Rr. 299 Der cht-tz-uer Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme de» Montag-. Die Gießener JamittenSkLIter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Zweites B!ati. Freitag den 2V. Deeember____ Gießener Anzeiger Keneral-Wnzeiger. IS 9» -----------s Bierteljährtger Aöonuementsprets» 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post or^ogui 2 Mark 50 Psg. Redaktion, Expedirta» und Druckerei: Schutstrahe ^rc.7. Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gieren. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag» für bcx (öfgenbtn Tag erscheinenden Nummer bi» Borm. 10 Uhr. Gratisbeilage: Gießener Jamitienökätter. Alle Annoncen-Bureaux deS In« und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Abonnements - Einladung Zum Bezug des „Gietzener Anzeiger" für das 1. Vierteljahr 1896 laden wir hiermit ergebenst ein. Wie bisher, wird der „Gießener Anzeiger" die Tagesereignisse in kurzer den Thatsachen entsprechender Weise zur Kenntniß seiner Leser bringen. Die neuesten Nachrichten der zuverlässigsten telegraphischen Nachrichten-Bureaus sowie zahlreiche Mittheilungen aus dem engeren und weiteren Vaterland halten den Leser stets über die Vorkommnisse in demselben auf dem Lausenden. Unterstützt durch an allen Orten der Provinz O b e r h ess en ansässige Berichterstatter, ist der „Gießener Anzeiger" ferner in der Lage, die interessanten Vorgänge in der Provinz so frühzeitig wie möglich zur Kenntniß seiner Leser zu bringen, desgleichen wird den Begebenheiten in der Stadt Gießen die gebührende Besprechung im localen Theile des Anzeigers zu Theil werden. Der in der Provinz Oberhessen betriebenen Landwirthschaft wird der Anzeiger durch Veröffentlichung von allem Wissens- werthen aus dem Gebiete derselben besondere Berücksichtigung zu Theil werden lassen, daneben aber auch die Beobachtungen und Erfahrungen in Haus- wirthschaft, Handel, Gewerbe und Industrie tn den Kreis seiner Besprechungen ziehen. Ein gediegenes Feuilleton wird neben besonderen Artikeln ernsteren und heiteren Inhaltes den erwünschten Unterhaltungsstoff bieten. Außerdem werden die „Gietzener Familienblätter", welche dem Anzeiger wöchentlich 3 mal beigelegt werden, und die stets ein gewähltes Feuilleton als Unterhaltungsstoff bringen, namentlich im Kreise der Familien eine beliebte Beigabe bieten. Wir ersuchen nun namentlich auswärtige Leser, ihre Bestellung bei der Post baldgefl. aufgeben zu wollen. Neuhinzutretende erhalten vom Tage der Bestellung bis 1. Januar den Anzeiger kostenfrei zugestellt, wie wir auch gerne bereit sind, Probe- Nummern nach auswärts postftei zu versenden. Den Lesern in hiesiger Stadt werden wir, wie seither, den Anzeiger wcitersenden und den Abonnementsbettag durch Quittung erheben lassen, falls nicht ausdrückliche Abbestellung erfolgt. Hochachtend Verlag des „Gießener Anzeiger" Brühl'sche Univ.'Buch u. Steindruckerei (Pietsch & Scheyda). Der Krieg von 1K7Ö|?1, geschildert durch Ausschnitte »uS Zeitung«- Nummern jener Zett (Nachdruck verboten.) 20. Deeember. General Glümer ging am 19. Deeember mit der ersten und zweiten Brigade gegen NuitS vor und traf bedeutende Streitkräfte. ES entwickelte sich ein ernstes Gefecht, das mit der Erstürmung des Bahnhofes und der Stadt NuitS endigte. Der Feind zog mit Einbruch der Dunkelheit ab. Unsere Verluste 300 Mann tobt und verwundet- Prinz Wilhelm von Baden ist leicht an der Wange verwundet. Der feindliche Verlust au Offizieren und Mannschaften sehr bedeutend. Mindestens 300 unverwundete Gefangene in unfern Händen. Der HaudlungscommtS Plarvassagne aus Dünkirchen wurde wegen feiner Energie zum Oberftlreutenant und Platz commandant von Abbeville ernannt. Er begann seine Thätigkeit dort mit einem Todeöurtheil gegen einen angeblichen preußischen Spion, NameuS Paullters. Schärfer als in den wenigen Worten dieser Noliz können die gegenwär- tigen Zustände tn Frankreich kaum gezeichnet werden. Bad-Nauheim, 18. Deeember. Bei der gestrigen Ge- metnderacbSwahl erhielten die Herren Retnh. Knie- rtem 345, Hch. Langsdorf IV. 313, Dr. HanS Stoll 302, Ferd. Sprengel 280, Peter Stoll II. 213 und K. Kersting 212 Stimmen und sind diese gewählt. Zwei der Gewählten waren schon vorher Mitglieder des Gemeinderaths. Die eigentlichen Bade Industriellen erhielten im Gegensatz zu den Oeconomen eine Verstärkung. Die Be- theiligung an der Wahl war eine sehr rege, doch fand eine ziemliche Siimmenzersplitterung statt, da auf nicht weniger als. 26 Candidaten Stimmen fielen. Hirzenhain. 16. Deeember. Man schreibt der „Darmst. Ztg." : Gestern Abend war hier unter dem Deckmantel einer gemüthlichen Abendunterhaltung eine socialdemokratisch- anarchistische Versammlung etnberusen worden. Zufälliger Weise hatte tndeffen die Behörde doch Kenntniß von der wahren Tendenz derselben erhalten und auf telegraphische Anweisung derselben erschienen kurz vor 11 Uhr der berittene Wachtmeister Ehrenklietsch tn Begleitung der beiden Gendarmen Rück und Bückner, um die ersammlung, in welcher der Arbeiterführer Dornkerf er gerade eine Rede hielt, aufzulösen. Leider ging dies nicht ohne größere Schwierigkeiten ab. Eine volle Stunde und länger hatten die Gendarmen zu thun, bis der Saal und die anderen Räumlichkeiten der betreffenden Gastwirthschast geräumt waren. Der durch einen Schuß verletzte anarchistische Arbeiter Knoll mußte vom Platze getragen werden. § AuS dem Vogelsberg, 18. Deeember. Während der Schnee in den Vorlandeu des Vogelsbergs nur einige Centimeter hoch liegt, lagern im oberen Gebirg gewaltige Sckneemaffen, die nicht selten tn Hohlwegen und an Abhängen eine metertiefe Lage besitzen. An verschtedenen Stellen der Chauffeen und Wetze mußte geschippt werden, damit der Verkehr nicht stockte. Diese hohe Schneedecke bildet eine prächtige Schlittenbahn. Während man im unteren Vogelsberg noch nicht Schlitten zu fahren vermag, klingt iw oberen alltäglich fröhliches Schltttengeläute. Die hohe Schneedecke mahnt, der hungernden Vögel nicht zu vergeffen. V. AuS dem BogelSberge, 17. Deeember. Vor einiger Zeit wurde mitgethcilt, daß der Rotyebachteich aus- gefischt worden sei, ohne anzuführen, was denn eigentlich vor kam. Nur Karpfen wurden erwähnt. ES kamen aber nicht bloß solche vor, sondern auch Hechte, Aale und Forellen. Letztere fanden tn Gießen ihre Abnehmer, und Mancher, der einen solchen Edelfisch vor sich hatte, dachte nicht daran, daß er bei uns im Vogelsberge gewachsen war. Der Gelammt- ertrag des Teiches erreichte nahezu die Höhe von 1500 Mk. Die Fischzucht kann in unserem Gebirge noch sehr gehoben werden, und dürfte an manchen Stellen noch mehr eintragen als Land- und Forftwirthschaft, besonder- wenn unsere Kleinbahnen auSgebaut sind. Im Odenwalde kam es kürzlich vor, Feuilleton. Line Würfelparlie auf Leben und Tod Historisches Genrebild von V. Illg en. (Fortsetzung.) Im Morgengrauen des nächsten TageS näherte sich ein kleiner Rettertrupp dem Lager ber kaiserlichen Armee, mit sich die zwei Durchbrenner vom Regiment Coudeuhove führend. Es war eine Reiterpatrouille unter Führung eine« Lieutenants, die jetzt von einem nächtlichen Streifzuge zurück kehrte und auf die beiden Marodeure gestoßen war, natürlich zu deren Unglück. Jedem von ihnen hatte man die Hände fest auf dem Rücken zusammengeschnürt und zum Ueberflusse waren ihre gefeffelten Handgelenke noch durch Stricke mit je einem der Retter der Patrouille verbunden, die Gefangenen hätten also unmöglich fliehen können. Beide wiesen fie verschiedene, anscheinend allerdings nur leichte Wunden auf, die offenbar von Säbelhieben herrührten. Der Reitertrupp hatte das Lager, noch nicht ganz erreicht, als aus demselben ein Offizier in der Uniform eines kaiserlichen Dragonerobersten der Patrouille entgegenschritt. Der Führer derselben trabte dem fich Nähernden entgegen, grüßte militärisch und meldete: „Hab dem Herrn Obersten gehorsamst zu vermelden, daß die Patrouille von dem befohlenen Nachtritt wieder zu rück ist. Von der Avantgarde der türkischen Ersatzarmee war noch ntchtS zu spüren, dafür haben wir aber auf dem Heimweg diese beiden losen Vögel da erwischt" — der Lieutenant deutete auf Hauser und Pollinger — „fie liefen un« in die Quere, der eine von ihnen dabei einen verdächtigen Sack tragend. Die Kerls wollten mir auf meine Fragen nicht Antwort stehen, ja, sie versuchten sogar auSzureißen und widersetzten fich meinen Leuten, waS den Herren Marodeurs ein paar Säbelhiebe eingetragen hat, na, sie könnten seelenfroh sein, wenn fie nur mit diesen lumpigen Fleisch wunden davonkämen — die Sache wird aber wohl bedeutend schlimmer werden." Der junge O'fizier strich fich seinen kleinen Schnurrbart und blickte die beiden Durchbrenner an, die nun auch der Oberst scharf musterte. „Hm," sagte der alte Haudegen bann und nickte mit dem Kopfe, „glaubs selber, daß der Spaß ihnen etwas kosten wird, haben doch erst dieser Tage Seine Hoheit der Herr Generalfeldmarschall fich in einem Armeebefehl strengstens gegen allts Marodtren ausgesprochen und Zuwiderhandelnde mit Todesstrafe bedroht. Ich werde nachher persönlich dem Hochstcommandirenden Bericht von dem Vorfall erstatten, nur möchte tch erst selber die näheren Umstände erfahren." Sofort erzählte der Lieutenant kurz den Verlauf der Affaire. Aus seinem Berichte ging hervor, daß tn dem cei den Marodeuren vorgeiundenen Sacke verschiedenes todteS Geflügel, sowie ein gleichfalls abgeichlachteter Hammel enthalten waren/ einer der Retter hatte den Sack dann hinter seinem Sattel aufgeschnallt. Die Burschen mußten schließ lich bekennen, daß sie da- Geflügel und den Hammel auf einem einsam gelegenen Gehöft einfach geraubt und an Ort und Stelle gleich abgestochen hatten. Der Besitzer des Gehöftes wollte gegen den Raub Einspruch erheben, aber die Marodeure hatten ihn — wie sie weiter eingestanden — halb tobt geschlagen unb vielleicht würben fie in dem Gehöfte noch schlimmer gehaust haben, wenn für fie nicht bie Zeit, um unbemerkt inS Lager zurückzukommen, so knapp bi- messen gewesen wäre. Stirnrunzelnd war der Oberst dem Berichte seines Untergebenen gefolgt, worauf er demselben bedeutete, die Gefangenen einstweilen dem ProfoS des Regiments Couden- Hove zu übergeben. Der Oberst selbst begab fich direct nach dem Zelte deS Prinzen Eugen, daS durch die aufgepflanzte Flaggenstange mit der kaiserlichen Fahne und zwei Schild- wachen kenntlich war, ließ fich anmelden und wurde sofort vorgelassen. Der berühmte Feldherr, nach seiner Gewohnheit bereits in voller Uniform, nahm aufmerksam die Meldung von dem Zwischenfall mit den beiden Soldaten vom Regt mente Coudenhove entgegen, schritt bann ein paarmal sinnend in seiner Zelrwohnüng auf und ab unb beauftragte schließlich seinen Feldcourter, mehrere von ben Generälen, sowie ben Obersten und einige Offiziere des Regiments Coudenhove zur Abhaltung eineß Kriegsgerichts Vormittags 11 Uhr in sein Zelt zu bescheiden- der alte Retteroberft selbst ward von dem Feldherrn mit einer dankenden Handbewegung entlassen. Pünktlich um die angesetzte Stunde versammelten fich die zu dem Oberbefchlshaber berufenen Generäle und Offiziere in dessen Zelte, wo ihnen Pnnz Eugen den Fall der beiden Marodeure vortrug. DaS Kriegsgericht brauchte nur wenige Minuten, um seinen Spruch zu fällen, eS lautete gegen Matthias Hauser unb Ignaz Pollinger wegen Maro- bitenß unter erschwerenben Umständen auf Tod durch Pulver und Bler unb sollte am anderen Morgen zur Ausführung gelangen. Pünktlich zu der genannten Frist stand am nächsten Morgen eine Abtheilung Musketiere vom Regiment Couden- hooe unter dem Befehle eines CapitänS etwa hundert Schritte außerhalb deS Lager« aufmarschirt, um da« kriegsgerichtliche Urtheil zu vollstrecken. Auch die Beisitzer deS gestrigen Kriegsgerichts waren anwesend,- zwölf Schritte vor dem zur Hinrichtung bestimmten Peloton knieeten die beiden Verurtheilten mit verbundenen Äugen nebeneinander und hinter ihnen war bereits die verhängnißvolle Grube aufgeworfen worden, welche die Körper der Erschossenen vereint aufnehmen sollte. Schon wollte der die Oberaufsicht führende General dem Capitän winken, den Befehl zum Feuern zu ertbeilen, al« athemlos ein von Prinz Eugen abgesandter Offizier auf der Richtstälte mit dem Befehle des Feldherrn erschien, bie zwei Verurtheilten sollten um ihr Leben würfeln. Sie waren betbe bem Höchstcommanbirenben als sonst sehr tüchtige unb tapfere Soldaten geschildert worben und er hatte barum noch in der Nacht den Entschluß gefaßt, wenigstens einem der zwei Marodeure baß Leben zu schenke» unb zwar bemjenigen, welcher bei dem verhängnißvollen Spiel, vom Glück am meisten begünstigt werden würde. (Schluß folgt.) Zu Weihnachten I empfehle das Neueste: empfiehlt in nur besten Qualitäten zu den billigsten Preisen 9993 billigsten Preisen. 10148 I. H. Fuhr, Zounknstr. 25. xxxxxxxxxxxoxxxxxxxxxxxxx den ver- daß 10292 xxxxxxxxxxxxoxxxxxxxxxxxx Uebergehäuse (CspselO) zu 15, 20, 25 und 30 Pfg. Uhrgläser (Patent-, Flach- oder Savonette) zu 25 Pfg. Regulateure mit Schlagwerk von Mk. 11. 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In Anbetracht der fast übermäßigen Reichhaltigkeit der BuchfübrungSlitteratur darf die abermalige Nothwendigkeit einer Neuauflage dieses Lehrbuches wohl al» bestes Zeugn'ß für feine Brauchbarkeit angesehen werden. Mit Sorgfalt bat der Versaffer auch diesmal wieder eine Prüfung de» Inhaltes voraenommen, und er war mit Erfolg bemüht, die Klarhrit und Deutlichkeit der Sprache noch zu e höhen. Wir zweifeln nicht, daß sich auch diese neue Auflage wieder recht viel Freunde erwerben wird. daß für die Fischerei für ein Stück der Weschnitz der zehnfache Pacht erzielt wurde, weil jetzt eine Bahn von Weinheim über Mörlenbach nach Fürth fährt. ES waren Pacht lfebhaber auS Frankfurt, Mannheim und anderen großen Städten erschienen, welche enorme Summen boten. Die Fischereiliebhaberei ist bei großen Geldleuten ebenso beliebt, wie die Jagd. Sie hat den Vortheil, daß man nicht mit gefährlichen Feuerwaffen umzugehen und nicht so genau zu zielen braucht, wie beim Jagen. Unsere Fischwaffer werden daher sehr bedeutend im Pachtwerthe steigen, wenn man einmal direct von Frankfurt durch die Wetterau fahren kann und nicht mehr fo viel Zeit mit Umwegen zu verfahren braucht. □ Aul Oberheffeo, 18. December. Der Jahreswechsel naht, und mit ihm die Zeit, in welcher der Verkauf von NeujahrSgratulatiouSkarten ftattfindet. Um diese Z?it nun ergehen seit einigen Jahren regelmäßig Aufforderungen in den Tagesblätteru, die Sitte der Sendung von Neujahrskarten abzuschaffen und durch einen Beitrag zu irgend einem wohlthätigen Zwecke zu ersetzen. So edel dieser Zweck auch sein mag, so vergaßt man dabei, daß der kleine Nutzen, den man mit seiner Verfolgung schafft, auf der anderen Seite dem Erwerbsleben einen vielfach größeren Schaden zufügt. Taufenden von Arbeitern in diefem Industriezweig, der nicht zuletzt auch eine Förderung der Kunst und des Kunst- und Schönheitssinnes bedeutet, schneidet man mit der Abschaffung einer schönen Sitte den Lohn der Arbeit, den Verdienst ab. In einer Zeit aber, wo Handel und Industrie der Förderung in Hinsicht deS erschwerten Erwerbs für den Einzelnen dringend bedürfen, soll man nicht die Hand zur Untergrabung derselben reichen. Meist allerdings bestehen die Bereinigungen, aus deren Streifen solche Aufforderungen zur Unterlaffung der Sendung von Neujahrskarten ergehen, aus Mitgliedern, die dem Erwerbsleben fernstehen, und so von einer Schädigung desselben durch besagtes Unternehmen keine Ahnung haben. Der Unsitte, unmora- lifche Neujahrskarten zu versenden, muß allerdings daS Hand- merk gelegt werden, aber die schöne Sitte, Verwandten und Bekannten, Freunden und Freundinnen seine Glückwünsche durch eine einfache oder künstlerisch schön hergestellte Karte — wen sollte eine solche nicht erfreuen — zu übermitteln, soll man nicht verpönen, sondern um deS Verdienstes willen den viel Tausenden von Arbeitern und ©eroerbtreibenben fördern helfen zu suchen. △ Mainz, 18. December. Bei den heutigen Er- gänzungSwahlen zu der hiesigen Stadtverord- netenoerfammtung siegten die vereinigten bürgerlichen Heim", zu dem drei reizende ÄinberpodrätS den anmutigen Epiloa bdben. Während Bianca Bobertag in dem Runan „Mode ne Jugend" ein focialeS Z.ilbtld großen Stil» entrollt, fchrlbert u>» Theodor Fontane in dm „PoggenpuhlS" mit sicherer Realistik und feinfhm Humor die Freuden und Sorgen einer Oifiriersfamilie. btt in dürftigen Verhältnissen lebend, unter taufend Entbehrungen den Glanz ihres Namen» aufrecht zu erhalten bemüht ifi; und zu dtefeu Werken grsillt sich dne fürjtrt tumärifdic öddncfctt „ < ie Gbicitoare* von G. I. Strauß, eine flott geschriebene Humoreske von echt loca'er Färbung. Erwähnen wtr noch den zeitgemäßm, pbem Weintrtnker gewiß willkommene Aufsatz: „Eine Weinfahrl im Medoc' von Fran, Paekow und die beiden vorzüglichen Kunstblätter von M. Zeno Diemer und E. Pippich, fo ergibt sich der Gefammt'indruck einer Zertfchrift, welche nach Inhalt und AuSftallung beute kaum von einer anderen dieser Att errdcht, gefchwdge bann überboten wirb. Literatur und Kunft — Prächtige «bbilbttngett des neuen ungarische« ParlamentSgedäode» in Budapest, nach den Origtnataq uarellcn des Bauleiters, Prokeffor Imre Sleindl, hergestcllt, enthält da» neueste, sechffe Heft der illuitrirten Halbmonatsschrift „Vom Fel8 zum Meer" (Union DeutscheVerlagsgefellschafl in Stuttgart Preis des H ftes 75 Pfg.). Der begleitende Text von C. Frank Dewey sckildett die Entstehungsgeschichte dieses monumentalen Bauwerks, dessen Eröffnung eine Glanznummer der bevorstehenden Millenniums- feier bilden wird. Eine geiftvolle ästhetische Studie von Cornelius Gurlitt, dem Senior der deutschen Maler, Adolf Menzel, zu deffen achtzigsten Geburtstag gewidmet, führt uns neben dem Bild des Meisters selbst eine Anzahl seiner berühmtesten Schöpfungen in tadelloser Reproduclion vor Augen. Wie wtr unsere Wobnräume stilvoll und behaglich zugleich ausstatten sollen, lehrt uns der ebenso reich als trefflich illustrtrte Aufsatz von Franz Jaff6: „Im trauten Buxkin doppelbreit per Meter 4 Mk. 1.35 Cheviot doppelbreit per Meter ä Mk. 1.95 versenden in einzelnen Metern franco 9332 Oettinger A. Co., Frankfurt a. H. | Parteien — Centrum, Demokraten, Deutschfreisinnige und Nationalliberale — mit einer Majorität von ca. 1000 Stimmen über die Socialdemokraten. Die Betheil,gung an der Wahl war eine ziemlich rege und hatten besonder» die Socialdemokraten große Anstrengungen gemacht, sodaß die große Stimmenzadl, mit welcher sie hinter ihren Gegnern zurückgeblieben find, einigermaßen überrascht hat. Da viel Streichungen borgenommen worden sind, läßt sich heute Abend nicht mehr ermitteln, ob sämmtliche Candidaten der vereinigten bürgerlichen Parteien gewählt worden find. Bingen, 18. December. DaS Resultat der gestrigen Stadtverordnetenwahl wirkte überraschend. Die That- sache, daß die seitherigen GemeinderathSmttglieder und tonangebenden Führer der Vereinigten Bürgerpartei, die Herren Redacteur Pennrich, Fabrikant Graff und Weinhändler Co blenz, nicht wiedergewählt wurden, bedeutet einen Sieg der Dolkspartei. Es wurden im Ganzen fünfzehn städtische Vertreter gewählt- acht zählen zur Volkspartei, sieben zur Vereinigten Bürgerpartei, dabei ist zu bemerken, daß daS achte Mitglied, der auf den Namen der Volkspartei gewählte Kaufmann Bretz, sich wegen der Bürgermeisterwahl seinen Entschluß Vorbehalten hat. DieS ändert die Sache insofern, als eS vielleicht wahrscheinlich, aber nicht unbedingt zweifellos ist, daß der jetzige Ehrenbürgermeifter, Herr Ferdinand All mann, auch Berufsbürgermeister wird. A AuS Rheinhessen, 18. December. Der KreiSauSfchuß von Alzey hat befchloffen, auS KreiSmittcln ein allgemeines Krankenhaus für den dortigen Kreis in Alzey errichten zu laffen. Der Großh. Bauinfpector Lucius hat bereits den Auftrag erhalten, Pläne und Kostenvoranfchläge für ben Bau dieser norhwendigen und schon lange Jahre projectirteu Wohl- sahrtSanstalt erhalten. KlUlRt-AnRRtollnnn im Thurmhau« am Brand, XMUldl AUbSlBuUng, geöffnet täglich, mit Ausnahme des SamStaaS, von 1T bis 1 Ubr, am Mittwoch auch noch von 3 bis 5 Uhr. Sonntag» während de» »initi» ununterbrochen von 11 H» S Uhr. - Eintrittspreis für Nlchlmtlgtteder an Werktagen 50 Pfg., an Sonntagen 20 Pfg. Ernst Blödner Seltersweg Seltersweg SPECIALITAT in 10253 Frees L Tasche 9CTa!>£*tlt Mandeln neue la. gew. Bari per Pfund 80 Pfg. „Zum Krakehlkastku". 71. Liebigstraße 71. Guter Mittagstisch und Abendbrot 10152 zu mäßigstem Preis. NB. Jeden Freitag gebackene Fische. in reichster Auswahl^ und eleganter Ver- 1 £» “ “ n Packung empfiehlt als Sayer Kauariemögel, edler Stamm, preiSwerth adzugeben. 10410 FrsuKsurttrstr. 13, Nebenh Tuch- u. SicksKhl-Rkße, zu Anzügen, Hosen rc. paffend, billig zu verkaufen bet W. 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