ts»e -k. 299 Erstes Blatt. Fretta, de» 2V. Decembtt Dkr Jtoieifltt erschnol täglich, Au-nahmr br» Montag» Dir Gießener »•ettUalfäUtr »erden dem Anzeiger »Achattiich dreimal dei-elegt. Gießener Anzeiger Kenerat-Wnzeiger. Vierteljähriger Avouucmeutsprelsr 2 Mark 20 Psg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Redactton, Lxpediti« und Druckerei: Kchutstraße Hlr.I. Fernsprecher 51. * Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gieren. Uuaahme eoe Anzeigen zu der Nachmittag» für de, folgenden Lag erscheinmdm Nummer bi» Bonn. 10 Uhr. ——i » ■■ chratisöeikage: Gießener Aamilienökätter. Alle Annoncen-Bureaux des In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- entgegen. Aimtticher Theil. Gießen, den 30. November 1895. Betr.: DaS Ersatzgeschäft pro 1896; hier: Aufstellung der Stammrollen. Der Civilvorfitzende der Grotzh. Ersatz-Commisfion Gießen a« die Grotzh. Bürgermeistereien des Kreises. Nach dem Gesetz vom 3. November 1875 (Reg.-Blatt Nr. 52 von 1875) über die Beurkundung des Personenstandes, welches am 1. Januar 1876 in Kraft getreten ist, sind die Stammrollen künftig und zum ersten Mal im Jahre 1896 auf Grund der Auszüge aus den Geburtsregistern, welches Sie in Ihrer Eigenschaft als Standesbeamte zu führen haben, aufzustelleu. Sie wollen daher mit Aufstellung dieser Auszüge, wozu Formular Ihnen k. H. zugehen wird, sofort beginnen und auf Grund derselben die nöthigen Ermittelungen nach den Militärpflichtigen, soweit dies nöthtg ist, eintreten lassen, damit die Stammrollen so vollständig wie möglich demnächst vorgelegt werden können. Bei Anfertigung der GeburtSauSzüge wollen Sie mit größter Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit verfahren, damit Militärpflichtige nicht übersehen werden. Verstorbene, deren Ableben zweifellos festfteht, sind nicht aufzunehmen. Dr. Melior. Bekanntmachung, betreffend: Sonntagsruhe im Handelsgewerbe. Für Sonntag den 22. December d. I. werden in der Stadt Gießen für das Handelsgewerbe, außer den bereits ftüher für die drei Sonntage vor Weihnachten freigegebenen Stunden bis 7 Uhr Abends, auch noch die weiteren Stunden von 7—9 Uhr als Beschäftigung-- und Verkaufszeit frei- gegeben. Gießen, den 19. December 1895. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. I. E. v. Bechtold, Regierungs Assessor. Parlamentarische Waffenruhe. Der Reichstag und auch die Parlamente der deutschen tzinzelstoaten, soweit sie eben zur tfcit tagen, find in die WeihnachtSferien gegangen, es herrscht somit auf parlamentarischem Gebiete bis auf Weiteres allgemeine Waffenruhe. Wirft man auf die Verhandlungen deS Reichstages, die begreiflicher Weise am meisten interessiren, in dem soeben beendigten ersten kurzen Abschnitte seiner neuen Sesfion nochmals einen Blick zurück, so muß man sagen, daß sie im Allgemeinen einen ruhigeren Verlauf genommen haben, als angefichtS der vielen sich im Reichsparlamente kreuzenden Gegensätze zu erwarten stand. Allerdings nahm die viertägige Generaldebatte über den Etat hin und wieder einen leidenschaftlichen Anlauf, aber das waren doch nur vorübergehende Momente. Im Großen und Ganzen bewegten sich diese Verhandlungen ebenso in ruhigen und sachlichen Grenzen, wie dies von den stattgefundenen ersten Lesungen der Vor« lagen, betr. die Bekämpfung deS unlauteren Wettbewerbes und betr. die Errichtung von Handwerkerkammern, sowie der Novelle zum WirthschaftSgenossenschaftsgesetz gelten kann. Zur Beurtheilung deS ferneren Verlaufes der Sesfion und dann weiter der Entwickelung des VerhältniffeS deS Reichstages zur Regierung wie auch desjenigen der ReichS- tagsparteieu unter fich, hat indeffen dieser erste SessionS« abschnitt noch lange nicht genügend Anhaltspunkte ergeben. Man lieferte fich gegenseitig nur leichte Vorpostengeplänkel, die jedoch noch nicht im Mindesten einen Schluß auf den endgiltigen Ausfall der bevorstehenden mancherlei wichtigen parlamentarischen Entscheidungen gestatten. Die gesetzgebe- rischen Fragen, welche den Reichstag diesmal beschäftigen werden, konnten freilich in den acht Arbeitssitzungen, die bislang abgehalten worden find, meist nur zur ganz flüchtigen Erörterung gelangen, und besonders über das Schicksal deS gewaltigen Hauptstückes der gesammlen gegenwärtigen Tagung, des Entwurfes des bürgerlichen Gesetzbuches, läßt fich durchaus noch nichts Bestimmtes sagen. Nur nach zwei Richtungen hin haben die bisherigen Reichstagsverhandlungen bereits eine genügende Klärung gezeitigt, das Zustandekommen deS Gesetzentwurfes gegen den unlauteren Wettbewerb kann man als gesichert betrachten; andererseits aber muß die Vorlage über die Errichtung von Handwerker« kammern als gescheitert gelten, die am Dienstag, der letzten Sitzung deS Reichstages vor Weihnachten, erfolgte Verweisung deS genannten Entwurfes an eine besondere Commission wird ihn nicht mehr retten. Im Uebrigen haben sich die einzelnen Parteien in dem zurückgelegren Sessionsabschnitte mit auffallender Vorsicht behandelt, obwohl es ja nicht an gegenseitigen gereizten Auseinandersetzungen fehlte, aber die bildeten nur die Ausnahme von der Regel. Im Speciellen erscheint eS bemerkens« werth, daß die Hammerstein-Affaire nur ganz obenhin berührt worden ist, die doch vor dem Zusammentritte deS Reichstages die öffentliche Meinung so lange und so lebhaft bewegte, andere vielbeachtete Vorgänge der letzten Zeit, wie z B. der mit Hilfe deS Centrums erfochtene Sieg deS Socialdemokraten Lüttgenau in der Dortmunder Stichwahl, sind überhaupt nicht zur Sprache gekommen. ES scheint eben, als ob die einzelnen Parteien ihr Pulver für die ficher- lich noch bevorstehenden rednerischen Kämpfe im Reichstage so lange wie möglich trocken hatten wollen, welche Taktik auch ganz erklärlich ist. Aber einmal werden sie zu den verschiedenen schwebenden Fragen der Seffion doch bestimmt Stellung nehmen wüffen, was in der Regel bei den Special- berathungen der betreffenden Vorlagen zu geschehen pflegt und dann wird sich auch das geistige Ringen im Reichstage zu feiner vollen Höbe entwickeln. Nerrefte na^rk^ot» Wolffs telegraphische« Correfpondenz-Bureau. Berlin, 18. December. Beim Reichskanzler fand gestern Abend ein Diner statt, welchem die Botschafter und Gesandten der beim Berliner Hofe accreditirten Mächte, die Minister v. Bötticher, Bronsart v. Schellendorff, v. Marfchall u. A. beiwohnten. Karlsruhe, 18. December. Der Kaiser richtete nach der „KarlSr. Ztg." an den Großherzog folgendes Hand- schreiben: „Durchlauchtigster Fürst, freundlich geliebter Vetter, Bruder und Onkel. Es gereicht mir zur lebhaften Freude, Euer König!. Hoheit zu benachrichtigen, daß ich den General der Infanterie Prinz Wilhelm von Baden Großherzogl. Hoheit, Chef des 4. Badischen Infanterie Regiment- „Prinz Wilhelm Nr. 112* und a la suite meines ersten Garde- Feld-Artillerie-RegimentS in dankbarer Erinnerung der verdienstvollen Thättgkeit deffelben in dem Feldzuge von 1870/71, sowie an feine heute vor 25 Jahren in dem ruhmreichen Gefechte bei NuitS an der Sp tze der ersten Badischen In- fanterie-Brigade bewiesene Tapferkeit den Orden pour lemSrite verleihe und ihn gleichzeitig ä la suite deS 1. Bad. Greu.* Regiments Nr. 109, in dessen Mitte er schwer verwundet wurde, gestellt habe. In herzlicher Zuneigung und Freundschaft verbleibe ich Euer König!. Hoheit freuudwllliger Vetter, Bruder und Neffe. Wilhelm. Neues Palais, 18. December.* — Ferner erhielt der Großherzog heute folgendes Telegramm deS Kaisers: „Ew. König!. Hoheit spreche ich heute an dem 25. Gedenkiage deS Gefechts von Nuits gern von Neuem aus, daß ich der tapferen Badischen Felddiviston, insonderheit meiner beiden Grenadier Regimenter, die dort unter schweren Opfern den Steg erkämpften, stets dankbar gedenke. Wilhelm I. R." — Der Großherzog sandte an den Kaiser folgendes Antworttelegramm: „Euer Kaiser!, und König!. Majestät sage ich wtctnen wärmsten Dank für die gnädige Theilnahme, die Alleihöchstderselbe dem ©rinne* rungStage des Gefechts von Nuits widmen. Die Regimenter, welche fich an diesem Tage ausgezeichnet haben, danken Euer Kaiser!. Majestät mit mir für die Anerkennung, der Aller* Feuilleton. Weihnachtsbilder. Plaudereien für den „Gießener Anzeiger-. (Nachdruck verboten.) II. Die Weihuachtsuberrafchuugeu. Zu Weihnachten soll man nicht nur erfreut, man soll auch überrascht werden. In den Ueberraschungen steckt sozusagen die Hauptfreude. Aber eS ist etwas Eigenes um die Ueberraschung. Sie wird erwartet, fie wird vorbereitet, fie gelingt in so und so viel Fällen und in anderen mißglückt fie wiederum total. Leicht wtrd'S Einem damit noch in der Kinderwelt gemacht. Für die Kleinen ist das ganze Fest eine große Ueberraschung, der fie mit seeligem Herzklopfen und unbestimmten Ahnungen entgegengehen. Auch der Wunschzettel, den sie schreiben dürfen, zerstört die Ueberraschungen keineswegs, denn eS fragt sich doch noch immer sehr, ob nun Mama den großen Kochherd oder da- neue PuppenhauS aus- wählen wird, und diese Räthselfragen geben bis zum Bescheer- abend die schönsten Unterhaltungsstoffe. Aber auch die Erwachsenen möchten an Weihnachten die Werktagswelt durch einen SonntagSgruß ausgehellr bekommen, wenigstens die meisten, denn eS giebr ja auch drollige Käuze, die fich die Ueberraschungen gerade so verbieten wie die Telegramme. „Um Gotteswillen," pflegte ein alter Herr meiner Bekanntschaft zu sagen, „überrascht mich nur nicht! DaS kann ich nicht leiden, daS fällt mir auf die Nerven! Ich ziehe eine ruhige Gewißheit allem Unvorhergesehenen entschieden vor." Doch, wie gesagt, daS find Ausnahmen. Weit begreiflicher erscheint der Stoßseufzer eines Andern : „Worauf soll ich mich eigentlich freuen, ich weiß ja schon im Voraus, waS man mir bescheeren wird. ES ist ja jedes Jahr daS Gleiche!" DaS sollte eS eben nicht sein! Bei dem Geschenk, das man empfängt, möchte man auch die liebevolle Auswahl mitspüreu! Sehr bequem machen es sich ja die Leutchen, die zu ihren Freunden und Verwandten sagen: „Ich weiß wirklich nicht, was ich euch schenken soll; ihr wißt am besten, waS ihr braucht und wünscht, deshalb gebe ich euch baar Geld und nun könnt ihr euch euer Geschenk nach Herzenslust selbst aussuchen!" Allerdings sehr bequem, aber zugleich unsagbar nüchtern: Da ist an die Stelle deS Weihnachtsgeschenks die Abfindung getreten, die nur den halben, unter Umständen gar keinen Werth besitzt. Denn waS man fich selbst, zum eigenen Gebrauch aussucht, das gewährt lange nicht das gleiche, frohe Behagen als wenn den nämlichen Gegenstand eine andere, liebe Hand darbietet! Die Wechselbeziehungen, welche zwischen Geben und Nehmen in der Weihnachtszeit geschaffen werden, fie erhöhen die Zauber deS großen Liebesfestes! Welch zartbesaitetes GemÜth wird nicht eine stille und laute Freude bei dem Gedanken empfinden: jetzt darfst du Knecht Ruprecht spielen, jetzt kannst du auSgehen und dich in den Geschäften umthun nach den großen und kleinen Sachen, von welchen du im Voraus weißt, daß fie in die Augen deiner Lieben ein froheS Lächeln rufen werden! Wie bitter empfindet es oft die Armuth, daß ihr die Mittel, Andere zu erfreuen, versagt find, und schier unbegreiflich will eS ihr erscheinen, wenn fie fieht, daß mit Glücksgütern reichlich auSgestattete Menschen fich oft selbst abfichtlich, sei'S ans Bequemlichkeit, sei'S aus Mangel an HerzenSwärme, um diesen Segen bringen! In dem Verlangen nach einer „WeihnachtSÜberraschung" mag ja etwas Kindisches stecken — aber zu Weihnachten haben wir ja kein anderes Begehr, als auch einmal wieder frohe, glückselige Kinder sein zu dürfen! Wie wohlthuend für den Geber ist eS, wenn beim Besichtigen der Geschenke an sein Ohr der Freudenruf dringt: „Ach, daran habe ich ja gar nicht mehr gedacht! Das ist ja eine reizend sinnige Ueberraschung!" Um eine solche zu bereiten, bedarf es freilich eines aufmerksamen, liebevollen Nachdenkens und SichhineinversetzenS in die LebenSgewohuheiteu und Liebhabereien deS Andern. Aber solch Nachdenken verursacht keinen Kopfschmerz, zieht die Stirne in keine grämlichen Falten, trägt vielmehr zur Erheiterung des GemüthS ganz entschieden bei. Wer erst in der zwölften Stunde, wenn schon die Glocken daS Fest einläuten, voller Hast in irgend ein beliebiges Geschäft stürzt und den Zufall zum Herrn über seine Weih- nachtSemkäufe setzt, wird freilich manchen Mißgriff thun und manche unliebsame Enttäuschung erfahren. Wir leben in der Zeit der „Fingerzeige" und „Rathschlagbücher" über alle möglichen großen und kleinen Angelegenheiten des Lebens. Nach welchen Gesichtspunkten man seine Frau zu wählen hat, ist von menschenbeglückende» Federn ebenso kl'pp und klar festgestellt worden, wie daS Benehmen beim Empfangen und Unterhalten seiner Gäste. Wir werden und also gar nicht wundern, wenn demnächst im strahlenden Gewände ein Büchelchen erscheint mit dem Titel: „Wie kaufe ich meine Weihnachtsgeschenke?" (Vorläufig thront diese Frage erst an der Spitze von Inseraten!) Aber wird daS Unternehmen von Nutzen fein ? Wir glauben kaum: denn zum richtigen Weihnachtskauf bedarf eS zweier Dinge, die kein Recept,beschaffen kann: Tact, und die Fähigkeit, die Freude Anderer mitzugenießen! (Fortsetzung folgt.) höchstberselbe uoS gewürdigt haben. Friedrich, Großherzog von Badens Neapel. 18. December. Heute Abend find die Schiffe „Umberto I." und „Adria" mu den für Afrika bestimmten Truppen nach Massauah in See gegangen. Brüffel, 18. December. Der König unterzeichnete baß Decret, betreffend die internationale Ausstellung in Brüssel im Jahre 1897. Petersburg, 18. December. Der Kaiser verlieh den Gemeinen und Unteroffizieren der Deputation des preußi« scheu Kaiser.Alexander-Garde-Grenadier'RegimeotS nach der MichaelSmeffe goldene Uhren mit dem Kaiserlichen NamenSzuj zur Erinnerung an die Feier der Namenstages. Die Deputation reift morgen Mittag zurück. Dapesch« des Bureau Berlin, 18. December. Der Entschluß deS Kaisers, den Fürsten Bismarck tu FriedrichSroh zu besuchen, war, wie die „Nationalzeitung" hört, als der Kaiser Berlin verließ, hier Niemanden bekannt und es wurde dem Gefolge erst bet der Rückreise von Altona auf dem dortigen Bahnhofe mitgerheilt, daß der Zug in FrtedrtchSruh halten werde. Die Begrüßung dortselbst machte auf die Augenzeugen, welche auch bet früheren Begegnungen anwesend waren, den Eindruck besonderer Herzlichkeit. Fürst Bismarck hat bestimmt in Aussicht gestellt, wenn sein Gesundheitszustand der jetzige gute bleibe, am 18. Januar nach Berlin zu kommen. Berlin, 18. December. Nach den ReichStagS-Berhand- lungen über die Handwerkerkammern konnte es nicht auS- bleiben, daß wieder Gerüchte über den bevorstehenden Rück« tritt des Ministers v. Bötticher in Umlauf gesetzt wurden. In einigen Blättern wird sogar bereits der Nachfolger des Ministers genannt. Der „Nationalzeitung" werden diese Gerüchte als völlig unbegründet bezeichnet. Berlin, 17. December. Der R-ichStagSabgeordnete Freiherr Hehl vooHerrvShetm erklärt, daß die gestrige Meldung eines Wormser Blattes, er beabsichtige, aus der nationalliberalen Fraction auszutreten, unbegründet ist. Berlin, 17. December. Heute Vormittag wurde auf dem Alexanderplatze die vom Professor Hundriefer geschaffene „Berolina" enthüllt. Eine besondere Feier fand nicht statt. Erschienen waren u. A. der Oberbürgermeister und der Bürgermeister von Berlin, der Polizeipräsident v Wtndheim, mehrere Stadtverordnete und Stadtbauräthe. Auf ein Zeichen des Oberbürgermeisters fiel langsam die Hülle vom Denkmal. Berlin, 18. December. Der Kaiser empfing heute Mittag 12 Uhr den Finanzminister Dr. Miquel zum Vortrag. Berlin, 18. December. Wie wir hören, wird der preußische Landtag zum 15. Januar n. IS. einberufen werden. Die diesbezügliche Allerhöchste CabinetSordre wird tn diesen Tagen veröffentlicht werden. Berlin, 18. December. Infolge Bruches des Haupt- rohreS der Wafferleitung entstand heute Morgen gegen 5 Uhr in der Brttzerftraße eine große Ueberfchwemmung. AuS dem geplatzten Rohre schoß ein Wasserstrahl von 5 Meter Höhe empor. Die Brttzer- und Skalitzer Straße, sowie baß Gltsabrthufer wurden unter Wasser gesetzt. Die Keller Bewohner mußten ihre Wohnungen verlaffen. Daß Hauß Skalitzerstraße Nr. 1 wurde, da eß einzustürzen drohte, polt« zetlich gesperrt. Der Wasserschaden ist beträchtlich. Die Feuerwehr arbeitet mit zwei Dampfspritzen, um daß Waffer außzupumpen. In ganz Berlin war infdlgedeffeu die Waffer- letrung gesperrt. Berlin, 18. December. Heute Vormittag 11 Uhr fand anläßlich deß Namenßtageß deß Zaren in der Capelle der russischen Botschaft ein Gotteßdienst statt, au dem auch eine Deputation deß Katser-Alexander Garde-Grenadier-Regi- mentß rhetlnahm. Im Anschluß hieran fand um 1 Uhr tu der russischen Botschaft ein Frühstück statt. Köln, 18. December. Der Peterßburger Correspondent der „Köln. Ztg." schildert in einem längeren Artikel die ungemein ltedeußwürdtge Aufnahme, welche die tu der neuen deutschen Feldaußrüstung gesandte Abordnung des preu- ßischen Kaiser- Alexander- Garde - Grenadter- R e g t m e u t ß im Allgemeinen, namentlich aber an Allerhöchster Stelle gefunden hat. Der Czar nahm sämmtliche Einzelheiten der Uniform'rung, sowie der Außrüstung in Augenschein, desgleichen Großfürst Wladimir nebst zahlreichen hervorragenden russischen Militärß, darunter auch General Dragomirow. Bei dem größeren Festmahl toastete ein russischer Capitän auf die gegenseitige Freundschaft Rußlandß und Deutschlands. Die Deputation wird morgen über Warschau zurückkehreu, wo sie dem General-Gouverneur Grafen Schuwalow vorgeftellt wird. Wien. 18. December. Nach Privatmeldungen auß Kairo soll daß Befinden deß Erzherzogß Franz Ferdinand Este eine leichte Verschlimmerung erfahren haben. Die Aerzte ordneten absolute Ruhe an. Rom, 18. December. General Arimondt erhielt Befehl, ein neues Corps von Eingeborenen zu bilden, um die westliche Grenze gegen einen eventuellen Einbruch der Derwische zu schützen. Die Stärke der Derwische bet Alboro soll 7000 Mann betragen, ebenso viel sollen bet Ghedarrd stehen. Rom, 18. December. Die hiesigen Blätter theileu mit, daß der afrikanische Feldzug 30,000 Mann und 100 Millionen Lire erfordern werde. Rom. 18. December. Die Nachricht der „Italia Mili- tare", daß Raß Makonen an General Ba rat tert Bot schafter gesandt, um über die Frt ede nßbe dtn gun gen zu unterhandeln, wird mit großem Mißtrauen ausgenommen. Anderrrseitß wird nämlich mitgetheilt, daß König Mrnelik sich bald an bie Sp tze von 100,000 Mann stellen werde und die Friedenßverhandlungen nur eine neue Krtegßltst seien. Rom, 18. December. Im Senat wurde erzählt, die Regierung habe seit zwei Tagen keine Nachricht auß | Afrika erhalten. Man glaubt, daß General Baraticri tn Gefechte verwickelt sei. Daß Geschwader, welches am 21. ds. nach dem Rothen Meere abgehen soll, besteht aus 7 Schiffen mit 3000 Mann. Brussel, 18. December. Während der heutigen Debatte über daß Armenbndget ereignete sich ein heftiger Zwischenfall zwischen dem sozialistischen Abgeordneten Defult und dem KriegSmintster. Defult erklärte dem General: „Ihre Armee taugt n chtß. Sie find eia Spielzeug der katholischen Mehrheit." Darauf erwiderte der KriegSmintster: „Sie find ein frecher Mensch, Sie werden mir außerhalb der Kammer Rede stehen." Am Schluffe der heutigen Sitzung prorestine der KriegSmintster entrüstet gegen die gestrige Rede Bandervelde'S, welcher gesagt hatte, der Tag sei nahe, wo die Soldaten die Waffen gegen die Bourgeoisie gebrauchen würden. Den Ausführungen des KriegßmiutsterS wurde auf der rechten Seite des Hauses lebhafter Beifall gezollt. Brüffel, 18. December. Unter dem Titel „Congo- lesische Abmachungen" veröffentlicht die congofetndltche „Reform" einen Artikel, worin eß heißt: die Siegeßnach- richten von Hauptmann Lot Haire über die Aufständischen kommen zur richtigen Stunde, um die große Demülhiguug zu verdunkeln, welche Deutschland dem Congostaat zugefügt habe. Mit der Entschädigung von 100,000 FrcS. sei die Sache nicht abgethan. Für Belgien und nicht nur den Congostaat gäbe eß uichtß demüthigendereß, als die Veröffentlichung im „Reichßanzeiger", wo zu lesen sei, daß Stokes auf ungesetzlichem Wege hingerichtet, mit anderen Worten, die Hinrichtung einem Morde ähnlich sei, die Vorwürfe deS deutschen Gesandten tn Brüssel, der bet König Leopold accre- ditirt sei, waren an den Congostaat adressirt. Der Chef dieseß Staates aber ist König Leopold, weshalb mit dem Vorwurf nicht nur der Chef des CongoftaateS, sondern auch der König von Belgien getroffen werde. Pari», 18. December. „Pettte Republique" theilt mit, im Mariaemintstertum sei eine Nachricht eingegangen, die japanische Regierung habe alle mit europäischen Fabriken etngegangenen Verbiodlichkeiten gelöst und sei damit beschäftigt, ein neues unterseeisches Torpedoboot zu prüfen, welches ganz in Japan hergestellt wird. Die japanische Regierung halte alle Versuche geheim. Toulon, 18. December. Admiral Gervais fährt heute mit seinem Geschwader ab, um, wie bekannt, tn Nizza den russischen Thronfolger tm Namen deß Präsidenten Faure zu begrüßen. Athen, 18. December. Heber die Kämpfe bet Brisal auf Creta werden jetzt Einzelheiten gemeldet. Dar nach dauerten die Kämpfe von Morgenß früh biß gegen Mitternacht. An denselben nahmen 2500 Türken und 1200 Christen Theil. Letztere hatten eine verschanzte Stellung eingenommen und hatten daher wenig Verluste, dagegen hatten die Türken 196 Todte und Verwundete. Ein Theil der Genßdarmerie hatte für die Christen Partei genommen. Der Rückzug der Türken vollzog sich fluchtartig unter Zurücklassung vieler Waffen. Washington, 17. December. Der Präsident der Bereinigten Staaten von Nordamerika, Cieveland, verlieh dem ersten Offizier deß Dampferß „Suevia" von der Hamburg-Amerika-Linie, Ferdinand U. F. Himbsel, für Rettung der Mannschaft deß amerikanischen Schiffes Mary E. Amßden" die große goldene Medaille. Vier Matrosen von der „Suevia", nämlich Hugo Wacke, E. Gtchholz, H. Schütt und Julius Marquardt, erhielten die silberne Medaille. WB. London, 19. December. Der amerikanische Botschafter Bahard hielt gestern Abend bet einem Banket eine Ansprache- er toteß dabei auf die Gemeinsamkeit in Raffe und Sprache zwischen dem englischen und amerikanischen Volke hin. Er könne nimmermehr glauben, daß irgend etwaß eintrete, maß die Trennung zwischen beiden Nationen herbelführe, die so viele gemeinsame Interessen verbinden. Die Rede wurde beifälligst ausgenommen. tocates «nd prooinjkllc*, Gießen, 19. December 1895. • • Der Finanzausschuß der Zweiten Kammer beantragt zu dem Gesuch der Steneravfseher des Großherzogthums Hessen, Gehaltsaufbesserung betreffend: Die Kammer wolle: 1) Großh. Regierung ersuchen, bei Aufstellung deß nächsten HauptvoranschlagS die Bitte der Steueraufseher um Gewährung von entsprechenden Vergütungen für Zehrung u. s. w. bei ihren auswärtigen Geschäften zu berücksichtigen- 2) dem Gesuche der Steueraufseher um Grhaltsaufbesserung wegen der noch nicht lange stattgehabten Ausbefferung der Gehalte aller Beamten und Bediensteten keine Folge geben und mit Rücksicht auf unseren Antrag daß vorliegende Gesuch der Steueraufseher für erledigt erklären. * * Zur Vorstellung bei DistrictS-Einnehmer des Groß herzogthumS um Verbesserung ihrer Gehaitsverhältnisse beantragt der Finanzausschuß: D e Kammer wolle: I. Großh. Regierung ersuchen: a. zu erwägen, ob nicht künftig sämmtliche RevifionSbeamten mit den Dlftrictß Einnehmern, welche alle die gleiche Vorbildung haben, in gleiche Gehaltßktassen einzureihen wären, die Distrikts-Einnehmer dabei in Betracht hrer Stellung als Kassenbeamte in die oberen Reihen jener Gehaltsklassen, b. bei Aufstellung deß nächsten Hauptvoran- chlagS aber zu berücksichtigen, daß: 1) die Bureaukosten- Vergütung für die Großh. DistriclS-Einnehmer überall dem wirklichen Dienstbedarf entspreche und denselben decke, 2) die Transport., ZehrungS- und Begleitungskosten, welche den Districrß Einnehmern bei ihren auswärtigen Dienstgeschäften nachweisbar entstehen, denselben auS der Staatskasse vergütet werden- II. die Vorstellung der Distrikts - Einnehmer deß Großherzogthums um Verbesserung ihrer Gehalt», und Dienstverhältnisse damit für erledigt erklären. • • Der BuudeSrath hat an dem im Reichsamt des Innern auSgearbeiteteu Nargariuegesetz-Entwurf einige nicht ganz unwesentliche Aeoderungen vorgenommen. Die end. giltig fertiggestellte Vorlage enthält vor allcm eine Begriffs. Bestimmung für Margarine, während der „Präsidial-Entwurf" nur eine solche für Margarinen-Käse gegeben hatte. Als Margarine im Sinne der Gesetze sollen angesehen werden „diejenigen der Milchbutter oder dem Butterschmalz ähnlichen Zubereitungen, deren Fettgehalt nicht ausschließlich der Mtlch entstammt." Hinsichtlich der Beaufsichtigung de» Verkehr» mit Kunftfetten bestimmt der BundeSrathSentwurf, daß außer den Beamten der Polizei von der Polizeibehörde beauftragte Sachverständige der Controle mit allen vom Gesetz den Beamten beigelegten Besugnissen wahrnehmen können. Der erste Entwurf ermächtigt den BuudeSrath, den gewerb»- mäßigen verkauf von Butter, deren Wassergehalt eine bestimmte Grenze überschreitet, zu verbieten. Diese Bestimmung ist beibehalten, aber dahin ergänzt, daß Butter, deren Fettgehalt eine bestimmte Grenze nicht erreicht oder deren Salzgehalt eine bestimmte Grenze überschreitet, vom ver- kaufSoerbot betroffen werden kann. Die Befugniß, Grund- sätze für die Vornahme von Untersuchungen aufzustellrn, wird dem BuudeSrath ganz allgemein in Bezug auf „Fette und Käse" ertheilt - im ersten Entwurf war nur von den in diesem Gesetze bezeichneten natürlichen oder künstlichen Fetten die Rede. Die Strafbestimmungen find vom BundeSrath an einem Punkt erweitert, an einem andern verschärft worben. Unwahre Angaben ber zur AuSkunftserthetlung über da» Herstellungsverfahren, ben Umfang beS Betriebe», bie zur Verarbeitung gelangenbeu Rohstoffe ufto. verpflichteten Personen sollen auch bann strafbar sein, wenn sie au» Fahrlässigkeit gemacht worben find. DaS Höchstmaß der Geld- strafe für die Verhinderung der Revision und für wissentlich falsche AuSkunstSertheilung ist von 100 auf 150 Mk. hinauf- gesetzt. ** Militärdieustnachrichten. v. Crotta gen. Treyden, Hauptmann vom 3. Niederschles. Jnf.-Regt. Nr. 50, unter Entbindung von dem Commando als Adjutant bei der 49. Inf.- Brigade (1. Großh. Hess.), al» Comp. Chef in da» Gren.- Regt. König Friedrich Wilhelm H. (1. Schles.) Nr. 10 versetzt, v. Stein-Lieben st ein zu Barchfeld, Pr.-Lt. vom 2. Bad. Gren.-Regt. Kaiser Wilhelm I. Nr. 110, als Adjutant zur 49. Jnf.-Brigade (1. Großh. Hess.) comman feiert. Bölsin, Sec.-Lt. von der Inf. 1. Aufgebot» de» Landwehrbezirkß Friedberg, zum Pr.-Lt., K l i n g sp o r, Bice- feldwebel vom Landwehrbezirk Gießen, zum Sec. Lt. ber Reserve des Jnf.-RegtS. Kaiser Wilhelm (2. Großh. H:ss.) Nr. 116, Merck, Sec.-Lt. vom Train 1. Aufgebot» de» Landwehrbezirkß Friedberg, zum Pr.-Lt. befördert. * * Offenhalten ber Laben. Am Sonntag den 22. d. M dürfen die Kaufläden biß Abendß 9 Uhr offengehalten werden. * * Octtoi. In dem abgelaufenen Jahre find in bei sieben Städten deß Großherzogthums, tn denen Octr oi - Gebühren erhoben werden, im Ganzen Mk. 1,760 371 vereinnahmt worben, bavon kommen auf Mainz Mk. 599,848, Darmstabt Mk. 538,910, Offenbach Mk. 288,087, Worm» Mk. 200,353, Gießen Mk. 115,853, Friedberg Mk. 7940, Alsfeld Mk. 7071 und Lauterbach Mk. 2304. In ben drei Provinzialhauptstädten Darmstadt, Mainz und Gießen find die Octroi-Einnahmen gegen baß Vorjahr wesentlich zurück- gegangen, in ben übrigen Stäbten sind sie gestiegen. ** Vorsicht beim Gelbnehmen.' Man schreibt: „Wir hatten beim Wechseln eine Mark erhalten, welche durch einen Hammer in etwaß unscheinbare Verfassung gebracht worden ist. Kein Mensch wollte sie in Zahlung nehmen. Der versuch, diese bei ber Reichßdank gegen eine anbere umzuwechseln, mißlang. Wir würben an bie Königliche Münze gewiesen- bort übernahm ein Beamter baß Gelbstück und gab es zerschnitten zurück mit bem guten Rath, eß für ben Silberwerth zu verkaufen. Wir erhielten für daß Markstück 35 Psg." ** Allerhand Profefforeafchnurre, erzählt der jüngst verstorbene Prof. Karl Bogt in seinen Erinnerungen. Unter ben Gießener Theologen glänzte vor Zeiten alß Original der Superintendent Palmer, von bem die berühmte Frage. „Wer lacht über Griechenland?" mit der Antwort: „Ein ewig blauer Himmel!" stammte. Er war, so schreibt die „Tägl. Rdsch.", einer der ersten Universitätslehrer, die an bestimmter Stelle einen bestimmten Witz zu machen pflegten. Jahrauß jahrein haspelte er in seinen Vorlesungen baßfelbe Heft ab. Die einzelnen Witze waren bei den Theologen seit Jahren bekannt und hatten ihre besonderen Namen, ber Sauerkrautwitz, ber Hasenwttz u. s. w. Wenn nun in der nächsten Stunde ein Hauptwitz kommen sollte, so wurde Hilse aus anderen Facultäten geholt und da» Auditorium bi» zur letzten Ecke gefüllt. Ein Student folgte bem Vortrage auf einer Abschrift beß Hefteß. In bem Augenblicke, wo der Witz loßgehen sollte, gab er ein Zeichen. Brüllender, nicht endenwollender Beifall brach loß. Palmer beschwichtigte ben Sturm mit Haupt und Hand und sagte dann, selbstgefällig lächelnd: „So warten Sie doch, meine Herren! Ich habe den Witz noch nicht gemacht!" — Einmal kam ein armer Schulmeister zu ihm. „Herr Superintendent," sagte er wimmernd, „so kann eß nicht mehr fortgehen? Ich habe ben ganzen Tag über Stunben, keinen Neberverbienst, acht lebendige Kinder und nur 600 Gulden Gehalt! Wenn ich nicht aufgebessert werde, muß ich mit meinen Kindern Hnngerß sterben!" — „Thun Sie daß", antwortete Palmer, eine Thräne ber Rührung im Auge zerbrückenb, „thun Sie baß! Sie werden Aufsehen erregen, Ihre Nachfolger roerbei eß besser bckommen?" — — Noch ulkiger war der Anatom Professor Wilbrand. Zur Eröffnung der Vorlesung über Naturphlosophie erschien fast die ganze Studentenschaft. „Meine Haaren," fing Wilbrand tn feinem breitesten Weft- älisch an, „meine Haaren! De Philosophie kann nicht geährt un nid) getarnt waren!" Kaum war die Phrase beendet, so stand daß ganze Auditorium auf und ging »eg — waß hatte man mit einem Collegium zu thun, wo licht» gelernt werden konnte? Vermischtes» Ma Cassel, 18. December. Bet einem Spaz'ergange | fand ein Bewohner des Steinweges in der Karl-aue eine KtndeSletche in einer Schürze eingehüllt. ES liegt ein Verbrechen vor und fahndet die Polizei eifrig nach der unnatürlichen Mutter. — Gestern Nachmittag wurde von Fischern ouS Spiekersbausen unterhalb der Brücke bet Kragenhof im Fuldaflusse die Leiche des Schreiners Wolf von hler -aufgesunden, welcher vor vier Wochen bei dem damals ge- melbitcn Unfall des Motorbootes umS Leben kam. Die Leiche des ebenfalls ertrunkenen Schmidt ist immer noch nicht aufgefunden. • Berlin, 18 December. Heute Vormittag hat der Arbeiter Heinrich Riedel durch Erhängen feinem Leben ein Ende gemacht, nachdem er vorher sein 14 Monate aiteS Söhnchen am BetrpsostkN aufgehängt hatte. Als Grund zu der Tbot gelten Nahrungssorgen. • OdS i Schl., 18. December. Der am 12. Juli vom diesigen Schwurgericht wegen Morde« zum T o d e verurthetlte Kuhhirt Johann Kuptetz wurde heute früh durch den Scharfrichter R-tndel hingerichtet. ♦ Posen, 15. December. Ein Todesuctheil zweimal aufgehoben. Bom Schwurgericht in Meseritz war im Juni d. IS. der Arbeiter Stefan Wojciechowski aus Buk wegen Ermordung feiner Ehefrau zum Tode verurthetlt worden. Auf feine Revision hatte das Reichsgericht das Urtheil auf gehoben und die Sache zur nochmaligen Verhandlung nach Meseritz zurückverwtesen. Im October erfolgte, dem „B. T." zufolge, wiederum die Berurtheilung zum Tode. Wojciechowski meldete nochmals Revision an und daS Reichsgericht hob heute abermals daS Urtheil auf und wies die Sache an dasselbe Gericht zurück. • Freiberg. 18. December. Der Blockwärter Wolf, der durch falsche Weichenstellung daS Oederaner Eisenbahnunglück herbeigeführt hat, wurde von der 2. Strafkammer des Landgerichts zu 5 Jahren 1 Monat Gefängntß bet* urtheilt. * Mannheim, 16. December. Ein eigenartiges Jubiläum wurde heute in hiesiger Stadt gefeiert. Ein hervorragendes Mitglied unseres Hoftheater Orchesters und ein hiesiger Friseur begingen bei einer Flasche Wein die Wiederkehr deS TageS, an dem sie sich vor 25 Jahren gegenseitig mit Chassepot und Zündnadelgewehr beschofien haben. ES war die« am 16. December 1870 im Gefecht bet Longeau. Der Musiker stand als einjähriger Unteroffifier beim Regt ment Nr. 34, während der Haarkünstler (Herr Werk, ein geborener Elsäsier) als Musketier beim 50. französischen Linienregiment diente. Beide Jubilare erfreuen sich des besten Wohlsein«. * Ergebutße der Volkszählung vom 2. December Bochum 53,322 (mehr 5074), Siegen 19,423 (mehr 2747). Lehe 19,147 (mehr 4664) Hamm 28,542 (mehr 3900), Rostock 49,769 (mehr 5361), Iserlohn 24,734 (mehr 2617), Aachen 110,463 (mehr 6993). Universität- - Nachrichten» — Die Berliner Untoerstlät zahlt in diesem Winter | 5368 immalricultrie Sludenien, von denen je 1812 der julMischen und der ph.losophischen FacuUät angehören. — Die Universität Heidelberg zählt 1026 immatricultrte Studirende und 49 Hörer. Von den Studirenden gehören 52 der theologischen Facultät an, 329 der juristischen, 201 der medtcintschen, 175 der philosophischen und 2o9 der naturwissenschaftlich mathemat,fchen. — An der Würzburger Hochschule find 1514 Studtrrnde immatricultrt. Auf die einzelnen Facultäten veitheilen sich wie folgt: Th otogen 126, Juristen 238, Medtctner 714, Zahnärzte 24, Philosophen 203, Pharmaceut-n 50. — Die Erlanger Universität wird von 1116 Studirenden, 22 in der ärztlichen Prüfung ste henden Candidaten und 11 Hörern frequentirt. Gefammtziffer 1149. — Die Sludenten- zahl der Straßburger Unioerfitäl hat zum erstenmale daS Tausend überschritten, sie betrug nach der amtlichen Feststellung 1004. Davon sind 101 in der theologischen. 295 in der rechte- und staalö- wissenichaflltchen, 312 in der medtcinischen, 118 in der philosophischen und 178 in der mathematischen und nalurwifsenfchafttichen Facultät eingeschrieben. — Die 1036 Studenten, welche im lausenden Semester in Freiburg studiren, oertheilen sie sich wie folgt: Medtctner und Apotheker 380, Juristen 242, Anaehörige der phtlofoph'fchen Facultät 209 Theo.ogen 205. — In Tübingen sind gegenwärtig 1138 Studirende tmmatriculirt. Es studiren evangelische Theologie 257, katholische Tbeologte 167, Jura 244, Medicin 206, Philosophie 34, Staalüwtssinscha'ten 170, Naturwissenschaften 60. — Die Frequenz der Untversträl Marburg im gegenwärti en Semester beträgt 888. Dazu kommen 55 Hörer. Auf die einzelnen Facultäten entfallen: Theologen 99, Juristen 260, Medtctner 226, Philosophen 303. — Die Universität Königsberg wird von 712 Studirenden und zwar 107 Theologen, 216 Juristen, 223 Medictnern, 166 Philosophen und 26 Hörern besucht. Citcratur unO Kanft — Preis «obschrelbe« zur Erlangnng von Entwürfe« für einfache »nb dtüi-e WohnungS - Einrichtnngen. DaS berechtigte Verlangen der nicht reich bemtlielren gebrtdeten Kreise: ihre Wohnräume ebenfalls mit soliden und sinnvollen Einrichtungen schmücken zu können, deren Preise sich jedoch in niedrig bemessenen Grenzen bewegen, bestimmte die Schitftleitung der „Jllustrirten kunstgewerblichen Zeitschrift für Jnnendecoration^ zur Veranstaltung eines PreiS - Ausichreibens behufs Erlangung von Entwürfen für einfache und billige!, aber geschmackvolle WohnungS - Einrichtungen. In diesem Sinne werden gewünscht: 1 Empfangszimmer, 1 Wohn- und Eßzimmer, 1 Schlafzimmer, 1 Küche in perlpectivtfcher Darstellung in Federmanier und im ZetchnungS - Format 34:45 Etrn; das Carton - Format soll 48:62 Ctm. betragen. Zu jedem Raum ist ein Detail-Blatt zu geben, auf welchem in der pcrfpecitvtfchen Ansicht feldst nicht zu unterzubringende, in das betreffende Interieur gehörige Einzel - Möbel und Decorationen perfpectivtfch oder geometrisch gezeigt sind. Farbige Entwürfe sind absolut ausgeschlossen. Die Durchführung einer bestimmten Slilrichtung ist nicht erforderlich, es ist fogar im Jnterrsse der Originalität bei Kompositionen wünschensweith, davon ganz abzusehen. Jedoch soll diese Frage nicht von Einfluß auf die Entscheidung sein, die Einrichtungsstücke sollen eine zweckentsprechende, vernünstige Werkform zeigen. Weitere Hauptbedingungen fittb, daß die betreffenden Zimmer-Einrichtungen in thunlichst billiger Ausführung herzuffillen sind, daher nothig: größtmögliche Zweckmäßigkeit. (Die Vreise sollen sich bewegen für da« Empfangszimmer zwischen Mk. 600 bis 800, für Wohn- und Eßzimmer zwischen Mk. 400 bis 650, fürs Schlafzimmer zwischen Mk. 350 biS 560 und für die Küche zwischen Mk. 150 bis 250; bei diesen Preisen sind Portiören, Gardinen, Bilder, Teppiche, Spiegel überall ausgeschlossen.) — Ferner Entwickelung der Zier- formen au« der Construction, sinnvolle AuSnützung der ästhetischen Eigenschaften des gesammten MarertaleS, namentlich deS Holzes, Vermeidung aller sinnwidrigen Decorationen, wie drehbare Säulen, hängen leibende Giebel bei Thüren r. rc. Wo angängig, ist Werth zu legen auf Anwendung etnsacher Bemalung, Kerb- und Tiesschutlt rc. statt billiger zwrifelhaster Schnitzerei rc. Endlich foll auch der Wandbeklridung, der Decke, der Anordnung der Fenster-Vorhänge rc. entsprechende Aufmeiklamkeit gewidmet werden. Die Räume sollen folgende durch ihre Bestimmung und durch die allgemestren LcbeuS- Gewohnhctteu gefordeiten Einrichtungsstücke rntbelten, also da» Empfangszimmer (zugleich Arbeitszimmer deS Herrn): ein größere» Sitzmöbel, zwei Armstühle, vier Stühle, ein Schreibtisch, ein Tisch, ein Fantasteschrank, ein Wand-Bücherbrett; W hn- und Eßzimmer: ein Speisettsch zum Ausziehen, ein Speise- und Gefchirrfchrank, ein Betseßtisch, ein Nähtisch (eventuell auch als Näh- und Schreib lisch combinirt), sechs Stühle, ein Sopha oder Eckfitz: Schlasziwmer: zwei Bettstellen, zwei Nachtfchiänke, ein Waschtisch, ein g'ößeier Kleiderfchrank, ein Wäschestapel (bezw. Schrank), zwei Stühle, zwei PuffS als Behälter; die Küche: ein Küchentchrank, eine Anrichte, ein Tisch, eine Absatz - Gelegenheit für Geschirre, eine Bank, ein Leiter- und ein anderer Stuhl. — Den Bewerbern ist ev anheim- gegeben, aus eimm zweiten Detail Blatt solche Möbelstücke zu zeigen, welche zur weiteren Ergänzung vorstehender Einrichtungen dienen könnten, also etwa ein einfacher Bücherfchrank, ein Pseilerfmegel, ein Wafchapparat für daS Eßzimmer, Thürausfatz, Wandbrett, Kinderbett rc. rc., doch haben btefe Entwürfe auf die Prämiirung keinen Einfluß, sind indeß erwünscht im Interesse der Aufgabe. Für jede Zimmer Einrichtung ist unbedingt Kosten-Voranschlag für die Ausführung der einzelnen Wobei und Angabe der zu verwendenden Holzart beizufügen, thunlichst auch ein Schreiner- ober Möbel- Fabrikant zu nennen, welcher die Ausführung zu den angegebenen Preisen übernehmen würde. Ei wünscht ist, daß sich nicht nur Architec'en und Möbel - Zeichner, sondern auch Möbel-Fabrikanten an dem Prettz-Ausschreiben betheiligen. An Preisen sind inSgesammt 2000 Mk. ausgesetzt und zwar: vier erste P>eise von zusauimen 1000 Mk. für die besten Entwürfe der verlangten vier Räume mit Detailblättern, vier zweite Preise von zusammen 600 Mk. für die nächstbesten Entwürfe der verlangten vier Räume mit Detailblättern, vier dritte Preise von zusammen 400 Mk. für die drittbesten Entwürfe der verlangten vier Räume mit Detailblättern, außerdem behält sich die Schrtftlettung vor, nicht prämiirte, aber zur Publicttion doch geeignete Entwürfe zu allgemein üblichen Honorar-Sätzen anzukaufen. Der Schluß für Einlieferung von Eoncurrenz Entwürfen ist auf den 10. Mat 1896 (Post Ausgabestemvel) festgesetzt und hat die Einlieferung an den Verlag der „Jllustrirten tun ft gewerblichen Zeitschrift für Innen-Dccoration" (Alexander Kock, Darmstadt) in der bekannten Weise zu erfolgen, derart, daß die Entwürfe ohne Namen der Erfinder mit einem „Motto" versehen werden, während in einem beigegebenen Briefumschlag mit gleichem Motto der Namen des PretSb^werberS genannt wird. Gottesdienst der israelitischen ReligtonSgeielhchaft. Freitag Abend 4 Uhr, SamStag Vormittag 9 Uhr, Nachmittag 3 Uhr, SabbathauSgang 5“ Uhr. Wochengottesdienst Morgens 7 Uhr, Abends 8 Uhr____________________________ Verkehr, Land- und Volkswireyschast. — Nach den statistischen Ermittelungen deS Vereins deutscher Eisen- und Stahltndustrieller belief sich die Roheisenproduciio« des Deutschen Reiches (einschließlich Luxemburgs) im Monat November 1895 aus 489 822 Tonnen, darunter Pudbelroheisen und Spiegeleisen 131801 Tonnen, Besfemerrobeisen 36 708 Tonnen, Thomasroheisen 243 851 Tonnen und Gießereiroheisen 77 462 Tonnen. — Die Production im November 1894 betrug 481 909 Tonnen, im October 1895 511264 Tonnen. Vom 1. Januar Kitz 30. November lh'j5 wurden producirt 5 278 393 Tonnen gegen 5 0610v9 Tonnen im c l.tchen Setraume des Vorjahres. 3VHT Gut und billig kauft man eämmtliohe Gemüse- und Obst-Conserven bei |10547] J. 31. Schulhof. Mittwoch d.29.Ian»Lr 1896 Nachmittags 3 Uhr, soll auf dem hiesigen OrtSgericht. die dem Adolf Bogt in Gießen gehörige ßofrailbe: Flur 1 Nr. 783 — 381 qm in der Sonne öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 18. December 1895. Großh. OrtSgericht Gießen. ___________I. A-: Bogt. 10546 Oberförstern Strupbach. Montag d. 13. Januar 1896, Mittags 12 Uhr, werden in der Dörr'schen Wirthschaft zu Erda aus dem Diftrtct Thalberg, Schutz« bezirk Wilsbach, versteigert: Eichen: 71 Stämme mit 73,75 fm und 38 rm Klafternutzholz, 1. und 2. Klaffe. 10531 Kaufliebhaber wollen das Holz vor Beginn des Termins besichtigen. FH. Strupbach, d. 16 Decbr. 1895. Der Forstmeister: Baumann. Beste Marke COGNAC Scherer & Co., Langen in allen Preislagen garantlrt rein Flasche v. Mk. 1.80 an Feinsten Rum u. Arrac sowie hochfeine Punsch-Essenzen empfiehlt 1000 Adolf Geisse, Gleesen, am Kreuz. Ein gebrauchtes Speisezimmer- Büffet billig zu verkaufen. Näheres in der Exped. d. Bl. 10527 Das Verzeichnest über die Culturveränderungen, welche seit der vorjährigen Stcuerregulirung in der Gemarkung Gießen constatirt worden sind, und deren Wahrung bei dem Steuercommiffariat zu beantragen ist, liegt während vier Wochen von heute ab auf Großh. OrtSgericht dahier offen. Gießen, den 16. December 1895. Großherzogliches OrtSgericht Gießen. Gros. 10552 Bekanntmachung. . 136 Mark Zinsen aus der Stiftung der dahier verstorbenen Elifa- bethe Schmidt sind zu gleichen Theilen an vier bedürftige, unbescholtene, ledige, in Gießen lebende Dienstmädchen im Alter über 50 Jahre und an vier arme Wittwen aus Gießen nach der Auswahl des Stadtoorstandes zu vergeben. Anmeldungen zum Bezüge derselben haben bis zum 1. Januar 1896 unter Beibringung des erforderlichen Nachweises bei der unter zeichneten Stelle — Zimmer Nr. 3 — zu geschehen. Gießen, den 17. December 1895. Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen. 10533___________________Gnauth._______________________ Am Sonntag, den 22. December, werden hier die Packetschatter wie an Wochentagen offen gehalten._________ Kindergarten. Die Weihnachtsfeier meiner Zöglinge findet Sonntag, den 22. December, Nachmittags präcis 3 Uhr, im Festsaal des Cafe Leib statt, wozu ich die verehrten Eltern, Verwandten und Freunde höflichst einlade. Hochachtungsvoll 10534_____________________Wittwe Rothe, Kindergärtnerin. fi|A __ f n „ meines Kleidercursus beginnt I IQ j niHQnn den 6. Mannar. Anmeldungen nehme ich UUl nillUIIU in meiner Wohnung, Sonnenstraße 12, ent- Achtungsvoll nrntaMH 1U427____E. Kess. Brod- und Feinbäckerei ftrSs flratze oo ..... ■■■........jlratze oo empfiehlt alles feinere Backwerk, Kuchen, Theegebäck re. täglich frisch in vorzüglicher Güte. Ferner Anis- und Buttergebackenes, Christbaumeonfect, sowie Zuckerwaaren und Lebkuchen in bester Qualität. 10423 □oooooooooooooooaoooooooao 0 0 0 0 10523 10458 »auf dem Brand 0 0 0 o 0 0 Kohlenkasten Ofenvorsetzer Ofenschirme Schirmständer Verdampf schaalen Waschmangeln Waschmaschinen Bügeleisen Laubsäge vor lagen Reibmaschinen Küchen- und andere Waagen Waffeleisen Rodonkuchenformen Vogelkäfige Christbaumständer. Christbäume in großer, schöner Auswahl zu haben von heute ab V erlobung* Glückwunsch-, Menu-, Trauungs-, Visit-, Einladungskarten, Geburtsanzeigen etc. in eleganter Ausstattung empfiehlt die Schönes Weihnachtsprösrot! Einige Original• Singer • Muster- Nähmaschinen äußerst pretswerth unter Garantie abmgeben. 10506) Bahnhofstraße 2 (Laden). Kaffenschrank, | mittl. Größe, gut erhalten, preiSwerth abzuqeben. Wo? sagt die Exp. d. Bl. 9425] Eiserne SinderbeitsteNe mit Zubehör, sowie schöne Has^n zu verkaufen. KaplanSgasse 6. Laubsägewerkzeuge. 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Echehda. — ®nirf ne» Brckag der vrühl'schen llm»ersitLt».dNch. ux* SkieMnidcrn * Lchkyda) t» Allßen. 104 15 99 65 108 85 1038 1G5.60 84.0fr 102 2fr 26 2fr 89 60 82 46 102 50 101.7fr 101.60 iVi1/* Orfterr SllberrevU *«/• Ung. t-old-Rente 3°/o Pvrtngies« 6®/} Mextcann *°/o Monopol-Griechen von 1887 < Pietech * Scbeyda) (Hessen. ScbutatruMe 7 Für die vielen Beweise herzlicher Theil- nahme bei der Beerdigung unserer unvergesslichen Frau Amalie Bornemann, Spanische Weine direct bezogen, von ärztlicher Seite empfohlen, zu billigstem Preise. sagen innigsten Dank Die trauernden Hinterbliebenen. •3BT* Der (tzesammtauflage der heutigen Nummer liegt ein Prospekt der Fcrber'schen Uotv.. Vochhandluna (A. Koch), Kirchenplatz, dahier, bei. 10525 GIOrkwuösth-Karlpn sowie sonstige Druck suchen fertigt in eie Kanter Ausstattung an 6®/0 Cesterr. 6t<«tibcbn o. 1885 8»/i 3t*L lUtitfltr Wmb. 8Vi°/i Wreeffurttr £n?p. 8t. B’/iW «rkf. Hyp. ttreh. v. Feinet spanischen wie auch deutschen Cognac. 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Ab s-lut nicht schärft polen S ezum Versuch ’/i Piund b 15 bH 10356 Walleefelw, Glennen. I Vertretung ZSerynachls-Vefcheerung Ä I"ttb yCt,00iu"9 Abends 8 Uh- stau'-oteuren in Verbindung >u treten. I XJCtP. R-dLuCwk7.n- ?• 1793 "" „ diejenigen Mi-alikdor, -.elche sich an her Derloosung brtteihflen - ■ Tüd,. . , h0P^n- ^brn b“ län(”'en‘ 22" mtnbefien. 50 für« 6au6 nb” e" *t 6“ b™ ” 6crtn D°7, PlactruugSbureau von I Ertasny ^‘ur wtgltfber mit ihren Familien haben ZulrUt. 10455 10499 Bahnhofstraße 11. | ~ ~ --- Zu seiner am Sonntag, den 22. d. Mts., AbeudS 6 Uhr, im Turnsaal der höheren Mä chenschule ftattfindenden Weihnachts'Befchecrung beehrt sich ergebenst emzuladen der Verein Jugendfreund. Kie heutige Kummer umfaßt 8 Seiten. 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