Nr 145 Erstes Blatt. Sonntag den 23. Ium 189» Der -te-ever Anzeiger erscheint täglich, ■tt AnSnahmk bei Montags. Die Gießener Anmtlte» Vtälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal deigelegt. Gießener Anzeig er Senerat-Wnzeiger. Bierteljöhriger AöounementspreiF r 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezöge» 2 Mark 50 Psg> Redaction, Expedition und Druckerei: Schnkstraße Hlr.r. Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblutt für den Ureis Gieren. I Oratisöeitage: Gießener Jamikienökätter. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. 2lmtlicber Theil. Bekanntmachung. Die laudwirthschaftliche- Ausstellung in Gießen vom 19. bis 22. September 1895 umfaßt bie Abteilungen; 1. Thierhaltung - 2. Lanbwirthschaftliche Gewerbe incl. Molkereiwesen; 3. Producte des Pflanzenbaues; 4. Landwirthschaft- liche Hilfsstoffe; 5. Wissenschaftliches; 6. Lanbwirthschaftliche Gerathe unb Maschinen; 7. Bienenzucht; 8. Fischzucht, v. Forstwirthschaft. In ben Abteilungen 1 bis ö unb 7 bis 9 werben — außer bei ben Gerüchen in biefen Ab- 1 Heilungen — nur Bewohner bes Großherzogthums Hessen als Aussteller zugelassen. Anmelbungen zur Ausstellung haben längstens bis 15. Juli bei bem geschästSführenben Ausschüsse in Gießen zu erfolgen. Gelb- unb Ehrenpreise ftnb im Betrage von über 10 000 Mk. ausgesetzt, außerdem Medaillen unb Ehrenbiplome. Das Nähere besagt bie Aus stellungs- unb Prämiirungs-Orbnung, welche von bem ge- schäftssuhrenben Ausschüsse in Gießen, sowie von ben BureauS bet lanbwirthschaftlichen Provinzial- unb Bezirks-Vereine unentgeltlich bezogen werden kann. Gießen, ben 4. Juni 1895. Der geschäftsführenbs Ausschuß. Gefunden: 4 Portemonnaies mit Inhalt, 1 Regenschirm, 2 Strohhüte, 1 Taschentuch, 1 Kinderschuh, 1 Hanb- presse, 1 Kette unb 1 Pferbeleine. Gießen, ben 22. Juni 1895. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. I. V.. Wolff, Regierungs - Assessor. TUudjtc NuchrLchteu» WolffS telegraphisches Correspondenz-Bureau. Berlin, 21. Juni. Die amtliche Schätzung deS Saatenstandes im Königreich Preußen um Mitte Juni b. Ji ist folgende: Winter- unb Sommerweizen 2,6, Winterspelz 2,2, Sommerspelz 2,0, Winterroggen 3,1, Sommerroggen 2,9, Sommergerste 2,6, Hafer 2,6, Erbsen 2,9, Kartoffeln 2,5, Klee unb Luzerne 2,0 unb Wiesen 2,1, wobei die Nummern von 1 bis 5 die Prödicate: sehr gut, gut, mittel, gering unb sehr gering repräsentiren. Der ganze Osten der Monarchie leibet mit geringen Ausnahmen an großer Trockenheit und wenn nicht bald Regensälle eintreten, so sind die Sommersaaten ernstlich gefährdet. Die Provinzen Brandenburg und Sachsen, sowie der ganze Westen deS Königreichs haben größteniheilS fruchtbares Wetter gehabt. Im ganzen Staatsgebiete find zahlreiche Schäden durch wolkenbruchartige Gewitterregen, Hagel und besonders durch Frost zu verzeichnen. Durch erstere wurde der Kreis Bersenbrück im Regierungsbezirk Osnabrück am schwersten heimgesucht. Der Schaden erreicht die Summe von 1 Million Mark. Den meisten Frostschaden, namentlich bei Kartoffeln, hat die Provinz Brandenburg erlitten. WB. Kiel, 22. Juni, Vorm. 9 Uhr 40 Min. Die beiden ranzösischen Panzer haben Nachts gegen 3 Uhr den Hafen verlaffen. Depeschen deS Bureau .Herold". Altona, 21. Juni. Nach einem hier eingegangenen Telegramm trifft der Kaiser am nächsten Montag in Lockstedt ein, um daS neu erworbene Terrain (für einen Exercirplatz) zu befichtigen. Lübeck, 21. Juni. Heute Nachmittag wurde hierselbft die deutsche nordische Handels- und Industrie- Ausstellung durch den Handelskammer-Prässdenten Lange eröffnet. Die überaus schwungvolle Rede deS letzteren klang in einem Hoch auf den Kaiser aus. Der Feier wohnten die Spitzen der Behörden und ein zahlreiches geladenes Publikum bei. Paris, 21. Juni. Dem „GauloiS" wird telegraphisch auS Kiel gemeldet, das französische Geschwader habe für sechs Tage Kohlen und Proviant genommen, um die russischen Schiffe auf offenem Meere zu erwarten. Brussel, 21. Juni. Die „Jndependance beige" schreibt über die Kaiserrede in Hamburg, daß ganz Europa dieselbe freundlich begrüßen wird und daß sie ihren Friedens- zweck nicht verfehlen werde. Belgrad, 21. Juni. Durch königlichen Ukas find ^ämmrltche Offiziere der Reserve von der Infanterie zu einer dreißigtägigen, die Reserv.sten des ersten Aufgebots zu einer zehntägigen Uebung einbsrufen worden. Cocafc» «m» jproHttjtett«». Ließen, ben 22. Juni 1895, * ♦ 22. Mittelrheinisches KreiStnrnsest. Die Einzel- auSschüsse für daS Turnfest haben nun beinahe ihre . Arbeiten beendet und deren Mitglieder können mit Befrie- i bignng auf ihre Thätigkeit in den letzten Monaten zurückblicken. Gab es doch manche Differenz zu begleichen, manche sich widerstrebende Interessen beizulegen. Man fand in j allen Kreisen das nöthige Entgegenkommen und ben besten , Willen, zum Gelingen des Ganzen nach Vermögen beizutragen. Nur wenige Wochen trennen uns von dem eigentlichen Feste. Noch für keine Veranstaltung stand uns ein ' so geräumiger Festplatz zur Verfügung, wie dieses Mal, eS dürfte aber auch schwerlich eine zweite Stabt im Groß- herzogthum geben, die einen so gewaltigen Platz in ihrem Weichbilde zur Verfügung hat, wie wir ihn dieses Mal, Dank i der Bereitwilligkeit der städtischen Behörde, für unser Turn- ■ fest haben. Ein Vortheil ist es ohne Frage, daß der Fest« ' platz mit dem Juxplatz in einem Complex vereinigt ist. , Schon erhebt sich, in ihren äußeren Umrissen sichtbar, die ; gewaltige Festhalle und noch einige Tage und der hochauf- j strebende Thurmbau wird der äußeren Fa^ade dieser Halle ! seine Signatur geben. Die Umzäunung des Platzes selbst ist vollendet und an allen Ecken desselben regen sich fleißige Hände, um die Wirthschaftshallen rc. herzurichten. Wir können ganz außer Sorge fein, am eigentlichen Festtage wird Alles vollendet sein, auch die Bürgerschaft wird ihr voll gemessenes Theil dazu beitragen, unsere Stadt durch Fahnen und Laubgewinde in ein festliches Gewand zu kleiden. Die fremden Gäste, welche während des Festes in unserer Stadt weilen, werden inne werden, daß es die Bevölkerung Gießens versteht, Feste zu feiern. Gut Heil! * * 22. Mittelrheinisches Kreisturufest. Gestern Abend fand in Steins Garten eine Hauptversammlung deS Festausschusses unter Vorfitz des Herrn Beigeordneten Georgi statt. Zweck der Versammlung, welche sehr zahlreich besucht war, war Entgegennahme der Berichte des Gesammtausschusses wie der Einzelausschüffe, und ließ sich aus der von Herrn Helm gegebenen Uebersicht über die Thätigkeit der Ausschüsse ersehen, welche Fülle von Arbeit zu verrichten ist, um ein so großes Fest in bie richtigen Wege zu leiten. Es fanden bis jetzt 75 Sitzungen statt, davon kommen auf den geschäftsführenden Ausschuß 14, den Finanzausschuß 7, den Bau- und Ausschmückungsausschuß 11, den Preßausschuß 4, den Turnausschuß 7, den WirthschaftS- auSschuß 11, den Wohnungsausschuß 3, den Empfangs- ausschuß 5, den Musik- und Vergnügungsausschuß 12, ben Zug- und Ordnungsausschuß 3, außerdem hielten einzelne Unterausschüsse noch eine Anzahl von Sitzungen ab, womit die Zahl derselben noch nicht geschloffen ist, denn die Tage zwischen heute und dem Feste werden einzelne der genannten Ausschüsse noch ganz besonders beschäftigen. Der Voranschlag des Festes stellt sich in Einnahme und Ausgabe auf 57,000 Mk. Nach den bis jetzt vorliegenden Anmeldungen werden ca. 1800 Turner Quartiere beanspruchen, wovon co. 500 in Massen quartieren unterzubringen sind, falls nicht noch zahlreiche Meldungen von Freiquartieren einlaufen. Der Entwurf zu einem Aufruf an die Einwohnerschaft wurde gutgeheißen. An Se. Kgl. Hoheit den Großherzog ist eine Einladung zur Theilnahme am Feste ergangen und Hochdemselben Seitens des Hofmarschallamts nach England nachgesandt worden. Mit einem dreifachen „Gut Heil" auf daS Gelingen des 22. Mittelrheinischen Turnfestes wurde nach einigen geschäftlichen Mitteilungen die Versammlung geschlossen. * * Die Capelle der schwedischen Gardehusaren, welche am 27. ds. Mts. in Steins Garten ihr Concert veranstaltet, ist im vorigen Sommer in Berlin im Kroll'schen Etablissement mit sensationellem Erfolg ausgetreten, ebenso in Leipzig und Dresden. Speziell in Leipzig ist die Capelle sehr gefeiert worden. Das „Leipziger Tgbl." schreibt u. A.: Heber die Leistungen der Capelle dürfte wohl nur eine Stimme sein, sie sind einfach vortrefflich in ihrer Art und wurden als solche vom Publikum auch bereitwilligst anerkannt, an Beifall fehlte es somit nicht, ja derselbe nahm mehrfach derartige Dimensionen an, daß einzelne Nummern wiederholt, andere zugegeben werden mußten. So wurde die Wiederholung des Intermezzos aus MaScagni's „Cavalleria rusti- cana“ vom Publicum dnrchgesetzt, ebenso auch die der Romanze aus Felicien David s „Laila Rookh“. Was die Borträge der Capelle besonders angenehm und werthvoll macht, ist bie absolute Reinheit unb Tonschönheit, bie Überall als Mufier gelten kann, unb musikalischen Ohren wohlthut. So kam selbst das Mascagni'sche Intermezzo, das sicher für Blechinstrumente nicht gedacht ist, zu einer klangschönen Wiedergabe. Eine sehr angenehme Gabe war Södermanns „Bauernhochzeit", besonders der bekannte und beliebte „Hoch- zeitSmarsch" war von durchschlagender Wirkung. Der zweite Theil des Programms begann mit „Silhouetten aus Ungarn" von Hofmann. DaS Stück zeichnete sich durch Wohlklang aus, und wurde in allen Thetlen sehr schön und wirkungsvoll geblasen. Dieses Lob ist auch allen übrigen Vorträgen zu spenden. * * Fahrplananberung im OmnibnSverkehr. Wir versäumen nicht, unsere Leser darauf aufmerkfam zu machen, daß an Sonntagen der erste Wagen nach dem Schiffenbergerwald nicht mehr 2 Uhr 40Min., sondern erst um 3 Uhr Nachmittags und dann alle 20 Minuten abfährt. Ebenso geht der erste Wagen ab Schiffenbergerwald nicht mehr um 6 Uhr 30 Min., sondern um 7 Uhr. In Anbetracht der wärmeren und längeren Tage eine recht angebrachte Neuerung. * * Evangelische Conferenz für das Grobherzogthum Hesse«. Am Mittwoch, 26. Juni l. I., 11 Vz Uhr Vormittags, findet im großen Saale des Predigerseminars zu Friedberg die Jahresversammlung statt. Bei derselben wird außer Geschäftlichem über ein ebenso interessantes als zeitgemäßes Thema verhandelt werden, indem Profeffor D. Weiffenbach in Friedberg über die Frage nach der „Mitarbeit der evangelifchen Kirche bei der Lösung der socialen Frage" Thesen gestellt hat und referiren wird. Auch Nicht - Conferenzmitglieder find bei der Versammlung als Freunde und Gäste willkommen. * * Kriegergräber bei Metz Die Vereinigung zur Schmückung und fortdauernden Erhaltung der Kriegergräber und Denkmäler bei Metz übernimmt wie seither die Niederlegung von Kränzen für Angehörige, Freunde u. f. w. dort ruhender Shrieger und bittet um thunlichst zeitige Ueberfenbung ober vorherige Anrnelbtmg. Geldbeiträge zur Schmückung sind willkommen, auch stehen Sammellisten zur Verfügung. Adreffe für Packete und Briefe: „Vorstand der Vereinigung zur Schmückung der Kriegergräber, Metz." Adresse für Geldsendungen: „Herrn Ionas, Schatzmeister der Vereinigung zur Schmückung der Kriegergräber, Metz." * * Sterbekasse de8 Gastwirthe Verbandes. Die Vortheile, welche der Familie erwachsen, wenn der Ernährer sich rechtzeitig an nützlichen Einrichtungen beteiligt, wurden anläßlich des Ablebens des Herrn Gastwirth Wilhelm Martin von Mainz in überzeugender Weise klar erwiesen. Genannter war Mitglied der Sterbekasse deS Süddeutschen Gastwirthe - Verbandes und erhielten dessen Hinterbliebenen die so bedeutende Sterberente im Betrage von 1250 Mk. sofort nach dem Ableben durch den Ortsrechner, Herrn Restaurateur L. Mondrion in Mainz, prompt ausbezahlt. Es ist dies ein Hinweis für alle Gastwirthe, sich dem Süddeutschen Verbände und seiner segensreich wirkenden Sterbe- kaffe anzuschließen, um hiermit den Seinen das Bezugsrecht auf ein so bedeutendes, nach § 749 des Civ.. Ges. unpfändbares Capital zu sichern. In schweren Stunden ist greifbares Geld nie zuviel vorhanden, der Beitritt bedeutet daher nur eine ernste Pflichterfüllung, welche um so leichter, als der Beitrag ein niedriger ist. Diese Corporationsrechte (Juristische Person) besitzende Kaffe nimmt einen sehr gedeihlichen Aufschwung und hat gute Geschäfts-Resultate zu verzeichnen - während seit Januar 1893 für Sterbefälle mehr als 260 000 Mk. ausbezahlt wurden, beträgt der Reservefond ca. 150 000 Mk. Der Verwaltungsfitz befindet sich in Darmstadt, Director ist Stadtverordneter Rein em er daselbst. Die kürzliche Revision der Kaffe durch den beeideten Revisor ergab tadellose Geschäftsführung. Anmeldungen nehmen obengenannter OrtSrechner, sowie auch die Vorstände der in fast allen Städen bestehenden Gastwirthevereine entgegen. * * Studenteuherbergen. Die vom Deutsch-Oefterreichifchen Alpenverein in den Alpen eingerichteten Studentenherbergen werden vom 1. Juli bis 30. September wieder geöffnet. Berechtig! zur Benützung derselben sind die Hörer der Universitäten und technischen Hochschulen, sowie die Abiturienten von Gymnasien, Realgymnasien, Realschulen und diesen im Range gleichgestellten Mittelschulen. Die Legitimationen zur Benützung der Herbergen werden ausgegeben an akademische Bürger von den Akademischen Sectionen des Deutsch - Oesterreichischen Alpenvererns in Berlin, Graz und Wien, von den Akademischen Alpen- vereinen in München und Innsbruck, sowie von den Rectoraten der Hochschulen. Abiturienten der Mittelschulen können die Legitimationen ausschließlich nur durch die Direktorate bezw. Rectorate der Studieranftalten erhalten, welchen der Central-Ausschuß des Deutsch > Oesterreichischen AlpenvereinS in Graz (Albrechtgasse) die Legitimationen liefert. (Direct an Studierende werden solche vom Central-Ausschuß nicht abgegeben.) ** Militärdieustuachrichtev. Kreuter II., Hauptm. ä la suite des Jnf.-RegtS. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116 und Comp.-Führer bei der Unteroff.-Borschule in Jülich, unter Belassung ä la suite des gedachten Regts., in gleicher Eigenschaft zur Unteroffizier-Schule in Biebrich, v. Winterfeld, Pr.-Lt. vom 3. Großh. Heff. Jnf.-Regt. (Leib-Regt.) Nr. 117, unter Stellung ä la suite dieses Regts., als Comp.-Führer zur Unteroff. Vorschule in Jülich versetzt. La mm ich, Hauptm. z. D., zuletzt Comp. Chef vom Rhein. Fuß-Artillerie-Regt. Nr. 8, zum Bezirksoff. bei dem Landw.'Bezirk Worms ernannt. Dem Hauptm. und Comp. Chef v. Bomsdorff vom 1. Großh. Hess. Inf.-(Leibgarde-) Regt. Nr. 115, ein Patent seiner Charge verliehen, v. W e d e l, Major und Commandeur des 1. Großh. Hess. Drag.- Rgts. (Garde-Drag.-Regts.) Nr. 23, zum Oberstlieutcnant befördert. v. K o e ck r i tz, Pr.-Lt. von der Res. des 2. Großh. Hess. Drag.-Regts. (Leib Drag. Regts.) Nr. 24 und commandtrt zur Dienstleistung bei diesem Regt., früher Sec.-Lt. im damaligen 1. Schles. Huf. Regt. Nr. 4, im activen Heere und zwar als überzähl. Pr.-Lt., vorläufig ohne Patent, bei dem 2. Großh. Hesi. Drag.-Regt. (Letb-Drag. Regt.) Nr. 24, wieder angestellt, v. Beck, Oberstlt., beauftragt mit der Führung des Großh. Hefi. Feld-Art.-RegtS. Nr. 25 (Großh. Art.- Corps) zum Commandeur dieses Regts. ernannt. Die Unteroffiziere Kr et sch mar vom Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, Becher vom 4. Großh. Hess. Jnf.-Regt. (Prinz Carl) Nr. 118, zu Port.-Fähnrichs befördert. ** Schuß Prämie. Der Verband deutscher Brieftauben- Liebhaber-Vereine hat für das Abschteßen und Fangen von Wanderfalken, Hühnerhabichten und Sperberweibchen unter den nachstehenden Bedingungen 1200 Mark als Prämie ausgesetzt: Diese 1200 Mark gelangen Anfangs December 1895 nach dem Verhältniß der eingelieferten Fänge zur Vertheilung. Zur Erhebung eines Anspruchs an diesem Prämiengelde müsien die „beiden Fänge" eines Raubvogels (nicht der ganze Raubvogel) bis spätestens Ende November 1895 dem Verbands - Geschäftsführer I. Hoerter zu Hannover franco eingesandt werden. ES wird gebeten, die Fänge zu sammeln und auch, um unnöthige Porto-Ausgaben zu vermeiden, zusammen einzusenden, auch wolle man nur die Fänge vorgenannter Raubvögel einsenden, da nur diese Berückfichtigung finden können. Bad-Nauheim, 21. Juni. Nach der amtlichen Feststellung wurden vom 14. bis einschließlich 20. Juni 1895 746 Fremde angemeldet. Hierzu Bestand nach voriger Liste 4641 , Summa 5387 (in der gleichen Woche 1894 — 4649, mehr 738). Davon waren am 21. noch anwesend 2992. Laubach, 19. Juni. Bet dem gestern Abend von Osten über unsere Stadt ziehenden Gewitter erfolgte kurz nach 9 Uhr ein heftiger Schlag. Der Blitz hatte an der südlichen Giebelseite des Joh. FriedrichftiftS eingeschlagen. Nachdem er einen Thetl der Dachgefimse zertrümmert, fuhr er in mehreren Streifen an der Außenwand her und löste den Verputz von dem Gebälke. Darauf nahm er seinen Weg nach innen und erschreckte die in einem Schlafzimmer versammelten Frauen- glücklicherweise blieb eS dabei, da der Schlag nicht zündete. Ein mit starken Etsenstäben vergittertes Gtebelfenster könnte mit der Anziehung in Verbindung gebracht werden. Die übrigen Umstände sprechen dafür, daß man es hier mit einem sogenannten „Kugelblitz" zu thun hat. Seligenstadt, 20. Juni. Bei einer dieser Tage hier abgehaltenen Hochzeit wurde das zum Hochzeitsschmause nöthige Fletsch in einem vorher mit Vitriol gereinigten Kefiel gekocht, wobei die Köchin, glücklicherweise noch früh genug, bemerkte, daß das Fleisch während des Kochens ganz schwarz geworden war. Die hierauf von einem Chemiker vorgenommene Untersuchung des Fleisches ergab, daß der Genuß der geringsten Menge deffelben tödtlich hätte wirken können. △ Mainz, 21. Juni. Aehnltch wie die Militärbehörde bat die Postverwaltung hier ihren Unterbeamten den Besuch verschiedener Wirthschaften verboten. Das Verbot wurde damit begründet, daß in den betreffenden Wirthschaften sittenlose Frauenzimmer verkehrten. In Folge einer von den Wirthen bet der Oberpostdirection in Darmstadt erhobenen Beschwerde wurde zur Untersuchung der Sache ein Oberpostinspector hierher beordert, der in einzelnen Fällen das Verbot aufhob, in anderen aber als durchaus zutreffend bestehen ließ. — Ein von hier gebürtiger Gefreiter des 118. Regiments, der wegen wiederholten Ausbleibens über Zapfenstreich zu fünf Tagen Mtttelarrest und Degradation verurtheilt war, hat sich gestern Abend in der Reduitkaserne in Kastel erschossen. — Ein Landwehrmanu vom 88. Regiment wurde vom Hitzschlag getroffen. — Mit dem kommenden October werden bei den rheinischen Bahnen unter dem Zugpersonal große Veränderungen vorgenommen. Diese Veränderungen sind um deßwillen erforderlich, weil von dem angegebenen Zeitpunkte an die zwischen Frankfurt und Köln verkehrenden Züge für die ganze Strecke das gleiche Personal behalten, während seither in Kastel, Biebrich-Mosbach sowie in Niederlahnstein und Coblenz ein Wechsel des Maschtnenpersonals stattfand. * Marburg, 21. Juni. Zertrümmerte Fensterscheibe. Auf originelle Weise mußte gestern Abend ein Ladenbefitzer am Lahnthor eine Fenster- bezw. Ladenscheibe etnbüßen. Der große Hund eines Hausbesitzers am Grün, der das Lahnthor cherauf und dicht an der bis auf die Straße reichenden Fensterscheibe vorbeikam, bemerkte plötzlich in der letzteren sein Ebenbild. Wohl in der Meinung, daß er einen anderen Gassengenossen vor sich habe: ein Satz auf „denselben" und die Scheibe flog unter dem größten Gaudium der Straßeu- paffanten in Trümmer. Mit eingezogenem Schwänze suchte der Hund schleunigst das Weite. * Hanau, 21. Juni. Achtzig hiesige Firmen machen öffentlich bekannt, daß sie fortan ihre GeschäftSlocale mit Ausnahme des SamStagS und der Zeit vom 15. November bis 31. December um acht Uhr Abends schließen. * Berlin, 21. Juni. Auf Grund eines hier etngegangenen Schriftstückes des österreichisch - ungarischen Consulats in Kirkliffe kann der „Localanzeiger" mittheilen, daß der Räuber A t h a n a s, der vor 4 Jahren den Stangen'schen Vergnügungszug nach Conftantinopel überfiel und 20000 Fr. Lösegeld erpreßte, sich nach wie vor auf freiem Fuße befindet. Dagegen find 5 zu seiner Bande gehörige Räuber ergriffen worden, die von jener Summe je 700 Fr. erhielten. * Hagen, 18. Juni. Die gefährliche Sitte der Begleiter von Viehtransporten, auf der Etsenbahnfahrt von einem Wagen in den andern zu klettern, um das Vieh entsprechend zu beaufsichtigen, hat den Tod eines Viehbegletters aus Elberfeld zur Folge gehabt. Der 25 jährige Mann sprang auf dem Güterbahnhof Altenhagen bei voller Fahrgeschwindigkeit aus einem Viehwagen, ließ dann einige Wagen vor- betpassiren und versuchte nun, auf das Trittbrett eines andern Wagens zu springen. Er verfehlte dabei das Ziel und ge- rieth unter die Räder, die ihm beide Beine und den rechten Arm vom Körper trennten. Bereits 2 Stunden später gab er seinen Geist auf. * Einen kaum glaublichen Schwindel hat der Eisenbahn- Assistent Theodor Sch. in Düsseldorf seit vielen Jahren verübt. Er hat die Pension für die Wittwe eines Eisenbahn- beamten erhoben, die nie gelebt hat. Er mußte zu diesem Zwecke eine Menge Fälschungen vornehmen, auch die Bescheinigung des Polizeicommiffars, daß die in Wirklichkeit nicht existirende Wittwe noch lebe, fälschen. Ein Räthsel bleibe es, wie er ran die Formulare gekommen ist. Wegen seiner guten Führung wurde Sch. am 1. April d. I. vom Assistenten zum BetriebSsecretär befördert und nach Elberfeld versetzt. Jetzt wurde die Betrügerei entdeckt. <^ch. flüchtete unb ist in Frankfurt a. M. verhaftet worden. * Hamburg, 20. Juni. Durch einen Taschendieb arg mitgenommen wurde gestern ein Fremder. Ihm wurden drei Portemonnaies gestohlen- eins enthielt 500 Mk. in Gold und Papier, die anderen beiden zusammen etwa 50 000 Mk., nämlich 14 500 Mk. und eine Anweisung auf 1500 Pfd. St., Nr. 498 auf B. F. Praag an Ms. Emma L. Wilmerding, Wellfare u. Co., sowie einen Check über 400 Mk. von Heinr. Donner, ferner einen Brief mit der Adresse Herrn Paul Rosenbaum, Berlin. Außer diesem Diebstahle ist eine ganze Anzahl anderer Taschendiebstähle zur Anzeige gebracht, bei denen es sich um kleinere Beträge handelt. ES gelang bereits gestern Nachmittag der Crtmtnal- polizei, zwei Taschendiebe bei Ausübung ihrer lohnenden Beschäftigung abzufaffen und dingfest zu machen. Bet dem einen von ihnen wurde eine Anzahl gestohlener Portemonnaies, zum Theil mit beträchtlichem Inhalt, gefunden. * Festmahl tu Hamburg. Wie Berliner Blätter melden, kostete das einzelne Gedeck bei dem von der Stadt Hamburg gegebenen Festmahle 100 Mk. * Der Nord Ostsee Caual. Die ersten uns bekannt gewordenen Arbeiten und Bemühungen, einen Schifffahrtsweg von der Ostsee nach der Nordsee herzustellen, um dadurch das zeitraubende und gefährliche Umsegeln von Jütland zu vermeiden, reichen gerade 500 Jahre zurück. Zu Ende des 14. Jahrhunderts (1391 —1398) wurde bereits der Stecknitz- Canal erbaut, welcher eine Schiffsverbindung von Lübeck nach der Elbe bet Lauenburg ermöglichte. 125 Jahre später (1515) führte der Herzog von Holstein unter Beihilfe Lübecks den Alster-Trave-Canal aus, welcher jedoch nach kurzer Zeit wieder zerstört wurde. Danach bemühten sich nicht allein die Könige von Dänemark' Christian III. und IV. vielfach um Herstellung eines Wafferwegs zwischen Ost- und Nordsee, auch der englische Machthaber Oliver Cromwell plante ein solches Unternehmen und der Kaiserliche Oberbefehlshaber zu Lande und zu Waffer, Wallenstein, schritt 1628 zur Ausführung eines Canals. Diese Arbeiten wurden indessen nicht zu Ende geführt, vielmehr kam erst in den Jahren 1777 bis 1785 durch König Christian VII. von Dänemark der Etdercanal, welcher die Kieler Bucht über Rendsburg mit der Nordsee bei Tönning verbindet, wirklich zur Ausführung. So werthvoll auch der Stecknitz- und Eider Canal für den Verkehr kleinerer Schiffe sind, für die mehr und mehr zur Verwendung kommenden großen Kauffahrteischiffe waren diese Wafferwege nicht zu benutzen, noch weniger für die Schiffe der Kriegsmarine. Nicht allein die Jntereffen des Handels, sondern mehr noch die Sicherheit der Landesvertheidigung erforderten die Ausführung eines befferen Wafferweges. Mit der Erstarkung des deutschen Einheitsgedankens tritt die Erkeuntniß von der Nothwendigkett eines neuen Canals immer mehr hervor- schon der Flottenausschuß im Jahre 1848 beschäftigte sich mit dieser Frage. Die Ausführung blieb jedoch dem kraftvollen Kaisergeschlecht der Hohenzollern und den damit vereinigten Bundesfürften Vorbehalten. Wie alle die Lebensintereffen Deutschlands berührenden Fragen weitreichenden Schutz und mächtige Förderung durch unsere Kaiser erfahren haben, so wurde die Ausführung des Nord-Ostsee- Canals zu einer Angelegenheit des Deutschen Reiches erhoben. Am 16. März 1886 wurde das RetchSgesetz über die Ausführung deS Canals erlassen. Als Unterlagen hatten die Vorarbeiten deS Geheimen Ober-Bauraths Lentze (1864), des Hamburger Reeders Dahlström (1879) und deS Wasser- bauinspectors Boden gedient, welche mehrere Jahre durch preußische und Reichsbehörden bearbeitet und geprüft worden waren. In Berlin wurde der Geh. Ober-Baurath Baensch mit der Prüfung der Pläne, der Anschläge und der Bauausführung betraut. Bon besonderem Interesse dürfte sein, daß die Canalanlage in ihrer ganzen Länge electrisch beleuchtet wird- bei den Eröffnungsfeierlichkeiten kam ebenfalls die electrifche Beleuchtung zur Anwendung und functionirre aufs Beste. Die Beleuchtungsanlage wurde unter Anwendung der neuesten Forschungsergebnisse und Erfindungen von der Actien gesell schäft „Helios" in Köln- Ehrenfeld auSgeführt- dieselbe veröffentlicht hierüber eine für Fachmänner wie Laten gleich interessante, sehr schön aus- gestattete Festschrift. * Ausfichtslhurm bei Gravelotte. Der auf der Hähe von „Point du Jour", 2 km von Gravelotte und 1 km von der oft genannten „Schlucht" entfernte, zu Anfang dieses Frühjahrs in Angriff genommene Aus sicht St hur m hat bereits eine solche Höhe erreicht, daß er von der Metzer Esplanade auS sichtbar ist. Besteigt man mtt Hülse der Gerüste daS jetzt schon über 25 Meter hohe Bauwerk, so genießt man eine in ihrer Art wohl einzig dastehende AuS- sicht. Im Vordergrund erheben sich die vielgenannten Fermen MoScou, Leipzig und La Folie, sowie das jetzt in eine Wirth- schäft umgewandelte St. Hubert, em heiß umstriirenes Kampfobject am 18. August. Dahinter zieht sich die blutgetränkte Schlucht hin und auf der jenseitigen Höhe schauen die flach, gtebeligen Häuser von Gravelotte, Rezonvtlle und Berneoille herab. MarS-la-Tour wird erst nach vollständiger Fertigstellung des Denkmals sichtbar werden. Weiterhin tauchen Mogador auf, von wo auS der Kaiser eine Zeitlang die Schlacht vom 18. August leitete, ferner Malmaison, daS düstere St. Privat und Ste. Marie-aux-Chenes. Die zahlreichen, sich von den Feldern abhebendeu, mit weißen Kreuzen geschmückten Grabhügel gestatten eS, den Gang der ver- schtedenen KamPfeSeptsoden zu verfolgen. Ueber das Gelände zerstreut erblickt man die stattlichen Denkmäler deS 33. und 29., weiterhin die des 14., 54. und 42. Regiments und die der rheinischen Infanterie-Regimenter Nr. 28 und 69, sowie daS hart an der Schlucht gelegene Denkmal des Magde- burgischen Infanterie-Regiments Nr. 67. Bei Flavigny ge- wahrt man daS Denkmal der 5. Division, eine Sreinpyramide, an der Stelle errichtet, wo Prinz Friedrich Carl am 16. August die Leitung der Schlacht übernahm. Weckt der Ausblick nach Westen und Norden vorwiegend kriegerische Erinnerungen, so gewährt die Fernsicht nach Süden und Osten Bilder von feffelndem landschaftlichem Reize, so das liebliche Moselthal mit einem Theil von Metz und seinen Vororte»', die bewaldete Hügelkette des linken Moselufers mit dem sich scharf abhebenden St. Blaise, die Höhen von Ars, Gorze und Noveant und in nebelgrauer Ferne die Ardennen und Vogesen. Jedenfalls ist der Standort des AussichtSthurmeS ganz vorzüglich gewählt. Nach dem heutigen Stande der Arbeiten ist mit Sicherheit darauf zu rechnen, daß die Einweihung am 18. August stattfinden kann. Es hat neuerdings geheißen, daß der Kaiser dieser Einweihungsfeier persönlich beiwohnen werde- nach eingezogenen Erkundigungen ist dies aber ausgeschlossen, da der Kaiser am 18. August die große Parade über das Gardecorps auf dem Tempelhofer Felde abnehmen wird. * Einem idyllischen Stillleben eines Amtsrichter« soll durch eine an das preußische Herrenhaus gebrachte Vorlage ein Ende bereitet werden. Der Gesetzentwurf bezweckt die Aufhebung des Amtsgerichtes auf der Insel Pellworm. Vor demselben sind jährlich höchstens vier, im Jahre 1891 gar keine Schöffengerichtssitzung abgehalten worden und im Ganzen während neun Jahren vier Privatklagen, sowie zwölf Anklagen wegen vergehen zur Verhandlung gekommen. Die Concurs-Ordnung ist noch gar nicht zur Anwendung gekommen. Auch die Grundbuchsachen und die Dormundschaftssachen bleiben bei dem nur 2390 Seelen zahlenden Gutsbezirk hinter der Durchschnittszahl eines normal beschäftigten Gerichtes sehr weit zurück. Das gesammte Arbeitspensum nimmt den Richter selbst in den beschäftigsten Zeiten wöchentlich nur wenige Stunden in Anspruch. Citeratur und Rrrirsr. — Hamburgs Seemachtvellung ist der besondere Stolz unseres Volles und mit regstem Interesse verfolgt es alle Erscheinungen der alten Hansa-Stadt, die auch jetzt wieder bet den bevor, stehenden Festlichkeiten der Eröffnung des Nord-Ostseecanals eine so bedeutsame Rolle spielen wild. Ein prächtiges, duftig getöntes Bild des Hamburger Hafens — von Wtezels Hotel aus ausgenommen — bietet das neueste Heft der beliebten Halbmonatsschrift „Dom Fels zum Meer" (Stuttgart, Union Deutsche Verlags-Gesellschaft. Preis des Heftes 75 Pf) dar, als Beilage zu einem illustrirten Artikel über Hamburgs alte und neue Sehenswürdigkeiten. Die Berücksichtigung der deutschen Städte und Landschaften, die „Vom Fels zum Meer" seit jeher ausgezeichnet hat, wird noch durch einen Artikel über zwei Perlen des schwäbischen Landes: Calw und Kloster Hirsau, bewiesen, während daneben eine große Anzahl von Beiträgen das gesellschaftliche Leben unserer Zett schildert und Kunst und Wissenschaft gleichfalls nicht leer ausgehen. Romane von Ernst Wichert, Marte Bernhard und Carl Busse fesseln auch dm verwöhntesten Leser, und die arttstische Gestaltung eines jeden Heft-S zeigt von Neuem, daß „Vom FelS zum Meer" auf diesem Gebiete unerreicht dasteht. Diese Fülle von interessantem Lesestoff und fesselnden Bildern erklärt den Erfolg, den das Blatt in allen Kreism unseres Volkes gefunden hat. Technische Fortschritte. — Borax als BerbinbungSmittel des Lehm». Borax erthetlt, dem Lehm zugefetzt, eine größere Haltbarkeit bet der Zu- fammensetzung eiserner Oefen, Kessel rc. Zu diesem Bedufe werden, nach „Elsn. chem.-techn. Mitth ", 4 Thetle Lehm mit 1 Theil Boraxpulver gemischt. Die in eisernen Oefen, Kesseln rc. entstandenm Risse werden ausgeschmtert mit einer Masse, bestehend aus einet Mischung von seingepulvertem Braunstein mit WafferglaSlösmrg. Bet dem Erwärmen des Ofens nimmt dieser Kitt sehr bald die Härte des EisenS an. — 9Uue Eigenschaft de» «Urrminitrm». Ein Engländer Springs sand, daß zwei Aluminiumplatlen, die genau eben geschliffen sind, aufeinander qepreßt werden und die man tn diese« Zustande ca. 8 Stunden einer Hitze von ungefähr 330 Grad auS- setzt, sich nicht mehr von einander trennen lassen und so fest verbunden, wie zusammengeschwetßt erscheinen. Spannte man die eine Platte in einen Schraubstock und versuchte man die andere mit Hammer und Stemmeisen herunterzuschlagen, so riß diese eher — Brocken aus der unteren Platte heraus, als daß ste sich in der Fuge gelöst hätte. Bei der Schwierigkeit, die das Löthm von Aluminium Heute noch bietet, erscheint dieser Versuch als ein wichtiger Beitrag In der Verarbeitung dieses, für die Zukunst so brauchbaren Metalles. Springs fand außerdem, daß auch andere Metalle, namentlich Platin, diese Etgenthümltchkett zeigen, speciell das letztere Metall verbindet sich unter demselben Druck und bei derselben Temperatur. Das Gelingen der Genration hängt selbstverständlich von der Sauberkeit ab, mit der die Flächen der Platten bearbeitet sind, denn nur bet dem vollkommenen Berühren der beiden Flächen kann eine Verbindung eintreten. — velfarbenanstrich auf Gement. Auf frischem Gement- verputz verfällt der Oelfarbenanstrtch rasch der Zerstörung, die ^arbe verliert den Glanz, wird schmierig und läßt sich theilweise in Fetzen abheben. Man sucht diesen Uebelstand zu vermeiden, indem man mit dem Anstrich wachen-, selbst monatelang wartet, um dem Cement Zeit zum Austrocknen zu geben, oder man über: st leicht die Oberfläche mit Mineralsäuren, Eisenvttriollösung u. sw., um das auf die Farbe zerstörend etnwiikende freie Alkali des Eements zu binden. Diese Maßregeln erfüllen auch ihren Zweck, wo der Cement nicht von innen heraus wieder feucht wird. Ist das Letztere der Fall, so kann man auf dauernde Haltbarkeit der Oelsarbe überhaupt nicht rechnen und verwendet nach der „Bad. Gew. - Ztg." am besten Wasserglasfarben. Diesen Anstrich kann man ohne Nachthetl auch auf den ganz nassen Cement, der eben abgebunden hat, auftragen. Zur Herstellung streichfentger Farbe, die nicht gut im Dorrath aufbewahn werden kann, rührt man erst da« Farbpulver mit wenig Wasser an, sodann giebt man auf das dreifache Volumen mit Wasser verdünnte- Wasserglas des Handels von 33 Grad 23e. hinzu. Der Anstrich erhärtet nach einigen Tagen so vollkommen, daß er nicht mehr mit der Hand abgerieben werden kann. Durch Ueberstreicken mit Wasterglaslösung kann man ihm etwas Glanz verleihen. Als Farbkörper dürfen nur kalkachte Farben verwendet werden Verkehr, £an&» und Vokkrwirthfchaft. Sietze«, 22. Juni. Marktbericht Sus Dem heutigen Vochenmarkt kostete: Butter pr Vfd. 0,80—0,95, Hühnereier pr. St. 5—6 2 St. CO 5. Enteneier pr. St. 6 H, Gänseeter pr. Si. 10—11 H, -rase pr. St. 5—8 4, rrüfeawt.e pr. St. 8 H, Erblen pr. Ater 15 4, Linsen vr. Ater 26 A. Tauben pr. Paar .* 0,60 bis 0,75, Hühner pr. Stück A 0,90 bi- 1,20, Habner pr. Stück 1,00-1,30, Enten pr. St. A 1,80-2,00, Ochsevfleisch pr. Pfd. 72—76^, Kuh- u. Rindfleisch pr. Pfd. 66—68 Schweintfleisch pr. Pfd. 60—70 4/ Kalbfleisch pr. Pfd. 60—68 4, Hammelfleisch pr. Pfd. 60 -70 4, Kartoffeln pr. 100 Kilo 6,00-7,50 A, Weißkraut pr Stück —.— -A, Zwiebeln pr. Eenrner 9,00—10,00 A, Milch pr. Liter 16—20 4, Kirschen pr. Pfund 18-25 4 Witterungsbericht vom 21. Juni. Der Luftdruck ist auf dem ganzen Gebiete und besonders von Südwesten her sehr stark gestiegen, sodaß die beiden Kerne hohen Druckes im Nordosttn Europas nur über Frankreich eine Intensität von mehr als 770 Mm. erreicht haben. Gleichzeitig bestehen jedoch auch heute DkpcessionSgebiete sowohl im Nordwesten Europas als auch im Süden und Südosten des Erdtbeils. In Süddeutschland wird das Wetter vorwiegend durch ein Theilmintmum beeinflußt, welches über Böhmen und Schlesien liegt und mit der südöstlichen Luftströmung in Verbindung steht. Während daher in der Pfalz unter dem Einfluß des Maximums heiteres Wetter herrscht, hält tu Bayern das trübe Wetter an und sind zumal in den Alpen und im nördlichen Vorlande starke Niederschläge, theilweise von Gewittern begleitet, gefallen. voraussichtliche Witterung t Zunächst wieder besseres Wetter. witterrrngOairsfichteil em 22. Juni Mittags 12 Uhr (Wetterhäuschen In der Südanlage) Thermometer: min. 4- 12° R., max. 4- 22° R. Hygrometer: Trocken. Temperatur der Lahn und Luft nach Reaumur gemeffen am 22. Juni, zwischen 11 und 12 Uhr Mittag«. Wasser 18°, Luft 20° im Schatten. Rübfamen'fche Bade- und Schwimmanstalt. Bekanntmachung» Das 2. Ziel Gemeindesteuer pro 1895/96 ist innerhalb acht Tagen bei Vermeidung des Bettreibungsverfahrens an die unterfertigte Stelle zu entrichten. Zahltage: Dienstag, Donnerstag und Samstag. Gießen, den 22. Juni 1895. 5474 Stadtkaffe Gießen. ___________________________________Doepfer.__ Bekanntmachung. Die diesjährige Kirschenernte von den städtischen Bäumen auf dem Trieb, im Lärchenwäldchen und am Lutherberg soll Dienstag den 25. Juni, Nachmittags 6 Uhr an Ort und Stelle meistbietend versteigert werden. Gießen, den 22. Juni 1895. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. 5485 Gnauth. Bekanntmachnng. Wir bringen hierdurch zur allgemeinen Kenntniß, daß die auf den 10. Juli, sowie 24. und 25. September d. I für Gießen festgesetzten Vieh- und Krämermärkte mit Rücksicht auf das zu dieser Zeit stattftndende Kreisturnfest und die landwirthschaftliche Ausstellung ausfallen, daß dagegen mit Genehmigung Großh. Kreisamts Gießen ein weiterer Vieh- und Krämermarkt am 9. Oktober d. I. dahier abgehalten wird. Gießen, den 21. Juni 1895. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth.5484 Todes - Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mittheilung, daß unsere liebe Tochter, Schwester, Nichte, Schwägerin und Tante Fräulein Auguste Hohmeier heute Nachmittag 3 Uhr sanft dem Herrn entschlafen ist. Um stille Theilnahme bitten die trauernden Hinterbliebenen. Gießen, den 21. Juni 1895. [5473 Die Beerdigung findet Sonntag, den 23. d. Mrs., Nachmittags 3 Ubr vom Sterbehause, Sonnenstr. 11 aus, statt. Versteigerung. Dienstag den 25. Juni l. I.,! Nachmittags 3 Uhr, versteigere ich im »Adler* (Marktplatz 20) dahier gegen Baarzahlung: 1 Schwein, 1 vollst. Ladeneinrichtung, 1 Pianino, verschiedene Porzellan- und Glaswaaren, darunter 3Kaffeeservice, mehrere Gemälde, 1 Büchergestell, 1 Regulator und verschiedene Möbel- Bor«, 5487_________________Gerichtsvollzieher. ÄL Schlachthaus. Freibank. [5494 Heute und Montag: Ochsenfleisch nicht ladenrein, pr. Pfd. 50Pfg. Verlag von Emil^Roth in Gießen. KarteKroWmogthum Kessen. Mit Berücksichtigung der angrenzenden Länder neu bearb. von Max Frommann 25. vermehrte Auflage- In Karton A 2.80; aufgezogen A 4.50. Anerkannt beste, aufs genaueste nachgetragene Karte des Großherzogthums. Bei dieser neu bearb. Aufl. wurden die angrenzenden Länder eingezeichnet, wodurch die Brauchbarkeit außerordentlich erhöht wurde. Karte der Proviil? Oberhessen mit Angabe der Eisenbahnen, Staatsstraßen, Kreisstraßen. Maßstab 1:80000, Größe 110x110 cm. Nach amtlichen Quellen bearbeitet von C- Welzbacher in Darmstadt. Preis roh in 4 Bl- A 3.50, auf Leinwand aufgezogen mit lackirten Stäben A 8.—. 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Dioidendeybirkchliguiltz. Vermögen 89 Mionell Mark. Prospekte und nähere Auskunft bei Herrn Heinrich Hochrenthee in »ietze«, 5496] Löberstraße 2. ctfnii- jur Anfertigung alter Drucksachen in ein facher die mehrfarbiger Ausführung bestens empfohlen. Tfer/ag und Expedition des 'Siessener Jfngeigers ('Seneral-jtfngeiger). giessen, , Le Schulst rasse 7. «J L£fgl , /fluch’un(L -------- ClSltlU« z • i Fernsprecher 51. [in1 halt sieh MiMnMkWWMg! Anfang 8 Uhr. Mier im Klas. einzeichnen. Der Borftand. 5492 Der Fest-Ausschuß 5482 5497] Eine gut empfohlene evange» miethrn. Mäuödurg 7 Mennischle Anzeigen. 5b80 Im Abonnement 90 Pfg, Vertreter nach dem Abends 4’/c Worms unk. b. 1901 WA, dto gen* re. rührigen 3o/o Oesterr. GtaatSbahn v. 1886 30/c 3tal. staat-gar. Sisenb. 3Vi % Frankfurter Hyp. Bk. 8Vi°/o Frkf. Hyp. Cred. V. 4% DeutscheGrdschLZ.unk.b.1904 8*/i°/o Deutsche ReichSanl. 30/0 Preutz. ConsolS Bi/ao/o Gr. Hessische Obi. 4o/o Stadt Darmstadt v. 1891. gegr: 1846 SS Sonntag: S Ochsenschwanzsuppe. Roastbeef mit Strohkartoffeln. Junge Enten. Salat — Früchte. * ■ W- * ■ 5476 Montag Abend « Uhrr Uebnng. 5454] Zwei große Zimmer mit Veranda, auf Wunsch auch Pferdestall und Burschenzimmer, sofort zu vermtethen. Grünbergerstratz« 82. Für Gtetzerr und Umgegend suchen wir einen bei Colonialwaaren-, Dro ausgeführt von der 5409 aus der Kunstreife in Deutschland begriffenen Capelle des Schwedischen Leibgarde-Husareu-Regiments „Kronprinz von Schweden" unter persönlicher Leitung ihres Dirigenten, des kgl. Mnfikdireetors Lieutenant Strömberg. 5475] Pferdeknecht gesucht Licherstratze 5« W* Heute Samstag Abend: Erbsensuppe mit Schweinsohren. Gedämpfte Ochsenrippe garairt. ä Couvert 90 Pfennig. Rinn Lk Cloos Heuchelheim. Kinder im Alter von 10 bis 14 Jahren in Begleitung ihrer Angehörigen zahlen auf Familien- Beikarten 50 Pfg. — Kinder unter 10 Jahren in Begleitung ihrer Angehörigen haben freien Zntritt. F ftgtlr nur persönlich zu benutzen und sichtbar zu tragen, werden für die Tage vom 30. Juni bis 10. Juli ausgegeben. Dauerkarten für 1 Person M. 2.50. Familienkarten für 3 Personen M. 4.—, jede weitere Person M. 1.—. (Söhne über 17 Jahre haben besondere Karten zu lösen.) Der Verkauf der Familienkarten, Dauerkarten und Eintrittskarten für Sonntag den 7. Juli findet statt bei Gruft Balser, Mäusburg, Ernst Challier, Neuenweg, E. Dort, Wallthorftr., Daniel Heil, Lindenplatz, C. F. Henzerliug, Neustadt, H. Kühn, Seltersweg, Louis Liud, Kirchenplatz, F. Schott, Bahnhofstr., Ph. Weiler, Markt. 5483 Regelmäßiger Omnibus Verkehr von und nach dem Feftplatz. Möge die Feier des 22. Mittelrheinischen Turnfestes sich würdig den früheren in unseren Mauern gestierten Festen anreihen! Möge die ganze Bevölkerung mit ihren Gästen sich vereinigen zur Begehung eines ächten Volksfestes, getragen von vaterländischem Geiste, ungetrübt von jeglichem Mißton, aber „Frisch, Fromm, Fröhlich, Frei!" „Gut Heil!" Entree: an der Kaffe 75 Pfg., im Vorverkauf bei Herren Friseur Gerhard, Lindenplatz und A. Voigt, Seltersweg, a 60 Pfg. Familienbillets (4 Personen) a 2 Mk. Aormittags: Turnfahrten in die Umgebung Gießens. Nachmittags 2 Uhr: Jugendfestzua. „ von 3 Uhr ab: V-l-sseS °/°Preuß. Hyp. A. Bk.unk.b.1905 101.50 105.00 40/0 Pornm.Hyp.A.Bkumk.b.1904 105.50 101.30 4|/«°/o Franks. Landw. Cred. Bk. 103 40