also entweichen, bevor ihm der Rückzug abgeschnitten ist. Die Bewegungen der deutschen Truppen in den letzten Tagen fassen wir nach den eingelaufenen Nachrichten so auf, daß der Großherzog von Mecklenburg, auf Le ManS anrückend, den rechten Flügel, General von BoigtS-Rhetz mit dem 10. Armeecoips den linken Flügel bildet, während der Prinz Friedrich Karl mit dem 3. und 9. Corps im Centrum stehr. Dieses wird mit dem CorpS v. d. Tann beständig Fühlung behalten. Wahrscheinlich rückt auch von Süd Westen her das 14. CorpS unter General von Werder vor, um den Kreis zu schließen. Bor dem v. d. Tann'schen CorpS hat sich Keratry, der mit den Truppen aus der Bretagne den linken Flügel der französischen Aufstellung bildete, südwärts gegen Le Mans zurückgezogen. Hält er hier Stand, so wird auch Paladine den Kampf auf der ganzen Linie aufnehmen und vielleicht gleichzeitig ein Ausfall von Paris erfolgen. ES ist aber wahrscheinlicher, daß die Franzosen keine Schlacht wagen und über die Loire entweichen. Württemberg hat endlich doch noch (am 23. November) einer mir dem badischen gleichlautenden Vertrag über seinen Eintritt in rett deutschen Bund unterzeichnet. Auch der Vertrag mit Bayern ist unterzeichnet. In München brach ein wahrer I -belsturm loS, als die Kunde sich verbreitete, daß Bayern dem Deutschen Reich beigetreten sei, und daß nun Deutschland ein einig Volk von Brüdern geworden. Viele Häuser flaggten und tlluminirten, als wenn ein großer Steg errungen worden wäre. Nachrichten über den Saatenstand im Großherzogthum Hessen UM die Mitte des Monats November 1895. Husammengestellt bet der Großherzoglichen Oberen landwirthschast- lrchen Behörde. Provinzen L> und £11 Q Erhebungsbezirke. K B a lO L4 ' © © Provinz Starkenburg. 1 3 2 2 2 2 2 7 s 2 18 1,7 i; 1,7 Durchschnitt für Starkenbura Provinz Oberhessen. MetS - 2,31| 2,4 2 3 Durchschnitt für Oberhessen Landw. 80 70 75 24 n 2 4 35 3 w Durchschnitt für Rheinhessen | 2 5 3 3 3 2 2 2 3 2 3 2 2 2 8 9 10 11 12 13 3 2 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 23 1 2 2 1 2 2 1 2 2 3,5 2 2 2,5 22 1 2 3 4 5 ei 7 Bensheim . Darmstadt. Dieburg . Erbach . . Groß-Gerau Hkppenhetm Offenbach . Alsfeld . . Büdingen . Friedberg . Gießen . . Lauterbach. Schotten . 2 2 2.5 Kreis m n Bingen. . Flonheim . Ingelheim. Mainz . . Nteder-Olm Oppenheim Osthofen . Pfeddersheim Wöllstein . Mönstadt. Worms . 324258' 18' 120,51 20 100 41 .->(x 1 1,0 7, Durchschnitt f. d. Großherzogth.I 2,2! 1.7.2,2, 3 2.2 12011||—1[25 Bemerkungen. Die Wintersaaten sind, mit Ausnahme der erst kürzlich bestellten, sehr gut aufgegangen und entwickeln sich gut Provinz Rheinhessen. Vereinsbezirk Alzey Saatenstand. Note 1 — sehr guter, 2 — guter, 3 — mittlerer, 4 — geringer,5 —sehr geringer Stand 2,5 2 3 2 2,5 2 2,3 3 3 : 3,5 2 3 3 1 I 20 100 70 36 20.100 - - 35 75 581 — 25 100 - - 20 72 50 52 - 90 - - 1412OH- Qo.iORi'an! . 3 1 19100 4050 18 120 30 30 24 65 70"- 16 U2 20 120 45 40 16 120.6860 18,120:-;;- 19;ilO8;|5ij;45 16- - 22 120 35,40 20 140 ,50 60 24 140,-- 12 140-- 17i| 901-- 19 126,43 50 ,2.6 4 । — |>3; 9^60|i50 Feuilleton. Die Peraries. Eine JagderivnerMig auS T,xas von Franz Potter. . (Nachdruck untersagt.) ,Nun, Mr. Potter, wollen Sie vermmhlich noch ’ne kleine Motion vor der Abendtasel machen?" frug mich eines Nachmittags mein jovialer Gastsreund, der würdige Squire ober R'chter James Witkins, aus deffen am oberen Sabtnefluß herrlich gelegener Besitzung ich schon seit einiger Zeit weilte. „Sie haben Recht, verehrter Freund," erwiderte ich, aus der Verandathür tretend, und mir den Gürtel, in welchem Revolver und Jagdmeffer hingen, zurechtdrückend, „ich gedenke noch ein biSchen nach dem Red Creek hinüber- zuwandern, wo ich mit meiner botanischen Ausbeute noch nicht fertig bin." „Hm," meinte mein freundlicher Wirth, einen flüchtigen Slick auf meinen Revolver werfend, „warum nehmen Sie sich denn nicht einS von den Gewehren mit? Sie sollten toch eigentlich schon wiffen, daß man in TexaS nicht hundert Schritte weit ohne seine Büchse geht, und zumal wir hier im unserer immerhin etwas einsamen Gegend dürfen diese kiAfache Vorsichtsmaßregel nicht außer Acht laffen. Warten Sie, ich werde Ihnen meine Lancaster-Doppelbüchse heraus- h?len.§ Der kleine Mann verschwand, um alsbald mit dem 3ernannten Hinterlader wieder zu erscheinen, den ich mir um- h gingen mußte, indeß mir der R'chter noch schnell ein paar tyattonen in die rechte Seitentasche meines einfachen Jagd- wie« steckte. „So," rief er vergnügt auS, „bester ist immer bester. Na, good bye, Mr. Potter, und daß Sie vir nicht zu spät zum Abendesten zurückkommen." Ich nickte Mr. WilktnS lächelnd zu und schritt nun in die prächtige Landschast hinein, die sich im anmuthigen Wechsel von parkartigen Gehölzen, kleinen Prärien und grünen Mtniaturhügeln vor mir auSbreitete. Vielleicht eine Stunde mochte ich gewandert sein, so daß ich von dem Ziele meiner Wanderschaft, dem ziemlich träge zwischen niedrigen Gebüschen dahinflteßenden Red Creek, nicht mehr weit entfernt war, als eS plötzlich in einem Rohr Dickicht, an dem ich in einer ge- wiffen Entfernung vorüberging, raschelte. Mißtrauisch blieb ich stehen, die Augen scharf auf das verdächtige Dickicht geheftet, auS welchem jetzt ein starkes Rudel von P-cariS hervorbrach, jenen kleinen wilden Schweinen, welche sich beerben- weise in den südwestlichen Staaten der Union finden und daselbst den Pflanzungen durch ihre Zerstörungslust und Gefräßigkeit oft großen Schaden zufügen. Fast unwillkürlich riß ich die Lancaster-Büchse an die Wange und gab auf den vielleicht fünfzig Schritt von mir entfernt dahingaloppirenden Haufen einen Schuß ab. Einer der langborstigen schwarzbraunen Gesellen stürzte nieder, worauf sich sofort d e Kameraden um den Gefallenen sammelten und ihn mit ihren kurzen Rüff ln beschnüff-lteu. Diesen Augenblick benutzte ich, von einer mir sonst fremden plötzlichen Jagdlust befallen, um auch das zweite Büchsenrohr auf die Pecaries abzufeuern. Aber die Wirkung dieses zweiten SchuffcS war eine ganz unerwartete,' wie auf Com- mando wandte mir der ganze Trupp die Köpfe mit den kleinen, aber haarscharfen Hauern in den Ecken der geöffneten Rüffeln zu, ein wüthendeS Gegrunze ertönte und m nächsten Augenblicke stürmte die mindestens zwanzig Stück zählende Gesellschaft auf mich zu. Im Nu begriff ich, daß ich verloren war, wenn mich die zornigen Bestien erreichten, und ich rannte daher, so schnell mich nur meine Beine tragen wollten, nach einem brcitästigen, ziemlich kurzstämmigen wilden Cyprrffenbaum hin, den ich in weniger Entfernung auf einer blumenreichen Wiese aufragen sah. Ich langte an dem Baume an, alS die vordersten meiner vierfüßigen Verfolger nur noch wenige Schritte entfernt sein mußten, denn ich hörte schon ihr eigenthümlicheS raffelndes Schnauben. Mit Aufbietung der letzten Kräfte kletterte ich, das abgeschoffene Gewehr krampfhaft fefthaltend, den glücklicherweise etwas geneigten Stamm hinan, bis ich einige Aefte erreichte, die mir eine» gesicherten Sitz darzubteten schienen. Unterbeffen hatte sich das ganze Rudel der PecarieS am Fuße der Chpresie eingesunden, deren Rinde fie in ihrer Wuth mit den dolchartigen Hauern in kurzer Zett förmlich Herunterriffen, soweit sie eben an dem Stamme hinaufzulangen vermochten. Entsetzt blickte ich von meinem luftigen Sitze nieder auf die unscheinbaren und doch so gefährlichen Geschöpfe, die mich gewiß in wenigen Minuten zerfleischt haben würden, wäre ich unter ihre Hauer gerathen, während fie nun ihren Ingrimm an dem unglückseligen Cypreffen stamm anSließeo. Nachdem ich mich jedoch davon überzeugt hatte, daß mich die Aeste vollkommen sicher hielten, falls ich nicht jede Vorficht geradezu auS den Augen ließ, wurde ich ruhiger. WaS sollte mir denn auch passtren? Wenn eS die Pecaries überdrüssig bekamen, in ihrer ohnmächtigen Wuth den Cypreffenstamm zu bearbeiten, würden fie schon von selber wieder gehen, und so lange konnte ich eS schon auf dem Baume auhalten. Aber die schwarzen SatanS schienen einstweilen noch gar nicht daran zu denken, meine Belagerung aufzugeben, wie sich offenbar immer mehr herauSstellte, je länger ich nothgedrungen auf dem Baume verweilen mußte. Schon neigte sich der feurige Sonnenball stark dem Meere von Wipfeln zu, das den westlichen Horizont umsäumte, aber noch drängten sich die Pecaries am Fuße des Cypreffen- baumeS durcheinander, theils den üppigen Grasboden aufwühlend, thetlS die scharfen Zähne immer wieder an de« zähen Chpreffenstamme versuchend. (Fortsetzung solgt). ® t ber andauernden feucht-milden Witterung werden voraussichtlich au v die späten Saaten noch gut auiuehen Leider richten dte Mäuse in einzelnen Trhedungsbeztrken der Provinzen Oderbesfln und Rbrin- hesi^n zum The« erhebltchm Schaden an. De- Stand der Klee-(auch Luzerne-) Felder bat sich infolge der Niederschläge gebessert; auch dte Wiesen zeigen ein befriedigendes Aussehen. Die Ernteerträge zeigen recht bedeutende Schwankungen in den einzelnen ErhebungSbeztrkrn, H B. per Hectar bet Hafer zwischen 1200 Kir (Lauterbach) und 3500 Kgr. (WocmS); bet Kartoffeln zwischen 6500 Kgr. (Dteburg) und 14000 Kgr. sFriedberg, Gießen und Lauterbach); Klee (auch Luzerne) zwtichm 3000 Kgr. (Darmstad ) und 8060 Kgr. (Oppenheim); Wiesen zwischen 3000 Kgr. (Darmstadt) und 7500 Kgr. (Bingen). totales und provinzieller. n. Offenheim, 21. November. DaS in der Nähe des bckannten Offenheimer Wäldchens sich befindende, dem Grafen von SolmS-Rödelheim zu Offenheim gehörende Braun- kohlen-Bergwerk ist soweit abgebaut, daß man die Ein» slellung der Arbeiten für die nächste Zett erwarten kann. Durch dte tu der Nähe angrstellten Schürfungen und Bohrungen wurden nur so schwache Braunkohlensch'chten nach, gewiesen, daß deren Erschließung als nicht lohnend erscheint. Der Betrieb wird indeffen bis jetzt noch in dem seitherigen Umfang weitergesührt. Dem Vernehmen nach werden im Laufe deö Winters noch so viele Braunkohlenmaffen zu Tage g'jördert werden, daß die Verarbeitung derselben zu Form- k ätzen noch für etwa zwei Sommer Arbeit bietet. Dte hier bergmännisch gewonnenen Braunkohlen find nämlich, ähnlich wie in Meckesheim, Melbach und TraiS Horloff, so kleinstückig, daß man sie ohne Umformung nicht gut verwenden kann. Die Herstellung von Preßklötzen, wie bei den genannten Zechen, wurde indessen hier nicht betrieben. Die d cken Formklötze des hiesigen Werkes waren ein sehr billiges, b iebteS und weithin geholtes Brennmaterial- denn sie b ctbeu sehr lange glühend und ersparen deshalb bei nicht zu großer Kälte das Nachschüren, ja auch daS Feueran. machen am Morgen, denn wer Abends nur etwa die Hälfte ?tneS solchen in den Ofen legte, hatte am andern Morgen noch so viele glühende Kohlen, daß darauf gelegtes Holz so- fort entzündet wurde. △ An« Rheluheffeu, 21. November. Verflossene Nacht wüihete in Planig (Kreis Alzey) ein bedeutendes Schaden- feuer. Acht ausgedehnte Gebäulichkeiten wurden vollständig in Asche gelegt. Bei den Löscharbeiten wurde ein Feuerwehrmann lebensgefährlich verletzt. — In einzelnen Gemeinden der dieSs ttigcn Provinz treten die Masern eptdemiich auf. In Keitenh-im liegt fast die ganze Schuljugend an der Krankheit darnieder. △ Aus dem Rheingau. 21. November. Der Pfarrer Nicolah von Mittelheim feiert kommenden Sonntag sein 60 jähriges Priesterjubiläum. Der noch überaus rüstige Jub lar (geboren 1822 in Winkel) wurde am 23. November 1845 zum Priester geweiht, worauf er im Jahre 1846 als ttjpla i an die L'ebfrauenkirche nach Frankfurt kam. Nach mehrjährigem Wirken dortselbst erfolgte seine Berufung als Profrssor an das Frankfurter Gymnasium, wo er bis zum Jahre 1865 verblieb, um sodann Pfarrer in M ttelheim zu werden. Bei der Redactiou eiugegangene Bücher re.: — Dte Wahrheit. Halbmonatsschrift z^r Vertiefung in die Fragen und Aufgaben deS Menschenlebens. Herausgeber: Cbr. Schrempf. Monatlich zwei Hefte 8'. Preis vierteljährlich 1.80 Mk. Hest52. Fr. Frommantz Verlag (E. Hauff) Stuttgart titeratar und Tlunft. — Renate, eine Studenttnaesckichle, Weißdorn, Gedichte, «erald, Der Krühenhofer, Der Dämon des Kaiser», dies find die Titel von vier Bändchen erzählender Gedicht-, mit denen ber in Darmstadt lebende Schriftsteller Karl Hepp neuerdings an bk Oeffentlichkeit getreten ist. Wir entnehmen einer größeren Besprechung diese neuesten literarischen Erscheinungen, veröffentlicht im «Beil. lagebl/', Folgende«: «Was nach Scheffel und L-aumbach, Storm und Ltngg an deutscher Lyrck productrt worden ist, hat einen wirklich allgemeinen Beifall nicht finden können. Dte Warnen, die ausgetaucht find, haben wohl literarische Beachtung gefunden, tiefe Wurzeln im H-rz-n des Volkes vermochten sie nicht zu schlagen. Jetzt wird von Darmstadt aus ein Mann bekannt, d>r ollem Anschein nach daS Zeug hat, mit seinen Gesängen daS Volksempfinden näher zu berühren. In reiferen Jahren tritt C. Hepp gleich mit vier Arbeiten hervor. Als ein echt dichterischer Geist tritt er unS entgegen. Keines seiner Werke verleugn^ den freisinnigen Standpunkt deS V rfaflerS, der sich gleichwool fern von absichtlicher Tendenz hält, überall die Forderungen der Kunst wahrend. Er besitzt die Fädigkeit, die Form der Darstellung bet Art deS Stoffes anzu paffen. Jede seiner Dichtungen weist eine andere, dem Inhalte an- g-meff-ne Diclion auf, so daß sich die Stimmung des Lesers sogleich dem Geiste der Zeit anpaßt, in welcher die Handlung sich adspielt. Zeugen nun auch helle Streiflichter und treffende Charakter,eich- nungen in „Renate" von Humor und Laune der Studentenschaft und bet von dieser unb dem überlustigen Wildfang, der Jungfrau Renate, gefoppten Gelehrtenpedanterie, so schlägt doch Hepps Muse mehr den Ton des Ernstes an, der den Denker zu der Wahl seiner eigentlichsten Stoffe führt, hier in den oft schwermüthig ausklingenden, aber gedankenreichen und nichts weniger als sentimentalen Liedern „Weißdorn", dort in der patriotischen Hochhebung der echt deut schm Kerngestalt eines „Gerald", der für den von einer maßlos hoch'ahrenden Kurie geächteten und unglücklichm Kaiser Heinrich IV. heldenhaft eintritt und untergeht. Zum höchsten Ausdruck aber bringt es Hepp in dem Werke „Der Dämon d s Kaisers". TiberiuS der unergründliche Schweiger ist auf der Höhe seiner Macht an* gelangt, aber der Sprosse deS julisch claudiichen EäsarenhauseS ist zugleich von heften Entartung, von dessen Weltverachtung und miß' trauischem Menschenhafte befallet. Sein einziger Günstling und Freund, den er aus niederem Stande zur Macht eine« Präfectu« Präiorio erhoben, ist Sejan. Er wird des Kaisers Dämon, und in ihm concentrirt sich das düstere Fatum der Dichtung. Der energische, ehrgeizige Günstling strebt nach dem Scepter des Weltreiches unb schreckt zur Erreichung bteses Zi les vor ben furchtbarsten Handlungen nicht zurück. Zur Herstellung des poetischen Gleichg.wichlS läßt Hepp noch die dämonische Liebesleidenschaft eineS WeibeS, der Livio, hervortreten. Sie bewirkt den Sturz des Usu, patorS, doch von ihr geht zuletzt der Verkiärungsschrin aus, der Über die Leiche des G richteten hinleuchtet. Originelle Behandlung deS Stoff-S, künstlerische Erfindung und gewandte, edle Sprache zeichnm Hepps Werke auS." Wir fügen dem hier an, daß Hepp der Verfasser des im Verlage deS Bibliographischen Instituts in Leipzig erschienenen Werkes: „Schillers Lebm und W rkrn" ist, das ebenso wie bk oben erwähnten Dichtungen in ber Presse die günstigste B-u theilung gefunben hat. Technische Fortschritte. - »ackschüffel« ans Cellulose. Die üblichen Backschüsseln auS Stroh, Wurzeln, Holzfaser, Blech rc. haben den Bedürfnissen der Bäckerei in allen Punkten nicht genügen können; die Ah utzung war eine zu große, die Reinigung erschwert und lästige Jnsecten niftden sich ein. Die Backschüsseln, Mulden, Nester ober Tröge werden beshalb neuerbings mit einer Maschine unter hydraulisch m Druck aus Cellulose (Holzfasern) hergestellt; diese nützen sich kaum merklich ab und die Nässe vom Brodstr-ichen gebt nicht in das Material über, weshalb weniger Slrcumehl erfordert wird. Ein Hauplvorzug der Cellulosebackschüsseln ist ber, daß sie sich stets reinlich halten und vom Ungeziefer verschont bleiben; die Währung des Teig'S wirb nicht beeinträchtigt. W-s b-n Preis der langen ober runden Back-, Schwenk- ober Stutzschüsseln betrifft, so beträgt er z. B. für bas Dutzend Achlpfünder zehn Mark. L. T. — Gin einfaches Mittel znr Verhinderung der fteffeb steiubildung Dieselbe will A Mlcoch in Proszeny dadu ch verhindern, daß er, wie „Fr cks Rdsch." berichtet, einige Stücke von Eichenrinde in den Kessel wirft. Mlcoch versichert, daß die Rinde sich von allen anbeicn Mitteln vortheilhaft unterscheidet, weil sie nicht durch Schaum- ober Gasbildung, auch nicht durch scharfe, zerfetzende Eigenschaiten schädlich wirkt. Ein Bruder des Genannten wendet dieses Mittel schon lange Jahre m l dem besten Erfolge an, trotzdem auf dessen Gute geradezu gräuliche WafterVerhältnisse existtten Das Wasser dort ist derart mit Kochsalz und anderen Mineralien gesättigt, daß ein wöchentliches Ausklopfen des Kessels sicherlich erforderlich wäre, um di fdben vor Gdahr unb Verderben zu schützm; einige Stücke Eichmrinde aber bewirken, duß trotz ft oder Inanspruchnahme eine jährliche Generalreinigung genügt, den Kessel tntact zu erhalten. Freilich muß das Wasser oft abgelassen unb mittelst geeigneter Spritz- LrÄiftel ausgewaschen werden, die Hauptsache aber, bk Kesselsteinbildung zu verhindern, wird mit dem Etn- werfen von Eichenrinde erreicht. Bankgeschäft S. Klein GIESSEN Marktetr. 4. 8972 = A. Gretscher, dessen Neustadt 78. dessen empfiehlt Loose aller genehmigten Lotterien. Prompte Zusendung der Gewinnliste. = Zum Petroleum-Monopol. Wir halten ee für geboten, im IntercMe aller nm Petrolen einen verwandte 3 Dienste leisten ksu achtend IH L Co. rf °'"L J-tSJ W en- Bekannlwachung. Der Voranschlag der Gemeinde Steinheim für 1896/97 liegt vom 26. d. Mts. an acht Tage lang zur Einsicht der Interessenten auf dem Bürgermeisterei Bureau dahier offen. Steinheim, den 23. November 1895. Großherzogliche Bürgermeisterei Steinheim. __Nicklas.___9845 Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Bellersheim für 1896/97 liegt vom 26. d. MtS. an acht Tage laug zur Einsicht der Interessenten auf hiesigem Bürqermeisterei-Büreau offen. Bellersheim, den 22. November 1895. Grobherzogliche Bürgermeisterei Bellersheim. Bovp. 9819 Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Allendorf a. d. Lda. für 1896/97 liegt vom 25. November l. I. an acht Tage lang auf hiesigem Bürgermeifterei-Büreau zu Jedermanns Einsicht offen. Allendorf a. d. Loa., am 21. November 1895. Großherzogliche Bürgermeisterei Allendorf a. d. Lda. __________________________Rein._______________________9818 Unterricht im Brennen, Schnitzen, der Krustier-Malerei und sonstigen Weihnachtsarbeiten wird neben den anderen Cursen an 2 bis 3 Nachmittagen in der Aliceschule gegen mäßiges Honorar ertheilt. Auch Kinder können ihre Weihnachtsarbeiten unter Aufsicht machen. Näheres durch L. Moeser, Gartenstraße 30. 9536 Morgens von 8—12 Ubr im Schullocale. Actienzuckersabrik Udingen in Stockheim. Diejenigen unserer Rübenlieferanten, welche noch im Besitz von Rüben •i-ib, fordern wir hiermit auf, dieselben bis spätestens Donnerstag -beit 28. d. Mts. zur Ablieferung zu bringen. Stockheim, 21. November 1895. Vorstand 9 >39 der Actienzuckenfabrik Büdingen in Stockheim. Zur gefl. Beachtung1! Im Interesse der rechtzeitigen Fertigstellung unseres Blattes richten mir an unsere verehrl. Inserenten wiederholt das dringende Ersuchen, Inserate für die Nachmittags erscheinende Nummer bis IO Uhr Vor mittags, solche größeren Umfanges, wenn möglich, Tags vorher aufgeben |U wollen. Die Expedition des „Gießener Anzeiger." £ Holbert Stuhl Neustadt Nr. 21/23 empfiehlt sein Lager in: Jagdwcsten, gew. und gestrickten Jacken, Jäger- uud Reformhemden, Hautjackeu, Unterhosen, Strümpfen, Socken, Flanellhemden, Handschuhen, Mützen, baumwollenen Betttüchern, Flanellen, Barchenten und wolleneu Strickgarnen (Marke M. & W ). 8842 MIci)trhoff dioslor, Äitdrla*1 Größte Auswahl moderner Regenmäntel, Jaquetts, Capes und Räder, sowie in Kleiderstoffen , Buckskins, Kammgarn zu billigsten Preisen. Täglich Eingang von Neuheiten! 21J 6 H ” □erger’s 8485 Germania Fabrik Robert Berger, PSaineck i. Th. Cacao Zum Todtenfest empfehle große Auswahl in lebenden sowie gemachten Kränzen zu billigsten Preisen. 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