gangenen Mahnungen, baldigst nach Sofia znrückzukehren, erscheinen gerechtfertigt. Mit Stambulow ist bekanntlich der entschiedenste Vertreter bulgarischer Selbständigkeit und der größte Gegner der Unterwürfigkeit unter Rußland dahingegangen. Es ist klar, daß die gegenwärtige politische Stimmung jetzt wieder die Oberhand erhält. Die Zett wird lehren, ob die Rechnung der bulgarischen Macht eine richtige gewesen ist. Die „Nat.-Ztg." schreibt: Stambulows Mördern dürfte der Todte noch furchtbarer werden, als ihnen der Lebendige war. Der bulgarische Name wird fortan nur noch als eine Bezeichnung der schnödesten Undankbarkeit fortleben. Bulgarien wird wohl seinem Schicksal überlassen bleiben und der Fürst wird den Rest seiner Tage wahrscheinlich demnächst „unbekannt wo" verbringen. Im Interesse der öffentlichen Moral ist eine andere Entwickelung kaum denkbar. Die „Voss. Ztg." schreibt: Stambulow endete wie alle großen Befreier auf dem Balkan. Für Bulgarien ist er unersetzlich und erst sein Tod wird dem Lande zum Bewußtsein bringen, was es an ihm besessen hat. Das „Tageblatt" sieht für Europa die Nothwendigkeit anwachsen, mit doppelter Wachsamkeit die Vorgänge in Bulgarien zu beobachten. Frankfurt a. M., 18. Juli. Die „Frkf. Ztg." meldet aus Budapest: Der „B. Hirlap" veröffentlicht das Facsi- mile eines aus allerjüngfter Zeit stammenden Briefes Stambulows an einen hiesigen Freund, den Professor an der orientalischen Academie, Adolf Strauß. Stambulow schreibt: „Ich würde Ihnen sehr dankbar sein, wenn Sie bei Ihren Ministern und bei Philipp von Coburg Schritte unternehmen wollten, damit Fürst Ferdinand Ordre zur Einstellung der Jagd gegen uns ertheilt, durch welche unser Land zu Grunde gerichtet wird. Senden Sie Ihren Brief an Grekow." — Der Brief Stambulows ist, wie das Blatt bemerkt, durch einen Boten nach Semlin gebracht und von dort durch die ungarische Post wetterbefördert worden, weil Stambulows Briefe stets confiScirt und geöffnet wurden. Beutheu, 18. Juli. Der Raubmörder Sobczyk verweigert die Annahme jeder Nahrung. ES wird künstliche Ernährung vorgenommen. Heidelberg, 18. Juli. Aus Anlaß des hier stattfindenden Journalisten- und Schriftstellertages ist die Stadt festlich geschmückt. Die aufgestellten Ehrenpforten tragen wesentlich zur Verschönerung der Schmückungen bei. Von auswärts haben sich 350 Teilnehmer angemeldet und ist hauptsächlich eine starke Betheiligung der Nachbarstädte zu erwarten. Beru, 18. Juli. Der Bundesrath hat die Bundesversammlung auf den 14. August einberufen, behufs Ratification des Handelsvertrags mit Frankreich. orteS wesentlich benachtheiligt hat. Qualitativ ist vielleicht insofern ein Unterschied gegen früher zu verzeichnen, als die Kreise der hohen Diplomatie nicht mehr so zahlreich vertreten find. Dieser Umstand hat natürlich auch einen Rückschlag in den Preisen zur Folge gehabt. Ems ist in den letzten Jahren bedeutend billiger geworden, als in den Tagen, da es als „Katserbad" eine außerordentlich vornehme Rolle spielte. Die Zahl der Gäste hält sich so ziemlich auf der gleichen Höhe. Auf 10,000 Kurgäste und etwa ebenso viel Paffanten läßt sich dieselbe in der Regel veranschlagen. An großen Titeln und hervorstechenden Persönlichkeiten fehlt es Ems eigentlich in keiner Saison. Die vornehmsten find augenblicklich der Prinz Georg von Preußen und der Prinz von Anhalt. Während der Nachmittags-Concerte, die stets ein fein gewähltes und mit künstlerischer Verve ausgeführtes Programm bieten, entwickelt fich jenes Gesellschaftsbild, das typisch für alle größeren Badeorte ist: Die Vielgestaltigkeit der Toiletten/ das bunte Sprachengemisch, das harte Nebeneinander von Leidenden und Gesunden. Solche Schwerkranken, deren Anblick Schmerz verursacht, fieht man übrigens in Ems weniger oft als in anderen Kurorten. Jene auffallenden exotischen Erscheinungen, die sich noch immer Wiesbaden und Baden-Baden für ihre EroberungSzüge erkoren, find hier auch wett dünner gesäet. Hat man für Ems nur einen Tag zur Verfügung, so ist daS Programm sehr schnell und übersichtlich entworfen. Man geht oder fährt auf den Malberg, der sich zu einem Luftkurort ersten Ranges entwickelt hat und auf seinem waldigen Plateau die ausgedehntesten Spaziergänge gestattet. Etwas tiefer unten liegt daS aumuthige Schweizerhaus, auch eine sehr gesuchte Pension. Die Zahnradbahn, die auf dir Spitze des Malberg führt, erleichtert den Verkehr ungemein, zumal der Abonnementspreis 5 Mk. für den ganzen Monat beträgt. Vom Malbergthurme aus genießt man den herrlichsten Fernblick. Man sollte auch nicht versäumen — und die Zeit reicht dazu vollauf — daS Landschaftsbild Paris, 18. Juli. Der Handelsminster wird dem nächst eine Reform der öffentlichen Submissions Bedingungen der Arbeiten für den Staat ausarbeiten. Alle Handelskammern werden aufgefordert, ihre Bemerkungen über die vorzunehmenden Aenderungen mitzutheilen, damit ein einheitliches Reglement für das ganze Land hergestellt werden kann. Paris, 18. Juli. Die „Libre Parole" warnt die französischen Capitalistcn davor, auf die chinesische Anleihe zu zeichnen. Sofia, 18. Juli. Stambulow, der seit gestern Abend 10 Uhr bewußtlos war, ist heute früh 31/2 Uhr im Beisein seiner Familie und Freunde (wie bereits in voriger Nummer gemeldet. Red.) gestorben. Sein Zustand war seit gestern Nachmittag hoffnungslos. Elf Aerzte befanden sich gestern bei dem Kranken. Frau Stambulow ist in Folge der großen Aufregung sehr leidend. Die hiesige Presse äußert sich wenig. Das Regierungsblatt verurtheilt zwar das Verbrechen, behandelt es im Uebrigen aber wie einen Vorfall, der in einigen Wochen abgethan sein wird. Sofia, 18. Juli. Nach den bisherigen Constatirungen der Staatsanwaltschaft folgten, nachdem Stambulow den Union-Club verlassen, dem Wagen Stambulows ein berittener und ein Fußgendarm. Plötzlich, als der Wagen angehalten wurde und Schüffe fielen, war der berittene Gendarm verschwunden. Als der Fußgendarm an die betreffende Stelle kam, war bereits alles vorüber. Der Wagen war im Galopp davongefahren, nachdem ein Angreifer denselben bestiegen hatte. Ein Attentäter wurde vom Diener Stambulows verwundet. Er wäre ergriffen worden, wenn die die Wohnung des Ministerpräsidenten überwachenden Gendarmen nicht den bedauerlichen Fehler gemacht hätten, den Diener festzuhalten, wodurch die Flucht des Attentäters gelang. Don Seiten mehrer Augenzeugen wurde eine genaue Personalbeschreibung der Mörder gemacht. Trotzdem formten dieselben nicht ermittelt werden. Man befürchtet, daß sie bereits ins Ausland geflüchtet sind. Seitens des Untersuchungsrichters wird positiv geglaubt, daß der Hauptattentäter Halles sei. Sofia, 18. Juli. Stambulows Tod hat in der Stadt große Erregung hervorgerufen. Diese Erregung wendet sich nicht so sehr gegen die Regierung als gegen den Fürsten Ferdinand. Stambulows Freunde beschuldigen den Fürsten direct, daß er allein Jntereffe am Tode Stambulows gehabt. Die Ueberzeugung, daß Fürst Ferdinand nicht mehr nach Bulgarien zurückkehren werde, tritt sich immer mehr Bahn. Die russophile Partei erörtert ernstlich die Idee, den Fürsten Ferdinand zu entthronen und seinen Sohn unter einer von Rußland zu bestimmenden Regentschaft als Fürsten zu von der entgegengesetzten Seite, vom anderen Lahnufer aus, vom Concordienthurme, zu betrachten. Ein Bummel durch die Promenaden, wo sich in den Frühstunden die Kurgäste plaudernd und lachend einfinden — Bücher- und Zeitungsverkäufer scheinen mir hier gute Geschäfte zu machen — ein Blick in die Verkaufsläden unter den Arkaden, ein Gang durch die luxuriös und gediegen aus- gestatteten Kurhaussäle und vor Allem die Besichtigung der verschiedenen Quellen, unter welchen der Kesselbrunnen als der stärkste gilt, werden den Tag genügend ausfüllen. Die Aerzte haben jetzt noch eine dritte Brunnenstunde, die um 11 Uhr Vormittags, eingesührt. Einem Industriezweige kommt diese vor Allem zu Statten: dem Glas- waarenverkauf. Von dem einfachsten bis zu dem elegantesten, feinst geschliffenen Exemplar trifft man hier alle Sorten von Gläsern. Dazwischen auch Vasen, bauchige Krüge, die nach ausgegrabenen römischen Modellen geformt sind rc. 2c. — kurz, es wird Einem sehr schwer, sich nicht sofort mit einem Andenken zu belasten. Noch schwerer kommt es uns aber an, gleichzeitig au den lockenden Obftbuden vorüberzugehen, wo in der appettt- lichsten Auslage Kirschen, Erdbeeren, Pfirsiche, Trauben, meist als Rtesenexemplare, prangen. Ein Stillleben möchte man fich sofort daraus arrangiren! Für den Anblick bezahlt man wohl auch mit, denn für ein Pfund Annanas-Erdbeeren verlangte die irdische Stellvertreterin der himmlischen Pomona mit liebenswürdigstem Lächeln — zwei Mark! Was thut man in Ems an einem Regenabend? Auch dafür ist gesorgt. In dem Fest- und Concertsaale deS Kurhauses hat auf niedlicher Miniaturbühne ein (Sommer- th eater seine Scene aufgeschlagen und regalirt das Publikum mit den bekannten und überall zugkräftigen Repertoirestücken. Außerdem befindet sich gegenwärtig auch noch ein Parodietheater in Ems, daS seiner Bestimmung gemäß von den Brosamen lebt, die von der Großen Tische fallen. Samstag den 20 Juli Nr. 168 189# Gießener Anzeiger 6118 Kenerat-Mnzeiger Aintr- unfr Anzeigeblatt für den "Kreis Gieren. chratisöeitage: Gießener Aamitienötätter Äehlar. Vorstand. SSM, Feuilleton Tod Kaiser Wilhelms I., nie vergessen wird und kleine Zeichen rührender, die Frequenz des Bade- All- Annoncen-Burcaux deS In- und Auslände- nehme» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. Wigen Quellen zu versammeln. Es ist nicht wahr, daß der )en das dankbare Ems natürlich Itffen Andenken durch große und inniger Pietät festgehalten wird, Die Gießener Aamtkienvkätler werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Der chlehener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme des Montags. laimtqutHui: 6totf r-vvrkltu.tztltM J find feit lanje durch unübertroffffli lagern und tflenv rmatb, «ttei-stch Dutflm wirbln Saly t Sah ist ein lünfy -chttsten »nmhWn tz, Em« in der Hochsaison. Retsebrtefe für den „Gießener Anzeiger". (Nachdruck verboten.) Dr. M. Für Ems sind jetzt die besten Tage. Das Aadeleben steht in vollster Blüthe und fast mit jedem Zuge Neffen neue Kurgäste und Paffanten ein. Der Weg, den man von Gießen auS mit der Bahn bis 8mS zurückzulegen hat, ist besonders lohnend und gleicht mit 3rinen Gebirgs- und Burgcouliffen, die fich in beständig Wechselnden Bildern vor den entzückten Augen aufbauen, einer fimmungSvollen Ouvertüre zu einem, reizenden Festspiel, das lon der Natur erdacht und von der Kunst in der mannig- faltigften Weise ausgenützt worden ist. Die Lahn hat bei Weitem nicht die Menge sanges- Imdtger und poefiefreudiger Verherrlicher gefunden, wie der Nbeinftrom, und doch, wenn man ihren Lauf von Gießen bis Klblenz verfolgt, möchte man fich versucht fühlen, zu glauben, 113 hier an ihren Ufern ein ebenso starker Sagenhort auf- gespeichert liegt, der eben nur deS geschickten Finders harre. 8a(b rechts, bald links taucht eine stattliche Burg, eine ^stilvolle Kirche, ein interessanter Ruinenreft auf. Das Auge M fich in steter Wachsamkeit erhalten, wenn es nichts ver« litten will. Die zwei Stunden Bahnfahrt werden unS auf diese Weise sehr kurz. Eben hat unsere Blicke noch das liebliche Nassau beschäftigt, und da find wir auch schon in btm gepriesenen Ems, daS seinen Weltruf in jeder Weise rechtfertigt und keiner lärmvollen Reclame bedarf, um Ger- inanen, Romanen und Slaven alljährlich an seinen wunder- m Betten, übernähme 4233 Depeschen des Bureau „Herold". Berlin, 18. Juli. Nach den bisherigen Bestimmungen wird der Kaiser von seiner Nordlandsfahrt am 28. d. M. wieder in Kiel eintreffen, dort zunächst an Bord seiner Dacht „Hohenzollern" einen kurzen Aufenthalt nehmen, und sodann am 2. August von Kiel aus durch den Kaiser-Wilhelm Canal die Reise nach England antreten. In England gedenkt der Kaiser bis zum 16. August zu bleiben, und über Wilhelmshaven die Reise nach Berlin zu machen. Berlin, 18. Juli. Der bekannte Reichstagsabgeordnete Haas erklärte nach einer Meldung des „Berliner Tageblattes" aus Straßburg in einer vertraulichen Besprechung mit den andern lothringischen Abgeordneten, daß er sein NeichStagsmandat niederlegen und in einigen Wochen nach Nancy überfiedelu werde. Berlin, 18. Juli. Nach einem an der hiesigen Börse verbreiteten, auS Wien stammenden Gerücht soll Fürst Ferdinand von Bulgarien abgedankt haben. Berlin, 18. Juli. Der nächstjährige deutsche Journalisten- und Schriftsteller tag soll hier abgehalten werden. Berlin, 18. Juli. Gegen den Rechtsanwalt Fritz Friedmann ist, wie die Abendblätter melden, eine Untersuchung wegen Bestechung eines Criminalbeamten eingeleitet worden. Berlin, 18. Juli. Anläßlich deS heute früh erfolgten Ablebens Stambulows bringen die Abendblätter längere Artikel, in welchen die Umstände seines Todes und die Consequenzen, welche derselbe für Bulgarien nach sich ziehen dürfte, besprochen werden. Die „Kreuzzeitung" schreibt: Der erste Act des Trauerspiels ist hiermit zu Ende. Die weitere Entwickelung wird aber für Bulgarien, wenn nicht gar für die ganze Balkan-Halbinsel und darüber hinaus von bemerkenSwerthen Folgen begleitet sein. Die an den Prinzen Ferdinand nach Karlsbad von verschiedenen Seiten' er- sicht“ anerkannt vorzüg. ,uliua Janz. WolffS telegraphisches Correspondenz-Bureau. Karlsbad, 18. Juli. Fürst Ferdinand von Bulgarien übersandte auf die Nachricht von dem Ableben Stambulows der Wittwe desselben ein Beileidstelegramm. Sofia, 18. Juli. Das Begräbniß Stambulows findet Samstag Nachmittag 2 Uhr statt. Die Meldung, daß einige Vertreter auswärtiger Mächte bei dem Tode Stambulows zugegen gewesen seien, bestätigt sich nicht- dieselben waren theils vor, theils nach dem Ableben Stambulows in besten Wohnung. deofen trieb mit neu» a. viertelfähriger > A0o»»eme«i»prei», 2 Mark 20 Pfg. mit vringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Nedaction, Lxpedition und Druckerei: Kchnlstraße Ar.7. Fernsprecher 51. u Ufr. bit ®renia Stationen). ,i6er SypAii« 1.5i (i RaUmunt. 1 Versanmlunt Ebrach, i«renz ^»Schlich, Sie "»-» d°u- agsort. 6081 eizung u. Gaaenpamie. asheizöfen. dir.* 2,11 Call, Aachen. b. 61l.uidWasier*i» i„ Betrieb za »ehe.. jTreitoi 1895- Hi | StlbrnenU -Stock rij I ■ »s rtöb. Lbl- 100» t 'M- «(g/i) «KÄSS M. a tun Lii** llt proclamiren. Hrute Nachmittag war hier das Gerücht verbreitet, der Kriegsminister habe vom Ministerium die Ermächtigung erhalten, Len Belagerungszustand zu verhängen. Sofia, 18. Juli. Der neuerliche Drohbrief, den Radoslawow erhielt, hat folgenden Wortlaut: „Wenn Die nicht aufhören, anti-russische Politik zu treiben, werden Sie in die Luft gesprengt." Unterschrieben war der Brief: Vom Comite der XVI. Constautiuopel, 18. Juli. 6000 Mann der hiesigen Garnison haben den Befehl erhalten, sich zum Abmarsch nach Macedonien bereit zu halten. Der Krieg von 1870(71, geschildert durch Ausschnitte aus ZeitungS-Nummern jener Zett. (Nachdruck verboten.) 20. Juli. Die ersten Schüsse im deutschen Kriege find am 19. Juli zwischen Forbach und Saarbrücken gefallen. Französische LhafieurS d'Afrique, eine starke Truppe, überschritten die Grenze, schleppten zwei Zollbeamte fort und wandten sich gegen einen Haufen ansprengender Preußischer Ulanen. Sie rilten mit höllischem Gebrüll auf fie ein und machten nach einigen Schüssen Kehrt, als die Ulanen mit Lachen und ein« gelegten Lanzen antworteten. Die Franzosen rühmen fich, daß fie immer an der Spitze der Civilisation marschiren; o, ihr Heuchler, wer marschirt an der Spitze eurer Heere? Die Zephire, Tur kos nnd Zuaven, die ein ehrlicher französischer Soldat selber über die Achsel ansieht. Die Zephire find Sträflinge und Verbrecher, deren sechs Bataillone in Afrika stehen und nur durch Tapferkeit im Kriege ihre Freiheit wieder erringen können. Sie desertiren gern und deßhalb steht immer eine Truppe hinter ihnen, die fie im Rücken faßt,- beim Sturm einer Schanze müffen sie voran, denn sie gelten als Kanonenfutter- sie stehlen wie die Raben im eigenen Lager und werden von den anderen Soldaten verachtet. Ihr Hauptkennzeichen ist eine kleine Patronentasche mit Deckel von Kalbfell. Die TurkoS sind Neger, Kabylen oder Araber, drei mit Bayonnetgewehren bewaffnete Regimenter, ihre Uniform ist hellblau mit gelbem Besatz an Jacke und Plastron, rothe Schärpe, weißer Turban. Der Turko läuft dem Feinde mit wüthendem Geschrei und Geheul wie Katzenmusik ent- gegen; er ist wild, aber feige, wenn es Mann gegen Mann geht, grausam gegen Wehrlose, hündisch, wenn ihm ein Stärkerer entgegentritt. Die Oefterreicher bei Magenta und Solfertno haben nicht viel Federlesens mit ihnen gemacht. D'e Zuaven sind bekannt, fie sind Schützen, etwa wie die Füsiliere. Sie suchen die französische Beweglichkeit beim Airgriff durch einen Kibttzlauf zu verstärken. Nur Ruhe, ihr preußischen Füsiliere, den Schuß ohne Uebereilung abgegeben, und der Kibitz besinnt sich leicht, er will seiner schönen Jacke kein Loch machen laffen. Zur landwirthschaftlichen Ausstellung in Gießen vom 19. bis 22. September 1895. Viele fleißige Hände rühren sich jetzt, um die Vorbereitung für die vom 19. bis 22. September d. I. in Gießen stattfindende landwirthschaftliche Ausstellung zu treffen. ES ist kein Fest, zu dem da in den Mauern des freundlichen Gießen gerüstet wird, es ist eine ernste Ausstellung der ganzen hessischen Landwirthschaft, auf der gezeigt werden soll, daß der hessische Landwirth in technischer Beziehung sein Gewerbe von Grund aus versteht und daß er, mit diesem Rüstzeug bewaffnet, die schweren kritischen Zetten für die Landwirthschaft zu bestehen und mannhaft den Bedrängniffen Widerstand zu leisten versucht. Die Anmeldungen, welche bis zu dem Augenblick, in dem wir Dieses schreiben, etngelaufen sind, laffen erkennen, daß die Ausstellung in allen ihren 9 Abtheilungeu: I. Thtere (Pferde, Rinder, Schafe, Schweine, Ziegen, Nutzgeflügel), II. Landwirthschaftlich'technische Gewerbe (besonders Molkerei- wesen), III. Producte des Pflanzenbaues, IV. Landwirth- schaftliche HtlfSstoffe, V. Wissenschaftliches, VI Landwirthschaftliche Geräthe und Maschinen, VII. Bienenzucht, VIII. Fischzucht, IX. Forstwirthschaft — gut, thetlweise sehr gut beschick! werden wird. Der Glanzpunkt der Ausstellung dürfte die Rindvieh- Abtheilung werden. Wir werden hier eine große Anzahl des trefflichen Vogelsberger Viehes sehen, neben zahlreichen Repräsentanten des Stmmenthaler Viehes und seiner Kreuzungen. Sehr interessant werden weiter die ProductenauSstellung, die Fischereiausstellung, die Geräthe- und Maschinenabtheilung, die Bienenzucht usw. werden. Bekanntlich findet die Ausstellung auf dem Oswalds Garten in Gießen statt. Sowohl der große, freie Platz, wie die auf dem Platze befindlichen öffentlichen Gebäude stehen der Ausstellung zur Verfügung und cs wird fich dieselbe hier vortrefflich unterbringen laffen. Hierzu kommt noch, daß die schönen Bauten des Mittelrheinischen Turnfestes, das kürzlich in Gießen stattgesunden hat, z. B. die prachtvolle Festhalle, die Einzäunung des Platzes rc. von dem Comite des Turnfestes durch den geschäftSführenden Ausschuß der landw. Ausstellung übernommen worden sind. In der letzten, am Montag den 15. d. M. stattgehabten Sitzung des geschäftsführenden AuSschuffeS konnte der Vorsitzende deS HauptcomiteS, Herr Provinzialdirector Freiherr v. G a g e r n in Gießen, berichten, daß die Vorbereitungen zur Ausstellung bereits weit vorgeschritten seien. * Der Vertrieb der 60000 Loose a 1 Mk. hat begonnen und zeigt auch der rege Absatz derselben, welch große Sympathie im Lande dem Unternehmen entgegengebracht wird. In der oben erwähnten Sitzung des geschäftsführenden AuSschuffeS wurden noch einige Beschlüffe, betr. die Ausstellung geiaht, welche allgemeineres Jntereffe verdienen und daher hier wiedergegeben werden mögen. Die EinlieserungStermine für die einzelnen Abtheilnngen der Ausstellung sind folgendermaßen festgesetzt worben:' Es müffen in Gießen eingeliefert sein: 1. Thiere am 19. September, Mittags 12 Uhr, 2. Fischereiabtheilung am 19. September, spätestens Morgens 8 Uhr, 3. Producte des Pflanzenbaues am 16. September, Abends, 4. Landwirthschaftliche Hilfsstoffe am 16. September, Mittags, 5. Wissenschaftliches am 16. September, Mittags 12 Uhr, 6. Geräthe und Maschinen am Samstag den 14. September, Abends, 7. Molkereiwesen und technische Gewerbe am 16. September, doch können Molkeretpro d ucte noch bis zum 19. September Mittags etngebracht werden. Für die Producte des Pflanzenbaues ist der A»melde- termin auf den 1. September l. I. verschoben worden. Das Prämiirungscomitö, also diejenige Corporation, die die höchste Instanz in technischen Fragen während der Ausstellung bildet, soll bestehen aus den Herren Oeconomierath Müller-Darmstadt, Gutsbesitzer Schl enke - Hardthof, Gutsbesitzer D ert weil er - Laubenheim und Freiherr von Wangenheim. Als Commtffare für die einzelnen Abtheilnngen der Ausstellung sind gewählt die Herren für Abtheilung: 1. Rindvieh: Leit Higer-Alsfeld; 2. Pferde: Kreuzberg-Gießen; 3. Schafe, Schweine und Ziegen: Walther-Gießen; 4. Nutzgeflügel: Schwan-Gießen; 5. Landwirthschaftlich technische Gewerbe: Schudt-Gießen und Leith tg er-Alsfeld; 6. Producte des Pflanzenbaues: Dr. v. Pet er-Friedberg; 7. Wissenschaftliches: Geheimerath Prof. Dr. Thaer und Culturingenieur Wißmanu-Gießen; 8. Landw. Geräthe und Maschinen: Andrae-Büdingen; 9. Bienenzucht: Düll-Wieseck. 10. Fischzucht: Eisenbahusecretär Schrüreck-Deutz. 11. Forstwirthschaft: Professor Wi mme n au er - Gießen. Für die Ausstellungen werden silberne und broncene Medaillen geprägt werden, doch stehen die näheren Bestimmungen über die Art der Prägung noch aus; dagegen lag der Versammlung ein Entwurf zu eipem Ehrendiplom für die Ausstellung vor, das in seiner künstlerischen Auffaffung den allgemeinen Beifall fand. Bezüglich des Katalogs wurde bestimmt, daß von demselben 1500 Exemplare gedruckt werden sollten, der Preis eines Exemplars wird 40 Pfg. sein. Alle Anfragen, die Ausstellung betr., sind an die Geschäftsstelle in Gießen zu richten. In Kürze werden wir die Liste der zu Preisrichtern erwählten Herren bekannt geben können, ebenso auch die näheren Zahlen betr. die Beschickung in den einzelnen Gruppen und Abtheilnngen. Neben den zahlreichen Geldpreisen stehen nunmehr auch folgende Ehren- und Siegerpreise zur Verfügung: Dom Landesausschuß der landw. Vereine des Großherzogthums Heffen: 300 Mk. für eine große Sammlung Vogelsberger Vieh, 200 „ für eine kleine Sammlung Vogelsberger Vieh, 300 „ für eine große Sammlung Stmmenthaler Vieh; ferner von Sr. Erlaucht dem Herrn Grafen zu. Solms-Laubach ein Ehrenpreis von 200 Mk. für die beste Sammlung von fünf Kühen rein Vogelsberger Raffe; von Herrn Grafen Oriola ein Siegerpreis von 100 Mk. für die beste Leistung in der Ziegenzucht und je zwei Preise ä 50 Mk. für hervorragende Leistung in der Obstzucht. Von verschiedenen Corporationen, Communalverbänden rc. stehen weitere Stiftungen von Ehrenpreisen in Aussicht. Es wird noch angefügt, daß vom 10. d. MtS. an Herr Generalfecretär Dr. Rodewald aus Offenbach a. M. mit der Geschäftsführung für die landwirthschaftliche Ausstellung in Gießen beauftragt worden ist. Sitzung der Stadtverordneten am 18. Juli 1895. Anwesend: Herren Beigeordneten Georgi und Grüneberg, von Seiten der Stadtverordneten die Herren Flett, Dr. Gut- fletsch, Heyligenftaedt, Helfrich, Homberger, Jughardt, Keller, Löber, Orbig, Petri, Schiele, Schwall, Dr. Thaer, Vogt und Wallenfels. Das Gesuch der Direction des botanischen Gartens um Ueberlaffung von Wiesen-und Walderde wird zu den von der Großh. Oberfötsterei festzufetzenden Preisen genehmigt. Das Gesuch des Herrn I. Wellhöf er von Sommerhausen in Bayern um Aufnahme in den hessischen StaatS- verband soll befürwortet werden, wogegen fich die Versammlung bezüglich des bereits in voriger Sitzung behandelten Gesuches des Lorenzo Della Berta aus Colazzo in Italien gegen Befürwortung ausspricht. Herr Buderus jun. von Lollar hat um Uebertragung der bisher von seinem verstorbenen Vater ausgeübten Jagd im Bezirk Hangelstein nachgesucht. DaS Gesuch wird für den Rest der Pachtzeit (Februar 1896) genehmigt. Zu dem Gesuche des Herrn Eberh. Metzger um Er- laubmß zum Branntweinverkauf über die Straße im Hause Frankfurterftraße 1 hat die Commission Bejahung der Be- dürfnißfrage beantragt, weil dem Delicatefftn u. f. w. einkaufenden Publikum Gelegenheit zur gleichzeitigen Deckung deS Bedarfes an Branntwein gegeben werden müsse. Die Versammlung erklärte sich mit dem Antrag einverstanden; deSgl. wird die Bedürfnißfrage bejaht bezüglich des Wirth- schaftSconcesfionsgefucheS von I. Blume, (Hartmanns Wirth- schaft zur SelterShöhe an der Frankfurterstraße), weil eS fich um Uebertragung einer bereits bestehenden Winhfchaft handelt. Die am 14. Juni stattgehabte Berufs- und Gewerbezählung betreffend, theilt der Vorsitzende (Her Beigeordneter Georgi) mit, daß sich freiwillige Zähler »ich gemeldet hätten, die Zähler sonach entsprechend honorirt werden müßten. ES wird auf Antrag der Finanzdeputation beschloffen, den als Zählern thättg gewesenen Privaten, Lehrern rc. je 20 Mk., den Gemeindebeamten je 10 Mk. zu bewilligen; dic Gesammtkoften der Zählung belaufen fich darnach auf 1540 Mk. In Ausführung deS Gesetzes über die polizeiliche Be- aufsichtigung der Miethwohnungen und Schlafstellen wurde das Ausmeffen und Untersuchen dieser Wohnung durch zwei Polizeibeamten in der Zeit vom 18. April bis 21. Mat vorgenommen. Dem Gesuch der betreffenden Beamten um Gewährung einer Vergütung hierfür wird nur insofern entsprochen, als denselben je 20 Mk. für Abnutzung ihrer Civilkleider vergütet werden sollen. Wegen der vorschriftswidrigen Piffoiranlage in der Restauration Vogt hat die Baudeputation die Beanstandung der Anlage beantragt; die Versammlung beschloß in gleichem Sinne. Dem Gesuch deS Herrn F. Borger aus der „Schönen Aussicht" um Erlaubniß zur Belassung einer Mauer mit Wirthschaftshalle soll stattgegeben werden, wenn Gesuchsteller sich verpflichtet, Mauer und Wirthschaftshalle auf Anfordern zu entfernen, falls dies in Zukunft für nöthig erachtet werden sollte. Mit dem Angebot des Herrn MetzgermeisterS Seng, die vor feinem Haufe am SelterSweg befindliche Freitreppe gegen eine Vergütung von 200 Mk. und Herstellung eines StückeS Asphalttrottoirs auf Kosten der Stadt zu entfernen, erklärt sich die Versammlung einverstanden. Herr Schreinermeister Johs. Lenz hat um Fortsetzung der Gasleitung bis zu seinem Hause an der Frankfurter Straße behufs Anschluffes eines Gasmotors nachgefucht. Dem Gesuch soll entsprochen werden, wenn Gesuchsteller einen jährlichen Gasconsum im Betrage von 200 Mk. auf die Dauer von 10 Jahren garantier, im Falle Einschränkung ober Einstellung des Bezugs eine Vergütung bis zu 600 Mk. an die Stadt leistet, im Uebrigen vor Ausführung der Arbeiten sich zu einer Sicherheitsleistung versteht. Im Falle der Gasverbrauch sich vergrößert, soll dem Gesuch- steller eine Erleichterung der Lasten gewährt werden. Die Ausführung der 250 Meter langen Leitung ist auf 1170 Mk. veranschlagt. Die Fortsetzung der Wafferleitung bis zur Obermühle zwecks AnfchluffeS des H erz b e r g er' schen HauseS soll auSgesührt werden, wenn der Gesuchsteller einen Mindestverbrauch von 22 Mk. jährlich garantirt; ebenso soll die Leitung ausgedehnt werden auf die Plockstraße biß zum Bach'scheu Neubau gegen Garantie eines Mindestverbrauchs im Betrage von 30 Mk. und bis zum Spieß'scheu Hause in der Diez ft raße für den Mindeftbetrag eines Anschluffes (15 Mark.) srJ molin, W» bcm^V i Wttfl ^flD. 1 Z-lch dtl 8M,5flDWa nd) erfolgter! fcnUatMW xadgeril-t btt - Losgab' ^Mnwalt F' ‘Mtfanwal w i- ° •» P. A. StrtinW^ bt hl 18. Äugt Parade der schändlich wi auch opferreid Kirchen Festg ttm Danke flt unsere hessische an bit für II ftllenen feierlic xa\t die ausw inaerungsfe Mang deS Fesi •je nach ihrer ( wahnen, und ho Gebrauch gema bamalß. - Ge nähme an der uns ptwhtjfeO«. Gieße», den 19. Juli 1895 Ordensverleihung. Seine Königl. Hoheit der Groß, Herzog haben Allergnädigft geruht, am 15. Juli dem Kreisrath des Kreises WormS, Dr. Andreas Breid ert, sowie dem Oberbürgermeister der Stadt WormS, Wilhelm Küchler, das Ritterkreuz erster Klaffe deS Verdienstordens Philipps des Großmüthigen zu verleihen. ** Auszeichnung. Seine Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigft geruht, am 15. Juli dem Stadt- baurneister Karl Hofmann in WormS den Character als „Baurath" zu ertheilen. ** AuS dem Zustizdieust. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigft geruht, am 16. Jul/ dem LandgerichtSsecretär am Landgericht der Provinz Rhein- Hessen Hermann Wolf und dem LandgerichtSsecretär am Landgericht der Provinz Starkenburg Dr. Max Mayer den Character als „Justizrath" zu verleihen. — Durch Entschließung Großherzoglichen Ministeriums deS Innern und der Justiz vom 13. Juli wurde der Amtsrichter Dr. Ferdinand Stein in Lorsch mit Wahrnehmung der Dienstverrichtungen eines Amtsrichters beim Amtsgericht Darmstadt II beauftragt. ** Oeffeutliche Anerkennung einer edlen Thal. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben dem Taglöhner Conrad Roßmann zu Mainz in Anerkennung des von demselben bei der Rettung des 5 Jahre alten Ignaz Müller dortselbst vom Tode des Ertrinkens bewiesenen besonnenen und muthvollen Verhaltens eine Geldprämie zu verleihe» geruht. ♦* Fackelzug. Morgen Samstag findet zu Ehren des Herrn Geh. Hofrath Prof. Dr. O n cf en, der in diesem Semester das 25jährige Jubiläum feiner hiesigen Lehrthätigkeit feierte, ein von der gefammten Gießener Studentenschaft dargebrachter Fackelzug statt. Die Aufstellung beginnt um 9 Uhr auf Oswalds Garten. Der Zug bewegt sich von da durch folgende Straßen: Neustadt, Bahnhnfftraße, West-Anlage, Bleichstraße, Ludwigstraße, Gartenstrahe, Süd-Anlage, Seltersweg, Kreuzplatz, Marktplatz, Marktstraße, Neustadt, Oswalds - Garten, woselbst die Fackeln zusammengeworfen werden. ** Befitzwechsel. Im nichtöffentlichen Thcile ihrer gestrigen Sitzung hat die Stadtverordneten Versammlung dem Ankauf der ooTin. v. Rabenau'schen Besitzungen auf dem Seltersberg zugestimmt unter nachträglicher Genehmigung des dieserhalb von dem OberbüTgermeiftet seinerzeit an Herrn Stadtverordneten Dr. Gutfleisch gerichteten Ersuchens wegen Theilnahme an der Versteigerung vom 13. v. M. Der Steig- preis beträgt 148,000 Mk. — Hierzu wird uns weiter mit» geteilt, daß die Besitzung ein Areal von rund 40 Morgen umfaßt, nämlich die Hofraithe in der Frankfurter Straße 3500 Quadratmeter, baß daneben liegende Gelände 38,500, daß Gelände zwischen Frankfurter, Ludwigs- und Wilhelms- Mge B 'Mtz M vW bi» 1. StMl AnsaimMtz Stabtottoibne behufs vorgän zubringen. Gießen 6197 Damit die Da! MbnliSMVo t*, Mr KWsMum Fernsprecheinnä recht bald, i Kaiserliche! Nur für « dir Herstr in Ar> langen erst in Darm> Morgen Äouf ß« W 601 Erzählung ve 6188 ®t0§6- Ort °n,19 btn SL Sr Montag, Mittwoch und Samstag frischer ZmkbelKilchen bei 6061 Wilh. 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Bei dem zweiten Vorsitzenden des Festausschusses meldeten sich dieser Tage zwei Studenten. Nachdem die übliche Begrüßung und Vorstellung stattgefunden und die Herren nach ihren Wünschen gefragt, erklärten sie, sie hätten bei dem Turnfest ein Deficit von 200 Mk. gehabt, und erlaubten sich beim Rechnungsabschluß dem Finanzausschuß zu empfehlen. *♦ Auch eine Vertheidiguug. Ein Stromer bettelte vorgestern Abend 11 Uhr auf einer Studentenkneipe und wurde daraufhin verhaftet. Zu seiner Vertheidigung brachte er vor, er habe nicht gebettelt, er habe sich, da er Irank sei, von den Studenten ein Rezept verschreiben lassen wollen, die Herren könnten das, denn was der eine nicht wisse, wisie doch der andere. • • DaS 11. Feld Artillerie Regiment wird morgen auf dem Marsche nach EpSdorf und Leinenhosen unsere Stadt passiren. Die Batterien befinden sich heute in den Ortschaften Klein- und Grohen-Linden, Lang Göns re. ♦ * Zulaffuug zur Rechtsanwaltschaft. Am 24. Mai wurde der Rechtsanwalt Ernst Ludwig Rosenberg in Alsfeld, rach erfolgter Aufgabe der Zulasiung zur Rechtsanwaltschaft bet dem Amtsgericht Alsfeld, zur Rechtsanwaltschaft bet dem Landgericht der Provinz Oberhessen zugelassen. ♦ * Aufgabe der Zulaffuug zur RechtSauwaltschaft. Der Rechtsanwalt Ferdinand Eberwetn in Vilbel hat die Zulaffuug zur Rechtsanwaltschaft bei dem Amtsgericht Vilbel mit Wirkung vom 1. Juni an aufgegeben. ♦* P. A. 25jährige ErinnerungSfeier au 1870, zugleich VerbaudSfest der Kriegerkameradschaft ,Haffia". Zur Feier deS 18. August wird an diesem Tage früh 7 Uhr eine Parade der Darmstädter Garnison stattfinden. — Selbstverständlich werden zum Gedächtniß an den glorreichen, aber auch opferreichen Tag von Gravelotte in den Darmstädter Kirchen Fest gott es dienst e abgehalten werden, in welchen tiem Danke gegen Gott für die Erfolge jenes besonders für unsere hessische Division schweren Tages, wie dem Gedächtniß an die für ihr Vaterland auf dem Felde der Ehre Gefallenen feierlichst Ausdruck gegeben wird. Die Darmstädter wie die auswärtigen Theilnehmer an der großen Erinnerungsfeier an jenem Tage haben, da die Auf- strllung des Festzuges erst gegen 10 Uhr beginnt, Gelegenheit, je nach ihrer Confession, einem dieser Gottesdienste beizu< wohnen, und hoffentlich wird von dieser Gelegenheit reichlich Gebrauch gemacht, denn zunächst Gott die Ehre, heute wie damals. — Gegenüber der außerordentlich zahlreichen Thetl- nähme an der Erinnerungsfeter aus allen Theilen des GroßherzogthumS ist die Arbeit des Empfang saus- | schuffeS eine besonders schwierige, indeß sucht seine unermüdliche Thätigkeit nach allen Seiten hin daS Gelingen deS Werkes in bester Weise vorzubereiten. Nachstehend geben wir den Hauptinhalt der vom Ausschuß festgestellten Liste der am 18. August zur Benutzung kommenden Einsteig- Stationen mit der gemeldeten Theilnehmerzahl der Krieger wieder: Bis zum 9. Juli waren gemeldet auf den Linien: 1) Frankfurt a. M.—Kassel an 17 verschiedenen Stationen 1280 Krieger, 2) Homburg—Frankfurt a. M. 1 Station 57 Krieger, 3) Hanau—Friedberg 1 Station 30 Krieger, 4) Hessische Privatbahnen 12 Stationen 501 Krieger, 5) Main-Neckar-Bahn 16 Stationen 1443 Krieger, 6) Gießen — Fulda 16 Stationen 367 Krieger, 7) Gießen —Gelnhausen 25 Stationen 580 Krieger, 8) Frankfurt a. M.—Bebra 4 Stationen 183 Krieger, Hessische Ludwigsbahn 71 Stationen 5510 Krieger, Badische Bahn 1 Station (Wimpfen a. N.) 31 Krieger, Summa 164 Stationen 9982 Krieger — deren pünktliche Einschiffung, rechtzeitige Beförderung und regelrechte Unterbringung resp. Aufstellung am dortigen Platze gewiß keine leichte Aufgabe ist. Schließlich sei noch bemerkt, daß die größte Zahl der Krieger in Mainz einsteigt mit 509, es folgen Worms mit 505, Gießen 308, Friedberg 291, BenSheim 269, Dieburg 256, Gernsheim 245, Butzbach 177, Pfungstadt 168 u. s. w. Schon diese trockenen Zahlen geben einen Begriff von der Bedeutung und Großartigkeit des Festes, das unS bevorsteht. kirchliche Anzeigen der Stndt Gietzen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst. Sonntag den 21. Juli. 6. nach Trinitatis. I« der Gtabtttrche. Vormittags 78/< Uhr: fällt aus. Vormittags 9V» Uhr: Pfarrer Schlosser. Vormittags 11 Uhr: Ktnderkirche. Pfarrer Schlosser. 3» der AohanneSktrche. Vormittags 78/4 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Gottesdienst mit Christenlehre für die Neuconfirmirten aus der Johannesgemeinde- Vormittags 9Vz Uhr: Pfarrer Dingeldey. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche der Lucasgemeinde. Pfarrer Dingeldey. Katholische Gemeinde. Sonntag, den 21. Juli. 7. Sonntag nach Pfingsten. Samstag: Nachmittag? um 4»Pfeilrlng“. Zu haben in \\. )J*tn Blechdosen Zinntuben ä 20 und ä 40 Pf. 10 Pf. in der Hirschapotheke, in der Pelikanapotheke u. in der Sugel' UuiverfitLtSapotheke, sowie in den Drogerien von Veuuer u. Krumm, von Emil Fischbach, von Otto Gchaaf und von A. «. G. 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Die Damen der Mitglieder werden gebeten, an der Versammlung theilzunehmen; um möglichst zahlreichen Besuch bittet. Wn, btut^tn 5 tiflt sich nun dir„Deutsche an den Kaisei die Blatter gi zahl der rerbi forderten Befäl wird Im Orga geknüpft: Wir aerker durch dl brauchen. Mar ^tobtonttnt|o: i» ^xmulntn. Reichstag vns lichrn Partrirn Einführung bt gesügt wird, ealnmrs erst | M eint Regf abgeänbert ftUb ^OTl& Arbeit der R wird die, w lWe Confe hoffentlich bei, itr zehnte M in der H der Tage L«k°heiten 'Arbeit, ( haabl unb kb ß,. 7" Vir D ^^bereliegi RedacUon: «. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl scheu UmversikälS-Buch- und Stemdrucker« ^Pietsch & Scheyda) >n Gießen. Soeben erschien: Kriegserinnerungcn Hervorragendes Lieferungswerk. B Dolfs »er 19 ?tr berliner n s* Friedr. Freiherr von Dincklage Campe Generalmajor z. D. erwarben Concordia. Sonntag den 21. Juli: Partie «ach dem LudwigSbruuueu. Zusammenkunft : Nachmittags 2 Uhr in der oberen Gartenstraße. 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Ich wandte mich an ihn und wurde innerhalb 4 Wochen von meinen Schmerzen befreit. Ich fühle mich hierdurch meinen Mitmenschen gegenüber verpflichtet, dieses der vollen Wahrheit gemäß der Oeffentlichkeit bekannt zu geben. Ich statte meinen herzlichen Dank ab und werde Herrn Dr. med. Bolbeding nach Kräften empfehlen. Essen a. d. R. Ernst Wiegand, 5608 Schriftsetzer, Beuststr. 15. 6183] Für ein gut eingeführtes, 7,j. wiederkehrendes Unternehmen wird ein tüchtiger Annoncen-Acquisiteur bei höchster Proo. gesucht. Off. an die Jaeger'sche vuchh., Aranksurt a. M. Wegen Umzug nach Schulstrasse 4 werden vorher grotze Parthien unseres Lagers zu bedeutend ermäßigten Preisen geräumt. 3OT* Bei 10 Mk. Einkauf eine Blouse nach ® Wahl gratis. Hamburger Engros-Lager:«