189$ Donnerstag den 20. Juni vierteljäkriger I Amts- uni Airzeigeblatt für den Ttveis Gieszen n chratisöeilage: Gießener Kamikienökatter. Anrtticher Theil r -rs sind Abonnements - Einladung Blouse 5291 (Z> « Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag» für b« folgenden Tag erscheinenden Nummer bi» Borm. 10 Uhr. Alle Annoncen-Bureaux de» In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. r: • r -L B o Bringcrlohn. Durch die Post bezöge» 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Kchntstraße Ar.l. Fernsprecher 51. Wir ersuchen nun namentlich auswärtige Leser, chre Bestellung bei der Post baldgefl. aufgeben zu wollen. Neuhinzutretende erhalten vom Tage der Bestellung bis 1. Juli den Anzeiger kostenfrei zugestellt, wie wir auch gerne bereit stnd, Probe- Nummern nach auswärts postfrei zu versenden. Den Lesern in hiesiger Stadt werden wir, wie seither, den Anzeiger weitersenden und den Abonnementsbetrag durch Quittung erheben lassen, salls nicht ausdrückliche Abbestellung erfolgt. Hochachtend Verlag des „Gießener Anzeiger" Brühl'sche Univ.-Buch- u. Steindruckerei (Pietsch & Scheyda). Bekanntmachung, betreffend Rothlaufseuche und Milz- und Rauschbrand in den Gemeinden Bonbaden und Schmalbach, Kreis Wetzlar. Bei einem Schwein in der Gemeinde Bonbaden, Kreis Wetzlar, ist die Rothlaufseuche, und bei einem Stier in der Gemeinde Schmalbach, Kreis Wetzlar, ist der Milz- oder Rauschbrand festgestellt worden. Gießen, den 18. Juni 1895. Großherzogltches Kreisamt Gießen. v. Gag er n. Vollendung des No rd-Ostsee-Tanals an. Da» britische Volk wünscht die Tiefe und Wahrhaftigkeit seiner Theilnahme an Allem zu beweisen, was die Wohlsahrt der befreundeten Nation befördert, in deren Größe sie eine Bürgschaft für die Freiheiten Europas und für die Zukunft der Civilisation erkennt. Die Art, wie Deutschland von seiner gegenwärtigen stolzen Stellung unter den Mächten Gebrauch macht, vertiefte die guten Wünsche Englands für Deutschland. Kein Land sendet in dieser Woche Deutschland und seinem Kaiser herzlicheren Glückwunsch als England. Der ^Wettet Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener N»«ltie«vtäiter werben bem Anzeiger Wöchentlich breimal beigelegt. „Hekla", „Alkmar". Kiel, 18. Juni. Der Kaiser laßt an dem Leucht- thurm in Holtenau eine Tafel zur Erinnerung an die Eröffnungsfeierlichkeiten deS Nord'Ostsee-Canals anbringen. Die- selbe trägt die Inschrift: „Kaiser Wilhelm eröffnete de° Nord-Ostsee-Canal und übergab und weihte ihn dem Welt« verkehr am 21. Juni 1895." — Kiel, 18. Juni. Da die französischen Schrffe keine Besuche annehmen, ist es möglich, daß die französischen Seeleute der Einladung der deutschen Marine nicht Folge leisten werden. Admiral Menard besuchte heute den Admiral Knorr auf dem Dampfer „Mars". Kiel, 18. Juni. Heute Vormittag 10 Uhr ist das spanische Geschwader in den hiesigen Hasen eingelaufen. Die Strandbatterien gaben Salutschüffe ab. Hamburg, 18. Juni. Die Ausschmückung des RathhaussaaleS ist nun vollendet. Dieselbe bietet einen impo[auten Anblick. Di- sllr 7S0 P-rs°n-° b-r-ch°°t-T-s-i «st bereits gedeckt. U-b-r dem Sitz de« Kaisers ist befielt Porträt angebracht, welche« van den deutschen kammern der Hamburger Handelskammer anläßlich des letzten Handelskammertages geschenkt wurde. ,, , fRff bi, Cuxhaven, 18. Juni. Heute früh ist hierselbst die türkische Corvette „Heibet-Fuad" eingetroffen. München, 18. Juni. Der Kaiser hat gestern Abend 6 Uhr 50 Min. nach herzlicher Verabschiedung vom Pr^nz. regenten unter begeisterten Kundgebungen des Publi^mS mittels ExtrazugS München wieder verlaffen und seine Reise nach P°?d°m angetreten, wo daselbst heute Morgen 8 Uhr die Ankunft erfolgte. — Der Prinzregent hat heute die Reise zu den Kieler Festlichkeiten über Kaffel augetreten und bC0,bteu?atit^a<18. ™un $ De/hier eingetroffene Delegirte des Bunde» deutscher Landwtrthe, Roland, richtet sein eifrigstes Bestreben darauf, einen internationalen Bund der Landwtrthe tnS Leben zu rufen, welcher sich befonbcr» gegen die Mißbräuche wenden soll, die eine natürliche Ent Wickelung der Getreidepreise aufhalten. Im nächsten Jahr Depcschm deS Bar««» .Herold*. Berlin, 18. Juni. Die „Post" meldet aus Hamburg: Hier traf heute Vormittag 11 Uhr eine Depesche vom Grafen Eulenburg beim Senat ein, welche meldet, daß die Kats.ertn morgen nicht nach Hamburg kommt, da sie unpäßlich ist. ES herrscht darüber großes Bedauern. Berlin, 18. Juni. Die an den Eröffnungsfeierlichkeiten theilnehmenden 350 Mitglieder deS Reichs- und Landtags werden morgen Nachmittag von hier abreisen und Abends 7 Uhr 15 Min. in Hamburg eintreffen. Kiel, 18. Juni. Programm für die Feierlich, ketten zur Eröffnung des Nord-Ostsee.Canals. Mittwoch den 19. Juni, Nachmittags 4 Uhr Ib Min.. Ankunft deS Kaisers in Hamburg, Bahnhof Dammthor. Abends 6i/e Uhr: Festmahl im Rathhause, gegeben von dem Senat der freien und Hausestudt Illumination und Feuerwerk auf dem Alsterbasfin (Alsterfest). Zu diesen Festlichkeiten ergehen besondere Einladungen seitens des Senats. Anzug: Gala mit dunklen Unterkleidern, bezw. Frack und weiße Cravatte, für die Herren vom Militär Paradeanzug mit langen Hosen. Beförderung nach Hamburg nach Maßgabe der den Gästen zugehenden BeförderungS- Bestimmungen. Abends 10V2 Uhr: Der Kaiser verläßt das Fest, um sich einzuschiffen. 10 Uhr 55 Min.: Die übrigen fürstlichen Personen verlassen daS Fest zur Bahnfahrt nach Brunsbüttel. ES folgen nach Maßgabe der BeförderungS- bestimmungen die sonstigen Gäste des Reichs. 11 Uhr: Abfahrt deS Avisos „Kaiseradler" nach Brunshausen. 11 Uhr 30 Min.: Beginn der Abfahrt für die in Hamburg liegenden Avisos nach Brunsbüttel in nachstehender Reihenfolge: „Lehn- sahn", „OSborne", „Trabant", „Grille", //Aretusa , „Enchantreß", „Surcouf", „Großjaschtscht", „MarqueS de la Ensenada", „Edda", „Viking", „Marblehead", „Mircea , M bet Dell E-Ä yj Sch» bif Ah Nkrs Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau. Berlin, 18.Juni. Die Abendblätter melden auS Kiel: Ptnaffen aller Nationen durchkreuzen den Hafen mit den Admiralen und Commandamen, welche Besuche austauschen. DaS Wetter ist kalt und Gewitterneigung vorherrschend. Die Canalstrecke ist mit Truppen besetzt. Der S^ffsverkehr im Canal ist von heute an untersagt. Die deutschen und fremdländischen Admirale fahren morgen mittelst Sonderzugs nach 18. Juni. Prinz Heinrich rmsing heute Nachmittag halb 5 Uhr den Admiral Menard mit dessen Stabe. Hamburg, 18. Juni. Der Reichskanzler traf heute Abend 6 Uhr auf dem Dammthorbahnhof ein und wurde durch ein Mitglied deS Senats begrüßt. Er soupirte Abends bei dem preußischen Gesandten v. Kiderlen-Wachter. Hamburg, 18. Juni. Um halb 10 Uhr Abends trafen der Prinzregent von Bayern, Prinz Ludwig von Bayern, Ministerpräsident Crailsheim, die Minister Riedel und v. Feilitzsch hier ein. Der Prinzregent wurde vom Bürgermeister Lehmann und Senator Moering empfangen. Nach dem Vorbeimarsch der Ehrencompagnie begaben sich d e fürstlichen Gäste in ihre Quartiere. Das Gewoge durch die festlich geschmückten Straßen ist enorm. Hamburg, 18. Juni. In den die Alster umgebenden Straßen und an der Elbe entwickelte sich heute schon am frühen Morgen ein reges Leben. Viele Straßen waren während der Nacht geschmückt worden. Insbesondere zetchnere sich aus der RödingSmarkt, der Alte Wall, der Neue Wall und der Graskeller, wo Triumphbogen, bekränzte Mastbaume, Tanuenbäume, Eichenlaub, Fahnen und Banner mite^ander wetteifern. Bet herrlichem Wetter unternahmen etwa hundert Vertreter der Preffe auf dem Dampfer „Falkenthal eine Fahrt durch sämmtliche Häfen. Der Dampfer fuhr um dreiviertel 10 Uhr ab. An Bord befanden sich sachkundige Herren, die über alles BemerkenSwerthe Auskunft ertheilten. Namentlich waren die ausländischen Vertreter über die Großartigkeit der Lafenanlagen höchst erstaunt und besonders erfreut, wenn sie bei dem Passiren der vielen ausländischen Schiffe emes Schiffes ihrer Nation ansichtig wurden. 3« WlWttr St-m-ng landeten die Theilnehmer gegen 12 Uhr in St. Pauli an der für das morgige Passiren deS Kaisers wundervoll ge- schmückten Landungsbrücke und begaben sich zu Fußi nach dem Concerrhause Ludwig, wo im Garten das Frühstuck ein h 0e W r i « genommen, ^ie „Wiener Zeitung" veröffentlicht eine Kundmachung der Statthalterei Niederösterreichs, welche die Abfuhr und den Abtrieb von Schweinen aus Wiener Neustadt wegen der auf dem dortigen Borstenviehmarkte con- statirten Schweineseuche untersagt. ~ London, 18. Juni. Der Großherzog von Hessen und der Herzog von Sachsen-Cobur g-Go tha begaben sich heute nach Hamburg zur Theilnahme an den Er öffnungSfeierlichkeiten des Nord-Ostsee-CanalS. Loudon, 18. Juni. Der Panzerkreuzer „Endymiou , der mit den übrigen, für die Feier in Kiel bestimmten Schiffen ausgelaufen war, mußte wegen eines Falles von Masern an Bord umkehren. Nachdem der Kranke in° Sherneß gelandet worden, ist daS Schiff heute wieder nach Kiel in See gegangen. Die auswärts verbreitete Meldung von einem Auflaus-n d-S Schifft« im B-lt ist somit-unb-grilnd-t Loudon, 18. Juni. Di- „Tim--" schreibt: J-d-r Man» an Bord der britischen Ktieg-Ichiffe in Kiel chtteht sich mit herzlichster Freude den Glückwünschen ür den - 1 - : und das deutsche Volk zur Sellerie sowie alle Hilft' und Pflanzen elfenbein, 3/, $w< Heeg- Ädk oSkMNltigras iÄ ft1 mgU-— 12 SW“ W-gelchen sSoitW' «es Zweirad SiS; zmi« W'iJ - 5 M«?' Zum Bezug des „Gietzener Anzeiger" für das 3. Vierteljahr 1895 laden wir hiermit ergebenst ein Wie bisher, wird der „Gießener Anzeiger" die Tagesereignisse in kurzer den Thatsachen entsprechender Weise zur Kenntniß seiner Leser bringen. Die neuesten Nachrichten der zuverlässigsten telegraphischen Nachrichten-Bureaus sowie zahlreiche Mittheilungen aus dem engeren und weiteren Vaterland halten den Leser stets über die Vorfälle in demselben auf dem Laufenden. Unterstützt durch an allen Orten der Provinz Oberhefsen ansässige Berichterstatter, ist der „Gießener Anzeiger" ferner in der Lage, die interessanten Vorgänge in der Provinz so füihzeittg wie möglrch zur Kenntniß seiner Leser zu bringen, desgleichen wird den Begebenheiten in der Stadt Gießen die gebührende Besprechung im localen Theile des Anzeigers zu Theil werden. Der in der Provinz Oberhefsen betriebenen Landwirthschaft wird der Anzeiger durch Veröffentlichung von allem Wisfens- werthen aus dem Gebiete derselben besondere Berücksichtigung zu Theil werden lassen, daneben aber auch die Beobachtungen und Erfahrungen m Haus- wirthschaft, Handel, Gewerbe und Industrie in den Kreis seiner Besprechungen ziehen. Ein gediegenes Feuilleton wird neben besonderen Artikeln ernsteren und hesteren Inhaltes den erwünschten Unterhaltungsstoff bieten. Außerdem werden die „Gietzener Familienblätter", welche dem An- j zciger wöchentlich 3 mal beige'legt werden, und die । ftet§ ein gewähltes Feuilleton als llnterhaltungsstofs bringen, namentlich im Kreise der Familien eine - beliebte Beigabe bieten. Deutschen Kaiser tt ftil $’*■ Wit nm 1 au6(* toih ^Friedberg! J“ ‘“l“ d-d Bat '*'« »tel “**•«) Ml' 1° nm, , «list 2 Mn * Eihrtn. Qnod Bekanntmachung. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß durch Verfügung Großh. Ministeriums der Finanzen, Ab- tbeiluna für Forst- und Cameralverwaltung, vom 12. d. M. ' 1U Nro. F. M. D. 13 683 der Großh. Steuer-Assessor Hoos mit der Verwaltung des Großh. Rentamts Alsfeld für die Zeit der Beurlaubung des Großh. Rentamtmann» Dexheimer betraut worden ist. Gießen, den 17. Juni 1895. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern. Gießen, den 18. Juni 1895. Betreffend: Die regelmäßigen Ergänzungswahlen des Gemeinderaths. Da» Gnchherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien des Krerses. Unter Hinweis auf unsere Verfügung vom 21. v. Mts. machen wir Sie nochmals darauf aufmerksam, daß wir der Einsendung der Wahlacten zur Prüfung bis zum 1. Julr l. I. entgegen sehen. v. Gagern. Gießener Anzei g er Kenerat-Mzeiger. annm n allen Großen W ohlenmmv, adt 15. ltenMel per erft.en 5'299 aiJMtrttil. rbtr; und Hii chr, tthe gobttifl: äußerst flünffi;gen itt Ii)tt* sich das Obsech zu Capttataata.ge durch rallthorstraßeH mit-interbal,-, gewölbtem Rt'Ott unter günstigen ifen. M am Markt. soll zu diesem Zwecke in Budapest ein landwirthschastlicher Congreß abgehalten werden. Zahlreiche österreichische und ungarische Agrarier stehen dem Projecte sympathisch gegenüber. Loudon, 18. Juni. Die „TirneS" bezeichnet die französisch-russischen Kundgebungen in Kiel als be- dauernSwerth und geschmacklos. Das Blatt bedauert, daß Rußland und Frankreich nur wenige Schiffe entsandt und schließt mit der Bemerkung, daß die franco-rusfische Bereinigung fich ebenso unzweideutig in Europa ibethatigen könne als in Ostafien. WB. Wildparkstatiou, 19. Juni. Der Kaiser ist mit den »ter ältesten Prinzen um halb 12 Uhr Mittags nach Hamburg abgereist. Schwurgericht. W. Gießen, den 18. Juni 1895. (Fortsetzung der Verhandlung gegen Paul Plank von Gießen.) Nach beendeter Beweisaufnahme wurde die Oeffent- lichkeit wieder hergestellt. Aus den Reden des Staatsanwalts und der Vertheidigung ergab sich, daß die Unschuld des Angeklagten glänzend erwiesen sein dürfte. ES sei der traurigste Tag, den ihm sein Amt bis jetzt gebracht habe, meinte der Staatsanwalt, er müffe zugestehen, daß ein Mensch 11 Wochen unschuldig in Haft gewesen sei, auf die Aussage einer in der Voruntersuchung als glaubhaft bezeichneten Person, die heute als die sittlich verkommenste und verlogenste sich erwiesen habe- nicht die Behörde treffe die Schuld, daß der Angeklagte unschuldig habe leiden müssen, denn nach den Protokollen der Voruntersuchung sei die Anklage begründet gewesen. — Der Dertheidiger, Rechtsanwalt Grünewald, erklärte hierauf, seine Thätigkeit sei jetzt beendet, ihr Schwerpunkt habe in den Recherchen vor der Hauptverhandlung und in der Herbeiführung des Entlastungsbeweises gelegen, welches Beides glänzend gelungen sei. Schritt für Schritt habe die Belastungszeugin zurückweichen müssen. Der vorliegende Fall bedeute eine Lehre für das Gericht, die Staatsanwaltschaft und auch für die Vertheidi- 'gung. Auf die einzige Aussage einer Person hin, die einen Menschen eines Sittlichkeitsverbrechens bezüchtige, diesen zu beschuldigen, zu verhaften und zu verurtheilen, sei immer höchst bedenklich, deshalb mahne der vorliegende Fall das Gericht und die Staatsbehörde zur Vorsicht. Pflicht der Ver- ihetdigung sei es aber, vor der Verhandlung Ermittelungen anzustellen, wie sie hier ein so glückliches Ergebniß gezeitigt hätten. Der Dertheidiger ersuchte die Geschworenen, im vorliegenden Fall ein Nichtschuldtg auszusprechen, demgemäß lautete der Wahrspruch der Jury. Die Staatsanwaltschaft beantragte übereinstimmend mit der Vertheidigung beim Gerichtshof die Freisprechung des Angeklagten. Der Gerichtshof sprach hierauf den Angeklagten frei, sämmtliche Kosten und Auslagen, auch die der Entlastungszeugen, sowie die der Vertheidigung der Staatskasse auferlegend. Der Angeklagte wurde sofort aus der Haft entlassen.^ W. Gießen, 19. Juni 1895. Um 9 Uhr eröffnete der Vorsitzende, Herr Landgerichts- rath Hellwig, die Sitzung. Auf der Anklagebank nehmen heute fünf Angeklagte Platz, nämlich: Conrad Hildebrand, Landwtrth, geboren am 11. April 1877, Georg Conrad Koch, Wagner, geboren am 14. April 1876, Heinrich Wilhelm, Landwtrth, geboren am 8. September 1878, Conrad Bell, Landwtrth, geboren am 11. Juli 1876, Heinrich Häuser, Landwtrth, geboren am 22.Mat 1875. Sämmtliche Angeklagte sind unbestraft und von Nieder-Weisel gebürtig- sie werden beschuldigt des Verbrechens gegen § 176, Absatz 1, und § 177 des R.-Str.-G. Die Staatsbehörde wird von Herrn Staatsanwalt Koch ver- treten, als Vertheidiger find zur Stelle die Herren Rechts- anwälte Grünewald und Dr. Jung. Beim Namensaufruf melden sich 17 Zeugen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wird gegen den Einspruch der Vertheidigung die Oeffentlichkeit auSgeschloffen, nur den Vätern der Angeklagten ist die Anwesenheit im Saale gestattet. . CocoUs rrird proohQielte*, Gießen, den 19. Juni 1895. * * Hohe Reifende. Gestern Abend 10 Uhr passirte auf der Durchreise nach Hamburg bezw. Kiel der Großherzog Friedrich von Baden, um V2x/2 Uhr der König Wilhelm von Württemberg die hiesige Station. * * Prüfungen im Finaozfach. Von den 76 Prüflingen, die sich in diesem Jahre dem Finanzexameu erster Kategorie unterzogen, haben laut „Darmft. Zeitung" 43 die Prüfung bestanden. Das Resultat wurde den Examinanten am letzten Freitag zugesandt. Die schriftliche Prüfung begann am 28. März und endete am 4. April. DaS mündliche Examen dagegen wurde am 8. Juni abgehalten. * * In Untersuchung. Der Schreiner Will, welcher den Metzger Scheuer in Rod heim bei Homburg v. d. H. ermordete, flüchtig ging und später in Hamburg verhaftet wurde, befindet sich im Proviuzial-ArresthauS in Untersuchungshaft. Nach einer Meldung der Allgemeinen-Fleischer- Zeitung soll derselbe in der kommenden Schwurgerichtstagung abgeurtheilr werden. Wir hören, daß Will vorerst aber nach Heppenheim zur Beobachtung seines Geisteszustandes verbracht werden wird. * * Neue Plakattafelu werden zur Zeit an verschiedenen Stellen der Stadt angebracht. Dieselben sind bedeutend größer als die bisherigen, wodurch das Aergerniß erregende Ueberkleben der Plakate auf längere Zeit vermieden wird. * * KalligraphieCursus. Der hier wohlbekannte Schreib- lehrer Herr Kalligraph O. Gottlieb auS Leipzig beabsichtigt hier wieder einen CursuS im Schönschreiben zu eröffnen. Wir machen Jntereffenten mit dem Bemerken auf diese günstige Gelegenheit aufmerksam, daß das Nähere aus der betreffenden Anzeige zu ersehen ist. ** Der 88. BerbandStag der hessischen laudwirthschaftlicheu Geuoffeuschasteu findet Mittwoch den 26. Juni 1895, Vormittags 10 Uhr beginnend, zu Friedberg im Saale des Hotel Trapp statt. Tagesordnung: 1. Jahresbericht des VerbandSdirectorS. 2. Vorlage und Entlastung der Jahresrechnung. 3. GeneralrevifionSbertcht. 4. Bericht über den VereinStag des Allgemeinen Verbandes der deutschen land- wirthschastlichen Genossenschaften zu Hannover. 5. Die Haftpflicht im genoffenschaftlichen Betriebe. 6. Welche Maßregeln erscheinen geeignet, um den gemeinschaftlichen Bezug land- wirthschaftlicher Betriebsstoffe in umfänglicherer Weise zu organisiren. 7. Die Grenzen deS Activ- und Passiv-Credits (§ 47 d. G.-G.). 8. Besprechung der Vorgänge im Verkehr mit den Register-Gerichten. — Alle Verbandsgenoffen und Freunde der genoffenschaftlichen Sache sind zu zahlreicher Betheiligung eingeladen. + Llch, 16. Juni. In unserm Städtchen wird sich dem Vernehmen nach in aller Kürze ein Verein „zur Abwehr gegen lästiges Musikantenwesen" constituiren. Eine große Anzahl von hiesigen Bewohnern soll schon ihre Bereitwilligkeit zum Beitritt zu erkennen gegeben haben. Die erste diesbezügliche Versammlung wird nächsten Sonntag im „Holländischen Hof" stattfinden. Darmstadt, 18. Juni. Gestern Nachmittag zwischen 4 und 5 Uhr wurde im Roßdörfer Walde unmittelbar hinter dem Uebergang der Odenwaldbahn ein stellenloser Kellner to dt aufgefunden. Derselbe hat fich mittelst eines Revolver- schuffes in den Kopf getödtet. A Mainz, 18.Juni. Die jüngste Berufszählung, deren allgemeiner Werth vielfach angezweifelt wird, hat hier zu der unerfreulichen Entdeckung geführt, daß Zähler in einzelnen Bezirken ein menschliches Elend gefunden haben, von dem sie sich nicht haben träumen lassen, daß solches in Mainz überhaupt existirt. So macht ein Zähler einem hiesigen Blatte die Mittheilung, daß er in einem kleinen Raum, der als Küche, Wohn- und Schlafzimmer dienen mutz, ganze Familien angetroffen habe. Eine Atmosphäre habe in manchen dieser Räume geherrscht, daß man dem Umfallen nahe gewesen sei. Trotz dem Ueberfluß an großen Neubauten ist hier tatsächlich ein sehr fühlbarer Mangel an kleineren billigen Wohnungen, was zu den oben geschilderten Zuständen führen muß. — Auf der Bahnstrecke Mainz-Alzey warf sich gestern Abend unfern der Station Mariaborn ein Soldat vor den heranbrausenden Zug. Der Mann wurde total zermalmt. Die Personalien wie die Motive des Selbstmordes konnten noch nicht festgestellt werden. * Hochherzige Schenkung. Vom Vorstande des Vereins für Ferien-Colonien in Mainz wird uns geschrieben: Der Verein ist mit einer großartigen Schenkung bedacht worden. Der am 1. Juni verstorbene Mainzer Bürger, Geh. Com- merzienrath C. F. Deninger, von Anbeginn an ein eifriger Förderer der Feriencolonien, hat (wie wir bereits meldeten) dem Verein ein Capital von 100,000 Mk. mit der Bestimmung überwiesen, die Zinsen davon alljährlich für die Entsendung von Kindern nach den Feriencolonien zu ver- wenden. In der Erläuterung zu dem Vermächtuiffe hat der Schenkgeber ausdrücklich hervorgehoben, daß es seine Absicht und sein Wille sei, armen, kränklichen, in Mainz geborenen Kindern während der guten Jahreszeit auf einige Zeit hindurch in gesunder Gegend kräftige Nahrung unter guter Aufsicht zu verschaffen. Nichts kann von dem Edelmuthe und dem erhabenen Bürgerfinu des Verstorbenen beredteres Zeugntß ablegen, als diese hochherzige Schenkung. Durch diese ist eß dem Feriencolonien-Verein ermöglicht, etwa hundert armen Kindern mehr als seither die Segnungen des Aufenthalts in einem Bade- oder Luftcurort zuTheil werden zu laffen. Tausende und Abertausende von Kindern werden Stärkung ihrer Gesundheit und Heilung ihrer Leiden finden und fich des edlen Gebers zeitlebens mit Gefühlen aufrichtiger Dankbarkeit erinnern. Bingen, 17. Juni. In der hiesigen Gemarkung beginnt die Trau b enblüthe; in jungen, gut behandelten Weinbergen sind die Gescheine immerhin zahlreich und schön ent- wickelt. Wir sahen mehrfach Stöcke, welche schon vollständig durchgeblüht hatten. — Im Rheinhafen wurde vorgestern von einem Arbeiter die Leiche eines neugebornen Kn üble ins gefunden. Derselben war mit einer Schnur der Hals zugezogen, an welcher fich noch die Schnalle einer Männerweste vorfand. Die sofort eingeleitete Untersuchung ergab, daß die Leiche erst kurze Zeit im Wasser gelegen hat, und tragen diese Angaben hoffentlich mit dazu bei, der Thäterin auf die Spur zu kommen. Vermischtes. * 3n Schmalkalden kam kürzlich ein 97jähriger Greis an, der sich noch auf der Wanderschaft befindet. Der alte Mann heißt Seiler, er ist im Jahre 1798 in Zwätzen bei Gera geboren. Wegen angeschwollener Füße wurde der nahezu Hundertjährige im Landkrankenhaus untergebracht. * Glatz, 18. Juni. Der Fleischer Siegel, der die Botenfrau Paul ermordet und beraubt hatte, ist heute früh hingertchtet worden. * Karlsruhe, 17. Juni. In Ittendorf, Amt Ueber- lingen, ist der 26 Jahre alte Bauer Strobel verhaftet worden, weil er im Verdacht steht, seine 26 Jahre alte Frau im Walde ermordet und dann aufgehängt zu haben. Die Frau war von ihrem Manne wiederholt mißhandelt worden, weil sie angeblich zu wenig Vermögen mitgebracht hatte. Nach dem Befund der Leiche muß ein heftiger Kampf vorangegangen sein. * Karlsruhe, 17. Juni. Auf dem hiesigen Friedhof ist gestern Vormittag ein im^Krankeuhaus verstorbener Bierbrauer zweimal beerdigt und zweimal etngefegnct worden. DaS Beerdigungspersonal hatte die Leiche verwechselt. Da sie erstmals katholisch eingesegnet worden war, bestanden die wenige Minuten nach, der Beerdigung erschienenen Angehörigen, die protestantischen Glaubens waren, auf Ausgrabung, Neubeerdigung und Einsegnung durch den mit- gebrachten evangelischen Geistlichen. Dem Wunsche wurde entsprochen. * Bamberg, 18. Juni. In der Pödeldorferstraße ist ein dreistöckiger Neubau eingestürzt. Acht Arbeiter wurden verletzt, mehrere davon sehr schwer. * St. Gallen, 15. Juni. Durch die rasche That eines Mitreisenden wurde am Mittwoch auf dem von Zürich nach St. Gallen fahrenden Morgenschnellzuge ein Menschenleben vom Tode gerettet. In einem Wagen zweiter Klaffe befand sich eine Dame mit ihrem 4—5 Jahre alten Söhnchen. Die Mutter scheint nun eingeschlafen zu sein und diesen Umstand benutzte der Kleine, um zur Wagenthüre zu gelangen. Er öffnete dieselbe und trat auf die Plattform des dahinrasenden Zuges, strauchelte aber hierbei und wäre verloren gewesen, hätte nicht ein mitreisender Frankfurter Herr den Knaben mit sicherem Griffe gepackt und dem Verderben ent» rissen. Die Mutter (Frau eines Fabrikanten) bot dem Lebensretter ihres Kindes 5000 Franken zum Danke, die der Herr aber ausschlug. Auch nannte er seinen Namen nicht und entfernte fich eiligst bet der Ankunft in St. Gallen. * Die Tribüne von Pasewalk. Die „Breslauer Morgenzeitung" schreibt: Zum Besuch des Kaisers bei einer jüngst abgehaltenen Feier der Pasewalker Kürassiere war in der Stadt Pasewalk eine weite, vielen Hunderten Platz gewährende Tribüne errichtet worden. Ein großstädtischer Unternehmer hatte von der Stadt den Platz gemiethet und auf seine Kosten die Tribüne gebaut. Die so geschaffenen Plätze sollten verkauft werden, und die Preise waren auf zehn Mark, sechs Mark u. s. w. festgesetzt. Die Rechnung war nicht übel, aber sie war ohne die Kleinstadt gemacht.. Soviel gießt man in Pasewalk und Umgegend, selbst wenn es den Einzug des Kaisers zu schauen gilt, nicht aus. Bonden Tribünenplätzen wurden nur wenige veräußert - der größte Theil blieb unverkauft und demgemäß leer. Ringsum eine dichte, sehnsüchtig harrende Menge, auf der Tribüne Lücke an Lücke. Da traf, kurz vor der Ankunft deS Kaisers, der frühere Minister, jetzige Oberpräfident v. Puttkamer ein und überschaute mit einem Blick die ganze Lage. „Mit einer solchen Tribüne können wir doch Majestät nicht empfangen," bemerkte der Oberpräsident. „Da muß für Besetzung gesorgt werden." Sofort wurden Boten ausgesandt, die Alle ringsum einluden, sich's gefälligst auf der Tribüne bequem zu machen. Der Unternehmer widersprach, wurde aber mit dem Hinweis auf die höheren Rücksichten, die hier in Frage kämen, beruhigt. Genug, die Tribüne war dicht besetzt, und daS Einzugsbild war durch keine störende Lücke beeinträchtigt. * Die Zufel auf Befehl. Was man sich in Hamburg von der Entstehung der Alsterinsel erzählt, berichtet man der „Tägl. Rdsch." Vor einigen Monaten, als bereits an der» Kaiser von Seiten deS hamburgischen Senats die ihm nahe» gelegte Einladung ergangen war, die Festlichkeiten zur Einweihung des Nordostsee-Canals von Hamburg auS zu beginnen, nahm der hamburgische Bevollmächtigte zum Bundesrath Veranlaffung, mit dem Kaiser in großen Zügen das Programm deS Festes, soweit es auf hamburgischem Boden spielen sollte, festzustellen. Im Laufe deS Gesprächs bemerkte der Kaiser — so sagt man —: „Wir essen natürlich im neuen Rathhause." — „Und weiter, Majestät?" —„Dann nehmen wir den Kaffee auf der Alsterinsel." (Hier ist einzuschalten, datz der Kaiser am 29. October 1888 bei Gelegenheit seines ersten Besuchs in Hamburg von dem damals in der Außenalster neuerrichteten VergnügungSlocal „Alsterlust" aus seine Umfahrt auf der äußeren Alster angetreten hatte.) Der Bevollmächtigte zum Bundesrath erwiderte in aller Bescheidenheit: „Aber Majestät, wir haben leider keine Alster- insel." — „Wie, Sie haben keine Alsterinsel?" — „Wenn Ew. Majestät befehlen", war die Antwort, „so schaffen wir eine." Und alsbald erging an den geschickten und in alle» Sätteln gerechten Oberingenieur der Hansestadt an der Elbe der Auftrag, für einen unbegrenzten Kostenaufwand — man sagt, für hunderttausend Mark — mitten in der an und für sich schon beschränkten Fläche des inneren AlsterbeckenS, auf Pfahlwerk und Brettern, aus nachgemachten Felsen, wirklichem Gartengrund und echtem Pflanzenwuchs eine neue „Insel der Seligen" mit einem Festraum für 1000 Personen hervorzuzaubern. * Eine alte „vierschuld". Dem Magistrat in Malchin in Mecklenburg ist kürzlich aus Florenz ein eingeschriebener Brief mit 10 Mk. Inhalt und dem Ersuchen zugegangen, diese Summe — den Betrag einer im Jahre 1867 gemachten Bierschuld — einem namhaft gemachten Wirthe in Malchin auszuhändigen. Da dieser längst verstorben ist, so wird weiter nichts übrig bleiben, als das Geld den Erben zu überweisen. * Bestialische Elter«. Man berichtet unterm 4. Juni aus St. Petersburg: „DaS Schwurgericht in Wilna vcrurtheilte das Ehepaar Schmilkow, reiche Gutsbesitzer, zum Tode - das Ehepaar hat fich eines grausigen Verbrechen- schuldig gemacht. Im vorigen Winter wurden die Schilkows, während sie mit ihren drei Kindern, von sechs, vier und zwei Jahren, im Schlitten durch einen dicht bei Wilna gelegenen Wald fuhren, von einem großen Schwarm hungriger Wölfe angefallen. Um das eigene Leben zu retten, warfen die Eheleute ihre drei Kleinen den Wölfen zu und brachten sich, während die Bestien sich um die Beute stritten, in Sicherheit. Von den drei Kindern fand man nicht einmal die Knochen wieder. Im Gefängnißhofe zu Wilna werden die beiden Mörder in Kurzem gleichzeitig aufgeknüpft werden. * Die elektrische Beleuchtung findet in England in Privathäusern der Geldaristokratie viel mehr Eingang wie bei uns, und gilt es schon geradezu nicht mehr als fein, bei Gesellschaften die Salons anders wie im elektrischen Lichte Barometerstand. 4 Literatur und ALunft. 2 1 Brennholz empfiehlt billigst 4550 Mk. 4706.08 4152.35 3758 89 Mann 5074 empfiehlt billigst 3937 verkauft in Flaschen empfiehlt 2703 C. Roth II., Wallthorstr. 5. 5375 einzureichen. A. Kröll. 5078 106.39 ' 43.30 // // 4 1 (1) 1 2 (1) 1 (1) 1 1 (1) 1 2 1 3 (1) 88 1 0 n // 1 r (i) adetücher, adehauben, adeschuhe, adehosen und Herren feiner u. feinster ansgebauter Original-Flaschenweine, über welche Liste gerne gesandt wird. 410.— 407.13 407.13 —.30 351.57 Aetien-ExPort u. -Lager, Friedel u. Lauterbacher, sowie Pfungstädter, —hell und dunkel DiphtherUis Lungenschwindsucht Lungenentzündung Sonstige entzündliche Erkrankungen der AthmungS-Organe Organ. Herzkrankheit Angeborene LebenS- schwäche Altersschwäche Sonstige benannte Krankheiten_______ genommen. Grosses Lager 5374] 15 «eataer Kor«- «ad Haferstroh billig zu verkaufen. Marburgerstratze 22. Hungen, den 17. Juni 1895. Für den Vorstand der Molkerei- Genossenschaft (eingetr.Genoffensch. m. unb.Haftpfl.): v. Oven. Wilhelm Hrch. Bender II. Ein Wort an Alle, die Deutsch, Französisch, Englisch. Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Holländisch, Dänisch, Schwedisch, Polnisch, Russisch oder Böhmisch wirklich sprechen lernen wollen. Gratis und franco zu beziehen durch die Rosenthal'sche V erlagshandlg. in Leipzig. Arbeitsvergebung. Die bei Erbauung einer Genoffenschafts - Molkerei zu Hungen vor- kommenden Erd- und Maurerarbeiten, Cement -, Steinhauer -, Zimmer Dachdecker Spengler -, Schlosser Glaser-, Schreiner-, Weißbinder-, Tapezierarbeiten, Eis enlieferung (Guß- und Walzeisen) und Pflasterarbeiten, sowie die Aufführung eines Dampf- keffelschornsteins sollen durch schriftliches Angebot vergeben werden. Zeichnungen, Voranschlag und Bedingungen liegen bei Bauführer Liftmann dahier zur Einficht offen und sind die betreffenden Angebote an denselben bis spätestens zum 29. d. Mts., Nachmittags 5 Uhr, strahlen zu lassen,' vor allem ist der Geschmack vorherrschend, den Glühlampen die Gestalt von Kerzen zu geben, die als Kronleuchter, Wandarme Anwendung finden- neuerdings ist man sogar nun dazu übergegangen, bei Festtafeln Armleuchter aafzustellen, die solche Kerzen.Glühlampen tragen,und die frei auf der Tafel stehend den Tontact durch den Fuß, von der Tafel her empfangen, unter welcher die ZuleitungS- drahte htnlaufen und in Contactstellen endigen, auf welche die Leuchter gestellt zum Glühen kommen. — (Mitgetheilt vom Internationalen Patentbureau Carl Fr. Reichelt, Berlin NW.) * Der Leutilation der hüte wird bekanntlich in letzter Zeit große Aufmerksamkeit geschenkt und das häufige Vorkommen von Kahlköpfen sogar von den BenMationSeiferern den nicht ventilirten Hüten zugeschrieben. Jetzt läßt nun ein Engländer sogar die Wohlthat der Ventilation dem Fingerhute zu Theil werden, resp. dem damit bedeckten Ftngergliede- allerdings geben besonders messingene Fingerhüte schweißigen Fingern leicht einen unangenehmen Geruch und setzen Grünspan an diesen ab. Kitto, so heißt der Reformator des Fingerhutes, gestaltet denselben doppelt, d. h. über die eigentliche dem Finger aufgesetzte Hülle ist ein zweiter äußerer Hut gestülpt, der nur unten mit seinem Rande mit dem inneren Hut fest verbunden ist, sonst aber in einem gewissen Abstand von den Wänden deS letzteren steht - der innere Hut besteht aus gelochtem Blech, ebenso ist der Rand des äußeren HuteS mit VenttlationS-Oeffnungen versehen. * Der theuerste Tisch der Welt, an den sich ein historisches Interesse knüpst, ist wohl für alle Zeiten jener Tisch, an welchem die Generale Grant und Lee am 9. April 1865 die Bedingungen der conföderirten Armee der sogenannten Sclavenbarone unterzeichneten und welcher in Warrenton, Virginia, Vereinigte Staaten von Nordamerika, von einer Europäerin für die namhafte, nahezu unglaubliche Summe von nicht weniger als — fünfzehnhundert Dollars erworben wurde. am 19. Juni Mittag« 12 Uhr (Wetterhäuschen in der Südanlage). Schiffsiruehrkhterr. Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten Carl LooS und I. M. Schulhof. Bremen, 18. Juni. (Per transatlantischen Telegr] Der Schnelldampfer Fulda, Capitän A. Meier, vom Nordd. Lloyd in Bremen, ist heute 1 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommm-en, (Per transatlantischen Telegraph.] $)er Postdampfer München, Capitän A. v. Cöllen, vom Nordd. Lloyd ta Bremen, nach Baltimore bestimmt, ist heute 9 Uhr Vormittags wohlbehalten in Newyork angekommen. Mk. 6282.21 Mann Porti. Cement frische Sendung eingetrvffen. Naturreinen Moselwein, I892r u. 1893r Cueser im Sasse das eitet 90 Pfg., Flasche 8/< Liter Inhalt mit Glas und Packung zu 1 Mk., frei 0frm$t u.Vettoi liefert Georg Orlenbach, Wetzlar. NB. Fässer leihweise von 25 Liter Inhalt an- Flasche wird zu 10 Pfg. zurück- Passiva CreditorenjS Mitglieder-Antheile Betriebsrücklage Reservefonds Ueberschuß aus 1893 Reingewinn von 1894 vom Jahr 1894 des Consumverein Garbenteieh E. G. „mit unbeschränkter Haftpflicht". Falz-Ziegel, verschiedene Sorten, empfiehlt die Ziegelei von Louis Tross, 4437 vorm. tzeiur. Schomber. Summa: 14 (3) 9 (2) 4 (1) 1 Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel« der Todesfälle in der betreffenben Krankheit aus von auswärts nach J. H. Fuhr 25 Sonnenstraße 25 empfiehlt in großer Auswahl: Herren -Shlipse, Kragen n. Manschetten, Hosenträger, Unterjacken nnd -Hosen rc. 2c. aller Art. 5278 Activa. Kassenbestand Mk. 359.39 Jnventarbestand n. Sink. „ Ausstehende Forderungen 1620.78 Mobilienwerth nach Abschreibung von 10% „ Vorhandene Emballage Joh. Briegel, Director. Hr. Wehlrum, Rechner.°^5380 Für die Ueberschwemmten im OberamtSbezirk Balingen gingen bei uns ein: Von H. 3 JL, Wh. 0.20 H. S. 3 JL, Löber 1 Jt, Gräfin Wimpffen 10 JL, Lehrer R. 1 JL, Z. K. 10 A Zusammen 28.20 «NL Wettere Gaben nimmt gerne entgegen Die Expedition des „Gießener Anzeiger". Ein schöner Teint unerreichbar, deshalb sorge man durch den Gebrauch eines Mittels, wie es, die von den Aerzten so warm empfohlene neue Patent - Myrrholin - Seife ist, vor allem für eine richtige Gesundheitspflege der Haut und lasse sich nicht ver- leiten, durch schädigende, ätzende rc. Schönheitsmittel mit Gewalt erreichen zu wollen, was damit nicht zu erreichen ist. Die Vatent- Myrrholtn - Seife ist L Stück 50 Pfg. in allen guten Parfümerie- und Droguengeschäften sowie in den Apotheken erhältlich. 4346 — W. Heimburg ist auf unserem Büchertisch eine häufig wiederkehrende Erscheinung; denn die Schriften der in Frauenkreisen so sehr beliebten Versasserin erleben immer neue Auflagen. Die Verlagshandlung der „Gartenlaube" (Ernst Keils Nachfolger in Leipzig) hat auch eine illustrirte Ausgabe von W. HetmburgS Romanen und Novellen veranstaltet. Wir haben dieselbe schon wiederboll anerkennend besprochen; auch ste erscheint in einer neuen . •• Auflage, von der unS die Lieferungen 13 bis 18 vorliegen, welche Gießen gebrachte Kranke kommen. 40581 In meinem neuen Hause, Assar- weg 68, ein Mansardenlogis, 4 Zimmer, 1 Cabinet, Bodenraum, Wasserleitung, Bleichplatz rc-, zu vermiethen. Näheres Wallthorssraße 18, ein vorzüglichstes, erstklassiges, englisches -------|!895r : Pneumatic Cycle unter Garantie und erstaunlich billig? Proberad zur Ansicht bei Joh. Fr. 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Die Ostbälfte des ErdtheUs steht noch unter bem Einflüsse relativ hohen Druckes und herrscht daselbst meist heiteres Wetter. In Süddeutschland, welches heute Morgen auf der Vorderseite der heranziehenden Depression gelegen war, ist zunächst das Wetter noch heiter bei vorwiegend westlicher bis südlicher Luftströmung. BorauSsschtliche Witterung t Bei wechselnder Bewölkung warmeS Wetter mit Neigung zu Gewitterblldung. die mit so ungethelltem Beifall ausgenommene Erzählung .Kloster Wendhusen" enthalten. — Uhrangen viSmarckS. Um dm Bismarckfreundm ein vollkommenes Bild von der Großartigkeit der Feiern in und außerhalb FriedrichSruh zu gebm und gleichzeitig die gesammten Reden an und von BiSmarck gesammelt zu erhaltm, hat Ludwig Hamann em Werkchen unter dem Titel „Ehrungen Bismarcks zum 80. Geburtstage" (Verlag von Karl Scholtze Sep.-Conto in Leipzig) heraus- gegebm, in dem der überaus reichliche Stoff übersichtlich dargestellt ist. Das Heftchm in ansprechender Ausstattung (Preis 1 Mk.) bietet Alles, was ein Bismarckfreund erwarten kann. - De« Nord-Osssee-Sanal «nd feine ve-entnng. Eine Schllderung des Nord-Ostsee-Canals und seiner landschaftlichen Urn- Ä von Gerhard Stein. Mit einer Karte und vier Bildern. , Verlag von A. W. HaynS Erbm. Preis 50 Pfg. In handlichem Format, hübsch ausgestattet, mit Bildern geschmückt und mit einer Karte deS Nord-Ostsee-Canals versehen, wird dieses ungemein billige Büchlein dem Publikum und insbesondere Dmjmigen, die den Nord-Ostsee-Canal besuchen wollm, sehr willkommm sein. — Rathgeber für die bei de« «eichSposs- und Tele- g«aph enverwattnng angessellten dezw. befchäftigten Unter- beamte«, Posthülfsboten, Aushelfer, Telegraphmarbeiter u. A. Nach amtlichem Material bearbeitet und herausgegebm von I. Hetz. Preis 50 Pfg. (Verlag von H. Bechhold, Frankfurt a. M.). Der Inhalt des Büchleins mtspricht dem Titel; es ist ein treuer Rathgeber für alle Fragen, die dem Unterbeamten der Reichspost- und Telegraphenverwaltung vorkommm. Alle Vorschriften über Anstellung und Avancemmt, über Wartegelder und Unfallversicherung, über Krankenkasse und Dienstkleidung und hundert andere Dinge sind in übersichtlicher Anordnung hier zu finben. — Lawu-Deunis, Anleitung zur Erlernung des Spiels und Rathschläge bei Anschaffung der dazu nöthigen Utensilien, nebst einem Anhang: Wie man einenLawn-Tennis-Platz anlegt vonI.Webster. 2. Aufl. 3. biS 5. Tausmd. Preis 1 Ml. (Verlag von H. Bechhold, Frankfurt a M.). In den letztm beiben Jahren hat baS Lawn- Tennisspiel aus bem (Kontinent eine ganz unerwartete Verbreitung gefunben. Wir glaubm nicht zu viel zu sagen, wenn wir behaupten, baß bas vorliegenbe Büchlein an Metern Erfolg einen nicht unbebeu- tenben Antheil gehabt hat. DaS Erlernm bes SpielS ist nicht ganz einfach und nur ein so geschickter Lehrmeister wie Herr Webster vermag einem über manche Schwierigkeiten hinwegzuhelfen. Wöchentliche Neberficht der TodeSsälle in Gieße«. 24. Woche. Dom 9. Juni bis 15. Juni 1895. Einwohnerzahl: angenommen zu 22 400 (incl. 1600 Mann MUttär) Sterbltchkettsziffer: 32,50%o bezw. 25,54 nach AuSschl. der Ortsfremden Kinder ES starbm an: Zufammm: Erwachfme: im vom l.LebmSjahr: 2.—15. Jahr: E. H. Müller, Schillerftraße. Große Schellfische in Eispackung frisch zu haben 3219]_______________im -SUbssock-. 5370) Stachetbeere« zum Etnmachen abzugeben. Grünbergerssratze 42. Mk. 6282.21 Mitgliederstand Ende 1893 . . Zugang im Jahr 1894 . . Abgang im Jahr 1894 . ._ Mithin Mitgliederstand Ende 1894 Der Vorstand: Hch. Belloff II., Alicestraße 20. Prima Sauerkraut Salz- u. Essiggurken Wermiethungen. 4601] Zweiter Stock, 5 Zirn. mit Zubeh., an der Anlage, zu verrn. Asterweg 44. 3989] »ahnhofssraße 51, 3. Stock, 3 große Zimmer mit Zubehör, per ersten August l. I. frei. Arrgrrss Noll. Familien - Woimungen 3965 m. eingeh. Auskunft b- gr. Auswahl weist unentg. nach d. Wohnungsnachw.-Jnstit- v. C. CtiaittD, Bahnhofstr. 11, Ecke Kaplg. Tägl. geöffn. 8-8, Feiertags 9-2 Uhr. 5285] Mittlerer Stock meines Hauses, Alicessraße 17, neu hergerichtet, sowie Pferdestall, sofort zu vermiethen. _______________Anguss Weh«. 2087] Der 2. Stock meines HauseS, Asterweg 40, Ecke der Nordanlage, bestehend aus 6—7 Zimmern, Bleichplatz rc., per sofort zu vermiethen. __Ehr. Schwalb. 3195] Eine Mansardenwohnung per 1. Juli zu vermiethen. _____________Stüekrath, Ederstraße 8. 3597] Logis (3. Stock), 6 Zimmer nebst Gartenantheil und Bleichplatz, bis Juli, auch früher, zu vermiethen. Ludwig Hahn, Bleichstraße 16. C. Fr. Conrad, Wustmrglö. Zur Saison empfehlen: Die neuesten 4447 Sommerspiele! in großer Auswahl. Garteucroquets von Mk. 4 an, Hängematten von Mk. 2 an rc. Moritz Eregori & Sohn. MöiHreib - Unterricht. Zeige hierdurch ganz ergebenft an, daß ich Hierselbst in den nächsten Tagen einen Cursns im Schönschreiben eröffne und garantire, wie hier seit Jahren bekannt, in nur 5 Lectionen die besten Erfolge zu erzielen. Honorar für Deutsch 15 Jt, mit Latein 27 Meldungen bitte in der Exped. d. Bl. bis zum 24. d. Mts. zu bewirken. 5381 O. Gottlieb, Kalligraph. Temperatur der Lahn und Luft nach Reaumur gemessen am 19. Juni, zwischen 11 und 12 Uhr Mittags. Wasser 16°, Luft 20° im Schatten. Rübsamen'sche Bade- und Schwimmanstalt. kirchliche Anzeigen der evang. Gemeinde. Die Vorbereitung zu der am nächsten Sonntag in der Stadtkirche stattfindenden «inderttrche wird, wie gewöhnlich, Donnerstag Nachmittag 4 Uhr im Conferenz,immer der Stadtknabenschule gehalten werden. Dr- Grein. Am 17. d. Mts. verstarb zu Leipzig unser lieber Bruder und Schwager Herr Richard Miillei* Stadtsteuer - Assistent Giessen, den 18. Juni 1895. 5382 Abonnementslifte liegt zum Eiuzeichnen an der Casse auf. wozu ergebenst einladet Der Vorstand. Prospecte gratis und franco. 2919 Vermischte Anzeigen. JZZJ 21. 6. S U. A. Mstr. W. Die tieftrauernde« Hinterbliebenen. 5893 5385] Ein Gehilfe und Lehrling ae- sucht. Lackirer Bogel, Dammstraße 8. Heute •w Mittwoch Abend: Speisenfolge s S® •W SS Anfang V28 Uhr 5389] Gießen, den 19. Juni 1895.5 Die Beerdigung findet Donnerstag den 20. Juni, Nachmittags 6 Uhr, vom Sterbehause, Schillerstraße 34, aus statt. Prof. Dr. Wilhelm Sievers, Martha Sievers geb. Müller J. G. Houben Sohn Carl, Aachen.' Unter Anderem durch das Städtische Gas- und Wasserwerk Giessen zu beziehen und daselbst in Betrieb zu sehen. Entree 50 Pfg. Krautze, Großherzogl. Musikdirector. in Madeira. ä Couvert 90 Pfennig. Hervorragende Neuheiten in Kinderwagen stets das Neueste, Zweckmäßigste u. Solideste zu den billigsten Preisen. 2013 Circa 200 Stück auf Lager. A. Kilbinger, Seltersweg 19. Donnerstag, den 20. Juni: 2. Abonnement - Concert Oberhessischer Geschichtsverein. Ausflug: Sonntag, 23. Juni, nach Büdingen. Tagesordnung: Abfahrt in Gießen 8 Uhr 14 Min., Ankunft in Büdingen 10 Uhr 45 Min. Frühstück V2 Stunde. Besuch des Schloffes und seiner Sehenswürdigkeiten. ll/2 Uhr Mittagessen im Stern. Kaffee (Rosenhöhe am Fürstenhof). Besichtigung der Stadt. 5 Uhr Sitzung im Stern. Vorträge: -Herr Prof. Dr. Hoffmann über die Geschichte Büdingens; Herr Pros. Dr. Buchner über die hessischen freiwilligen Jäger in Lyon 1814. — Kurzes Nachtessen nach der Karte. Rückfahrt 8 Uhr 46 Min. Alle Freunde der Geschichte, auch die Damen, werden zu zahlreicher Theilnahme eingeladen. Fahrpreisermässigung bei 30 Theilnehmern eine halbe Stunde vor Abgang des Zugs am Bahnhof. Die Ere Haabur Heinrich n meistern Lch unb bezM. in den Bah zahlreichen s in der Uni Mrgermeift dm Soffer brachte. Dr Prinzen, al Nach gezens^ der Spitzen einzelnen dr Mintfterrefi Hand reichte durchschritt «xchWt l RegiwentS' von Heydt Begleitung Gefolges sä Marsches di marsch abgr Wagen bef nahm. Di, bis zur 8an ununterbroch dem Kaiser Polizriches kaiserliche i Husaren v, satzen der k Wagen bra von Preuße ' Preußen, di bie Prinzen, dankten mit H Uhr lehr zurück, tDo 1 und es beg, Hawbu ^use ton; Rechts von bon ^Hessen,! der Erbgroi Hohenzoller, Heinrich voi $ri( ‘«1=6110 MM*, f, "Mann, tt J" 6i«dhr »•6ur9 Ulli «tyrtaj „ ” M. 'S 8t SBU ’M S« *« »U|; Der «\