übrig zu lassen. Das sagen uns die großen gedruckten Plakate, die beim Betreten des DomeS sofort die Blicke auf fich ziehen: „Man hüte sich, durch Ausspeien den Boden der Kirche zu verunreinigen, Taschentuch gebrauchen!" Zu dieser energischen Warnung muß doch wohl die Noth gedrängt haben. Auf Fremdenausbeute scheinen die Fuldaer vorläufig noch nicht verlegen zu sein. Weder auf dem Domplatze, noch vor den Thüren der Kirchen stellen sich lebendige Wegweiser zur Verfügung. Unbehelligt und ungefragt konnte ich in den Vormittagsstunden Hauptschiff, Nebenschiffe und Gruftcapelle durchwandern, die in völliger Einsamkeit dalagen, denn alles Leben schien sich in die Promenaden-Allee und den Schloßgarten geflüchtet zu haben, wo man fich noch mit „Nachfeiern" beschäftigt. Will man übrigens den kostbaren Domschatz sehen, der in der Sakristei aufbewahrt liegt, so wird man sich natürlich an den Küster wenden müssen, der dann auch die Führung durch den ganzen Dom übernimmt. Der Besichtigung werth find außer dem Dome die feiner Nordseite gegenüberliegende Mtchaelsktrche im byzan- ttnischen Stile und die Stadt-Pfarrkirche am Friedrichs- markt im Jesuttenstil. Ehe ich von Fulda Abschied nahm, kaufte ich mir natürlich einige jener colorirten Postkarten, ohne die eine Stadt von irgendwelcher Bedeutung nicht mehr auskommen kann. ES ist nun eine bekannte Thatsache, daß der Deutsche keinen schönen Punkt im Landschaftsbilde, keine denkwürdige Stätte aufsuchen kann, ohne daß nicht in ihm das lebhafteste Be- dürfniß erwacht, seine Lieben von hier aus mit Postkartengruß zu beglücken. Diesem Bedürfniß trägt nun die moderne Industrie in gefälligster Weise Rechnung. Es wird bereits ein wahrer Luxus mit diesen Bildnißkarten getrieben. DaS Portrait Fuldas nimmt fich sehr gut auf ihnen auS. Die thurmreiche, unregelmäßig gebaute Stadt mit den fie von allen Seiten begrenzenden Hügeln, wie Frauenberg und Kalvarienberg, Rauschenber'g und Petersberg, Schulzenberg und H atm berg rc. :c. bietet die malerischsten Gesichtspunkte. Wer fich länger in Fulda aufhält, hat wohl acht Tage und darüber zu thun, wenn er allen diesen Bergen mit ihren lohnenden Fernblicken einen Besuch abstatten will. m. 170 Erstes Blatt Dienstag den 23. IM 1898 Die Gießener Isamittendkälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Der Lietzener -itzeiger erscheint täglich, mit Au-pahme de- Montag-. Vierteljähriger Avounementspreisr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezöge» 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Schntstraße Hlr.7. Fernsprecher 51. ’VäÄ Ä* in6 da d en- erfei? wSn* icßcncr Anzeiger Kenerat-Ztnzeiger. Bertitfuog In btt Fra Mr-. Chr. ©dixen. Aich 1.60 Mk. hrd jart. “nbt), MW “»«taltU» S*11 fr '.Ms. äS-ii M-ä: sie: »b w Bücher it. ^nllichen Lebens, ft«. l°8 oder durch jede i seither von Frau M:- llenius bewohnte dx mehrere Mansarden icj 't tDtnb auch früher m itdfa. • Stütt, Wa&nljoffirß rstra'tzr & \\\ v« W ohnuntz m 6 Sitsr ch'vr yi vnmirthe. .xu Dtardurgtr-r.k i5ne Wohnung, mittig it Zubehör, alsbald p r Ehr. -audach 11, strosdorserstrabe i i§, dritter Stock, 6 Ste antbeil und MeichM: n ittbttt. t Haha, Äletchstraße i ■ 2. Stock meines Hai Ecke der Nordanlage, -7 Zimmern, Blüchplq lermiühen. Ehr. Ctyw» stanlage 39 t $arti Zimmer, per 1b. Del. ine Wohnung, 4 Alper 1. Ociober zu? ravkfurterstr. 43^ v m Prof. ve. Weifst drille Sto-k 'fi md-M! . Puckbinder Häuser »U 3*«*’ «eystadt 78, i *»*' am OswaldSgarlt£ ntl FamilienlogisWllt iofort 11 lärtn« Beck" einer I Ä-m Cri°>g- teninW«»tWV l"* * * * * * * * 9 *D'änielH^ velsi'' jer d 3-°^ rthkilt B lu VatteaßÄ^ Anrts- und Anzeigeblntt für den Kreis Gieren. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für de« folgenden Tag erscheinenden Nummer bi- Dorm. 10 Uhr. Gratisbeilage: Hießener Kamitienökälter. Alle AnnoncM'Bureaux deS In. und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. 2lmtiid?er Theil. Bekanntmachung, betreffend Schießübungen. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß das Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm Nr. 116 nunmehr nicht, wie in der Bekanntmachung vom 8. l. Mts. — Anzeiger Nr. 160 — angegeben, in der Zeit vom 23. bis 27. Juli l. I., sondern jetzt vom 30. l. Mts. bis 3. k. M., jedesmal von Vormittags 7 Uhr ab bis 3 Uhr Nachmittags, Schießübungen mit scharfen Patronen in dem Gelände Odenhausen-Geilshausen Bersrod-Beuern-Allertshausen nörd- lich Grünberg abhalten wird. Das vorbemerkte Gelände ist zu diesem Zweck an den genannten Tagen für jeglichen Verkehr abgesperrt und das Betreten des abgesperrten Geländes verboten. Die Schußlinie läuft in der Richtung auf Beuern. Die Straßen Geilshausen-Londorf-Climbach-Beuern- Bersrod-Reinhardshain sind passirbar. Das Regiment wird an den hauptsächlichsten Communi- cations-Punkten Posten ausstellen. Gießen, den 20. Juli 1895. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. V.: Br. Melior. Gießen, den 20. Juli 1895. Betr.: Wie oben. Das Großherzogliche Kreisamt Gietzeu an die Grosth. Bürgermeistereien Allertshausen, Beuern, Bersrod, Climbach, Geilshausen, Lon- dors, Odeuhauseu und Reinhardshain. Die vorstehenve Bekanntmachung wollen Sie alsbald auf ortsübliche Weife veröffentlichen lassen und vor dem Betreten des durch das Schießen gefährdeten Geländes warnen. Weiter wollen Sie die Nachweisungen über etwa ent- fichende Flurschäden sofort nach Beendigung des Schießens am 3. August l. Js. dem Regiment zusenden, damit die Abschätzung rechtzeitig erfolgen kann. I. V.: Br. Melior. Feuilleton. Ein Ausflug nsch Fulda. Neisebriefe für den „Gießener Anzeiger". III. (Nachdruck verboten.) Br. M. Reisen haben unter Anderem häufig das Gute, daß fie irrige geographische Vorstellungen, die sich aus Gott weiß welchem Anlaß tu unserem Hirn eingenistet, entsprechend eorrigiren. Fulda ist eine düstere, verwinkelte und unerquickliche Stadt, hatte ich des Oefteren sagen hören und wohl theil- veise selbst daran geglaubt. Ich genaS nun gründlich von liesem Vorurtheil, als mich jüngst ein sonniger Julitag in laS Weichbild Fuldas führte. Vielleicht hätte ich es kaum günstiger treffen können, denn die Stadt stand noch unter dem Einfluß eines großen Sängerfestes, dessen Nachfeier sich ta Wort, Farben und Ton lebhaft bemerkbar machte. Ueber Fahnen« und Guirlandenschmuck und Stnnsprüche werde ich »ich natürlich nicht verbreiten, denn wie eine geschmückte, zum Fremdenempfang bereite Stadt aussieht, das haben wir ja hier erst vor Kurzem erlebt. Ich möchte nur bemerken, daß flch Fulda durchaus nicht fremdartig in seinem Feftschmuck fühlte, daß er ihm glaubwürdig zu Gesicht stand und daß bie großen Zeugen einer großen geschichtlichen Vergangenheit zu diesem bunten, geräuschvollen Treiben nicht scheel zu sehen brauchten. Fulda ist die Stadt der religiösen und pädagogischen Erinnerungen. Ganze Abhandlungen ließen fich über die Reliquien schreiben, welche das Leben und Wirken großer Apostel und Erzieher Hierselbst aufgespeichert hat. Som Schutzheiligen Bonifacius an bis hinauf zu den Lagen, da Ulrich von Hutten die Fuldaer Klofterschule besuchte. Auf ihr Bonifacius-Denkmal können die Fuldaer Sil Recht stolz sein. Ehrwürdig und schlicht steigt dies ,50 Meter hohe Standbild am Schloßplatze auf, in der Sprache einer idealen Plastik gegenwärtigen und künftigen Geschlechtern das Werk eines glaubensstarken Helden ver- Ladend, auf dessen Anregung im Jahre 744 in dem großen Nr. 29 des Reichs - Gesetzblatts, ausgegeben den 18. d. M., enthält: (Nr. 2255.) Bekanntmachung, betreffend die Einfuhr von Pflanzen und sonstigen Gegenständen des Gartenbaues. Vom 12. Juli 1895. (Nr. 2256.) Bekanntmachung, betreffend die Anzeigepflicht für die Schweineseuche, die Schweinepest und den Rothlauf der Schweine. Vom 16. Juli 1895. (Nr. 2257.) Bekanntmachung, betreffend die Beschäftigung von Arbeiterinnen in Meiereien (Molkereien) und Betrieben zur Sterilisirung von Milch. Vom 17. Juli 1895. Gießen, am 22. Juli 1895. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. V.: Br. Melior. Deutsches Reich. Berlin, 20. Juli. Wie die „Voss. Ztg." aus Stockholm meldet, hat Kaiser Wilhelm bei seiner Abreise von dort dem deutschen Gesandten Grafen von Bray-Stein- burg 1000 Kronen zur Dertheilung unter die Armen in der Hauptstadt übergeben. Berlin, 20. Juli. Gestern Abend brauste über Berlin und Umgegend ein orkanartiger Sturm, dessen Folgen sich erst heute übersehen lassen. Der Orkan fügte den Wald- bestanden und Obstzüchtereien in den nordöstlichen und nördlichen Vororten empfindlichen Schaden zu, riß das Obst von den Bäumen und entwurzelte auf der Köpniker Chaussee mehrere Bäume. Die Schiffe aus der Oberfpree mußten die Segel reffen und Anker werfen, um dem Kentern zu entgehen. Die leichten Holzbauten für die Ausstellung im Treptower Park find nicht beschädigt. Bei Treptow ging ein wolkenbruchartiger Regen nieder, der weite Strecken überschwemmte. Ueber Charlottenburg zog eine 8 Meter hohe Windhose, welche sich jedoch in den Bäumen des Thiergartens verfing und keinen Schaden anrichtete. Ueber den Wannsee ging plötzlich eine orkanartige Böe, welche den Schiffen die Segel zerriß und denselben den Untergang drohte. Die Böe ließ nach den ersten starken Stößen nach und hörte gegen Abend ganz auf. Gleiwitz, 20. Juli. Auf der Cäciliengrube sind colossale Erdmassen zusammengestürzt. Mehrere Bergleute wurden verschüttet. Bis jetzt blieb einer tobt. Zwei wurden schwer verletzt ans Tageslicht gebracht. Köln, 20. Juli. Der „Kölnischen Zeitung" wird aus Brüssel gemeldet: Verschiedenen Nachrichten zufolge find im Bezirke des Aruvimi ernste Unruhen der Eingeborenen gegen die Beamten des Congostaates ausgebrochen. Lieutenant Bock wurde zur Niederwerfung derselben abgefandt. Ausland. Lemberg, 20. Juli. Die polnische Studentenschaft sandte ein Beileidstelegramm an Frau Stambulow. Heute wird der Letzteren auch eine Adresse mit mehreren Tausend Unterschriften übermittelt. Die polnischen Frauen wollen eine besondere Adresse schicken. Brüx i. Böhmen, 20. Juli. In voriger Nacht stürzten hier infolge Schwimmsandes mehrere Häuser ein. Zwei Gebäude sanken spurlos in die Erde. 18 Häuser stürzten thetls ganz zusammen, theils wurden sie stärkte schädigt. Das Bahnhofsgebäude und das Hotel Siegel befinden fich unter den zerstörten Häusern. Die Geleise der Aussig-Teplitzer Bahn lenkten sich- der Verkehr wußte sifttrt werden. Zahlreiche Einwohner von Brüx haben bei dem Einsturz nur das nackte Leben retten können. Die Panik ist unbeschreiblich. Die Wasser- und Gasröhren sind zerstört. Der in Gefahr befindliche ganze Stadttheil ist abgesperrt. Die Einwohner desselben mußten die Häuser räumen. Der Schaden beträgt 2 Millionen Gulden. Beim Bahnhofe, welcher vollständig verloren ist, hat fich ein 20 Meter großes Loch gebildet. Zehn Personen, darunter zwei Kinder, werden vermißt. Loudon, 20. Juli. Nach einer Meldung des „Reuter'schen BureauS" aus Tanger werden die deutschen Kriegsschiffe solange in den marokkanischen Gewässern bleiben, bis die Antwort des Sultans auf die Forderungen Deutschlands in Tanger eingetroffen ist. Die Antwort wird in ungefähr zwanzig Tagen erwartet. Sollte nicht vollständige Genugthuung gewährt werden, so würden energische Schritte gethan werden. Deutschlands Verhalten wird von den fremden Ansässigen gebilligt. Sofia, 20. Juli. Heute Mittag wurde hier ein Aufruf an die bulgarische Armee colportirt, worin die Truppen aufgefordert werden, nach Macedonien zu kommen und sich an den Kämpfen gegen die Türkei zu betheiligen. Der Aufruf Buchenwalde, der fich vom Main bis zur Werra und von der Rhön bis zum Vogelsberg erstreckt, jenes Kloster entstand, in dessen Nähe sich zuerst Mönche anfiedelten, um deren Zellen dann die Dörfer entstanden. Der Denkmalssockel trägt keine andere Inschrift als: „Das Wort deS Herrn bleibet in Ewigkeit." (Verbum Bomini manet in aeternum.) In dieser Sentenz ruht das Geheimniß der Culturarbeit deS großen „Apostels der Deutschen", der in die dunklen germanischen Wälder ein- rückte, mit keinen anderen Waffen ausgerüstet, als sie ihm das Denkmal gibt: Kreuz und Bibel. Im Dome, der wenige Schritte links vom Schloßplatze gelegen, können wir an Statuen, Glasmalereien und Votiv- tafeln die fernere Entwickelung des Missionswerkes Winfrids verfolgen. Von der Geschichte des Bischofssitzes Fulda geben uns diese Räume inhaltvolle Kunde. Der Eindruck, den man von der Architectonik des eine kreuzförmige Basilika mit zwei Chören und zwei Krypten bildenden Domes empfängt, ist an und für fich schon ein großartiger. Die PeterSkirche in Rom hat offenbar dem Bau zum Vorbilde gedient. Die Stuckarbeiten an den Gewölben und Pilastern im Inneren, die reiche Verwendung von Gold und Marmor an den Altären bezeugt das prachtliebende Wesen des Renaissancestils. Vom Chor hinter dem Hochalter führen steinerne Treppen zu der größten Sehenswürdigkeit, zu der Bonifacius- Capelle, deren Hauptaltar die Gebeine des Heiligen umschließt. Am 5. Juni wird alljährlich das Gedächtniß desselben gefeiert. Opferstöcke im Dome nehmen Gaben zur Ausschmückung der Grabcapelle in Empfang. Die Glasmalereien schildern in jenem für die Kirchengeschichte so passenden Ausdruck naiver Frömmigkeit, die letzte Stunde von Bonifacius, seiner treuen Missionsgehilfin Lioba und seines eifrigsten Schülers, des Abtes Sturmius. In dem stillen, halbdunklen Raume könnte man sich den andächtigsten Gefühlen überlassen. Meine Stimmung ruhiger Beschaulichkeit wurde jedoch wiederholentlich durch die weltlichen Geräusche einer benachbarten Kegelbahn gestört, die fich hier hart neben dem Frieden der Grabcapelle bemerkbar macht. Die Pietät der Leute scheint manchmal sehr zu wünschen ist von elf bulgarischen Reserve-Offizieren unterzeichnet uud aus Macedonien datirt. Sofia, 20. Juli. Georgien, ist überführt worden, den ersten Schuß auf Stambulow abgegeben zu haben. Nerrefte Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau. Berlin, 21. Juli. Die „Statistische Correspondenz" beziffert den Saaten st and in der Preußischen Monarchie um Mitte des Juli wie folgt: Winterweizen 2,6, Sommerweizen 2,9, Winterspelz 2,4, Winterroggen 3,1, Sommerroggen 3,2, Sommergerste 2,7, Hafer 3,0, Erbsen 3,1, Kartoffeln 2,5, Klee 2,8, Wiesen 2, wobei die Ziffern 1 bis 5 die Prädicate: sehr gut, gut, mittel, gering, sehr gering repräsentiren. Berlin, 21. Juli. Wie die „Deutsche Sonntags-Post" schreibt, fand in der vergangenen Woche eine Enquete über die Verhältnisse des Handwerkerstandes tm Reiche statt. Dieselbe wurde mittelst Stichproben gewonnen. Wie man hört, darf darauf gerechnet werden, daß die Ergebniffe der Erhebung bis zum Anfang Ocrober d. I. verwerthbar vorliegen werden. Rom, 21. Juli. Heute Nacht VJ2 Uhr fand in der Nähe der Insel Tino bei Spezia eine Colission zwischen dem italienischen Dampfer „Ortigia" und dem Dampfer „Maria" .statt, welcher letztere 178 Passagiere an Bord hatte. Die „Maria P" sank. 148 Personen sind ertrunken. Genua, 21. Juli. Ueber den Zusammenstoß der italienischen Dampfer „Maria P" und „Ortigia" wird noch gemeldet: Der Dampfer „Maria P/z befand sich auf der Fahrt von Neapel nach Genua und hatte 17 Mann Besatzung und 173 Passagiere an Bord, die sich in Genua umschiffen wollten, um nach Südamerika weiterzureisen. Der Dampfer „Ortigia" war gestern Abend von Genua abgegangen. Beide Dampfer bemerkten sich erst, als der Zusammenstoß unvermeidlich war. Der Bug der „Orthigia" drang sechs Meter in die Seite der „Maria P", die in drei Minuten sank. Die meisten Passagiere schliefen und hatten nicht Zeit sich zu retten. Die „Ortigia" blieb bis zum Morgen an der Unglücksstätte und rettete 14 Mann der Besatzung und 28 Passagiere. Die Marinebehörde in Spezia sandte eine Barke an die Unglücksstätte. Eine Untersuchung ist eingeleitet. Heruö'sand, 21. Juli. Vorgestern nahm Se. Majestät der Kaiser das Abendeffen in der Offiztermeffe der „Hohen- zollern" ein. Gestern machte Se. Majestät einen längeren Spaziergang an Land. Heute Morgen hielt Se. Majestät Gottesdienst ab,- Nachmittags findet eine Segelregatta zwischen den Kuttern der „Hohenzollern" und „Gefion" statt. Depeschen des Bure«« „Herold". Berlin, 21. Juli. Das „Kleine Journal" meldet aus Sofia: Schon auf dem Wege vom Trauerhause nach der Kathedrale fanden an. der Stelle des UeberfalleS große Demonstrationen statt. Dieselben wurden vonGensdarmen gewaltsam unterdrückt, wobei der sganze Trauerzug vorübergehend auseinandergesprengt wurde. Die Demonstrationen wiederholten sich Abends in ruffophilem Sinne und nahmen bald einen ernsten Character an. Nach 7 Uhr zog ein Hausen von etwa 300 Mann vor das französische Con- sulat. Der Führer ließ Halt machen und hielt eine revolutionäre Rede, worin er zu einer Demonstration für Rußland aufforderte. Wiederum drängte die Gensdarmerte die Menge zurück, welche sich dann langsam zerstreute. Das schroffe Verhalten der Familie Stambulows hat zur Verstärkung der Gegensätze viel beigetragen. Pofen, 21. Juli. Bei der gestrigen Stichwahl im Reichstagswahlkreise Meseritz-Bomst wurden bis jetzt gezählt für den Rittergutsbesitzer v. Dziembowskt (freicons.) 3468 und für Szymowökt (Pole) 2596 Stimmen. Heidelberg, 21. Juli. DaS anläßlich des 4. allgemeinen deutschen Journalisten- und Schrift st ellertages gestern Abend auf dem Schloßhofe veranstaltete große Schloß- und Kellerfest, an welchem 3000 Personen theilnahmen, nahm einen glänzenden Verlauf. Ein in später Stunde das Fest überraschender Regenschauer konnte die Stimmung nicht beeinträchtigen. Heute Vormittag 10 Uhr fand die letzte geschäftliche Sitzung statt. Als Vorort wurde Hamburg für ein weiteres Jahr gewählt. Es bleibt dem Vorort Hamburg die Bestimmung des nächsten Tages überlassen. Die Versammlung nahm von der Einladung nach Berlin dankbar Kenntniß. Heute Nachmittag werden Ausflüge in ver- schiedenen Partieen nach dem Neckarthale unternommen. Die Rückfahrt erfolgt zu Wasser. Hieran reiht sich eine Beleuchtung des Schlaffes, sowie ein Abschieds-Banket im Museum. Paris, 21. Juli. Unter dem Titel: „25 Jahre später" veröffentlicht das „Petit Journal" eine Uebersicht über den Krieg von 1870/71 und zählt alle Generäle und hervorragende Militärs auf, welche den Krieg 1870/71 mitgemacht haben und heute noch in der französischen Armee stehen. Das Blatt schließt mit der Hoffnung, die junge Generation der Militärschulen möge nie das schreckliche Jahr 1870/71 vergessen. Sofia, 21. Juli. Beim Leichenbegängnis Stambulows kam es mehrfach zu argen Skandalen. Eine große Menge Pöbel niedrigster Sorte, von dem man annimmt, daß er angeworben war, insultirte fortgesetzt die Theilnehmer an dem Leichenbegängniß, sodaß wiederholt eine große Panik entstand. Die Gendarmerie schritt energisch ein. Die dem Leichenzuge voranschreitenden fremden Diplomaten mit ihren Damen mußten sich zurückztehen. An dem Friedhöfe waren die Gräber PanitzaS und seiner Hingerichteten Genoffen von ihren Anhängern stark besetzt. Wiederholt mußte die Gendarmerie die johlende und schreiende Menge zur Ruhe bringen. In der Stadt herrscht große Aufregung. Man befürchtet für die nächsten Tage ernste Demonstrationen. Sofia, 21. Juli. Unter den zum Leichenbegängniß anwesenden Deputationen befand sich eine aus Varna. Der Führer derselben schwur am Sarge, Stambulow zu rächen. Sofia, 21. Juli. Zahlreiche Kränze wurden auf dem Sarge Stambulows niedergelegt. Die Inschriften lauten: „Dem Befreier Bulgariens", „dem Märtyrer der Freiheit", „dem besten Patrioten". Gerkow, Petkow und ein Dritter hielten Reden im Trauerhause, an der Stelle, wo der Ueber- fall geschehen, und am offenen Grabe. WB. Genua, 22. Juli. Der Untergang der „Maria P" ist durch falsche Schiffsbewegung veranlaßt; wen die Verantwortlichkeit trifft, ist noch nicht festgeftellt. Das Schiff wurde beinahe in zwei Theile geschnitten. Der Kapitän der „Maria P" erzählte, er habe die Niederlassung der Böte befohlen, die Zeit sei aber zu kurz gewesen, da sein Schiff binnen drei Minuten unterging. Von einer auS sieben Köpfen bestehenden Familie wurde nur ein achtjähriges Kind gerettet. Die „Marie P" war versichert. Die Anzahl der Tobten ist 144, doch sind die Ziffern noch nicht endgiltig festgeftellt. Es herrscht hier große Aufregung. Der Krieg von 1870|71, geschildert durch Ausschnitte aus ZeitungS-Nummern jener Zeit. (Nachdruck verbotm.) 23. Juli. Wie der General v. Moltke und v. Werther, der norddeutsche Botschafter in Paris, sich ausgesprochen haben, find die Franzosen in Betreff ihrer Kriegsbereitschaft erheblich weiter zurück wie der norddeutsche Bund bei seiner trefflichen Organisation und wird Frankreich hiernach weit später ein ebenbürdiges Heer an die Grenze werfen können als Deutschland. Karlsruhe, 23. Juli. Die deutschen Truppen haben mit bestem Erfolg die Kehler Rhetnbrücke gesprengt. Ceeaks rrir- Meßen, den 22. Juli 1895 ** Aus dem Justizdieust. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, dem Amtsrichter bei dem Amtsgerichte Gießen Karl Dorn seif und dem Amtsrichter bei dem Amtsgerichte Darmstadt I Georg Dieffenb ach den Charakter als „AmtSgerichtsrath" zu ertheilen. — Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 20. Juli den Amtsrichter bei dem Amtsgerichte Wimpfen Wilhelm Sander zum Oberamtsrichter bei diesem Gerichte zu ernennen. •• Der Fackelzug unserer Studentenschaft zu Ehren des Herrn Geheimrath Profeffor Dr. Oncken ist am SamStag trotz des ungünstigen Wetters programmgemäß verlaufen. Herr Professor Oncken nahm, in der ersten Etage seines Hauses am offenen Fenster stehend, die Huldigung der Studentenschaft entgegen. — Stud. jur. Nikolaus Franz richtete, als sich der Zug vor dem Hause des Jubilars aufgestellt hatte, folgende Ansprache an denselben: Hochgeehrter Herr Geheimer Hofrath, werther Herr Professor! 25 Jahre sind mit diesem Semester verflossen, seit Sie den Lehrstuhl an der hiesigen Universität bestiegen. So ernst und schwierig die Zeit des Beginns Ihrer Lehrthätigkeit war — fiel er doch gerade in eine durch Krieg beunruhigte Zeit — so schön und friedlich war der weitere Verlauf derselben, denn jene Reihe herrlicher Siege, deren 25 jährige Wiederkehr wir alsbald überall festlich begehen werden, schaffte bald wieder den Frieden, unter dessen Schutz allein ein Blühen und Gedeihen der freien Wissenschaft möglich ist. — Soll ich alle Verdienste aufzählen, die Sie im Laufe der 25 Jahre auf dem Gebiete der Wisien- schaft erworben? Nein, es genüge, daß Sie sich die Harzen und Sympathieen der hiesigen Studentenschaft gewonnen haben. Dies beweist auch der heutige Fackelzug, den die Gießener Studentenschaft zugleich mit den herzlichsten Glück- wünschen Ihnen als ein kleines Zeichen der Dankbarkeit und Anerkennung darbringt. — Zu gleicher Zeit schließen wir den Wunsch an, daß es Ihnen noch lange vergönnt sein möge, an unserer alma mater zu wirken und daß es Ihnen vergönnt sei, so wie heute Ihr 25jähriges, auch Ihr 50jähriges Jubiläum hier zu feiern. Und in diesem Sinne, meine Herren Commilitonen, ersuche ich Sie, mit mir einzustimmen in den Ruf: unser verehrter Jubilar, Herr Geheimer Hofrath Professor Dr. Oncken, er lebe hoch! Drei Mal ertönte das Hoch. — Herr Profeffor Dr. Oncken sprach hierauf mit weithin vernehmbarer Stimme Folgendes: Commilitonen! Ich danke Ihnen von ganzem Herzen für die große Auszeichnung, die Sie mir erwiesen haben, für den wundervollen Fackelzug und die ehrenden Worte, die eben an mich gerichtet worden sind. Ich nehme sie an für die Universität, die mich vor 25 Jahren berufen hat und in deren Dienst ich grau geworden bin. Ich nehme sie an als Ihr Bekenntniß zu denselben Idealen, denselben wiffenschaftlichen und vaterländischen Idealen, denen ich zugeschworen habe seit meiner Jugendzeit und denen ich treu bleiben werde bis zur letzten Stunde. Den Beschluß aber, durch den diese Kundgebung eine That unserer ganzen Studentenschaft geworden ist, begrüße ich als ein wahrhaft glückverheißendes Ereigniß in der Ge schichte unserer Universität. Die Eintracht und der Einmuth der studentischen Jugend ist die beste Bürgschaft ihrer Zukunft, die sicherste Gewähr ihrer Blüthe, ihres WachSthums und Gedeihens in kommenden Tagen. Der Zukunft unserer Hochschule gelten in dieser festlichen Stunde unsere besten Wünsche. — Möge sie sein und bleiben was sie bisher war, ein Sitz ernster Arbeit und fröhlicher Burschenlust, eine Stätte strenger Wtffenschaft und freier academischer Selbsterziehung, eine Schule tapferer StaatSgesinnung und warmer begeisterter Vaterlandsliebe, zum Heile unseres Landes, zur Freude unseres jugendlichen Rector Magnificen- tissimus, zur Ehre und zum Segen des Kaisers und Reiches. Unsere alma mater Ludoviciana sie lebe hoch! hoch! hoch! ** OuckeuAubiläu«. An dem gestrigen Festmahl h- der Freimaurerloge haben theilgenommen der Ausschuß der Studentenschaft, der Vorstand des Nationalliberalen Vereins und der Vorstand des Kronbauer'schen Cluartctt Vereins. **Pr. Neues Theater. Die gestrige Wiederholung de« „Obersteigers" sand wiederum vor gut besetztem Hause statt. Leider mußte das Publikum die unangenehme Enti täuschung hinnehmen, daß die Orchesterbegleitung durch Klavier ersetzt wurde, waS Vielen den vollen Genuß der sonst recht guten Vorstellung arg verkümmert haben wag. Orchester ist zur Begleitung von Oper und Operette un< bedingt erforderlich, und ist auch durch die beste Klavierbegleitung nicht zu ersetzen. Ueber die Aufführung seldß können wir unS nur lobend aussprechen- jeder der $)» fteller that sein Bestes zum guten Gelingen des Ganze». Herr Biedenweg als Vertreter der Titelrolle, sowie Herr Schlegel und Frau Hein als Ehepaar Zwack waren er namentlich, die sich durch gute Darbietungen auszeichnete» und dafür reichen wohlverdienten Beifall ernteten. Auch dir übrigen Rollen waren gut besetzt und wurden von ihre» Vertretern befriedigend durchgeführt. Auch der Chor thar diesmal seine volle Schuldigkeit, so daß die gestrige Vorstellung als eine gut gelungene bezeichnet werden kann. ** Vom Polizeiamt. Wie verlautet, wird der wegen Krankheit schon seit längerer Zeit beurlaubte Herr Polizei- rath Fresenius demnächst in den Ruhestand treten. Als dessen Nachfolger soll Herr Dr. Kratz in Darmstadt ausersehen sein. ♦* Sachbeschädigung. In der Samstag Nacht wurde auf dem Nähr ungSber g ein Gartenhaus demolirt und auch Bäume beschädigt. Da sich am Thatort eine Militär- mütze und ein Knopf von einer Uniform fand, dürfte eS gelingen, den Thäter zu ermitteln. Derselbe war nämlich aut in den unter dem Gartenhaus befindlichen Keller gefallen und dürfte sich verletzt haben. ** Unvorsichtiges Fahren. In der Ost anlag e gerielh Samstag Abend ein 5 jähriges Kind unter die Pferde einer Militär-Fuhrwerks und wurde leicht verletzt. Den Lenker des Wagens soll die Schuld treffen, weil er im Trab u« die Straßenecke gefahren. ** Einbruch. In der Mansarde eines hiesigen Hstell । wurde gestern Abend ein EtnbruchSdiebstahl berttbt, wobei dem Kellner 170 Mk. gestohlen wurden. ** Radfahrsport. Zu den schönsten Hoffnungen berechtig! I unser jugendlicher Rennfahrer Karl Duill von hier, der sich eben in bester Form befindet. Er hat gestern in eil" stade»- ,n bi" " . «sotven°» * A C‘"'8 6 llhl / S-llttb°ch «jf hone st« ar Wit »er L. W GeMverein t vMstv- tit angtmell ! alten, nah« Ht E not nie . - iW W1 lasse", trafen I treffen Wto -Werbhl ÄMr W rar, Notz 6| kni! all die Sinnbild, ?;qfn nennen' x-n LandeSsüks Xiuten die Ut Melde mit eh hebend schloß . Mheiln! ■einen notgetroi u'd konnte w iolgir, die 8i Fest wieder d titib zu verbri Md-Mi ^agb wurde »ngeschosseu. Nähe sich befi :ungen Manu t üiiann verstau Heidelberg im 4000 Meter-Fahren den ersten Preis, bestehend aus einer goldenen Medaille, 2 Leuchtern und 1 Standuhr unter 19 Fahrern errungen. Nächsten Sonntag gedenkt er in Darmstadt zu starten. Wünschen wir ihm bei besten Erfolg. ** Militärdieustuachrichten. Werner, Hauptmann unb Comp.-Chef vom Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.j Nr. 116, in das 6. Pomm. Inf. Regt. Nr. 49, v. Stoessel, Hauptmann k la suite des Füs.-Regts. von Steinmetz (WeftfL'..' Nr. 37 und Lehrer bei der Kriegsschule in EngerS, all Comp.-Chef in das Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, versetzt. ** Ernennungen. Der Kreisarzt des Kreisgesundheit-- amtes Alsfeld Dr. Ferdinand Schwarz in Alsfeld wurde zum Kreisarzt des Kreisgesundheitsamtes Heppenheim unb der Kreisasfisttnzarzt des KreiSgesundheitsamteS Schotten, mit dem Amtssitz in Gedern, Dr. Wilhelm Johann D örinkei zum Kreisarzt des KreiSgesundheitsamteS Alsfeld ernannt. ** Kirchliche Dienstnachrichten. Am 4. Juni wurde de« Pfarrer Dr. Bruder zu Dieburg die katholische Pfarrstelle zu Eppertshausen im Decanat Dieburg, — an demselber Tage wurde dem Pfarrer Loh rum zu EberSheim die katholische Psarrstelle zu Alsheim im Decanat Osthofen, — i demselben Tage wurde dem Pfarrer Schröder zu Gunteü blnm die katholische Psarrstelle zu Offstein im Decanat WormS, — am 6. Juni wurde dem Pfarrverwalter M alzi zu Offstein die katholische Psarrstelle zu Neckar-Steinach tat Decanat Heppenheim übertragen. ** Schuldienst Nachrichten. Am 26. Juni wurde de« Schullehrer Carl Reineck zu Bodenrod die zweite Lehrer- stelle an der Gemeindeschule zu Wohndach, Kreis Friedberg , — an demselben Tage wurde dem Schulamts« aspiranten Heinrich Presser aus HelperSheim eine Lehrer« stelle an der Gemeindeschule zu Ober-RoSbach, Kr. Friedberg, — am 1. Juli wurde dem Schullehrer Johannes Reuhl zu Stammheim die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Bauernheim, 5kreis Friedberg, — am 6. Juli wurde de« Schulamtsaspiranten Carl Schlechtweg aus Dittelsheim eine Lehrerftelle an der Volksschule zu Gießen übertragen. ** Erledigte Lehrerstelleu. Erledigt find: Eine mit eine« evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerftelle an der Gemeinde« schule zu Bretzenheim, Streik Mainz, mit einem jährlichen Gehalte von 1000 Mk. Eine mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Landen- Hausen, Kreis Lauterbach, mit einem jährlichen Gehalte voo 900 Mk. Mit der Stelle kann Organistendienst verbunden werden. Die mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Wettershairi Kreis Gießen, mit einem jährlichen Gehalte von 900 M Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Die M katholischen Lehrern zu besetzende zweite und dritte Lehm* stelle an der Gemeindeschule zu Klein-Krotzenburg, Kreis Offenbach, mit einem nach dem Dienstalter sich bemessend» jährlichen Gehalt von 1000 bis 1500 Mk Friedberg, 20. Juli. Eine Beschwerde der Einwohner der Stadt Friedberg, wegen Veruneinigung des Ufa* wassers, ging heute mit mehreren hundert Unterschriftta versehen, an daS Großh. Ministerium ab. n. Friedberg, 21. Juli. Die bei Fauerbach, etwa 20 Minuten von hier errichtete Straßenbrücke über die Ufa muß umgebaut werden. Die Arbeiten daran solle« ' gtanllat Ibtl Zovlogi »ersten ßuliwoc imerkwürdig ist ilopfes (Phry Deute« Maule । Hrt, bltllratuS ihi «b hx Sage r Königin Aevyaii "xrswLangoW Hstsserstessn. :a!k 120 tyoti verkauft werde nur vorl Wut fytmpla Vil Mit demse! 2 inere, sowie ein toi) einer Reihe , Die Pxämi Mw KchM L Loch a 1 »L Kloß unb Berd .Die zur - §-uthgrabens c : !.rche erforderli 'Jpie die Lief .^tern Lte «•-•SS "Mer, Tamstaa, Dory |r,W Verdun. K?J* b- ofi । 11*228 j ®lttmod) hti EO Z L. LL L. Eine große Erfrischung Casseler Das Coinite. Bieker scheu Saale, etc. 6193 <223 •1 Handlung von Thören etc 6215 Carl Schwaab, Hoflieferant. 00 6256 Bor«, Gerichtsvollzieher. H. Wiun. bei 17 sehr gut erhalten, von dem Abbruch des Schulhauses in der Schulstraße, werden billigst abgegeben. Näheres sterilisirt, keimfrei, fertig zum Gebrauch. werden im Neustadt 55: 1 Partie Qualität, bücher, F. Hoffmann, Concursverwalter. G. K. Simon, Bahnhofstraße. von etc. Das Stadtbauamt. Schmandt. verkauft 6241 Thermometer: min. 4- 99 R., max. 4- 15° R. Hygrometer: Feucht. Dienstag den 23. Juli, Nachmittags 2T/2 Uhr, Versteigerung. Dienstag den 23. d. Mts ca. JL 500,000; 400,000; 300,000 zur Auszahlung gelangenden ca. 25 Millionen Mark bis zu JL 35.000; 20.000: 10,000 Glasschränke, Secretäre, Nähmaschinen, 2 Hobelbänke, 1 Quant. Buchen- werkholz, 1 Anzahl Stahlstiche und Oelgemälde, Spiegel, 1 Pianino, 1 Sommerwagen, 3 schw. Wagen, versch. Wirthschastsinventar, Glas, und Porzellanwaaren u. v. a. Geißler, Gerichtsvollzieher. 6202] Eine eichene, große Waschbütte, fast neu, billig zu verkaufen. Marktstratze 14. Eine große Erfrischung und Erquickung ist es, sich in der heißen Jahreszeit, in welcher die Hautthätigkeit an sich eine besonders große, aber nach körperlichen Anstrengungen eine noch wesentlich erhöhte ist, zum Waschen der Patent - Myrrholtn • Seife zu bedienen, welche durch die Dr. Wackenroder L Cie. in Cassel. Znsen **00.00 ffitden X 00,00, Lein JC 00,00,Kartoffeln.*800, «samen v*L 20,10. S Lauterbach, 18. Juli. Ter heute hier abgehaltene Vieh- markl war mtt Rindvieh schwach (etwa 200 Stück), dagegen mit ?ü6e (gewöhnliche) kosteten das Stuck 180 bis 200 Mk., frischmelkende das Stück 250 bis 300 Mk. Mnbtt 180 bis 220 Mk. Das Paar 3jährige Stiere kostete 500 bis 600 Mk., das Paar 2jährige 400 bis 500 Mk. Im Allge- waarr £atxbd infolge der seitherigen trockenen Witterung a?n, Schweinen waren angefahren ca. 500 Stück, meistens Fruhjahrsferkel, sogenannte Einlegefchweine, welche viel verkauft wurden, das Paar kostete 70 bis 100Mk. KleineFerkel, 6 bis lOWochen alte, waren fast gar nicht begehrt und wurden dieselben fast sämmt- lich wieder nach Haus gebracht. Fette Schweine und Zuchtschweine waren nicht vorhanden. Auch der Handel in Schweinen war gedrückt Als Grund hierfür ist anzunehmen, daß die fetten Schweine sehr billig sind (42 bis 44 Psg. das Pfund). Der nächste Markt hier findet Donnerstag den 15. August statt. Unterhaltungen zu Bad-Nauheim in der Woche vom 23. Juli bis 28. Juli. Die Kurcapelle spielt täglich Morgens von 7-8 Uhr an dem Kurbrunnen, Nachmittags und Abends siehe unten, bet weniger als 10° R. Wärme im großen Speisesaale des Kurhauses. Dienstag den 23. Juli, Nachmittags von 5 bis 7 Uhr: Concert der Kurcapelle auf der Terrasse. Abends 8 Uhr im Saale: Wohl- thätigketts-Concert zum Besten des im Bau begriffenen städtischen Krankenhauses für Kranke jeden Alters und Glaubens, besonders auch für Kurgäste. Mittwoch den 24. Juli, Nachmittags 4o/o Frkf. Hyp. Cred. V. 101.20 3«/,°/oPreuß.Hyp.A.Bk.unk.b.l9OO 1O1.5S 4o/o DeutfcheGrdsch.B.unk.b.lS04 105.C0 4o/o Pomm.Hyp.A.Bk.unk.b.lSO4 106.60 dto. 31/i°/o 101.30 40/0 Fr«rkf. Lendw. Cred. Bk. 103.10 Darmst. Bk.-Actte» 336. Vi Brief 4.16 gesucht 6231 Gesucht Exped. d. Bl erbeten. d. BO erbeten.^--- —6232 etn gewandtes Mädchen, welches felbfh 6250] Dienstmädchen sofort gesucht, ständig kochen kann, in ein kleineres Hotel Steiristratze 35. Asterweg 7. 104.40 100.00 104.5G 104.60 00.(0 20 Frenken-St. Sn gl. Sovereigns , DsUZkrs hi Gstd Brief 16.26 20.40 4.19 ®ti> 81.00 16820 4.« Frau Kloos, Airankfurterstratze 91 ]. an 6239 Mermischte Anzeigen. Hiermit warne ich Jedermann,! Niemanden auf meinen Namen etwas ' f zu borgen, da ich keine Zahlung leiste., osteten 85.50 103.90 27 .CO 90.60 1887 3710 10LOO 101.00 L-otso, 20.1 Rider ß ai» Unionij t;n<* ofitntn® ton Tia^vn H w riv Löt Fenstn ehnwn1 6252] Kleines Zimmer mit Kost zu vermietben. Lindenplatz 7. 6249] Einfaches Fräulein oder Wittwe ohne Kinder, tüchtig und zuverlässig, und Am vorigen Viehmarkte ist mir1 -f ein circa 4 Monate altes Mutter- 1 kalb, Weißkopf, ferner am linken < 4 Ohr gezeichnet, vom Marktplatze aus abhanden gekommen. Wer mir;। den etwaigen Verkäufer nennt oder' mir das Kalb sonst ausfindig macht,' Ä erhält obige Belohnung. Platzes, per 1. October zu vermietben. A. Dickor^, Schanzenstr. 8. schöne Wohnung mittlerer Stock, * Zimmer m. Znbeh., per 1. Lctdr. oerschikiiknen Nualitäts-Mchnngkn empstehft zu Mark 1.40. 1.60, 1.80 und 2.— Eberh. Metzger 6155 Am Markt, Mittwoch den 24. Juli: 6257 Große Tanzmusik. ■ In verm. Stähere» das. Parterre. | Ö706J Der mittl. Stock, 4 Zimmer mit I Zubehör und Mitbenutzung deS Bletch- gibt bürgerliche« Privat- Mittagstisch. Offerten unter 1OO K. an die Exped. d. Bl. 6259 A»s«deo«rser 166.00 | Oesterr. Credit-Actien Geldsorte« f «Selb 3'7o Oesterr. St«tSd«hn v. 1885 91.90 4 Ühr \ 5obt,prei§ „ . . ______ Ab Wald 7 Uhr s 2V Pfg. nach auswärts. Näh in der Exped. d. Bl. An Wochentagen Fahrkartenooroerkauf bei «. & G. Wallenfel» (Telephon 46). 6205] Ein möbltrtes oder unmöblirtes [ Zimmer zu vermiethen. 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St.-Obl. do...... 106.10 104.70 99.90 105.70 104.80 100.35 106.25 107.10 105.10 102.80 103.— 106.50 104.75 33.15 38.20 89.80 53.90 104 25 85.8u 84.10 41.85 27.30 105.80 104.40 99.65 105.20 104.50 100.- 106.25 106.65 105.— 103.- 106J3 104.50 32.90 37.- 89.40 53.40 108.9i 85.50 84.10 40.95 27.10 5 4 i 3' 5 5 1 5 1 1 t > 41 l» v 5' 1 o 5 3 3' 3' 3' 3' f 3' l 3‘ i 2 r Rum. am. Nie. Rufs. Obl. v.80 Schwed. Obl. . do....... Serb.Gld.-Rte. do. Tab.-Nte. Spanische Rte. Türk.Zoll-Obl. do.conv.Lit.6. do. Lit.D. Ung. Gld.-Rte. do.Kron.-Nte. do.E. B. Gold v. 1889 . . . Arg. inn. Anl. do. äuß.v.1888 ChinesischeAnl. (ägyptische unif. Mexic. v. 1890 do. Eisenb. . do. Silber. . Stäbtr ®bt. Franks, d.1893 Darmst. 88 94 Gießen .... Mainz..... Offenb. 0.1892 Wiesb. „ 1887 Worms.... Worms.... 100.30 102.05 100.70 101.15 69.80 70.05 68.80 102.10 27.90 25.70 104.35 99.80 106.35 58.40 48.30 108.— 105.10 92.45 79.- 26.40 102.85 103.10 102.40 102.15 102.80 101.95 100.— 101.80 100.4H 100.95 70.40 70.25 67.50 102.10 25'65 103.90 99.15 105.80 56.70 49.50 107.20 104.75 90.61 78.- 25.90 102.91 103.05 102.40 101.95 102.80 101 90 4 4 <7, 37, 37, 37, 37, 4 4 4 37, 4V, 4 4 4 4 3 5 4 3 3 3 3 Lissabon. . . . Rom II—VIII Buenos - Aires v. 1888 . . . Ataubeshrl.Aul. do. S.-Braunf. do. Solms-Lich do.Jsnb.-Birst. Grfl. S.-Laub. Siseub.'-riorii. Deutsche. Heff. Ludw. v. 1868/69 . . bo.D. 1874 . . do. v. 1875/78 do....... 74.75 88.90 78.80 100.80 102.— 89.50 101.70 102.70 102.70 102.90 106.20 104.— 102.65 103.40 73.35 118.85 104.90 94.85 92.95 91.90 92.80 72.80 88.50 79.70 100.80 102.— 91.70 101.70 103.— 103.— 102.15 104.30 102.80 72.65 118.80 105.30 94.75 92.70 91.90 92.60 4 3 4 3 3 4 5 4 4 5 47, 47, 3 4 4 37, 4 37, 4 4 37, 47, 4 4 37, 4 4 37, Prag-Dux 1891 Raab-Oed.v.91 Rudolfb. Gold Ital. gar. E.B. Livorneser. . . Sicil. v. 1891 Toscanische. . Ruff. Südwest Rjäsan - Urals! Anatolische B. Portug. v. 86 . do. v. 1889 . . Salon.-Mon. . -faNdbriefe. D. Grndschuld- ban! V—VI do. I—II do....... Fkf.Hyp-Bk.M do....... do. Hyp.-Cred. do. 1905 unk. S 27 ... S 28 ... Ldw.Cred.-Bk. Hamburg. Hyp. bo.unf. 6.1900 do....... Mein. Hyp. alte do. neu< do...... 81.20 104.05 55.30 58.10 88.50 93.95 103.60 103.45 96.40 67.55 37.95 62.20 100.80 101.30 105.— 101.60 102.50 105.20 101.20 103.50 101.45 10055 100.65 104.75 101.65 101.— 81.80 103.75 64.75 57.60 88.10 93.35 102.30 96- 66.70 37.30 60.40 105.- 100.80 101.30 105.— 101.60 102.50 105.20 101.20 103.40 101.60 100.60 100.65 104.75 101.90 4 4 37, 4 5 4 Pr.H.-Act. alte Pr.H.-Act.neue do....... 101.70 104.70 101.20 105.— 101.25 102.— 161.65 175.20 159.— 157.90 196.— 222.30 166.50 112.— 3417- 107.— 422.50 159.30 68.20 175.— 157.10 136.10 119.70 2223/8 368'/. 101.65 104.40 101.20 105.— 101.— 102.— 161.80 176.— 156.90 155.80 194.50 218.50 163.70 111.60 3357s 106.— 423.75 158.90 66.— 173.40 156.50 134.70 119.20 2238/8 3R26/6 __________________________«2_____________- do.Südb.(Lb). Oest. Ndw. Litfc Gotthardbahn. Schwz. Central Schwz.Rordost Itl. Mittelmeer Pr.Henri (Lxb.) Dersinsl. -oese in Procenln». Bad. Th. 100 . Bayer. Th. 100 Donau-Reg. . Cöln-Minden. Th. 100 Madrid .... Mein. Th. 100 Oesterr. v. 1860 Oldenb. Th. 40 Raab-Graz 100 Türk. frs. 400 DvvrsiRsI. Leese * per Stück in Mk. Ansbacher fi. 7 Augsburg. „ 7 Brschw.Thlr 20 Finnländ. „ 10 Freiburg, fs.15 Mailänder w 10 Meininger fl. 7 Pappenh. „ 7 968/4 256.— 187.10 147.10 143.— 93.50 83.40 146.10 155.60 118.40 143.30 45.30 141.30 134.90 131.80 98.35 43.70 48.40 27.60 109.30 61.70 29.60 14.35 24.70 27.90 91 QS — 95‘/t 248.- 184.60 146.80 142.8» 94.-. 83.2 t 146.- 1 155.75 118.- 142.20 i 141.75 : 134.20 130.80 . 98.» > ’ 42.* bt j c 47.80 l. 27.70 * 109.20 83 61.60 tl 29.50 l6 14.25 l 24.10 27.85 . "• 94 45 Goth.unk. 1903 Diverse ®bL Buderus E.W. Eisenb. Rtenbk. KanK'Artien. DtscheReichsbk. Frankftr. Bank Berl.Hdlsges.. Darmst. Bank. Deutsche Bank Disct.- Comm. Dresdner Bank Mitteld. Cr.Bk. Oest.Crd.-Anst. AudllKrie.Arliell Rordd. Lloyd . HöchsterFarbw. Bochumer Guß Dortm. Union. Gelsenk. Brgw. Harpen. Brgw. Ver. Königs- u. Laura . . . 8iseni.>Artiev. Heff.Ludwigsb. Csac.-Agram . Oest. Staatsb. Homburger I. . Pfälzer Rordb. Ausländische. Elisab.-B. flfr. Kaschau-Oderb. v. 1891 . . . Lombardische . Lombardische . Oest. Staatsb. do....... do.I.-VIII.Em. do. IX. Em. . do. v. 1885 . . do. Erg.-Netz. «u»IL,idische. Griech.E. B v 1890 .... do. Mon -Anl. Ital. Nie. St 1000—4000 do....... Oest.Gold Rte. Oest.Silb.-Rte. Oesterr.Localb. verstaatl. . Port. St.-Anl. do....... JHeioction. 8. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl schrn UmversitatS-Buch. und Stemdruckerei (Pietsch & Scheyda) in Gießen. * 3>ie öeuLige Nummer umfaßt ——--k ß Seiten^