Nr. 196 Donnerstag den 22. August Erstes Blatt 189* Gießener Anzeig er General-Mizeiger Anits- und Anzeigeblatt für den Ureis Gieren Gratisbeilage: Gießener Kamitienötätter Amtlicher Theil Rheinhessen in Gießen. (L 8.) Ernst Ludwig. Finger. Vom 1. Juni 1895. in Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für de» folgenden Tag erscheinenden Nummer bi- Bonn. 10 Uhr. Alle Annoncen-Bureaux des In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Die Gießener Aamilien 0 läller werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Gießen, den 20. August 1895. Großherzogliches Kreisamt v. (Sagern. Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Artikel 12. Jagdpächter, welche vor dem Inkrafttreten dieses Gesetzes der Provinz Rheinhessen Jagden übernommen haben, sind Artikel 14. Das Wildschadensgesetz vom 6. August 1810, die zu dessen Ausführung erlassenen Vorschriften und Artikel 12 des Gesetz, s vom 26. Juli 1848, die Ausübung der Jagd in den Provinzen Starkenburg und Oberhessen betreffend, sowie Artikel 48 pos. I 3 des Gesetzes vom 12. Juni 1874, die innere Verwaltung und die Vertretung der Kreise und Provinzen betreffend, sind — vorbehaltlich der Bestimmung des vorhergehenden Artikels — aufgehoben. Artikel 15. Dieses Gesetz tritt für die Provinz Ansehung des Artikels 12 alsbald, 2. in Ansehung aller übrigen Bestimmungen des Gesetzes erst mit dem 1. Februar 1896 in Kraft. Unser Ministerium des Innern und der Justiz ist mit der Ausführung dieses Gesetzes beauftragt. Urkundlich Unserer eigenhändigen Unterschrift und beigedrückten Großherzoglichen Siegels. Darmstadt, den 1. Juni 1895. berechtigt, binnen drei Monaten vom Tage der Bekanntmachung dieses Gesetzes an den Pachtvertrag zu kündigen. Erklärt Der Inhaber des Jagdrechts, daß er den Ersatz des Wildschadens für die Dauer der Pachtzeit auf eigene Rechnung übernimmt, so ist der Jagdpächter an seinen Vertrag gebunden; eine etwa erfolgte Kündigung ist ungültig. Artikel 13. Streitigkeiten wegen Wildschadens, bezüglich welcher bei Inkrafttreten des Gesetzes eine Besichtigung und Abschätzung des Schadens bereits ftattgefunden hat (§ 9 des Reglements vom 14. Juli 1854 über das bei Wildschadensklagen einzuhaltende Verfahren), sind nach den seither geltenden Bestimmungen zu erledigen. Gesetz den Ersatz des Wildschadens betreffend. Ausland. Paris, 20. August. Wie der „Figaro" meldet, erhielten von den französischen Marineoffizieren, welche den Festlichkeiten in Kiel beiwohnten, Contreadmiral Menard den Kronenorden 2. Klasse mit Stern, die Schiffscapitäne Foret und Huguet den rothen Adlerorden 2. Klasse, Schiffslieutenant Aubry den Kronenorden 3. Klasse und Fähnrich Bonis den Rothen Adlerorden 4. Klasse. — Dasselbe Blatt meldet ferner die Ernennung des commandirenden Admirals Knorr zum Großoffizier, des ContreadmiralS Ttrpitz zum Comman- deur, der Capitäne zur See Kirchhoff und Rittmeyer sowie des Corvettencapitäns und MarineattachoS in Paris Siegel zu Offizieren, und des Lieutenants zur See Schütz zum Ritter der Ehrenlegion. zu einer späteren Zeit, namentlich erst zur Zeit der Ernte, bemessen werden kann, so ist dec letztere Zeitpunkt für den Wildschadenersatzanspruch maßgebend. Artikel 8. Ansprüche wegen des Ersatzes von Wildschaden sind zum Zwecke eines Sühneversuchs bei der Bürgermeisterei, in deren Gemarkung der Wildschaden eingetreten ist, anzumelden. Der Sühnetermin hat innerhalb einer Woche stattzufinden. Die Kosten des Sühneverfahrens trägt im Falle des Zustandekommens eines Vergleiches, sofern dieser nichts anderes bestimmt, der auf Entschädigung Belangte. Die näheren Bestimmungen über das bei dem Sühneversuch einzuhaltende Verfahren und die Höhe der hierbei zu berechnenden Kosten werden durch Verordnung getroffen. Artikel 9. Bleibt der Sühneversuch erfolglos, so steht den Beschädigten das Recht zu, binnen einer unerstrecklichen Frist von drei Tagen bei dem Vorsitzenden der Sachverständigen- Commisston (Artikel 9) auf Feststellung durch Sachverständige, ob und in welcher Höhe Wildschaden vorhanden ist, anzutragen. Zu diesem Zweck wird von dem Kreisausschusse eine aus drei Sachverständigen bestehende Commission für den Kreis oder einzelne Theile desselben auf die Dauer von drei Jahren ernannt. Einem der Sachverständigen wird die Leitung der Geschäfte übertragen. Für jeden Sachverständigen ist zugleich ein Ersatzmann zu bestellen. Sachverständige und Ersatzmänner sind von dem Kreisamt eidlich zu verpflichten. Artikel 10. Der Vorsitzende der Sachverständigen-Commission hat auf Antrag des Beschädigten (Artikel 9 Absatz 1) ohne Verzug Termin an Ort und Stelle anzuberaumen und die Betheiligten hierzu einzuladen. Findet eine gütliche Vereinbarung in diesem Termin nicht statt, so ist über die Besichtigung und Abschätzung des Schadens ein ausführliches, das Gutachten der Sachverständigen begründendes Protocoll aufzunehmen und dem Kreisausschusse vorzulegen, welcher auf Anrufen eines der Betheiligten über die Frage, ob ein Anspruch auf Ersatz von Wildschaden vorliegt, nach stattgehabter Verhandlung zu entscheiden, bejahenden Falles die Höhe der zu leistenden Entschädigungssumme festzusetzen und zugleich über den Kostenpunkt, einschließlich der Kosten des erfolglos gebliebenen Sühneversuchs, nach Maßgabe der Bestimmungen der 87 und 88 der Deutschen Civilproceßordnung zu erkennen hat. Die Entscheidung des Kreisausschusses ist endgültig. Artikel 11. Die Geltendmachung des Anspruchs auf Wildschadens- ersatz erlischt: 1) wenn der Beschädigte die in Artikel 9 festgesetzte Frist versäumt, es wäre denn, daß er durch Naturereignisse oder andere Nothfälle an der Einhaltung der Nachfrist verhindert worden ist, in welchem Falle das Kreisamt auf Antrag Wiederein- setzung in den vorherigen Stand zu er* theilen hat, oder 2) wenn der Beschädigte die Erzeugnisse des beschädigten Grundstücks vor dec Schätzung weggebracht hat, oder 3) wenn der Beschädigte unterlassen hat, die auf dem Felde belassenen Erzeugnisse in einer dem landwirth- schaftlichen Ortsgebrauch entsprechenden Weise zu verwahren. Vierteljähriger Avounemenlspreisr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch dir Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Redactton, Lxpedittotz und Druckerei: Kchulftraße Ar.7. Fernsprecher 51. Bekanntmachung, Mr.: Die Ausführung des Gesetzes vom 1. Juni 1895, den Ersatz des Wildschadens betr. Nachstehend bringen wir das Gesetz vom 1. Juni 1895, den Ersatz des Wildschadens vom 1. Juni 1895 nebst der hierzu erlassenen Ausführungsverordnung vom 25. Juni 1895 (Letztere folgt in nächster Nummer des Anzeigers), zur allgemeinen Kenntniß. Die Besitzer von Obstbäumen, Baumschulen, Saat- und Pflanzbeeten werden noch besonders auf die Bestimmungen des Art. 2 des Gesetzes aufmerksam gemacht. Die Eintheilung des Kreises in Wildschadensbezirke und die gewählte Sachverständigen-Commission werden wir in der Kürze veröffentlichen. Ernst Ludwig, von Gottes Gnaden Großherzog von Hsssen und bei Rhein re. re. Wir haben mit Zustimmung Unserer getreuen Stände verordnet und verordnen hierdurch, wie folgt: Artikel 1. _ Der Schaden, welcher durch Wild (Artikel 7 des Jagdstrafgesetzes vom 19 Juli 1858) an den Erzeugnissen von Feldern, Wiesen, Weinbergen und Gärten, sowie an Holzgewächsen angerichtet wird (Wildschaden), muß dem Beschädigten auf Verlangen ersetzt werden. Der von Federwild, mit Ausnahme der Fasanen, verursachte Schaden wird jedoch nicht vergütet. Artikel 2. Niemand ist verbunden, feine Grundstücke zum Schutz gegen Wildschaden einzufriedigen oder die Erzeugnisse derselben in anderer Weise dagegen zu schützen. Jedoch ist ein Anspruch auf Ersatz von Wildschaden ausgeschlossen, wenn derselbe sich ereignet: an Obstbäumen, deren Eigentümer unterlassen hat, dieselben mit den unter gewöhnlichen Umständen ausreichenden Schutzvorrichtungen zu versehen; an Baumschulen, Saat- und Pflanzbeeten zur Anzucht von Holzgewächsen aller Art. Artikel 3. Zum Ersatz des Wildschadens ist der zur Ausübung der Jagd Berechtigte verpflichtet. Dem Beschädigten steht es jedoch frei, den Ersatz pon dem Inhaber des Jagdrechis zu verlangen. In solchem Falle ist der zur Ausübung der Jagd Berechtigte verpflichtet, dem Inhaber des Jagdrechts vollen Ersatz zu leisten, vorausgesetzt, daß letzterer den zur Ausübung der Jagd Berechtigten zu dem Verfahren geladen hatte, durch welches der von dem Inhaber des Jagdrechts geleistete Schadensersatz festgeftellt worden ist. Artikel 4. Der zur Ausübung der Jagd Berechtigte hat auch denjenigen Wildschaden zu ersetzen, welchen der Inhaber des Jagdrechts selbst erlitten hat. Artikel 5. Wenn auf Grundstücken, die als Enklaven im Sinne des Artikels 5 des Gesetzes vom 26. Juli 1848, die Ausübung der Jagd in den Provinzen Starkenburg und Oberhessen betreffend, zu betrachten sind, Wildschaden vorkommt, so hat sowohl der Eigenthümer des umgebend» n Geländes, als Inhaber des Jagdrechts, wie auch derjenige, welchem das Recht zur Ausübung der Jagd übertragen ist, nach Maßgabe der Bestimmung des Artikels 3 hierfür Ersatz zu leisten. Artikel 6. Sind mehrere zur Ausübung der Jagd Berechtigte oder mehrere Inhaber des Jagdrechts vorhanden, so steht es dem Beschädigten frei, auch nur einen derselben nach feiner Wahl wegen Ersatzes des ganzen Wildschadens in Anspruch zu nehmen. Leistet in Folge hiervon einer der zur Ausübung der Jagd Berechtigten oder einer der Inhaber des Jagdrechts Schadenersatz, so kann derselbe von seinen Mitberechtigten, beziehungsweise den Mitinhabern des Jagdrechts verhältniß- mäßigen Rückersatz verlangen. Artikel 7. Wenn Erzeugnisse des Feldes durch Wild in einer Weise beschädigt werden, daß die Höhe des wirklichen Schadens erst Neueste NucheLchten. Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau. Augsburg, 20. August. Heute Vormittag wurde im Schießgrabensaal die 24. Generalversammlung des Deutschen Apothekervereins eröffnet. Vertreter von 76 Kreisen waren anwesend. Frölich-Berlin eröffnete die Versammlung, worauf Regierungsrath v. Braun die Erschienenen Namens deS bayerischen Staatsministeriums begrüßte. Seitens der Stadt wurde der Willkommengruß durch RechtSrath Dentner dargebracht. Hager-Wien begrüßte die Versammlung Namens der österreichischen (Meßen. Nach Erledigung einiger Formalitäten wurde sofort in die Tagesordnung eingetreten. Als erster Punkt lag ein Antrag vor, betreffend die retchsgesetzltche Regelung des Apothekerwesens. Paris, 20. August. Der „Temps" veröffentlicht einen Brief aus Suberbieville, in dem berichtet wird, daS Sumpffieber und andere Krankheiten richteten unter den Truppen wachsende Verheerungen an. Zweieinhalb in Suber- btevtlle liegende Bataillone haben täglich 5 Todesfälle - von einer beim Abmarsche auf Majunga 225 Mann starken Geniecompagnie langten 26 in vollständig heruntergekommenem Zustande an. Für Lazarethe ist nicht vorgesorgt,- die Kranken liegen bei einer Hitze von 40 Grad unter den Zelten. Depeschen deS Bureau .Herold'. Berlin, 20. August. Der Kaiser wird am 23. August, von Detmold kommend, in der Senne bei Neuhaus den Uebungen der Cavallerie beiwohnen. Am 24. August erreichen diese Uebungen ihren Abschluß mit einer großen Parade vor dem Kaiser. General-Feldmarschall v. Blumenthal wird ebenfalls erwartet. Berlin, 20. August. Anläßlich der Gedenkfeier des 25. Jahrestages der Schlacht von Gravelotte sandte der Kaiser an den Prinzen Georg von Sachsen, welcher in dieser Schlacht Commandeur der 23. Dtviston war, ein Danktelegramm. Berlin, 20. August. Der Finanzminister Dr. Miquel hatte gestern eine längere Conferenz mit dem StaatSsecretär des Reichsschatzamts, Grafen von Posadowsky. Ein Berichterstatter vermuthet, es sei in dieser Besprechung insbesondere auch die Convertirungsfrage zu einer eingehenden Erörterung gelangt. Berlin, 20. August. Wie das „Berl. Tagebl." meldet, hat die mecklenburgische Regierung die Abhaltung eineß soc ialdemokr atischen Parteitages für Mecklenburg und Lübeck in Parchim verboten. Derselbe findet daher am 16. September in Lübeck statt.! Berlin, 20. August. Gestern fand vor der zweiten Strafkammer des Landgericht- I Verhandlung gegen acht polnische Studenten statt, welche angeklagr waren, einer geheimen Verbindung anzugehören. Dieselben harren hier einen polnischen Verein gegründet, in welchem burschenschafl- liche Themata- erörtert wurden. Die Verhandlungen wurden in polnischer Sprache geführt. Sämmtliche Angeklagten wurden freigesprochen, weil keine Beweise einer geheimen Verbindung erbracht werden konnten. Berlin, 20. August. Eine gestern Abend in Rixdorf abgehaltene Volksversammlung mit dem Thema: „Der Kampf gegen die Socialdemokratie in den Volksschulen" ist polizeilich aufgelöst worden. Der Referent hatte au- dem Buche de- Philosophen Maconlah Citate aufgeführt, in welchen Friedrich der Große in Gegensatz zu seinem Vater gestellt wird. Der die Aufsicht führende Gen-darm unter« brach den Redner und confi-cirte die Broschüre. Am Frei« tag findet dieselbe Versammlung mit demselben Thema statt. Köln, 20. August. Nachdem die Mülheimer Behörden gestern durch öffentlichen Maueranschlag die Bürgerschaft auf« gefordert hatten, dem Werftplatze fernzubleiben, außerdem von 81/« Uhr ab die Schifffahrt der beiden Gesell« schäften verboten war, kam e- trotz Ansammlung einer zahlreichen Menschenmenge zu keinen Ausschreitungen. Gegen 11 Uhr indeß zog eine starke Bande vor da- Bürgermeisteramt, welche mit blanker Waffe vertrieben werden mußte, wo« b'i wieder viele Verwundungen vorkamen. Eine Anzahl Verhaftungen wurden vorgenommen. Elberfeld, 20. August. Der Zustand des in Constanz darniederliegenden zweiten Vicepräsidenten des Abgeordnetenhauses, Dr. Graff, ist hoffnungslos. Bre-lau, 20. August. Bei der Bankfirma Jaffe u. Co. wurde heute Vormittag durch drei Burschen ein raube« rifcher Ueberfall ausgeführt. Die drei Individuen drangen bewaffnet in daS Geschäftslocal der Firma und forderten mit Revolvern in der Hand Geld. Zwei derselben wurden sofort verhaftet, der dritte entwischte. Tilsit, 20. August. Zwischen zwölf Arbeitern der Schneidemühle von Skalweit in Labiau, welche wegen Lohnstreitigkeiten die Arbeit niedergelegt und auf dem Hofe des Grundstücks großen Lärm verursacht hatten, und Polizei- beamten kam eS zu einem Zusammenstoß, bei welchem em GenSdarm Feuer gab. Ein Arbeiter wurde sofort ge- tödtet, zwei andere durch Schöffe sehr schwer verletzt. Davon soll einer ebenfalls bereits gestorben fein. Wien (Neustadt), 20. August. In der letzten Nacht f^m e- anläßlich eines Streites zu einem blutigen Kampfe zwischen hier garnisonirenden Dragonern und Polizisten. Beide Theile kämpften mit blanker Waffe. Schließlich unterlagen die Soldaten. ES gab auf beiden Seiten Verwundete. Brünn, 20. August. Auö Roznau wird gemeldet, daß dort infolge fortgesetzter antisemitischer Excesse die dadurch belästigten semitischen Kurgäste sich mit einer Beschwerde an den Statthalter von Mähren wandten und diesen um Schutz und Hilfe gebeten haben. Neapel, 20. August. Die eruptive Thätigkeit des Vesuvs ist noch in Zunahme begriffen, so daß die Einwohner der in der Nähe liegenden Ortschaften flüchten mußten. Pari«, 20. August. „Rappel" fordert die Bevölkerung zur Errichtung einer Statue der Stadt Metz in Paris auf, als Antwort auf die geräuschvolle Kundgebung an der französischen Grenze. Kein Franzose, schreibt „Rappel", werde verfehlen, zu den Kosten beizusteuern. Erne Subscription werde von allen Blättern eröffnet. London, 20. August. „Times" meldet au- Hongkong: Chinesische Soldaten haben neue Ausschreitungen gegen die Fremden und deren Eigenthum begangen. Mauer« anschläge fordern die Chinesen in der Stadt (Santon zur Brandstiftung auf. London, 20. August. Die englischen Handelskammern haben beschloffen, eine Delegation zum Minister der Colonien zu entsenden, um ihn zu ersuchen, sich bei seinen Collegen dahin zu verwenden, daß eine Eisenbahnlinie in West- afrika baldmöglichst gebaut werde. Sitzung -er Stadtverordneten am 20. August 1895. der auf heute Nachmittag 5 Uhr anberaumten Sitzung der Stadtverordneten sand die Einführung des zum besoldeten Beigeordneten gewählten Herrn RegierungSaffefforS Hans Wolff durch Herrn Oberbürgermeister Gnauth, in Anwesenheit der Mehrheit der Stadtverordneten und der städtischen Beamten statt. Herr Oberbürgermeister Gnauth theilte zunächst mit, daß die Wahl des Herrn Wolff unterm 22. Juli d. I. die Allerhöchste Bestätigung erhalten und ihm nun, nach Wiederaufnahme seiner eigenen amtlichen Thätig- krit obliege, den neugewählten Herrn Beigeordneten in Pflicht zu nehmen und in fein Amt einzuföhren. Er thue dies hiermit unter dem Gefühl persönlichen Bedauerns und gleichzeitiger Befriedigung, unter dem Gefühl des Bedauerns deshalb, weil die neugefchaffene Stelle eines Beigeordneten nöthig geworden zu feiner (des Herrn Oberbürgermeisters) persönlichen Entlastung und weil sie bedinge feinen Verzicht auf die persönliche Behandlung einer ganzen Gruppe von Verwaltung-gegenständen, besonders derjenigen, die in social- politischer Hinsicht die Thätigkeit dcS Bürgermeisters bisher in Anspruch nahmen. Befriedigend dagegen sei die Einführung des Herrn Beigeordneten, weil dadurch eine so eingehende Führung der Geschäfte ermöglicht werde, wie sie fein müffe, weil ohne diese Beihülfe zu befürchten war, daß sich die Verwaltung verlieren würde in bureaukratifchen Grund- sätzen, die Nothwendigkeit der Anstellung eine# zweiten Bei« geordneten fei aber auch ein Beweis von erfreulicher Ent- Wickelung der Stadt. Er begrüße deshalb den Herrn Beigeordneten bei dem Eintritt in sein neues Amt, feine guten und 1893- GefammteS Communalneuercapital: 34 213 558 80 931 663 1884 Mk. 45 976 356 AuSfchlag 8 020 768 1890 Mk. 41 925 649 der Schulden: 65 524 519 1887 Mk. 39 543 436 Gesammtbetrag 55 397 517 Wünsche für erfolgreiche Thätigkeit würden angesichts der mir Einstimmigkelt erfolgten Wahl gerheilt van jedem Mir- g liebe der Stadtverordneten-Versammlung, er hoffe, daß die vom Herrn Beigeordneten bisher im staatlichen Dienst be« rhätigten praktischen Kenntniffe nutzbar gemacht würden in der Gemeindeverwaltung, es würde ihm die Anpassung de- staatlichen Verwaltungsdienstes an den städtischen gewiß nicht schwer werden, er wünsche, daß der Ueberttitt vom Staats- in den Gemeindedienft auch dem neugewählten Herrn Beigeordneten zur Befriedigung gereichen möge. Hierauf fegte Herr Beigeordneter Wolff den vorgeschriebenen Eid in die Hände des Herrn Oberbürgermeisters. Herr Oberbürgermeister Gnauth gab hierauf einen Ueberblick über die Ge« faäfte, mir denen sich der Beigeordnete in der Hauptsache zu beschäftigen haben werde- eS find dies daS gefammte Arrnenwefen, mit der Fürsorge für Geisteskranke, Epileptische, Blinde, Taubstumme u. dgl.- die Beaufsichtigung der Pflegekinder, die Ausführung deS Gesetze- über die Zwangserziehung und die Beziehungen zur LaodeSwaifenanstalt, da- gefammte Versicherungswesen, also insbesondere die Kranken-, die Unfall- und die Invalidität-- und Altersversicherung, der Vorsitz im Gewerbegericht, die Geschäfte deS Standesamtes, sowie der Impfung und der Rekrutirung, daS Sühne- verfahren, die Angelegenheiten der Reichs- und Staatsbürger, Ertheilung von Heimathscheinen und AuSwanderungSerlaubniß, die Aufstellung rc. der Wählerlisten, Vornahme von Volks- rc. Zählungen, die Mitwirkung bei der Steuerregulirung, die Ausstellung der Gewerbepatente, die Besteuerung der Hunde und das gefammte Beitreibungswefen und die Bravdschadens- Regulirungen. Herr Oberbürgermeister Gnauth gab hierauf der Hoffnung Ausdruck, daß die städtischen Beamten, die er am Schluffe der Sitzung vorstellen werde, dem Herrn Beigeordneten dieselbe Ergebenheit und dasselbe Vertrauen entgegen» bringen wie ihm selbst und daß der Herr Beigeordnete mit ihnen arbeiten werde in dem Bewußtsein, daß mit dem Zusammenwirken Aller die Garantie zum Gedeihen des Gemeinwesens gegeben sei. Herr Beigeordneter Wolff dankte hierauf für den Ausdruck des Vertrauens, mit dem ihm das Amt übertragen wurde und für die herzlichen Worte deS Herrn Oberbürgermeisters- eS werde ihm nicht ganz leicht werden in feinem neuen Amte, eS harrten feiner Bearbeitung viele Zweige der Gemeindeverwaltung, die ihm bisher zum Theil fern gestanden, gum Theil von ihm nur oberflächlich hätten bearbeitet werden können. Er gebe aber die Versicherung, alle ihm tn feinem neuen Berufe obliegenden Pflichten mit bestem Willen zu erfüllen und alles einzufetzen, daß die Verwaltung feines Amtes der Stadt zum Segen gereichen werde. Herr Oberbürgermeister Gnauth nahm vor Schluß der Sitzung nochmals das Wort, um den Herren Beigeordneten Georgi und Grüne berg für die Bereitwilligkeit, mit der sie während feiner beinahe zweimonatlichen Verhinderung die Vertretung übernommen, feinen herzlichsten Dank abzustatten. Im Durchschnitt auf einen Einwohner betrug da- gefammte Communalfteuercapital vom 1. April 1893 44.26 Mk. gegen 35.91 Mk. am 1. April 1884. Die Schulden berechnet auf eine Mark Communalsteuereapital betragen am 1. April 1893 1.81 Mk. gegen 1.34 Mk. im Jahre 1884, auf einen Einwohner 80 Mk. gegen 48.27 im Jahre 1884, der Au-schlag auf eine Mark de- gedämmten Communalsteuereapital- 0.25 gegen 0.23 und auf einen Einwohner 11.12 Mk. gegen 8.42 Mk. im Jahre 1884. Am 1. Januar 1869 waren 24 communalfteuerfreie Gemeinden vorhanden, am 1. April 1893 nur noch 11. In den Landgemeinden betragen nach dem Stande vom 1. April 1893 die (Sommunalfteuern in Procenten der birccten Staat-fteuern 123.67 gegen 99.23 im Jahre 1884. Der Schuldenstand in Procenten de- Vermögens ist auf 36 57 geschätzt. 100 Gemeinden haben keine auf dem Gesammtsteuercapital haftenden Schulden. welche zu dem Festmahl der Veteranen mit Karten versehet» waren, denen aber infolge de- großen Andranges fein Essen verabreicht wurde, der Geldbetrag zurückgezahlt wird. Die Regelung erfolgt in einigen Tagen durch die Bezirke. Auf da- an den Kaiser vom Präsidium der Hasfia abgesandte Telegramm deS Inhalts, daß 20 000 in Darmstadt anwesende Krieger und ehemalige Soldaten Seine Majestät ihrer Treue versicherten, ist folgendes Antworttelegramm eingetroffen: Seine Majestät der Kaiser und König lassen den hessischen Kriegern, insonderheit den Krieg-veteranen, für den warmen Ausdruck ihrer Treue bestens danken. Auf Allerhöchsten Befehl: von Lucanu-, Geheimer CabinetSratb. ** Die Statistik des Schulden- und BermogeuSstaude» der Gemeinden deS Sroßherzogthum» tzeffen enthält nachstehende- Ergebmß: Die Einwohnerzahl der 996 Gemeinden beträgt 1011 625, daS Gefammtcammunalsteuercapital Mk. 44 778 468, der Gefammtfchuldenbetrag Mk. 80 931 663. Der Capital- 1893 Mk. 44 778 468 Cseefc« prst>iw»^ae* Gießen, den 21. August 1895. * * Militardienstnachrichten. Ziegler, Seconde-Lieutenant vom Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116 zum Premier-Lieutenant befördert. — Stein, Seconde-Lteutenant von demselben Regiment, zur Dienstleistung bei dem Militär - Knaben-ErziehungSlnftitut in Annaburg commandirt. — Graf zu Bentheim-Tecklenburg- Rheda, Portepee-Fähnrich von demselben Regiment, wurde zum Seconde-Lieutenant ernannt. * * Ein kunstsinnige» Publikum verfehlen wir nicht daraus aufmerksam zu machen, daß Donnerstag im Schaufenster des Herrn Schlatter einige von demselben selbst verfertigte, für die Gewerbeausstellung in Alsfeld bestimmte Stickereien ausgestellt sind. — Die Arbeiten, zwei Land- schäften (Luzern und Tells- Capelle), ein Sophakissen, ein Notenständer, ein Ofenschirm und ein Papierkorb dürften wohl allgemeine Bewunderung erregen. * * R« Da» Baden im Knabeufchulbad an bet Lahn wahrend ber Hetbstfetieu. Auf eine biesbezügliche Anregung beß Schulvorstandes hat ber Stabtvorstand genehmigt, baß bas städtische Schulbad an ber Lahn auch währenb ber Herbstferien zur Benutzung geöffnet bleibt. Wie wir bestimmt erfahren, soll, günstige Witterung vorausgesetzt, von bieser Erlaubniß diesmal Gebrauch gemacht werden, und find au« diesem Grunde bereits in den Klassen die nöthigen Erhebungen zur Feststellung ber Teilnehmer gemacht worben. Dieselben Haden eine genügenbe Anzahl Badenber ergeben, unb gedenkt man daher von nächster Woche ab, jebeßmal um 3 Uhr Nachmittags beginnenb, ben Anfang zu machen. Um jeber Gefahr von vornherein zu begegnen, wirb dem Badediener ein Lehrer ber Anstalt beigegeben, dem bie weitere Pflicht obliegt, für bie erforberlidje Ruhe unb Orbnung zu sorgen. Wir verfehlen baher nicht, bie Eltern auf bie Wohlrhat bieser Einrichtung unb ben ihren Söhnen hieraus erwachsenben Nutzen aufmerksam zu machen. * * Freigesprochen wegen eine» Verbrechen» Gestern verhandelte unsere Strafkammer gegen die au# der UntersuchungS- haft vorgesührte, 1837 geborene, noch unbestrafte Ehefrau deS Heinrich Philipp Breiter I. von Vilbel wegen deS Verbrechens aus § 159 deS ReichS-Straf-GefetzbucheS, versuchte Verleitung zum Meineid. Der Gerichtshof hielt die von ben Belastungszeugen gemachten, theilwtise be- fchworenen Angaben für nichl glaubwürdig unb sprach bie Angeklagte frei. Die Anklagebebörbe, welche den belastenden Angaben ber Zeugen vollen Glauben beimaß, hatte bie niebrigfte Strafe, 1 Jahr Zuchthaus, al« auSreichenbe Sühne für da« Verbrechen beantragt. • •P A. 2Sjährige @rinnernng8feier an 1870, zugleich Ber- baudSfetz ber Kriegerkameradfchaft „Hasfia" zu Darmstadt Das Präsidium ber „Hasfia" theilt un« mit, daß alle Kameraben, r.- Tret» a. d. Lda., 20. August. Bei der am 17. August abgehaltenen Bürgermeisterwahl würbe ber Sohn beS früheren Bürgermeisters Benner, Wilhelm Benner, mit 111 St. zum Bürgermeister gewählt. Allendorf a. d. Lda., 19. August. Die patriotische Feier zum Andenken an die Schlacht bei Gravelotte ist hier tir sehr schöner Weise verlaufen. Am SamStag Abend bewegte sich ein prächtiger Lampionzug unter Vorantritt eines Musik- corpS durch die Straßen und auf eine Anhöhe nach dem Freudenfeuer. Hier hielt Herr Lehrer Eimer eine wohl- durchdachte, beifällig aufgenommene Ansprache, in welcher er ber ber Orünbung bes beutschen Reiches vorauSgegangenen Ereignisse gebuchte unb mit einem Hoch auf bie Deutsche Einheit schloß. Nachbem verschiebene passende Lieder gesungen waren und Herr Lehrer Schuch noch ^um Festhalten der Einigkeit ermahnt unb für baS Gelingen ber Hauptfeier bezügliche Wünsche geäußert hatte, enbigte bie Vorfeier mit einer breifachen Salve beS KriegervereinS. Die eigentliche Gebenkfeler würbe am Vormittag beS Festtages burch gemeinsamen Kirchgang ber hiesigen Vereine eingelettet unb sand im GotteSbienfte ben würbigsten Ausbruck. Gegen 3 Uhr orbnete sich ber stattliche Festzug. Auf bem Festplatze sprach zunächst ber Präsibent deS Kriegervereins, Herr Braun- war th, in kurzen, schwungvollen Worten über die Bedeutung unb daS erfreuliche Zustanbekommen beß Festes unb bewill- fommnete bie Festtheilnehmer. Dann gebuchte Herr Lehrer Ab am ber gegenwärtigen Herrscher unseres engeren und weiteren BaterlanbeS als ber würbigen Nachfolger ihrer ruhmgekrönten Vorfahren unb brachte ein begeistert aufge» nommeneß Hoch auf Kaiser unb Großherzog aus. Die Fest- rebe hielt Herr Pfarrer Eckstein in ergreifender Weife. In derselben wurden die blutigen Schlachten, hauptsächlich bte von Gravelotte, inS rechte Licht gestellt, der Ruhmes- thaten ber Hessen besonberS gebucht unb uuf bie Bebeutung beß Krieges im Allgemeinen trefflich hingewiesen. Der Fest- rebner schloß mit einem kräftigen Hoch uuf büß brutsche Heer. Zwischen ben ungeführten Ansprachen wurden ent- sprechende Lieder gesungen. Im weiteren Verlaufe gestaltete sich baß Fest zu einem sehr schönen Jugendfeste. Arn Kletter- unb Schwebebuum, beim Erringen von Preisen auf bie mannigfachste Art, sowie burch Spiele unb Gesänge würben bie Kinber unb budurch auch bie Erwachsenen angenehm unterhalten. In bunkenßwerther Weise ließ ber Ortßvorstand den Schülern Bretzeln, Milch unb Bier verabreichen, wobei Herr Lehrer Sellin i. P. unb Herr Pfarrer Eckstein herzliche Ansprachen an bie Jugenb hielten. Um >/,9 Uhr begab man sich nach brei Ehrensalven in geordnetem Zuge befriedigt nach Hause. Daß Fest war recht geeignet, Baier- lanbßliebe zu wecken unb zu beleben. — Die hiesigen ehemaligen Krieger, welche sich an ber Gebenkfeier in Darm« stabt beteiligten, erhielten auß ber Gemeinbekasse je lOUJtt. unb diejenigen, welche an ben Festlichkeiten in Gießen Antheil nahmen, je 5 Mark. R. Reichelsheim, 20. August. Wir haben feit einiger Zeit eine Mufernepibemie in unserem Städtchen, welche aber gutartig verläuft. Trotzdem bekamen wir keine Einquartierung von ben 13r Husaren, welche gestern unb heute hier in ber Gegenb lagen, um zu ben Beigabe«- manöDern nach Frankfurt zu marschiren. Da unsere Be- betrag beß Gemeinbevermögenß (Waldungen, Felbgüter, Gelände, nutzbare Rechte, Activforderungen) ist auf Mk. 221 323 567 festgestellt- die Außschläge auf daß Gesammtsteuercapital be» Kiffern sich auf Mk. 11 254 278. Eine Vergleichung beß Communalfteuercapitalß, ber Schulben unb Ausschläge noch dem Stanbe vom 1. April 1884, 1887, 1890 liefert folgendes Ergebniß: auf das gefammte Communalsteuereapital: 8 773 245 9 644 159 11 254 278 flnb trieitß Über W u -rtf fall« ° W" «“4 6‘ u«t tllll ®‘8'n Gemüse, «lienhain. bnn Lorfitze bi orseiienvere beitraten. Damen. fiesselbach, der Theilna denksesteS k bewilligten fiin miadekasse aul Laubach, 1 M^ttbtnen HI fctabt beweg: fteüung um da< ürlauit ber einige vsMn Zeit hin unb hatten. In w ben Strlauf b inebtionbtre d iaitm er trro ben Sntounbu butt Detlefen barer (frinntm Äalftr und Land durch bin Wgi Dor btm Skity beichloh bu schi etwas stillt Ft Mainz, 1 Sobtn. Bei dem Zeltlager genommen wvrl Äutheben ber । l'cheS, gut erhal lochen. Der Ui liegt, baS schon tzemt, Iaht schli vnti müiiadij) btm ^chtipl ha» Trschuhtn i vor btm Sßtmx erneu auf btm M hier ein 1 Z\ Mainz Müller un Zweigverei sollen, wie fit ^ntralüerfonn ■'ti mehr nach ^kaufen, inbe " dieser Berka •« Bäcker den "urbt beauftragt So madjen. Bei Kttner hat vielle . L Nel, 2i u Zur Ä u-b. lorgj „ ^aUUn natiQt. ta »tl^' ^°stel, i ' 6,1 gen m 17, August i des frühem mit 111 St. 1893 Mr. 1 7784 68 1931 663 Wtftl: A 254278 IQ< üfiawmte 0 Mk- fltgtn ^rechnet ünj • April 1895 lf einen Ei, >er AuWai Witals 0.25 M. gegen '869 waren m 1. April ragen nach üstenrrn Id zrgrv 99,2? en detz 8t , haben leit en. :6 hin 4g > äi,9!*’"'' t "«'"«fr«: bv*'” £ toöt»en ilt ,44”8«8. ilWir, ®e, 221323567 '"*«[ l,, ‘*«1 1« .6^Ia8e noj 1 und 189; lotildie frier k Ift hier ttt >rnd bewegte eines Mufik> ihr nach dem :r eine tvohl- In tvelchtr tr illSgegangenen : l>le deutsche ' Sieber gern Festhalte» t hanpifeler Vorfeier mit ile dgentliie durch ymtto5 tet Segen 3 W ftplatze sprach rr Brauu- dirBedeutuuz z und beivib' Herr Lehrer engeren und chsolger ihrer geistert aufge- as. Die Fest' isender Weise. , hauptsächlich der RuhtneS' die Bedeutung en. Der Fest- das deutsche [ wurden ent* lause gestalieik e. Am Kletter- :eif« »“I * w njentf“ uJl" ßrtJWtP«* teW* «tx etf ' U« ’/a9 “ orbni««», >‘Ä gA* feit «’* t lein' «1« den ®(1»t völkerung sehr gastfrei ist, bedauert sie, unsere Landsleute und Vaterlandsvertheidiger nicht ausnehmen zu können. Andererseits ist es aber doch sehr erfreulich zu sehen, mit welcher Sorgfalt die Verwaltungs- und Militärbehörden über die Gesundheit der (Stoib und Militärbevölkerung wachen. — Gestern begann auch bei uns die Jagd auf Feldhühner. Die Jagdbeute war recht befriedigend, die zur Strecke gebrachten Hühner waren feist und wohl ausgewachsen. Auch Hasen, die aber noch nicht erlegt werden dürfen, zeigten sich in beträchtlicher Zahl. — Die Kartoffelpreise lassen nach, weil die Spätkartoffeln reichlich und gut aus- fallen werden. Dagegen ziehen die Futterpreise an, denn auch der Monat August, welcher von Falb äußerst naß angesagt war, bleibt trocken, so daß Grummet und zweiter Kleeschnitt keinen halben Ertrag liefern. Zuckerrüben und Hackfrüchte sehen gut auS, letztere müffen aber zum Theil wegen Verunkrautung nochmals behackt werden. Gemüse, in erster Linie Weihkraut und Wirsing, werden stark von den Raupen des Kohlweißlings angegriffen. Von Frühobst waren Mirabellen sehr gesucht und es wurden hohe Preise geboten, ohne daß die Nachfragen befriedigt werden konnten. Frühzwetschen gehen bei dem warmen sonnigen Weiter rasch der Reise entgegen. Sogar die Trauben an unseren HauStraubenstöcken (Frühgutedel) find schon vielfach gefärbt und fangen an weich zu werden. Schade, daß die Spatzen und Wespen, denen man sich schwer erwehren kann, so vielen Schaden anrichten. Die Gründüngungs- pslanzen, Erbsen, Wicken, Lupinen, weißer Senf u. A., welche rechtzeitig untergebracht wurden, gingen gut auf und sind bereits handhoch geworden. Altenhain, 11. August. Dieser Tage gründete sich unter dem Vorsitze des Herrn Karl Rahn dahier ein Jung, gesellenverein, dem fast sämmtliche junge Herren hier beitraten. Darob gerechte Entrüstung unter den hiesigen Damen. Keffelbach. 18. August. Heute wurden den Veteranen zu der Thetlnahme an der Feier des 25jährigen Gebe nkfe st eS die durch Gemeinderathsbeschluß vom 9. d. M. bewilligten fünfzig Mark zur Unterstützung aus hiesiger Gemeindekasse auSbezahlt. Laubach, 18. August. Nachdem sich um 4 Uhr ein aus verschiedenen hiesigen Vereinen gebildeter Zug durch die Stadt bewegt hatte, nahmen die Mitglieder deffelben Aufstellung um das Kriegerdenkmal, wo sich vorher schon Seine Erlaucht der hiesige Graf und Söhne in Uniform, sowie einige Offiziere vom Stabe des 14. Husaren Regtments, zur Zett hier und in der Umgebung einquartirt, eingefunden hatten. In markigen Worten schilderte Herr Pfarrer Volp den Verlauf deS Feldzuges bis zur Schlacht bet Gravelotte, insbesondere die Anthetlnahme der Hess. Division und rief, intern er erwähnte, daß von 40 Veteranen aus Laubach 7 den Verwundungen und Strapazen des Feldzugs erlegen, durch Verlesen der Namen der letzteren dieselben in dank- barer Erinnerung tnö Gedächtniß zurück. Dem Hoch auf Kaiser und Landesfürst folgten mehrere patriottsche Lieder, durch den hiesigen Gesangverein vorgetragen. Ein am Abend vor dem Kriegerdenkmal recht hübsch angelegtes Feuerwerk beschloß die schöne, wenn auch durch Fehlen eines Musikcorps etwas stille Feier. Mainz, 18. August. Ein Menschengerippe im Boden. Bei den Lagerarbeiten, die auf dem Kästrich in dem Zeltlager der dort untergebrachten Mannschaften vorgenommen wurden, fanden am Samstag die Soldaten beim AuSheben der Erde nahe unter der Oberfläche ein menschliches, gut erhaltenes Gerippe- nur der Schädel war durchlöchert. Der Umstand, daß dieses Lager auf einem Gelände liegt, das schon seit uralten Zeiten zu den Festungswerken gehört, läßt schließen, daß man eS hier mit den Ueberresten eines militärisch Hingerichteten Erschossenen zu tbun hat, die auf dem Richtplatz beerdigt wurden. Da die Oesterreicher daS Erschießen mit nur drei Mann vollzogen, die unmittelbar vor dem Verurtheilten ihre Schüsse, zwei auf die Brust und einen auf dem Kopf abgaben, so ist deS Weiteren anzunehmen, daß hier ein Act ihrer Militärjustiz vorliegt. △ Mainz, 20. August. Gegenwärtig befinden sich die Müller und die Bäcker deS mittelrheinischen Zweigvereins auf dem Kriegsfuß. Die ersteren wollen, wie sie auf einer gestern in Frankfurt stattgehabten Generalversammlung beschlossen haben, den Bäckern das Mehl nicht mehr nach dem seither üblichen Modus „auf Abberufung" verkaufen, indem bei den jetzigen Verhältnissen die Müller bei dieser VeikaufSart nicht mehr bestehen könnten und nur die Bäcker den Dortheil davon zögen. Eine Commission wurde beauftragt, Vorschläge zu anderen Lieferungsbedingungen zu machen. Bet dem häuslichen Streit zwischen Bäcker und Müller hat vielleicht daS consumirende Publikum den Vortheil. /^Kastel, 20. August. BetdemPionierbataillonNr.il b^r macht zur Zeit der Sprosse eineß der eifrigsten Be- kämpser des Militarismus als Einjähriger eine sechs- wöchentliche Hebung mit — nämlich ein Sohn von Wilhelm Liebknecht. Obgleich sein Name für Manchen „schrecklich", wird der junge Mann von seinen Kameraden als ganz tüchtiger Soldat geschildert. Eine große militärische Garnen wird sich derselbe in Deutschland wohl schwerlich versprechen. __________________________________________ vermischte». ♦ Marburg, 20. August. Ein Unglücks fall, der von Neuem eine ernste Mahnung zu vorsichtigem Umgehen mit Schießwaffen sein sollte, trug sich gestern Abend in der Frankfurterstraße zu. Zwei Realschüler, darunter der Sohn deS Bauunternehmers M., batten fich ein Teschin geborgt, um Spatzen zu schießen. Durch irgend eine unvor- stchttge Handhabung der Waffe entlud sich dieselbe und der Schuß traf den M. so unglücklich, daß der Tod sofort tmtrat. ö. Z. Ms. Caffel, 20. August. ®e- Majestät der Kaiser, welcher, wie gemeldet, gestern Abend 8*/* Uhr mittelst SonderzugeS auf WilhelmShöhe eintraf, wurde von dem viel- tauicnblöpfigcn Publikum, das ihn schon von Weitem in der Generals^Uniform erkannt, besonders herzlich begrüßt. Die Kaiserin überreichte ihm einen im Schloßpark zu WilhelmShöhe selbst gepflückten Rosenstrauß. Heute Mittag fuhren die Majestäten in offenem Wagen nach Caffel, überall mit lebhaften Ovationen begrüßt, stattetem dem commandirenden General und dem Oberpräsidenten Besuch ab und besichtigten die fönigl. Gemäldegallerie. Ms. Wildungen, 20. August. Ein schönes, stattliches Pferd, ein vierfüßiger Veteran auS dem französischen Kriege 1870/71, befindet sich jetzt noch im Befitz deS Mühlen- besitzerS Julius Waldschmidt in dem benachbarten Wega. Das Pferd ist noch sehr diensttauglich und zieht täglich zwei mal den Milchwagen nach Wildungen. ES hat als Reit- pferd im 11. Artillerie-Regiment (Caffel) die sämmtlichen hervorragenden Schlachten mitgemacht und wurde wegen eines geringen Fehlers nach dem Kriege auSrangirt und von dem jetzigen Besitzer auf der Auclion deS Regiments in dem benachbarten Fritzlar erstanden. * Frankfurt a. M., 20. August. Ein leben smüder Hochzeiter. In einem hiesigen Hotel hat fich gestern Nachmittag der Gerichtsaffeffor Aug usti n auS Berlin erschossen. Der 33jährige Mann hatte sich mit der Tochter einer hiesigen angesehenen Familie verlobt, gestern Vormittag halb 12 Uhr wurde das Paar in der Katharinenkirche getraut. Während der Hochzettsfeierlichkeil, die im Hause der Schwiegereltern begangen wurde, theilte der junge Ehemann gegen 2 Uhr seiner Frau mit, er werde sich jetzt „französisch empfehlen", um die Karten zur Hochzeitsreise zu lösen. Er entfernte sich denn auch. Kurz nach 2 Uhr erschien in dem erwähnten Hotel ein Herr, der um ein Zimmer bat. Er wurde bedeutet, daß ein solches nur im vierten Stock frei sei. Nach der Besichtigung erklärte der Herr, baß Zimmer paffe ihm, man möge ihm eine Erfrischung besorgen, er habe erst noch einen Gang zu thun. Kurze Zeit darauf kam er wieder und begab fich in sein Zimmer. Nach etwa einer Viertelstunde fielen zwei Schüsse in dem Zimmer- als man mit der Polizei eindrang, fand man den Fremden mit zwei Kugeln in der Brust entseelt auf dem Bette. Er hatte sich bei dem kurzen Ausgang zwei Armeerevolver und zwei Packete mit scharfen Patronen gekauft. Die Revolver waren an einen Stuhl festgebunden und die Läufe so gerichtet, daß beim Abdrücken die Kugeln in jedem Falle die Brust beß auf bem Bette liegenben Mannes treffen mußten. Zwei Briefe trug er bet sich, von benen, wie sich später herausstellte, ber eine an ben Bruder in Berlin, ber anbere an ben hiesigen Schwager bes Entseelten gerichtet war. Heber den Inhalt wirb vorerst Schweigen beobachtet. Im Hochzeitshause war man inzwischen über baß lange Ausbleiben bcs Mannes unruhig geworben unb machte, ba man einen Hnglücksfall ver- muthete, ber Polizei Anzeige. Hierburch war man erst im Staube, bie Jbentität ber Leiche des biß bahin Unbekannten festzustellen. *△ Hochheim a. M., 20. August. Frau Wittwe Bur g ef f, bereu herrliche Villa verfloffeue Woche ein Raub ber Flammen geworben ist, hat ben wackeren Manu — Schreiner Grö nning von hier — ber mit eigener Lebensgefahr bie brei in bem brennenben Gebäube anweseuben Dieustmäbchen vor bem Verbrennen rettete, hochherzig belohnt. Der kühne Manu erhielt 3000 Mk. Überwiesen. — Der Mobilarschaden, ber burch ben Branb entstauben, ist noch viel größer als man anfänglich glaubt, inbem viele Golb- unb Schmucklachen vermißt werben, bereu Fragmente in bem Schutt verloren gegangen sinb. Ein Gemälbe ist verbrannt, baß einen Werth von 7000 Mk. haben soll. * Wiesbaden, 20. August. Daß „Tageblatt" meldet: Der Generalstabß-Osfizier Jnfanterielieutenaut Thierry ist heute Vormittag auf dem Exercierplatze dadurch verunglückt, daß fein Pferd unb gleichzeitig zwei Pferbe bes nachfolgenben Geschützes stürzten. Der Offizier gerieth unter bie Pserbe unb erhielt einen heftigen Hufschlag gegen ben Kopf. Er würbe mit zerschmetterter Kinnlade ins Lazareth gebracht. * Berlin, 20. August. Ein hier in der Kastanien- Allee wohnender Malermeister Tonn, der burch Verluste bei Bauarbeiten in Vermögensverfall gerathen ist, hat fich heute früh vom Balcon seiner 4 Etagen hohen Wohnung herab- gestürzt. Seine Fran versuchte ihn, als er schon über bas Gitter geklettert war, zurückzuhalten, unb hat ihn mehrere Minuten, als er schon in ber Lust schwebte, an ben Hänbeu festgehalten, bis ihr bie Kraft versagte. Vor ben Augen einer großen Menschenmenge, aus ber Niemanb baran buchte, zu Hülfe zu eilen,w stürzte ber Mann herab unb war sofort tobt. • Esten a. d. R., 20. August. Bei Heckenborf wurde gestern Abend der Streckencontroleur Wey erlich von dem Effener Personenzuge üb er fahr en. Der Hinterkopf wurde zerschmettert - der Tob trat sofort ein. Weyerlich hinterläßt eine Frau mit mehreren Kinbern. * Bublitz, 16. August. In ber vergangenen Woche starb hier eine merkwürbige Persönlichkeit, ein Zw erg, ber Sohn bes hiesigen Schuhmachers Meitzel. Der Verstorbene hatte bie Größe eines vier- bis sechsjährigen Kinbes unb ist ber Sohn normal gebauter Eltern. Außer einer zwerghuften Tochter sinb ber Ehe noch zwei normal entwickelte Kinber entsproffen. Der Verblichene bereiste seiner Zeit mit seiner gleichgroßen Schwester biee’ größeren Stäbte beß Continentß und Hut außer kostbaren Geschenken ein bedeutendes Vermögen erworben. Er erreichte ein Alter von 47 Jahren, war bisher stets gesund und starb plötzlich am Schlagfluß. * Neapel, 19. August. Gestern Abend drängte sich eine große Anzahl Wähler auf der Treppe des Gemeindehauses in Mercato zusammen, unb stürzte, nachbem bas Treppengeländer eingenffen war, in bie Tiefe. Von 60 Personen, bie biefen Unfatt erlitten, ift eine gestorben, zwei sinb bem Enbe nahe, 17 schwer unb 30 leicht verletzt. Die Verletzten würben ins Hospital geschafft. * Kurze Kr egßgeschichte eines Königsbergers. Viel bekannt ist die köuliche Geichichte DaudetS von bem Turko, ber tapfer in allen Schlachten kämpft, ohne zu wiffen gegen wen, unb als Solbai ber Pariser Commune erschossen wirb, ohne zu wiffen wofür. In seinen „Erinnerungen" erzäh t Felix Dahn ein beutscheS Seitenstück bazu: Zwei Batterien beö 1. Armeecorps waren in Königsberg eingeschifft, aus ber Eisenbahn angelangt unb aus derselben sofort in die Schlacht geeilt. Ein wackerer Ostpreuße, der das Eiserne Kreuz trug, erzählte nun auf eine Frage nach dem Anlaß solcher Ehrung: „Wofür? Ja, Horche (Herrchen), das kann ich Ihnen nicht sagen. Von Königsbarg fort in der Eisenbahn, immer fort, immer fort — durch so scheenes Land — überall gegaffen unb getrunken, ach so viel Wein! Ueberafl angesungen 1 — Aus einmal: „Halt!" — Es schießt mit Kanonen: — raus auS bem Wagen: — rauf auf einen hohen Barg (so was Hohes hatte ich noch nie geseh'n): — unser Geschütz war baß erste: — ich richtete eß: auf einmal: — Dauz! — muß vor ben Kopf. Ich fall' um. Wie ich aufwache, fobv* ich wieber per Eisenbahn liegend auf Battchen (Bettck n), nach Königsbarg. Der Kopf brummte noch lang. Dann kam daß Eiserne Kreuz. Jetzt brummt er schon lang nicht mehr". * Preiskegelschieben nm ein HauS. Man schreibt dem „P. L." auS Oedenburg: Der gewesene Besitzer der Lithographie unb Steinbruckerei, Herr Lubwlg Thiering, hat sich entschlossen, sein im frequentesten Viertel unserer Stabt gelegenes lastenfreies HauS Jammt Garten im Werthe von 40,000 fl. im Wege eines PreiSkegelschiebenS als ersten Preis auSzuspielen. Bebingungen sinb: Jebermann muß minbeftenS fünf Loose, welche zu 25 Schüben berechtigen, unb 2 fl. 50 fr. kosten, kaufen. Der betreffenbe Besitzer solcher Loose ist nicht verpflichtet, selbst zu schieben, sonbern er kann mit bem Schieben bie geübtesten sogenannten „Prater- schieber" betrauen. Die anberen vier Preise sind: Zweiter Preis 4000 fl., dritter Preis 3000 fl., vierter Preis 2000 fl. und fünfter Preis 500 fl. Demjenigen, der die meisten Loose gekauft hat. Das Preiskegelschieben beginnt am nächsten Sonntag auf der Kegelbahn im „Jnselgarten". Aus Budapest und Wien werden viele Theilnehmer erwartet. atur und ICattfL Die Veteranen des Krieges von 1870, denen es vergönnt war, bas Jubiläum der vor 25 Jahren von ihnen erkämpften glorreichen Siege mitzufeiern, fühlen ben begreifllichen Wunsch, eine lebenblge Erinnerung an ben Krieg selbst wie auch an dies Jubiläums- jahr zu besitzen. Soeben geht uns von ber bereits in diesen Blättern öfter genannten, aufs reichste illustrirten, wirklich einzigartig schonen Jubelausgabe von Hauptmann Taneras »Ernsten und heitere« Erinnerungen eines OrdonnauzofstzierS im Jahre 1870/71* (E. H. Beck'fcher Verlag in München) Lieferung 4 unb 5 zu. Die beiden neuen Lieferungen des Tanera'ichen Werkes enthalten 2 Doppel - Vollbilder zur Schlacht von Sedan: „DaS Gefecht der 2 bayer. Division bei La Moncelle am Morgen" und „Am Abend des 1. Sept. 1870", außerdem eine Reihe einseitiger Vollbilder (Auffahren ber Artillerie bet La Moncelle, 1. Sept. 1870, In Bazeilles am 2. Sept. 1870, Aus bem Vormarsch nach Paris, 11. Sept. 1870, Reims im Sept. 1870) und endlich eine große Anzahl aus dem Leben gegriffener Textbilder. Aber nicht nur den Veteranen des großen Krieges, sondern jedem deutschen Hause ist die Subscription auf dies treffliche Werk aufs wärmste zu empfehlen. Dasselbe erscheint in 22 Lieferungen zum Preis von 50 Pf. voll- ständig bis Weihnachten d. I. Schistsnachrichten. Norddeutscher Lloyd, in Gießen oertreten durch die Agenten Carl Loos unb I. M. Schulhof. Bremen, 20. August. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Schnellbampser Ems, Capt. W. Reimkasten, vom Norbdeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 9 Uhr Vormittags wohlbehalten in Newyork angekommen. Wöchentliche Ueberstcht der Todesfälle in Gieße«. 33. Woche. Vom 11. August bis 17. August 1895. Einwohnerzahl: angenommen zu 22 400 (incl. 1600 Mann Militär). SterbltchkeitSziffer für Gießen: 11,61, einschl. 2 Ortsfremde: 16,25°/«. Kinder ES starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom 1.Lebensjahr: 2.—15. Jahn Lungenschwindsucht 2 2 — — Organ. Herzkrankheit 2 (1) 2 (1) — — Lungenentzündung 1 (1) 1 (1) — — Sonstige entzündliche Erkrankungen der AthmungS-Organe 11 — — Unbet. Todesursache 1__________1___________—__________— Summa: 7 (2) 7 (2) — — Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel« der Todesfälle in der betreffenben Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommt». Witterungsbericht vom 20. August. In ber Vertheilung bes Luftdruckes und in der dadurch bedingten Wetterlage ist keine wesentliche Aenderung eingetreten. Central-Europa ist andauernd von hohem Druck beeinflußt und herrscht dementsprechend auf bem größten Theil des Kontinents ruhiges unb meist heiteres Wetter. Die norbwestliche Depresfion hat sich weiter ostwärts auSgebreitet, während das Minimum, welches gestern Nordost Europa bedeckte, in baß Innere von Rußlanb abgezogen ist. Die Temperaturen lagen heute Morgen allenthalben beträchtlich höher als gestern. »orauSKchttiche Witterung: Fortbauer des bisherigen Witterungs Characters. «m 21. August Mittags 12 Uhr (Wetterhäuschen in ber Südanlage). Barometerstand. ■ hiiiiiiiHiii|iiir|fiii|iiii|iiiiimnw Thermometer: min. + 11° R., max. + 23° R. Hygrometer: Gewitterbildung. Temperatur der Lahn und Lust nach Reaumur gemefien am 21. August, zwischen 11 und 12 Uhr Mittag!. W-ffer 17°, Luft 21-/»° im Schatt«. Rübfamen'fche Bade- unb Schwimmanstalt. Jr 1846 Geld, Zeit u. Arbeit r) C. A’autnann's öpar* clCerti-Sei'f ‘»i Hauthalt verwenden. Zu 32 per Pfund. ** 150 das 5 Pf und ■ Pat krl überall zu haben ' 7014 7013 J. Happel. 6663 Helnr. Jentzen Karl Krebs ab angenommen. 6835 Die Versteigerung in Lang-Oöns fällt aus. Die Grummeternte non 2«/, Morgen Wirsen verkauft 7011! Schöne, grüne Eturnachgurken und frische Preitzelbeereu treffen heute Donnerstag auf dem Marktplatz ein.ffrau Hammel. (Huldan, Kreisbote. Musikal. Hausfreund. Diitter f. rngfroöljUr SaloimsKK. VIII. Jahrgang. Monatl. 2 Numm. (mit Textbeilage). Preis pro Quartal 1 Mk. Probenummern gratis und franco. €. A. Koch’s Verlag, Leipzig. Leihbibliothek Schulstrasse IO. Abonnements werden von heute Haferspreu Z (Mäschtnendrusch) sofort billig zu Der raufen A. Rtckel, Licherstraße b. 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Alles Nähere ist in der Turnhalle ;u erfahren, woselbst auch eine Liste zur Einzeichnung offen liegt. Riederlage« in Stetzen r Babnhsstr. 57, PH Sauer II. Bahnhsftr 51, «lug Roll II. Badnhfstr 30, Srntl Orbig Brandkaffe 4, «ob Hecker Frankfrtstr. l u. Neustadt 8, Kreutzvlatz 6, Kreuzvlotz 9, LudwigSpl. 4, Ludwtgstr. 36, Ludwigstr. 20, Läwena. 28, Marktstr. 28, Marktstr 34, Maiktstc. 4, Marktplatz 15, Markiplatz 18, 24, 2, 33, 71, H « Sack L Kohlermann II ▼ Aoh Wtlh ftnri * Pet Leppla »r Müller Rod Stuhl ▲ Carl Schulze II. »mil Fischbach < «dolf Seifte ▲ PH" Herrmann T Wr. Leo ▼ »rau 3 « Rühl ▲ Otto Schaaf Hervorragende Neuheiten in Kinderwagen stets das Neueste, Zweckmäßigste u. Solideste zu den billigsten Preisen. 2013 Circa 200 Stück aus Lager. A.Kilbinger.Sdtngnitg19. Ncuebäue 15, Sd H. -tzuckert Neuebäue 10, W Schomber Neuenweg 15, H. -y. 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