1895 Erstes Blatt Nr. 16 Amts- uni Anzeigeblatt für den Ureis Gieren | Gratisbeilage: Hießener Aamitienötätter ”g) ff 1 WiWinBulm. 3 Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. Samstag den 19. Januar Die Gießener Aamikienvtälier werden dem Anzeiger wvcheutlich dreimal brigelegt. ganze Ges-tz würde, wenn wir den Antrag Rickert annehmen, eine lex imperfecta werden. Avg. Lieber (Centrum): Wird zunächst über unseren Antrag abgesttmmt und fällt derselbe, so werden wir für den Ar trog R ckert stimmen. Was wir in der 3. Lesung thun werden, behalten wir uns vor. Der Antrag Rickert bringt eine kleine Erleichterung. Den Hauplbeschwerdepunkt erblicken wir in § 1, weil er die persönliche Frehett in unzulässiger Weise beschränkt. Sogar die Abhaltung rein w ssenschastlteder Vorträge über soztalpoltitsche Fragen seitens eines zuiälltg dem Jesuitenorden angehörigen Gelehrten ist als Ordens- thättgkelt ang.srhen und verboten worden. Der Antrag Hompesch aus Aufhebung des ganzen Gesetzes wird angenommen. Dafür stimmten Eentrum, Polen, Sozialdemokraten und ein Thetl der beiden freisinnigen Parteien und der Antisemiten. , r , Es folgt erste Berathungdes Gesetzentwurfs, betreffend Aenderungen urd Ergänzungen des Gerichts- v e r f a s s u n g s g e s e tz e S und der Strafprozeßordnung (Berufung, Entschädigung unschuldig Verurth Hier, Nacheid statt Voreld), sowie Besetzung der Kammern und Verthtilung der Geschäfte durch die Landesjustizverwaltung statt, wie bisher, durch die Gericht spiastdten). Staatssecreiär Dr. Nteberdtng: Einen breiten Raum in der öff ntlichen Erörterung dieser Vorlage hat namentlich die Besetzung der Kammer eingenommen. Man hat den Vorschlägen der Regreiung nachgesagt, daß bei deren Annahme eine unzulässige Beeinflussung der Gerichte durch die Justizverwaltung statthaben werde. Die Regierungen können nur bedauern, daß man so an bloße technische Fragen solche politische Erwäaungen knüpft. Die Regierungen wollten lediglich bessere Wege zur Absiellung von Uebelständen einführen, der Weg selbst ist für sie von untergeordneter Bedeutung. Die Einführung der Berufung, die Beseitigung ein'ger Garantien des Verfahrens, die Entschädtgung unschuldig Vrrurlheilter, die veränderten Bestimmungen über die Etdeserhcbung, diese 4 Punkte sind ein untrennbares Ganze. Etwaige andcrwiite Vorschläge in Bezug auf die Befugnisse der Landesjusttzverwaitung hinsichtlich Besetzung der Kammern werden aber die Regierungen vorurth-ilsf'et prüfen. Die Wiedereinführung der Berufung ist nicht.möglich ohne Vereinfachung des Verfahrens und ohne Einschränkung deS Wiederaufnahme-Verfahrens. Die Regierungen verschließen sich der Bedenken gegen die Bei ufung nicht, sie folgen, wenn sie dieselbe dennoch Vorschlägen, nur der Strömung in der öffentlichen Meinung. Auch ist es nur eine Eons quenz der Wirde Einführung der Berufung, wenn einzelne Garantien tm Versah en fallen müssen. Eine Entschädigung unschuldig Veruriheilter kann nur erfolgen, wenn die Unschuld auch wirklich nachgeviesen ist und da ist es auch nur eine Constguenz, wenn die Wiederaufnahme des Verfahrens nur erfolgt, wenn wirklich Umstände vorltegen, welche jenen Nachweis ermöglichen. Die vor- geschlagene Entlastung der Schwurgerichte hat man als ersten Schritt zu deren Abschaffung angesehen. Das liegt aber nicht in der Absicht der Regierungen. Ste wollen nur den Schwurgerichten gewisse Sachen adnebmen, welche d-nsetb-n nach der Qualität der Geschwo'enen g'ößere Schwierigkeiten machen. Auch liegt es keinesfalls in der Absicht der Regierungen, die Stellung der Angeklagten zu e> schweren. A-er freilich soll die Siraspioceßordnung nicht nur den Angeklagten Schutz gewähren, sondern auch den Interessen der Rechtsordnung und der bürgerlichen Gesellschaft. Auch diese be- dücfen des Schutzes gegen Verbrechen. Abg. Rtntelen (Cenlr.): Der Gesetzentwurf hat den großen Vorzug, daß er in keiner Weife als Partetgefetz bezeichnet werden darf. In der Forderung der Einführung der Berufung und der Entschädigung unschuldig Veruriheilter sind alle Parteien einig. Die j tzige Stellung der Regierungen hierzu ist um so freudiger zu begrüßen, als di selben sich bisher ablehnend verhalten halten.^ Nur gegen einen Pu, kt bat ein Thril meiner F eunde Bedenken, nämlich in Bezug aut die Verweisung einer Anzahl Strafsachen, die bisher den Schwurgerichten zufielen, an die Strafkammer. Ich persönlich tbeile allerdings dieses Bedenken nicht. Ich befürchte, wenn die Strafkammer mit 5 Richtern besetzt ist, keine Schmälerung der Garantien für den Angeklagten. Der größte Theil meiner Freunde ist ferner auch gegen die Einschränkung der Beweisführung tür den Ang'klagten und feine Verthetdigung; sie meinen, daß schon im Vo> verfahren dem Angeklagten und dem Vcrtheidiger die unbeschränkte Möglichkeit, Material zu sammeln und Beweisanti age zu stellen, gegeben werden muß. Jedenfalls ist es nothwendig, daß, wenn B-weisanträge der Verthcidtgung abgelehnt werden, der Angeklagte rechtzeitig davon Mttihetlung erhalten muß, weshalb die Ablehnung erfolgt ist. Zu erwägen wäre, ob nicht bet Strafgertckts- verhandlung n die stenographische Aufnahme zu erfolgen habe. Die Zuständigkeit des Schöffengerichts kann nach Meinung des größten Thetis meiner Freunde erheblich vermehrt werden. Hoffentlich arbeitet die Commission nicht wieder, wie frühere, blos schätzens- werthes Material, sondern liefert eine fertige Arbeit. Abg. Dr. EnnecceruS (ntl.): Ein Lichtpunkt der Vorlage ist der Rechisansp uch, den sie unschuldig Derurtbeilten gewährt, beim Erweise der Unschuld des Verurtherllen muß Entschädigung gewährt, beim Vorltegen groben Verschuldens oder löslicher Absicht des Verurthetlten sollte — nach meiner persönlichen Ansicht — Entschädigung gewährt werden können. Die Bestimmungen über die Wiederaufnahme des Befahrens sind mangelhaft. Dem unschuldig Verurthetlten wird eine Rechtfertigung nicht dadurch gewährt, daß man unterscheidet, ob der Belastungszeuge eiN'N Meineid gelitstet hat oder ob ihm nur ein verzeihlicher Jrrtbum passirt tst. Das erkennende Gericht sollte gleich entscheiden, ob Entschädigung zu gewähren tst oder nicht. Die vielbrklagte Verworrenheit des Beweteverfahrens kann am Besten durch die Berufung beseitigt werden und das Ur- theil der Anwälte, die hier aus eigenster Erfahrung sprechen können, ist für mich von großer Bedeutung. Die Berufung ist für jeden Angeklagten von der größten Wichtigen, auch für Anwälte, die Unterlassungen der ersten Instanz nachträglich wieder gut machen wollen. Bedenklich erscheint mir die Möglichkeit, eine Voruntersuchung auszuschlteßen, und das dem Gerichte biigelegte Recht, den Umfang der Beweisaufnahme zu bestimmen; mau muß vielmehr olle Beweise erheben, welche über Thatsachen beigebrachr sind, die da« Gericht für ei h,blich erachtet hat. Die Berufung ist in der Vorlage mit so vielen Nebendingen belastet, daß ich zweifelhaft bin, ob sie in dieser Gestalt noch annehmbar tst. Zuständig für die Berufung müßten die Oberlandesgertchte sein, wobei allerdings das persönliche Erscheinen, wie es die Vorlage fordert, in zahlreichen Fällen entbehrlich sein dürfte. Erne schnelle Justiz wird Jrder wünschen, aber nöthig ist doch, daß man den Thäier sicher kennt und dieser geständig; im anderen Falle kann das schnelle Verfahren sehr nach- theiltg für den Angeklagten werden. Dte bisherige Geschästsverihetlun- durch das Präsidium der Gerichte halte ich für b-sser, als die vor- geschlagene durch dte Ministerial-Jnstanz, denn diese kennt nicht die etnz Inen Richter so genau, wie jenes. Sehr empiehlmswerth wäre eine eingehende Erwägung darüber, ob sich nicht auch bet den oberen Gerichten tue Tyetlnahme von Schöffen bet der Rechtsprechung sicher als zweckmäßig empfahlen möchte. Auf dieses Zusammenwirken zwischen Laten und Juristen lege ich großen Werth auch bet den Verwaliungsgerichten. Ich wünsche, daß entweder auf Grund dieser oder einer neuen, im nächsten Jahre einzubrtngenden Vorlage dte schweren Schäden besetttgt werden mögen, dte sich in unserer Justiz ^^^Staatssecretär Nteberdtng stellt einige Darlegungen de« Vorredners über dte Zahl der von den Landgerichten an dte Sctöffmgerichte zu verweisenden Sachen richtig, die der Vorredner zu hoch angenommen habe. Weiterberotbung morgen. __________ Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, Mit Ausnahme dr- MantagS. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. «terteljähriger Avonnemettlspreisr 2 Mark 20 Pfg. mit Lringerlohn. Durch die Post bezöge« 2 Mark 50 Pfg. Redaction, ExpeditioG und Druckerei: ZchntstratzeAr.7. Fernsprech« 51. Deutscher Reichstag. 17. Sitzung. Donnerstag, den 17. Januar 1895. Auf der Tagesoidnung st ht zurächst zweite Berathung des Sentrums-Antrages auf Aufhebung des JesuttengesetzeS. Dazu beantragte Abg. Rickert (srs. V^.), das Deibot der OrdenSnieder lassangen aufrecht zu erhalten, die Aufentbaltsbeschiän- fiing (Ausweisung und Jnterntrung) der einzelnen Ordensmttglicder aber zu beseitigen. . , Dagegen will ein Antrag des Abg. Dr. Förster das Verbot der Niederlassungen beseitigen und nur für diejenigen Ordensmtt- elteber, die Ausländer sind, Aufenthaltsbeschränkungen (Ausweisung oder Jnternirung) zulasten. Abg. Rickert (frs. Vgg.): Die Annahme des Antrags Hompesch hätte nur einen theoretischen W rth, denn die Bestimmungen in den Einzelstaaten über Au-schUeßung von Ordensni-derlassungen würden ja doch fortdauern. So in Preußen und Sachsen; auch in Baden und Bayern würden die Bedingungen für Genehmigung von R ederlastungen nach wie vor fortbestehen. Nur in Württemberg würde der Antrag Hompesch practtsche Folgen haben Mein Antrag will den Angehörige des Ordens wieher die freie Bewegung im Reiche gestatten und eine thatsächliche Ausnahmebestimmung beseitigen. Abg. Friedberg (ntl.): Ein Tbeil meiner Freunde steht im gegenwärtigen Augenblicke keinen Anlaß, eine Concession zu machen Ein anderer Theit glaubt dagegen für den Antrag Rickert stimmen zu können. Das Jesuitenieiktz ist ein Ausnahmegesetz, seine Aufhebung würde vielmehr die jesuitischen Ordens-Niederlassungen vor allen anderen Vereinigungen, welche sich nur unter gewissen Vorschriften bilden dürfen, prioilegiren. Die von R ckert beantragte Aufhebung des § 2 würde sicherlich geeignete Zustände wieder her- bettühren, nachdem gerade er zu den lebhaftesten Agitationen Anlaß ^^Abg° v. Stumm (Rdchsp.): Wir werden gegen alle Anträge Mmmen, da wir eine solche mechanische Her ans lös miß eines Para- flrapheu aus einem solchen Gesetze nicht für richtig halten. Das Aus den Verhandlungen der Zweiten Kammer der hessischen Stände. nn. Darmstadt, 17. Januar 1895. Dte Sitzung wird um 9 Uhr eröffnet. Zur Berathung steht zunächst das Gesuch ^einer Anzahl angesehener Personen aus dem Großherzogthum, um Zulassung der Feuerbestattung. Zweimal hat dieser Gegenstand die Kammer beschäftigt, ohne daß eS gelungen wäre, die Zustimmung der Großh. Regierung zu gewinnen. Die Petenten der heutigen Vorstellung wünschen auch nur die Zulassung, nicht die Einführung und diesem Wunsche scheint man auch heute Ausdruck geben zu wollen. Der Ausschuß beantragt denn auch, die Großh. Regierung zu ersuchen, einen Gesetzentwurf, welcher die Zulassung zur Feuerbestattung in Heffen im Sinne des Entwurfes von 1893 regelt, der Kammer zugehen zu lasten. Abg. Schmitt- Mainz erklärt in einer besonderen Mottvirung, er sei. an und für sich Gegner der Feuerbestattung, weil dieselbe einer tausendjährigen Tradition zuwiderlaufe und das religiöse GesÜhl auf das Tiefste verletze. Er sei jedoch nicht gegen eine facultative Feuerbestattung, weil in Gotha und in Heidelberg Angehörige deS GroßherzogthumS verbrannt werden, während es in Offenbach verboten sein soll. Abg. v. Köth sowie der Abg. Vogt empfehlen den Ausschußantrag, der dann auch gegen 3 Stimmen Annahme findet. Die Vorstellungen der Kreisamtsgehülfen im Großherzogthum um Besserung ihrer Anstellung s- und Gehaltsverhältnisse wird, nachdem sich die Regierung hierfür ausgesprochen, dahin erledigt, daß der Antrag deS AuSscbuffes, ein Ersuchen an die Regierung zu richten, eine Vorlage des Inhalts an die Kammer gelangen zu losten, daß jedem Kreisamt ein besonderer Kreissecretar von ähnlicher Vorbildung wie dte eines Gerichtsschreibers beigegeben und außerdem Gehalre für eine Anzahl von angestellten Gehülfen für dte größeren Kreisämter vorgesehen werden, einstimmig Annahme findet. Nunmehr tritt das Haus in die Berathung der RegierungS-Vorlage, betr. das Wildschadengesetz. Zu Artikel 1 spricht der Abg. Wolz, welcher ausführt, das alte Gesetz sei das beste, was man in Hesten habe- es genüge allen Anforderungen. Man solle es nur einfach auch auf Rheinhessen ausdehnen. Die Abg. Reinhardt und Erk find dagegen anderer Ansicht, indem sie gerade das Gegenthetl behaupten und für das neue Gesetz eintreten. — Abg. Wernher und Hirsch wünschen noch die Beseitigung des Ueberstandes des Wildes, insbesondere für Rheinhessen, in das Gesetz hineingenommen. Ministertalrath Emmerling empfiehlt dem Haus die Regierungsvorlage. Nachdem noch die Abg. Ullrich, Metz-Darmstadt und Bähr für Artikel 1, der den Wildschaden regelt, sich ausgesprochen, wird derselbe einstimmig angenommen. Ebenso die Artikel 2 bis 7. Damit ist die Sitzung beendigt. Morgen früh Sitzung. Auf der Tagesordnung steht die Steuerreform. Deutsches Reich. Darmstadt, 17. Januar. Ihre Königliche Hoheit die Großherzogin empfingen gestern Vormittag den Staats- Minister Finger Excellenz in besonderer Audienz. — Gestern Abend fand tm Neuen Palais ein The dansant statt, woran die Allerhöchsten Herrschaften, Seine Großherzogl. Hoheit Prinz Wilhelm, Se. Hoheit Prinz Albert zu Schleswig-Holstein, Ihre Durchlaucht dte Prinzesfin zu Solms-Braunfels nebst Prinzesstn-- Tochter theilnahmen. Im Ganzen waren über 140 Einladungen ergangen. — Am 23. d. M. findet wieder ei« The dansant statt. Berlin, 17. Januar. DaS preußische Abgeordnetenhaus hielt am Mittwoch feine erste wirkliche Sitzung in der neuen Session ab. Zunächst wurde das bisherige Präsidium v. Köller (conf), v. Heereman ((Str.), Dr. Graf (narl) durch Zuruf wiedergewählt. Dann wies Reichskanzler und Ministerpräsident Fürst Hohenlohe in einer kurzen Ansprache auf die fett Schluß der letzten Landlagssession eingetretenen wichtigen Veränderungen in der Zusammensetzung des Slaatöministeriums hin und bat um freundliches Entgegenkommen des Hauses. Die gesammte übrige Sitzung wurde durch die übliche Etatsrede des FinanzministerS Dr. Miquel ausgefüllt, worauf sich das Haus bis zum nächsten Montag vertagte. — Der neue preußische Etat veranschlagt dte Einnahmen mtt 1865 173 497 Mk., die dauernden Ausgaben mit 1837 214103 Mk., die einmaligen und außerordentlichen Ausgaben mit 62 259394 Mk., das durch Anleihe zu deckende Deficit betrügt 34,/9 Millionen Mark. Dem Abgeordnetenhaufe ist der angekündlgte Entwurf eines GerichtS- kostengefetzes zugegangen. — Der Besuch deS Reichskanzlers Fürsten Hohenlohe beim Fürsten Bismarck in Friedrichsruh beschäftigt insofern noch die Tagespreffe, als man in ihr darüber streitet, ob das Eretgniß eine politische Bedeutung besitze oder nicht. Als sicher darf es nun gelten, daß bei der Begegnung der beiden Staatsmänner die politische» Tagesfragen zur eingehenden Besprechung gelangt sind, über dte Ergebniffe der letzteren hat aber dte große Welt selbstverständlich noch nichts erfahren. Vielleicht daß sich durch den Gang der Ereignisse selber früher oder später der muth- maßliche politische Niederschlag der Unterredung zwischen Bismarck und Hohenlohe ausdrückt. » 2.5» „ 1.10 „ 1.30 „ L40 „ 2- - 1.4» ,>1« 180 v 1.80 „ 2- .. 2.80 ÄQtff *>f J age 2, • L— unb höher, i billigsten Preisen. Leuchtkraft werben 237 aedt Ausland. Budapest, 17. Januar. DaS neue ungarische Cab inet Banf f y ist am Mittwoch vereidigt und alsdann vom Könige empfangen worden. Hiermit hat die jüngste ungarische Ministerkrifis endlich ihren osficiellen Abschluß erfahren,' an dem neuen Cabinet wird es nun fein, zu zeigen, ob es entschloffen und auch fähig ist, dem Magharenlande die innere politische Ruhe w-ederzugeben. Die Krifis in Frankreich. WB. Versailles, 17. Januar. Der Congreß wählte F e l i x F a « r e mit 428 Stimmen zum Präfideuteu der Republik. Briffon erhielt 363 Stimmen. Versailler, 17. Januar. Als der Präsident die Wahlzffer Faures proclamirt, springen dte Sozialisten wüthend auf, ballen die Fäuste und schreien minutenlang: „Rieder mit Faurel" Die Stimme des Präsidenten, der Faure zum Präsidenten der Republik proclamirt, wird vom Tumult übertönt. Das Eentrum beantwortet daß Geschrei Gießener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. Pass. «Old, * JE0, Giessen. Pr- UK 2.50 SJ««5 ,bc"^u<05^ ri« '55-^g SSL. 7 HfontftV1 H zu __-— mißlingen. ’ LogiS zu DtrntlrtiKtL Vtw. äomm tm »twerm üntwdtrschvle.dZImm., , Keller- und kpeicherrSunu, :btn für Mich 480 Mark, d. Kleinkuiderbewahranstatt. jautnimn, Pfarrer. schöne Wohnungen in bet chucis bei Klein-Linden per ermitthen. Ada« Lang. kleine Familien-Wohnung Asterweg v. e Wohnung mit 5 Zimmern, - [mlttL Stocks, M Galten, allen Bequemlichkeiten per Mhen Löberstraße^, tödliches Famtli nlogis t« -ftfHine Wobnung con j SIMM, mit l-üem M- llim i MU anderweit sbrnch ich uch x 3 u. uac.p, 7t Literfl. x 3.50 .. V, „ „ 4,_ (230 ereil-Weinen. 'Brenner I Mn mit MH- H w Z der Sozialisten durch Beifallklatschen. Die Sozialisten ge- derben sich wie rasend und schreien: „Nieder die Rcactloa!" viuer ruft: „ES lebe Sriffen", waS das Signal wird zu emer stürmischen Ovation der Sozialisten und Radicaleu für Brisson, der, vom Beifall umtost, still fitzen bleibt. Ban dry d'Asson besteigt die Tribüne, parlameutirt mit dem Präsidenten und hält eine kurze Rede, in der er beantragt, die Präsidentschaft der Republik aufzuheben. Die Sozialisten applaudtren und rufen: „Man muß den Präsidenten nach dem Congo schicken! ES lebe der König von Belgien!" Der Sozialist ViViani bringt Namens der Wähler Mtrmans und Gerault- Richards einen Protest dagegen ein, daß man sie an der Ausübung ihres Wahlrechts verhindert habe. Er protestirt Namens seiner sozialistischen Freunde gegen die Manöver, welche die Wahl Faure S herbeigesührt haben. (Tumult im Centrum- Beifall der Sozialisten). Die Sozialisten Toussaint und Michelin verlangen die Berfasiungsrevision. Michelin protestirt gegen das herrschende politische Bastardsystem. Der Präsident Ehallemel.Lacour hebt die Sitzung auf. Während der Saal sich leert, fahren die Sozialisten fort zu lärmen und z» rufen: „Es lebe die Republik! ES lebe die Revolution!" Paris, 17. Januar. Challemel-Lacour hielt, als er dem neugewählten Präsidenten Faure die Regieruugs» gewalt übertrug, eine scharf reactionäre Rede, indem er ihn zu einer Politik des Widerstandes und zur Vertheidigung der bedrohten Freiheiten aufforderte. Die Rede wurde der „Agence Haoas" nicht mttgetheilt. — Auf die Ansprache Dupuys erwiderte Faure, er gehöre sich nicht mehr, er wolle Frankreich sein Leben weihen und für den Bürger- frieden regieren. — In politischen Kreisen wird versichert, Faure werde Bourgeois zur CabinetSbildung berufen. Als Abends die Wahl Faures von den Redactionen auf den Boulevards durch Transparente bekannt gemocht wurde, antwortete die Menge mit Zischlauten. Die Soctaltsteu bereiten ein Manifest gegen Faure vor. Paris, 18. Januar. Dupuy sagte in seiner Begrüßungsansprache an Faure, das Ministerium fühle sich geehrt, daß der neue Präsident auS seinem Schooße gewählt worden fei. Die Minister, welche die Loyalität FaureS kennen, seien überzeugt, daß die Ehre deS Vaterlandes, das Jntereffe der Republik und die Vertheidigung der Gesetze sich in guten Händen befänden. Faure antwortete, er habe sein hohes Amt nicht gesucht, sei sich aber aller seiner Pflichten bewußt. Er werde seine schwere Aufgabe mit Energie und Hingebung za lösen suchen, indem er aushöre, der Mann einer Partei za sein. Der Präsident appellirte an die Republikaner aller Nuancen und sagte seine besondere Fürsorge für die Armen und Elenden zu. Paris, 17. Januar. Eine große, offenbar feindselig gestimmte Menschenmenge erwartete blc Ankunft deS neu- gewählten Präsidenten Faure vor dem Bahnhof Saint Lazare und schrie: „Wir wollen ihn nicht! Nieder mir ihm! Hoch daS Volk!" Faure wurde auf dem Bahnhose von dem KriegS- minister Mercier und dem Minister des Auswärtigen, Hanotaux, empfangen, die mit ihm einen Landauer bestiegen, der, von Kürasfiren eScortirt, nach dem Elysäe fuhr. Dort erwartete ihn Casimir Perier, umgeben von seinem ge« sammten militärischen und civilen Hofstaate. Als die Depu- tirten aus dem Bahnhofe herauStraten, wurden Zischlaute in der Menge hörbar. Loadon, 17. Januar. Der Herzog von Orleans, der auf die Kunde von dem Rücktritt deS Präsidenten Casimir Perier seinen Hofstaat sofort nach Dover verlegt hat, erklärte einem Vertreter des „Herald", daß er bereit sei, sich dem Vaterlande zu opfern. Der Zweck seines Aufbruchs nach Dover sei, seinem geliebten Frankreich näher zu sein. Seine Schritte hingen von der weiteren Entwickelung der Dinge ab. Er fügte hinzu, da er nicht in Frankreich sei, wtffe er selbst nicht sehr viel, aber da er in Dover in Be reitschaft sei, unter allen Eventualitäten zu handeln und seiner Partei Weisungen zu ertheilen, wie es die Umstände erheischten, so gedenke er, in Dover zu verbleiben, so lange eS nothwendig se». Weiteres wünsche er gegenwärtig nicht z» sagen. Der Herzog hat aber sein HauS in London noch nicht aufgegeben. — Der französische Botschafter, Baron de Sourcel, ist nach Paris abgereist, jedoch lediglich zu dem Zwecke, um als Senator an der Präsidentenwahl in Versailles theilzunehmen. Fr. Ztg. Wolffs telegraphisches Correspondenz-Burcau. Versailles, 17. Januar. Während der Sitzung des Eongresses waren in der Diplomatenloge die deutschen BotschaftSsecretäre v. Schön, Graf Arco und der österreichische BotschaftSsecretar Graf Lützow anwesend. Depeschen deS Bureau „Herold". Paris, 17. Januar. Bet der heutigen Präsidentenwahl sind nach der Ablehnung der Candidatur Challemel- LacourS nachfolgende Candidaten ausgestellt: Waldeck Rouffeau, Briffon, Bourgeois, Dupuy, Faure, Melline. Allerdings glaubt man, daß bet dem ersten Wahlgange Dupuy, Briffon und Faure die meisten Stimmen erhalten, im zweiten Wahlgange dürften Faure und Dupuy als Candidaten aufgestellt werden. Die Blätter besprechen in erregten Artikeln das rnmultuarifche Auftreten in Kammer und Senat während der Verlesung der Botschaft Casimir Perters und entschuldigen oder rechtfertigen dieselbe. Der Antrag zweier Mitglieder, eine Revision der Derfaffung durch den heute zusammen- tretenden Congreß vorzunehmen, wurde von der Majorität gebilligt. Der Präsident beschloß, diesen Antrag nicht zur DtSeussion zu stellen, da die Kammer nicht als Legislatur, sondern als Wahlkörper zusammentrete. Paris, 17. Januar. Für die in Versailles heute statt- ftndendc Präsidentenwahl ist die ganze Pariser Garnison consignirt. Während deS ganzen gestrigen TageS wurde eine Ausstattung deS CongreßsaaleS vorgenommen. Parts, 17. Januar. Die radlcale Preffe saht die augenblickliche Lage zusammen in der Behauptung, daß aus der großen Verwickelung zwei Eand'date» hervargehe» vsrdea, j nämlich Briffon und Faure. Der socialistische Abgeordnete Fabre und noch mehrere seiner Collegeu haben an die Arbeiter ein revolutionäres Manifest gerichtet, in welchem die ■ Arbeiter aufgefordert werden, sich für die Eroberung der j soc alisttscheu Republik vorzubereiteu. Die Abgeordneten, , welche eine Revision der Verfaffung beantragt haben, find ! sehr ungehalten darüber, daß der Antrag nicht zur Berathuog [ gekommen ist. PartS, 17. Januar. Im Laufe deS Vormittags lehnte Dupuy die Annahme der Candidatur ab. Punkt 12 Uhr verließen die Specialzüge mit den Parlamentsmitgliedern und den Ministern den Parrser Bahnhof. Paris, 17. Januar. Auf den Straßen herrscht Ruhe. Vor den Redactionen warten große Menschenmengen auf das Resultat der Präsidentenwahl. PartS, 17. Januar. Soeben wird in der Börse das Wahlresultat deS ersten Wahlgangs bekannt. Die Zählung ergab 794 Stimmen, absolute Majorität also 398. Briffon erhielt 325, Waldeck Rouffeau 316 und Faure 186 Stimmen. Die übrigen Stimmen find zersplittert. Paris, 17. Januar. Casimir Perier hat bereits seine Wohnräume im Elysee verlaffen und seine frühere Wohnung wieder bezogen. Dersailles, 17. Januar. Für den zweiten Wahlgang tritt Waldeck Rouffeau zu Gunsten Faures zurück. Die Wahl Faures scheint dadurch gesichert zu sein. Versailles, 17. Januar. Der neu gewählte Präsident Felix Faure fuhren einem von der Eisenbahngesellichaft gestellten Extrazuge um 8 Uhr nach Paris und langte dort auf dem Bahnhofe St. Lozrre an. Eine Eskadron republikanischer Garde war auf dem Bahnhof aufgestellt und bildete die Ehren-EScorte bis zum Elysee-Palast. Auf der Fahrt zum Elysee-Palast wurde er in allen Straßen von einer zahllosen Menschenmenge begrüßt. Im Hofe des Elysee- Palastes war ein Bataillon des 103. Infanterie-Regiments mit Regimentsfahue und Musik-Corps ausgestellt. Faure begab sich sofort zu Perier, wo er augenblicklich den Empfang aller Autoritäten abhält. -nn. Darmstadt, 18. Januar. Die Zweite Kammer nahm das Wildschadengefetz einstimmig an. Neueste Nachrichten. Wolffs telegrUphisches Lorrespondar,-««remr. Berlin, 17. Januar. Die WahlprüfungS-Commisfion erklärte die Wahl von Goerz (Lübeck) für gtltig. Frankfurt, 17. Januar. Wie die Direktion der Gotthard-Bahn telegraphisch mittheilt, werden die Per- sonenzüge über den Gotthard voraussichtlich von morgen an wieder regelmäßig verkehren. München, 17. Januar. Der b ayerische Brauerbund tritt am 22. Januar zusammen zur Berathung über die Errichtung eines Landesverbands bayerischer Brauereien zum Schutze gegen Verrufserklarung. Graz, 17. Januar. In Steiermark ist Thau- wetter eingetreten. Die Gebirgsbäche sind angeschwollen und es steht eine Ueberschwemmung bevor. Die Behörden haben Vorkehrungen getroffen und einen regelmäßigen Avisodienst angeordnet. — In Kärnthen find zahlreiche Lawinenstürze vorgekommen. In Praevali wurde ein Bauer verschüttet, ebenso im Mießthal vier Bergarbeiter, drei davon wurden gerettet. Eine Bauernwirthschaft wurde zerstört. Stockholm, 17. Januar. Der König eröffnete heute den schwedischen Reichstag mit einer Thronrede. Die Thronrede kündigt u. A. Gesetzesvorlagen, betr. größere Forderungen für die Flotte, ferner die Alters-, Jnvaltditäis- und Unfallversicherung der Arbeiter und die Erhöhung des Getreidezolls, letztere in Uebereinstimmung mit der königlichen Resolution vom 5. Januar, welche zur Verhinderung der SpeculattonSetnsuhr erlaffen wurde, an. Prag. 17. Januar. Iw LandtagSgebäude wurde heute durch vom Dach herab gestürzte Schneemassen daS Glasdach eines RebeoranmeS deS Sitzungssaales ein- gedrückt. Ein Abgeordneter wurde durch GlaSstücke am Kopfe verwundet. London, 17. Januar. Bon den in der Grube Audley eingeschloffenen Personen fehlt noch immer jedes Lebenszeichen. Es wird ununterbrochen an der Rettung der Eingeschloffenen gearbeitet, deren Zahl sich nach officieller Angabe auf 75 beläuft. Warschau, 17. Januar. Geueralgouverneur Gras Schurn a l o w trifft am Sonnabend Morgen hier ein. Der Gouverneur von Warschau fährt ihm bis Alexandrows em- gegen. Unter der Bevölkerung und in der Gesellschaft werden Empsangsvorbereitungen getroffen. Cocoiei nnö j)rovin;ielle». Meßen, den 18. Januar 1895. *• Preisausschreiben. Die Großh. Centralstelle für die Gewerbe schreibt in Ueberetnstimmung mit dem engeren Aus schaffe des LandeSgewerbevereinS einen Wettbewerb für Angehörige deS Gro ßberzogtbum S | auS, dem folgende Ausführungen an dem im Bau begriffenen, , wohl noch in diesem Jahre in Benutzung genommen werden- 1 den Dienstgebäude der genannten Centralstelle zu Grunde gelegt find: 1) das schmiedeiserne Tre ppeugeländer | für die Haupttreppe, sowie die hiermit in Ueberetnstimmung zu bringende Vergitterung eines quadratischen, etwa 70 Centi- meter im Lichten meffenden Fensters in V20 wirklicher Größe, 2) daS in Glasmalerei herzustellende große Treppenhaus- Fenster in Vio w. Gr., 3) die HaupteingangSthüre zu den SammlungSräumen (Schreinerarbeit) in Vie 4) die Cand ela ber für die elektrische Beleuchtung der Freitreppe in Vs w. Gr. — Unter Umständen kann den Verfaffern der preisgekrönten Entwürfe auch die Ausführung übertragen werden und können bei der PreiSertheilung Diejenigen besonders berücksichtigt werden, die zur Uebernahme der Arbeit zu einem bestimmten, auf dem Project anzugebendeu Preise sich bereit erklären. Für die Aufgaben unter 1) und 3) stehen im Ganzen je 125 Mk., für 2) 350 Mk. und für 4) 250 Mk. als Preissummen zur Verfügung- für jede derselben hat man in erster Linie einen ersten Preis von 75 Mk. für 1) und 3) bezw. 200 Mk. und 150 Mk. für i 2) und 4) in Aussicht genommen. — Die Entwürfe solleu ] bis 1. März d. I. bei der Großh. Centralstelle für die Gewerbe eingereicht sein. Das Preisgericht bilden die Herren Profeffor Dr. Adamy, Regierungsrath Dr. Hesse, Professor Hermann Müller, Geh. Oberbaurath v. Weltzien und Baurath Wieffell in Darmstadt. Die prämiirten Entwürfe werden Eigenthum deS LandeSgewerbevereinS, der voraussichtlich eine Ausstellung deS eingelaufenen Plau- materials demnächst veranstalten wird. Mögen recht viele Jünger des Kunstgewerbes unseres Landes an der Lösung der gewiß für sie mannigfachen Reiz und Jntereffe bietenden Aufgaben sich betheiligen. ♦♦ LaudwirthschastlicheS Fest 1895. Vorgestern tagte hier ber Ausschuß des Landwirthschaftltchen Pro- vinzial-Vereins der Provinz Oberhessen, um über eine im Herbst dieses Jahres zu veranstaltende land- wirthschaftliche Ausstellung sich schlüssig zu machen. Leider ist seit längerer Zeit der Secretär des Provinzialvereinö durch Krankheit behindert, diese Angelegenheit fördern zu helfen. ES wurde beschloffen, sich nunmehr an die landwirthschaftlichea Kreis- und Localoereine der Provinz zu wenden, um durch deren rühriges Eintreten eine möglichst glanzvolle landwirth- schaftliche Ausstellung zum Herbst dieses Jahres in der Provinzialhauptstadt zu Grande zu bringen. ** Gommer» zur Feier ber Wiedererrichtung deS dem scheu Reiche». Wegen des Winterfestes deS Vereins „Union" in Steins Saalbau findet der auf morgen (Samstag) Abeud anberaumte Commers des national-liberalen Vereins nicht in Steins Saalbau, sondern im Saale deS Hüte! Ein«- Depeschen drS Bure«» „Herold". Berlin, 17. Januar. Gerüchte von Veränderungen im preußischen StaatsMinistertum, diein der Presse colportirt werden, entbehren, wie ber „Post" mitgetheilt wird, jeber thatsächlichen Begrünbung. Berlin, 17. Januar. Eine außerorbentliche Auszeichnung hat gestern ber bisherige russische Botschafter Graf Schuwalow vom Kaiser erhalten. Der Kaiser begab sich zu Fuß nach dem Palais und theilte dem Grafen mit, daß er ihm die Brrllanten des Schwarzen Adlerordens verleihe. — Dem „Reichsanzeiger" zufolge wurde der LegationSrath Humbert zum Unterstaalssecretär deS Staatsministeriums ernannt. Berlin, 17. Januar. Die GeschäftsordnungScommisfion deS RelchStages, welche heute die Berathung über die Priorität ber Initiativanträge fortsetzen sollte, konnte keine Sitzung abhalten, weil zur Beschlußfähigkeit bie erforderliche Anzahl Mitglieder nicht erfchienen war. — In der Budget-Commission des Reichstages beantragte Lieber eine Resolution, wonach bie Bundes Regierungen Bestimmungen treffen möchten, baß ber erfolgreiche Besuch eines Lehrer- Seminars für die Betreffenden die Berechtigung zum Dienst alS Einjährig-Freiwillige in sich schließen solle. Die Resolution wurde einstimmig angenommen. — In der heutigen ersten Sitzung der ReichStagScommifsion zur Berathung der Umsturzvorlage beantragte der Abgeordnete Spahn, die Regierung aufzufordern, eine Ueberficht zu geben über die Strafbestimmungen anderer Culturstaaten, auf welche die neuen vorliegenden Paragraphen Bezug haben und daS entsprechende Material zu liefetn, welches die Verschärfung ber einzelnen Paragraphen rechtfertigt. Bebel beantragt, die sämmtlichen diesbezüglichen ReichsgerichtSrntscheidungen 'vorzulegen, damit bie Commission sich Überzeugen könne, ob j und weshalb sich die vorgeschlagenen Stkaferhöhungen recht- fertigen, der Antrag Spahn wurde angenommen, der Antrag Horn statt. * * Die Gtinnernng8commctfe der hiesigen Corps finden in diesem Jahre in Bingen statt. Vom 1. bi- 3. Juni findet derjenige des CorpS „Teutonia", vom 7. bis 9. August derjenige des Corps „H af si a" unter Betheiligung der alten Herren statt. * * Maskenball. Sicherem Vernehmen nach beabsichtigt der allezeit rühige „Bauer fche Gesangverein" wiederum einen Maskenball abzuhalten. Derselbe soll Sonntag den 10. Februar d. I. im Festsaale des „Cafa Leib" stattfinden. Nach dem vorjährigen Maskenball zu ur- theilen, dürfte auch diesmal gen. Verein Alles aufbieten, Freunden gefunden Humors einige recht genußreiche Stunden zu bereiten. * • Die Soiree vau be Castell, welche Donnerstag Abend im Lenz scheu Felsenkeller abgeyalten wurde, hatte einen guten Erfolg zu verzeichnen. Sämmtliche vorgeführten Experimente gelangen mit seltener Eleganz und S-cherbeit. Herr Prof- van de Castell ist nicht nur ein geschickter Illusionist, sondern versteht es auch, durch seine spiritistischen Experimente, sowie durch seine humoristische Vortragsweise daS Publikum zw begeistern. Sonntag den 20. b. Mts. wird Herr Prof, van de Castell zwei weitere Soirven folgen taffen, und zwar wieder im Saale des Lenz'fchen FelfenkellerS (S. Inserat.) • * Hessischer Laubes Lehretvereiu. Am 4. und 5. Juni tagt lt. „Darmst. Ztg." in Bingen die diesjährige Dele- girteu- und Hauptversammlung deS hessischen Landes- lehrervereins. Der zweite Obmann deS Vereins, Herr Lehrer t. P. Funk - Gießen, früher in Rockenberg, wird einen Vortrag „über die Umgestaltung ber Ziele ber Volksschule nach den Forderungen der Jetztzeit halten. Mainz, 14. Januar. Die städtische Verwaltung wird in der nächsten S'tzung der Stadtverordneten Versammlung abermals einen Credtt von 15,000 Mk. zur Beschaffung von Arbeitsgelegenheit verlangen, um die Arbeitslosigkeit 1 Bebels abgelehnt. wirksamer als seither bekämpfen zu können. ’■ 1885 11mit btm ■'in« einen 8itll "-n begriff««,, Senommtt, „trbl||i llTa,M'iu Brunbt ‘^'«i'Uöber «»alOHttti. I» r»«W4it KM, p‘‘”8«"8«tiin b-»Nn ’U fc, w Beleuchtung der Umftanben kano Leu °uch die Ausführung PreiSertheilung Die- ^•e zur Ueberoahm Project anzugebende» sgaben unter 1) nut 2) 350 Mk. unb Beifügung; für ybt M rrften Preis von t. unb 150 Mk. für Die Entwürfe solle» Ceutralstrlle für die reisgericht bilden die erungSrath Dr. Hesse, ierbaurath v. Writzien Die prämiirten @nt« eSgeverbeveretnS, der eingelaufenen Plan- >. Magen recht viele 'andes an der Lösung mb fyitiHflt bietenbtn Sedijud- u. SÄ* 1 hin £**»• e,elI'(i«h »erbt. ), Borgeftnu gfcha^^cheu^ro- \ Dünhesseu/ am zu veranstaltende land« fig zu machen. Leider Provinzialvereinö durch heit fördern zu helfen, die landwirthschafüichru zu wenden, um durch st glanzvolle landwirth- dteses Jahreö in der ringen. eberrrrichMtz btS dem- !f be6 Stteins „Union lorgen (6am*tag) #• liberalen »ereinS tW ,lk M Qöttl ®*«‘ : MM 6«rfi N™ Som !■ d>« 3;3“" 11 o n i a", »•“ !; W fia» unter Set^eil’S«''» «7,AS? »«****• ®' 4 , b«!«"'""’"1 L,n Arpernueu», i ? P-diikn« «r i-' ist 6av8.,,rMf811 bc ■ *bs "i'd" *«'Ä) . ««. b 5.3®’ ftfe'SÄ [öl* mitt ■io"o,e’‘81|4«fi®«’f’t (* ^ *>** 3, uBl A »18 RhettheKeu, 16. Januar. In Büdesheim bei Beugen fand heute eine Volksversammlung statt, in welcher gegen die geplante Wein- und Tabakbesteuerung Protest erhoben wurde. — Der größte Theil der in den bekannten Gemüseorteu Gonsenheim, Mombach und Finthen dieses Jahr zu erwartenden Spargelernte ist bereits verkauft worden und zwar zu einem DurctfchvittS- preise von 35 Pfg. per Pfund, Suppenspargel 10 und 11 Pfg. Die frühzeitigen Käufer sind auswärtige Conservefabriken. Kird?lid?e Anzeige« der? Stadt Gietzen. Evangelische Gemeinde. Sonntag den SO. Januar. 2. nach Epiphanias Gottesdienst. I« der Stadttirche. vormittags 9'/, Uhr: Pfarrverwalter Dr. Grein. vormittag- 11 Ubr: Ktvderkirche. Pfarrverwalter Dr Grein. Nachmittags S Uhr: Pfarrer Schlosser. Beichte nnd heil- Abendmabl für die MatihLuSgemeind« im Abendgo t'Sdienst. Anmeldu, g im Pfarrhaus Donnerstag den *24. Januar, Abends 8 Uhr. im Turnsaal der neuen Stadtknabenschule Vtbelstnnde. Pfarrverwalter Dr. Grein- Sonntag den 27. Jrnuar im Abenvgottesdienst Beichte und heil. Ab.ndmabl für die Marko sgemeinde. Anmeldung in der Wohnung des Geistlichen. Wetzfteingasse 48- 3« der Johauueskirche. vormittags 9Vi Uhr: Pfarrer Dingeldey. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche der Lukasgemeinde. Pfarrer Dingeldey. Montag den 21. Januar, Abends 8 Ubr: vibelftunve im Eonfirmandensaal der Johanne-ktrche- Erster Brief des Johannes, Eap 4: Kennzeichen deS göttlichen und des widerchrtstttchen Geistes. Pfarrer Dr. Naumann. «RlhVlische Gemeinde. Sonut,ag dm 20. Januar. 2. S- ugch Epiphanie- Samstag: Nachmittags um 41/, Uhr und Abends um 8 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte. Vormittags von 6'/, Uhr an Gelegenhett zur hl. Beicht«; • °m 6i/i Uhr erste hl. Messe; » um 71/« Uhr Austbeilung der hl. Commuuiov; - um 8 Uhr zweite hl. Messe; r Milttärgottesdienst mit Predigt; „ um 9V. Uhr Hochamt mit Predigt. Abrnds um 6 Uhr sacramentalische Bruderschaftsandacht. verein für jüdische «efchtchte «nd Siteratnr r __Mktz"ein'rmktster- A^tes umduUt sind. N >r st lche sind ücht. ErhauUch a vd Pf«, die Schochiel. 491 Bekanntmachung. Betr.: Die Organisation der Armenpflege zu Gießen. Nachdem die Stadtoerordneten'Versammlung unterm 15. November 1894 beschlossen hat, den Bezirksvorftehern Sitz und Stimme in der Armen- Deputation zu verleihen, und nachdem Großh. Ministerium des Innern und der Justiz die zur Wahrung solchen Beschlusses erforderlichen Aende- rnigen des Statuts, betr. die Verwaltung der Armenpflege und der dieser leroibmeten Stiftungen in der Stadt Gießen vom 2. August 1889, sowie her Satzungen, betr. die Ausübung der offenen Armenpflege in der Stadt Gießen vom 3. October 1890 genehmigt hat, bringen wir die entsprechend' geänderten §§ der beiden nachstehend in ihrer neuen Fassung zur öffent« lkheu Kenntniß: A. Statut, betr. die Verwaltung der Armenpflege und der dieser gewidmeten Stiftungen. $ 2. Diese Deputation besteht aus: 1) dem Bürgermeister oder seinem Stellvertreter als Vorsitzenden, 2) und 3) dem ersten und dem zweiten evangelischen Geistlichen, 4) dem katholischen Geistlichen, 5) dem ersten Polizeibeamten, 6) bis 12) sieben von der Stadtverordnetem Versammlung gewählten Mitgliedern, von welchen fünf der Stadtverordneten- Versammlung angehören und eines ein Arzt sein soll, 13) bis 18) den sechs nach den Satzungen, betr. die Ausübung der offenen Armenpflege, jeweils im Amt befindlichen Bezirksvorftehern oder ihren Stellvertreter«. S 3. Die Deputation versammelt sich in der Regel alle 14 Tage snd außerdem so oft, als es der Vorsitzende für nöthig erachtet, oder drei Rifglieder derselben beantragen. Die Einladung zu den Sitzungen erfolgt schriftlich mit Angabe der Tagesordnung; die Deputation ist beschlußfähig, «em alle Mitglieder vorschriftsmäßig geladen, und einschließlich des Vor- Iltzenden zehn derselben anwesend sind; zur Beschlußfassung in dringenden Zöllen oder über Gegenstände, welche wegen Beschlußunfähigkeit der einen Atzung auf die Tagesordnung der anderen übertragen werden mußten, genügt die Anwesenheit von weniger als zehn Mitgliedern, rc. § 8. Der Hospitalverwalter wird — nachdem zunächst die Bezüge -er Stelle nach Anhörung der Armen-Deputation von der Stadtoerordneten- Lersammlung festgesetzt sind — von der Deputation vorgeschlagen, worauf iie Stadtverordneten - Versammlung über Annahme oder Ablehnung dieses Vorschlags beschließt. Ein ablehnender Beschluß wird der Armen-Deputation unter Angabe der in der vorausgegangenen Erörterung ihres Vorschlags etwa geltend gemachten Gründe mitgetheilt. Danach treten die der Stadtverord- neten-Versammlung weder angehörigen, noch von ihr gewählte« Mitglieder der Armen-Deputation mit der Stadtoerordneten-Versammlung zur endgültigen Wahl des Hospitalverwalters in gemeinsamer Sitzung zusammen, in welcher die Wahl aus sämmtlichen Bewerbern durch absolute Mehrheit >et Stimmen unter entsprechender Anwendung der Art. 42 und 32 der Städte'Ordnung vollzogen wird. In gleicher Weise werden etwaige Mei« nungsoerschiedenheiten zwischen Armen-Deputation und Stadtverordneten« Versammlung über die Auslegung dieses Statuts und die Abgrenzung der »ei beseitigen Befugnisse in gemeinsamer Berathung und Beschlußfassung mit Ltimmenmehrheit endgültig entschieden. B. Satzungen, betr. die Ausübung der offenen Armenpflege. § 11. Die Beschlüsse der Bezirksversammlung bedürfen insgesammt her Bestätigung in der nächsten Sitzung der Armen-Deputation; in dringen- den Fällen sind sie im Einvernehmen mit dem Vorsitzenden der Armen- Deputation alsbald vollziehbar. Die Bezirksvorsteher bezw. ihre Stellvertreter haben Litz «nd Stimme in der Armen-Deputation und berichten dort über die Beschlüsse ihrer Bezirksoersammlung. Gießen, 10. Januar 1895. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. __Gnauth.___________________________634 Nutzholzversteigerung im Feldheimer Walde. Dienstag den 22. Januar l. Js. 'slleu öffentlich versteigert werden: von Vormittags iy/3 Uhr an: XX) Fichten-Bauholz-Abschnitte mit 65 fm, 340 Fichten-Derbstangen mit 20 fm, 16 rm Fichten-Reiserstangen (Baumstützen), wrä anschließend an die Eichennutzholzversteigerung im Fürstlich Lich'schen Stalb nach Ankunft des Zuges von Lich von Nachmittags 2 Uhr a«: 2V Eichen-Schnittholz-Abschnitte I. El. mit 35 fm (von 40—70 cm Mittlerer Durchmesser), 40 Gichen-Schnil,Holz-Abschnitte II. El. und * Werkholz-Abschnitte mit 22 fm (von 30—50 cm mittlerer Durchmesser), 10 rm E.chen-Nutzscheitholz (Glaserholz, Küferholz rc.) Zusammenkunft: Vormittags im District Hinterwald (auf der Heide) h Str. 1, Nachmittag» im Distritt Tannengatten. Arnsburg, den 7. Januar 1895. Gräfliche Oberförfterei. Bekanntmachung. In das Firmenregister unterzeichneten Gerichts wurde heute eingetragen, daß der Kaufmann Louis Markus in Gießen an Stelle seines verstorbenen Vaters Aron Markus in die Firma Goldenberg & Markus zu Gießen als Gesellschafter eingetreten ist. Gießen, den 8. Januar 1895. Großh. Amtsgericht Gießen. Seeger. 682 Stöbt Schlachthaus. Freibank. [685 Heute ■SrfjiiifinflTi’iMi, Rindfleisch. nicht ladenrein, pr. Pfd. 51 Psg. für 15300 kg Petroleum, die An- und Abfuhr der verdungen. 688 Ginrahmen Garnisonverwaltung in Gießen. Holzversteigerung 57 712 I Wichtig für Hausfrauen! 606 Sectersweg 33. (Bru st-Caramellen) °m stark, mit 9 fm. S-immt. Don E. Übermann. Dresden, Hausen. Gladenbach, den 17. Januar 1895. Der Oberförster: Kirschbaum. 160 444 156 314 40 410 950 63 1 120 7574 u sowie Nadel-Wellen, rm Nadel-Stockholz. etwa // M II // // teno graphie erwünicht Schriftliche Off rten Gründl. Nachhülfe im Französischen und Englischen wild er* tbestt Ntd i» der Exped. d Bl 671 ö3?J 3ung< tituie suchen ein Logis von 3 Zimmern mit Zubehör, welches bis ib. F.biuar be.bbbar ist. Offerten unter A. Z. an_bie Exp b- d. Bl. Die Abfuhr von 100 bis 120 Waggons Steinkohlen soll vergeben werden. 654 Offerten beliebe man bei der Expedition d. Bl. niebenule.ien. Todes-Llizeige. Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß Herr Conrad Seipp von Amerika, gebürtig aus Gleiberg, heute Morgen nach vollendetem 61. Lebensjahre sanft entschlafen ist. Heinrich Grün, Wirth. Gießen, den 17. Januar 1895. Die Beerdigung findet am 19. Januar, Morgens 9 Uhr, vom Omnibus-Verbindung ÄSUÄ 7 «Hr Morgens. Fahrpreis 10 Pfennig. 10 Uhr CltenM» State k ©dteiNKi—»«rtt—aßeflxbot—«orturgerftrebe. 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Schon fett mehreren Jahren litt ich an einem dösen Uebel (chronischem dtasen- und Rachencatarh). Seit einem halben Sabre pebiauchte ich einen husten Ärze, doch ohne die geringste Spur von B-sse- rung. Da wandte ich m ch an H^rn Dr. med. ivolbedtn-, homöopatb. Urzt in Düsteldorf oSnigSaVe« 6. Nachdem mich dieser geschickt Arzt circa 2 Monate in seiner Behandlung haste, bin ick von meiner bösen Krankheit gänz- lich befreit. Ich fa n daher mit Recht Herrn Dr. mcd. Wölb blng meik en leidenden Mitmenschen warm empfehlen. (Sott möge ihn noch recht lange am Leben erhalten 251 Weimar, den 20. October 1894. Vito flutbuff, Bauschüler. ßXXXXXXXXXXS X Zitherlehrer X Q Adolf Arnold O O twieHMen. Dammstr. 24. V ö Kunstgerechter Unterricht V C nach auerk. bester Methode. U Hauptniederlage, L. Kalkhof, West yp A anlage, Rad. Schla- u Q Huv hach Nachf., Lud» LVCVVV wigsplatz. Ausw. Verkaufsstellen: In Lich bei A. Bing u. H. Zimmer VII. In Steinbach bei Hch. Kraemer I. In Lollar bei A. Zimmermann. 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