Donnerstag den 18. Juli 18SS Rr. 166 Aints- und Anzeigeblntt für den Kreis Gieren. Hratisöeikage: Gießener Kamilienökätter Die Gießener Isnmttienvtätter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Der -tetzener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. ^ähnverth ^htUNg^ 5371 Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag« für bcx Agenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr. Vierteljähriger , Avonnementspreisr 2 Mark 20 Pfg. mit Vringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Nedaction, Expeditton und Druckerei: Kchutstraße Fr.7. Fernsprecher 51. Neueste Nachrichten Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau. Berlin, 16. Juli. Dte „Berliner Correspondenz" meldet: Der Schiffsverkehr im Kaiser-Wilhelm-Canal gestaltet sich für den Anfang und namentlich in Berücksichtigung deS Umstandes, daß bisher nur Schiffe bis zu 4,50 Meter Tiefgang zur Durchfahrt zugelassen wurden, recht befriedigend. Es haben in der Zeit vom 1. bis ~8. Juli den Canal durchfahren: 1. von Holtenau aus: . 177 Dampf- und Segelschiffe mit 11,997 Registertonnen netto, 2. von Brunsbüttel aus: 148 Dampf- und Segelschiffe mit 10,315 Registertonnen netto, 3. von Rendsburg aus: 191 Dampf- und Segelschiffe mit 5770 Registertonnen netto, zusammen 516 Dampf- und Segelschiffe mit 28,082 Registertonnen Nettoraumgehalt. Diese Schiffe haben an Canalabgaben und Schlepplohn entrichtet: zu Holtenau 4603,32 Mk., zu Bruvnsbüttel 6724 Mk., zu Rendsburg 438,69 Mk, zusammen 11,766.01 Mk. Von der Canal- abgabe befreite Schiffe (Kriegsschiffe rc.) find in dte vor« stehenden Schtffszahlen nicht eingerechnet. Berlin, 16. Juli. Wie der „Vorwärts" mittheilt, wird der diesjährige socialdemokratische Parteitag auf dte Tage vom 6. bis 12. Octobrr nach Breslau einberufen. Der „Vorwärts" veröffentlicht ferner das Programm der Vorschläge, dte von der Agrarcommtsston dem Parteitage zur Berathung unterbreitet werden sollen. Bulgarien eine Aera des Terrorismus und der Gewaltthätig- keiten zu eröffnen droht. Die gedungenen Meuchelmörder werden, sollten es ihre Auftraggeber für nothwendtg erachten, bei Stambulow nicht stehen bleiben. Rom, 16. Juli. Aus Randazza wird gemeldet, dafi daselbst während des Gottesdienstes ein Streit zwischen einem Gutsbesitzer und dessen Pächter auSbrach. Letzterer zog seinen Dolch und erstach den Besitzer in der Kirche. ES entstand eine furchtbare Panik. Mehrere Frauen und Kinder sind durch Quetschungen verletzt. Die Kirche wurde fofort zur Wtedereinsegnung geschloffen. Brussel, 16. Juli. Die Blätter melden, daß die vor einiger Zeit abgebrochenen Verhandlungen zwischen Deutschland und Belgien wegen eines internationalen Telephon-Anschlusses wieder ausgenommen und ihrem Abschlüsse nahe sind. „ . . Amsterdam, 16. Juli. Seit einigen Tagen weilt daS portugiesische Panzerschiff „VaSco de Gama", auf der Rückreise von Kiel begriffen, im Hafen von Rotterdam. Admiral Fereira besuchte in Begleitung des portugiesischen Militärattaches in Berlin mehrere Arsenale. Heute findet zu Ehren des Admirals ein großes Galadtner in der portugiesischen Botschaft statt. Paris, 16. Juli. Der Gro ßkanzler und der Ordens- rath der Ehrenlegion reichten ihre Demission ein. London, 16. Juli. Bisheriges Wahlresultat: 182 Unionisten, 26 Liberale, 4 Parnelliten und 6 Anti- Parnelliten. Sofia, 16. Juli. Stambulow erhielt bei dem gestrigen Attentat drei Stiche mit einem Dolchmesserauch wurde ein Schädelbruch festgesteüt. An den Händen erhielt Stambulow schwere Verwundungen, eine Hand maß amputirt werden. Ferner wurde ihm das rechte Augenlid durchschlagen. Sein Zustand ist sehr bedenklich, aber nicht hoffnungslos. Sofia, 16. Juli. Zu dem Attentat ausStambulow wird noch weiter gemeldet: Das Haus Stambulows wird fortwährend von einer großen Menschenmenge belagert. Bon dem Ueberfall sind folgende Einzelheiten nunmehr fest- gestellt. Gegen 7s/t Uhr verließ Stambulow in Begleitung Petkows den Unionclub. Er bestieg einen Miethwagen, um sich nach seiner Wohnung zu begeben. Auf der Hälfte des Weges überfielen plötzlich drei Männer den Wagen und brachten die Pferde zum Stehen. Der Diener Stambulows, der auf dem Bocke saß, schoß auf die Angreifer, ohne jedoch zu treffen. Nun wurden Stambulow und Petkow aus dem Wagen gerissen; einer der Angreifer hielt Stambulow beide Hände fest, während die beiden anderen fortgesetzt auf ihn einhteben. Stambulow stürzte und wurde durch Hiebe über den Kopf fürchterlich zugerichtet. Durch den Lärm herbeigeeilte Personen fanden Stambulow am Boden' sitzend. Sie brachten ihn nach seiner Wohnung, wo sofort ärztliche Hilfe vorhanden war, welche aber wenig Hoffnung auf die Genesung Stambulows giebt. Eine Kugelwunde hat Stambulow nicht erhalten. Sämmtliche Consule erschienen in der Wohnung Stambulows, um Nachricht über dessen Befinden eiuzuholen. Sofia, 16. Juli. Stambulow verblieb während der. vorigen Nacht bewußtlos. Gegen Morgen sprach er einige Worte und erkannte die umstehenden Personen. Dte Aerzte bezeichnen seinen Zustand als nicht mehr hoffnungslos. ES wird die Veröffentlichung von Schriftstücken vorbereitet. Sofia, 16. Juli. Auf die Ergreifung derjenigen Per- Ionen, welche gestern Abend das Attentat auf Stambulow verübten, hat die Regierung eine Belohnung von 10 000 Frcs. ausgesetzt. Deutscher Reich. Berlin, 16. Juli. Das Erscheinen von drei deutschen Kriegsschiffen an der Küste von Marokko soll nach einer Mittheilung aus Fez, der marokkanischen Hauptstadt, den Sultan von Marokko bewogen haben, Deutschland in. Sachen des ermordeten deutschen Kaufmannes Rsckftroh Genugthuung zu gewähren. — Die Verhandlungen zwischen Deutschland und Oesterreich-Ungarn, welche vor Kurzem in Wien begonnen wurden, um ein internationales Abkommen betreffs der Zuckerprämien vorzubereiten, haben auf beiden Setten die größte Bereitwilligkeit zur Verständigung zu Tage treten laffen. Entgegengesetzte Mittheilungey der Presse find völlig unbegründet. Doch ist es wohl zutreffend, daß die Vertreter von Oesterreich-Ungarn betreffs der Ausdehnung des internationalen Abkommens in der Richtung einer Contingentirung große Zurückhaltung fich auferlegen mußten, weil in dieser Frage die Interessen der Zuckerproducenten in Oesterreich - Ungarn selbst sich im Gegensatz befinden. Die weiteren Schritte betreffs der Herbeiführung einer internationalen Conferenz find aber zwischen Berlin und Wien soweit vereinbart, daß das Zustandekommen derselben lediglich davon abhängt, welche Aufnahme die ersten Lorftellungen dieserhalb in Paris, Brüssel und St. Petersburg finden werden. — Aus Deutsch-Ost-Afrika kommt die Nachricht von einer wichtigen Expedition. Aus Berbera an der' Somali - Küste (Ostafrtka) wird gemeldet, daß den 23. Juni dte erste deutsche Expedition, geführt und ausgerüstet von August Hungelmayr und Premierlieuteuant Spephinger in das Innere des Somalilandes abgegangen ist. Das Ziel der Expedition ist, das bisher unbekannte Somali- uud Hallaland zu durchkreuzen und den indischen Ocean bei Mombosa zu erreichen. Die Karawane besteht aus 50 Schiffssoldaten und 50 Kameeltreibern, 10 Dienern für die persönlichen Bedürfnisse der Reisenden, 100 Kameelen und 6 Pferden. — In der Frage der Ledervertheuerung, welche von großen amerikanischen Cap itali st en auSgeht und ein volkSwtrthschaftlich es und sociales Interesse hat, hat in Leipzig eine Versammlung der Interessenten stattgefunden. In dieser am Montag Abend abgehalteuen, vom Obermeister der Schuhmacher- Innung, Herrn Dietering, geleiteten, zahlreich besuchten Versammlung der Lederintereffenten wurde über die Preissteigerung der Rohmaterialien, insbesondere des Leders, gesprochen. Von vielen Setten wurde hervorgehoben, daß die Schuhwaarenfabrikanten und Schuhmacher unter den heutigen Verhältniffen der Ledervertheuerung schwer zu leiden haben und deshalb gezwungen seien, die Preise für ihre Maare zu erhöhen. Es sollen Anzeigen in den gelesensten Zeitungen erlaffen und dte Gründe der nothwendigen Preiserhöhung für Schuhwaaren dargelegt werden. An dte Kunden sollen Circulare mit ähnlichem Inhalte erlassen werden. oose A lchkik 11 Stück 10 M. für unb Umgegend her, Neustadt 55, imrW- mit®» ° In ter tzn». b. Depeschen des Bureau „fccrolb*. Berlin, 16. Juli. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Obwohl in dem Befinden der Kaiserin eine fortlauernde Befferung zu constatiren ist, sind doch über die Reise der Kaiserin nach Saßnitz noch keine festen Bestimmungen getroffen worden. Anders lautende Zeitungsmeldungen find hiernach richtig zu stellen. Berlin, 16. Juli. Major v. Francois, äla suite der Schutztruppe in Südwest-Afrika, hat seinen früheren dreimonatlichen Urlaub durch einen Nachurlaub verlängert und wird im nächsten Monat hierher zurückkehren. Berlin, 16. Juli. Die meisten Abendblätter besprechen den Mordanschlag auf Stambulow. Dte „Post" schreibt: Ein Vorfall wie dieser scheint ganz darnach an- gethan, dte ernstesten Besorgniffe um dte Zukunft Bulgariens entstehen zu laffen. Das bulgarische Staatswesen ist noch keineswegs hinreichend in fich gefestigt, um gewaltsame Ausbrüche politischen Haffes ohne Schädigung seines inneren wie äußeren EntwickelungSgangeS überdauern zu können. Die „Berl. Neuest. Nachr." führen aus: Wer nun der eigentliche schuldige Mörder sein mag, voraussichtlich wird er seinen Weg über die Grenze gefunden haben. Moralisch schuldig oder aber zum wenigsten mitschuldig ist die Regierung, welche aus ihrem Verhalten gegen Stambulow ihn geradezu sür vogelfrei und Jedem preisgab, der fich den Blutlohn verdienen wollte. Die „Nationalztg." schreibt: Mit den vorgefundenen Dolchen und Revolvern ist Stambulow schwerlich ermordet worden. Sie sind ohne Zweifel nur bestimmt, die rechte Spur zu verwischen, eine Manipulation, welche der gegenwärtig Bulgarien ruintrenden Banden durchaus würdig ist. Der 15. Juli wird ein schwarzer Punkt in der Geschichte Bulgariens bleiben. — Die „Voff. Ztg." schreibt: Den Mord auf Privat-Personen zurückführen zu wollen, gitt von vornherein als ausgeschlossen, wenn auch vielleicht die Regierung in Sofia diesen Verdacht erheben wird. Es ist ein politischer Mord, an dem das bulgarische Ministerium mitschuldig ist. Mitschuldig aber ist auch Fürst Ferdinand, obwohl er gegenwärtig in Karlsbad weilt. Mit Stambulow finkt ein Mann bulgarischer Selbstständigkeit in den Staub. Das Land wird ein russisches Gouvernement. Schmach und Schande aber für dte, die an Bulgariens größtem Manne zum Mörder wurden. — Das „Berl. Tagebl." schreibt: Mit Stambulow ist das letzte Hinderntß aus dem Wege geräumt, welches dte Aussöhnung mit Rußland erschwerte. Der Mordanschlag auf I Stambulow muß als die erste blutige Etappe auf dem Krtegs- pfade angesehen werden, der sich für die Balkan-Völkerschaften nunmehr aufthut. — Auch die „Staatsb.-Ztg." meint, daß bei der Mordthat politische Gründe im Spiele gewesen sind und bezeichnet den Umstand als besonders bemerkenöwerth, daß der Mordanschlag zu derselben Zeit begangen worden ist, wo die bulgarische Abordnung die Gunst deS Czaren zu gewinnen trachtet. — Die „Volkszeitung" schreibt: Stambulow gilt als Opfer deS neuen politischen Systems und sein Tod bedeckt die Ruffenfeste mit Schmach und Schande. Frankfurt a. M., 16. Juli. Die „Frkf. Ztg." meldet aus Berlin: Wie in politischen Kreisen verlautet, ist Stambulow schon seit längerer Zeit auf einen Mordanfall gefaßt gewesen und er hat die Veröffentlichung von Schriftstücken nach seinem Tode oder einem Attentate angeordnet, durch welche dte Art und Weise des gegen ihn gerichteten Complotts klargestellt wird. Die Veröffentlichung, welche sehr bald erfolgen soll, wird für die Regierung sehr com« promittirend sein- Köln, 16. Juli. Der frühere Reichstags' und Landtagsabgeordnete August Reichensperger ist heute Nachmittag 41/2 Uhr verstorben. Friedrichsruhe, 16. Juli. Dte Gesundheit des Fürsten Bismarck ist wieder in so befriedigender Weise hergestellt, daß es fraglich erscheint, ob der Fürst, der sehr ungern reift, in diesem Jahre noch Bad Gastein oder Ktssingen aufsucheu wird. Arolsen, 16. Juli. Nach Anweisung der Centralleitung der freisinnigen Dolkspartei wurde beschloffen, daß alle freisinnigen Wähler von Waldeck für Böttcher stimmen. Damit dürfte die Wahl Böttchers gesichert sein. Wien, 16. Juli. Sämmtliche Abendblätter drücken ihre Entrüstung über das Attentat auf Stambulow aus. Dte „Neue freie Presse" schreibt: Nun hat dte neue Aera des VerhältniffeS zwischen Rußland und Bulgarien eine schauerliche Illustration erfahren, die zu dem Verbrüderungstaumel von Petersburg einen entsetzlichen Widerschein gibt. Das „Neue Wiener Tagblatt" schreibt: Das furchtbare Verbrechen, das sich gestern tn Sofia ereignete, muß Europa daran mahnen, daß die Herrschaft deS Ruffophilenthums in Allr Annoncen-Burraux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. ^77gj7Mbäu>" iSSK was# Kiehener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. ssl*a |U O«®*1!1™ 578 iMItWÄwtli ___ Der Krieg von 1870,71. geschildert durch Ausschnitte aus ZeitungS-Nummern jener Zeit. (Nachdruck verboten.) 18. Juli. Zum Ueberfall hat Napoleon den Augenblick gewählt, wo in dem Lager von ChalonS die neuen Divisionen zur Ablösung der alten angekommen, also beide vereinigt sind. Diese Armee soll 200,000 Mann zählen. Die Westbahn soll fich verpflichtet haben, sämmtliche Soldaten, Pferde und Kanonen in 16 Stunden an die Grenze zu schaffen. Dte ersten Truppen aus Algier sind bereits in Fr-kükretch eingetroffen. Wie in den meisten französischen Felsdzügen wird Süd deut sch land den ersten Anprall auszuhMen haben. Die französische Armee wird sich zwischen dem > Norden und Süden dazwtschenzuschteben, also auf Mainz v;ttzugehen und längs des Mains fich aufzustellen suchen. In/Berlin glaubt lictfh. 2o7T y ssrtta: Edttstr. 1 Ihrs Wer! n<6 gesahrrn, abjuad. !pot btt tz rmuidutgtftllsA ichungen. »ergnichtete MansE simmern, Sabind, "hofstraßeSl, juu Rti-, Westanlage 11 Vanfarbemooljmlng, i mb allem ßubetfr, Oktober tnoVb, . Zubehör, Wa' hpiatz, ist pr. sch Mabt 78,11t, am OswaldSgaM mniliemoohrmng Donr tmßubebbr, im l.ftt Asterve-i, Prof. Dr. Wtisftiüti > tte Stock ist anbenwt, Suchbinbtr Höuser, )igstr-8, Telephon Nr ' ~ Wohnung von 3Ä -dibeüör zu DtrmW Asterve« 48. jfc iu vttmieÜM- im, WMotstraße/ ; Wohnung, 4 ZiM per 1. Gelobte ju w «Wierstr^L --Im-, 1* £ ein LogiS zum Wen 5auh-5 3W . ntbst SM' zu vcw 'man, daß von Luxemburg und von der Pfalz, resp. Straßburg her die ersten Bormärsche der Fraozosed erfolgen werden. Die Aufgabe der deutschen Festung wird sich rächen. Der genaue französische Feldzugsplan ist: Tinen raschen Stoß nach Hessen hinein machen, um die drei Mächte des Südens zu neutralissren. Frankfurt loSretßen und sich dort befestigen. DaS ganze preußische Gebiet auf dem linken Rheinufer reinfegen. Dann in Westfalen ein« dringen und seine Linke auf Hannover und Dänemark stützen. Preußen wird über die Elbe zurückgrworfeu. Endlich einen deutschen Bund (Rheinbund) wieder aufrichten, von welchem Oesterreich und Preußen ausgeschlossen wären. Der alte Moltke in Berlin hat im Minister- und KriegSrathe in Uebereinstimwung mit dem Kriegsmintster o. Roon erklärt, daß Preußen hinsichtlich seiner HeereS« Verfassung, Ausrüstung, Hilfsmittel rc. noch nie in der Lage gewesen sei, mit solcher Aussicht auf Erfolg einen Krieg anzunehmen, wie gegenwärtig. Er sei sehr genau über den Fortschritt der französischen Rüstungen unterrichtet und demnach sei eine militärische Ueberrumpelung seitens Frankreichs nicht zu fürchten. In der schlimmsten SchreckenSzeit der ersten Revolution wurden die Menschen, welche man mit der Guillotine nicht schnell genug hinrichten konnte, haufenweise mit Kartätschen niedergeschossen. Man nannte dies mitraiBer (mit Kartätschen hinrichten). In ähnlicher, nur noch schauderhafterer Weise, sollen jetzt die Deutschen mitraillirt, d. h. mit Kartätschen hingerichtet werden. Die Mitrailleuse, dieses neue BerntchtungSinstru- ment, ist indessen den preußischen Heerführern nicht unbekannt und sie werden jedenfalls daran gedacht und dafür gesorgt haben, wie demselben zu begegnen sein wird. Ob noch wehr derartige Hilfsmittel von den Franzosen im Geheimen vorbereitet sind, muß sich bald zeigen. So viel muß man aber nach seinem seitherigen schroffen Vorgehen erwarten, daß Napoleon keine Rücksicht auf Humanität und völkerrechtliche Bestimmungen abhalten wird, die gräßlichsten Mordwaffen so oft wie möglich anzuwenden. Deutscher Muth und deutsche Umsicht wird ihm hoffentlich zu begegnen wissen und feine Berechnungen zu Schanden machen. Cscdk* rrrr- PrsvLrrzLeSeO Gieße», den 17. Juli 1895. * * Von der technischen Hochschule Darmstadt. Se. Köuigl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 10. Juli den ordentlichen Professor vr. Lepsius an der Technischen Hochschule für die Zeit vom 1. September 1895 bi« zum 31. August 1896 zum Rector dieser Anstalt zu ernennen. * * Die Gießener Schützen in Worms. Nach einer gestern Abend eingegangenen Drahtnachricht haben die hiesigen Schützen in Worms bis jetzt gut geschossen. Herr Nestau- rateur F. Dickore hat auf der Feldscheibe „Mittelrhein" bis jetzt als bester 34 Ringe, auf der Feld-Meisterscheibe hat derselbe Schütze als zweiter bis jetzt 51 Ringe. Die gliche Anzahl Ringe auf derselben Scheibe als erster schoß Herr A. Kilbinger, welcher auch beim Concurrenz- Schießen am Sonntag, wie schon berichtet, in 22V2 Mtn. den zweiten Becher erwarb. Der erste Becher wurde in 22 Minuten geholt. * * Kleinbahn Gießen Bieberthal. Nachdem die Stadt Gießen zuerst der Firma Hager & Laußberg in Cöln betr. des Baues einer Bieberthalbahn entgegen gekommen, haben auch die Gemeinden Heuchelhe'm, Nodheim und Bieber das benöthigte Gelände der genannten Firma zur Verfügung gestellt. Man hofft, daß die preußische und hessische Regierung nunmehr bald die nachgesuchte Concession ertheilen werden. ES soll dann schleunigst mit der Herstellung begonnen werden. * * Wegen fahrlässiger Brandstiftung wurde gestern von der Strafkammer der 15 Jahre alte Lehrling, welcher am 10. Mai d. I. den Brand in dem Lagerhause der Firma A. u. G. Wallenfels verursacht hatte, mit 100 Mark Strafe belegt. Der Staatsanwalt hatte 14 Tage Ge- fängniß beantragt. v * Verhaftung wegen Meineid. Gestern wurden vor der Strafkammer ein Commis und ein Kutscher wegen Der- dachtS des Meineides in Haft genommen. * 3» Amerika verstorbene Hessen. Hoboken, N. I., John Koellisch, 42 Jahre alt, aus Dittelsheim. Indianapolis, Jnd. Jacob Danzer, 45 Jahre alt, aus Rheinhessen. Long Island City, N. Y. Philipp Stein, 46 Jahre alt, aus Alsbach. * * Die Bevölkerung des Großherzogthum- wird für die Mitte des Jahres 1895 auf 1,027,000 geschätzt, worunter Kinder 346,900 und Erwachsene 680,100; auf Starkenburg kommen 436,100 (Kinder 153,OOO und Erwachsene 283,100), auf Oberhessen 268,600 (Kinder 90,400 und Erwachsene 178,200) und auf Rheinhessen 322,300 (Kinder 103,500 und Erwachsene 218,800). Auswanderung aus dem Großherzogthum Hessen. AuS dem Großherzogthum Hessen wanderten im Jahre 1895 auS 515 Personen, nach dem Jahre 1877 mit 500 Per- fönen die geringste Zahl der Auswanderer seit 1875. Von 1875 bis 1894 wanderten im Ganzen aus dem Großherzog, thum auS 39,079 Personen ; die stärkste Auswanderung war im Jahre 1881 mit 4173; 1893 wanderten 1422 Personen auS. Während die Auswanderung 1894 im ganzen Reiche 76 Personen auf 100,000 Einwohner ergab, betrug sie im ^rutzjeröogthum nur 50 Personen. Von Einfluß aus die ^^rheWche Abnahme der Auswanderung in diesem Jahre sind wohl löte auf Beschränkung der Einwanderung gerichteten Bestimmungen deS neuen Einwanderungsgesetzes der Der- einigten Staaten von Amerika neben der ungünstigen wirth- schaftlicheu l'age dort gewesen. Mr. Lang.GöuS, 16. Juli. Wie schon berichtet, war / die letzte Kirchweih vor 6 Jahren. Einen schönen Verlauf ; hat dieses Volksfest am letzten Sonntag genommen. Fröhliches Leben herrschte in den Festhallen und ließen es die Herren Festwirthe an Speise und Getränk nicht fehlen. Die Festhalle des Gastwirth Weil war schön decorirt und Abends durch Lampions beleuchtet. Die Fefthalle hatte einen großen Zuspruch. T Homberg a. d. Ohm, 16. Juli. Ein Extrablatt der „Kirchhainer Zeitung" bringt uns folgende erfreuliche Nachricht: „In der heutigen Sitzung des Kreistages wurde die Vorlage betr. Bau einer Bahn Kirchhain-Landes- grenze (Homberg a. d. Ohm) mit 16 gegen 2 Stimmen angenommen. Mit dem Bau der Bahn soll sofort begonnen werden." K. Schwickartshausen, 14. Juli. Der hiesige Kriegerverein feierte heute das Fest seiner Fahnenweihe. ES hatten sich zu diesem Acte sämmtliche Vereine deS Bezirks Orten» berg und noch Vereine von Nachbarsbeztrken, zusammen 22, eingefunden. Der stattliche Festzug bewegte sich durch den festlich geschmückten Ort nach dem Festplatz. Dort angekommen, hielt der Präsident des hiesigen Vereins, Herr Bach, eine prächtige, von Poesie durchwehte Begrüßungsrede, hierauf hielt Herr Pfarrer Klotz von hier die eigentliche Weiherede, die von allen Festtheilnehmern als eine vorzügliche bezeichnet wurde. Es folgte hierauf der gemüthliche Theil, der auch recht gut verlaufen ist. n. Ilbenstadt, 16. Juli. Am Sonntag fand unter großer Betheiligung die Einweihung der neuen Fahne des hiesigen KriegervereinS statt, verbunden mit der 25jähr. Jubelfeier von 1870. Darmstadt, 16. Juli. Am Samstag waren hier Vertreter der Studentenausschüsse von den Technischen Hochschulen aus Aachen, Berlin-Charlottenburg, Braunschweig, Darmstadt, Hannover, Karlsruhe, München und Stuttgart zur Berathung gemeinsamer Interessen versammelt. Das Resultat war die Gründung eines sämmtliche deutschen Technischen Hochschulen umfassenden Verbandes. Die Bestrebungen dieses Verbandes gehen in erster Linie dahin, daß die Anerkennung der technischen StaatsexaminaS in allen deutschen Staaten zur Thatsache und daß die Aufnahmebedingungen an allen Technischen Hochschulen des Reiches die gleichen werden. Eine Gleichberechtigung mit den UniversttätSstudenten, wie solche gelegentlich der Bismarcksfeierlichkeiten bereits in die Wege geleitet wurde, soll gleichfalls erstrebt werden. Offenbach, 16. Juli. Nach der am 14. Juni l. I. vorgenommenen Berufs- und Gewerbezählung hat Offenbach eine Einwohnerzahl von 39,454 mit 8260 Haushaltungen. Von den Einwohnern sind 20,254 männliche und 19,200 weibliche. Bei der Volkszählung am 1. December 1890 hatte Offenbach eine Seelenzahl von 35,085, so daß seit dieser Zeit eine Zunahme von 4369 Seelen zu verzeichnen ist. A Mainz, 16. Juli. In Folge einer durch verschiedene Blätter über die Behandlungswetse der Kranken in der unter staatlicher Aufsicht geleiteten Provinzial - Stechenanstalt in Heidesheim erhobenen öffentlichen Beschwerde fand am Samstag eine eingehende Revision der genannten Anstalt statt. Ob die gerügten Mißstände thatsächlich vorhanden oder ob die Revisoren sonstige Unregelmäßigkeiten in der Anstalt wahrgenommen haben, darüber verlautet vorläufig nichts. — Auf dem Rhein hier erregte gestern ein kleiner, eleganter Schraubendampfer mit französischer Flagge einiges Aufsehen. Das Schiff, das den Namen „Fleur de Lys“ führt, gehört einer französischen Gesellschaft von VergnügungS- reisenden, die durch den Rhone-Canal über Straßburg von Paris kam und sich nach England begibt. — Die gestern in Porms erfolgte Enthüllung des Denkmals für den verstorbenen Großherzog Ludwig IV. hat hier wegen dem Monument, das zur Erinnerung an das im vorigen Jahr hier stattgehabte deutsche Bundesschießen auf einem öffentlichen Platz von Mainz errichtet werden soll, eine heitere Controverse hervorgerufen. Für das letztere Monument hat nämlich ein ernanntes Preisrichtercollegium jüngst einen Entwurf des hiesigen Architecten Sutter prämiirt und zur Ausführung empfohlen, der, wie sich bei der gestrigen Denkmalsenthüllung in Worms zur allgemeinen Ueberraschung zeigte, eine derartige merkwürdige Aehnlichkeit mit dem dortigen Monument hat, daß Jeder unwillkürlich eine starke Nachempfindung in dem hiesigen Entwurf erblickt. In Mainzer Blättern wird daher gegen die Ausführung des prämtirten Entwurfes Stellung genommen, indem sich gebühre, für ein öffentliches Denkmal hier etwas Originales, aber nicht CopirteS zu schaffen. ♦ H. Biedenkopf, 16. Juli. In den Tagen vom 21. bis 23. Juli d. I. findet hier die Generalversammlung deS Vereins Nassauischer Land- und Forstwirthe, verbunden mit PreiSvertheilung, statt, zu der die umfassendsten Vor- bereitungen getroffen sind. Dem reichhaltigen Programm entnehmen wir Folgendes: Am 21 Juli Nachmittags 4 Uhr Empfang der Gäste auf Station WilhelmShütte, woran sich eine Besichtigung der Meliorationsanlagen im Lahnthale bei Eckelshausen anschließen wird. Nach dem Eintreffen in Biedenkopf von Abends 8 Uhr an Concert in Magnus' Halle. Am 22. Juli von Morgens 9 Uhr ab Generalversammlung in Weigels Saal. Nachmittags 2 Uhr Festessen und Concert auf dem Festplatz. Abends Beleuchtung des SchloßbergeS. Am Dienstag den 23. Juli Prämiirung des Viehes, Ver- loosung von landwirthschaftlichen Maschinen und Gegenständen. Den Festzug werden über 30 Wagen der Landbevölkerung mit verschiedenen Darstellungen aus dem Landleben verschönern, ebenso werden die verschiedenen Gewerbe der Stadt in demselben vertreten sein. Außerdem betheiligen sich an dem Festzug die Mädchen und Burschen aus den Gemeinden des Kreises in ihren verschiedenen Trachten, welches dem Feftzuge ein eigenartiges, namentlich für Fremde interessantes Bild verleihen wird. Die letzten fahrplan« mäßigen Züge gehen von hier in der Richtung Creuzthal 7st : und in der Richtung Marburg 668, wohin außerdem noch Abends 11 Uhr ein Extrazug abgelassen wird. Es ist somit auch Besuchern des Festes von auswärts Gelegenheit gegeben, zeitig ihre Heimath wieder zu erreichen. ♦ HA. Herboru, 15. Juli. Am 21. Juli l. I. werden er 50 Jahre, daß der hiesige Männergesangverein, ehemals „Singverein", auf dem am 21. Juli 1845 zu Marburg stattgehabten Gesangwettstreit preisgekrönt wurde und eint Standarte errang. — Anläßlich der 50 jährigen Wiederkehr dieses Tages feiert der Männergesangverein an den Tagen des 21. und 22. Juli ein Sängerfest, zu welchem auf ergangene Einladung eine große Anzahl Vereine ihr Er» scheinen zugesagt haben. Die Vorarbeiten für das geplantz Fest find in vollem Gange und wird seitens des Verein» sowohl, wie auch der hiesigen Bürgerschaft Alles aufgeboteu, um den Festgäften angenehme Festtage zu bereiten. * Cassel, 15. Juli. Heute fand im Saale deS Lese- museumS der 33. VerbandStag der Hessischen Vorschuß- und Credit-Vereine unter dem Vorsitz deS VerbandsdirectorS Herrn Diehls von hier statt. Dem von demselben erstatteten Geschäftsbericht für 1894/95 zufolge gehörten dem Verband 25 Vereine im ehemaligen Kurhessen und den benachbarten Theilen des Großherzogthums Reffen, u. A. die Gewerbebank Gießen, an. Neu hinzu kommt jetzt der Vorschuß- und Spar» Verein zu Nieder-Wildungen im Fürftenthum Waldeck. Z« der von dem allgemeinen deutschen Verbände gegründeten genossenschaftlichen Hilfskasse gehören außer dem Verbände selbst nur vier Vereine, nämlich der Credit-Verein dahier, die Gewerbebank zu Gießen und die Vorschuß-Vereine zu HerSfeld und Friedberg. Die Zwecke der Kassen scheinen demnach im diesseitigen Verbandsbezirke noch wenig Verständniß zu finden. Die Mitgliedzahl des Verbandes betrug Ende 1894: 18 018 gegen 17 679 Ende 1893. Der höchste Geschäftsanteil fällt nach Cassel mit 750 Mk., der niedrigste nach Dodenau mit 100 Mk. DaS eigene Vermögen betrug, das genannte Be- triebScapital zu 100 angenommen, bei 9 Vereinen unter 20 pCt. (6,04—18,58 pCt.), bei 8 Vereinen unter 30 pCt. (20,35—29,17 pCt.), bei 7 Vereinen unter 40 pCt., bei einem Verein über 40 pCt. Der Gesammtkassen Umsatz belief sich auf Mk. 156,902,232 gegen 141,694,370 M in 1893. Der Reservefond hat um ca. 64 OOO Mk. zu genommen, ebenso die Geschäftsguthaben um 13 040 Mk. und das fremde Capital um 60 000 Mk. Das ganze Betriebs- capital zu 100 angenommen, betragen der Reservesood 5,55 pCt., die Geschäftsguthaben 22,66 pCt., daS fremde Capital 71,79 pCt. ES stehen 100 Mk. fremdem Capital 39,39 Mk. eigenes Vermögen gegenüber. Der Reingewinn betrug 426 592 Mk. gegen 389 944 Mk. in 1893. — Zu den Besprechungsgegenständen gehörte auch die Frage der Nützlichkeit und Nothwendigkeit der vom Landtag beschlossenen staatlichen Central-Anstalt zur Förderung deS genossenschaftlichen PersonalcreditS. Herr Verbands Anwalt Schenck Berlin erachtete, daß die fragliche Central-Anstalt die Geldbeschaffung nicht verbilligen, sondern vertheuern, vor Allem aber schädigend auf die ganze Entwickelung des GenossenschaftSwcftnS und damit auf das ganze wirtschaftliche Leben einwkiea werde. Denselben Standpunkt vertrat Herr LandtagSabgeord« neter Gleim-Melsungen, welcher aber zugleich ein bessere- Entgegenkommen der deutschen Genossenschaftsbank ParifiuS in Berlin im Verkehr mit den Genossenschaften wünschte. Bei Geldentnahme berechne die deutsche Genossenschaftsbank zu hohe Zinsen, bei Geldanbringung zu niedrige. Die DiS- cussion endete mit der Annahme einer Resolution folgenden Inhalts: „Der 33. VerbandStag der hessischen Vorschuß- und I Credit-Vereine vermag ein BedÜrfniß zur Errichtung einer I staatlichen Central-Kasse zur Förderung deS genossen-1 schaftlichen Personal - CreditS nicht anzuerkennen. Die I staaliche Central-Kaffe setzt die Bildung einer gemeinschastM lichen Verbandskaffe voraus, zu welcher ein BedÜrfniß nicht» vorgelegen hat, da die einzelnen Vereine stets so viel über I Geldangebote zu verfügen haben, daß jede begründete Credit- |j forderung voll befriedigt werden kann. Außerdem stehen gut I geleiteten Vereinen die Reichsbank, die Genossenschaftsbank \\ und sonstige Banken-Verbindungen in so ausreichendem Maße I, zu Gebote, daß auch ein zeitweises Auftreten deS außer- I ordentlichen Creditbedürfnissks voll befriedigt werden kann." I — Als Ort des nächstjährigen VerbandStageS wurde Bieden- I köpf gewählt. Als VerbandSdirector wählte man Herr» Diehls-Cassel auf's Neue und zum Stellvertreter desselben Herrn Rechtsanwalt Dr. Harnier-Cassel. — Eine von Herrn Oskar Ehrhardt-Marburg angeregte Sammlung für Brotterode ergab baß schöne Resultat von 55 Mark. ♦ Köln, 16. Juli. Der gestern festgenommene Mörder seiner Braut, Namens Bös, erklärte, seine Braut auf ihr Drängen erschossen zu haben, nachdem beide beschlossen hatten,, gemeinschaftlich in den Tod zu gehen. Nachdem der Tod deS Mädchens eingetreten war, entfloh der Mörder, stellte sich aber dann freiwillig der Polizei. ♦ Mannheim, 12. Juli. DaS Opfer eines eigenartigen Unglücksfalls wurde dieser Tage der Director P o st von der Mannheimer Versicherungsgesellschaft. Herr Post gedachte in die Sommerfrische zu reifen und hatte sich zu seinen Reiseeffecten auch einen sog. „Selbstretter bei FeuerSgefahr" beigelegt, ein Instrument, das am Fensterkreuz oder sonstwo befestigt wird und an dem man sich bei eintretender Gefahr langsam auS der Höhe herablassen kann. Herr Post stellte eine Probe mit dem Apparate an. Der Mechanismus klappte nicht, Herr Post stürzte aus ansehnlicher Höhe herab und zerschmetterte sich das rechte Bein in so complicirter Weise, daß er möglicherweise zum Krüppel wird. Die Fabrik dürste noch keinen theuereren Apparat verkauft haben. (Frkf. Ztg.)- • Ludwigshafen, 14. Juki. Ein Eifersuchtsdrama spielte sich heute Nachmittag hier ab. Nach einer heftigen Auseinandersetzung feuerte der Fabrikheizer MagnuS Betz auS Brückenau auf seine Geliebte zwei Revolverschüsse ab, wodurch dieselbe schwer verwundet wurde. Danach töbtete er sich durch einen Schuß in den Mund. Sta 15. 3 tytitn) titt ?el Darmfia . 0 lf* t&tt "j Dr'1 Ä* 1 MA"/ öcrfM* «AS SA Zs L. tit '-ctionält t jpiBtlW- btt Mi Gll A< 1. WgelieheneiZ a. Obligation Echuldschei b. WerihpW c. IinConto-l Mehr. 2. Merlausgeide S. Menvorrath i Äusstände . Argeb vr. AHechlü LP« SÄ*** . Mg unb tyu Äff •>.^1 Großen-l Weigand, Berg tfon Bai Angebote Maurerarbc liefennu Zirmnerarbei Dachdeckerarl Spenglerarbe Lieferung vo Walzbalke Lieferung voi L WeWk dm Neubau Donnerstag de Zmittags V. 0'Hommen. Bis' jwtgen, Bedingt» oMeibuugm, • ^WvsimyM Mit der ’ verzeichneten o Butzbach den 1 (1) Die beste Säuglings-Nahrung Drof. Gärtners a I _«,.eiDTFj67^CC ist zll haben Eis. 4514 bestens ausgeführt. '"NNGk gestellt. [5579 Passiva. v4L i9\ 1. 3937 Bergstraße 17. 5966] A für räthig bei 6000 6138 Neuenbäuen 21. Weserstraße 8. 5870 Näheres LSwengaffe S. Ieittwerkskörpr ■ in großer Auswahl —m stets vorräthig bet 5026 bei 6061 I Wilh. 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Während die hohe nördliche Depression langsam ostwärts vorrückt und ihr Centrum, welches an Tiefe bedeutend verloren hat, heute vor dem finnischen Meerbusen aufweist, ist in ganz Central- Europa das Barometer gestiegen, sodaß heute der größte Theil des Continents von hohem Druck bedeckt ist. Derselbe weist zwei Kerne auf, von welchen der eine über dem Canal, der zweite über der bayrischen Hochebene liegt. Der Luftdruck innerhalb des Maxtmal- gebietS ist jedoch allenthalben nur gering. Gleichzeitig ist indessen westlich der britischen Inseln das Barometer wieder beträchtlich gestiegen, während im Nordwesten Irlands bereits eine neue Depression zu erkennen ist. In ganz Central-Europa herrscht unter dem Einfluß ■■■ hell und dunkel verkauft in Flaschen 11. Aufgenommene | Capitalien . . 3447 Markt 1. Ein Wort an Alle, die Deutsch, Französisch, Englisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Holländisch, Dänisch, Schwedisch, Polnisch, Russisch oder Böhmisch wirklich sprechen lernen wollen. 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Mts., Vormittags 12 Uhr, entgegengenommen. Bis dahin liegen Zeichnungen, Bedingungen und Arbeitsbeschreibungen, welch letztere zum Eelbstkoftenpreis abgegeben werden, zur Einsicht der Bietlustigen bei dem Unterzeichneten offen. Butzbach den 14. Juli 1895. I. A.: 6137 Bolz, Großh. Straßenmeister. r Mörder, 2. 3. 4. Vergebung von Ä* K Dchreinerarbeit. - brr Tod Ott Die zur Herstellung des Freiherrlich ion Dörnbergischen Schlosses in Hausen bei Oberaula zu 7274 Mk. Weigand, Director. Luh, Rechner. Ohly, Controleur. Conditorei Kinkel, Neuenbäuen 1, empfiehlt täglich verschiedene Sorten Kuchen, bestes Thee -und Kaffeegebäck, Torten, Creme und Rahmfachen, sowie mehrere Sorten Bekanntmachung. Am 15. Juli wird bei der Posthülfstelle in Eberstadt (Kreis Gießen) eine Telegraphenanstalt mit Fernsprechbetrieb eröffnet. Darmstadt, 11. Juli 1895. Der Kaiserliche Ober-Postdirector. C l a v e l. Montag, Mittwoch und Samstag frischer Zmebelkuchkn Summa: 8 (4) 4 (3) 3 1 (1) Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben en, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Holzwolle z. Verpack, liefert billigst 5432 Carl Rudolph in Wetzlar. Bilanz der AcliengeseUschast Spar- und Vorschuß-Verein ?u Großen-Linden am 31. Dezember 1894. Verkehr, Lsrrd- rrnd Vottswirthschaft^ — Teutonia in Leipzig. Inder Lebensversicherungs- Sbtheilung gingen im Monat Juni 1895 ein 394 Anträge über 1159800 Mt. Versicherungssumme und 1702 Mk. Jahresrente während 336 Anträge über 1020300 Mk. Versicherungssumme und 776 Mk. Jahresrente Annahme fanden. Der Dersicherungsbestand hob sich bis Ende Juni 1895 auf 59903 Versicherungsscheine über 142333142 Mk. Versicherungssumme und 145814 Mk. Jahresrente. Durch Tod der Versicherten wurden im Juni 195282 Mk. fällig. Trotzdem die Teutonia eine Actiengesellschaft ist, gewährt sie ihrm mit Dividende-Anspruch Versicherten auch die Vortheile einer Gegen- selligkeitsgesellschaft. Die Gewinnquellen, welche die Bank neben und außer dem Geschäft der dividendeberechtigten Versicherungen besitzt (Zinsen auS dem eingezahlten Actiencapital und dem Capital- Reservefonds, Gewinn auS Renten-, Aussteuer-, Unfallversicherung u. s. w.), decken schon für sich allein reichlich den Gewinnantheil, den die Actionäre erhalten, sodaß durch denselben die Dividende der Versicherten in keiner Weise geschmälert wird. — In der Unfall- versicherungs-Abtheilung wurden im Juni 107 Schadenfälle an- gemeldtt. Zeder Raucher versuche die Special-Marken Nr. 23 j Mmro- ä 6 Pfg. Nr. 31 j Cigarren ä 7 Pfg. Vorzügliche Sumatra-, Felix-, Brasil-, Vorstenland- und Havanna- Adler-Drogerie Otto Schaaf, Seltersweg. 6139 521,186.59' G roßen-Linden, den 15. Juli 1895. Der Vorstand: a. Obligationen und | Capitalien . . . Schuldscheine . 409,245.30 2. Stamm-Guthaben . Backsteine Mdbrsnd la. Qualität. Jedes Quantum billigst. Nahe und gute Abfahrt. Auch können dieselben an die Baustelle geliefert werden. 5585 Andr. Euler. i« *• y* 1," N «*S 845 J*. ?nri|e" *4 L X Ate t M.z19 deren ■ &?**■ bti d-» »7 ‘Wuit 'W»6= md 'l“« »albt!, i Mniettn J b‘m ®«6«ebt |iä Mto, dii 8; wthitn demnach j, :t[täBbnife zu find« 1894: 18011 ^schästSamheil fit M Dvdenall r iBenannte 1 $ Vereinen untt kiuen unter 30 ptz unter 40 pCt., z ^utikafien Umsatz i 141,694,370 $ 64 000 m jm m 13 040 Mk. k ’oS ganze Vettied: l> der Reservefi: 1 pCt., baß freu! 1 fremdem Lasjit :• Der Rringwic 7k. in 1893.-K auch die Frage de Landtag beschlchtic ig des genosseuM 'ntoalt Schenck Ber!i t bie Allem o&x .cht Leben tinfe err LaudtagSabgn zugleich ein bessL nschaftSbank Pack, sscnschasten wiinsb e GeoofsenschaM nkbrige. Die Ti! Resolution solgent: fischen Vorschuß- ur ;ur Errichtung eine ng des genossen mzuerkenneu. Sii । einer gemeinM' ein Bedürfnib M x stets fo viel übet :de begründete CM Außerdem stehen gn \t Geuossenschaftßban! j ausreichendem Maz! lufneten des außer äedigt werden kann, mge« »«bt8B wM- ->°" jtetaihii« »ffl ,( — Eine von Hew iammluns M ANNONCEN für den Deutsch. Arbeitsmarkt befördert die Agentur Giessen A. (üretscher, Neustadt 55. 4657 Vermietungen. Sehr freund!. Familienlogis (3 Zimmer mit Zubehör) im ersten Stock, Schulstr. Nr. 7, auf sofort zu vermiethen Näheres in der Exped. d. Bl-________ 6145] Ludwigstratze 26, vis-ä-vis der Aula, mittlerer Stock, 6 Zimmer, Bleichplatz, Garten, per 1. Octbr. zu vermiethen- 4817] Wohnung, 5 Zimmer mit allem Zubehör, sehr schön gelegen, neben Steins Garten, zu vermiethen Ehr. Pfeiffer, Gärtner, Schiffenberger Weg 16._______ 4940] In meinem Hause, Neustadt 56, ist die Mansarde, 4 Zimmer, Küche und Zubehör, per 1. October zu vermiethen. 3. Happel. 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Gedeck Mk. 1.50. 3Vs Uhr. Gemeinschaftlicher Spaziergang auf den Kalsmunt. Die Damen der Mitglieder werden gebeten, an der Versammlung thbilzunehmen; um möglichst zahlreichen Besuch bittet. unter dem Heutigen eröffnet wurde. Der Betrieb ist in den vollständig new hergerichteten Wirthschafts-Loealitäteu mit allen Anforderung« der Neuzeit vorgesehen und werden außer einem vorzüglichen Glas Export» Bier, Wein, Ligrreureu u. s. w., Speisen, sowie Kaffee, Thee, Milch und täglich frische Waffeln verabreicht. Gießen, den 14. Juli 1895. flr Kraverti Z. K. Hüllst: 6056 Karl Loth. 6121] Ein treues, braves Mädchen __gesucht. Seliersweg 14, ™RnXauihauBä ! s’132) empfi«U f^TSsSrn Bordeaux naus u. außer dem Hause. Näh Kirchenplatz D). mit eigemr^Cognacbrennerei auf deutschem 6144] Jüngere Mädchen suchen als- Gebiete sucht einen j bald Stellung bei Kindern. Pferdeknecht zu sofortigem Eintritt sucht 6084 Chr. Wallenfels. öirbnkgt von 6g. Zchepelers geröüktem Kaffee. Eberh. 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