Ur. 298 Der erscheint täglich, »it LuLvahmk de- Moutag«. Die Gießener |U*UU*ir6Her werd«» ton Anzeiger »Gchentlich dreimal beigelegt. Erstes Blatt. Donnerstag den 19, December Gießener Anzeiger vierteljähriger JWonxmteUftrUt 2 Mark 20 Pfg. mit vringrrlohu. Durch die Post bezog« 2 Mark 60 Pf,. vedaction, LxpeditioO und Druckerei: Kenerat-Anzeiger. Fernsprecher 61. Zlints- und Anzeigeblatt für den Ureis Gietzen. I Hratisöeitage: chießener Kamitienökätter Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für de» folgenden Tag erscheinmden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Alle «nnoncen-vureaux de» In- und Auslandes nehme» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. verrtscher Neichstag. 10. Sitzung. Dienstag, den 17. Decewber 1896. Auf der Tagesordnung steht zunächst die Berathung der Denkschrift über bk Ausführung der seit 1876 erlassenen Anleihegeietze Hbg. Graf Kanitz (cons.) constatirt auS der Denkschrift die ungünstige Veränderung der Finanzlage des Reichs und verwahrt sich gegen die vom Abg. Barth tnstnutrte Aeußerung, daß sich sämmtltche HandelSkammerberichte ur günstig über die Wirkung der Handelsverträge ausgesprochen hätten. Er habe nur gesagt, daß fast sämmtltche Handelskammern die Erwerbsoerhättnisse als ungünstig schütz rn, und aus dieser Thatsache selbst den Schluß gezogm, daß die HandelsoertragSpolittk ungünstig für uns wirke. Die Denkschltft wird durch Kenntntßnahme erledigt und sodann die Berathung der Vorlage über Errichtung von Handwerks« kammero fortges tzt Abg. Pachnicke (frs. Vg.): Gestern wurde von einer Seite gesagt, die Regierung sei ^manchesterlichs liberal, und ein Redner meinte sogar, daß eine Mintfterherrltchkett in dem Sarg dieses Gesetze, begraben werden könne. Das hat nun die Regierung von ihrer langjährigen Socialpottlik! Meine Freunde find dieser Vorlage nicht abgeneigt und könnten ihr, falls noch einige Verbesserungen daran vorgenommen werden, so namentlich hinsichtlich des Wahlrechts, zustimmen. Merkwürdig ist das Verhalten der Rationalltberalen; fie wollen die Vorlage ablchnen, obwohl sie wissen, daß diese Ablehnung den Weg ebnet für die Zwangs - Innungen, die sie doch auch nicht wollen. Heber die Ermittelungen, welche unsere Eommtfiarten über den Befähigungsnachweis in Oesterreich angestellt habe», haben wir leider authentisch nichts erfahren, aber was ermittelt worden ist, daS wird sicher eine Verurtheilung des Besähtgungs- »achwetse« sein. ES ist überhaupt nicht wahr, daß die Roth deS Handwerks eine allgemeine ist. Und eS ist zweitens nicht wahr, daß das Handwerk früher ganz ohne Roth war. Zu helfen ist dem Handwerk durch bessere Ausbildung der kaufmännischen Geschicklichkeit, und zweitens durch Pflege deS Genossenschaftswesens. Durch Ihre Propaganda lenken Sie leider daS Handwerk von diesen seinen Hauptaufgaben ab! Sie möchten bloß, daß dort (auf den Bundes- rathSttsch zeigend) Herr v. Berlepsch sitze (Ruf: da fitzt er ja! (Heiterkeit.) Abg. Bock-Gotha (Soc.): Die Conservativen und daS Centrum möge» eS ja ehrlich meinen mit dem Handwerk. Den National- liberalen dagegen bat offenbar nur der Zwtebelsast deS allgemeinen Wahlrechts diese Thränen adgepreßt. (Hrtterkett). Der Handwerker kann fich gegen die Großindustrie nicht halten, er wird durch die Maschinen proletartstrt Die Innungen, von denen Sie so viel hoffen, find die größten Feinde der Selbstständigkeit deS Handwerks. Am allerw ntgsten ist dem Handwerk zu helfen, wenn S>e auf dem Wege der Liebesgaben und der Steigerung der Mtlttä> lasten forlfahrm. Wir werden im Urbrigen für die Handwer erkammern stimmen, baut rote wir selbst Arbeiterkammern fordern, so gönnen wir auch bat Handwerkern eine geordnete Vertretung. Abg. v. Stumm stimmt einer commtffarischen Beralhung der Vorlage zu. Was die Mehrheit dieses HauseS wünsche, besonders daS Pentium, nämlich den Befähigungsnachweis, brächten die Ber- lepsch'sben Vorschläge auch nicht. Die Regierung sei nicht verpflichtet, einem Votum des Reichstages Folge zu geben, wenn sie es »ach ihrer gewtffenhaften Ucberzeugung nicht für heilsam halte. Gerade d.Shab mache er aber der Regierung einen Vorwurf daraus, daß sie seiner Zeit, 1869, den zu wett und über ihre eigenen Vorschläge htnausgehenden Abschlüssen deS Reichstages gefolgt fti. Abg. Metzner (Ctr.): Ich habe früher nicht zu den Pessimisten gehört, aber jetzt gebe auch ich das Handwerk verloren, nachdem auch die Regierung eS verloren giebt. Man sagt uns, es wären nur wenige Handwerker in den Innungen vertreten. Ich dagegen meine, die Zahl der Jnnungsmitglieder ist eine oerhältnißmäßig sehr große, wenn man bedenkt, welche Selbstverleugnung nachgerade dazu gehört, unter solchen Verhältnissen sich noch an den Arbeiten b:t Innung zu betherligen. So lange man sich nicht mit Liebe für ben Mittelstand inter sfirt, kann man auch kaum an den Ernst des Kampfes gegen die Soctaldernokratte glauben. Tausende und Abertausende werbe» erst b-nrr wieder von der Socialbemokratie übfallen, wenn eine ge-egelte Organisation deS Hanbwerks stattgesunben hat StaatSfecretär v. Bötticher: Es ist unS voller Ernst mit der Organisation deS HanbwerkS. Die jetzige Vorlage hat lebiglich ben Zweck bte Absicht, bas definitive Organffattonswerk zu fördern, einmal in der Richtung der Vorbereitung und sodann in der Richtung der Ausführung. Der Herr Vorredner muß doch auch selber roiffen, wie wenig einig sich die Handwerker selber in Bcurtheilung der Modalitäten der Organisation find. Ob die Vorschläge, welche Herr v. Berlepsch seiner Zett dem BundeSrathe mach n wird, von diesem werde» angenommen werden, we,ß ich nicht. Der Vorredner giebt daS Hanbwerk verloren. Da will es benn eine Ironie deS Schicksals, bas mir gerade heute eine Zuschrift deS Jnnnngsausschuffes in Stralsund zugeoangen ist, welche mir in den schmeichelhaftesten Worten für bte Voilage dankt. (Heiterkeit.) Also von einem Grabe aller Hoffnungen brauchen Sie doch wohl nicht zu sprechen. Es ist gefiei n auch gesagt worden, die Vorlage möge ein Grab für eine Ministerherrlichk.it werden. Daraus erwidere ich: ein StaatSsecretär fällt über eine solche Vorlage nicht, da eS eine Vorlage der verbündete» Regierungen ist. ES müßte also schon ein Massengrab werden, wenn auS Anlaß dieses Gesetzes eine Verurtheilung zum Grabe erfolgen sollte (Heiterkeit.) Abg Dr Förster (Ref.-P): In der Vorlage wird nur ein Oberbau geschoff n, der aber ohne Unterbau nicht «xistiren kann. Abg. Liebermann v. Sonnenburg (bisch, soc.) weist An- ßriffe der Soctaldemokiaten gegen Gesinnungsgenoffen zurück. Er hoffe auch von den Socialdemokraten noch, daß fie sich mit ben an» deren Pan eien auf nationalem Boben jufammenfinben werben, ausgenommen btej-ntgen, die mit ben Kennzeichen der Inter nationalttät geboren find. (Heiterkeit.) Abg. JacobSkötter (cons.): Ich stelle allerdings das kirch- Uche Interesse über daS gewerbliche; auch der Handwerker weiß, daß an Gottes Segen Altes gelegen ist. Wir Haden in Erfurt sehr gute Fortbildungsschulen ohne SonntagSunterrtch". Die Vorlage geht an eine 21er Lommiffion. Nächste Sitzung: Donnerstag, den 9. Januar, 1 Uhr. Börfen- Gesetz. Mit dem Wunsche vergnügter Feiertage, eine» fröhlichen Neujahrs und eines gefunden WredersehenS zu weiterer Arbeit schließt der Präsident die Sitzung. Ueuefte Nachrtchterr. Wolffs telegraphisches Eorrespondenz-Bureau. Berlin, 17. December. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht in der Strafsache wider Auer und Genossen eine Bekanntmachung deS Oberstaatsanwalts beim Berliner Landgericht, wonach die Straskammer am 11. December beschlossen hat, daß die vom Polizeipräsidium am 29. November verfügte Schließung der socialdemokiatischen Vereine dis zum Erkenntniß in ber Hauptsache fortbauern soll. Berlin, 17. December. Gegenüber der gestern in der „Nordd. Allg. Zig." veröffentlichten Erklärung von 53 orbent» lichen Professoren der Berliner Universität in Sachen der DiSciplinargewalt Über die Universitätslehrer veröffentlicht Profeffor HinschiuS in ben Abendblättern ein Schreiben, worin er erklärt, daß er bereits am 15. August den Auftrag erhielt, sowohl den geltenden Rechtszustand betreffend die DiSciplinarbefugniffe über die Pcivatdocenten darzulegen, als auch Vorschläge zur Aenderung des schon damals als nicht haltbar erkannten Zustandes zu machen und daß er nach Erledigung des ersten ThetleS deS Auftrages gegenwärtig mit der Ausarbeitung des Entwurfes einer zweckentsprechenden Neuregelung befaßt sei. Berlin, 17. December. Der „ReichSanzeiger" veröffentlicht eine Sammelforschung deS kaiserlichen GesundheitS amte- während des zweiten Vierteljahres 1895, betreffend die Beobachtung mit dem Diphtherie-Heilserum in verschiedenen Krankenanstalten Deutschlands. DaS Ergebntß sowohl hinsichtlich der Erfolge wie der Unschädlichkert deS Heilserums ist derart günstig, daß eine wettere Anwendung deS Mittels empfohlen wird. Gin sicheres Unheil über den wirklichen Nutzen der Serumbehandlung ist allerdings erst nach der Zusammenstellung des Materials von mindestens einem Jahre erzielbar. Kol», 17. December. Wie die „Köln. VolkSztg." wiffeu will, hätte Se. Majestät der Kaiser soeben auf telegraphischem Wege die Beisetzung der Leiche deS Cardinals Paulus Melchers im Kölner Dom genehmigt. Bern, 17. December. DaS Kapuziuerkloster Sarnen ist SamStag Nacht abgebra nnt- auch die Klosterkirche ist ausgebrannt. Viel in dem Kloster und in der Kirche befindliches Inventar wurde gerettet. Die Entstehung deS Brandes ist wahrscheinlich auf einen schadhaften Kamin zmück- zusühren. Der entstandene Schaden wird auf 150000FrcS. geschätzt- derselbe ist zum größten Theil durch Versicherung gedeckt. Fiume, 17. December. Unter den Trümmern deS am 13. dS. eingestürzten HauseS wurden noch zwei Leichen hervorgezogen. Rom, 17. December. Die feierliche Beisetzung des Cardinals Melchers fand heute in der Kirche San Bernardo a Terme statt. Derselben wohnten 13 Carbi- näle, zahlreiche Prälaten, der preußische Gesandte am Baticau, v. Bülow, der Großmeister deS Malteser-OrdenS, die Notabeln der deutschen und der österreichisch ungarischen Colonte und die Schüler deS deutschen Collegiums beu Erzbischof Neckerer celebrtrte die Todtenmeffe. Cardinal Bianchi ertheilte die letzte Consolatioo. Rom, 17. December. Kammer. Der Antrag CrispiS, 20 Millionen für Afrika zu bewilligen, wurde an die Budget-Commission verwiesen, die heute Abend über denselben beräth. In der Forderung von 20 Millionen ist eine halbe Million für die Entsendung von Kriegsschiffen nach dem Rothe» Meere einbegriffen. Wie verlautet, wird die Budget-Commtsfion morgen in der Kammer über den verlangten Credtt Bericht erstatten. Parts, 17. December. Der bekannte Kehlkopfarzt Dr. Fanvel ist im Alter von 65 Jahren gestorben. Petersburg, 17. December. Der Großherzog von Hessen empfing heute Nachmittag in ZarSkoje Sselo den deutschen Botschafter in Privataudienz. Depesche» de» Bureau »Herold*. Berlin, 17. December. AuS FriedrichSruh wird gemeldet, daß der Besuch deS Kaisers beim Fürsten Bismarck sehr Überrascht gekommen sei. Die Instructionen an die BetriebSämter in Altona und FriedrichSruh waren streng geheim gehalten. Der Umgebung fiel allgemein die besondere Herzlichkeit deS Kaisers bet der Begrüßung deS Fürsten auf. Lange hielt der Altreichskanzler die Hand des Kaisers umschlungen. Der Kaiser überreichte dem Fürsten ein prachtvolles Bouquet von der Kaiserin. Der Kaiser überbrachte dem Fürsten ein prachtvolles Marine-Album. Berlin, 17. December. lieber die nächstjährigen Kaiser- Manöver ist die „Post" in der Lage, folgende zuverlässige Mittheilungen zu machen: ES werden wiederum umfangreiche Hebungen stattfindeu, und zwar wird daS 12 gegen daS 5. und 6. ArmeecorpS manöveriren. Die Manöver dürsten aller Wahrscheinlichkeit nach in der Gegend zwischen Bautzen und Görlitz stattfinden. Berlin, 17. December. Wie wir erfahren, ist Herr v. Köller am letzten Freitag vom Kaiser in längerer Abschieds-Audienz empfangen worden. Berlin, 17. December. In maßgebenden politischen Kreisen wird angenommen, daß der Besuch deS Kaisers in FriedrichSruh nicht von politischer Bedeutung sei. Man glanbe vielmehr, daß der Kaiser dem Fürsten eine persönliche Huldigung und eine persönliche Einladung zum 18. Januar darbringen wollte. ES dürfte als sicher gelten, daß Hohenlohe um diesen Besuch gewußt und denselben gebilligt habe. Köln, 17. December. Großes Aufsehen erregten bei ber heutigen Verhandlung im Brauweiler Prozeß die Aussagen der Frau Krahnen, welche mit einer vierzehntägigen Unterbrechung fünf Monate in dem Kachot zubringen mußte. Zehnmal wurde derselben der Maulkorb angelegt, so daß eine spätere Uebersührung in daS Lazareth nothwendig wurde. Die betreffende Person macht den Eindruck einer Geisteskranken und ist körperlich vollständig gebrochen. München, 17. December. Die Abgeordnetenkammer hat heute den Antrag der Socialdemokraten auf Aushebung der Personen- und Frachtfreiheit deS königlichen HofeS mit großer Mehrheit abgelehnt. Wien, 17. December. Die „Neue Freie Preffe" vertritt die Ansicht, baß ber Besuch beSDeutscheuKaiserS beim Fürsten Bismarck politische Bedeutung habe und baß eS fich bei ber Unterredung hauptsächlich um die Socialdemokraten und die orientalische Frage gehandelt habe. Wiener Reustadt, 17. December. DaS Schwurgericht verurtheilte den Arbeiterführer Dr. Berftl wegen Aufreizung zu einem Monat Gefängntß. Rom, 17. December. BtS zum 28. d. M. werden von Neapel nach Massa nah 12 Bataillone und 4 Batterien abgesandt werden. Rv«, 17. December. In den Wandelgängen der Kammer ging gestern daS Gerücht, daß ein Gefecht zwischen einer italienischen Patrouille und den Schoanern stattgefunben habe und zwar südöstlich von Adtgrat. Man hegt ernste Befürchtungen für die Festung Makalle, wo 1600 Mann bedroht find, umzingelt zu werden. Ro«, 17. December. In vatikanischen Kreisen werden die Vorgänge in Eritrea mit großem Interesse verfolgt. Der Papst läßt fich eingehend über Nachrichten aus Afrika unterrichten. Eine Anzahl Missionare, welche von Neapel abgehen sollten, haben Weisung erhalten, ihre Abreise aufzuschteben. Der Papst hat angeordnet, daß tue ganzen Lande für die bei Amba Alagt gefallenen Soldaten Seelenmessen gelesen werden. Mehrere Bischöfe werden au die Gläubigen ein Rundschreiben richten, worin die Niederlage vom religiösen Standpunkte aus besprochen wird. Brüssel, 17. December. Gestern fand die erste Sitzung der neugewählten Gemeinderäthe der größeren Städte Belgiens statt. In den meisten Städten stifteten die Socialdemokraten Unruhe. In Antwerpen mußte sogar die Polizei einschreiten und die Manifestanten zerstreuen. Madrid, 17. December. Der „Heraldo" meldet aus Havanna, daß die Insurgenten den Spaniern eine empfindliche Niederlage bereitet haben. Die Insurgenten sprengten in Flora, sowie ber Provinz MatanzaS je eine Eisenbahnbrücke, die Feuersbrünste in den Zuckerplantagen find sehr zahlreich. Bon der zerstörten Eisenbahnbrücke in Flora stürzte eine Locomotive in den Fluß. Fünf Beamte ertranken. WB. Philadelphia, 18. December. DaS deutsche Schiff „Athena" mit einer Ladung Naphtha an Bord ist am Sonntag beim Cap May explodirt. vierzehn Mann der Besatzung, einschließlich deS CapitänS, find getödtet, zwei Steuerleute, vier Matrosen gerettet und an Bord deS englischen Dampfers „Tafua" hier angekommen. Der Krieg von 1870|71, geschlldert durch Ausschnitte au» Zeitung»-Nummern jener Zeil (Nachdruck verbot«.) 19. December. König Wilhelm har die Kaiserdeputation am 19. in Versailles empfangen und ihr geantwortet, daß er nur, um den Wünschen der Fürsten und Völker Deutschland- und nicht dem eigenen Gefühle nachzukommen, die Kaiserkrone annehme, übrigen- hätten sämmtliche Fürsten -»gestimmt, und auch die Städte Hamburg, Lübeck und Bremen waren so frei gewesen. Angenehm sind die Herren versorgt gewesen, denn e- waren für sie die besten Quartiere in Versailles ausgesucht. Die Pariser unterließen sogar an diesem Tage da- Schießen, wahrscheinlich um besser lauschen zu können. Die plötzlich eingetretene strenge Winterkälte, welche sich über ganz Mitteleuropa au-zudehnen scheint, beginnt ihren Einfluß auch auf die Operationen im Felde fühlbar zu machen. General Trochu hat, sicherlich eher infolge der Kälte al- auf Grund genauerer Nachrichten über die Stel lung der Nordamee, seine neuerlichen Operationen unterbrochen, und in gleicher Weise scheint an der Sarthe und im Norden der Somme eine vorübergehende Waffenruhe du- getreten zu sein. CocaUs und provinzielles. Gießen, 18. December 1895. ** Weibliche Fabrikiufpettoreu. Der Bericht de- Finanz- auSschusse- der Zweiten Kammer über die Eingabe des Bundes deutscher Frauenveretne, betr. die Anstellung weiblicher Fabrikinspectoren, empfiehlt der Regierung, sie möge im nächsten Staatsbudget einen Ausgabeposten vorsehen, um den Fabrikinspectoren weibliche Assistenz betzuord- neu. Die AufsichtSbefugnisse derselben sollen sich auf ganz spezielle, die Frauenarbeit berührende Gebiete oder auf solche Betriebe beziehen, in denen ausschließlich weibliche Arbeiterinnen beschäftigt find. Ernannt wurden am 11. December 1895 die Forst- accessisten Albert Draudt zu BüdeSheim, Eduard GrooS zu Gießen und August Schuster zu Glauberg zu Forstassessoren. * * Auszeichnungen. Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde ertheilt durch Allerhöchste Entschließung Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs vom 23. November l. I. den Brandmeistern der freiwilligen Feuerwehr zu Mainz Johann Baptist Becker und Theobald Gimbel. * * Sitzung des ProviuzialavSschusseS bom 14. dS. MtS. In dieser öffentlichen Sitzung kamen unter dem Vorsitz des Großh. ProoinzialdtrectorS Frhrn. v. Gagern folgende Gegenstände zur Verhandlung: 1) Gesuch de- Johann Bender zu Zügelhütte bei Brauerschwend um Erlaubniß -um WirthschaflSbetrieb. Bender war mit seinem Gesuch von dem KreiSauSschuß zu Alsfeld abgewiesen worden, weil auf der Ztegelhütte ein Bedürsntß zur Errichtung einer Wirthschast mcht anzuerkennen sei und auch die polizeiliche Controle am gedachten Platze nicht gut ausführbar erscheine. Gcsuchstcller hat gegen diesen abweisenden Bescheid Beschwerde an den Provinzialausschuß erhoben und zwar mit Erfolg, ca dieser, unter Aushebung des Erkenntnisses der vorderen I «stanz, die Bedürfntßfrage bejaht hat. In der Sitzung wurde von dem Bürgermeister zu Brauerichwend erklärt, daß die Zügelhütte je 12 Minuten von zwei Gemeinden entfernt liege, mit hübschen Bäumen umgeben sei und namentlich im Sommer, wo man sich im Freien aufhalten könne, einen gern besuchten Aufenthaltsort geben würde. Aus diesem Grunde habe auch der Gemeinderath die Bedürfntßfrage bejaht. — In der Angelegenheit der Enteignung von Grundeigenthum in den Gemarkungen Inheiden und Fkldhetm für die Nebenbahn Hungen - Friedberg halte die Geländeerwerbs.Commission auf da- Uriheil de- Provinzial- au-schuffe- vom 12. October dS. IS. innerhalb der vor» bestimmten Frist den EnteignungSauSspruch beantragt und die Bezahlung der Geländeentschädizungen durch Quittungen nnchgewiesen. Der ProvinzialauSschuß hat nach dem vom Vorsitzenden desselben verkündeten Beschluß dem Anträge entsprechend die Enteignung der fraglichen Parzellentheile ausgesprochen. Al« betheiligte Grundbefitzer kamen Georg Rcitz II. Eheleute und Israel Katz Eheleute au- Inheiden in Betracht. — Ludwig Muhl zu Großen Linden war um Ertheilung der Erlaubniß zum Betriebe einer Gast- wirthschaft eingekommen und wurde vom KreiSauSschuß zu Gießen mit seinem Gesuch abgewtesen. Er ließ durch Herrn Rechtsanwalt Metz dahier RecurS an den ProvinzialauSschuß etnlegen und hatte trotz der guten Vertretung auch hier kein Glück, da der ProvinzialauSschuß bezüglich de« vorliegenden Gesuches ein Bedürfoiß zur Errichtung einer Gastwirthschast nicht anzuerkennen vermochte. Muhl hat die Kosten deS Verfahrens und einen Aversionalbrtrag von 10 Mk. an die Provinzialkasse zu bezahlen. — Dem Gustav Seipel zu Gedern, welcher um Etlaubniß zum Betriebe einer Schank- wirthschaft nachgrsucht batte, ging eS nicht besser wie Muhl. Der KreiSauSschuß zu Schotten hatte unter Verneinung der Bedürfntßfrage da- Gesuch abgewiesen. Herr Rechtsanwalt Dr. A. Rosenberg hat den von ihm NamevS de- G. Seipel eingelegten RecurS gut zu rechtfertigen versucht, und e- nach vernehmen de« Zeugen SchnetdmüllerS Oberheim al- erwiesen erachtet, daß ein Bedürfniß zur Errichtung einer Gchankwirthschaft im Seipel'schen Hause vorliege. Zur Bekräftigung seiner Ausführungen übergab derselbe eine mit etwa 300 Unterschriften versehene diesbezügliche Erklärung zu den Acten. Aber der ProvinzialauSschuß schloß fich dem Erkenntniß de- KreiSauSschusseS zu Scholten an und Wieden Antragstkller kostenfälltg ab unter Auferlegung von 10 Mark Aoerfionalbetrag. — Zum zweiten Mal wurde wegen der Klage de» OrtSarmenverbandeS Düdelsheim gegen den OrtSarmenverdaud zu Ltndheim wegen Srsotze- »orgelegter Pfiegckostcn für Katharina Nagel von Lind- Heim verhandelt. Auch diesmal konnte trotz Vernehmung dreier Zeugen nicht festgestellt werden, ob die Nogel bis zum 1. März oder bis zum 1. April 1895 krankheitshalber verpflegt werden mußte, weshalb die Ve> Handlung behufs we terer Erhebungen vertagt worden ist. — Der OrtSarwen- verbaad Frankfurt a. M. klagte gegen die Ortskrankenkasse zu Groß-Karben wegen Ersatz von Pfleqekosten für Johann Lautenschläger von Gadernheim. Die streitenden Parteien waren auf Ladung ntcht erschienen. Nach kurzer Berathung verkündete der Vorsitzende den Beschluß deS ProvinzialauSschuffeS dahin, daß die Klage kostenfällig abzuweisen sei und der OrtSarm nverband Frankfurt weiter einen Aoerfionalbetrag von 10 Mark zu bezahlen habe. — Den letzten öffentlichen Gegenstand bildete die ErgänzungS- wahl deS Gemeinderaths zu Lauter. Die am 4. October zu Lauter stattgehabte GeweinderathS-ErgänzungS- wähl wurde von Großh. Kreisamt Gießen beanstandet und von dem KreiSauSschuß zu Gteßen für ungilttg erklärt, weil bei Feststellung der Wählerliste behufs Ermittelung der Steuerrestanten daS letzte fällige Communalsteuerziel auS 1894/95, statt deS ersten fälligen Zieles aus 1895/96 zu Grunde gelegt worden war. Gegen daS Erkenntniß deS KreiSauS- schuffeS wurde Beschwerde erhoben, welche fich speciell darauf gründete, daß da« erste und zweite Ziel der Communal- steuern für 1895/96 laut Bekanntmachung deS Gemeinde- einnehmerS in diesem Jahre erst am 21. August erhoben worden sei und daß somit am Wahltage keiner der Wähler länger als zwei Monate mit der Entrichtung der Steuern im Rückstände gewesen wäre. Bet ihrer Vernehmung konnte weder der Bürgermeister von Lauter noch der OrtSdiener von da Auskunft darüber geben, in welchem Monat die Steuerzettel an die Bürgermeisterei gelangten und aus- getragen worden feien und wann das Communalfteuerhebe- register dem Rechner zugestellt worden fei; der Bürgermeister erklärte vielmehr, daß er auf die Erhebung der zwei ersten Steuerziele keinen Werth lege. Obgleich Herr RrchiSanwalt Jost die Jntereffen feiner Auftraggeber warm vertreten hat, wurde der RecurS doch abgewtesen und die Reclamanten unter soltdartscher Haftbarkeit In die Kosten deS Verfahrens und zur Zahlung von 25 Mark an die Provtnztalkaffe verurtdeilt. • • WeihnachtSoratorium von Herzogenberg. Mit schwerem Herzen hat sich der evangel. Ktrchengesangverein in der gestrigen Generalprobe entschließen müssen, die Aufführung des Herzogenberg'schen WeihnachtSoratoriumS bis zum 8. Januar zu vertagen. Trotz der großen Anstrengungen, d«e in den letzten Tagen gemacht worden waren, hatte eine wirklich genügende Besetzung der Soli nicht erreicht werden können. DaS Bedauern war allseitig umso größer, als da- Werk, trotzdem die Probe beim Mangel der Solisten nur ein verstümmeltes Bild davon bieten konnte, durch seine wunderbare Schönheit Sänger und Hörer zu hoher Begeisterung bewegt hatten. Es wird nun Alles ausgeboten werden, um ihm am 8. Januar eine würdige Aufführung zu fichern. • • Wie wir hören, find in Folge unserer jüngsten Mit- theilungen über den Deutschen Privatbeamteu-Bereiu eine Anzahl Herren demselben beigetreten, doch bedarf eS noch weiterer Mitglieder, ehe zu der Gründung eines ZwetgveretnS Gießen geschritten werden kann. Da es sehr wünschrnSwerth erscheinen muß, daß dieser segensreich wirkende, aus sich selbst großgewordene Verein auch hier in Gießen durch einen sich selbst verwaltenden Zweigverein in Wtrktamkeit treten kann, so machen wir wiederholt darauf aufmerksam, drß Prospecte kostenlos versandt werden durch dr.' schrtftlettcnden Zweigverein Cassel deS südwestdeutschcn ZweigvereinS Verbandes, Schriftführer Herr Conrad Franz Becker, Kaufmann, Cassel. Der Verein hat sich die Sicherstellung der Zukunft der Privatbeamten auf dem Wege der Selbsthilfe zur Aufgabe gestellt, zählt bereits ca. 12000 Mitglieder und besitzt ein Vermögen von P/j Mill. Mark. * ♦ Haudwerkerkammer». Wie das „Worms. Tagbl." mittheilt, ist am 14. December eine von 45 Berufsvereinen auS dem Großherzogthum Hessen mit rund 3000 Mitgliedern unterzeichnete Petition an den Re'chStag abgesandt worden, d e sich gegen den Boetticher'schen Gesetzentwurf über die Handwerkerkammern richtet und in der Bitte gipfelt, der Reichstag „wolle dem Handwerkerkammer-Gesetzentwurf in jetziger Fassung seine Zustimmung Verlagen, und wolle nur ein Gesetz annehmen, daS die fachgenossenschastliche Zwangs- Organisation für ganz Deutschland anordnet, die uneingeschränkte Selbstverwaltung garantirt und daS Laienelement von jeder Mitwirkung ausschließt." Eine fast gleichlautende Petition ist an die Großh. Regierung abgegangen, nur daß dort am Schluß die Bitte ausgesprochen ist: „Großh. Regierung wolle den VerordnungS Entwurf der Centralftelle für die Gewerbe ohne Berücksichtigung lassen und wolle in den von der Reichsregierung zu beschließenden Gesetzen für da» Handwerk fich keine Ausnahmestellung Vorbehalten; Großh. Regierung wolle im BundeSrath dahin wirken, daß der Organisations-Entwurf de» preußischen HandelSminister- v. Berlepsch schleunigst zur Berathung gestellt werde." • * WeihaachtS Urlaub Da an den WeihnachtStagen viele Soldaten in Uilaub fahren, soll darauf htngewiesen werden, daß allen beurlaubten Soldaten bei kürzerer al» achttägiger Urlaubsdauer die Benutzung der dritten Klasse aller Schnellzüge gestattet wird, wenn eS fich um Entfernungen über 300 K lometer und um Reisen handelt, die außerhalb der Festzeiten — also ntcht am Tage vor oder nach Weihnachten, Ostern, Pfingsten oder während dieser Festtage — angetreten werden. Die UrlaubSpäffe müssen in vielem Falle den vermerk tragen. „Benutzung von Schnellzügen gestaltet." • * Stiftung für ehemals heffische Pioniere. Am 12. Decbr. 1870 ließ der commandtrende General de-9 Corps, welchem die hessische Division zugeth ilt war, den Helfischen Pionieren, die sich lo außerordentlich bet der Wiederherstellung der zerstörten Loirebrücke bei Blot- auSzeichneten, eine Belohnung von 1000 Thalern auSzahlen. Eine gleiche Summe stiftete später Großherzog Ludwig III. AuS den Zinse« diese- CapitalS werden jährlich am 12. December zur Er. innerung an den JahreStag de- BlückenbaueS bet vloi» Unterstützungen an invalide Pioniere resp. Tratnsahrer bei leichten Feldbrückentratn überwiesen; unter diesen Haden solche den Vorzug, bie beim Brückenbau vom 10. bis 12. December 1870 anwesend waren. Für den Fall, daß derartige zur Unterstützung Berechktgte nicht mehr vorhanden find, so werden anderweit tüchtige und bedürftige Unteroffiziere der 9. Compagnie deS 3. Großh. hessischen Jnf.-RegtS. Nc. 117 (derjenigen Compagnie, welche auS der ehemaligen Pionier- Compagnie gebildet wurde) unterstützt. Darmst. TSgl. Auz. Darmstadt, 17. December. Ein auS Badenheim stammender Soldat de« 25. Art.-RegtS. ist au» einem Fenster deS dritten Stockwerks der Kaserne gestürzt und blieb sofort tobt. GrieShei», 16. December. Nach dem nun vorliegenden Resultat der am 2. d«. Mt». stattgefundenen Volkszählung beläuft sich die hiesige Einwohnerzahl ind. der auf dem Schießplatz liegenden 266 actioen Mtlitärpersonen auf 4843 Seelen resp. 2488 männliche und 2355 weibliche Personen. Viernheim, 15. December. Gestern Nachmittag ereignete sich hier ein bedauerlicher Unglücksfall. Der 14jährige Ludwig Müller von hier ging mit mehreren Kameraden in den nahen Wald, um Holz zu lesen, und sah bei dieser Gelegenheit den Holzmachern zu, die Bäume fällen. Der Aufforderung der Waldarbeiter, fich zu entfernen, leistete der Junge keine Folge. Ern stürzende Tanne traf ihn nun so unglücklich an die Schläfe, daß er sofort eine Leiche war. Darmst. Ztg. Worm», 16. December. Wie die »Worms. Ztg." meldet, beabsichtige Freiherr v. Hehl, infolge der letzten Vorgänge in der nattonalliberalen Partei wegen de» Antrag» Kanitz und der gegen ihn erfolgten Angriffe au- der Fraction au-zutreten. WonuS, 16. December. Wie der „W. Ztg." von gut unterrichieter Seite mitgetheilt wird, hat der Sohn eine» Wirthe» in Zell und deff n Dienstknecht zusammen den Hauptgewinn von 70000 Mk. in der Zweibrücker Kirchenbau - Lotterie gemacht. Da- ist ein sehr praktische» Weihnachtsgeschenk! Mainz, 15. December. Das Schöffengericht sprach heute sechs Händler aus Pforzheim und einen hiesigen Lieferanten von der Anklage frei, durch Verkauf von amerikanischem Schmalz al- reines Schweineschmalz gegen da» NahrungSmtttelgesetz verstoßen zu haben. Frkf. Ztg. vermischte». * Hanau, 16. December. Vicefeldwebel Schmidt von der 11. Comp. de- 87. Infanterieregiment- hat fich mit feinem Dienstgewehr erschossen. Schmidt soll durch un« liebsame Privatangelegenheiten in den Tod getrieben worden sein. * Ergebnisse der Volkszählung vom 2 December Barmen 126,502 (+ 10,254), Wesel 22,124 (— 1400), Harburg 42,408 (4- 7427), Hanau 27,642 (— 2629), Lüneburg 22,313 (— 1648). * Was heutzutage nicht alle» gesammelt wird. Die Sammelwuth, an der keine Nation mehr leidet al» die englische, nimmt manchmal seltsame Formen an. Bei Pontefract in Wale» lebt ein Bankier, der ein Museum alter THÜren besitzt. Sie stammen von Schlössern, Abteien und Häusern von geschichtlichem Interesse. Kürzlich bot der Sammler in Pari» 20000 Mk. für eine Thür, durch die während der französischen R volution Maria Antoinette, Charlotte Corday, Danton und RobeSpierre den Weg zur Guillotine gegangen waren. Eine Sammlung alter Wetterfahnen verleiht dem Museum de» wallifischen Bankier» einige Abwechslung. * Ein Mann mit sieben Frauen. Im Criminalgericht zu London wurde ein Handlung-reisender Namm» Henrtz Cadman, der sieben Frauen, welche sämmtlich noch am Leben sind, geheirathet halte und Vater von 22 Kindern au- den Ehen mit diesen Frauen war, wegen Bigamie zu fieben- jährigem Zuchthaus verurtheilt. WScheutüche Nebrrstcht der Todesfälle tu Gieße». 50. Woche. Bom 8. December bi» 14. December 1896, Einwohnerzahl: angenommen »u 22 400 (tncl 1600 Mann MUK»,). SterbUchkeitSztffer: 18,57, nach Abzug der Ortsfremden 13,92»/«. Kinder E» starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom Anm. Die in Klammern gefetzten Zistern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenben Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke komm«. 1. Lebensjahr: L-15. Zahn Lungenschwindsucht 3 (!) 3 (1) — — Gehirnentzündung 1 (1) 1 (1) — — Kreb« 1 1 — Milzkrankhetten 2 2 — — Krämpfen 1 — 1 — Summa: 8 (2) 7 (2) 1 — Myrrhen-Creme bereitet ans d>m patentirten öligen Austug des Myrrhenharzes und Wache wird von vielen Professoren und Aerzten allon anderen Salben und LArTugges Fetten voryezogen, weil die Wirkung des Myrrhen - Ordzne bei Haut Verletzungen, Hautleiden, Wundsein der Kinder, aufgesprungener, rissiger Haut, alten eehleoht- hellenden Geschwüren etc. eine weitaus raschere und lUverlMesigtrre ist, wofür die Gutachten vii ler Tausend Mediziner, welche Jedermann gratis sur Verfügung stehen, die besten Beweise sind. MT Unübertroffen asak als ToUetten-OrOme. Erhältlich in grossen Tuben au M- L— Mmd kleinen in 50 Pfge in den Apotheken. [IOC59] Weihnachts-Kistchen nach beliebiger Auswahl in feinen spanischen Weinen, deutschem und frauzös. Seet, Weiß- unfr Rothwein, Cognac rc. zu den billigsten Preisen empfiehlt 10246 Weintzalldlung F. 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December soll, wie seither ange kündigt wurde, die Christbefcheerung unserer Anstalt gehalten werden ------- , Nachmittags 4 Uhr findet zunächst in der Stadtkirche bei brennende! «SKb (^rifibaum eine kirchlichr Feier statt, die zugleich als Gememdegottesdien St-ppdeck-n^woll,«- 6 litt- grauen wird. Nach Schluß desselben werden in der Kleinkioderschule, Tn, BrucK, auch im Lichte des Christbaums, den Kindern ihre Gaben bescheert werden. Schlohgasie 16. Brand-u.Kanzleiberg-Ecke Z« der kirchlichen Feier in der Sladtkirche laden wir die gan^e - Gemeinde freundlichst ein. Zu der Bescheeru"g in der Anstalt selb t ®GF Da« \ bringen Jßleib'41können wir, außer den Angehörigen der Kinder, wegen des sehr be* j 1 / "^/Ebpasttkle« I schränkten Raumes leider Niemanden einladen. 3WT Jeden Pastille«) Alle, die uns für die Christbefcheerung unserer Anstalt noch Gaben nnct»n i ln kurzer Zeit mgedacht haben, bitten wir, dieselben bis Ende dieser Woche an eine der ÖW nuolcu ) Sicheren Erfolg. Vorstandsdamen gelangen zu lasten. Beutel 35 und 25 H bei ve««er Gießen, am 17. December 1895. Unb “• *85*6 Der Vorstand der Klemkinder-Bewahranstalt. --- - - ■ ■ —— — Or. Naumann. Th. Brück Rohrsessel und Aknmentische billigüe und feinste Kambllgmöbel^ ■ Theetische —■ Hocker Sessel Hriumps - Kkapp- sessel 9961 in jeder Lage obne -^Aufsteben verstellb. Telepho« 27. -anaen Einfriedigung des neuen gestellt worden ist, um im nädflen eommer eine ormer,jcro^V)u= Kasernements längs der Grünberger, löser Kinder in der Ktuderhetlanftalt zu Bad -Nauheim , straße erforderlichen Erd- und unlerbringen zu können, werden alle btejenlgen Bewohner des Sparkaffen Maurer -, Steinhauer-, bezirkö Gießen, welche solche kranken Kinder haben und nicht selbst in der Lcklosser- und Weißbinder- Lage sind, die Kosten bestreiten zu können, aufgefordert, bei ihrem arbeiten sollen Pfarramt oder der Bürgermeisterei baldigst zu melden. Set der An- Montag den »O. Decbr. d. I., Meldung ist ein ärztliches Zeugniß vorzulegen, in welchem die Nothwendig Dormittaas 11 Uhr, feil einer Badekur bescheinigt sein muß. — Es ist nicht ausgeschloffen, öffentlich verdungen roerbem Pläne, daß Kindern, welche bereits auf Kosten der Sparkasse eme Badekur durch Arbeitsbeschreibung und Bedingungen gemacht haben, die Kosten für eine weitere Kur bewilligt werden [lcQen während der Dienststunden bei Die Pfarrämter und Bürgermeistereien ersuchen wir, uns die einlaufenben uns zur Einsicht offen. Meldungen mit den ärztlichen Attesten und einer Bescherung über die Angebote sind auf vorgeschriebenem, Bedürftigkeit der betreffenden Eltern bis längstens Cnbe Januar bei uns erhältlichem Formular bis k. I. zusenden zu wollen. zum genannten Termin einzureichen. Gießen, am 10. SDecember 1895. ^uscklagsfrift 14 Tage. Die Direktion des Spar- und Lechkaffe-Bereius. Gießen, den 18.December 1895. 10507_ 3- E.: Wiener. “s2S“ .... Bekanntmachung. Wir bringen hierdurch zur Kenntniß der Jntereffenten, daß uns auch in diesem Jahre wieder eine Summe zur Pcämnrung von Dienstboten des Sparkaffebezirks zur Verfügung gestellt wurde. Prämien können von 5 zu 5 Jahren nur solche Dienstboten im engeren Sinne erhalten, welche bei der Herrschaft Kost und Logis haben und sich über gute Führung durch Zeugniß ausweisen können. Von Vollendung der 5 Jahre kann nur dann im letzten Dienstjahre abgesehen werden, wenn der Dienstaustritt dura ! Einberufung zum Militär, durch Auflösung des Haushaltes der Herrschaf oder durch Gründung eines eigenen Hausstandes erfolgt. — Es werden hiernach alle diejenigen Dievstboteu, welche nach vorstehenden Bedingungen auf eine Prämie glauben Anspruch erheben zu können, aufgefordert, sich unter Vorlage der Dienstbücher, eines Zeugniffes der Herrschaft über gute Führung, sowie eines etwaigen Sparkaffenbuchs bei unserer Kaffe, oder der Grobherzoglichen Bürgermeisterei des Wohnorts W®#T Zum Besuche der kihnachls-Ausstkliung « ladet ergeben^ ein die 10099 I.Iticker'sche Buchhandlung Geschäftsverlegung 1*614 I. Krünewald, Bank- und Wechfelgefchüft. Mein Geschästslocal befindet sich von heute ab Bahnhofstrasse 48 im früher Merz'schen Hause. Gießen, 19. December 1895. Ev. Kirchengesangvemn. Die angckündigte Aufführung muß ein» getretener Hinderniffe wegen auf den 8. Januar verschoben werden. 1051, C. Stöver (Dornt. F. Scharmann i, 6 Kirchenplatz 6. 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