4159 ts in tfen 6ei •** Ulb Robert Haas «••Intel L?L7 _ Neuenweg 7, . TriMps.- R bchMlt, "** tonhomöbd, M MÜ Tchatz- MiZ Knbt AMMi m MMTH. Brück. __^Wt 18, ienschirme nd En-tont-cas lutzwahl und zu sch billiaa Mit 3133 iöevkorn, Tchulsir. 9. mbenfdiitmt in allen m> :n zu 2,h0 Mk. chöne Auswahl in firmen Mn biHubwi ^Men M. ho'^Wenzel, Bahnhofstraße 33. 000000000000000 ^Jalousien HW-Mm ur neueste Constmction ikpreisen ist Bloedner, SMtzveg. Jl OOOgOOOODOOOTOÖ iaifon enipM' . Kegel MBB allen Stätten, iltwU'W’ rdutenM" •’1' 6twri‘* atttl*6' ,be in •* ui, «art 1»*ÜUwäS SÄ-- I, ^Lkbach' Nr. 115 Freitag deu 17. Mai 189» Gießener Anzeiger Kenerat-Wnzeiger Iiedactio», (iipcbitie* und Drucker«: -ch»rstrahe Ar.7. Fernsprecher 51. vierteljähriger Aöo«re«e»t»preiOr 2 Mark 90 Pfg. «it Lringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Psg. Der Lietzener Anzeiger erscheint täglich, «nl Ausnahme deS MontagS. Die Gießmer AckmillenSlätter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal deigelegt. Amts- und Anzeigeblcstt für den Tireis Gieren» Hratisbeikage: Gießener Aamilienbkätter. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag« für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Dorm. 10 Uhr. Alle Annoncen»Bureaux des In» und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. 2lmtlid?er Theil. Gießen, den 15. Mai 1895. Betr.: Die Einfriedigung von Steinbrüchen und sonstigen Gruben. Oe8 Krotzherzogliche Kreisamt Gietzev au die Großh. Bürgermeistereien des Kreises. Zahlreiche, seitens der Grohh. Gendarmerie eingelaufene Anzeigen haben ergeben, daß in vielen Gemarkungen des Kreises Steinbrüche, Gruben und dergleichen an Straßen und sonstigen Gefahr drohenden Stellen sich befinden, die nicht der Vorschrift des Art. 284 des Polizeistrafgesetzbuches entsprechend eingefriedigt sind, sei es, daß die Einfriedigungen überhaupt fehlen, oder daß dieselben so unvollständig oder mangelhaft sind, daß sie ihren Zweck nicht erfüllen können. Unter Bezugnahme auf unser Ausschreiben vom 19. December 1885 (Gießener Anzeiger Nr. 301) beauftragen wir deshalb Diejenigen von Ihnen, in deren Gemarkungen sich Steinbrüche und Gruben gedachter Art befinden, alsbald in ortsüblicher Wsife bekannt zu machen, daß die betreffenden Besitzer spätestens bis zum 1. k. Mts. eine ordnungsmäßige Einfriedigung, soweit solche zur Zeit ermangeln sollte, herzustellen haben. Wir bemerken hierbei, daß nach Art. 284 des Polizeistrafgesetzbuches die Einfriedigung eine geschloffene sein muß, von mindestens einem Meter Höhe, und daß dieselbe soviel Festigkeit besitzen muß, daß sie dem vollen Druck eines menschlichen Körpers Widerstand zu leisten vermag. Wir werden demnächst der Großh. Gendarmerie des Kreises Weisung ertheilen, den Befolg gegenwärtiger Verfügung seitens der einzelnen Besitzer der Brüche und Gruben zu überwachen, und empfehlen Ihnen, auch selbst durch den Feldschützen oder in sonst geeigneter Weise die erforderliche Gontrole auszuüben. v. Gagern. Hausen, am 15. Mai 1895. Betr.: Pfarrconferenz. Das Großh. evangelische Dekanat Gießen an die evangelischen Pfarrämter des Dekanats. Die auf den 20. ds. Mts. angesetzte Pfarrconferenz ist auf Mittwoch den 19. Juni verschoben worden. Näheres demnächst durch den Dekanatsboten. Wahl. Deutscher Reichstag. 93. Sitzung. Mittwoch, den 15. Mai 1895. Auf der Tagesordnung steht zunächst der von dem Abgeordneten Rickert beantragte Gesetzentwurf betr. Abänderung des Reichs« tagswahlgefetzeS. Abg. Rickert (frs. Vg.): Der Antrag ist im Vorjahre von diesem .Hause bereits angenommen worden. Sie wissen, daß diese Angelegenheit den Reichstag schon seit 6 Jahren beschäftigt. Die gegenwärtige Fassung beruht aus einem Kompromiß. Sie alle wtssm, daß nichts widerwärtiger ist, als die fortgesetzte Wahlbeetn- flusiung, wie sie bet den Wahlprüfungen constatirt worden ist. Nehmen Sie diesen Antrag an, — L>ie legen damit zugleich Protest ein gegen gewisse geradezu hochverrätherische Bettrebungen, welche in der Presse und sogar in Parlamenten laut geworden sind gegen unser bestehendes Wahlrecht. Gegen diese Bestrebungen bedeutet dieser Antrag, wenn Sie ihn annehmen, einen Protest, indem er unser Reichswahlrecht nicht nur unangetastet lasten, sondern es noch dazu mit größeren Garantien umgeben will. Abg. Bassermann (nl): Auch wir wünschen Erhaltrzpg des bestehenden Wahlrechts, und von diesem Gesichtspunkte aus find wir bereit, die besternde Hand an etwa vorhandene Mängel desselben zu legen. Nach Geltendmachung einiger Bedenken gegen geringe Einzelheiten des beantragten Entwurfs schließt Redner: nachdem der Reichstag seit Jahren zu einer Sicherung des Wahlgeheimnisses Anregung gegeben hat, hoffe ich, daß dir verbündeten Regierungen nunmehr der Sache fich annehmen werden. Abg. Lieber (Ctr.): Nachdem wir früher die Anregung in dieser Angelegenheit gegeben und im Vorjahre dem gleichen Anträge zugestimmt haben, versteht es sich von selbst, daß wir dies auch heute thun; auch wir werden fo ost wtederkommen, bis diese Forderung erreicht ist. Redner bedauert sodann den Widerstand, auf den die weitere Forderung nach Tagegeldern für die Abgeordneten stoße. Wie nothwendtg die Tagegelder seien, zeige sich ja auch an der so oft so schwachen Besetzung des Hauses. Auch er lege ferner Verwahrung ein gegen die, auch parlamentarisch heroorgetretenen Bestrebungen nach Beseitigung des allgemeinen Wahlrechts. Abg. v. Buchka (conf.) erklärt kurz, ihm sei von Bestrebungen in seiner Partei auf Abschaffung des allgemeinen gleichen Wahlrechts nichts bekannt (Gelächter links): seine Partei lehne den vorliegenden Antrag ab. __ Abg. Singer (Soc.): Wenn Herr von Buchka von solchen Bestrebungen, die in der Presse sogar in einer geradezu niederträchtigen Weise laut geworden sind, nichts weiß, so möge er doch Herrn Grafen Mirbach danach fragen. (Beifall.) Was den vorliegenden Antrag und die Dtätenfrage anlangt, so kann ich nur sagen: wenn der Reichstag s.-rne oertastungsmäßtge Macht gebrauchen will, dann wird der Bundesralh, der mit souveräner Verachtung auf den Reichstag und seine Beschlüsse blickt, eS nicht wagen, über die Beschlüsse des Reichstags so ohne Weiteres Hinwegzugeben. Wir würden denn auch erzwingen können, wenn wir beispielsweise den Etat ablehnten, auch die Diäten zu bewilligen. Siaatssecretär v. Bötticher: lieber den vorjährigen Beschluß des HauseS, der sich mit dem gegenwärtigen Anträge deckt, hat der BundeSrath noch keinen Beschluß gefaßt. Ich kann mich daher hierüber nicht weiter äußern. Nur dem muß ich entgegentreten, als blicke der BundeSrath, wie bet Vorredner behauptete, mit souveräner Verachtung auf den Reichstag. BundeSrath und Reichstag sind gleichberechtigte Factoren, und jeder darf für sich Freiheit seiner Entschließungen beanfpruchen. Wenn dann Herr Singer noch mit Ablehnung des Etats droht, so glauben Sie doch nicht, daß Sie dem Bundesrathe einen Gefallen mit dem Etat thun und ihm mit der Verweigerung deS Etats Kummer bereiten! Der BundeSrath legt Gesetze und Etats vor, nicht in seinem Interesse, sondern in dem des Reichs. Und wenn der Reichstag auS Empfindlichke.t oder Uebelwollen den Etat ablehnt — habeat aibi! Abg. v. Czarlinski erklärt sich Namens der Polen für den Antrag Rickert und fügt hinzu, die Polen hielten fest an dem allgemeinen gleichen Wahlrecht. Abg. Förster (Antif.) spricht sich ebenfalls für Aufrechterhaltung des bestehenden Wahlrechts und für möglichste Sichcrung des WahlgebetmntsfeS aus, aber die in dem Antiage Rickert vorgeschlagenen Jsolirzellen erschienen ihm überflüssig. Avg. Rickert (frs. Vg): Ucber die Einzelheiten zur Sicherung des WahlgehetmnisieS liefet fich ja mit Herrn Förster reden. Aber wenn der Herr Staatssecretär für den BundeSrath Freiheit der Entschlicfeung fordert, so kann ich nur erwtedern: fassen Sie doch endlich wenigstens einen Entschluß! Herr Buchka weiß nichts von Bestrebungen gegen daS allgemeine gleiche Wahlrecht. Im Herrenhaufe hat Graf Mirbach gefegt: die Regierungen möchten einen neuen Reichstag auf anderer Grundlage ins Leben treten lasten und zwar — unverzüglich. Und dann hat Herr Graf Mirbach an Alexander und fein Schwert erinnert. Watz (oll das Alles heißen, wenn eS nicht einen Bruch der Verfassung bibiuten soll?! Abg. Graf Limburg - Stirum (cons.) bestreitet, daß die Worte des Grafen Mirbach so auszulegen seien. Auch sei es gerade die Linke, welche in dieser Frage des Wahlgeheimnisses und der Diätenfrage auf einen Cooflict lotzsteuere. (Lachen links.) Die Linke möge sich aber hüten davor, denn bei dem Constict handle es sich um eine Machtfrage. Abg. o- Buchka stellt ebenfalls nochmals in Abrede, daß von den Conservatioen beabsichtigt werde, das Wahlrecht anzutasten. Abg. Lieber (Ctr.): Die Aeußernngen desAbg. Singer haben jedenfalls den Vortheii gehabt, daß sie die Herren Graf Limburg und Buchka zu ihrer im Namen der ganzen conseroaliven Partei abgegebenen Erklärung: daß die conservatioe Partei das allge- metne, direkte, gleiche, geheime Wahlrecht nicht anzutasten beabsichtige, veranlaßt Haven. Herrn Graf Limburg kann ich darin nicht bei- ftimmen, daß die Diätenfrage in irgend einem Zusammenhänge mit dem Wahlrecht steht. Andererseits werden Sie von uns auch nicht erwarten können, daß wir uns, um unsere Forderungen durchzusetzen, auf die Seite der Steuerverweigerer und Etatsoerweigerer stellen, wie Herr Singer dies wünscht. Das haben Sie von un8 bisher noch nicht erlebt, und das werden Sie auch künftig von uns nicht erleben. Abg. Liebermann v. Sonnenberg (Antif.) stimmt in letzterem Punkte dem Vorredner zu und fpricht sich dann für den Antrag Rickert aus. Ader nicht wegen der Wahlbeeinflussungen durch Beamte — erfolgreiche Beeinflussungen dieser Art seien ihm noch nicht vorgekommen (Gelächter links), sondern vielmehr, um den Wahlceeinflussungen seitens der Pa teten links ein Ende zu machen, der Wahlbreinflussung durch freisinnige jüdische Arbeitgeber zu Gunsten fre fin iger Kandidaten. Redner empfiehlt dann noch Einführung der Wahlpflicht. Abg. Brndewald (Antis.) sucht die Behauptung, daß dieCon- servativen keine Entartung des bestehenden Wahlrechts beabfichtigen, durch den Hinweis auf ein confervalioes Wahlflugblatt zu beweisen, daß die Worte enthielte: die Stimmen müssen nicht nur gezählt, sondern gewogen werden. Abg. Singer (Soc.): Mit der Wahlpflicht seien feine Freunde einverstanden. Aber freilich gehöre dazu auch lu Wahlpflicht der Frauen! Glaube man wirklich, daß bei Einführung der Wahlpflicht die socialdemokratische Fraction aus diesem Hause verschwinden würde, so solle man doch je eher je lieber mit der Wahlpflicht den Versuch machen. Abg. Traeger (frs Vp.): Ich muß doch meine Verwunderung über die Kühnheit ausdrückm, mit der G af Limburg den Spich umzudrehen versucht hat. ES Ist Ihm jedenfalls nicht gelungen, die Deutung abzuschwächen, welche Rickert der Aeußervng deS Grafen Mirbach im Herrenhause gegeben hat. Was soll denn wohl das Durchhauen des gordischen Knetens in diesem Zusammenhänge bedeuten, noch dazu unverzüglich, wenn nicht einen Dersastungsbruch. Abg. Bebel (<5ccj wendet sich gegen die Liebermann'schen Ausführungen und widerspricht namentlich dessen Behauptung von dem Wahlterroritzmus der Socialdemokratie. Trotz den heutigen Erklärungen der Confer vativen würden dieselben den Tag mit Freuden begrüßen, wo die Regierung gegen das allgemeine gleiche Wahlrecht vorgebe. Nach kurzer Erwiederung v. Liebermanns, der fich u. A. gegen das Frauenstimmrecht äußert, schließt die Debatte. Persönlich bestreitet Gras Limburg, daß aus seiner Aeußerung im Abgeordneten« Hause über die Vorzüge des Landtagswahlrechts vor dem ReichStagS- wahlrecht der von Bebel gezogene Schluß berechtigt fei. In der zweiten Lesung wird zunächst der erste Paragraph des beantragten Gesetzentwurfs angenommen, gegen die Stimmen der Confervatlven und der Reichspartei, nachdem zuvor der Präsident Schmidt das Verlangen detz Abg. v Kardorff, noch in der Abstimmung daS Wort zur Geschäftsordnung zu nehmen (um die Beschlußfähigkeit des Hauses anzuzweifeln), auf Grund der Geschäftsordnung zurückgewiesen hatte. Abg. v. Kardorff: Ich beantrage jetzt Vertagung und zweifle die Beschlußfähigkeit des HauseS an. (Heiterkeit.) Präsident Schmidt: Der Antrag auf Vertagung bedarf bet Unterstützung. Da nur wenige Confervattve und Relchsparteiler anwesend sind und sich erheben, fährt der Präsident fort: Der Antrag ist nicht genügend unterstützt. (Große Heiterkeit.) Abg. Hammacher: Ein Antrag auf Vertagung bedarf doch wohl keiner U iterstützung. Präsident Schmidt: Ich bitte den Herrn Schriftführer, d« S 53 der Geschäftsordnung zu verlesen. Dietz geschieht: Nach S 53 bedarf der Vertagungsantrag btr Unterstützung (Heiterkeit). lieber den nächsten Paragraphen entsteht keine Debatte. Bor der Abstimmung übe< denselben bezweifelt Abg. o. Kardorff die Beschlufefähigleit deS HauseS. Es erfolgt Zählung. Dieselbe er- giebt die Anwesenheit von nur 161 Mitgliedern, das HauS ist also beschlußunsähig. Morgen: Dritte Berathung der Vorlage, M litär - Relictenocr- forgung vom Feldwebel abwärts, sowie der JnvalidensondS-Novellr. Ferner Nachtragselats und Zucker steuer-Nothgesetz. Neueste Nuchr^chteu. WolffS telegraphisches Korrespondenz-Bureau. Berlin, 15. Mai. Die Branntweinsteuer-Eo«- Mission nahm Artikel 1 und 2 der Branntweinsteuer- Novelle in zweiter Lesung in allen wesentlichen Punkten nach den Beschlüffen der ersten Lesung an. Staatssecretär v. PosadowSky thetlte mit, daß der BundeSrath übet den Schluß der Session noch keine Entschließung gefaßt habe. Jedenfalls soll nach dem Wunsche der verbündeten Regierungen die Branntweinsteuer-Novelle noch in der gegenwärtigen Tagung verabschiedet werden. Halle, 15. Mai. Die erste BortragS-Bersammlung der socialwissenschastlichen studentischen Bereinig» ung im neuen Semester wurde polizeilich ausgelöst, als nicht vorschrtftsmäßig ongemeldet. Die Polizeibehörde betrachtet die Vereinigung als einen politischen Verein. Graz, 15. Mai. In Killt erfolgte gestern um 3 Uhr 8 Minuten Morgens ein leichter Erdstoß mit unterirdischem Rollen in der Dauer von 5 Secunden. Wettere Sröße wurden um 4 Uhr, 5 und 6 Uhr 45 Minuten früh, ebenso um 1 Uhr 38 Minuten Mittag- wahrgenommen. Depeschen des Bureau »Herold*. Berlin, 15. Mai. Die gestrige Abendgesellschaft bei dem Finanzminister Dr. Miquel war sehr zahlreich besucht. Außer Mitgliedern deS Reichstages und deS Landtages waren der Reichskanzler Fürst Hohenlohe, die meisten Mitglieder deS StaatsminifteriumS, Graf Herbert Bismarck und Oberbürgermeister Zelle anwesend. Berlin, 15. Mai. Die ReichstagScommission für den Antrag Kanitz nahm heute folgenden Antrag des Abgeordneten Dr. Pichler an: „Die verbündeten Regierungen zu ersuchen, den in Aussicht genommenen statistischen Zusammenstellungen auch Nachweise beizufügen a) wieviel Getreide und Mehl seit etwa 10 Jahren in Deutschland ein- gesührt wurde, b) über welche Strecken, c) wieviel aui Deutschland auSgesührt wurde." Der Regierungsvertreter erklärte, daß die zuständige Stelle ohne Zweifel dem Anträge Dr. Pichlers ensprechen werde. Berlin, 15. Mai. Die „Nordd. Allg. Ztg." hört, daß sich daS Plenum des BundeSrathS noch in dieser Woche mit dem Gesetzentwürfe betr. den unlauteren Wettbewerb beschäftigen wird. Die Berathung des Börsenreformgesetzes werde sich jedoch kaum in dieser Woche ermöglichen kaffen. Berlin, 15. Mai. Die „Nordd. Allg. Ztg." bestätigt, daß der Schluß der Reichstagssession bis Mitte nächster Woche erfolgen kann, da man hoffe, bis dahin die wichtigsten Arbeiten erledigt zu haben. Berlin, 15. Mai. Die Sachverständigen für die Er- richtung einer Ausgleichstelle der landwirthfchaft- lichen Creditverbände werden der „Nat.-Ztg." zufolge morgen hier zusammentreten. Es sind dazu etwa 24 Herren aus allen Theilen deS Landes eingeladen. Berlin, 15. Mai. Der in Weimar gewählte ReichStagS- abgeordnete Reichmuth ist der Reichspartei beigetreten. Berlin, 15. Mat. In der ReichStagS-Commisfion für die Novelle zum Branntweinsteuergefetz theilte heute Staats- fecrctär PosadowSky mit, daß der BundeSrath über den Schluß der ReichStagSsesfion noch keine Entschließung gefaßt habe. In jedem Falle soll aber nach dem Wunsche der ver- bündeten Regierungen die Branntweinsteuernovelle noch in dieser Session verabschiedet werden. Elbing, 15 Mai. Der Kaiser tritt die Reise nach Ostpreußen zur Jagd direct aus Schleften an und trifft in Elbing bereits am 17. Mai ein. Wie verlautet, nimmt er in Thorn einen kurzen Aufenthalt zur Besichtigung der Schießstände des neuen Artillerie-Schießplatzes. t VreSlau. 15. Mai. Der Senat der Universität ) har einstimmig beschlossen, dem Kultusminister zu erklären, bah das gegen die studentischen Unterzeichner der beschlagnahmten Petition gegen die Umsturzvorlage vom Minister geforderte DtSciplmarverfahren deshalb nicht eingeleitet werden könne, weil die Studenten im Einverftändniß mit den Uni« verfilätßbehörden gehandelt haben. Leipzig, 15. Mai. Heute Nachmittag fand vor dem Schwurgericht die Verhandlung gegen Otto Werner und Schmidt statt, welche am 12. Februar den Geldbriefträger Breitfeld hier zu berauben versuchten. Beide Angeklagten wurden zu je 12 Jahren Zuchthaus verurtheilt. Wien, 15. Mai. Prinz Albrecht von Preunen ist heute früh mit der Militär-Deputation hier eingetroffen und wurde vom Kaiser Franz Joseph am Bahnhofe empfangen. Mittag» fand beim Kaiser feierliche Audienz statt, in welcher derselbe den preußischen Feldmarschallstab entgegen« nahm. Abends findet ein Besuch der Hofoper statt. Morgen früh wird auf dem Schmelzer Exercterplatz eine Parade abgehalten. Lemberg. 15. Mai. Aus allen Theilen Galiziens werden infolge der großen Trockenheit große Brände gemeldet. Lemberg, 15. Mai. Die Agitation der Arbeitslosen gegen die fremden Arbeiter dauert fort. Neuerdings fanden au mehreren Punkten der Stadt Unruhen statt, sodaß die Polizei mit blanker Waffe einschreiten mußte. Mehrere Verwundungen und Verhaftungen kamen vor. Paris, 15. Mai. Der aus Rom zurllckgekehrte Abgeordnete Lemyre ist von einem Redacteur der „Libre Parole" interviewt worden. Er theilte mit, der Papst habe bittere Thränen geweint, als ihm das Votum bekannt geworden sei, wodurch die französische Regierung eine neue Steuer gegen die SongregationSgüter eingeführt habe, er habe im Begriff gestanden, den Nuntius Ferrata aus Paris zurückzuberufen, doch sei er wieder von diesem Vorhaben abgegangen wegen des großen Schadens, welchen die Mission dadurch erleiden würde. CocaUs und provinzielles, Gießen, den 16. Mai 1895. *♦ Ernennungen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädtgst geruht, den Lehrer an dem Gymnasium zu Büdingen Rudolf Glaser zum Lehrer an dem Gymnasium zu Bensheim, den Lehrer an der Realschule zu Michelstadt Ludwig Falkenhagen zum Lehrer an dem Realgymnasium zu Darmstadt, den Apotheker Georg Kraußer >u Büdingen zum Mitglied der Abtheilung des Ministeriums deS Innern und der Justiz für öffentliche Gesundheitspflege mit dem Amtstitel Obermedicinalrath, den Kreisveterinärarzt des KreisveterinäramtS Schotten August Zi n ßer zu Schotten zum KretSveterinärarzt des Kreisveterinäramts Alsfeld und den practifchen Veterinärarzt Josef Oehl in Seligenstadt zum KretSveterinärarzt des KreisveterinäramtS Schotten zu ernennen. ** Zum Nachfolger des Herrn Kreisarzt Medicinalrath Dr. FolleniuS wurde der Kreisarzt des KreiSgesundheitSamtS Heppenheim Dr. Julius Haberkoru ernannt. Pr. Neues Theater. Mit der gestrigen Vorstellung von FlotowS reizender Oper „Martha" fand das Gastspiel des Pollak'schen Opern-EnsembleS einen schönen, würdigen Abschluß. Die Aufführung verlief, wie gleich hier hervor- gehoben sei, sehr glücklich, und ließ daS Können sämmtlicher daran Betheiligten noch einmal im günstigsten Lichte erscheinen. Der Umstand, daß Herr Duff-Gießen als Gast die Parthie deS Lyonel übernommen hatte, hatte der Vorstellung einen außerordentlich starken Besuch gesichert, so daß der Zuschauerraum nahezu ausverkauft war. Herr Buff hat die Erwartungen, die an sein gestriges Auftreten geknüpft waren, in schönster Weise erfüllt. Sein klangschöner Tenor ist namentlich in der Höhe von herrlicher Wirkung, und wenn die Stimme in der Mittellage und in der Tiefe auch etwas an Kraft verliert, so wird dieser Mangel durch den Vorzug einer deutlichen Textaussprache und durch einen wunderbaren seelenvollen Vortrag wieder ausgeglichen. Wir haben Herrn Buff bisher nur als Concertsänger kennen gelernt, glauben aber getrost sagen zu können, daß die Parthie deS Lyonel zu seinen besten gehört. Die Aufnahme seiner gestrigen Darbietung seitens deS Publikums war dem entsprechend eine äußerst enthusiastische, namentlich erweckte daS Lied: „Ach wie so fromm" einen wahren Beifallssturm, so daß er sich genölhigt sah, eS zu wiederholen. Die übrigen Mitwirkenden sanden sich mit ihren Parthieen in fast durchweg befriedigender Weise ab. Fräulein von Linken ging im Anfang mit ihren Stimmmitteln offenbar etwa» sparsamer um, doch zeigte sich im weiteren Verlauf der Vorstellung, namentlich in den großen Ensemble-Schlußstellen der beiden letzten Acte, daß ihr Organ besonders in der Höhe recht au-giebig ist. Fräulein Krüger als Nancy und Herr Island als Plumkett leisteten in Gesang und Spiel recht Gutes, während Herr Rieck den Lord Tristan in der gewohnten vorzüglichen Weise darstellte. Die kleineren Rollen waren genügend besetzt, der Thor hielt sich tm Allgemeinen wacker, und daS Orchester spielte unter der hinreißenden Leitung d:S Herrn Eapell- meister Wolfheim vor allen Dingen exact und sicher, sodaß nicht nur die solistischen Leistungen, sondern auch die Ensrmbleftellen, von denen wir nochmals die Schlußscenen der beiden letzten Acte erwähnen, voll und ganz zur Geltung kamen und reichlichen, wohl verdienten Beifall ernteten. — Wenn wir jetzt noch einen Rückblick auf den verfloffenen EycluS werfen, so können wir nicht ander- sagen, als daß derselbe beim hiesigen Publikum fast nur günstige Eindrücke hinterlassen hak, und eS ist anzunehmen, daß ein jeder Theaterbesucher, der die Vorstellungen dieses Opern-EnsembleS gehört hat, namentlich wenn er nicht mit allzu großen Ansprüchen aus decorative Ausstattung in den hiesigen Musentempel eingetreten ist, dieselben in guter Erinnerung behalten wird. ES tst zu bedauern, daß Herr Direktor Pollak sich jetzt nicht länger in Gießen aufhält, aber wir geben unS der Hoffnung hin, daß er nicht zum letzten Male in unseren Mauern geweilt hat, sondern daß er später wiederkehren wird, um uns ähnliche Genüffe zu bieten. Deutsch Oe-erreichifcher Alpenverein. Auf dem von der Gießener Section des deutsch österreichischen AlpenvereinS mit sorgfältigem Bedacht auf reichhaltige Abwechselung für den heurigen Sommer aufgestellten Tourenprogramm war für Sonntag den 12. Mai ein Ausflug in den nördlichen Theil des Taunus gewählt, da die sonnig wonnige Frühlingszeit zu reger Betbeiligung an der liebltch köstlichen Maienfahn ihren sanft schmeichlerischen Weckruf und Mahnruf an die DereiuSmttglieder richtet, um nach der Werkeltage gleichmäßig einförmigen Schritte an der läuternden und verjüngenden Kraft der GebirgSoatur sich zu frisch.fröhlichem Schaffen erneut zu stählen. Wie man erwartet, traf e- zu, denn in der stattlichen Schaar von 18 Mitgliedern konnte man in aller Herrgottsfrühe bei denkbar prächtigstem Wetter in den köstlichen Sonntagsmorgen mit behaglichster und beschaulichster Stimmung getrost hiueiofahren, um zunächst Butzbach, das Ziel der kurzen Eisenbahnfahrt, zu erreichen und von dort auS unsere TaunuS-Berg- und Thalfahrt anzutreten. Auf der zum nahen Walde sanft aufsteigenden TaunuSstraße war man bald in zwanglosen Gruppen vertheilt. Unter der reichen Schattenspende deS im Walde zu natürlicher Gothik sich wölbenden Blätterdaches führt uns der von dem HauSberg- verein sorgfältig markirte Pfad bald über den althistorischen Boden deS Limes, der mit seinen daS bergige Waldland durchquerenden Erdschichten uns in Germaniens graue Vorzeit zurückversetzte, in jene Zeiten, in welche wie in den tiefen WaldeSschatten das hellere Licht der Forschung im neckischen Spiel nur einige Lichtblicke durch die Geschichtsblätter hindurchschillern läßt. Jetzt bietet unS kein römischer Legionär hier auf diesem weit nach Norden vorgeschobenen Posten Halt, sondern friedlich können wir unsere Straße weiterziehen und die uuS zeitweilig begegnenden Dorfburschen mit ihrem freundlichen Sonntagsgruß und den frischen Maiblumensträußen versetzen unS in die srischlebende Gegenwart, zumal auS nicht weiter Ferne einer Dorfglocke Helles Morgengeläute an unser lauschendes Ohr dringt und zu frommer Sammlung am Tage des Herrn hier in seinem erhabenen WaldeSdome, als seiner schönsten und erhabensten Offenbarung, förmlich einladet, in dem tiefen WaldeSfrieden doppelt wirkungsvoll! DaS nahe Haufen ist eS, da» unS seinen SonntagSmorgengruß herübersendet und, bald erreicht, unS mit seinen in üppigster Baumblüthe prangenden Obstgärten bei den in allernächster Nähe auf allen Seiten umrahmenden Waldstrecken ein reizendes Dorfidyll in herrlichstem FrühlingS- schmucke uns darbietet, zugleich aber in seinem Namen daran erinnert, daß wir die Spitze deS gleichbezeichneten Berges bald erreichen. Schon auf dieser kurzen Wanderung bis zu unserem nächsten Ziele konnte ein weiter Blick nach Norden über die in allen Nüancirungen vom hellsten dis zum voll- saftigen Dunkelgrün gekleideten Berge und Thäler im prächtigen Vorgenuffe schwelgen und dann auf die Höhe, dem HauSberge selbst, welch prächtiges Waldpanorama entzückendster Art über deS BerglandeS Tiefen und Höhen, an die sich ein zarter Schleier mit feinen ob der holden Frühlingspracht freudig hingezogenen, von der Sonne mild durchschimmerten silbergrauen Fäden zu keuschem Schmucke für die jungfräulichen Reize der erwachenden Natur sanft anschmiegte. Erste Rast, erster Imbiß, erste photographische Ausnahme der VereinSschaar in malerischer Gruppirung mit dem AuSfichtS- thurme und dem Triangulationsbau tm Hintergründe, wo eine militärische VermessungScommission deS günstigen Wetters halber auch heute am Sonntagsmorgen ihrer friedlichen Arbeit oblag. Aber „weiter, werter", mahnen die Wegkundigen, mit der richtigen Voraussicht, daß wir die verschiedenen Stationen der heutigen TageStour nur bei kurzem Verbleib erreichen können. So geht es denn wieder hinein in des Waldes kühles Schattendach, aber jetzt in bequemem Abstiege in das liebliche Thal der Issel, die uns in munteren Sprüngen eine längere Wegstrecke lang, zunächst an dem günstig gelegenen, zu einer zweiten photographischen Aufnahme als natürlicher Staffage einladenden Unterstand-- Häuschen deS HauSbergoerelnS vorüber, dann längs saftiger, zu kurzer Kneipp'scher Kur wie geschaffenen Wiesengründen und zuletzt an mehreren die Landschaft Prächtig fchmückenden Weihern vorüber unS treues Geleit gibt und dann ihr dankbar angenommenes Comitat abtritt, da wir ja bis zum nahen Münster zumal mit den MarkirungSstrichen des HauSberg- Vereins unS unschwer zurechtfinden. (Schluß folgt.) •* Für Lbstzuchter. Mit der allgemeinen Ausstellung landwirthfchaftlicher Producte HeffenS in Gießen vom 19. September dsS. IS. ab wird auch eine große Obst- auSstellung, welche Obst aus ganz Hessen umfassen soll, verbunden werden. Die Einrichtung derselben wird vom Oberhesfischen Obstbauverein durchgeführt. Wir machen deß- halb jetzt schon die Mitglieder deS Obstbauvereins darauf aufmerksam, daß eS einen Wettbewerb mit dem rheinischen Obste geben wird, und fordern dieselben auf, der Eultur und Pflege ihrer Bäume und Früchte in diesem Jahre eine ganz besondere Aufmerksamkeit angedeihen zu lassen. -o- Blofeld, 15. Mai. Obgleich der harte, lang- andauernde Winter ungünstig auf den Wild st and eingewirkt hat, sind die Jagdverhältnisse hier und in der Umgegend immer noch recht günstig. In erster Linie bezieht sich dies auf den Rehstand, denn der hiesige Jagd- pächter erlegte aus dem Anstande beim Blatten ober Buschiren bereits acht Rehböcke. Zwei davon wurden binnen einer Stunde von einem Frankfurter Jagdgaste erlegt, welcher Über da» seltene WaidmannSheil ein großes Vergnügen hatte. In zweiter Linie ist zu bemerken, daß auch an Hasen und Hühnern kein Mangel ist. Letztere werden, da die Kleefelder schon sehr hoch stehen, ihre Gelege in die Kleeäcker machen, waS man nicht gerne hat, weil daS Brüten durch daS Kleeabmachen häufig gestört wird. In den Getreidefeldern sind die Gelege sicherer. Die Schnepfen, jene köstlichen Langschnäbel, scheinen sich ganz auS unserer Gegend verzogen zu haben, denn eS ist nicht bekannt geworden, daß Jemand eine erlegte. In früheren Jahren wurden häufig Schnepfen bei unS erbeutet. F. gelbfrüden. 15. Mai. Ihre Meldung über die Holzpreise in der Cberforfterei Grebenhain, daß die Preise bedeutend angezogen hätten, trifft für unsere Gegend nicht zu, indem bei der 6. u. 7. kürzlich abgehaltenen H,iz. Versteigerung kaum die Tarifpreise oder nur wenig darüber erzielt wurden. Die Tanspreise sind aber bei uni niedrig. H. An« dem Horloffthale. 15. Mai. Der Fischreich, thum scheint sich in unserem Flüßchen zu erhöhen. Die Pächter haben in letzter Zeit nicht bloß einige Parthieen Weißfische, sondern auch stattliche Hechte an! Land gebracht. Wiederholt wurde bemerkt, daß die Fische eifrig Jagd aus die Maikäfer wachten, wenn letztere von den an den Ufern befindlichen Bäumen durch den Wind ober burch Menschenhände herabgeschüttelt wurden. Worms, 14. Mai. Der heute hier zusammengetretenr Fleischertag ist von etwa 120 Thellnehmern besucht. Die hiesigen Metzger haben vielfach zu Ehren ihrer Gäste geflaggt. Dermifcbtc». Wetzlar, 15. Mai. Plötzlich gestorben. Mit dem früh Morgens von Aßlar abgehenden Arbeiterzuge fuhr heute auch ein Mann von Altenstädten Namen! Berg. Häuser. Kaum baß sich ber Zug In Bewegung gesetzt hatte, sank Berghäuser tobt nieber, — ein Schlaganfall hatte seinem Leben em Ende bereitet. Der so rasch Verstorbene, besten Mutter sich in demselben Eoup6 befand, hinterläßt eine Wittwe mit drei Kindern. Hamburg. 14. Mai. Die Gastwirthin Paasch wurde von einem unbekannten, entflohenen Thäler heute vormittag mittelst Beile- im Bett erschlagen. * Für Ausbildung der Kinder kleiner Landvirthe hat der landwirthschafiliche Creditverein in Dresden der Meh- nertstiftung 160,000 Mk. überwiesen. * Die Durchschnittspreise der wichtigsten Lebensmittel waren im Monat April säst sämmtlich erheblich hoher, alS im Vormonat. ES kosteten 1000 Kilogramm Weizen 137 Mk. (gegen 130 Mark), Roggen 120 (113) Mk., Gerste 120 (116) Mk., Hafer 118 (113) Mk., Kocherbsen 201 (200) Mk., Speisebohnen 275 (262) Mk., Linsen 380 (377) Mk., Eß- Kartoffeln 57,3 (55,8) Mk., Richtstrob 38,3 (36,7) Mk., Heu 53,6 (51,6) Mk. Der Preis für Rindfleisch im Großhandel war von 1091 auf 1077 gefallen. DaS Kilogramm Butter kostete 2,11 (gegen 2,07) Mk., da! Schock Eier 2,97) gegen 3,52) Mark. * Eine Fälschung eigener Art ist vor neunzehn Jahre» in Nordhausen begangen worben. Man berichtet darüber: Am 2. Mai b. I. hätte die Nordhäuser Schützencompagnie da- Jubiläum ihre! 200jährigen Bestehen- feiern können, wenn e! nicht schon im Jahre 1876 mit allem Pomp festlich begangen worden wäre und zwar aus Grund einer Fälschung der StistungSurkunde, die von einem inzwischen verstorbenen Vorstand-rnitgliebe begangen worden fein soll. Wie erst später entdeckt wurde, ist nämlich da- Datum „2. Mat 1695" durch Radirung in „2. Mai 1676* verwandelt worden. Aufruf! In der Osternacht hat ein furchtbares Erdbeben unsere blühende Landeshauptstadt Laibach und in weitem Umkreise ihre Umgebung heimgesucht. Schon ber erste, nahe ber Mitternacht erfolgte Srbstoß war von so entsetzlicher Gewalt, daß alle Häuser in ihren Orunbfeften wankten und Menschenleben zum Opfer fielen - die weiteren zahllosen Stöße vollendeten da! Werk ber Zerstörung. Nach Millionen zahlt ber Schaber, an ben in Schutt sinkenden Gebäuden, da- noch drohende wirthschaftliche Elend ist unabsehbar. Obdachlos sind Tausende, sie lagern in Zelten unb Baracken, darunter Kinder im zartesten Alter unb Schwer» kranke. Die Bevölkerung steht dieser unheimlichsten aller Natur- gemalten ohnmächtig gegenüber. Im Vertrauen auf Gott wird sie sich aufraffen, die gebrochene Kraft wieder finden, doch muß ihr auch die Hilfe der Mitmenschen in reichem Maße werden, wenn el ihr gelingen soll, die zerstörten Kirchen und Schulen aufzubauen, sich neue Heimstätten zu gründen und dadurch die Bedingungen ihrer wirthschaftlichen Wieder- aufrichtung zu sichern. Seine Majestät unser gnädiger und gütiger Kaiser hat, wie so oft, so diesmal die erste reiche Gabe geipenbet. Wir aber — noch immer auf bebender Erde stehend — erfüllt nur von dem einen Gedanken, unserer unglücklichen Bevölkerung Beistand und Rettung zu bringen, richten in dieser schweren und kummervollen Zeit einen Appell an die weite Welt de- Mitleides unb der Nächstenliebe unb bitten um Hilfe! Beiträge werben unter ber Adresse „Hilsscomitv für Laibach unb Umgebung" in Laibach, beffen Eentral- Sammel- stelle ba! Bankhaus L. E. Luck mann zu besorgen die Güte hat, erbeten. Laibach, im April 1895. Das HilfScomik^ für Haibach uud Umgebung: Victor Baroa Heio k. k. LandeSprasident Ehrenpräsident. Ott» Detela Peter Graßeli Landeshauptmann in Krain Bürgermeister von Laibach. I. Stellvertreter. H Stellvertreter. Dr. Josef Nacic k. k. Hofrath Obmann. — Neuheit! — täten, Diamant und ganz^ächt versteigert werden: 4212] Kemmer, Pfandmeister. 3530 nlligst besorgt. empfiehlt 3035 4227 In 2954 Auswahl [1720 empfiehlt 2406 Lutz. 4441 Rud. 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Dabei find die Temperaturen etwas gesunken. Der Kern de» hohen Druckes liegt beute im Westen von Irland. sollen vergeben werden. Bedingungen und Zeichnungen find auf dem Bureau des unterzeichneten Abthetlungsingenteurs einzusehen, schriftliche Angebote franco, .verschlossen und mit bezüglicher Aufschrift versehen daselbst bi» zum 24. d. M1S., Nachmittags 8 Uhr, etnzureichen. Zuschlagsfrist 8 Tage. Kreuzburg bet Ruppertsburg, den 15. Mai 1895. Der Abtheilungsingenieur: Zweirad, garantirt sehr wenig gefahren, Um- ständehalber billig zu verkaufen. Zu erf. in der Exped. d. Bl. 4363 Regulakeure, Schreibsecretär, zwti schwarz, empfiehlt billigst vollst. Betten, Kleiderschränke, Sopha, -2 4438s Angebote auf Manrerarbellen für ein drittes Beamtenwohngebäude, Werkstättenbau, Magazinbau, HoU- und Kohlenschuppen rc. ic. — in drei Loosen, getrennt oder auch zusammen zu vergeben —, werden bis Mittwoch den 29. L MtS., Bormittags 10 Uhr, entgeaengenommen. 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Ansang H Uhr Vier iw WlaS. Ter Vorstand. Freunde de« Verein» können durch Em» Heute Nacht entschlief sanft nach langem schweren Leiden unser innigst- gfliebter Gatte, Vater, Sohn, Bruder, Schwiegersohn und Schwager Die Beerdigung findet statt: Freitag, den 17. Mai, Nachmittags 6 Uhr, vorn Sterbehause, Südanlage 17. 444e von Nachmittags l1/, Uhr ab, läßt die Firma Zoh PH. Srust tziuckel in Liquidation ihre Weinoorräthe [4288 ca. 40 Ttück tn ganzen, Kalben und viertel Stückfässern, Weiß- und Rothweine, ca. 7000 Flaschen feine alte Rhein und Mosel-Weine, meistens aus den besten Lagen stammend, sowie seine alte Tüdwcine, Cognac und Rum in ihrem Keller — Haarbach Rr. 16 zu Wetzlar — meistbietend versteigern. Proben können bi» dahin täglich in dem Keller genommen oder gegen Nachnahme der eigenen Kosten in ganzen Flaschen bezogen werden. 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