Nr. 94 Erstes Blatt. Dienstag den 23. April 189$ Der Hiehtncr Anjeiger rricheint täglich, nut Ausnahme de- MontagS. Die Gießener P« milieu b tatter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigritgL Gießener Anzeiger Kmerak-Mnzeiger. Vierteljähriger X6oe«mrnl5prd«: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expeditto» und Druckerei: Kchnkstraße Ar.7. Fernsprecher 51. Zlnrts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gieren. Hratisöeikage: Hießener Aamikienötätter Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag« für den ^lgenden Tag erscheinenden Nummer bi« Borm. 10 Uhr. Alle Annoncen-Bureaux de« In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Anrtliehev TKeil. Gießen, den 19. April 1895. Betreffend: Den Wiesengang. Dar Grotzherzogliche Kreisamt Gießen OU die «rstzh. BfttgermdfUreie* des «reifes. Diejenigen von Ihnen, welche unserer Auflage vom 2. März l. IS. (Anzeiger Nr. 54) noch nicht nachgekommen sind, erinnern wir an Erledigung derselben bis zum 1. Mai d. IS. v. Gagern. Gießen, am 28. März 1895. Betr.: Frühjahrs-Controlversammlungen. Das Grotzherzogliche Kreisamt Gietzen Ml W »nU. B4re*nuti»ttrt«e X« ÄvNM. Nachstehende Bekanntmachung wollen Sie auf ortsübliche Weise zur öffentlichen Kenntniß bringen laffen. v. Gagern. BekaunlumchLkA. Bei den diesjährigen Frühjahrs-Controlversammlungen im Kreise Gietzen haben zu erscheinen alle zum Hauptmeldeamt Oiehen gehörigen: 1) Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamten der Reserve und Landwehr I. Aufgebots (Anzug: Helm, Waffenrock ohne Schärpe). 2) Reservisten, sowie zur Disposition der Truppentheile und der Ersatz-Behörden Entlassenen. 3) Wehrleute I. Aufgebots, die vom 1. October 1882 ab eingestellt worden. 4) Ersatz-Reservisten, geübte und nicht geübte. Nachstehend ist angegeben, wo und zu welcher Zeit die Tontrolpflichtigen anzutreten haben : A. Zu Gietzen in Oswalds Garten für die Bewohner von Annerod, Burkhardsfelden, Gießen mit Schiffenberg und Herrnwald, Heuchelheim, Klein-Linden, Oppenrod und zwar: am 25. April 1895. 1. Appell Vormittags 8 Uhr: Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamten der Reserve und Landwehr I. Aufgebots. Reservisten sowie zur Disposition der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften der Infanterie. 2. Appell Vormittags 10 Uhr 30 Minuten: Wehrleute I. Aufgebots der Infanterie. 3. Appell Nachmittags 1 Uhr 30 Minuten : Reservisten, sowie zur Disposition der Truppentheile und der Ersatz-Behörden entlaßenen Mannschaften und die Wehrleute I. Aufgebots aller übrigen Waffen und zwar der Garde, Jäger, Cavallerie, Feld- und Fuß-Artillerie, Pioniere, Eisenbahn- und Luftschiffertruppen, des Trains (einschl. Krankenträger), Sanitäts- und Veterinärpersonals, Büchsen- machergehülfen, Oeconomie - Handwerker und Marine-Mannschaften. 4. Appell Nachmittags 3 Uhr Sämmtliche Ersatzreservisten. 5. Appell Nachmittags 4 Uhr ; für die Bewohner von Allendorf a. d. Lahn, Großen-Linden, Lang-Göns, Leihgestern, Watzenborn und Steinberg, Hausen. Reservisten und Wehrleute I. Aufgebots zur Disposition der Truppentheile und der Ersatz-Behörden entlaffene Mannschaften aller Waffen sowie der Ersatz-Reservisten. B. Z« Lollar am 26. April 1895, neben dem neuen Bahnhofsgebäude für die Bewohner von Allendorf a. d. Lda., Alten-Buseck, Bersrod, Beuern, Climbach, Daubringen mit HeibettShausen, Großen-Buseck, Lollar, Mainzlar, Rödgen, Ruttershausen mit Kirchberg, Staufenberg mit Friedelhausen, Treis a. d. Lda., Trohe, Wieseck. 1. Appell Vormittags 8 Uhr 45 Minuten: Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamten der Reserve und Landwehr I. Aufgebots, Reservisten sowie zur Disposition der Truppentheile und der Ersatz-Behörden entlaßenen Mannschaften aller Waffen. 2. Appell Vormittags 9 Uhr 45 Minuten: Wehrleute I. Aufgebots aller Waffen. 3. Appell Vormittags 10 Uhr 30 Minuten: Ersatzreservisten. C. Zu Grünberg am 26. April 1895 am Bahnhof für die Bewohner von: Allertshausen, Beltershain, Geilshausen, Göbelnrod, Grünberg mit der DickelSmühle, Neumühle, Stadtmühle, Steinmühle, Obere und Untere Ziegelhütte, Latzmühle, Hattenrod, Harbach mit der Kolbenmühle und Sommermühle, Keßelbach mit der Rabenau'schen Papiermühle, Lauter mit der Arztmühle, Bingmühle, Georgenhammer, Strellesmühle und Walkmühle, Lindenstruth, Londorf mit der Burg Rabenau, Burgmühle, Schmidt- mühle, Reitzenmühle und Ziegelhütte, Lumda (Groß-und Klein-), Odenhausen mit Appenbörnerhof, Queckborn, Reinhards- Hain, Reiskirchen, RüddingShausen, Saasen mit Bollnbach, Veitsberg und Wirrberg, Stangenrod, Stockhausen, Weickartshain, Weitershain mit Hainerhof, Winnerod. 1. Appell Nachmittags 1 Uhr: Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamten der Reserve und Landwehr I. Aufgebots, Reservisten sowie zur Disposition der Truppentheile und der Ersatz-Behörden entlaßenen Mannschaften aller Waffen. 2. Appell Nachmittags 2 Uhr 30 Minuten: Wehrleute I. Aufgebots aller Waffen und Ersatz-Reservisten. D. Zu Hurrgerr am 27. April 1895 am Friedhof für die Bewohner von: Bellersheim, Bettenhausen, Hungen, Inheiden, Langd, Langs- dorf, Muschenheim mit Hof-Güll, Nonnenroth, Obbornhofen, Rabertshausen mit Ringelshausen, Rodheim mit Hof-Graß, Röthges, Steinheim, Trais-Horloff, Utphe, Villingen. 1. Appell Vormittags 9 Uhr 30 Minuten: Offiziere, Sanitäts-Offiziere und Beamten der Reserve und Landwehr I. Aufgebots. Reservisten, sowie zur Disposition, der Trnppenthette und der Ersatz - Behörden entlassenen Mannschaften aller Waffen. 2. Appell Vormittags 10 Uhr 30 Minuten Wehrleute I. Aufgebots aller Waffen und Ersatz- Reservisten. E. Zu Lich am 27. April 1895 am Bahnhof für die Bewohner von: Albach, Birklar, Dorf-Güll, Eberstadt mit Arnsburg, Ettingshausen, Garbenteich, Grüningen, Holzheim, Lich mit Albacher- Feuilleton. ein braver Hochstapler. Humoreske von Robert Frohn. (Schluß.) Da erblickte ich zwischen den hohen Stämmen plötzlich wieder meinen Onkel. Herr Bäckermeister Krüger hatte die hohe Gestalt, die in stattlich grader Haltung uns entgegenschritt, kaum bemerkt, so rief er auS: „Dort kommt Bismarck! Er hat zwar gealtert, aber man erkennt ihn doch noch auS den früheren Bildern in den illustrirten Zeitungen sofort wieder." Ich hatte nicht Zeit, die Gesellschaft über den Jrrthum aufzuklären, denn schon schwenkten die Herren ihre Hüte und die Damen winkten Grüße mit ihren Tüchern und alles schrie voll Begeisterung: „Hoch Fürst Bismarck! Hurrah! Hurrah!" Der alte Herr zog lächelnd seinen Schlapphut und rief gleichfalls: „Er lebe hoch!" und die Gesellschaft nahm dieses für die Bestätigung, daß BtSmarck es wirklich sei. Die Damen drängten sich heran, um die Hand des Gefeierten zu ergreifen und sie zu drücken und zu küssen. Zu meiner Verwunderung ließ mein Onkel sich dieses nicht nur ruhig gefallen, ohne die Verehrer des alten Reichskanzlers aufmerksam zu machen, daß er der nicht sei, für den sie ihn hielten, sondern er trat sogar au die geputzte dicke Bäckermadam heran und küßte sie auf die Stirn, eine Ehre, welche Frau Krüger mit einem triumphirenden Blick auf die übrigen Damen eutgegenvahm. Darauf wandte sich der vermeintliche Bismarck zu meinem bescheiden abseits stehenden Freund AlberS, den er von vorher wiedererkannt haben mußte, und redete ihn an: „Ah, Sie sind doch der Herr Doctor AlberS?" Ganz erstaunt, daß der Fürst ihn kannte, bestätigte mein Freund dieses. „Ich hatte schon einmal daS Vergnügen, Sie zu sehen," suhr mein Onkel so laut, daß alle Anwesenden eS hörten, fort, „und man hat mir so viel Gutes von Ihnen erzählt, daß ich mich freue, Sie persönlich begrüßen zu können- Sie machen mit Ihrem klaren, verständigen Blick ganz den Ein- I druck, als ob Sie noch einst etwas Tüchtiges in Ihrem Amte leisten werden. . . . Wißen Sie," wandte er sich darauf an | die in Verwunderung dastehenden anderen Herren, „Verbesserer der Welt können wir noch immer brauchen." Dann verneigte er sich und schritt nochmals höflich grüßend weiter in den Wald. „Hoch Bismarck! Hurrah! Hurrah!" ries voll Begeisterung der ganze Club, und: „Er lebe hoch!" schallte es noch aus dem Walde zurück. Die hohe Gestalt meines Onkels war unseren Blicken entschwunden. Ich hätte aufschreien mögen vor Lachen, aber ich hütete mich wohl jetzt noch, den Aufklärer zu spielen. Es dauerte einige Zett, bis die Gesellschaft sich von ihrem Entzücken erholt hatte. Welche Ehre auch, so leutselig begrüßt zu werden! Wie schade, daß der Bürgermeister die Reise nicht mitgemacht - der hätte dem Fürsten Namens der Stadt das Ehrenbürgerrecht verleihen müssen. Am stolzesten war natürlich Frau Krüger auf den Kuß, welchen sie erhalten hatte. Wie mußte sich die Frau des Gewürzkrämers, des MetzgermetsterS und des Polizeimeisters wohl ärgern! Auch der Herr Krüger fühlte sich in ganz gehobener Stimmung. Was würde man daheim sagen, wenn die Mitbürger und Mitbürgerinnen die seiner Frau und seinem Schwiegersöhne erwiesene Auszeichnung erfuhren, denn das stand auf einmal bet ihm fest, Dr. Albers müsse jetzt sein Schwiegersohn werden. Er nahm die erste Gelegenheit wahr, sich mit seiner Gattin und Tochter von der übrigen Gesellschaft abzusondern, dann legte er die Hand Trudcheus in die des soeben ob seiner Tüchtigkeit öffentlich anerkannten vr. AlberS,. der selbstverständlich Gertruds wegen in der Nähe geblieben war, und unter dem heiligen Rauschen uralter Eichen segneten die biederen Eltern daS junge Brautpaar. Die Weltverbesserer waren überrascht, als sie die Abend- täfel in der Aumühle mit zahllosen Weinflaschen gefüllt sahen und als dann Herr Krüger daS Mahl mit einer Ansprache eröffnete und ihnen mittheilte, eS sollte die Verlobung seiner Tochter Gertrud mit Herrn Referendarius Dr. AlberS festlich begangen werden. Allgemeine Fröhlichkeit erfüllte darauf den Saal. Nächst dem Brautpaare freute sich aber am meisten mein alter Onkel, den ich draußen im Garten traf, als ich nach der Mahlzeit, Kühlung suchend, hinauStrat „Nun, alter Junge," fragte er, „habe ich meine unfrei« willige Rolle gut gespielt?" „Bortresflich," erwiderte ich. „Die Verlobung ist soeben vor dem ganzen Club proclamirt." „Dann ist der Zweck meiner Hochstapelei ersüllt," sagte er, sich vergnügt die Hände reibend, und zog sich in den Wald zurück, denn es traten eben andere Verlobungsgäfte aus dem Saale. Es wartete aber unser noch eine andere Ueberraschung in Hamburg am Bahnhofe. Wir hatten eben den Zug verlassen, als wir eine zahllose Masse freudig erregter Menschen erblickten und lauter Jubel und Hochrufe an unsere Ohre drangen. Was war daS? — Sollten unsere frohen Erlebnisse hier schon bekannt sein und man dem jungen Brautpaare Glückwünsche darbringen wollen? Aber nein. — „Hoch Fürst BiSmarck!jHurrah! Hurrah!" erschallte cs, dicht vor uns hielt ein Wagen und auS demselben stieg der verehrte Gründer des deutschen Reiches in höchsteigener Person und begab sich unter dem Jubel deS Volkes zum Perron des Bahnhofes. „Wie geht denn daS zu?" fragte der Bäckermeister Krüger den BahnhofSinspector. „Wir kommen von Frie- richSruh und haben dort den Fürsten Bismarck gesprochen, und nun ist er hier?" „Unmöglich! Sie haben sich geirrt," war die Antwort, „der Fürst war heute den ganzen Tag in Hamburg." „Ei, verwünscht," sprach enttäuscht Herr Krüger. „Dann muß der in Friedrichsruh ja ein Hochstapler gewesen sein!" „Ein braver Hochstapler," sagte mein Freund AlberS, als ich ihm später den Scherz erklärte. „Ein braver Hochstapler, dem ich mein ganzes Leben lang dankbar sein werde." Hof, kolichausen und Mühlsachsen, Münster, Nieder»Besfingen, Ober-Bessingen, Ober-Hörgern, Steinbach. 1. Appell Nachmittags 3 Uhr. Offiziere, Samtäts Offiziere und Beamten der Reserve uxb Landwehr I. Aufgebots. Reservisten, sowie zur Dispofition der Truppeutheile uxb der Ersatz - Behörden entlassenen Mannschaften aller Waffen. 2. Appell Nachmittags 4 Uhr. Wehrleute I. Aufgebots aller Waffeu und Ersatz- Reservisten. Befreiungsgesuche find bis längstens 8 Tage vor dem Appell auf dem Dienstwege (durch das Hauptmeldeamt) einzu- reichex und müssen durch die Bürgermeisterei bezw. bei Beamten durch die vorgesetzte Behörde beglaubigt sein, werden aber nur im dringendsten Rothfalle genehmigt. Diejenigen Mannschaften, bei denm Fußmcssungeu noch nicht /vorgenommen wurden, haben überhaupt keine Aussicht auf Befreiung. Die Leute treten in bürgerlicher Kleidung an. Stöcke, Schirme, Pfeifen und Cigarren sind vorher wegzulegen. Die Militärpapiere (Paß und Führungszeugniß) müssen zur Stelle sein. Sämmtliche Mannschaften stehen im Laufe des ganzen Eontroltages bis einschließlich Mitternacht unter dem Militargesetz. Gießen, den 25. März 1895. Großherzogliches Bezirks-Commando. I. 93.: Beck, Premierlieutenant und Bezirks-Adjutant. Deutscher UHd?» Berlin, 20. April. Die „Poft" theilt in Bezug auf die Flottenparabe in Kiel mit, die Zahl der parabtrenbeu Schiffe werbe gegen 85 betragen, von benen 35 bie beutsche NeichSfiagge führen würben mit fast 400 Seeoffizieren, Aerzten unb Maschineningenieuren unb mit über 10000 Mann an Borb. Berlin, 20. April. Die „Norbb. Allg. Ztg." schreibt anschetnenb offiziös: „Die „Kreuzzig." äußerle bie Besorgniß, baß die beutsche Regierung in ber ostasiatischen Frage, noch bevor bie Abfichten ber anberen Mächte bekannt wären, ihre Abstinenz erklären werde. Nach unseren Informationen ist diese Befürchtung vollkommen unbegründet. Wir glauben, daß daö Cabtnet nicht gesonnen war, Abstinenzpolitik zu treiben, sonbern allezeit mit vollem Ernste bie Gefahren ins Auge gefaßt hat, welche für Europa in politischer unb Wirth- schaftlicher Hinsicht aus einer Neuorbnung ber ostasiatischen Berhaltnisse entstehen können. Mögen auch anbere Mächte noch mehr interessirt sein, als Deutschlanb, so ist ber beutsche vntheil an bem europäischen Gesammtinteresse in Ostafien doch so bedeutend, baß sich unsere Regierung einer schweren versäumniß schuldig machen würbe, wen« sie nicht fest entschlossen wäre, jeden Antheil zur vollen Geltung zu bringen. Berlin, 20. April. Dem „Berliner Tagebl." zufolge gab der natioualliberale Abgeordnete Freiherr Heyl zu Herrnsheim dem Prinzen Schönaich.Earolath seine volle Zustimmung zu dessen Erklärung gegen die Umsturzvorlage. Eisenach, 20. April. Se. Majestät der Kaiser ist heute früh 81/, Uhr hier eingetroffen und hat sich sofort nach der Wartburg begeben. Die Stadt ist prächttg geschmückt. Die Bevölkerung bereitete dem Kaiser einen enthusiastischen Empfang. Eisenach, 20. April. Der Kaiser spendete für das hiesige Wagner-Museum Tausend Mark. Ausland. Wieu, 20. April. Hiesige leitende kreise versichern, daß alle Gerüchte bezüglich Einberufung eine» europäischen EougresseS zum Zweck der Revision de» japanisch- chinesischen FriedenSvertrageS jeder Unterlage entbehren. Preßburg, 20. April. In der Gemeinde H o t o S sind zwei Personen an Symptoneu der asiatischen Cholera gestorben. Die Behörde verfügte die bacteriologische Untersuchung. Budapest, 20. April. Durch daS anhaltende Regenwetter find sämmtliche Flüsse hier im Steigen begriffen. Biele Ortschaften längs der Donau und Save sind in großer Gefahr. Bor Panctova erscheint eine Katastrophe unvermeidlich, bä ber Damm trotz übermenschlicher Anstrengung kaum zu halten ist. Goerz. 20. April. Der Bürgermeister von Drecenca sanb auf bem Fensterbrett seiner Wohnung eine Cigarre liegen, welche mit Dynamit gefüllt war unb explodirte. Die Cigarre riß bem Bürgermeister 4 Finger ber rechten Hanb ab. Der Thäter ist unbekannt. Nizza, 20. April. Gestern Abenb fanb im Circus eine von Rochefort unb JuleS Roche einberufene Versammlung statt. AlS ein socialtftischer Rebner Angriffe auf bie Armee machte, erhoben sich fast sämmtliche Theilnehmer unb riefen: „ES lebe bie Armee?" Die Organisatoren mußten zur Bahn flüchten, wo sie unter bem Schutze ber Polizei ab- bampsten. Paris, 20. April. Der Ausstanb ber Omnibus- beamten ist brigelegt, nachdem bie Gesellschaft bteForberung derselben bewilligt hat. Paris, 20. April. Gestern fand im 8. Bezirk der Stadt ein große»Protest-Meeting statt, welches die soctalistische Partei gegen die Absendung der französischen Flotte nach Kiel einberufen hatte. An demfelben nahmen mehrere Abgeordnete unb Municipalräthe Theil. 21. April. Dir „Time»" veröffentlicht den Text de» apostolische» Schreiben» bei Papste» an ba» englische Volk. Der Papst rühmt bart» den religiösen Siu der Engländer unb erklärt, der Himmel werde da» Volk er segnen, wenn e» zur katholischen Kirche zurückgekehrt sein wird. Da» Schreiben schließt mir einen Ablaßgebet. Dermifdptes- • Der bestimmte Nachweis Ma Blut spielt bekanntlich in der gerichtlichen Chemie eine große Rolle, wen» e» sich z. B. darum handelt, einem Verbrecher den Bewei» zu erbringen, daß sich an feinen Sachen Blutspurrn befanden. Die bisher angewandten Methoden waren alle mehr oder weniger unzuverlässig unb daher du» Amt de» diese Untersuchung anftellenden Sachverständigen ein sehr verantwortliche». Ein sehr einfache» zuverlässige» Verfahren nun, welche» ba» Vorhandensein von Blut selbst in den kleinsten Mengen noch erkennen läßt, besteht nach dem Vorgehen der Franzosen Thierry unb Perrin einfach darin, daß man die zu untersuchende Flüsfigkett in ein Rohr bringt, vor welchem ein Gla»-Pri»ma ausgestellt ist- läßt man nun durch da» Rohr einen Lichtstrahl auf ba» PriSma fallen, so erhält man em farbige» Spectrum, welche» wie für jede Substanz auch für Blut eine ganz characteristische farbige Spectral Linie darstellt. Neben diesem Apparat wird noch ein zweiter, ein mit stärkerer Blutflüssigkeit gefüllte» Rohr besitzend, aufgestellt, dessen Normalspectrum al» Vergleich dient. Durch diese einfache, absolut untrügliche Methode haben die genannten Erfinder Blut noch in einer Verdünnung von 1 : 850000 nachgewiesen- wa» der Methode aber einen ganz besonderen Werth verleiht, ist der Umstand, daß der Apparat selbst Menschen- und Thierblut völlig von einander unterscheiden und erkennen läßt, indem die Spectra der verschiedenen Blutsorten auch verschiedene Linien zeigen. Die Genannten wollen ihr System noch auf viele andere Untersuchungen organischer Stoffe auSdehoen und dürften dadurch der Spectralanalyse eine ungeahnte Anwendung selbst im practischen Leben anbahnen. (Mitgetheilt vom Internationalen Potentbureau Carl Fr. Reichelt, Berlin N.W.) -...... ........— -----------!----------------------~----J-----— Spidplai der vereinigten ZranKfurter rtadtthenler epernbau». DienStag den 23. April: Stumme von Portict. Mittwoch den 24. AprU: Zauberflöte. Donnerstaa den 25. April: Carmen. Freitag den 26. April geschloffen. Samtlag den 27. April: Jefson da. Sonntag den 28.April, Nachmittag! 3'»Uhr: Seecadet. Äber.bi 7 Uhr: Bajazzo. Hieraus: Die Nürnberger Puppe. Schaufpietcha«». Dienstag ben 23. April: Frauenlob. Der «tzemer und sein Sohn. Mittwoch ben 24. Avril: Frauenlob. In Cioil. Donnerstag ben 25. Avril geschloffen. Freitag den 26. April 'Der Seecadet. SamStag den 27. April: «zedora. Sonntag ben 28. April: Der alte B ürgercapitatn. Jungfern Köchinnen. Der Atzemer und sein Sohn. Montag den 29. April Der Seecadet. Dienstag den 30. April: Königileld. Wilmm-KMim-MtW !« Khre» der 25 jährigen Regierung des hochstieligen Eroß- heriogs Ludwig III. Aus obiger Stiftung, welche bezweckt, daß Tius den Capitalzinfen drei junge Leute, und zwar aus jeder der drei Provinzen Einer, eine gleichmäßige Subvention zu den Kosten ihrer Ausbildung auf einer höheren Bildungsanstalt erhalten sollen, sind für das Jahr 1895 drei Stipendien zu vergeben. Das Stipendium kann auf drei Jahre ausgedehnt werden - es können jedoch nur Angehörige solcher Gemeinden berücksichtigt werden, welche Beiträge zu dieser Stiftung geleistet haben. Hiernach berechtigte und qualificirte junge Männer, welche zum Zwecke ihrer Ausbildung eine höhere Bildungsanstalt besuchen oder besuchen «ollen und sich um das Stipendium zu bewerben beabsichtigen, sind eingeladen, ihre Gesuche, mit den nöthigen Zeugnissen belegt, durch ihre betr. Bürgermeisterei an die Bürgermeisterei der Hauptstadt ihrer Provinz, also au» Orten der Provinz Starkenburg an die Bürgermeisterei Darmstadt, aus Rheinhessen an die Bürgermeisterei Mainz, aus Oberhessen an die Bürgermeisterei Gießen bis längstens zum 11. Mai d. I. gelangen zu lassen. Darmstadt, Mainz, Gießen, den 17. April 1895. 3580 Das Curatorium: Morneweg, vr. Gaßner, Gnauth, Oberbürgermeister Oberbürgermeister Oberbürgermeister von Darmstadt.________ von Mainz. von Gießen. Gardinen in weist und creme, abgepastt und am Stück, offeriren in großer Auswahl 2954 Aug. Montanus Nchf., Giesten, Markt IO. s-^iyeu eingetroffen: Große Sendung Capes, Farbige und schwarze Kragen, Jaquetts. Empfehle solche zu staunend billigen Preisen. Hermann Katz, 3494 Mäusburg 5. E Bester mail—Fussbodenlack (an* Bern*teln-Oellack), bart unb rasch trocknend, mit hohem Glanz dio. 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