MM. ibruar: MU aufführungen ?s Cafe Leib. ikeller. ir 1895, s 8 Uhr: ZMrnvelh. tbltit btt ^ptriatntali f Mafien tu, Diplomen auSjtjtiinetn van de CaateW RtM . fcntxfct 30 Pf». 387.18 -dtt-Scii« 10550 108.50 83.20 102 20 25.7» 71.40 320 101» ;ht Pmto.6* 91 ar 1885. ■ Sllbcnmtc ld-Rmtr to l-Griechm ""1881 Kaitenb. Obi. ,0b!. richt. iHbruar 1895. iwr Wohnung Dawm- ;g6Doß 1 Höhl. tnot» iß. -Varbvr^F' 711 Nr. 17 Der chießener Anzeiger erscheint täglich, mft Ausnahme deS Montags. Die Gießener AamikieuSkälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigtlegt. 1895 Zweites Blatt. Sonntag den 20. Januar Gießener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. vierteljähriger Avonnenrentspreisi 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Kedactiori, Expedition und Druckerei: Kchukstrahe Ar.7. Fernsprecher 51. Amts- und Airzeigeblatt für den Ureis Gieren. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den I f&Tarff Alle Lnnoncm-Bureaux deS In. und Auslandes nehm« folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr. | ^UUllUmVlUUCf, Anzeigen für den .Gießener Anzeiger" entgegen. 2lmtiid?cr Cheil. Gießen, den 18. Januar 1895. DaS Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien des Kreises. Demnächst wird Ihnen gelegentlich ein Exemplar der zu dem 16. Verbandsfest Hessischer Freiwilliger Feuerwehren verfaßten Festschrift unentgeltlich zugehen. Sie wollen solche dem Hauptmann Ihrer Feuerwehr mit dem Auftrage be« händigen, auch den übrigen Mitgliedern der Feuerwehr die Durchsicht zu gestatten. Weitere Exemplare können von unserer Schreibstube zu 20 Pfg. das Stück noch bezogen werden. v. Gagern. Bekanntmachung, betreffend die Veranstaltung von Verloosungen innerhalb des Großherzogthums. Das Comite für Abhaltung des Alzeyer Fett- und Zuchtviehmarkts beabsichtigt mit dem am 8. Mai 1895 statt« findenden Markte eine Verloosung von Zuchtthieren, land« wirthschaftlichen Geräthen und Gebrauchsgegenständen zu ver- binden. Die nachgesuchte Erlaubniß zur Veranstaltung dieser Verloosung ist seitens des Großherzogl. Ministeriums des Innern und der Justiz unter der Bedingung ertheilt worden, daß nicht mehr als 10 000 Loose zu 1 Mark das Stück ausgegeben werden dürfen und mindestens 45°/0 des Bruttoerlöses aus dem Verkauf der Loose zum Ankauf von Gewinngegenständen zu verwenden sind. Der Vertrieb der Loose im Großherzogthum ist gestattet. Gießen, den 17. Januar 1895. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern. Bekanntmachung. Musketier Wilhelm Pfeiff der 6. Compagnie Infanterie-Regiments Graf Barfuß (4. Westfälischen) Nr. 17, geboren 29 Juli 1871 zu Beltershain, Kreis Gießen, gegen den der Desertionsprozeß eröffnet worden ist, wirv aufgefordert, spätestens in dem auf: Dienstag, den 14. Mai 1895, Vormittags 9 Uhr nach dem Militär-Gerichtslocal (Miliärarresthaus), Zimmer Nr. 14, zu Metz anberaumten Termine sich einzuftnden, mit der Warnung, daß im Falle des Ausbleibens nach Schluß —■——— Feuilleton. Wochkndriese ans der Residenz. (Originalbericht des „Gießener Anzeiger".) Z. Darmstadt, 17. Januar. 8ew Sroßherzogl. Hoftheater. — Eröffnung des Caruevals. — Aus den Coocertsäleu. Ein frischer Zug macht sich im Theaterleben unserer Stadt bemerkbar, seitdem die Feiertage mit ihrem Trubel vergangen sind. Nicht nur das Publikum nimmt, wie die hiesigen Tagesblätter übereinstimmend constatiren, einen viel regeren Anihetl an dem Gebotenen, so daß volle, ja sogar ruSverkaufte Häuser nicht zu den Seltenheiten gehören, ionderv auch die Theaterleitung selbst weiß durch außerordentliche Anstrengungen, die sie macht, diese günstige Stimmung andauernd zu erhalten. Erft neulich berichtete ich Ihnen von einer Novität, die hier zur Aufführung kam, von dem Siems'schen Ballet: „Das Leben in der Hoch- >aison", das sich fortwährend als Kassenmagnet ersten Ranges oewährt. Heute kann ich zwei neue htnzusügen, eine auf oem Gebiete der Oper und eine auf dem des Lustspiels, die ms beide die letzte Woche brachte. Am vergangenen Sonntag zi»g des Berliner Compontsten Fritz Hummel einactige Oper „Mara" vor einem sehr zahlreichen Publikum über msere Bühne. Ich muß gestehen, der Eindruck, den ich im crsten Augenblicke nach dem Schluß von dem Werke hatte, n>or trotz der prächtigen Musik kein angenehmer. Die Wirkling, welche das Libretto auf den Hörer hervorbrtngt, ist zu schauerlich und düster, als daß man sofort die mufikaltiche Schönheit voll und ganz würdigen könne. Axel Delmar, der das Textbuch verfaßte, verlangt Nerven von seinem Publikum: Er behandelt die Auslieferungsscene deS Tscher- kcssen „Eddin", der die Tochter seines FeindeS geheirathet, den Vater derselben aber später bei einem Kampf gelvdtet der Untersuchung, derselbe für fahnenflüchtig erklärt und zu einer Geldstrafe von 150 bis 3000 ,Mark verurtheilt werden wird. Metz, den 16. Januar 1895. Königliches Gericht der 33. Division. Bekanntmachung, betreffend die Ergänzungswahl des Vorstandes der israelitischen Reltgionsgemeinde Gießen. Bei der am 18. d. Mts. vorgenommenen Wahl ist Herr Nathan Stamm zum Mitglied des Vorstandes der israelitischen Religionsgemeinde dahier wiedergewählt worden. Es wird dies mit dem Anfügen öffentlich bekannt gemacht, daß während dreier Tage, nämlich am 21., 22. und 23. d. Mts., das Wahlprotocoll mit allen Anlagen auf dem Büreau des 1. Vorstehers, Herrn Commerzienrath S. Heichelheim dahier, offen gelegt sein wird und daß während der unerstrecklichen Frist dieser drei Tage die Stimmberechtigten, sowie der Gewählte von dem Wahlprotokoll und dessen An lagen Einsicht nehmen und Einwendungen gegen die Wahl oder gegen den Gewählten, bezw. auch eine Ablehnung der Wahl, bei Vermeidung des Ausschlusses bei Großh. Kreisamt Gießen vorbringen können. Gießen, den 18. Januar 1895. Der vom Großh. Kreisamt Gießen ernannte Wahlcommiffär: ________________________Hach._______________________ Gefunden: 2 Ringe, 2 Taschenmesser, 1 Peitsche, 1 brauner Schleier, 2 Weckbeutel. Zugelaufen: 1 Hund. Gießen, den 19. Januar 1895. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. I. V.: Roth. Aus dem Verwaltungsbericht der Großh. Bürgermeisterei Gießen für das Eiatsjahr 1893/94. Der soeben erschienene Veiwaltungsbertcht der Stadt Gießen für das Jahr 1893/94 gedenkt in seinem allgemeinen Tdeile zunächst des für unsere Stadt mie für das ganze Hkssenlanb gleich froden Ereignipes der Verlobung Seiner Königlichen Hoheit des Großh erzogs mit Ihrer Königlichen Hoheit der Prinzessin Victoria Melita von Sachsen-Coburg-Gotha. Der freudigen Antheilnahme und den aufrichtigen Segenswünschen der Stadt an diesem Ereigniß wurde eb-nso in der Sitzung der Stadt- verordneten-Versammlung vom 11. Januar 1894, wie durch Glückwunsch-Depeschen an die Hohen Veltobten Ausdruck gegeben. Des Weiteren hat auch Gießen gerne sich betheiligt an einer gemeinsamen, hat. Wohl hat „Mara", sein Weib, den verhängnißvollen Schuß gehört und ahnt, was vorgefallen, doch als der Gatte zurückkommt, verfolgt von den Angehörigen des feindlichen Stammes, bleibt die Liebe in ihr Siegerin, sie verbirgt ihn vor seinen Verfolgern und schwört, daß er nicht anwesend sei. Doch als „Djul", Maras Bruder, sich, um der Blutrache zu genügen, an Maras Kind rächen will, entdeckt sich „Eddin" und wird von den Wüthenden ergriffen, um nach der Sitte des Landes durch einen Sturz vom Felsen herab in die Tiefe getödtet zu werden. Schon wird er dahin abgeführt, da wirft er noch einen Blick auf sein Weib, und dies ergreift, um dem Gatten den grauenvollen Tod zu ersparen, dessen dastehende Flinte und streckt ihn durch eine wohlgezielte Kugel nieder — aus Liebe! — Wirksam ist der Stoff, das ist wahr — anziehend und befriedigend ist er sicher nicht. Indessen gibt er dem Componisten Gelegenheit zur Entfaltung gewaltiger musikalischer Effecte. Schon der Anfang ist voll dramatischer Accente, der colossal aufregende Gang der Handlung bewirkt dann eine allmählig immer mehr anwachsende Leidenschaftlichkeit in der Musik, die ihren Höhepunkt erreicht in der Scene, wo „Eddin" zum Felsplateau abgeführt wird. Der Eindruck, den das Werk auf das allerdings durch Makcagni und seine Anhänger an starke Effecte gewöhnte Publikum machte, war überwältigend, der Erfolg Dank der vorzüglichen Besetzung der Hauptrollen („Mara" . . . Frl. Borchers, „Eddin" und „Djul" ... Herren Bär und Stury) durchschlagend. Ich allerdings muß gestehen, daß mich Humperdinks „Hänsel und Grethel" für drei solcher realistischer Einacter entschädigen würde. Auf dem Gebiete des Lustspiels brachte uns der vergangene Freitag Fulda's Dretacier „Die Kameraden", der ebenfalls von einem sehr zahlreichen Publikum mit starkem Beifall ausgenommen ward. Weitere hervorragende Kunftgenüffe stellt die Hostheaterdirection für die nächste Zett in Aussicht. Mitte Februar wird ein zwei Abende umfaffendes Gastspiel der Signorino Prevesti (als zur Ergänzung des Großherzogltchen Silberschatze s bestimmten Hoch zeiisgabe der fünf größten Städte des Landes. Am 30. November 1893 war eS der Stadt vergönnt gewes«, anläßlich der Einweihung der Johannesktrche unseren neuen Landesherrn zum ersten Male als solchen in Gießen zu begrüßen. Noch besonders beglückwünscht wird in dem Bericht die evangelische Gemeinde zum Bezug ihres neuen formvollendeten Gotteshauses. Die Zusammensetzung der Stadtverordneten-Versamm- lung hat in dem Berichtsjahre keinerlei Veränderung erfahren; fi« hat — mit Unterbrechung durch vierwöchentltche Ferien von Mitte August bis Mitte September — in 28 Sitzungen 608 Gegenstände verhandelt (gegenüber 35 S tzungen und 729 Gegenständen im Vor« jabre). Der stärkste Besuch einer Sitzung hat bestanden aus de« Oderbürgermeister, den beiden Beigem dneten und 21 Stadtverordneten, der schwächste aus dem Oberbürgermeister, einem Beigeordneten und 15 Stadtverordneten, im Durchschnitt hoben an einer Sitzung tbeilgenommen 19 Stadtverordnete; ein Stadtverordneter Hal an 27 Sitzungen, im Durchschnitt jeder Stadtverordneter an 20 Sitzungen theilgenommen. Die städtischen Deputationen und Commissionen waren beschäftigt wie folgt: Baudeputatton, Commission für das Feuerlöschwesen und Friedhofs-Commission in 36 Sitzungen mit 424 Gegenständen. — Ftnanzdeputation in 14 Sitzungen mit 42 Gegenständen. — Deputation für das städt. Gas- und Wasserwerk in 18Sitzungen mit 103Gegenständen. — Juristische Commission in 8 Sitzungen mit 33 Gegenständen. — Schlacht!- baus-Commtssion in 2 Sitzungen mit 6 Gegenständen. — Landwtrthschaftltche Commission in 12 Sitzungen mit 36 Gegenständen. — Schuldeputation in 4 Sitzungen mit 7 Gegenständen. — Commission zur Prüfung von Gesuchen um Erlaubniß zum Branntwein-Ausschank und -Kleinhandel in 22 Sitzungen mit 49 Gegenständen. — Deputation für die Märkte in einer Sitzung mit 3 Gegenständen. — Vorschlags-Commission in 5 Sitzungen mit 11 Gegenständen. — Armendeputatton in 25 Sitzungen mit 1565 Gegenständen. — Der Schulvorstand in 4 Sitzungen mit 19 Gegenständen. — Das Curatortum der höheren und erweiterten Mädchenschule in 5 Sitzungen mit 18 Gegenständen. Die Deputation zur Unterzeichnung von Urkunden, sowie diejenige für das Einquartterungswesen hielten keine Sitzungen ab. — Den Vorsitz in sämmtlichen Deputationen (mit Ausnahme der Commission zur Prüfung von WirthsckaftSconcessionen und der Unterzeichnung von Urkunden) führte der Oberbürgermeister. — Die Zahl der S tzungen, wieder verhandelten Gegenstände hat etwas abgenommen, nur die Gas- und Wasserwerks-Deputatton und die landwtrthschaftltche Commission haben mehr Sitzungen abgehalte« und mehr Gegenstände verbandelt als im Vorjahre. Die Annahme eines besoldeten juristischen Hilfsarbeiters für die Bürgermeisterei in der Person des Herr» Gertchisasirssor Glässtng hat einen unerwarteten Abschluß durch anderwette Verwendung deS Genannten im Staatsdienst gesunden und eS ist damit an die Stadtv^rordneten-Versammlung die Sorge für eine geeignete und bauernde Unterstützung des Oberbürgermeisters von Neuem herangetreten, ohne daß diese Aufgabe bisheran eine befriedigende Lösung erfahren bätte, Das unterm 3 Juni 1893 von Großb. Ministerium genehmigte Gewerbegericht für den Gemeindebezirk der Stadt Gießen begann I „Traviata" und „Dinorah") stattfinden, dann wird Ende Februar der berühmte Dresdener Baritonist Karl Scheidemantel singen, im Schauspiel steht noch im Lause deS Winters ein längerer Besuch Ernst Possart's bevor. Also Genüsse in Hülle und Fülle. Mittlerweile hat nun Gott Jocus seinen Einzug in unsere Residenz gehalten. Vergangenen Samstag Abend eröffnete die Darmstädter Carneval-Gesellschaft die Tage seines Regimentes durch eine sehr animirt verlaufene Herren- und Damenfitzung in vielversprechender Weise. Besonders die Eingangsscene verdiente wirklich rückhaltlose Anerkennung: Der „Dämon" erschien bet den Klängen der Ouvertüre zu Rubinsteins „Dämon" und drohte den ganzen Carnevalsrummel zu Schanden zu machen, der bei den schlechten Zeiten ganz und gar nicht angebracht sei. Da trat ihm Gott Jocus entgegen, er brachte ein Mittel, das die Pläne des Bösen wirksam vernichtete: nämlich 11 riesige Heilserum- Dosen. Als man diese öffnete, fanden sich darin die Mitglieder des Elfer-Comites, die bedeutende Vorbereitungen für den Abend getroffen hatten. Ihre Vorträge über Darmstädter locale Dinge, wie electrische Straßenbahn, Regensteiner Wurst- proceß, ständige Feuerwache, Museumsneubau, Nachtschutzleute u. s. w. boten Witz und Humor in Fülle und sorgten dafür, daß die Macht des Dämons bald gebrochen war, Gott Jocus dagegen einen glänzenden Sieg feierte. In den Concertsäle n herrscht jetzt auch wieder frisch pulstrendes Leben. Vergangenen Dienstag hielt die Großh. Hofmusik ihr viertes Concert unter Assistenz des Frl. Lina Manch arg es aus Frankfurt a. M., welche noch in letzter Stunde für die verhinderte Frau Röhr-Brajnin eingetreten war. Am Mittwoch hielt dle'Pianistin Mabel Seyton einen Clavierabend im „Hotel zur Traube" und am 23. d. M. wird Kammersänger Emil Götze ein Concert im städtischen Saalbau veranstalten. infolge toenntgfeAer Verzögerungen, veranlaßt durch die schwer ju lösende Frage in der Bestellung eines $erflgenbm, seine Tvättgkett erst am 1. November 1893. Nachdem diese Frage durch Wadl des Heer» Oberbürgermeisters zum Dor sitzen den, der Herren Beigeordneter Grüneberg und Stadtverordneter Keller zu btfien Stellvertreter gelöst, auch die Functionen eine- Gerichtsscheiders dem Bureaugehülfen Nau übertiagen worden, wurde daS Gericht alsbald stark in Anspruch genommen. Während nach dem alten Verfahren vor dem Gemeindevorstcher im Boijabr zusammen nur 11 Klagen und im Betriebsjahr bis zum 31. October deren 9 anhängig geworden warm, find zunächst dtS »um 31. März 1894 noch 27 und in dem Jahre vom 1. November 1893 bis dahin 1894 im Ganzen 100 Fälle bet dem Gewerdegertcht angebracht worden, -tiefe 100 Klag n erledigten fich wie folgt. Klagzurücknahme vor dem ersten Termin 4, Klagzurücknahme im ersten Termine 4, Vergleich im ersten Termine 44, AnerkmnungSurtheil im ersten Termine 2 Persäumnitz- urtdetl im ersten Termine 7, Endu-theil im ersten Termine 3, Klag- verbindung im ersten Termine 1, K agzurückoahme vor dem zweiten Termine (mit Beisitzern) 2, Vergleich im zweiten Termme 3, End- urtheil im zweiten Termine 25, andere Erledigung (Zurückziehung von Einsprüchen gegen Dersäumnißurtheile) 5; es find somit ca. zwei Drittel aller Klagen ohne Heranziehung d-r Betfitzer, tn der Mehrzahl mit Vergleich durch den Vorsitzenden des Gerichts erledigt worden. — In allen Sachen wurden zusammen 133 Termine adgebaltev und zwar 96 durch ben Vorsitzenden allein und 37 mit Beisitzern, welche letztere zu 21 Sitzungen herangezogen waren. 11 Klagen wurden von Arbeitgebern, 89 von Arbeitnehmern erhoben. Don dm 11 Klagm der Arbeitgeber ging in 10 Fäll n der Klagantrag aus Wiederaufnahme der Arbeit und nur in einem Falle wurde aus Entschädigung geklagt. Die Klagm wurden erledigt wie folgt: durch Klagzurücknahme vor Termin 1, durch Versäumntßurtheil 1, durch Vergleich 5, durch Ead- urtheil 4. In einem Endurtheil wurde aus Abweisung 6er Klage erkannt, in 3 dm Klageanträgen ftattgegebm, in den Vergleichen wurde dreimal Wiederausnahme der Arbeit, zweimal eine Buße des Beklagten an die Armmkaffe vereinbart, das eine Versäumnitzurtheil sprach die Verurthetlung des Beklagten zur Zahlung der gesorderten Entschädigung aus. Die an fich selteneren Klagen der Arbeitgeber warm danach im Allgemeinen wohl begründet. — Die 89 Klagen der Arbeitnehmer haben fich erledigt wie folgt: durch Klag- zurücknabme vor erstem Termin 3, im ersten Termin 4, im zweiten Termin 2, Vergleich im zweiten Termin 42, Anerkennungsurlheil im zweiten Termin 2, Verfäumnißurtheil im zweiten Termin 11, Endurtheil im zweiten Termin 24, Klagverbindung im zweiten Termin 1. — Da diese Klagen fämmtlich auf Entschädigung lauteten, so sind im Nachstehenden die Höhen der Streitsummen der letzteren angegeben, nach welchen sich die erhobenen Klagen erledigten: durch Klagzurücknahme Mk. 285 80, Verfäumnißurtheil Mk. 149 80, Anerkennung-urtheil Mk. 71.36, Endurtheil zu Gunsten btfl Klägers Mk. 381.60, desgleichen mit Klaaeabweifung Mk. 22937, Vergleich zu Gunsten des Klägers Mk. 657 95, desgleichen mit Nachlaß festens Klägers 598.81. Zusammen 2374.79. Die klagenden Arbeitnehmer haben sonach von ben eingeklaglen 2374.79, im Ganzen Mk. 1270.81 I — rt> 53 »Et. des Slagear spruws .rhastm. — An Gcrichtskoftm | sind ben Pa.tcim Mk. 53.30 erwachsen. Im Weiteren berichtet Herr Oderbürgermeister bezüglich bei Gewe.begertchts: Er habe geglaubt, bei der Neuheit der Einrichtung etwaS näher auf deren Ergebnisse in dem ersten Jahr th,rs ve- stehenS eingeben zu follen; nach feinen bishertgm Wahrnehrrungen verdiene das Verfahren gegenüber dem feith-rigen ui streitig ben Vorzug, was Raschheit, Etnfachdett und B lligkerr anlm g , eS fielen ad«r zu seinen Gunsten nammtlich auch die soziol-n Vortheste schwer inS Gewicht, welche einerseits in dem Zufammenwtik.n von Arbeitgebern und Arvetinebmern bei der Entscheidung gewerblicher Stiertigkestm und anderseits in der damit ö er breiteten Kenntniß der enlfche'denden Bedingungen bei Arbeit-oert'agS liegen. Die zunehmende Verbreitung der letzteren Kenntnis läßt für später wieder eine Abnahme der Klagen bei dem Gewerbegericht erhoffen, namentlich dann, wenn insbesondere auch die kleineren Arbeitgeber — mehr wie bisher — fich mit den maßgebenden Bestimmungen der Gewerbeordnung und der D ificherungsgesetze werden vertraut gemacht haben. — E'ne Inanspruchnahme des Gew rbegerichtes als Emigunasamt ist erfreulicher Weise noch nicht nöihig geworden, auch mit Abgabe von Gutachten über gewerbliche Angelegendeiten ko> nte daS Gericht noch nicht besaßt werden. Immerhin habe die Theilnahme des Herrn Oberbürgermeisters an der vom Freien Deuisch'N Hochsttst auf 8 October 1893 nach Frankfurt a. M. einberusenen Le fammlun« zur Besprechung der wichtigen F agen der Arbeittzlostgkeit und Ard-itSvermttt.lung Anlaß gegeben zur Beschaffung und Stchtung der für untere Stadt in das Gebiet des Arbeitsnachweises einschlagenden Uite lag'n, sodaß es nur einer Anregung aus den zunächst betbeiligten K eisen be- dürsen würde, um cicje Angelegenheit auch für Gießen zur Verhandlung zu bringen. In Gemäßheit be8 S 420 der Strasproceßordnung wurde in 80'BcletdigungSsachen Südneverfuch abgebalten; in 26 Fällen gelang eS, die Parteien zu vereinigen, wSbrend in 46 Fällen diese Bemühungen erfolglos biteben und in 8 Fällen der Antrag zurückgezogen wurde. (Fortf-tzuna folgt.) totales und provinzielles. H. Hungen, 17. Januar. Dor einiger Zeit brachte der „Gießener Anzeiger" die Nachricht, daß die Arbeiten auf der Nedenbahnlinie Friedberg « Salzhausen - Nidda in erfreulichem Fortschreiten begriffen wären. Wir können das« selbe von der Linie Friedberg-Hunßen melden und noch dazufügen, daß wir der Schwesteriinie Friedberg-Nidda > sogar um ein gutes Stück voraus sind, denn bei unß wird 1 bereits eifrig in Beziehung auf Geländeerwerbung vor- : gearbeitet. Daß die Geländeerwerbung bei jedem Bahnbau ; eine recht schwierige Arbeit ist und darum eine wichtige Rollo spielt, ist allerseits bekannt. Für unsere Gemeinde komm: tn Betracht, daß wir nur eine kleine Strecke von der Bahn haben, aber doch bedeutend beitragen müffen, weil die Bei- träge nach der Seelenzahl und dem Steuercapitale bemeffen werden. Sodann wird für Hungen ein großer Bonheil im Herbste und Frühjahre dadurch Wegfällen, daß eS nicht «ehr der Sammelplatz für Hunderte von Karroffelsubrwerken an« der Wetterau, die ihre Ladungen hier zur Bahn brachten, sein wird, weil diese Fuhrwerke später alle nach den nächsten Bahnhöfen streben werden, so daß unser Localverkehr fich mindern muß. Wir erhalten dafür aber doch auch wieder andere Dorrheile, waS anerkannt werden muß. Recht günstig liegt der Geländeerwerb für Berstadt. Dieser Ort ist vermögend, er hat sich deßhalb bereit erklärt, eventuell bis zum Betrage von 36,000 Mk. beizusteuern, wird aber mit der Hälfte ausreichen. Für Fauerbach bei Friedberg und Beienheim, wo die Gabelung der beiden Linien Friedberg- Hungen und Friedberg Nidda ftattfinbet, liegen die Verhältnisse wieder schwieriger. Wie dem aber auch sei, die Sache geht vorwärts und wir find bestrebt, die wohlwollenden Äb* sichten der Regierung zu fördern und zu unterstützen und ihr keine Schwierigkeiten zu bereiten. So hoffen wir, beut Ziel unserer Wünsche bald naher zu kommen. § Nösberts (Kr. Lauterbach), 17 Januar. Ein Schwein des hiesigen Laudwtrths und Beigeordneten Deuchert brachte gestern zehn Stück tobte Ferkel zur Welt, wovon vier Hundeköpfe ohne Augen hatten. Auch waren diese vier Thiere schwanzlos. Büdingen, 15. Januar. Bon der Aachener und Münchegcr Feuervetficherungs Gesellschaft sind der hiesigen freiwilligen Feuerwehr 300 Mk. geschenkt worden. (Darmft. Ztg ) B. Au8 dem Kreise Budiugeu, 17. Januar. Die Sperlinge, Raben und Krähen, welche sich in den letzten Jahren stark vermehrt haben, werden gegenwärtig eifrig beschossen. Nicht bloS Jäger und Jagdpächter, sondern auch andere Leute, von denen erwartet werden kann, daß sie keinen Mißbrauch bei der Benutzung eines Gewehres begehen, haben die Erlaubniß zur Vertilgung der Schädlinge erhalten. -B Kreppei täglich frisch bei 447 Fr. Hennings, Seltersweg 14. Kreppei feinst gefüllt und ungefüllt, empfiehlt täglich frisch die (Sonbitorei Ludw. DölS, 322 Stettier. 32. Aech.be Kieler Fett-Bücklinge per Stuck 5 Psg. 12 Stück 50 Pfg. 547 J. M. Schulhof. MIctl-MMinge 3 Stück 10 Pfg. empfiehlt 548 J. M. Schulhof. Grösstes I Grabsteinlager Oberhessen». Ausstellung: Grünbergerst 7 8* tBhp frei«. Fr.Hewel Bildhauerei I7 Großh. Hessische Sfaatseifenbahnen. 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Zeichnung, Beschreibung unb Bebingungen liegen daselbst während ber Amtsstunden offen unb sind Angebote auf bent bort erhältlichen Formular bis zum genannten Termin Vicinaiweg Albach—Hattenrob am Eingang bes Walbes unb zwar kommt am ersten Tage das Bau- unb Werkholz, am zweiten Tage bas Brennholz zur Versteigerung. Albach, am 15. Januar 1895. Sroßh. Bürgermeisterei Albach. Balser. 650 ^aato-Sammtf schwarz u. farbig, 70 Pf., & t, o £ mt farbigen Atlas ? o von 60 Pf. an, 400 g A Tarlatan jeder Farbe. ** S A. Fangmann Wwe.« Marktstratze 9 Gummischuhe für Damen, Herren u. Kinder deutsche und französische Cognacs empfehlen zu billigen Preisen A. & G. Wallenfels Die $e:bingung6unterlagen sind irn Bureau der unterzeichne'en Behörde in Gießen (Frankfurter straße 64) oder der Neubau-Abtheilung ill in Grünberg) (Gasthaus zum englisch n Hof) efnzuseben. können auch bei ber erftgmannten Stelle gegen postsreie Einsendung von 70 Pfennig bezogen werden. 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ÄtubatHintt GrUnverg—Londorf im «anzen oder in Lheilen. Brennholzversteigerung im Arnsburger Waide. Donnerstag, den 24 Januar l. I. sollen in ben Diftricten Harbt unb Hain öffentlich versteigert werben: 240 rm Buchen- unb 1 rm Weichholz-Scheitholz, 90 rm Buchen-, 35 rm Eichen-, 6 rm Nabelholz- unb 4 rm Weichholz- Prügelholz, 90 rm Buchen-, 45 rm Eichen- unb 25 rm Nabelholz-Stockholz, 300 rm Buchen-, 800 rm Eichen- unb 250 rm Nabelholz- unb Weich- holz-Reiserholz, 3 rm Eichen Reiserprügel (Baumstützen). Zusammenkunft: Vormittags 91/? Uhr im District Harbt (Sauacker). Kaufliebf^ber für bas Reiferholz wollen basselbe gefl. vorher einsehen. Arnsburg, ben 12. Januar 1895. 574_____________________________Gräfliche Qberförsterei. Holz - Versteigerung. Holzversteigerung Bemerkt wird noch, baß am ersten Klebt, leimt, kittet Allee. Tage bas Brennholz unb am zweiten Modellirbogen, zerriss. Schulbücher und Tage bas Bau-, Werk' unb Nutzholz ^ppvn, Laubsäge-Arbeiten, abgebroeh. 'ur «=rft=i9erung tommt. ' ! Wiefeck, am 16. Januar 1895. I glocken, Vasen, Nippsachen etc. Zu Gwßh. »ürg-rm-ist-r« Wi-,-ck. L>ommerlab. 659 Seltersweg 39. Otto Schani. B. vreouholz. Stock rm Scheil rm Knüppel rm Rttfig Wellen Buchen 40 30 510 20 Birken 20 10 — — Eichen 82 110 3500 82 Nabel — 20 1300 32 I Marinirte Heringe, Bismarck-Heringe, Ost»ee- Del io. H eringe, Brat-Heringe, Rollmöpse, russ.Sardin. Sardellen, Ural-Caviar, Christ. Anchovis, Anchovis-Paste, Böcklinge. Sardinen in Oel, Kronen-H ummer. Ochsen-, Kalbs- und Hammels-Zungen, Buchsen Heisch, Gothaer Cervelatwurst empfiehlt 306 Emil Orbig. giolh'8 macht die Haut weich und g fdimdbfg und verursacht selbst auf dem zartefien Ivhlwolleudeu ""---"»»-n md * mir, fa, *««« DiHttt waren diese vier ld|en« und Münchs iesigensreiwilligen :h™; iD-mst. Kg.) ^anuar. Die ,e U in den letzten 1 gegenwärtig eifrig jagdpächter, sondern et werden kann, datz eines Gewehres br- Mtz der TchMnze IU MU' h enlpf h, Selters*^. ’S“ SK- DamP^L so. tra „werd*» 143] Der dritte S'ock, 7 Zimmer mit Zubehör, ist ver 1. April 1895 zu vermiethen L. Petri I. Ww.. iteuerweg 39 193j Bteichstr. 32, t> .^imme, mit Badez. u. all Comf.. Gartenanth, gleich beziehbar- — Usterweg 44, 2 Stock, 5 Zimmer mit oll Zubeb, per 1. April zu oerm. Näh, das, od- dm ch Agent SleeS. 225] Kleines Logis an einzelne Dame oder kinderlose Leute zu permietben. PH. Wetter Markt 1. W* Louis Frohnhausen Mäusburg 7 empfiehlt seine direct bezogenen, von ärztlicher Seite aufs Beste empfohlenen, reingehaltenen Spanischen Weine in verschiedenen Qualitäten zu billigstem Preise. Ferner Italiener Rothweine, de3gi. feinst spanischen ZI deutschen Cognac sowie vorzügliche, gut bekommende MD TL. Ä — rx (Ober - Ingelheimer Rothwein, MiIIuIIäW vlUv Hochheimer Weisswein) und Wilk. 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