Rr. 195 Der Lietzener Attzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montag». Die Gießener A»«milie»Slätter werden dem Anzeiger wvchrntlich dreimal drigelegt. Mittwoch den 21. August Gießener Anzeig er Kenerat-Ftnzeiger. Vierteljähriger ASounemenlsprets r 2 Mark 20 Psg. mit vriugerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Redaktion, Lxpeditiotz und Druckerei: SlSukstratze Ar.7. Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gieren. | Gratisbeilage: Gießener Aamitienßlätter Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag» für den folgenden Lag erscheinenden Nummer bi» Norm. 10 Uhr. Alle Annonccn-Bureaux de» In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Anrttichsr Theil. Gießen, den 19. August 1895. Betr.: Die Bildung der Schöffen» und Schwurgerichte. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grohh. Bürgermeistereien des Kreises. Wir beauftragen Sie, mit der Aufstellung der Urlisten der zum Amte eines Schöffen oder Geschworenen bestellbaren Personen zu beginnen und diese Listen nach vorgängiger achttägiger Offenlegung sammt den etwa erhoben werdenden Reclamationen mit Begleit» bericht spätestens bis zum 15. Oetober l. I. an die zuständigen Amtsgerichte einzusenden. Die Spruchliften der Geschworenen haben, wie bereits in unserem Ausschreiben vom 20. April 1885 (Anzeiger Nr. 92) bemerkt murd-, in mehrfachen Fällen die Namen von Personen enthalten, welche das 30. Lebensjahr noch nicht vollendet oder das 65. bereits überschritten hatten und sind hierdurch in den Schwurgerichtsfttzungen den Fortgang der Verhandlungen hemmende Weiterungen veranlaßt worden. Derartige Vorkommniffe können nur durch eine genaue Beobachtung der hinsichtlich der Aufstellung der Urlisten der Schöffen und Geschworenen bestehenden Bestimmungen vermieden werden. Wir machen Ihnen daher die sorgfältigste Beobachtung der Vorschriften in § 1 und 3 der Verordnung vom 14. Mai 1879 (Reg.-Bl. S. 213) zur Pflicht. Hiernach sind die in den 32, 33 und 34 des Gerichtsver- faffungsgefetzes (f. Reichs-G.-Bl. von 1877, S. 47) bezeichneten Personen nicht in bie Urlisten aufzunehmen, während bei den in § 35 daselbst Genannten der Grund, warum sie ablehnen können, in der Spalte „Bemerkungen" der Liste anzugeben ist. In allen Fällen, in welchen Zweifel darüber bestehen, ob eine in die Urliste aufzunehmende Person das 30. oder 65. Lebensjahr vollendet habe, wollen Sie sich durch eine Anfrage bei derselben, oder in sonst geeignet scheinender Weise genau über deren Alter vergewiffern. Sie dürfen aber auch nicht Personen, welche Sie für ungeeignet zum Amte eines Schöffen oder Geschworenen halten, bei denen aber die gesetzlichen Voraussetzungen vorliegen, aus der Liste weglaffen, z. B. weil sie arm oder zu alt sind. Sie wollen vielmehr diese Personen ebenfalls in die Liste aufnehmen, Ihre Ansicht aber unter „Bemerkungen" oder im Begleitberichte angeben. Das zur Aufstellung der Listen erforderliche Formular wird Ihnen k. H. zugesandt werden. o. Gagern. Bekanntmachung. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die nach § 6 des Reichsgesetzes vom 21. Juni 1887 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden ermittelten Durchschnittsmarktpreise, einschließlich eines Auf- schlags von Fünf vom Hundert pro Monat Juli 1895 für den Lieferungsverband Gießen pro 100 Kg betragen: Hafer Mk. 14,50, Heu Mk. 4,20, Stroh Mk. 4,10. Gießen, den 19. August 1895. Großherzogliches Kreisaml Gießen, v. Gagern. Gießen, den 19. August 1895. Betr.: Die Ergänzungswahl des Kreistages des KreffeS Gießen durch die 50 Höchstbesteuerten. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen au die Grotzh. Bürgermeistereien des Kreifes. Diejenigen von Ihnen, welche noch mit Erledigung unserer Verfügung vom 5. l. Mts. — Anzeiger Nr. 183 — im Rückstände sind, werden hieran mit Frist von 3 Tagen erinnert. v. Gagern. Netteste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau. Berlt», 19. August. Auf sämmtlichen Bauplätzen der Berliner Gew erbeauSstellun g sind die Arbeiten in vollem Umfange wieder ausgenommen. Die geplante ArbettS- mederlegung der Zimmerleute ist durch rheilweise Lohn« erhöhung zunächst beigelegt. Ob die Arbeiten morgen wettergeführr werden, entscheidet eine Berathung der bethei- ligten Zimmerleute. Pari«, 19. August. Der „Matin" publicirt ein Inter- wird mit dem elsaß-lothringischen ReichSragS-Abgeordneten Guerber und dem Mitgltede des Landesausschuffes Dr. Petri, welche beide erklärten, eine elsaß-lothringische Frage extsttre nicht. Guerber sagte, eS fet eine Utopie, zu glauben, daß Elsaß zu Frankreich zurückkommen könne. „Deutsch find wir und deutsch bleiben wir." Petri betonte, Frankreich verkenne die wirkliche Lage Elsaß Lothringens. Man bilde sich dort ein, daß die Elsässer in Permanenz auf der Straßburger Kathedrale Wache halten und auSblicken, ob Frankreich käme, sie zu befreien. „Das ist eine Legende, die im Jntereffe beider Länder zerstört werden sollte. Unzweifelhaft hat die Stunde der Resignation geschlagen- wir wünschten zufolge unserer Sympathien für Frankreich, daß sie auch jenseits der Bogesen schlüge. Unsere Stadt gedeiht, ihre Industrie wird täglich reicher. In Straßburg gibt es nur einige wenige, welche um den Preis eines Krieges wieder Franzosen werden möchten. Die große Mehrheit will den Frieden und die Aufrechterhaltung des status quo. Unsere Ambition ist die Entente zwischen Deutschkand und Frankreich. Wenn diese Entente sich realisirt, kann dies nur auf Grund des Frankfurter Vertrages geschehen. Alle andere Lösungen, wie ein PlebiScit, Neutralität oder Theilung find Hirngespinnste. Das ist die Wahrheit. Ich wünschte, Sie hätten den Muth, dies zu sagen und die öffentliche Meinung Frankreichs den Muth, dies zu begreifen." Havre, 19 August. Präsident Faure hielt heute eine Flottenrevue ab. Er wurde lebhaft begrüßt. Depeschen deS Bureau .Herold". Berlin, 19. August. Der Kaiser ist heute Nachmittag 2 Uhr mittelst Sonderzuges zum Besuch der Kaiserin nach WilhelmShöhe abgeretft. Berlt», 19. August. Wie die „Nordd. Allg. Ztg." hört, hat Fürst Bismarck auf die Einladung zur Grundstein- legungSfeier, welche Fürst Hohenlohe im Allerhöchsten Auftrage übersandte, letzteren gebeten, mit Rücksicht auf seinen Gesundheitszustand sein Nichterscheinen beim Kaiser zu entschuldigen. Berlin, 19. August. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht die Verleihung des Kreuzes und Stern der Groß-Comthur zum Königlichen HauSorden von Hohenzollern mit Schwertern am Ringe an den General-Feldmarschall Grafen Blumenthal. Berlin, 19. August. Der Kaiser hat am gestrigen Tage eine größere Anzahl von Beförderungen unter Armeebefehl, an verschiedene Offiziere Decorationen verliehen. Von letzteren ist zu erwähnen die Verleihung deS Rothen Adlerordens 3. Klaffe mir Schleife und Schwertern an den dienstthuenden Kriegsadjutanten Oberst von Scholl. Ferner wurden Flügeladjutant Oberftlieutenant von Molrke, Freiherr von Seckendorff, Militär-Attache in Bern und Graf von Hülsen, Militär-Attache in Wien, zu Obersten befördert. Berlin, 19. August. Aus Crossen a. d. Oder wird einigen Blättern berichtet: Graf Caprivi erhielt am letzten Freitag vom Kaiser sowohl wie vom Großherzog von Oldenburg anläßlich des Gedenktages der Schlacht von Marslatour, an der er im Generalstabe deS 10. Armeecorps theilgenommen, sehr huldvolle Telegramme. In vergangener Woche empfing Graf Caprtvt den Besuch deS StaatSsecretärS von Bötticher und des Marinechefs von Hollmann, die im Namen sämmt- licher Chefs der Reichsverwaltung in den verschiedenen Ab- theilungen ein kostbares Album mit den Photographien der' letzteren überreichten. Berlin, 19. August. Heute Vormittag hat auf dem Tempelhofer Felde die Besichtigung der Kriegervereine durch den Kaiser stattgefunden. Es betheiligten fich daran 13 748 Mann. Der Kaiser hielt eine Ansprache an die Versammelten, in welcher er zunächst seines Großvaters und der Sch'achten vor 25 Jahren gedachte und sodann den Wunsch aussprach, daß der heutige Tag sür die versammelten Kameraden ein neuer Ausgangspunkt sein möge zum Respect vor dem Gesetz, zur Pflege von Religion und Königstreue. Die Kameraden sollten treu zum Throne halten und allen Umsturzbestrebungen entgegentreten. In Anerkennung der Verdienste habe der Kaiser durch CabinetSordre vom gestrigen Tage befohlen, daß die eisernen Kreuze eine Eichenlaub-Verzierung in Silber mit der eingravtrten Zahl 25 und die Kriegsdenkmünzen einen Silber-Riegel erhalten sollen, auf welchem die Schlachten und Gefechte etngravirt werden, welche der Inhaber mitgemacht hat. Hierauf brachten die Versammelten ein dreifaches Hurrah auf den Kaiser aus und Kamerad Wolkewitz dankte dem Kaiser dafür, daß er den Kriegern Gelegenheit gegeben habe, sich dem obersten Kriegsherrn vorzustellen. Berlin, 19. August. Die Denkmäler für die Gefallenen auS den Kriegen 1864, 1866 und 1870/71 wurden heute von zahlreichen Veteranen besucht und kostbare Kränze an den Denkmälern niedergelegt. Berliu, 19. August. In einer gestern stattgehab'ten Anarchistenversammlung kam es zu heftigen Auftritten zwischen Anarchisten und Socialdemokraten. Als einer der Redner die Worte gebrauchte: „Wer weiß, ob Marx und Engels nach fünfzig Jahren nicht als Verbrecher an der Menschheit hingeftellt werden?" entstand ein furchtbarer Tumult. Die Versammlung ging schließlich ruhig auseinander. Köln, 19. August. Die Unruhen in Mülheim dauern fort. Höheren Orts wurde Bericht eingefordert, ob eine Militärabtheilung in den nächsten Tagen den Sicherheitsdienst verrichten solle. Gestern Abend räumte die durch Kölner Gendarmerie verstärkte Polizei die Werft und vertrieb die tausendköpfige Menge in die Seitenstraßen. Aus den Fenstern der Nachbarhäuser wurden Schüffe abgefeuert und mit Eisentöpfen, Gläsern und Steinen nach den Schutzleuten geworfen. Die Gendarmerie erwiderte die Schüsse. Eine Anzahl Personen wurden durch Schüffe und Säbelhiebe verletzt, ein 15jähriger Knabe liegt im Sterben. Eine große Anzahl Ruhestörer wurde« vergastet. Köln. 19. August. Nach der gestrigen osficiellen Eröffnung fand heute Vormittag der Delegirtentag der deutschen Schuhmacherinnungen statt. Es wurde beschloffen, die StaotSregierung zu veranlaffen, die Errichtung der Filialen zu beschränken, bei der Anmeldung einer solchen den DurchschnittSsatz von 16 Mark zu veranlagen, wenn auch ein Einkommen von 1500 Mark nicht nachgewiesen ist, ferner mit allen Kräften darauf zu dringen, daß bei dem Entwurf gegen den unlauteren Wettbewerb den Innungen und Corpo- rationen das Recht zur Erhebung der Civilklage beigelegt wird. Köln, 19. August. Die gestrige Weltmeisterschaft für Touren-Fahrer über eine englische Meile erwarb Eden auS Arnheim in Holland. In dem Weltmeifterschafts- fahren über 100 Kilometer für Berufsfahrer war Michael (England) Erster, Luyton (Holland) Zweiter und Hoffmann- München Dritter. Glatz, 19. August. Heute Vormittag ist Hierselbst die Kaiserliche CabinetSordre eingetroffen, durch welche der Cere- monienmeifter von Kotze, der bekanntlich seit sechs Wochen wegen des Duells mit Herrn von Reischach hier die über ihn verhängte Festungshaft verbüßt, begnadigt wird. Brussel, 19. August. Hiesige Blätter melden unter Reserve aus Petersburg, daß dort eine Kaserne in die Luft gesprengt worden sei. 300 Soldaten und mehrere Offiziere sollen tobt sein. Es ist die Ansicht vorherrschend, daß eS fich um eiu nihilistisches Attentat handelt. Eine Bestätigung der Nachricht liegt jedoch noch nicht vor. Paris, 19. August. General Saussier hat von dem russischen Admiral Avelane eine» prachtvollen Pokal erhalten mit der Aufschrift: Andenken der russischen Marinesoldaten an ihre franzöfischen Kameraden. Der Krieg von 1870J71, geschildert durch Ausschnitte aus Zeitung«-Nummern jener Zeit. (Nachdruck verboten.) 21. August. E n in Frankfurt verwundet liegender preußischer Offizier erzählt Folgendes: Bei dem Sturme auf die Höben bet Wörth durch einen Schuß ins Fußgelenk kampfunfähig gemacht, wird er von einigen Soldaten seitwärts in eine Vertiefung gelegt und dann verlaffen. Das Treffen zieht weiter. Plötzlich richtet fich ein Turko, welcher mit Blut bedeckt regungslos und daher von Niemanden beachtet dagelegen hatte, in einer Entfernung von etwa 20 Schritten auf, ladet sein Chassepot und legt auf den Offizier an. Ab- wehr war für den Offizier nicht möglich- deffen Drohworte werden vom Turko mit Grinsen beantwortet und der Offizier hält fich verloren. Da pfeift eine Kugel und der Turko bricht mit zerfchoffenem Kopfe zusammen- eiu Füsilier des 95. Regiment-, welcher die Gefahr gesehen, hatte mit wohl- gezieltem Schüsse ihn niedergeftreckt und stürzte nun tu Wuth herbei, um noch mit dem Bajonett dem bestialischen Kabylen vollends den Garaus zu machen. Nach der Schlacht wird der Offizier mit anderen Verwundeten nach Gunstett gebracht- die Einwohner bieten den Lechzenden Milch an, der fie begleitende Arzt verbietet aber, diese zu nehmen, bevor er fie untersucht habe, und findet bet der Untersuchung überall Gift (Phosphor) vor. Achtzehn Bauern wurden darauf standrechtlich erschossen. Als der Offizier in sein Quartier bet dem OrtSgeiftltchen gettagen wird, begegnet ihm dieser unter milttärifcher EScorte- es war festgestellt worden, daß der Geistliche von der Kanzel herab seine Pfarrkinder auf- gefordert hatte, bet Ankunft der Deutschen die Brunnen zu vergiften. Franks. Journ. Erst log die „Patrie", Graf BiSmarck Hetze die Kabylen in Algerien zum Aufstande, heute lügt fie, die arabischen Kaid- vereinigten ein Corp» von 20,000 Rettern, da- fie dem Kaiser zur Verfügung stellen wollten, und der Zudranj zu den WerbebureauS sei so groß, daß man wenigstens 30,000 Afrikaner als Verstärkung nach Europa werde schicken können. Zur Vermehrung dieses Enthusiasmus hat die französische Regierung es für nothwendig befunden, den Belagerungszustand über Algerien za verhängen, und außer« dem hat fie den interimistischen Gouverneur der Colonie wissen lassen, daß die bereit- nach Frankreich beorderten vier Jnfanterieregimenter der drohenden Lage wegen zu seiner Verfügung gelassen werden sollen. Pont L Mousson, 21. August. Der Verlust der Franzosen in den Gefechten der letzten Tage und zwar am 14., 16. und 18. August betrug allein an Tobten 12- bis 15,000 Mann, und wenn man hierzu Gefangene, sowie die gewöhnlich auf die Tobten fallenden Verwundeten zählt, so kann der Gesammtverluft der Franzosen nicht unter 50,000 Mann betragen Bei Gravelotte machten wir etwa 4000 Mann Gefangene. Paris, 20. August. Im gesetzgebenden Körper erklärt der Ministerpräsident Paltkao, daß die Preußen verbreitet haben, sie hätten am 18. August große Vortheile über die französische Armee errungen. Dem gegenüber constatirte er, daß die Preußen, die Bazaine angegriffen, hätten zurück- weichen müssen. Fünfundzwanzigjährige Eriunerungsfeier an 1870. (Originalbericht deS „Gießener Anzeigers"). Z. Darmstadt, 18. August. Ein denkwürdiger Tag für die Darmstädter, ja ich möchte sagen für die hessische Geschichte ist verflossen. Der Verlauf deS heutigen Festes hat alle, alle Erwartungen weit übertroffen und wirklich beneidenöwerth ist jeder Theilnehmer, der die erhebende Gedächtnißfeier des Ehrentages der hessischen Truppen mitfeiern durfte. Vom Festplatz in später Nachtstunde heimgekehrt, wagt Ihr Correspondent nicht den Versuch, alle Einzelheiten deS Festverlaufes darzustellen. Aber eS fei gleich jetzt festgeftellt, daß ganz Darmstadt darüber einig ist, daß feit 1870 mit Ausnahme der Feier zum Empfang des GroßherzogS und der Großherzogin, hier noch nie ein fröhlicheres und großartigeres Fest begangen worden ist. Gewiß war das Turnfest vor zwei Jahren fchön, und nicht minder das Musikfest vor Jahresfrist, doch fie halten den Vergleich mit dem heute gefeierten Feste nicht aus, das wurde gestern nicht allein von den Vertretern der Presse, sondern von allen Leuten anerkannt, mit denen Ihr Berichterstatter sprach. Eine Völkerwanderung im wahrsten Sinn des Wortes strömte am Nachmittage dem Festplatze zu und in den ricfigen Bierhallen fand man nur mit Mühe ein Plätzchen. Die Festhalle bot einen hochinteressanten Anblick. Von der Tribüne der Presse konnte man den mächtigen Raum bequem übersehen. 6000 Veteranen galt eS zu speisen. Freilich in der Halle hatten nur 4000 Platz gefunden, 2000 mußten draußen untergebracht werden. Die 200 dem Frstwinhe zur Verfügung stehenden Kellner hatten eine stattliche Anzahl von soldatischen HtlfSmannschaften beigesellt bekommen, wenn trotzdem mancher Veteran mit der Bedienung nicht ganz zufrieden war, fo findet dies in den abnormen Verhältnissen seine Erklärung. Auf der Bühne hatte inmitten der Ehrengäste und des PräfidiumS Se. Großh. Hoheit Prinz Wilhelm Platz genommen und eröffnete das Fest mit einem Hoch au, den Kaiser und Großherzog. Herr Oberbürgermeister Morncweg sprach dann in kurzen Worten zu den Gästen. Er betonte, daß die Vorbereitungen und der seitherige Festverlauf eine besondere Begrüßung unnöthig gemacht hätten, deshalb begnüge er sich mit dem Wunsche, daß den Kriegern die Tage in Darmstadt für ihre ganze Lebenszeit unvergeßlich bleiben möchten. Um 4 Uhr erschien Se. Königliche Hoheit der Großherzog in großer Uniform. Die schon vordem sehr festliche Stimmung erreichte nun ihren Höhepunkt. Brausende Hochrufe durchschallten den mächtigen Bau und legten sich erst, als der geliebte Landes- fürst selbst das Wort ergriff, um den Kriegern feine Glückwünsche au-zusprechen. In kernigen Worten gedachte er der Veranlassung zu dem heutigen Fest und der RuhmeSthaten der KriegSjahre. Dem Blühen und Gedeihen der Kriegervereine galt fein fürstlicher Trinkspruch, fie alle seien hier in der Residenz deS Hessenlandes herzlich willkommen. Um 4»/, Uhr verließ der hohe Herr wieder die Halle. Draußen auf dem Festplatz wurde das Leben und Treiben immer bunter und fröhlicher. Abends um 7 Uhr erschien dann der ganze Groß- herzogliche Hof. DaS Großherzoglichc Paar, Prinzessin Victoria von Battenberg und Prinz Wilhelm mit Gefolge fanden sich in der Hofloge ein. DaS Programm brachte zunächst den Festprolog, von K. Schäfer gedichtet, und von Herrn Hosschauspieler Edward begeistert und begeisternd gesprochen. Jubelnder Beifall lohnte den Dichter, der unter den Anwesenden weilte. DaS deutsche Lied „Deutschland, Deutschland über alle-" wurde von der Feftversammlung angestimmt und draußen auf dem Festplatze weckte eS vielfach ein Echo bet den Kameraden, die keinen Einlaß mehr in die Halle hatten finden können. Dann folgte nochmals eine Aufführung der lebenden Bilder, die am vergangenen Sonntag so jubelnd aufgenommen worden waren. Auch diesmal war ihre Wirkung zündend und der Erfolg außerordentlich. Stets von Neuem erschallten die Hurrah- und Hochrufe der Veteranen, die sich in die Zeit vor 25 Jahren zurückversetzt glaubten. Bor 10 Uhr verabschiedeten fich die Höchsten Herrschaften. Inzwischen hatten draußen auf der hochgelegenen Bühne die Pyramidenstellung durch Mitglieder der Turngemeinde und die Aufführungen deS FechiclubS „Frankonia" begonnen. Auch diese Schaustellungen, die durch das Licht eines großen elektrischen Scheinwerfers weithin sichtbar gemacht wurden, betrachteten die Fürstlichkeiten bis zum Schluffe, um dann, jubelnd gefeiert von der Menschenmasse, die den Festplatz füllte, die Rückfahrt anzutreten. Nach 10 Uhr nahm da- Feuerwerk feinen Anfang und überstrahlte den Feftplatz mit feinem Glanze. In später Nachtstunde verließ Ihr Eorrespondent den Festplatz, um in flüchtigen Umrissen das Bild deS heutigen TageS aufzuzeichnen, der für Darm« ftadt ein Ehrentag im wahrsten Sinne geworden ist. Wir Darmstädter hatten uns ja von vornherein viel von dem Feste versprochen, doch einen solch glänzenden Verlauf hatten wir nicht zu erhoffen gewagt. Der Besuch deS Festes wurde gestern von Comitvemitgliedern auf 30,000 Personen berechnet, allein 7000 Tageskarten wurden verkauft, dazu kommen dann die Fest- und Dauerkarteninhaber und die Veteranen, deren Zahl man auf 20,000 berechnete. Montag findet noch eine Nachfeier statt, darüber berichtet Ihnen ein neuer Brief, der nötigenfalls auch noch Ergänzungen zu diesem bringen wird. ÜMfel WM» Gießen, den 20. August 1895. An die Kriegerkameradschaft Hasfia! Den zur Srinnerungöfeier an die Jahre 1870/71 versammelten Kriegervereinen der Hasfia entbiete Ich als Protector Meinen fürstlichen Gruß. Mögen die Krieger, deren ältere Mitglieder unter Meines in Gott ruhenden Herrn BaterS ruhmvoller Führung unver- welklichen Lorbeer um die hessischen Fahnen gewunden, auch fernerhin der hohen Aufgabe bewußt bleiben, daß gerade fie in erster Linie dazu berufen find, die Stützen für Altar, Thron und Vaterland zu bilden. Im Frieden, den unS Gott auch fernerhin verleihen wolle, aber auch im Kriege, wenn des Deutschen Reiches Ehre und Sicherheit ihn erheischen sollte, wollen wir ein- müthig dem Rufe unseres Allerhöchsten Kriegsherrn Seiner Majestät des Kaisers folgen, getreu dem althesfifchen Wahlspruch : „Für Gott, Ehre, Vaterland". Darmstadt, am 18. August 1895. Ernst Ludwig. Au meine Division! TageS-Befehl. Der alten Sitte Meines HauseS folgend, übernehme Ich zu der Jnhaberstelle Meines 1. Infanterie (Leibgarde-) Regiments Nr. 115 noch die Jnhaberstellen von Meinem 1. Dragoner-Regiment (Garde-Dragoner-Regiment) Nr. 23 und von Meinem Feldartillerie-Regiment Nr. 25 (Groß- herzoglicheS Artillerie-Corps). Ich wähle hierzu den heutigen Tag, um hiermit der gedämmten Division Meine Anerkennung und Meinen nie erlöschenden Dank auszusprechen für die Hingebung und Tapferkeit, mit welcher fie, unter der ruhmvollen Führung Meines in Gott ruhenden Herrn Vaters, in dem glorreichen Feldzuge 1870/71 und besonders heute vor 25 Jahren auf den Schlachtfeldern von Gravelotte-St. Privat für unser Hessisches Heimathland und das gefammte Deutsche Vaterland gestritten hat. Darmstadt, am 18. August 1895. Ernst Ludwig. *• Auszeichnung der Veteranen von 1870/71. Der Kaiser hat nachstehende Cabinetsordre crlaffen: Ich will auS AnlaßderfünfundzwanzigjährigenWlederkehr derSiegestage des Feldzuges von 1870/71 daS in diesem Kriege erworbene Verdienst erneut dadurch anerkennen, daß Ich denjenigen Besitzern der Kriegsdenkmünze, welche an einer der in dem anliegenden Verzeichniß aufgeführten Schlachten ?c. theil- Ijenommen haben, die Berechtigung verleihe, auf dem Bande dieser Denkmünze nach beifolgendem Muster für jede der von ihnen mitgemachten Schlachten 2C. eine Spange mit dem entsprechenden Schlacht« rc. Namen zu tragen. Sie haben wegen der weiteren Bekanntmachung dieser Ordre das Er- orderliche zu veranlassen. Berlin, den 18. August 1895, Wilhelm. I. R. Fürst zu Hohenlohe. An den Reichskanzler. Schlacht: 1) bei Spicheren, 2) bei Wörth, 3) bei Colombey - Nouilly, 4) bei Vionville-MarS-la-Tour, 5) bei Gravelotte-St. Privat, 6) bei Beaumont, 7) bei Noisseville, 3) bei Sedan, 9) bei Amiens, 10) bei Beaune la Rolande, 11) bei VillierS, 12) bei Loignh - Pouprh, 13) bei Orleans, 14) bei Beaugench - Cravant, 15) an der Hallu e, 16) bet Bapaume, 17) bet Le ManS, 18) an der Clfatne, 19) bei St. Quentin, 20) am Mont - Valerien, 21) Belagerung von Straßburg, 22) Belagerung von Paris, 23) Belagerung von Belfort. *• Herr Proviuzialdirector Freiherr von Gageru ist von einem mehrwöchentlichen Urlaub zurückgekehrt. ♦♦ Kammermusik. Nächsten Donnerstag den 22. August inbet das zweite Concert der Quattettgenoffenschaft Kruse statt. Es braucht wohl an dieser Stelle nicht mehr gesagt zu werden, und ist hinlänglich bekannt, daß die Rünftler tm ersten Lvncett die vollendetsten Leistungen darboten. Beethoven und Coßmannconcerte können nur Künstler ersten Ranges In ihre Solovorträge aufnehmen. Wenn wir noch bemerken, daß die Leistungen des Frl. Schulz (Opernsängerin) den größten Anforderungen in der Arie aus der Oper „Undine" sowie mehreren Liedern von Suchor, OescherS- leben, Brahms entsprach, so ist zu erwarten, daß den Künstlern im zweiten Concert ein besserer Besuch wie im ersten Uoncert zu Theil wird. ES ist übrigens einem besonderen Zufall zu verdanken, daß die Genossenschaft ein derartige- Kammermusikconcert in unserer Stadt bieten kann, da eS die Ferien der Gebrüder Kruse nur ermöglichen. Herr WillU Kruse hat einem Engagement al- Concertist an da- Hallenser Theater zugesagt und könnte im nächsten Jahre ein solche- Ensemble vielleicht nicht wieder zu Stande kommen. — Im zweiten Concert bekommen wir u. S., wie angesagt, Paganini- concert und die neue Suite, Compofition von Herrn Kammermusiker H. Kruse, sowie die Waffenschmied-Arte und Lieder von FeSca rc. von der Opernsängerin Frl. Schulz zu hören. Die ObstauSftellung in Gießen. Mit der landwlrth- ichaftllchen Landesausstellung in Gießen vom 19. bi« 22. September d. I. ist bekanntlich auch eine Obstau»- fteUung verbunden, deren Einrichtung der Oberhesfische Obstbauverein übernommen hat. Für diese Ausstellung allein find 23 Ehrenpreise im Werthe von 680 Mark vorgesehen, darunter 2 des Grafen v. Oriola im Werthe von 100 Mark. DaS Programm, welches durch die Geschäftsstelle deS Oberhessischen Obstbauvereins erhältlich ist, umfaßt 33 Nummern und wenn die darin gestellten Aufgaben einigermaßen erfüllt werden, so dürfte die Ausstellung die lehrreichste und schönste werden, die Oberheffen je gesehen hat. Daß dies der Fall sein wird, lassen die bis jetzt eingelaufenen Anmeldungen schließen. So wird die Stadt Friedberg, die ObstverwerthungSgenoffmschaft Wetterau und die Gräfl. Hof- gärtneret in Assenhelm mit schönen Sammlungen und VerkaufSwaaren erscheinen. Die Ortsgruppe Butzbach des Oberhesfischen Obstbauvereins, die Gemeinde Münzenberg, die Gemeinde Södel, die Obstverkaufsgenoffenschaft Ober- RoSbach werden große Sortimente bringen, der Pomologssche Gatten in Friedberg wird selbstredend, wenn auch nicht als Concurrent, mit dem schönsten Obste vertreten sein und auch die Obstweinproducenten der Wetterau rüsten fich zur AuS- ftellung. Von einzelnen Obstzüchtern und Baumwättern laufen täglich Anmeldungen ein, unter denen auch die Provinz Starkenburg vertreten ist. ES ist zu hoffen, daß die öetterau auch auf dieser Ausstellung wieder mit dem Besten erscheint, waS fie hat, und wir wollen nicht verfehlen, noch darauf aufmerksam zu machen, daß der Anmeldetermin mit dem 1. September abläuft. Messerstecherei. Gestern Abend geriethen an dem Asterweg drei Arbeiter in (Streit, wobei einer derselben einen Messerstich in den Kopf erhielt. ** Diebstahl und Sachbeschädigung. In der Nacht von Sonntag auf Montag wurde au6 einem im Umbau begriffenen Hause in der Wallthorstraße ein Wandschrank gestohlen und ein Ofen bemolirt. ♦♦ Die Gärte» im Reustädterfeld find in letzter Zeit wiederholt von Spitzbuben heimgesucht worden. Nicht genug damit, daß sie Bohnen, Gurken, Kartoffeln rc. stahlen, sie demolirten auch die Gartenzäune und rissen Bohnenstangen und Alles um, was ihnen in den Weg kam. Schulbildung bet Rekruten. Unter den 3552 im letzten Ersatzjahr zum Militärdienste ai» dem Großherzog- thum Hessen ausgehobenen Mannschaften befanden sich nach einer Mitteilung der „Darmft. Ztg." nur 2 ohne Schulbildun g, also nur 0,06 Procent. In den letzten 20 Jahren wurden 53 900 Militärpflichtige eingestellt. Unter diesen befanden fich zusammen nur 64 ohne Schulbildung. Den höchsten Procentsatz (0 34 pCt.) weist da- Etatsjahr 1875/76 mit 9 von 2661 eingestellten Mannschaften auf. In den Jahren 1886/87 und 1893/94 fanden fich unter den Eingestellten keine ohne Schulbildung. H. Rödgen bei Gießen, 19. August. Am gestrigen Tage versammelte sich dahier eine stattliche Zahl der Bürger zur Gedächtnißfeier der Schlacht beiGravelotte und der vorauSgegangenen Tage. Unter der bewährten Leitung der Herren Lehrer Wörner und Günther nahm die Feier den schönsten Verlauf. Der Gesang patriotischer Lieder, erhebende Ansprachen der Herren Lehrer und mit Enthusiasmus ausgebrachte Toaste bewirkten eine allgemeine Begeisterung. Mit dem Gelöbniß, auch fernerhin treu zu Fürst und Vaterland zu stehen, trennte man sich erst in vorgerückter Stunde. □ Ruppertenrod, 19. August. Ein Lieutenant bei den 14. Husaren von Cassel, deren eine Schwadron am verflossenen Freitag auf dem Durchmarsch hier tm Quartier lag, ging an diesem Tage mit einem seiner Kameraden auf dem Wege nach Wettsaasen. Bei einem kurzen Anlauf, den er auf diesem Wege unternahm, glitt er aus, stürzte zu Boden und fiel sich den einen Arm au« dem Schultergelenk. Der bei der Schwadron weilende Militärarzt vermochte allein den ausgefallenen Arm nicht wieder einzurenken, sondern mußte noch die Hilfe eines anderen Arztes in Anspruch nehmen. — In Elpenrod fiel beim Spielen ein sechs- ährigeS Mädchen auf die Straße und brach den Unterarm. Bei Kindern, deren Knochen noch weich und biegsam, sind derartige Fälle sonst selten. E—r. ReiSktrche», 19. August. Die diesjährige Gravelotte- Feier geschah wegen der 25. Wiederkehr de- Tages von Gravelotte in bedeutend erhebenderer und schönerer Weise als in früheren Jahren. Morgens betheiligte fich der Rrtegerberein am FestgotteSdienste. Nachmittag- fand eine Trauerfeier für die in Folge de- Kriege- verstorbenen Krieger statt. Bon den 33 Kriegern, die während deS Kriege- unter )le Waffen gerufen wurden, erlag einer auf französischem Boden seiner Verwundung. Drei andere starben hier kuq nach der Beendigung de« Krieges. Ihre Gräber wurden mit Kränzen geschmückt. Mit einem Lhoral wurde die Se- dächtnißfeier eingeleitet, worauf der Ortsgeistliche eine ergreifende Gedächtnlßrede hielt. Grabgesänge Seiten« des GesangvereinS und der Schüler erhöhten die Feier. Nach Schluß derselben löste fich der Zug zum Beginn einer halb- kündigen Pause auf, um bann nach derselben von neuem Aufstellung zu nehmen und an die „Frieden-linde" zu war- chiren. Die den Zug eröffnende Schuljugend wurde hier mit Wecken und Bier bewltthet und freudestrahlend tummelte ich dieselbe bald hernach auf dem Festplatze. Musik, Gesang und Ansprachen in raschem Wechsel ließen die Stunden schnell iinh -ßTÄ ta5 6\ Mr SÄ £*•*’ u,6 iUitt* an Wf«® S«»t. BtstimoE -n. N ernte l-m bei vielen ft®»«® fleht not >aö Sflrtfoiul aber ai * faß uitlt yrntt bereit« fltl erforderliche Bod im Herbst 1894 std bk Drescht gedroschene Ftuö namentlich von t Mig hoch im 16 M 25 Pss Ertrag vom M matzen stellen:, Hafer 14. — 5 vuückgegangen. § Hiebet LvchmdeS deS Ziegevmarkt mittag« schwein § Mein Steinfun (Rui praktischer Arzt § srtissel wohnhaft geroei welcher bekannt fängniß in &it[ vor btm UmtSi fit btr Stift Wir bnnc tfrittyof in de k bis Abende i Verweilenden eir Glockenzeichen au Gießen, 6946 Uzv< im tzvlzsl geM mndrndr Eladlwaldr, btfr l) circa M undLchn^ m. Drchir Länge, 2) circa 60 von 10- und bis ji 3) circa 50 1 12—30cir nach Bereit 4J circa ‘70 r Holz von 12 • n und 2,5 m 10j M dem Suk leben werden. r-»h-b-r W» Sngtbo: b,‘ * ». Ted 6933'‘ Äl,,®°d) htn c< Bl“*»!? S.B'6 n bast Di» och als uni auch zur Aus. Witttxti ^mhn *it Wrttnklu tn erschriot, ^och daraus " mit dem 4. Mt bon ,^!chasts- umsaht b“ einiger. 8 die lehr, iksrhru har. ^tlaultnta Edbng, die Wh * unt utzbuch de. ^$10, 7 i"ch-i „ynttu. H ^mmer- wd Lieder 8u hören, iundwirth, ^«„1? u an da r derseldw Kacht von begriffrvrn etzin Zeit IW ßtmifl stahlen, & ihnenstangv. i 3552 in Grohherzog. tn besanden g." nur 2 t. btn eingestellt. chMilduvg. ahrMb/76 us. In den irr den Ein« m gestrigen -er Bürger aüelottt bewährten eher nahm pstr/Mer m uni ah le aäMM rhin nw sich ich In ttnant bei chwadron am int Quartiil jmtiaben auf Anlauf, den 6, Mrte r° rchultergelenk. vermochte ^urenkeu, fou' s in Anspruch •n ein W* en Unlttann. biegsam, JW Gravelotte- beS Tage- und fchduerer üligte fich dtt fand eine ebenen Krieger Lieget unter frauDf^ eben hi-r » M 7* Md- 11 * Ä- ^91,4 Ml«» tion V i“ 'S M'd' Nd tUll"Ntttt i*»3 tauben W”tu dahineilen. Beim Heimzuge brachte der Kriegervereiu dem Geistlichen und den Lehrern aus dankbarer Anerkennung ihres Mitwirkens Ständchen. Abends versammelte sich der Kriegerverein nochmals zu einem von den jungen Vereins- Mitgliedern für die Veteranen veranstalteten Esten mit Wein und fand dann um die mitternächtige Stunde die Festlichkeit einen würdigen harmonischen Abschluß. Bemerkt sei noch, daß die Gemeinde zur Feier deö Festes und als Reise- Vergütung für die aus dem Bürgermeister und mehreren Veteranen bestehende, zu den in Darmstadt stattfindenden Festlichkeiten entsandte Deputation achtzig Mark bewilligt hatte. S. Butzbach. 18. August. Anläßlich der Einweihung einer neuen Gesetzesrolle fand am SamStag, den 17. d. MtS. unter der Leitung des Herrn Rabbiner Dr. L. Hirsch feld auS Gießen in der Synagoge zu Butzbach ein Fest Gottesdienst mit Predigt statt. Die vbn Herrn Dr. Hirschfeld gehaltene Rede machte auf alle Anwesenden einen tiesergreifenden und bleibenden Eindruck. -v. Fauerbach bei Friedberg, 17. August. Die Arbeiten an unserem stattlichem Schulhausbau nahen sich ihrem Ende. Noch vor Ablauf des Kalenderjahres wird eS seiner Bestimmung übergeben werden können. -n. Von der Nidda. 17. August. Die Getreideernte kann bet uns jetzt als beendet angesehen werden. In vielen Gemarkungen ist bereits alles eingefahren, in anderen steht noch weniges auf dem Felde. Im Allgemeinen stand das Getreide dünn, waS einmal durch die Witterung, dann aber auch dadurch verursacht wurde, daß unter der Saat- frucht viele Körner sich befanden, die voriges Jahr in der Ernte bereits gekeimt hatten. Für die Wintersaat war die erforderliche Bodenbearbeitung auch nicht möglich, da wir ja im Herbst 1894 sehr viel Regen hatten. Seit einigen Tagen find die Dreschmaschinen überall in Thätigkeit. Die ausgedroschene Frucht ist durchschnittlich recht schön. Dies gilt namentlich von der Gerste. Solche steht deshalb verhältniß- maßig hoch im Preis, denn es wurde für neue schöne Waare 15 Mk. 25 Pfg. für den Kilocentner bereits geboten. Der Ertrag vom Morgen wird sich im Durchschnitt folgendermaßen stellen: Koggen 10 Gentner, Weizen 11, Gerste 14, Hafer 14. — Der Preis für Frühkartoffeln ist auf 3 Mk. zurückgegangen. Auch bei ihnen ist die Qualität recht gut. § Nieder Moos. 17. August. Auf eine Eingabe des Vorstandes des hiesigen Ziegenzuchtvereins findet der zweite .Ziegenmarkt am 10. September statt, und zwar Vormittags Schweine- und Ziegenmarkt, Nachmittags Krämermarkt. § Herbstein, 17. August. Herr Dr. Willmann auS Steinfurt (Kreis Lauterbach) gedenkt sich demnächst hier als praktischer Arzt niederzulaffen. § Crainfeld, 18. August. Dic Ehefrau des hier s. Z. wohnhaft gewesenen Viehhändlers David Sommer III., welcher bekanntlich, schweren Wuchers angeklagt, sich im Ge- sängniß in Gießen erhängte, sollte ebenfalls am 4. August vor dem Amtsgericht in Schlüchtern vernommen werden, da sie der Beihilfe zum Wucher verdächtig. Sie hat eS jedoch vorgezogen, am Tage vorher (3. August) nach Amerika auszuwandern. Schotten. 17. August. Bei der gestrigen hiesigen Ge- meinderathS-Neuwahl wurden die Herren Rechner W. Wolf- schmidt I. mit 190, Rechner C. Glock II. mit 179, Rentner C. Schlörb I. mit 139 Stimmen wiedergewählt. Darmstadt, 19. August. Der „Darmstädter Zeitung" zufolge antwortete der Groß Herzog auf das Telegramm des Kaisers, in dem der Ruhmesthaten der hessischen Division bei Gravelotte dankbar gedacht war, mit dem innigen Danke der hessischen Krieger und des ganzen hessischen Volkes. Das Telegramm schließt: „Wenn je das deutsche Vaterland wieder bedrängt werden sollte, so werden wir Heffen in treuer Liebe unserem Kaiser zur Seite stehen." Darmstadt, 19. August. Gestern früh legte eine Deputation deö Landesverbands Hassta in dem Mausoleum auf der Rosenhöhe am Sarge des ruhmreichen Führers der hessischen Division, unseres unvergeßlichen Großherzogs Ludwig IV., einen prachtvollen Kranz nieder, wobei Kamerad Engel einige tief empfundene Worte sprach. Auch von einzelnen Vereinen und Privatpersonen wurden Kränze am Sarge niedergelegt. A Mainz, 19. August. Cardinal Krementz von Köln traf gestern Abend, von dem Rochusfest von Bingen kommend, mit dem Bischof Haffner hier ein. Von hier begibt sich der Cardinal zur Bischofsconferenz nach Fulda. — Die hier garnisonirenden Infanterie-Regimenter Nr. 117 und 118 begingen gestern die Erinnerungsfeier an die Schlacht bei Gravelotte. Neben einer gemeinsamen Parade der beiden Regimenter hatte jedes Regiment seine besondere Feier und zwar das 117. in der Stadthalle und das 118. tn der Schloßcaserne. Auf Einladung des Offiziercorps wohnten beiden Feiern Vertreter der Civil- behörden an. — Mainz wird nun doch nicht, wie anfänglich geglaubt, mit einer ErinnerungSfeier an die Jahre 1870/71 Zurückbleiben. Um bei keiner Partei Anstoß zu erregen, hat man von dem Sedantag Umgang genommen, wogegen bereits am Sonntag den 1. September eine entsprechende officielle Feier stattfinden soll. A Von der Mainmüodung, 19. August. Freiherr von Kramer tn Nürnberg hat aus Anlaß seiner gestern erlangten Großjährigkeit der Direction der Maschinenbau- Actien Gesellschaft auf der Gustavsburg Mk. 200,000 zur Verfügung gestellt mit dem Wunsche, daß die Jahreszinsen den älteren, nicht mehr arbeitsfähigen Arbeitern der Fabriken zu Nürnberg und der Gustavsburg zugewendet werden. Der Vater des Stifters war der Gründer der obengenannten Fabrik. Universitäts - Nachrichten. Zürstch, 19. August. Der Germanist Professor L. Tobler ist heute hier gestorben. ve-Eehr, tan». tm» Oolk.wirtbschaft. Gtetze«, 20. August. Marktbericht. Auf dem heutigen Wockenmarkt kostete: Butter pr. Psd. 0,90-1,05. Hühnereier pr. St. 00 X 2 St. 11-14 Enteneier pr. St 7 H, Gänse- 2" pr.St. W-OM Sale pr. 61.5-8 Kasematte pr. St. 3 A, Erbsen pr. Liter 15 H Linsen pr. Liter 26 H, Tauben pr. Paar 0,60 bis 0,70, Hübner pr. Stück 0.90 bis 1,10, Habnen pr. Stück •* 0,50-0,80, Enten pr. Stück JL 1.40—1.70, Ochsenfletsch pr. Pid. 72—76 A- Kuh- und Rindfleisch pr. Psd 66-68^, Schweinefleisch pr. Ptd. 60 bi« 70 A. Kalbfleisch pr Psd. 64—00 Ä, Hammelflctsch pr. Pfd. 60—70 A, Kartoffeln pr. 100 Kilo 6.00- 8,00 JL, Weißkraut pr. Stück —A. Zwiebeln pr. Gentner 7,50—8.00 Ml- Milch pr. Liter 16-20 A- Witterungsbericht vom 19. August. Das barometrische Maximum hat sein Gebiet nach Osten zu noch weiter ausgedehnt, sodaz von dem Südwesten Europas sich ein breiter Rücken hohen Druckes durch den ganzen Eonttnent nach dem Schwarzen Meere htnzieht. Dagegen gewinnt da« Minimum im Nordweften an Tiefe und schreitet langsam aus nordöstlicher Bahn vor. Weitere Depresstonsgebilde liegen im Nordosten und Südosten des Erdtheils. In Central Europa war heute Morgen das Wetter meist wolkenlos und die Temperaturen lagen in Süddeutschland etwas höher als gestern, aber immerhin für die Jahreszeit noch ziemlich tief. vora«SftchUich« Witter««-» Bei wechselnder Bewölkung warmes Wetter mit zunehmender Neigung zu Gewittern. am 20. August Mittag« 12 Uhr (Wetterhäuschen tn der Südanlage) Barometerstand. ffi. Thermometer: min. 4- 11° R., max. + 22° R. Hygrometer: Gewitterbildung. Jjfc. » 1 Temperatur der Lahu und Luft nach Reaumur gemeflen am 20. August, zwischen 11 und 12 Uhr Mittags. Wasser 16°, Luft 20° im Schatten. Rübsamen'sche Bade- und Schwimmanstalt. Verfälschte schwarze Seide. Man verbrenne ein Müsterchen des Stoffes, von dem man kaufen will, und die etwaige Verfälschuna tritt sofort zu Tage: Aechte, rein gefärbte Seide kräuselt sofort zusammen, verlöscht bald und hinterläßt wenig Asche von ganz hellbräunlicher Farbe. — Verfälschte Seide (die leicht speckig wird und bricht) brennt langsam fort, namentlich glimmen die „Schußfäden" weiter (wenn sehr mtt Farbstoff erschwert), und hinterläßt eine dunkelbraune Asche, die sich im Gegensatz zur ächten Seide nicht kräuselt, sondern krümmt. Zerdrückt man die Asche der ächten Seide, so zerstäubt sie, die der verfälschten nicht. Die SeidenfabrU G. Henneberg (k. u. k. Hoflieferant» Zurich versendet gern Muster von ihren echten Seidenstoffen an Jedermann und liefert einzelne Roben und ganze Stücke porto- und steuerfrei in die Wohnung 197 6946 I. V.: Georgi. 1. bei 1) 2. H 12) 6824 Weimer. 3) 4) 6992 Kreiling zugeben. 6516 Alex. Salomon & Cie. SchrUstratze 10. 7004 Heyer. 7001 zu haben bei 7000 Wilh. Lange, Neustadt 47. Gießen, den 13. August 1895. Großh. Universitäts Rentamt. Zu Anfang des Monats September er. können gegen 4% Zinsen auf erste Hypothek ausgeliehen werden: Gründ der v. Glöckner'schen Familien- Stiftung Mk. 6100, der Stamm'schen Stiftung Mk. 3300, dem llniversitätsfonds „Balser Stift" Mk. 3700. garten an der Eisenbahnbrücke. Freitag de« 80. Augnft, Vormittags präeiS 8 Uhr, von den Fürstlichen Wiesen in den markungen Mühlsachse«, Ober- Prima Sützäpfel und Birnen xxxxxxxx 5741 Zitherlehrer Adolf Arnold Glessen, Dammstr. 24. Kunstgerechter Unterricht nach anerk. bester Methode. Srtederbesfingen, im Ganzen 130 Mgn. Zusammenkunft in Mühlsachsen. Montag den 2. September, Vormittag- präctS 9 Uhr, von der Fürstlichen MSnch- und Strauchwaldwiese, Gemarkung Burkhards- selde«, zusammen 70 Morgen. Zu, sammenkunft in der Mönchwiese- Die Ausgebote geschehen in Abtheilungen von 1 bis 2 Morgen. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis Marttni d. Js. gestattet. Lich, am 19. August 1895. Fürstlich Solmsische Rentei. Grummetgras- und Holz-Versteigerung. Montag den 26. August d. Js. wird das Grummetgras von den fiscalischen Wiesen in den Gemarkungen Watzenborn, Leihgestern und Schiffenberg, sowie das von Schneisen und Mähplatten in der Forstwartei Baumgarten versteigert, wobei auch zerstreut liegendes Gehölz, sowie 50 Eichenwellen in Rehhecke und 3 rm Nadelstöcke im Wachholder, köpf zum Ausgebot kommen. Die Versteigerung findet auf dem Gemeindehaus zu Watzenborn statt und beginnt Morgens 9 Uhr. Nähere Auskunft ertheilen Wiesenwärter Dern zu Hausen und Forst- wart Schlag zu Baumgarten. Gießen, den 20. August 1895. Großh. Oberförsterei Schiffenberg. circa 100 fm schwerem Bau- und Schnittholz von 10—40 cm m. Drchm. und bis zu 20 m Länge, circa 60 fm Fichten-Bauholz von 10—20 cm m. Drchm. und bis zu 15 m Länge, circa 50 fm Eichengrubenholz, 12—30 cm m. Drchm., Länge nach Vereinbarung, circa'70 rm kiefern Pfosten- Holz von 12—25 em m. Drchm. und 2,5 m Länge Der Ausverkauf wegen Umzug nach Schulstraße 4 wird fortgesetzt. Ladeneinrichtung billig ab- Grummetgras- Versteigerungen der Fürstlich Solmsischen Rentei Lich. DaS Grummetgras von den Fürstlichen Wiesen rc. wird versteigert: Donnerstag den 29. August, Vormittags prLeiS 8 Uhr, von den Wiesen in der Gemarkung ßid) oberhalb der Stadt, zusammen 115 Morgen- Zusammenkunft an der Sau brücke nächst der Peinmühle. An demselben Lage, Nachmittags PrLeiS 1 Uhr, von den Wiesen «nterhalb der Stadt 8ich und von der großen Teichwiese, Gemarkung Aos Albach, zunächst der Staatsstraße Lich—Gießen, zusammen ca. 20 Morgen. Zusammenkunft im Schloß- Holzverkauf. Das im Holzschlag pro 1895/961 gefällt werdende Holz im hiesigen Stadtwalde, bestehend in Holzlieferung. Es soll dte Jahreslieferung von circa 25000 Stück Grubenholz, in bestimmte Längen geschnitten, ferner 300 cbm Langholz und 50 000 Stück Schwartenpfähle, welche in 12 annähernd gleichen Theilen zu liefern sind, auf die Zeit vom 1. October 1895 bis 30. September 1896 vergeben werden. Alle näheren Bedingungen sind bei der Direction der Grube „Friedrich" in Trais-Horloff bei Hungen zu er- fahren, die Angebote sind ebendaselbst bis zum 1. September schriftlich einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. 6932 Die Direction der Grube „Friedrich". Gelegenheilskauf! Einen großen Posten feines Damenschrkibpapier in Cartons verkaufe ich mit 50 vCt Rabatt. Karl Krebs, Buchhandlung, Bekanntmachung. Wir bringen hierdurch zur öffentlichen Kenntniß, daß der städtische Friedhof in der Zeit vom 16. August bis 15. October von Morgens 6 bis Abends 8 Uhr geöffnet bleibt, und daß die auf dem Friedhof Verweilenden eine Viertelstunde vor Schluß desselben auf diesen durch ein Glockenzeichen aufmerksam gemacht werden. Gießen, den 15. August 1895. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Triumps- kiappstühle, Verandamöbel, t Roll- Schuh- Wände inallenGrößen bei 5855 Th. Brück, Schloßgasse 16. Kartoffeln 50 Krlo mit Sack «t. 2.-, Zwiebeln 50 Kilo mit Sack Mk. 3.90 ab Frankfurt—Friedberg versendet gegen Nachnahme Jacob Stern-Simon, 6987 Friedberg, Heffen. 3. , soll auf dem Submissionswege ver- geben werden. Kaufliebhaber wollen ihre ver- schloffenen Angebote pro Festmeter bis zum 9. September, Nach- mittags2Uhr, auf unterzeichneter Stelle mit der Aufschrift „Angebote fiir Holz im Submissionsweg", jedoch jede Sorte für sich, einreichen. Nähere Auskunft ertheilt Forftwart Büttel hier. Grünberg, am 16. August 1895. Großh. Bürgermeisterei Grünberg. 6933 Zimmer.__________ Mittwoch den 21. Ang. 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