Nr. 272 Erstes Blatt Dienstag den 19. November 189» Gießener Anzeiger Kenerak-Mnzeiger Aints- und Anzeigeblatt für den Kreis Gieren. ^chratisöeitage: chießener Kamikienötütter. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag« für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi« Bonn. 10 Uhr. Redaction, Lxpediiro» und Druckern . Kchnkflrahe pc.1. Fernsprecher 51. Bierteljähriger Avonnementspret« l 2 Mar! 20 Psg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezöge» 2 Mark 50 Psz. Die Gießener A»amtkien SkLIIer werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal drigrlrgt. Der ^lehener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme de« Montag«. All: Annoncen-Bureaux de« In« und Auslände« nchmea Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Amtlicher Theil. Gießen, 16. November 1895. Betref fend: Die Vertilgung der Feldmäuse. Das Grobherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien des Kreises. Da allenthalben Klagen über daS Urberhandnehmen der Feldmäuse bei der ungewöhnlich milden Witterung etnlausen, beauftragen wir Sie, in Ihren Gemarkungeu zu veranlassen, daß die Mäuse durch Vergiftung vertilgt werden. Wie be« reitS früher angeordnet, dürfen die zur Vergiftung bestimmten Fruchtkörner nicht auf die Erde gestreut, sondern müssen möglichst in die Mäuselöcher hineingelegt werden. Es ist dteS sehr mühsam und wird, wenn dieö Verfahren mit der Hand auSgeführt wird, auch weil mehr vergiftete Frucht verbraucht, als dies zu dem zu erreichenden Zwecke norhwendig ist. Diesen beiden Mißständen wird abgrholfen, wenn sich bei dem Giftlegen eines Apparates bedient wird, der uns in dem landwirthschaftlicken Localverein dahier von einem praktischen Landwirthe oorgezeigt wurde und dem der ungeteilte Beifall sämmtlicher anwesenden Landwirthe gezollt wurde. ES ist dies der Mäusevergiftungsapparat von Brookmann, Leipzig-Eutritzsch, Preis 3 Mk. Zum Vergiften wird am besten der bet der gleichen Firma zu bestellende geschälte und gesüßte Strychninhafer verwendet, von welchem 10 Kilogr. 5 Mk. kosten. Sollte auch in Folge kalier und nasser Witterung demnächst daS Verschwinden der Mäuse auf freiem Felde zu er« warten stehen, so empfiehlt sich doch das Vergiften derselben an den Rainen und in den Baumstücken, weil erfahrungsgemäß dieselben immer an solchen Plätzen überwintern und von dort auS das Feld wieder bevölkert wird. Indem wir Ihnen nochmals dringend die Anschaffung deS obenerwähnten Apparates, der bei Verwalter Schuch ar dt auf dem Neuhofe bei Lang GönS befichtigt werden kann, zur Vornahme der alsbald zu beginnenden Mäusevergiftung empfehlen, sehen wir Ihrem Berichte über das Veranlaßte bis zum 15. December l. I entgegen. v. Gag ern. Nr. 40 des Reichs«Gesetzblattes, ausgegeben den 14. d. MtS., enthält: (Nr. 2274.) Bekanntmachung, betreffend die Anzetge- pflicht für die Schweinesruche, die Schweinepest und den Rothlauf der Schweine. Vom 12. November 1895. Gießen, den 18. November 1895. Großherzogliches KreiSamt Gießen. v. G ag ern. Deutsches Reich. Berlin, 16. November. Der „Deutschen Sonntagspoft" zufolge wird daS bürgerliche Gesetzbuch voraussichtlich Anfangs der zweiten Hälfte deS Monat» Januar eingebracht. Berlin, 16. November. Gegenüber der Meldung der Wiener „Neuen freien Presse", es sei möglich, daß Deutsch, land keine Kriegsschiffe nach dem Orient entsenden werde, vernimmt daS „Tageblatt", daß dies ein Jrrthum sei, Deutschland werde in den türkischen Gewäffern ebenso wie alle anderen Großmächte seine Flagge entfalten. Berlin, 16. November. Eine größere Lohnbewegung der Brauer ist in Deutschland, wie der „Post- geschrieben wird, im nächsten Frühjahr sicher zu erwarten, nachdem dem Vorschläge des HauprvorstandeS des Brauerverbande», zur Schaffung eines größeren Strikefonds Sammellisten auszugeben und auf sie regelmäßig in allen Brauereien zeichnen zu laffen, von sämmtlicheu Zahlstellen deS BerbandeS zugestimmt worden ist. Außer der Lohnerhöhung wollen die Brauer für Verkürzung der Arbeitszeit und Beseitigung des Schlafens in den Brauereien, wo solches noch üblich ist, eintreten. Altona, 16. November. Anläßlich der Ernweihungs- feter des hiesigen Bahnhöfe» fand Abends im BürgeivereinS Locale ein Festdtner statt, an welchem der Minister Thielen, Oberpräfident Steinmann, die Spitzen der Eivtl- und Militärbehörden, der Magistrat, Vertreter der Stadtverordneten und der Handelskammern von Kiel, Flensburg, Hamburg und die hohen Beamten der Eisenbahn- directionen, im Ganzen etwa 120 Personen, theilnahmen. Der Saal war schön drcorirt- daS Diner nahm einen glänzenden Verlauf. Hamburg. 16. November. Wie die „Hamb. Börsen- .Halle" meldet, beschloß die Direktion der Hamburg-Amerika Linie, ihre sämmtlichen Zwischendeckpretse um 10 Mark zu erhöhen. Ausland. Neapel, 16. November. Die „Agencia Stefani" meldet: Die ersteDivision des italienischen Geschwaders geht heute Abend nach den türkischen Gewäffern ab. Petersburg, 16. November. Die Geburt der Großfürstin wurde gestern noch spät Abend» der Bevölkerung durch Kanonenschüffe verkündet. Die Nachricht wurde noch vor dem Schluß der Theater bekannt und rief in den Theatern patriotische Kundgebungen hervor. Die Nationalhymne mußte dreimal gespielt werden. Sämmtliche Zeitungen bringen heute schwungvolle Artikel. Petersburg, 15. November. Ein auS Anlaß der Geburt der Großfürstin Olga veröffentlichtes kaiserliches Manifest besagt: „Indem wir eine solche Vermehrung unseres kaiserlichen Hauses als ein Zeichen deS über uns und unser HauS reich ergossenen Segens aufnehmen, rhun wir dieses freudige Ereigniß allen unseren treuen Unterthanen kund und erheben mit ihnen heiße Gebete zum Allerhöchsten um das glückliche Hrranwachsen und Gedeihen der hohen Neugeborenen. Neueste Nachrichten. WolffS telegraphisches Correspondmz-Bureau. Straßburg i. 8., 17. November. Der Statthalter Fürst zu Hohenlohe-Langenburg ist heute Mittag 12 Uhr 15 Minuten von Stuttgart hierher zurückgekehrt. Heute Nachmittag 5 Uhr 20 Minuten trafen auch die Herzogin von Sachser-Cobürg und Gotha und die Prinzessin Alexandra von Sachsen-Coburg und Gotha, die Braut des Erbprinzen Ernst zu Hohenlohe-Langenburg, hier ein. Sofia, 17. November. Die Prinzessin Ferdinand wurde heute 12 Uhr Mittags von einem Prinzen entbunden. — Der neugeborene Prinz erhält den Namen Cyrill und den Titel eines Prinzen von PreSlav. New York, 17. November. In Cleveland stürzte gestern Abend infolge falschen Signals ein electrischer Motorwagen der Straßenbahn, als er über die Zugbrücke eines ViaducteS fuhr, aus einer Höhe von 100 Fuß in den Cuyahojaflusse hinab. Der Wagen enthielt 20 bis 30 Personen - mehrere Personen, darunter der Motorbeamte, sprangen ab, die übrigen Jnsaffen nebst dem Conducteur ertranken. 13 Leichen sind bisher geborgen. Der Motor- Beamte wurde verhaftet. des anti- Depesche« de» Bureau .Hersld". Wien, 17. November. Der Wahlaufr uf semitischen Central-Wahlcomitvs wurde auf Ber- anlaffung deS Staatsanwalts in seiner ganzen Auflage beschlagnahmt. Wtz Koustautivopel, 17. November. Im Palaste deS Sultans herrscht andauernd eine äußerst gedrückte Stimmung, da sich fortgesetzt da» Gerücht erhält, die Großmächte beabsichtigten die Absetzung des Sultans, als einziges Mittel, um die Türkei vor einer Zerstückelung zu retten. Die Palastpartei bestürmt den Sultan, sich aufzuraffen und den heiligen Krieg zu erklären. Die Ausrüstung der einberufenen Reserven geht nur langsam vor sich, da bei der Pforte großer Geldmangel herrscht. WB. Hannover, 18. November. Bei dem Bau des Corpshauses der „Hannovers" zu Göttingen stürzte ein Thetl des Bauwerkes etn. Sech» Maurer wurden unter den Trümmern begraben, einer ist gestorben, die andern find schwer verletzt. Der Krieg von 1870|71, geschildert durch Ausschnitte «us Zeitung»-Nummern jener Zeit. (Nachdruck verboten.) 19. November. Im weiteren Verfolg der wahnwitzigen Maßregel, welche einige französische Logen des franzöfischen und schottischen R-tuS gegen die BBr. Wilhelm, König von Preußen, und Friedrich Wilhelm, Kronprinz von Preußen, genommen, theilen wir mit, was der „Rappel" salbadert: „Br. Wilhelm ist künftig vogelfrei. Alle Freimaurer sind autorisiert, auf ihn zu fahnden und ihn zu ermorden." — Es fragt sich nur, wie dieser Urtheilsspruch ausgeführr werden wird . . . Ein Freimaurer, vor dem ich mir erlaubte einige Zw ifel in den Ernst eines solchen DerdicteS zu setzen, erwtederle mir: „„Lachen Sie nicht! — DaS Unheil deS maurerischrn Tribunals ist derartig schrecklich, daß Bonaparte den italienischen Krieg nur auS der alleinigen Ursache unternommen hat, um sich der gegen ihn von den Logen in Neapel und Mailand ausgesprochenen Excommuniccttion zu entziehen. Pianori und Orsini, die Attentäter Napoleons, waren Freimaurer!"" Gieße», den 18. November lt&6. ♦* Stadtverordneten Wahl. Die unter rühriger Agitation zu Gunsten einer bisher nicht dagewesenen großen Anzahl von Candldaten eingeleitete Wahl von 11 Mitgliedern zur Stadtverordneten-Versammlung ging am SamStag vor sich. Der Agitation entsprach auch die Spannung, mit welcher man dem Ausgange der Wahl eotgegensah. DaS AuSzählen der Stimmen war gegen ^12 Uhr NachtS beendet. Zunächst ist zu conftatiren, daß die ausscheidenden Mitglieder ausnahmslos wiedergewählt wurden. Nachstehend theilen wir die Namen der Gewählten nebst der Zahl der Stimmen, die sie nach vorläufiger Feststellung erhielten, mit: 1) Wilh. Wallenfels, Rentner, 1114 Stimmen (wiedergewählt), 2) Dr. Gutfleisch, Rechtsanwalt, 1086 St. (wiedergew), 3) H. E. Aughardt, Kaufmann, 972 St. (wiedergew.), 4) Louis Petri II., Wcißbinder, 930 St. (wiedergew.), 5) Dr. Ploch, Arzt, 878 St. (wiedergew.), 6) Sigm. Heichelheim, Bankier, 828 St. (neugew.), 7) Jean Kirch, Bahnhofsrestaurateur, 676 St. (neugew.), 8) Carl Loos, Kaufmann, 673 St. (neugew.), 9) Theodor Haubach, Kaufmann, 673 St. (neugew.), 10) Dr. Gaffly, Professor, 654 St. (neugew.), 11) Carl Faber, Spenglermeister, 640 St. (wiedergew.). Es sind sonach die von dem Vorstande des freisinnigen Verein- und des nationalliberalen Vereins gemeinsam vorgeschlageneu Candidaten (man geht wohl nicht fehl, wenn mau Herrn Heichelheim ebenfalls als von Wählern beider Parteien gewählt bezeichnet) gewählt worden. — Von den weiteren vorgeschlagenen Candidaten erhielten die nächste größte Stimmrn- zahl folgende Herren: Ed. Hanau 626, Eduard Krumm, Kaufmann, 603, Julius Bräutigam, Colonialwaaren- händler, 519, Johannes Diehl, Schneider, 416, Samuel Pascoe, Bergwerksdirector, 350. ** Coucertverein. Bor nahezu ausverkaufiem Hause fand gestern im Clubsaal daS erste diesjährige Concert des ConcertvereinS statt. Herr Musikdirector Krauße, der an Stelle des erkrankten Universitäts-MufiktirectorS Herrn Felchner den Dtrigentenstab führte, hatte auf daS Studium der zum Vortrag gebrachten Orchesterwerke große Mühe verwandt und sowohl die C-dur Symphonie von Schubert, wie das Vorspiel zu Hänsel und Gretel von Humperdink wurden unter seiner ruhigen und ztelbewußten Leitung der verstärkten hiesigen Militärcapelle vorzüglich wiedergegeben. Sämmtliche Einsätze wurden mit großer Präctsion gebracht und der Vortrag war bis in die kleinsten Details auf'S Feinste ausgearbeitet, sodaß der Zuhörer sich eines ungetrübten KunstgenuffeS erfreuen konnte. Lobend seien vor allen D'ngen die Holzbläser erwähnt, die namentlich im zweiten Satze der Symphonie Vorzügliches leisteten. An solisttschen Kräften waren zwei Damen gewonnen worden, von denen die Violinvirtuosin Fräulein Minna Rode auS Frankfurt von früherem Auftreten her bei dem hiesigen Concerrpublikum noch in bester Erinnerung stand. Wenn wir auch die Wahl der beiden Concertsätze von VieuxtempS für keine besonders glückliche halten, so müssen wir doch bekennen, daß Fräulein Rode ihre Aufgabe glänzend gelöst und durch ihr reines Spiel, sowie durch ihren feinsichtigen Vortrag das Publikum hoch entzück: hat. Die Wiedergabe des Air von Bade und der Tareutella von WieniawSkt fanden so stürmischen Be.fall, daß sie sich zu einer Zugabe, Andante religiöse von Thome, bequemen mußte. In Fräulein Hermine Hayden aus Mannheim lernten wir sodann eine liebenswürdige jugendliche Sängerin kennen. Ihre Stimme ist zwar nicht groß und für die hiesigen Concerträumlichkeiten kaum ausreichend, aber was ihr in dieser Hinsicht fehlt, ersetzt sie durch eine vorzügliche Textaussprache, die selbst beim zartesten Pianiffimo im entferntesten Saalwinkel verständlich ist und durch einen tief innigen, zu Herzen gehenden Vortrag. Sowohl die Lieder von Schumann, sowie diejenigen von Medel und Goetz brachte Fräulein Hayden wundervoll zu Gehör und es war dem Publikum nicht zu verdenken, wenn es auch ihr eine Zugabe (B umenorakel von Mascagni) abnöthigte. Die Begleitung der Lieder sowie der Tareutella und der Andante religiöse führte Herr Trautmann aus Frankfurt in gewohnter musterhafter Weise auS. Pr. • • Tienstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Gr oß Herzog haben Allergnädigst geruht, am 16. l. MtS. den Hauptsteueramtsassistenten bei dem Hauptfteueramte Offenbach Hermann Marchand znm DistrictS - Einnehmer der DistrictS-Einnehmerei Ortenberg zu ervennen, lorott den DistrictS-Einnehmer der DiftrictS-Einnehmeret Babenhausen Johann Philipp Dieter in gleicher Dienfteigenschaft tn die DistrictS - Einnehmerei Treis an der Lumda zu versetzen und die Fioanzaspiranten Hein rtch Dörr auS AlSbach und Heinrich Krug aus Schwarz, sowie den Sreuerassessor David MeeS aus Mainz zu Hauptsteueramtsassistenten bei den Hauptsteuerämtern Mainz, beziehungsweise Offenbach zu ernennen. • • Dresdener Kesammt • Vorstellungen. Wir machen unsere Leser nochmals auf das morgen stattfindende Gastspiel der Dresdener Gäste aufmerksam, — die sich im Sturme die Herzen unseres Publikums eroberten. DaS reizende Lustspiel „Die berühmte Frau" in solch vollendeter Besetzung zu sehen — wird wohl kaum Jemand zögern. BonS je 4 Stück oder mehr werden bis zum Abend der ersten Vorstellung in Herrn Ernst ChallierS Mufikalten- Handlung abgegeben, und findet der BonS-Umtausch und Billetverkauf ebendaselbst bis zum Abend und an der Abendkaffe von 7 Mr statt. — Am Donnerstag gelangt dann ScribeS seines Lustspiel „Ein GlaS Wasser" mit Frau Rinald Pauly, Herrn Rinald und Herrn WesselS zu überaus glänzender Darstellung. — Gießener Knustvereiu. Ein reges Leben herrscht gegenwärtig in den Räumen unseres KunstvereinS. Der Zusammenfluh verschiedenartigster Talente, Richtungen und Motive bietet ein sarbenfroheS Ensemble, das dem Laien wie dem Kenner gleich ersreulich ist. Wenn wir unsere Wanderung durch den Saal antreten, in welchem eigentlich kein Bild ungünstig placirt erscheint, wo keine rücksichtslose „Hänge- Commisfion" die Wirkung einer Arbeit beeinträchtigt, so müffen wir freilich unseren Lesern im Voraus erklären, daß wir auf eine deraillirte Besprechung deS Gebotenen verzichten, daß wir lediglich einen Totaleindruck im Auge haben und uns nur bei dem hervorstechend Characteristifchen aufhalten können. Landschaft, Vlumenstück, Stillleben, Portrait, sogar daS religiöse Bild ist vertreten. Letzteres wird repräsentirt durch eine ziemlich große Leinwand von Marie Kalkreutjh (Dachau) „Jesus nimmt die Sünder an", die starke (Sm- pfindung mit technischem Können vereinigt. Im LaudschaftS' bilde ist vor allem zu nennen Feddersen mit seinem „Nord- f-ieflschen Dorf", daS die Beobachtungstreue der niederländischen Schule zeigt und außerdem durch die moderne bläuliche Behandlung deS Schattens interessiert. Der Motivkreis Christ. Mali's ist ja bekanntermaßen sehr klein, und nach Inhalt und Form völlig abgeschlossen, aber dennoch sieht man seine weidenden Kühe mit Fluß- und GebtrgSftaffage immer gerne, denn es liegt eine seine, dtScrete Stimmung über dem Ganzen. Unter den Studien und Bildern, die Otto Fritz ausgestellt, feffrlt uns hauptsächlich daS „Mädel mit den Gänsen". DaS wogende Aehrenseld mit den blauen und rorhen Wucherblumen ist malerisch und poetisch zugleich empfunden. Durch seinen Ton und StimmungSgehalt zeichnen sich aus Kurt Finster'S (München) „Abend", Motiv auS Schlesien, in welchem eine Windmühle in der Einsamkeit der Ebene wie ein großes Fragezeichen ausragt und Elise Eicken (Berlin) mit einem „Schtlfuser" und einer „Französischen Dorfstraße im Regen." Stillleben und Blumenstück von virtuoser Technik, prächtig im Aufbau und feinster Behandlung in den Ton- schattirungen hat Emmy Dingeldein (Gießen) geliefert. Von Helene Nagel (Berlin) schauen wir auch einige wirkungsvoll behandelte Blumenbilder. Flott gemalt ist besonders das Malvenbild. Im Porträt gebührt die Palme der Crelinger, die eine „Alte Frau" und ein „Junges Mädchen" ausgestellt hat. Letzteres Bild besitzt dte Reize der Pastelltechnik. W. Barthel von Gießen, deffen große Bilder bereits entfernt sind, hat einige hübsch beobachtete Landschaftsmotive als „Sommer" und „Herbst" auszuwetsen, und Herr Architect Mülberger, gleichfalls von hier, hat sich mit einem sauber gearbeiteten „Stillleben" eingefunden. Im „Genrebild" wären noch zu erwähnen Max Schaefer (Berlin) mit seiner hübschen Idylle „Komm', komm'" (Großvater wink: seinem Enkel) und Theod. KleehaaS (München) mit drei frisch empfundenen Miniatur-Bildchen. * * Nationalliberaler Verein. Der nationalliberale verein veranstaltet tn diesem Winter eine Reihe von Vortragsabenden in der Restauration „Zum Andres", zu denen auch NichtvereinSmitglieder eingeführt werden können. Morgen, DienStag, Abends m Weinexport * Die von der Jo Oberhäuser us ein. Eine Frer : Trümmer geriet^ nd. 19 Personen g Ziehhund worK 'bau?i>. „ n“,’16, «thlHn ^hngrld ° ?'4!-ld bt ff.®*«* Zübet derfichm Station Neuhg, "7 traurige, and^"'^ M de° L ? xntben dw 'Gebend. Ais n [ b7 ben®eno|jtc 7flf|Tt ausmerksaa zu verlassen ien ^lnd und sahl er Schnellzug fällig ^chvellzugrs nich, 1 und zermalm. Zarter, er hinter. ^eserfah.re bei sonenomnibus über -st infolge Bruches I ewem Hindnch, sses -und die beide» »Stere wurden m nd Hollands. Haltung und Wieder den noch heimischer Manches geschrikbr nähliche BerschwM-; M ®’ tx\W«i Iber bleie« Th» 6 ta MM» behi- ielt|4rift>»* ttiwehM^ »31 " , ■m mw* elnanber wrW«* »iif|4nta«,e büt B de»° Ich!-'»" ft« ifflt und :s**: srK! ch d°"'L,e»ch! ir» ei««' leer 81161' ‘ l>»d ““ b nie I" I « 1° I*' ii 1,1 j« ► »ö*!6 und ßf’ gjeptcBf* « W ft« -- A D-- ®’^bt -- ; ® rS (tlftrerbii * tf** fürdie Salmiak ist das TcrPENtiN hrerr WäSTHF Kernseife [pESTE| WAblHt van Houtens Caeao im Gebrauch billigster Bester 8572 Geöffnet von Morgens 8 Uhr bis Abends 8 Uhr. züglicher Waare bestens empfohlen. 9270 zu Norddeutscher Lloyd, Bremen 9683 Wetzsteinstrabe Rr. 48 9640 Schnelldampferfahrten nach Newyork: Bremen Dienstage und Sonnabende. Von 9687 Haas 9090 Porto nach hier Isidor Schulhof, Friedberg, Julius Karl, Grünberg und Wilhelm Acker, Berstadt. 9542 zu verkaufen. der Kürschnerei von 8461 zu verkaufen 9705 9651] Der zweite Stock ist sofort zu vermiethen. Schützeustratze 1 H. Abel Von Von Nach Japan. 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Bet Sicherung schneller Beförderung »nd Bestellung der VostsenduNge» müssen auf denselben Empfänger und BcstimmungS« •rt so genau bezeichnet sein, bafijebcr Ungewtßhett »orgebeugt wird. Dabei find namentlich folgende Punkte zu beachte»: 1. Bei Postsendungen nach größeren Orten ist in der Aufschrift die Wohnung deS Empfängers möglichst genau anzugeben. Auch ist eS von Wichtigkeit, daß die WohnungSangabe stets an derselben Stelle der Aufschrift, nämlich unten rechts, unmittelbar unter der Angabe des Bestimmungsortes, erfolge. 2. Auf den nach Berlin bestimmten Sendungen ist, außer btx Wohnung des Empfängers, der Postbezirk (0., Nn NO. ic.), in welchem die Wohnung fich befindet, hinter der OrtSbe- zeichnung »Berlin^ zu vermerk«. 3. Gibt es mit dem Bestimmungsort« gleich oder ähnlich lautende Postorte, so ist dem Ortsnamen eine zusätzlich« Bezeichnung beizufügen. Welche Zusätze für die Ortsnamen im Postoerkehr als maßgebend anzuseben sind, ergibt sich aul dem »Verzeichniß gleichnamiger oder ähnlich lautender Dost- orte*, das zum Preise von 10 Pf. durch Vermittlung jeder ReichS-Postanftalt bezogen werden kann. 4. Wenn der im Reichs Postgeblet belegen« Bestimmungsort zwar mit einer Postanstalt versehen, deffmungeachtet aber nicht als allgemein bekannt anzunehmen ist, so empfiehlt eS sich, die Lage deS OrtS in der Aufschrift der Sendung noch deS Näheren zu bezeichnen. Zu derartigen Bezeichnungen eignet fich die Angabe des Staates und bei größeren Staaten dek politischen Bezirks (Provinz, Regierungsbezirk u. s. w.), in welchem der Bestimmungsort belegen ist, oder auch die Angabe von größeren Flüssen [(Ober), (Elbe), (Rhein), (Main) it.], oder von Gebirgen ((Harz), (Riesengebirge) ic.] Nicht minder find zusätzliche Bezeicbnungen, wie ((Thüringen), (Altmar^, (Lausitz) rc.1 für den Zweck geeignet. 6. Aus Postsendungen nach Ortschafte» ohne Postanstalt iss außer dem eigenllichen Bestimmungsorte noch d i e j e n i g e P 0 st- anstalt anzugeben, von welcher aus die Bestellung der Sendung an den Empfänger bewirkt werden bez. die Abholung erfolgen soll. 6. Wenn der Bestimmungsort einer Sendung in einem fremde» Postgebiete belegen und zu den weniger bekannten Orten »u rechnen ist, so ist außer dem Ortsnamen noch daS betrestendr Land bez. der LandeStheU auf der Sendung anzugeben. Di« Brachtung dieser Punkte wird zur Herbeiführung einer schleunigen Ueberkunft der Sendungen an den Empfänger wesenllich beitragen, und «S liegt daher im eigenen Interesse der Absender, He Aufschriften der Smdungep hiernach genau anzufertigen. Bekanuttnachung. Der Voranschlag über Einnahmen und Ausgabelt unserer Gemeinde für das Etatsjahr 1896/97 nebst Beilagen und Berathungsprotokoll liegt zur Einsicht aller Interessenten acht Tage auf dem Büreau des unterzeichneten ersten Vorstehers offen. Gießen, den 18. November 1895. Der Vorstand der israel. Religions-Gemeinde Gießen. S. Heichelheim. _____________9696 Gehr. Röhrle. Zwei ältere, zugfeste Pferde Feinstes Snnerkraiit, per Pfund 10 Pfg., empfiehlt 8948 I. Hankel, Schloßgasse 6. Beralieten kunW- und KkhlKopfhllKen heilt briestich unter schriftlicher Garantie billigst, «osten 8-4 Mk. Empfehlungen an« allen Ländern. Apotheker J. Jekel, Zürich. 1 Karte 10 Pfg., 1 Brief 20 Pfg ausgestatteten 'patriotischen Werke in gleichem Maße betheiligt an den blutigen Kämpfen, aus denen sieghaft die deutsche Einheit erstand. Was ta erzählt wird, klingt schon deshalb besonders urwüchsig und wirklichkeitstreu, weil jeder der Helden ,mit all seinen StammeSeigenIhümlichkeiten hervortritt, bisweilen in den Dialect seiner Heimatd verfallend, und doch einfach und allgemein verständlich erzählend, in wrlcher Weise er an dem großen Jahre theil- genommen. Die Ausstattung des nunmehr balbvollendeten Werkes, das jedenfalls vor Weihnachten seinen Abschluß findet, ist eine überaus glänzende. Einen Hauplschmuck der 8. Lieferung bildet ein großes farbiges Kunstblatt von G. Knötel: „Die Ziethenhusaren bei Mars la Tour." Neben dem wilden Kriegsgetümmel dieses Bildes treten dann einzelne, flott geztichnete Evisovenbildchm hervor, die in den Text eingestreut eine wohltbuerdc Abwechslung bitten und alS anschauliche Ergänzung zu Len Ponraits dienen, die in ihrer Gesammtheit eine Btldnißgalerie der schllchten Krieger von 1870/71 bilden. „Wie wir unser Eisern Kreuz erwarben" ist ein Soldatenbuch im schönsten Sinne des Wortes, in dem der Ernst des Kriegs wie der Humor des Laaerlebens gleichmäßig zu Worte kommen, während die g'änzende Illustration die Einbildungskraft erregt und drm jungen Soldaten abwechselungsreiche Kriegsbilder vmiüvrl. Äipchttche Anzeigen der evang.Geßneinde. Montag, den 18. November, Abends 8 Uhr, Bibelst««de im Confirmandensaal der Johanneskirche: 1. Brief an die Corinther, Capitel 2. Pfarrer Dingeldey Wttterungsbericht vom 17. November. Der größte Thetl des ContinentS steht noch unter der Herrschaft eineS barometrischen Maximums, dessen Kern im Südosten verharrt und an Intensität sogar nicht unerheblich weiter gewonnen hat. Das Wetter ist daher im Allgemeinen heiter und mild. Ueber den Hebriden ist aber neuerdings eine ziemlich liefe Depression erschienen, welche einen sackförmigen Ausläufer südwärts gegen den Eingang deS Canals entsendet und bereits auch das Küstengebiet des europäischm Festlandes beeinflußt. In ihrem weiteren Verlaufe mag dieselbe vorübergehend die Wirkung des hohen Druckes beeinträchtigen. vova«»fi«UiHa Wittevrrugr Im Allgemeinen heiteres und mildes Wetter. Verkehr, unö Volk-rvirthschaft. Gründers, 17. November. Fruchtpreise. Weizen X 15,44, Korn X 14.40, Gerste X 12,06, Hafer X 10,78, Erbsen X 13,60, Linsen X 26.00, Wicken X 00,00, Lein X 00,00, Kartoffeln X 0.00, Samen X 00,00. — Nach den statistischen Ermittelungen des Vereins deutscher Eisen- und Stahlindustrieller belief sich die Roheifenprodnetion des Deutschen Reiches (einschließlich Luxemburgs) im Monat October 1895 auf 511 264 Tonnen, darunter '.Puddelroheisen und Spiegeleisen 113 967 Tonnen, Bessemerroheisen 38 494 Tonnen, Thomasroheisen 267 247 Tonnen und Gießereiroheism 91 556 Tonnen. — Die Production im October 1894 betrug 490 934 Tonnen, im 9692] Woh mnz, 2-3 Zimmer, Küche u. Zub, zu verm. Schützenstr 11. 9127] Vrarktstratze 29 ist eine Wohnung mit allem Zubehör sofort zu vermiethen.__ 9118] Die von Herrn Regierungsrath vr. Wallau bewohnte Wohnung, Aster» weg 84, ist zum 1. April 1896 zu oer- miethen, auf Wunsch mit Pferdeftall. _____________Näheres Asterweg 9. 62371 LogiS, 4 Zimmer mit allem Zubehör, Gartenanthetl u. Bleichplatz, per sofort zu vermiethen- Ludwigstraße 81. 8095] Wegen Versetzung deS Herrn Locomotioführer Roth ist der dritte Stock, 4 Zimmer und Zubehör, frtanf» furterstratze 59, per sofort oder ersten Januar 1896 zu vermiethen. __Earl Haa» jr. 4545) Dritter Stock, 7 Zimmer nebst Zubehör und Badeeinrichtung, per sofort zu vermiethen. L. Petri 1. Wwe., Neuenweg 39. 96671 Ein noch brauchbarer Herd. billig zu verkaufen. _________Bahnhofstraße 39, vart. 9o90] Haferstroh verkauft Carl MaikomefiuS. Kaufmännischer Verein. Fest-Saal (Cafe Leib), Giessen. Ortsg*ewerbe-V er ein. 3m* Mittwoch, den 20. November, Abends S*/2 Uhr Pünktlich, TKE im Giessener Festsaale (Cafe Leib) : Experimental-Vortrag des bekannten »nd sehr berühmten Physikers Herrn G>>stav A»iberg, Berlin. Thema: Mechanische Wärmetheorie; Erhaltung der Kraft. (AuSführl ches Programm in der nächsten Nr. oeS „Gießener Anzeiger".) Der Vortrag wird ein allgemein verständlicher, durch Experimente und eine große Anzahl Apparate erläuterter sein und können wir den Besuch desselben nur Jedermann, in-b« sondere auch Damen, auf- Beste empfahlen. 9699 Die Vorstände. Für Nichtmitglieder beträgt der Eintrittspreis 75 Pfg, für Angehörige unserer Mitglieder 30 Psq. Karten sind bei den Herren C. Crbig, Bahnhofstraße 30, Hch. No kl, Marktplatz 1, sowie Abends an der Kaffe zu haben. Heute Dienstag, den 19. November 1895: Gastspiel des Dresdener Ensembles und Gastspiel von Fräulein Henriette Massen, König!. Hosschau- fpielerin in Dresden, Herrn Julius Wessels vom Deutschen Theater in Berlin und Herrn Würzburg vom Residenztheater in Berlin. Die berühmte Frau Lustspicl in 3 Acten von Franz •. Schovthan und Kostav Kadelborg. WEM" Bon- und Billetverkaus in Ernnt Challiere Musikalienhandlung und an der Abendkoffe. ——a Donnerstag den 21 November 1895: SM- Ein Glas Wasser **g Lustspiel in 5 Acten von Ecrihe. d6S3 Kassenöffnung 7'/, Uhr. Ansang 8 Uhr. (^nde 10’/4 Uhr. 71er Vrthett ,n meinem Hause, 4-UUni Bahnbosstroße 24, ist per 1. ffebruar 1896 anderweitig zu vermielden. ei31 HO». Hchaffflädt 9501] Möbl. »Zimmer zu Dcrtnidben _______________Wallthorflratze 2 8731] Echöii mäilirteS Zimmer zu veimiethen The. Pfeiffer _________________neben Stein'- Garten 7220] Ein flut möblirteS Zimmer tn Zunge zum Austragcn von Backwaaren wirb gesucht. 8. Lchnetder, Neustadt 16. । Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme bei dem Tode unseres lieben Kindes Lina sagt innigsten Dank 9697 Familie C. Wigandt. 963!] Ein iüch!iges, gewandtes Ladenmädchen sogl. ich gesucht. Zu erfrggen Neustadt 17. Ein fleißiges Mädchen, welches ßhbe zu Kindern bat, wird auf sofort gesucht. Neustadt 6 II. (9694 9512J Gin jnugeA Mädchen empfiehlt sich im Bügeln in ui b außer bem Haufr. NahruugSderg 2 9703] Ein junges Mäd»en tagsüber zu einem Kinbe gesucht burch Frau Hültenderger, SelterSweg 67. 9670] Einige Mädchen vom Lande, welche länger gedient, suchen Stellen auf Weih nachten. (frauHÜItenberger, Seltersw.67 HlÜhltlfil fluten Zeugnissen 1ff1nbergirwalb unb lurütf Linie D Marburgerstraße—Wieseck unb zurück. Geseüschafts - Verein. Der für den 23. d. Mts. bestimmte Ball ist wegen des auf den 24. d. Mts. fallenden Todtenfestes auf Mittwoch den 27. November l. I. verlegt worden. 9708 Gebhardt. Zum Lahnstein. Mittwoch den 20 November (zum Markt): SW* Tanzmusik. -1M Ikn Empftns der Modellliiite, sowie sämmtlicher Neuheiten der Laison in Hüten, Bändern, Lamweten, Federn und Hntgarnituren zeigt ergebend an 8278 A. Fangmann, PühnhoM>atze 29. Courshericht von J. Karx &