bh, b-i betn Slumeii, 7012 Ab. M*t >,-ch '-.«»chsten l"” «. »a«. et8 mit Z«, Rr. 196 Der chietzener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme dcS Montags. Die Gießener D«miriendtälter werden dem Anzeiger »wöchentlich dreimal beigelegt. Zweites Blatt. Donnerstag den 22. August 189» Meßmer Anzeig er Kenerat-Mnzeiger. Vierteljähriger Avonnementspret«« 2 Mark 20 Psg. mit Bringcrlohn. Durch die Post oczognr 2 Mark 50 Psg. Rcdaction, ExpediuoK und Druckerei: Schulstraße?!r.7. Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblatt für den Ursis Gieren. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für de» t£ßittAlrtffi’r ^lllr Annoncen-Bureaux dcS In- und Auslandes nehme» folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. V* ^UmUUUVlUUvl. Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. trittn in t Muster möglichst US. aM ßsttu.Cslideöl Preisen. 2013 auf Lager. termgR T»r«hal,i!, «ist- ,Z! Sotfianl. »en. tg.“ I ” ♦♦♦♦♦ -th! ♦ IchMkl- Stoffe. igrrisrnden jorbti, eint tat. iiifenben von 0 ,Eolo«ial' I u 4 tppla üütt !»««' ♦ W** ▲ K--- * K ♦ < 4618 t e den Namen I tragen- inter ähnlich .Winpson'S ♦ stahl JiW* . Seisit £ tzerrw-«" rsmkert. | »Mdtt ▲ Matttr- f ea«r „ 4 lermutt« ll Der Krieg von 1870|71, geschildert durch Ausschnitte aus Zeitung--Nummern jener Zeit. (Nachdruck 0erboten.) 22. August. Die deutschen Krieger find furchtbar feurige Freiweber um Straßburg, die wunderschöne und jetzt so arme Stadt des Volksliedes. Am 19. und 20. August wurde die Stadt von sechs Punkten aus den ganzen Tag beschossen. Die Citadelle gerieth in Brand, dichte Rauchwolken, auS denen Flammensäulen steigen, hüllen die Stadt ein. Aber auch Kehl leidet furchtbar unter dem Bombardement der Franzosen: 14 Häuser, darunter große Gasthöfe und Brauereien, wurden in Brand geschossen. — Die Vogesen Festung Pfalz- burg hat sich den Württembergern ergeben. Wenn man auf der Karte das Gelände zwischen St. Privat und Chatel betrachtet, so sieht man, wie stark die Stellungen der Franzosen gewesen sind, und man bewundert die Taktik des Feldherrn, der durch einen Flankenmarsch mit späterer Umgehung des rechten Flügels die erste Aufstellung bei Verneville-Gravelotte umgeht, den linken feindlichen Flügel so lange festhält, bis die Umgehung aus- geführt ist und dann den Feind zurückwtrft. Die Bravour unserer Truppen bei Erstürmung dieser verschanzten und vorbereiteten Stellungen muß über alles Lob erhaben gewesen lein. Der Sieg ist blutig, sehr blutig erkauft/ aber er wird bafür seine Früchte tragen. ES wird die Schlacht bet Gravelotte und Vernevtlle vielleicht das letzte Mal gewesen tein, daß ein französisches Heer es wagt, sich unS in offener Feldschlacht gegenüberzustellen. Gravelotte ist hoffentlich ein zweites Königgrätz gewesen, daS uns ebenso schnell vor die Mauern von Parts, tote 1866 vor die von Wien führt. Einnahme der Festung Marsal durch die Bayern. DaS zweite bayerische ArmeecorpS unter General- Iteutenant v. Bothmer langte am 15. gegen 1 Uhr Mittags -auf der sogen. Sichthöhe, eine Viertelmeile von Marsal, an. Der Posten daselbst gab daS Alarmsignal, zog sich jedoch zurück. Generallieutenant v. Bothmer sandte den Hauptmann v. Hanfstengel an den Commandanten von Marsal und forderte ihn auf, die Festung zu übergeben, wurde jedoch schroff zurückgewiesen. Der Hauptmann, als Parlamentär, war noch nicht außer Schußweite, da wurde auS der Festung auf ihn geschossen, so daß er schwer verwundet zusammenstürzte. Vom Fort Louis wurde gleich darauf das Feuer auf die Bayern so stark eröffnet, daß die Batterien, die kaum ausgestellt waren, schon zurückweichen mußten. Ein Regen Ferrillctsir. A krillnernugkn eines freiwilligen Knaitätsmavnes ins hm August- ueh Zegteinderlagen hes Jahres 1870. (Nachdruck untersagt.) Keine großen Heldenthaten hat der Schreiber dieser Zeilen zu schildern, sondern einfache Dinge, aber Selbsterlebtes, was er sich vor 25 Jahren ausgeschrieben hat. Viel ist es nicht, aber immer schon etwas, wenn man die Kanonen von Metz in der Nähe, und diejenigen von Sedan, obzwar in etwas größerer Entfernung hat donnern hören. Schlachtenbummler, wie sie damals oft genannt wurden, sind wir nicht gewesen; es beglückt uns noch heute der Gedanke, daß wir verwundete Freunde und Feinde erquicken und ihre Leiden lindern helfen konnten. Die Reihen Derer, welche anno 1870 mit dabei waren, lichten sich immer mehr. ES schadet nicht, wenn man den Nachkommen einfach und schlicht erzählt, wie es unS vor 25 Jahren zu Muthe war und wie es in bescheidenen Verhältnissen herging. Im Garten deS berühmten Gasthauses „Zum halben Mond" in Heppenheim a. d. B. saß am 14. Juli 1870 eine Gesellschaft von acht bis zehn Herren; es waren einige Hessen, ein Pfalzbaier, ein Württemberger, ein Badenser, ein Frankfurter und zwei Norddeutsche, somit waren die Hauptstämme deS deutschen Vaterlandes vertreten. Die Unterhaltung drehte sich selbstverständlich um Politik. Alle stimmten darin überein, daß die Unverschämtheit und Frechheit der französischen Zeitungen unerträglich geworden sei. „Wie darf man sich Ausdrücke wie: „Das caudinische Joch ist bereit", oder: „Wir werden die Preußen mit Kolbenflößen in den Rücken über den Rhein jagen," u. a. m. von solchen Maulhelden bieten laffeu!" sprach einer der Heffen. (Es war an demselben Tage, an welchem der Vorfall zwischen Kaiser Wilhelm und dem Botschafter Benedettt in Ems wie ein gewaltiger Blitz durch ganz Deutschland zuckte, unsere Tafelrunde batte noch keine Kunde davon.) — „Man muß von Granaten fiel auf der Höhe und dennoch versuchte unsere Infanterie, auf den Dorwall loszustürmen. Aus den Schießscharten wurde jedoch so mörderisch und leider gut geschossen, daß die Braven beinahe verloren gewesen wären, wenn nicht unsere Batterien inzwischen eine Stellung auf der Südseite der Festung, der Citadelle de Pate gegenüber, genommen hätten. — Nach einem halbstündigen Geschützfeuer ging der Pulverthurm in die Luft. Die Division Otto hatte mittlerweile die Position am Vorwall genommen. Von den Wällen spieen 40 Geschütze auf unS herab. Doch nach einstündiger Beschießung wurde auf zwei Seiten die weiße Fahne aufgehisst, die Batterien stellten ihr Feuer ein und ein Offizier erschien mit einem Trompeter. Der Commandant ersuchte um die Bedingungen der Eapitulation. General v. Bothmer ließ dem Commandanten sagen: „ES ist Völkerrecht und Sitte, Parlamentäre, so lange sie im Bereiche der feindlichen Stellung sind, als Friedensboten zu betrachten. Auf Hauptmann Hanfftengel in dieser Eigenschaft ist geschossen worden, daher kann von Bedingungen keine Rede sein. Liefert der Commandant die Festung nicht binnen einer halben Stunde auf Gnade oder Ungnade aus, so wird ohne Erbarmen alles zusammengeschossen." Nachdem der Parlamentär zurückgekehrt war, eapitulirte die Festung. Es wurden 60 Geschütze, viel Proviant, an 600 Pferde, 512 unverwundete Gefangene mit Offizieren genommen. Fünfundzwanzigjährige Erinnerungsfeier an 1870. (Ortginalbertcht des „Gießener Anzeigers"). Z. Darmstadt, 19. August. Der vorwiegend heiteren Feier deS gestrigen Tages folgte heute eine ernste, die dem ruhmreichen Gedächtnisse aller derer galt, die auf den Schlachtfeldern den Heldentod für das Vaterland gestorben find. Auf dem Friedhöfe fanden sich in früher Morgenstunde die Mitglieder sämmtlicher hiesiger Krtegervereine mit umflorten Fahnen ein, unter ihnen auch Prinz Wilhelm. Die Gräber der hier ihren Wunden erlegenen Deutschen und Franzosen waren pietätvoll geschmückt und Kranz auf Kranz wurde auf die Grabhügel der Tapferen gelegt, die des Deutschen Reiches Herrlichkeit nicht mehr mit eigenen Augkn schauen sollten. Nachdem die Capelle deS ArtillerieregimenteS einen Choral gespielt, hielt Herr Prof. Trümpert eine formvollendete würdige Ansprache an die Versammlung. Seine Worte waren etwa folgende: „Deutsche Männer, deutsche Krieger! Fünfundzwanzig Jahre sind ver° die unendliche Geduld des Königs und die großartige diplomatische Ruhe deS Kanzlers Bismarck bei diesem widersinnigen französischen Gebrülle bewundern," antwortete ein Norddeutscher. „Ich kenne die Franzosen," fuhr er fort, „seit zehn Jahren mache ich Geschäfte mit Häusern in Bordeaux und Paris. Jedes Jahr verweile ich einige Wochen in beiden Städten. Die Franzosen sprechen ungescheut aus: Unser KriegSruhm ist durch Sadowa von den Preußen verdunkelt worden. Das können wir nicht ertragen. Frankreich ist das Herz der Welt, alle Nationen müssen sich vor uns beugen, nous sommes la plus grande nation du monde. Jeder Gassenkehrer, jeder Nachtwächter, jeder Schusterjunge spricht dies aus. Macht man gelegentlich eine Bemerkung, daß da oder dort etwas geleistet würde, daß es auch anderswo hübsche Städte und Länder gäbe, so heißt es: Oh la grande nation ? und dabei machen die Leute herablassende Handbewegungen, als bestünde die übrige Welt nur auS Gassenkehricht. Den Ausdruck: Oh la grande nation! hören Sie im Verkehr mit Fremden in allen Kreisen, bei allen Gelegenheiten, an allen Orten." — „Man sollte nicht glauben, daß eine sonst hochgebildete und höfliche Nation so stark au Selbstüberhebung leiden könnte," bemerkte ein Anderer. — „Die Franzosen find in diesem Punkte blind und taub," war die Antwort. „Es find gute Denker, treffliche Chemiker, Mathematiker, Ingenieure und Architecten, besitzen also Verstand und Vernunft. Sobald es sich aber um la gloire handelt, haben die gescheidtesten Menschen ein Brett vorm Hirn. Wir treiben in einen Krieg mit diesen — Narren! muß man sagen — hinein und sie speculiren darauf, daß Ihr Süddeutschen uns dabei in den Rücken fallt!" — „Niemals, wenn es gegen den Erbfeind geht!" antworteten die Süddeutschen wie aus einem Munde. — „DaS wäre ein großes Glück," erwiderte der Norddeutsche mit Feuer. „Ich kenne Deutschland und ein großes Stück von Europa, ich weiß ganz genau, daß man unS Preußen in Süddeutschland alle Anerkennung zu Theil werden läßt, aber Sympathie . . . hm! . . . daran fehlt eS noch einigerflossen seit dem gewaltigen Ringen zwischen Deutschland und Frankreich, daS in der Aufrichtung eines deutschen Kaiser- reiches und der Wiedervereinigung zweier deutscher Provinzen mit dem Mutterlande seinen herrlichen Abschluß gesunden hat. ES wäre undankbar vom deutschen Volke, wenn es die Gedenk- tage einer großen Zeit ohne Feier vorübergehen ließe. Blicken wir hier am Grabe der deutschen und französischen Kameraden zurück auf die Mühen und Erfolge der Jahre 1870/71, so bleiben wir bewahrt vor Uebermuth und Schadenfreude, vor Prahlerei und Gehässigkeit. Hier . drängt sich uns die Wahrheit unabweislich auf. Das ist daS Große und Erhebende an unserer Feier, daß wir die Ereignisse, denen sie gilt, im Lichte der Wahrheit betrachten und dabei froh und freudig bleiben können, da wir erkennen: unsere Sache war gerecht, unser Krieg war ein gerechter Krieg. Zunächst gilt eS, dem allmächtigen Schlachtenlenker zu danken, der unS wunderbar geführt hat. Ihm danken wir aus tiefster Seele, daß er uns Ruhm und Ehre gönnte. Aber wir gedenken auch in inniger Dankbarkeit Derer, die ihr Leben für daS bedrohte Vaterland eingesetzt haben, der lebenden und der tobten Helden. 130000 blühende, gesunde Männer sind den Tod fürS Vaterland gestorben. Doch auch Tausende sind heimgekehrt zu Eltern und Geschwistern, zu Braut und Gattin, zu Kindern und Freunden. So lange noch einer dieser Kämpfer unter unS weilt, gilt eS, ihm die Dankbarkeit zu beweisen. Und daS kann nicht besser geschehen als durch die That, durch Bewahrung und Erhaltung der Einheit, Stärke und Wehrhaftigkeit deS deutschen Vaterlandes. Es gilt einen festen Damm aufzurichten gegen die Sitte und Ordnung zerfressenden Bestrebungen, die leider allenthalben auftauchen. Wir wollen uns heute aufs Neue vereinigen zu dem Gelöbniß der Treue gegen unseren geliebten Landesherrn, gegen Kaiser und Reich, gegen daS ganze heißgeliebte Vaterland mit allen seinen Fürsten. In daS Grab unser gefallenen Kameraden wollen wir hinabrufen: Euer Blut, das ihr vergossen, Nimmer sollS umsonst geflossen, Nimmer sollS vergeffen sein." Nach den ergreifenden Worten deS Redners, die wir hier natürlich nicht vollständig wiedergeben konnten, wurden zahllose Kränze mit Widmungsscheifen auf den Gräbern niedergelegt, darunter auch einer von den in Amerika lebenden Hessen mit einer Schleife in den deutschen und amerikanischen Farben. Auch die Gräber des Siegers von Chambord, Hauptmann Kattrein, und des verstorbenen Präsidenten der KriegervereinS, Rechtsanwalt Neuling, maßen. Wir Preußen besitzen so etwas wie Dünkel und Hochmuth; wir verstehen ein wenig zu schwadroniren, sind kühler und zugeknöpster als die Süddeutschen. DaS find Unterschiede, die sich nie verwischen lassen. Ein so zutrauliches, gemüthliches Wesen, wie eS die Süddeutschen haben, ist uns nicht gegeben." — „Aber deutsch sind und bleiben wir Alle!" rief der Pfalzbaier, hob sein Glas und rief: „All Deutschland hoch! hoch! hoch!" Es gab einen guten Klang. Der 1868er Schloßberg funkelte in den Gläsern, ein Tropfen, tote er erst 25 Jahre später, anno 1893, wieder wachsen sollte. Plötzlich wurde die aus dem Hause in den Garten führende Thüre anfgerissen. Der Gasthofbefitzer, bleich und aufgeregt, hielt ein Blatt in der Hand und tief von ferne: „Ihr Herren, der Krieg ist erklärt!" ES ist unmöglich, die Wirkung zu schildern, welche diese sechs Worte auf die Tafelrunde hervorbrachte. Wir waren in unserer ländlichen Zurückgezogenheit noch vor einer Minute der festen Ueberzeugung, daß durch den Rücktritt des Prinzen von Hohenzollern alles friedlich beigelegt worden wäre, und nun sollte das Entsetzliche geschehen sein, was Jeder fürchtete, waS alle Welt als das Fluchwürdigste und Greulichste verdammen mußte. Wir sprangen auf. • Mit verhaltenem Äthern schaute einer den andern an, keiner vermochte ein Wort hervor- zubringen. Unwillkürlich fanden sich zur Rechten und zur Linken die Hände. Ein ehrwürdiger GreiS von 75 Jahren, der die Drangsale von 1812 und 1813 erduldet, der 1806 Deutschland in seiner tiefsten Erniedrigung geschaut hatte, sprach die Worte: „DaS ist Gottesfinger! Droben sitzt einer im Regiment, der seine Deutschen nicht verläßt. So wie wir unS die Hände reichten, werden sich heute Millionen und Abermillionen begegnen, ich fühle es. Gerechter Gott, ich boote Dir, daß ich diesen Tag erleben durfte!" (Fortsetzung folgt). wurden mit Kranzspenden bedacht. Dann ging der Zug wieder zum Festplatz, wo die Fröhlichkeit nach dem ernsten GedLchtnißact wieder zu ihrem Rechte kam. Ein große- Frühconcert sand statt und unausgesetzt herrschte ein frohes Treiben. Abends wurden in und vor der Halle wiederum verschiedene Aufführungen veranstaltet. Um 4 Uhr wurden die Platzkarten dazu auSgegeben und schon um 5 Uhr waren 4000 Menschen in der Halle versammelt und harrten geduldig der Eröffnung der Feier. Die Turner und Fecht- clubS wirkten auch diesmal freundlichst mit und fanden große Anerkennung für die wirklich hervorragenden Darbietungen. Auf dem Festplatze coucertirten zwei RegimentScapellen uud die Menschenmenge, die bis tief in die Nacht hinein promenirte, war kaum geringer als am Borabend. Man kennt Darmstadts Name wieder, wenn man seine sonst so soliden Bürger in ihrer ausgelassenen Fröhlichkeit auf dem Festplatz beobachtet. Unserem gestrigen Berichte haben wir nur wenig hinzu« zufügen. Kleine Unfälle sind natürlich unvermeidlich gewesen, die SanitätSwache mußte mehrfach in Anspruch genommen werden. Die Taschendiebe haben im Menschengedränge ergiebige Ernte gehalten, 14 Taschenuhren und mehrere Geldbeutel werden als vermißt angemeldet, also manchen Besuchern wurde die Festfreude doch etwas beeinträchtigt, doch daS letztere ist ein tragikomischer Uebelstand, der sich nun einmal nicht vermeiden läßt. Unsere Festgäste find deS Lobes voll über die Aufnahme, die sie gefunden und über die Anordnung der ganzen Veranstaltung, ihre Stimmung ist die beste und darüber kann sich Niemand mehr freuen als die Darmstädter Bürgerschaft. • Güstrow, 17. August. Gestern erfolgte die Hinrichtung deS am 17. Januar dss. IS. vom Schwurgericht wegen Ermordung der HerbergSwirthStochter Ida Waldtmann in Wittenburg zum Tode verurthetlten Metallarbeiters Friedrich Richter aus RadenSdorf bei Lübben, Regierungsbezirk Frankfurt a. d. O. Die Hinrichtung vollzog der Scharfrichter Retndel aus Magdeburg. * Dresden, 17. August. Der 63 Jahre alte Graveur Hermsdorf aus Pirna und dessen gleichalterige Ehefrau haben sich wegen Nahrungssorgen in einem benachbarten Dorfe vergiftet. * Karlsruhe, 19. Angust. Der 17 Jahre alte Drechslersohn Arnold von Walldürn wurde als dringend des Doppel- morde- verdächtig verhaftet. Nach der „vad. LandeS-Ztg." soll bei ihm ein blutiges Hemd uud ein ausgewaschener Anzug gefunden worden sein und er bei der Eonfrontirung mit den Leichen in ein lautes Weinen auSgebrochen und bereits geständig sein. * Bern, 19. August. Der 26jährige Schreiner Ob e rke von Lörrach, in GlaruS wohnhaft, ist beim Edelweißsuchen an der Krautlenwand unterhalb de- Scheyen im Kloeuthal ad gestürzt. An allen Gliedern zerschlagen, ist er sofort gestorben. Sein Begleiter schaffte die Leiche in- Kloeuthal. — Trotz eifrigen Suchens am Freitag und SamStag ist die Leiche des von der Jungfrau abgestürzten Ritz au noch nicht aufgefunden worden, wohl aber fein Rucksack. Immerhin hofft man, beim Wegschmelzen deS frischen Schnees werde der Leichnam zu Tage treten. * Gin Denkmal auf dem höchsten Punkte deS neuen Friedhofes zu Kiel gibt uns Kuude, daß auch Seeleute während des Krieges 1870/71 am heimischen Strande bei treuer Ausübung ihrer Pflicht einen ehrenvollen Tod gefunden haben. Die Grabstätte der vor 25 Jahren beim Legen von Torpedos verunglückten Mannschaften der Stamm-Werft- Division der Flotte der Ostsee zu Kiel wird durch einen mit Inschriften versehenen Sockel, auf dem sich eine hohe ornamen- tirte Säule mit flugbereitem, gekröntem Adler auf dem Capitäl erhebt, gekennzeichnet. Hier liegen zur Ruhe gebettet: Der Handwerker 3. Kl. Klink — Cuxbüll — Kr. Schleswig, Matr. 2. Kl. Geschke — Kahlholz — Kr. Heiligenbeil, Matrose 3. Kl. Westphal — Stielow — Kr. Greifs- Wald, Matt. 2. Kl. Schreiber — Hamburg, Matr. 3. Kl. Kiehn — Altermöhle — Kr. Hamburg und Matr. 3. Kl. Kowinöki — Zelassen — Lauenburg. Auf der Vorderseite des Sockels steht folgende schöne, Patriotische Widmung: „Ihr hieltet treu die Wacht am Meer, Hier oben an dem Ostseeftraud, Indessen glorreich unser Heer Den Feind bezwang im eig'nen Land, Wie dort im Kampf um Deutschlands Herd Die Helden unter fränk'schem Sand, So machte Euch des Lorbeers werth Der Tod, den im Beruf Ihr fand." Dem Denkmale läßt der Marineverein Kiel alljährlich die pietätvollste Pflege zu Thetl werden, alljährlich schmückt ein Kranz des Vereins die ernste Stätte. Auch diesmal legte der Vorsitzende des Vereins, Kamerad Potenberg, einen Er- nnerungskranz Namens des Vereins am Denkmal nieder. Derfebr, taub« nnb DolfsttHribfcbafL r Auskuuftsftelleu für Pflanzenschutz. Die deutsche LaudwirthschastS-Gesellschaft hat die Einrichtung fldroffm, daß in den einzelnen Bezirken Deutschlands SuSkunftS- stellen für Pfl-nzenschun errichttt wurden Dieselben sollen der landwttthschaiHtchen Bevölkerung bei Bekämpfung der thicrisch«! und pflanzlichen Feinde der Kulturpflanzen mit Rath und rhat beistehen und senden dann ihre Berichte an die deutsche Londwtrtfr- schastS - Gesellschaft, Sonder-AuSschuß für Pflanzcnkrankheiten. Diese Berichte werdm gesammelt und erscheinen übersichtlich geordnet im .Jahresbericht de« Sonder - Ausschusses für Pflanzenschutz". Für Oberheffen sind Dr. o. Peter und Ä. Reichest in Friedberg ernannt worben, welche bereit sind, nach dieser Richtung thätig zu fein. Wenn deshalb Beschädigungen von Pflanzen irgend welcher Stt auftreten, so wolle man eine entsprechende Menge der Schädlinge nebst Pflanzen an „die AuSkunstSftelle für Pflanzenschutz in Friedberg" (Homburger Landstraße) einsenden, von wo au« die nöthtge Auskunft ertheiU und Maßnahmen zur Bekämpfung der Krankheit ergttffen werden, indem coent. an Ort und Stelle die Besichtigung vorgenommen wird. Es liegt im Interesse der landwirthschaftlichen Bevölkerung, daß diese AuskunstSstelle recht fleißig benutzt wird. Zunächst wird von der AuSkunftSstelle zu Friedberg beabsichtigt, fortan auch der Frage nach dem Schaden oder Nutzen unserer hauptsächlichsten Vogelarten näher zu treten. Die Ansichten gehen, wie bekannt und wie auch schon in verschiedenen Versammlungen in Oberhessen festgestellt wurde, auf diesem Gebiete zur Zeit noch sehr weit auseinander und ist eS diesem Uebelstande wohl zuzuschreiben, daß die dem Landwirthe so nahegehende Vogelschutzfrage noch nicht zu einer endgiltigen Lösung gebracht roorben ist. Der Hauptgrund für die Derschiedenheit bet Meinungen bilbet bet Mangel an demjenigen Versuchsmaterial, mit Hilfe dessen allein eS möglich wird, sich ein objectives, sicheres Urtheil zu bilden: eS fehlt uns en Untersuchungen des Magen und Darminhalte« der für den Feldbau in Betracht kommenden Vögel. Um die« zu beschaffen, sollen für da« erste Krähe und Staat eingehend untersucht werden. Es richtet deshalb die AuSkunftSstelle für Pflanzenschutz in Friedberg, Homburger Landstraße, an alle Landwirthe der Provinz Ober Hessen die Bitte um die Ueberfendung von Krähen und Staaten. Besonders werthvoll würde eS fein, wenn von einigen Stellen uns nicht blo« gelegentlich, sondern von jetzt ab in regelmäßigen Zwischenräumen die Zusendung von Krähen bezw. Staaten erfolgen könnte, mit HUfe derartigen Materials es auch möglich fein würde, ein sicheres Urtheil über das in den verschiedenen Jahreszeiten gewiß verschiedenartige Verhalten der betr. Vögel zu gewinnen. Die Einsendung de« Materials erfolgt, so lange es die Jahreszeit gestattet, am besten im fttschen Zustande als ganzer Vogel im Eigartenkistchen. Die durch Porto u. s. w. entstehenden Unkosten werdm gern zurückvergütet. Nähere Auskünfte stehen allen Denjenigen, welche sich an der praclischm Lösung der gestelllm Frage durch Ucbermittelung von Untersuchungsmaterial betheiligm wollen, zu Dienstm. Bei der Wichtigkeit der angeregtm Frage darf wohl auf eine recht rege Betbeiligung insbesondere der Forst - Beamten und Jäger gerechnet werden. Auch die Besitzer von Tauben werden gebeten, die Mägen geschlachteter Tauben in dm verschiedenen Jahreszeiten einzusendm, um endgiltig festzustellm, in welcher Weise die Tauben auf dem Felde haufm. gegeben werden. 6952 K § N, rbnrgerstr. llll. 6964 6838 Weserstraße 8. Korbflasche i\ 20 71 zurückvergütet. \ Rebaction: L. Lcheyda. Trud uud Verlag der Brühl'schea Unl»erfitätS.vuch- und Slembruderei (Pietsch & Ccheyda) in Gieß«. 1 1 1 1 Wasserdichte Wagendecken. 15 10 5 Großh. Bürgermeisterei Gießen. I. B.: Georgi, Beigeordneter. Louis Wittich II. Giessen. Liter » 5.- 4.— 3.- 1.70 Bugti Decket A* Air- und Berkaus von getrngnren »leider«, Waißzevtz, Mädeln, Bette«, »old- und Sttda». fache«, Bücher«, Zeitunge«, tUUu, sutftne, Sinn, vlei und Bise«. Ebenso werden Lampe« und ch«oche« auf Verlangen jederzeit obgeholt durch Louis Rothenberger Wwe Bergelmug von Bauarbeiter». Die zur Herstellung einer Dienstwohnung bei dem Freiherrlich von Nordeck zur Rabenau'schen Schloßgebäude ^sriedelhaufeu nötbigen Arbeiten und Lieferungen, veranschlagt zu 3200 Mk., sollen im Ganzen — im Submissionswege — in Accord b535] eint Ladenttzeke und Werkbänke m verkaufen. M. Vogt Wwe., Wallthorftr. 8, Hl. Trockkuer Pirlenfonh und weißer Streusand kann jederzeit bei mir geholt, auch derselbe zur Baustelle geliefert werden. August Helfenbein, Angebote sind bis Samstag den 31. d. Mts., Vorm. 10 Uhr, bei der unterzeichneten Stelle, woselbst Plan, Voranschlag und Bedingungen zur Einsicht offen liegen, abzugeben. Londorf, den 16. August 1895. Der Freiherrlich von Rabenau'sche Bauverwalter: Unger. 6794] Wohnung von 7 Zimmern, Badezimmer und allen Bequemlichkeiten nebst Gartenantheil per 1. October ju vermiet den. L«d»tastraße 44, 1L Nähere- im ersten Stock. SS o _________ (6102] Große Schellfische in EiSpackung frisch zu frohen 5862] __im „JUbfUtf-. 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August von den Wiesen vor der Neustadt (einschl. der Wiese des Hospitals am Wolfsfurt, von welcher das Gras um 9 Uhr an der Rübsamen'schen Badeanstalt ausgeboten wird), alsdann von den Böschungen der Wieseck an Ort und Stelle, hierauf von den Wiesen im Heegstrauch am Neuen- wegerthor, darnach von dem Friedhof und von den Anlagen vor dem Friedhof, sowie vom Rußland, am Fürstenbrunnen, im Wieseckthal (einschl. der Hospitalwiese in der Gemarkung Wieseck, von welcher das Gras um 2 Uhr im Philosophenwald zum Ausgebot kommt), Dienstag, den 27. Angust von den Ochsenwiesen, den Wiesen im Stolzenmorgen, Utersbrunnen, Altentisch, Nachmittags Va2 Uhr von den Wiesen in der Gemarkung Nödgen; Nachmittags V23 Uhr von den Wiesen in der Gemarkung Altenbuseck ; Nachmittags x/24 Uhr von den Wiesen in der Gemarkung Großenbuseck. Die Zusammenkunft ist Montag, den 26. August am Neustädterthor und Dienstag, den 27. August in den Ochsenwiesen. Die Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, Vorstehendes in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Gießen, den 17. August 1895. (Nur mit meinem Siegel versehene Flaschen enthalten achte Waare.) 6073 JL 1.50 t „ 1.301 wird für die leere Flasche " 1- „ 0.701 20 Alicestrasse 20 empfiehlt billigst, bei Abnahme von mindestens 25 Ctr.: la. Nutz, bestmel. Hausbrand, Anthracit- und Schmiedekohlen. Kriuulkchlenbriquelts, Grube Friedrich, stehen in gleichen Mengen zur Vers»lgung. 6611 Doppel-Essig horgestellt aus paeteurimirteni 3fach. Burgunderessig und Essig- eprit, übertrifft an Güte, Feinheit und Haltbarkeit jeden von anderer Seite in den Handel gebrachten Doppel-Essig. Zu nachstehenden Preisen halte ich denselben bestens empfohlen. Emil Fischbach. 85971 LogiS, dritter Stock, 6 Zimmer nebst Gartenantheil und Bleichplatz, auf sofort zu vermiethen. ____Ludwig Huh«, Bleichstraße 16. 8847] Schöne Wohnung, mittl. Stock, 5 Zimmer mit Zubehör, alsbald zu vermiethen. «hr. 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Lage, zu o. »oettzestr. 54. 6764) Liedigstrotze 68 ist der zwette Stock, 4 Zimmer nebst Zubehör, per 1. October zu vermiethen. «6159] Wohnung im mittleren Stock, 5 Zimmer mit allem Zubehör, sehr schön gelegen, neben Steins Gatten, ist Mitte August oder später zu vermiethen E. Pfeiffer, Gärtner, Schiffend. Weg 16. 6266] Batznoofstratze 27, dritter Stock, Wodnang von 4 Zimmer« und AavehSr, per Vetoder. __Leib Lssy. 6561] Wegen Versetzung deS Herrn Hauptmann Werner sind die von ihm seither bewohnten 2—3 unmöbl. Zimmer, Patterre. Ecke Ostanlage—Wiesenftraße 2, anderweitig zu oermierhen Zu crfraflcn Wiesenstraße 4, I. Zwiebelkuchen empfiehlt Dienstag u. Donnerstag von Morgens y29 Uhr an 6685 W. Lange, Neustadt 47. Topfkuchen"! backt man mit Dr. Oetker’s Backpulver A 10 Pfg. Depot; Gebr. Adami. la. Speisekartoffeln (gsrührosa) liefert den Gentner zu Mk. S.- frei ins Haus Chr. Hebe, Landwirth, 8343________ZozelSgaffe S.________ Backsteine Feidbrand la. Qualität. Jedes Quantum billigst. 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