isches *rt K 88h. r "c«e, •»de**. ;’onae^uk iei ‘'^■C.Kr»l,t m Engramm, 591 -°er Bier 15 Pfg, WtitL - Abends SVi Uh, ibctlÖ r Bäte Leib, in. us am Brand bleibt litt Woche Der Ausschuß. is'Verein. nehmlichleiten vorzubmgu r wieberfylt barauf auf- der Tages- ober Marti : Eisbahn za fatafa EU U. \. TO. MÜ)M HM IUO1 «ny*, bi lenvachm und bitten m i hierrach einzurichten. Der Vorstand. der Beittagrquillung^ MMM »0(6 den 2».Jaoim ebe«,5eiM«6of‘*" .Cursus m TonnetM • ft- : e. . 6.- babeii. ,. jHW* Cursus. Herder, W* . find. LchmA S) 1021 Ki 111 $ S apass. Arnold, Vrauerel^^- ib. Sieottnb- Obl. er«8 °bL hl900 1^ Aflfl KkFNk b-1^ bUr0er£nP i D ^L%r-unf'i OSi> Ad-Mlir ilgtejs K--»"""1837 b**5 ..-* Mr. 14 Der Hießener ^ttjeiger erscheint täglich, mit Ausnahme des MontagS. Die Gießener I»«mitie»vrslter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Erstes Blatt. Donnerstag den 17. Januar §895 Siebener Anzeig er Kenerat-Anzeiger. Vierteljähriger x, Avonnementspreisr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringcrlohn. f Durch die Post bezöge« 2 Mark 50 Pfg. Ardaetion, Expedition ’ und Druckerei: Schulstraße Ar.7. Fernsprecher 51. Amts- rind Anzeigeblatt für den ‘Kreis Gieren. | Hralisö-ikage: Hl-ß-ner KamilimSMtkr, Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehme« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Deutscher Reichstag. 15. Sitzung. Dienstag, den 15. Januar 1895. Auf der Tagesordnung steht die Besprechung der Interpellation Heyl v. Herrnsheim, betr. Handwerker-und Gewerbe- Kammern. Abg. Hitze (Centrum.): Wir selbst wollten diese Interpellation einbringen und waren durch das Vorgehen des Herrn Interpellanten freudig überrascht. Möge diese junge L'ebe der Nationalltberalen zu dem Handwerk von Dauer sein. (H^iterk.it.) Den Regierungen kann ich den Vorwurf der Zauderpoltiik in dieser Frage nickt ersparen. Die Vorschläge des Ministers von Berlrpsch bekundeten guten Willen, und es ist auch manches Gute in ihnen enthalten. Erwäbnenswerth sind sie namentlich bezüglich des Lehrltngewesens. Herrn v. Bötticher bin ich dankbar dafür, daß er wenigstens die Handwerkerkammern etnsübren will. Wir nehmen jede Adschlags- zadlung an. Es ist die höchste Zett, daß die Handwerker eine ofi- ztelle Vertretung erhalten. Aber ich setze dabei voraus, daß die Kammern obligatorisch sein sollen und daß sie die Innungen nicht verdrängen, sondern ergänzen sollen. Dte Jnnung-n müssen erhalten bleiben. Dabei gebe ich gern zu, daß ine Stimmung für die Innungen innerhalb Deutschlands sehr verschieden ist. Unser Gesetzentwurf wollte mit Recht, daß überall da die Innung obligatorisch sei, wo die Mehrheit der Handwerker eines Bezirks dies wünscht. Auch den Befähigungsnachweis müssen wir wünschen. Die Bert, ptch'- schen Vorschläge enthielten u. A. dte Gesellenprüfung. Datz war wenigstens ein Anfang. Leider war derselbe aber wieder durch die Bestimmung durchbrochen, daß Jeder, der 3 Jahre lang ein Handwerk betrieben hat, auch ohne G sellenprüsung es weiter betreiben darf. Fürnicht zweckmäßig halte ich an den Brrlepsch'schen Vorschlägen die Ge> ossenichasten. Um Gottes Willen keine neuen Oroanisaito- tren! Wir haben davon schon mehr als genug. (Beifall im C ntrum.) Abg. Richter: Das Schicksal des Handwerkes ist nicht abhängig von irgend einer Gesetzgebung. Wenn nur das Streben der Handwerker ein gesundes ist, w werden sie sich auch ohne neue Gesetzgebung selber helfen. Ich will nicht, daß das allgemeine Interesse durch dte Sonderinteressen einzelner Stände und Berufe überwuchert werde und ich will keinen Zwang. Sie tagen, wenn Sie dte Kammern obligatorisch machen, so würden dteselben mehr wirken wegen der größeren Zahl der Mitglieder. Aber diese große Zahl haben Sie doch nur auf dem Papier! Die meisten Handwerker werden sich den obligaiortscken Einrichtungen künftig ebenso fern, ebenso thrtl- pahmlos enthalten wie bisher. Herr von Bötticher berief sich auf die Analogie der Landwtrlhschastskammern; dte Landwlrthe wollen in den meisten Provinzen gar nichts von diesen Kammern wissen. Dte Handelskammern, auf die man sich ebenfalls beruft, sind nicht obligatorisch. ES hat mir noch Niemand zu sogen v rmockt, wo das Handwerk anfängt und der Gioßvetrteb authört. Dte Abgrenzung nach der Arbeiter zahl ist rein rneckantich. Die Handwe, kcrlammern würden auch gegenüber den Handelskammern immer die geringere Autoiiiät besitzen. So lange man überhaupt amtliche Kammern hat, soll man einfach jeden Gewerbesteuerzohler für Mitglied der Handelskammer erklären. Es genügt für dte gesammte Industrie, Handel und Handwerk, eine Kammer auf der Grundlage des allgemeinen gleichen Wahlrechts. Redner wendet sich dann gegen dte Forderung des B-rähtgungsnachwetses. Wrtß denn nur der etwas, der eine amtliche Piüfungsbescheintgung aufwetsen kann? Hat man jemals in der Landwirlbickaft daran gedacht, für das Reckt, Lehrlinge auszubtlden eine Piüfuna zu verlangen? Herr v. Bötticher hat nur autzden Berlepsch'schen Plänen dte Kammern herausgegriffen, von dm Genossenschaften ober gar nicht gesprochen. Dreie sinn ja aber doch der Unterbau für dte Berlepsch'schen Kammern. Eine Gehilfenvertretung scheint der Herr v. Bötticher nicht haben zu wollen. Wenn Sie aber dte Arbeitgeber organisieren, dann müssen Sie es auch mit den Gehilfen thun, selbst auf die Gefahr hin, daß Sie die Sozialdemokraten dabet mit in den Kaut nehmen muffen. Nun wollen Sie gar noch den Innungen eine Spezialoertretung geben in be* Kammern. Damit schaffen Sie doch in den Kammern dte schlimmsten Gegensätze. Enolrch wollen Sie von den Gutachten der Handwerker-Kammern abhängig machen, ob und was Sie noch weiter thun wollen. Das ist doch etwas zu viel verlangt, daß man den neu gebildeten Kammern so eine besondere Weisheit zutraut. Ich erkenne in dem Zurückgehen von den Berlepsch'schen Plänen auf diese neuesten Vorschläge nur einen Act der Verlegenheit. Die Regierung ist eben in dieser Frage mit ihrer Weisheit zu Ende, wo, aus ich ihr allerdings keinen Vorwurf mache. Alles Schablonisiren auf diesem Gebiete kann eben nichts Helsen, sondern nur die Selbsthilfe. Je eher dieser ganze Plunder der Zünitlerei aufhört, desto besser für daS Handwerk. Minister v. Berlepsch: Der Herr Vorredner hat lediglich den rein mechanischen Standpunkt vertreten, allerdings klar und deutlich. Er will nur, daß „nichts Falsches geschehe". Er nennt alle Kammern, gewerbliche, Handels-, landwirthschaftltche Kammern falsch. Er meint, das Handwerk, die Landwirthsckast, Handel, bleiben gesund, wenn man sie nur sich selber helfen lasse. Dabet irrt er aber tnso- fern, als die Handelskammern in der Thal obligatorisch sind, denn wo eine solche Kammer bestehe, müssen ihr alle Jntereff-nten des Mittelen. Die Kammern sind alsdann leistungsfähiger. Die Handwerker - Organisationen waren bisher nicht leistunüsfühig i zenug, weil nicht alle Handwerker dazu steuerten. Das soll nun uwerS werden. Die Handelskammern haben sich als durchaus nützliche Organe erwiesen, wenn sie auch bet den Handelsverträgen »rcht so in den Vordergrund getreten sind. Die früheren Vorschläge lind von Herrn o. Bötticher und mir gemeinsam aufgestellt gewesen, «m als Grundlage zu dienen für Berichte von Behörden, die meiner; eit« eingefordert worden waren. Und wenn auch diese Vorschläge nicht durchweg Zustimmung fanden, so aing doch eins aus den Berichten hervor, daß unzweifelhaft eine Organisation des Handwerks tberhaupt nothwendig ist. Und — abgesehen natürlich von dem vtandpunkte des Abg. Richter — hat sich auch die öffentliche Kritik tahin ausgesprochen, daß cs einer Zwangsorganisation bedarf, durch Kammern allein wird dem Bedürfniß allerdings nicht genügt, »li Unterlage für eine Organisation müssen noch örtliche Organt- 'ationen hinzukommen. Es wird deshalb in dieser Session ein Gesetzentwurf über dte Errichtung der Kammern vorgelegt werden, । während die Frage des Unterbaus noch einer Reihe von Erwägungen I unterliegt. Die Dauer der von uns noch anaimelbeten Erhebungen * wird sich etwa noch auf 6Monate erstrecken. Hoffent.lchwtrdJhnen schon in nächster Session ein Entwurf zugehen können, der diese Frage der wetteren Organisation des Handwerks regelt. D>e heuttgen gewerblichen Fragen gipfeln nicht mehr, wie früher, darin, wie am besten, am btllignen, am ichnellst-n erzeugt wird, sondern heute handelt es sich bet den gewerblichen Fragen um dte Existenz deS Mittelstandes. (Beifall) Abg. Jacobskötter (cons.): Hoffentlich werden die Ver- sprechur gen Wahrheit, die heule der M>n>ster v. Berlepsch gemacht hat. Aber ohne obligatorische Innungen wtid weder eine Organisation, noch eine wrihsch-filtche Förderung des Handwerks mögl'ch fein. Ein Vergleich des Handwnks mit der Land- wirihschaft ist nicht angebracht; das Handwerk ist geschichtlich auf den Innungen ousgebaut (Sehr rickiigl). Ohne Zwang geht es dabei nicht, wie es heute schon bei keinem Menschen ohne Zwang geht; er muß mit 6 Jahren in die Schule gehen, muß Soldat werden, vom St^uerzahlen will ich garnicht reden. (Hetteikeil). Auch ohne B fäh'gungsnachweis geht es so wenig im Handwerk, wie auch im öffentlichen Leben. Abschlagszahlungen, die uns die Regierung bietet, nehmen wir an, aber w'r geben von unseren Forderungen Nichts auf. Der Handwerkerstand ist der Haupltiäger des Mittelstandes, dessen Erhaltung unsere heiligste Pflicht sein muß. (Lebhafter Beifall rechts und im Centrum). Abg. Bock - Gotha (Soc.): Wir haben die größte Sympathie für die rothleidenden Handwerker, nur täuschen wir sie nicht, sondern sagen ihnen off n, daß die Schuld an ihrem No'hstande in der capitaiistffchen Production liegt. Die Gewerbefreiheit wurde dw ch den Großbetrieb nothwendig und läßt sich nicht mehr beseitigen. Der Befähigungsnachweis kann dem Handwerker gar nichts »ützen, so lange Sie die Concurrenz der Maschine nicht beseitigen können. Mit solchen Maichtnen liefert im Jahre ein Fabrikant 800 000 Paare Schuhe und Stiefel lür einen Arbeitslohn von 60 bis 70 Pfa.» während der Handarbeiter biete Waare nicht unter 1,80 bis 2 Mk. fertigen kann; dabei kauft der Fabrikant sein Maierial um die Hälfte billiger als der kleine Handwerker. In Oesterreich haben sich Innungen und Befähigungsnachweis gar nickt bewährt; trotz aller dieser Einrichtungen geht auch dort das Handwerk zurück. Die Lehrlingtzausbeutung würde in den Zwangs Innungen noch größer sein als heute; denn gerade die Innung-meister halten ihre Lchr- linge vom Besuche der Fachschulen ab und lassen bP Lehrlinge ost 17 Stunden täglich arbeitest. In 5 Jahren haben Sie trotz aller Agitation keinen Zünftler mehr hier. (Bravo! links). Staatsstcretär o Bötticher: Wenn es so schlimm um das Handwerk bestellt wäre, wie der Vorredner schildert, bann wäre die Zeit dieser Berathung unnöthtg verschwendet. Wenn das Uebelwollen der Meister so groß wäre, wie er sagt, dann wäre es sehr dringend nötbig, daß der S aat zum Schutze der Lehrlinge einschritt. Wenn in Oesterreich die Innungen sich nicht bewähren, so wollen wir die Fehler, die dort gemacht find, vermeiden. (Sehr richtig). Wenn die Herren links nicht mstlhun wollen, so ist das ihre Sacke; aber in der Hcffnung, den Handwerker iü< sich zu gewinnen, dürften Sie sich doch irren. (Sehr richtig! rechts). Abg. Cegielski (Pole): Wir wünschen, daß die Regierung mit der Einführung des Befähigungsnachweises nicht länger zögere. Damit ist die Besprechung der Interpellation erledigt. Morgen: Jesuitenanlrag. Anträge bdr. Genossenschaften und Consum-Vereine. Deutsches Reich. Berlin, 15. Januar. Der preußische Landtag ist heute Mittag 12 Uhr im Berliner Restdenzschlosse vom Kaiser mittels Thronrede feierlich eröffnet worden. Dieselbe bedauert bet Ankündigung des Etats, daß derselbe trotz der vorsichtigen und sparsamen Bemessung der Ausgaben und Vermehrung der Einnahmen wiederum einen Fehlbetrag auf- weise, derselbe sei tndeffen die Folge der zu Ungunsten der Einzelstaaten völlig veränderten Finanzlage des Reiches. Die Thronrede weist jedoch auf die eingeleitete Reform der Retchsfinanzcn hin uud erhofft von ihr eine günstige Rückwirkung aus die Finanzlage der Einzelstaaten und somit auch dte Wiederherstellung des Gleichgewichts im Staatshaushalt Preußens. Im Ferneren kündigt die Thronrede den Gesetzentwurf über die Stempelsteuer an, der die nunmehr abgeschloffene Reform der directen Steuern auch auf die indirecten Landessteuern ausdehnen soll, sowie Ges tzentwürfe, betr. dte Neuordnung des gerichtlichen Kostenwesens, und betr. die einheitliche Regelung der Gebühren sür Notare für die gesammte Monarchie. Wetter signalisirt dte Thronrede mehrere Vorlagen, die sich aus die Durchführung der tm vergangenen Jahre von den Synoden Preußens beschloffenen Kirchengesetze beziehen, mit besonderer Berücksichtigung der Fürsorge für die Hinterbliebenen der evangelischen Geistlichen in den neuen Landestheilen, dann wieder einen Gesetzentwurf über die Erweiterung des Staatsbahnnetzes und umfangreiche, mit der bevorstehenden Neuorganisation der preußischen Eisenbahn- Verwaltung zusammenhängende Reformen des Kassen- und Rechnungswesens. Endlich verheißt dte Rede noch Maßnahmen zum Schutze der preußischen Nordsee-Inseln und Nordsee Küste gegen verheerende Sturmfluthen, gtebt dem Bedauern über die schwierige Lage der Landwirthschaft Ausdruck, deren Beseitigung dte dringendste Aufgabe der Regierung des Kaisers sein werde, und kündigt zuletzt noch eine Vorlage an, betr. das Anerbenrecht bei Renten- und Ansiedelungsgütern. Die Thronrede schließt mit einem warmen Appell an alle Wohlgesinnten, sich gegenüber den wachsenden Angriffen auf die Staatsordnung zur einmüthigen Abwehr zusammen- zuschaaren. — Der endlich erfolgte Besuch deS Reichskanzlers Fürsten Hohenlohe beim Fürsten Bismarck tu Friedrichsruh hat in allen patriotischen Kreisen unseres Volkes tiefe Genugthuung hervorgerufen. Bekundet doch die stattgesundene Begegnung zwischen dem jetzigen leitenden StaatSmanne des Reiches und dem Altreichskanzler, daß die große staatsmännische Einsicht und Erfahrung des Fürsten Bismarck nunmehr in der Behandlung der Reichsangelegenheit wieder zu Ehren kommen, daß dem gegenwärtigen verantwortlichen Leiter der Reichspolitik der erprobte Rath deS Begründers deS Reiches zur Seite stehen werde. Gerade in den jetzigen bewegten politischen Zeitläuften Deutschlands können die Männer des „neuesten Carses" die Winke und Rathschläge deS „treuen Ekkehard" von Friedrichsruh wohL gebrauchen, hoffentlich beweist das Regime Hohenlohe in deren Ausführung auch eine geschickte Hand. Es wird versichert, Fürst Hohenlohe habe dem Fürsten Bismarck die Einladung zu einem Besuche am Berliner Hofe zum Geburtstage de» Kaisers überbracht, sowie dem Fürsten den Besuch des Kaiser» für den 1. April angekündigt. Ausland. — In Frankreich ist soeben das Ministerium Dupuy ganz unvermuthet zu Falle gekommen. Eben hatte die Kammer in der Montagesitzung bei der Debatte über die Südbahn-Affaire eine auch von der Regierung acceptirte Resolution angenommen, welche die Einsetzung einer Unter* suchungscomunssion ausspricht, als die Fortsetzung der Debatte der Regierung eine unvermuthete Niederlage brachte. Denn mit 263 gegen 246 Stimmen lehnte die Kammer die Priorität für eine von Trelat eingebrachte und vom Ministerpräsidenten Dupuy ausdrücklich gutgeheißene Tagesordnung ab, was also ein Mißtrauensvotum gegen die Regierung bedeutete. Sofort verließen sämmtliche Cabinetsmitglieder die S'tzung und begaben sich zum Präsidenten Casimir Perier, dem sie ihre Demission überreichten. Die Kammer nahm dagegen zuletzt eine Tagesordnung Krantz an, welche die Nothwendigkeit ber Wahrung der Rechte des Staates betont, worauf sich das Haus bis zum nächsten Samstag infolge des Rücktritts de» Cabmets vertagte. Der „Frkf. Ztg." gingen im Laufe des gestrigen Tages folgende Nachrichten zu: Paris, 15. Januar. Casimir-Perier nahm die Demission des CabinetS an. — In den Couloirs spricht man von der Berufung eines Cabinets Bourgeois, bestehend auS fortschrittlichen Elementen des Centrums und Radicalen. — Da Bourgeois von Paris abwesend ist, fand Abends keine Conferenz statt. Für das Ministerium Bourgeois nennt man Doumer: Finanzen, Cavaignac: Krieg, Barthou: Unterricht. — In den Kammercouloirs wird das Cabinet Bourgeois allgemein für nothwendig erachtet. Hanotavx, Faure, Lehgues, vielleicht auch Barthou dürften ihre Portefeuille» behalten. Mercier dürfte zurücktreten. Man findet eS erstaunlich, daß der Kammerpräsident Brisson bisher nicht nach dem Elysee berufen worden. Daraus sowie auS der langen Unterredung mit Challemel-Lacour will man schließen, Casimir- Perier erwäge, ob nicht ein Widerstandöministerium mit Waldeck Rousseau berufen werden sollte. Einzelne sprechen sogar, offenbar ohne Begründung, von der Absicht der Kammerauflösung. — Heule Nachmittag conferirte Casimir- Perier mit dem Präsidenten des Senats, Herrn Challemel- Lacour. In den Couloirs wird viel besprochen, daß die Conferenz volle fünfviertel Stunden gedauert hat. Challemel- Lacour begab sich hierauf zu Brisson. Wir erhielten beute folgende Privatdepeschen: WB. Paris, 16. Januar. Eine Note der „Ageme- Havas" meldet die Demission Casimir-Periers. H. Paris, 16. Januar. Präsident Casimir Perier hat gestern demifsionirt. WB. Paris, 16. Januar. Die Note der „Agence HavaS", die Demission Casimir-Periers anzeigend, refumtrte die hauptsächlichsten Ideen, welche der Präsident in einer Parlamentsbotschaft zu entwickeln beabsichtigt. Der Präsident faßte den Entschluß, auf sein Amt zu verzichten. Die gestrige Kammersitzung und die Abstimmung feien in seinen Augen nur ein secundärer Zwischenfall, der Kampf sei ausgebrochen gegen das parlamentarische Regime und die staatsbürgerlichen Freiheiten, er hatte gehofft, daß die Präsidentschaft, entblöft aller Actionsmittel, gesichert wäre vor den Parteien, daß das politische Vertrauen aller Republikaner ihm Kraft und Autorität gäbe, er hatte ferner gehofft, daß die, die ihn wider seinen Willen auf den Posten gestellt, wo er sich selbst nicht vertherdigen kann, die Bertheidiguvg deS ersten StaatSamteS annehmen würden- er habe die Minister gebeten, provisorisch ihre Demission zurückzunehmen, um eine Uc6ertroflunfl der Gewalten zu sichern. Dupuy ließ die Entsch ießaogen PerierS den Senat-- und den Kammerpräsidenten reiften, welche dringlich daS Parlament einberufen werden. WB. Pari-, 16. Januar. Die Demission Casimir Peri-''« wurde auf den Boulevards gegen 11 Uhr bekannt. DaS Publikum eilte zu den Nachrichten BureauS der Zeitungen, um tue anfänglich bezweifelte Nachricht festzustellen. Die Nachricht machte den tiefsten Eindruck. Bezüglich deS neuen Candidaten herrscht bisher die verbreitetste Annahme, daß Perier mit großer Mehrheit reiedergereählt wird. Für den Fall, daß er ablehnt, werden Dupuy, Waldeck- Rousseau, Challemel und Spuller genantn. Die Kammern sind heute einberufen, der Congreß wahrscheinlich auf Donnerstag. D. Paris, 16. Januar. Die Demission Casimir PerierS rüst hier große Aufregung hervor. Die Amtsniederlegung erfolgte anläßlich unüberwindlicher Schwierigkeiten, welche durch die Neubildung deS Cabinets entstanden und wegen persönlicher Angriffe, denen Perier seitens der Umsturzpartei auSgesetzt worden. Der Zusammentritt des National Con- grefteS zur Neuwahl eines Präsidenten erfolgt in Versailles. Die Socialisten halten die Wahl Brissons für wahrscheinlich, die Gemäßigten befürworten die Wiederwahl PerierS. Utucfte Nachrichten. Wolff- telegraphische* Korrespondenz-Bureau. Berlin, 15. Januar. Die „Post" theilt auf Grund sorgfältigster Informationen mit: Betreffend die im vorjährigen Etat als „künftig wegfallend" bezeichnete Com- Mandantenstelle in Altona erklärte Graf Waldersee, man könne unter keinen Umständen auf einen besonderen Commandanten in Altona verzichten; demselben sei auch die Garnison in Hamburg unterstellt. Altona sei im Mobil- machungSfalle für besonders große Truppenzusammenziehungen vorgesehen- bet der Uebertragung der Commandanturgeschäfte au einen dort garnisontrenden Commaodanten würde im MobtlmachungSfalle alsbald der Fall eintreten, daß bet dem Abrücken des betreffenden Commandanten bei der zahlreichen seemännischen Bevölkerung die so wichtigen Functionen eines Commandanten überhaupt in Wegfall kämen. Berlin, 15. Januar. Der „Berliner Correspondenz" zufolge erklärten nach Mittheilung des ReichSeisenbahnamtS an daS preußische ArbeitSministerium sämmtliche Bundesregierungen sich bereit, auf den Eisenbahnen ihres Staats- geblets die Sonntagsruhe im Güterverkehr nach den Grundsätzen vom 8. Mai 1894 spätestens bis zum 1. Mai 1895 durchzusühren. Berlin, 15. Januar. Contreadmiral Aschenborn hat den erbetenen Abschied erhalten. Altona, 15. Januar. Heute Nachmittag um 5 Uhr brach im Mittelgebäude deS Militärlazarcths Feuer auS, das sich rasch auf die oberen Räumlichkeiten auSbreitete. Die Kranken sind ungefährdet geblieben. Die Altonaer Feuerwehr griff energisch ein und wurde von der auS Ham- bürg requirirten Feuerwehr unterstützt. Graf Waldersee war persönlich auf die Brandstätte geeilt. Die EntftehungSursache ist unbekannt. Bern, 15. Januar. Die Gotthard Hahn ist infolge eines Lawinensturzes auf der Strecke Faido-Lovorgo unterbrochen. Der Bahntelegraph ist nicht unterbrochen. D>e Nachtschnrllzüge 44 und 42 aus Italien mußten in Bellinzona und Biasca zurückbleiben. In Airolo liegt der Schnee meterhoch. Die Gotthardbahn arbeitet an der Räumung mit allen Kräften. Rom, 15. Januar. Infolge' einer leichten Erkältung hütete der Papst gestern und heute daS Zimmer und verschob die Ertheilung von Audienzen. Zu einer Besorgntß ist nicht der geringste Anlaß vorhanden. Rom, 15. Januar. Die „Agencia Stesant" meldet auS Massaua vom heutigen Tage: General Baratieri kam am 12. Januar Abends, ohne vom Feinde bemerkt zu werden, in Coatit an und griff am 13. dS. in frühester Morgenstunde den Feind, der 10,000 mit Flinten und viele mit Seitengewehren ausgerüstete Soldaten zählte, unvermuthet an. Ras Mangaschs mußte daS Schlachtfeld verlaffen und ging zurück, indem er die Berge von Gonde als Stützpunkt nahm. Sodann versuchte er einen Frontangriff, den Baratieri jedoch zurückwies. RaS Mangascha hatte beträchtliche Ver- lüfte. Die Abeffhnier versuchten nunmehr eine Umgehung der Jtalitner, letztere kamen ihnen jedoch zuvor. Einen Gesammtangriff wiederholte RaS Mangascha nicht. Das Gereehrfeuer wurde aber auf beiden Seiten den ganzen Tag hindurch fortgesetzt. Die Nacht verging vollkommen ruhig. General Baratieri. hat mit seinen gesammten Truppen bei Coatit ein Lager aufgeschlagen. Die Haltung der italienischen Truppen in dem Kampfe war bewundernSwerth. Die gefang^nggenommenen Feinde haben bestätigt, daß die Verluste Ras MangaschaS beträchtlich find. Die Verluste auf italienischer Seite sind nicht bedeutend. Rom, 15. Januar. DaS Centralbureau für Meteorologie meldet: Die seiSmographischen Apparate in Rom verzeichneten um 11 Uhr Vormittags einen Erdstoß, der in Rocca di Papa und anderen Orten in Latium verspürt wurde. Roanue, 15. Januar. 3000 ausständige Arbeiter zogen heute Nachmittag vor eine Fabrik. Da sie eine be« drohliche Haltung annahmrn, mußte der Unterpräsect die Aufforderung zum AuSeinandergehen erlaffen. Die Gendarmerie lud die Gewehre, um die Ansammlungen gänzlich zu zerstreuen. Der socialistische Abgeordnete Carnaud bedrohte den llnterpräfecten und wurde verhaftens Depeschen deß Bnrceu »Herold*. Berlin, 15. Januar. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht das gegen die f. Z. verhafteten Oberfeuerwerker- schüler gefällte kriegsgerichtliche Urtheil. Die große Mehrzahl, 131, erhielt wegen Ungehorsam je sechs Wochen und einen Tag Gefängniß, welche Strafen durch die erlittene Untersuchungshaft sür verbüßt erachtet wurden. 31 wurden mit Gefängniß von sechs Wochen und zwei Tagen bis zu zwei Monaten bestraft. Von dieser Kategorie wurden 10 degradirt. Ein Unteroffizier wurde mit fünf Jahren und einem Tag Gefängniß und Degradation und ein anderer Unteroffizier zu fünf Jahren und fünf Monaten Gefängniß und Degradation bestraft. Berlin, 15. Januar. Der bekannte Reichstags- und Landtagkabgeordnete Graf Kanitz ist dem Vernehmen nach zum Mitglied deS StaatsratheS ernannt-worden. Berlin, 15. Januar. Die Sitzung des preußischen Landtages wurde durch den Präsidenten von Köller mit einem Hoch auf den Kaiser eröffnet und gleich darauf auf morgen 11 Uhr vertagt. Berlin, 15. Januar. Die „Kreuzzeitung" kann versichern, daß entgegen der Blättermeldung, Fürst Bismarck und Fürst Hohenlohe auf der Schlittenfahrt durch den Sachsenwald, welche ohne Begleitung stattfand, sowohl als bei Tische äußerst lebhafte Aussprachen gepflogen haben. Alle Tagesfragen, besonders die politischen, wurden eingehend erörtert. Der Besuch, der einen überaus herzlichen Character trug, darf ganz entschieden als eine neue Kräftigung der alten Freundschaftsbande angesehen werden. Berlin, 15. Januar. Das Centrum soll Willens sein, in der Frage der Erweiterung der DtSctpltnar- befugnisse des Präsidenten in der nächsten Sitzung der GeschäftSordnungScommission den verschärften Verweis durch einen Ehrenrath, und, falls der Betroffene fich dagegen sträubt, Berufung an daS Plenum zu beantragen. Dresden, 15. Januar. In der Vorftandssitzung der deutschen C o l o ni a l-G e s e l lsch a ft wurde der anwesende Statthalter Fürst zu Hohenlohe-Langenburg zum Ehrenpräsidenten, die Herren von Bennigsen und Dr. Ham- macher zu Ehrenmitgliedern und Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg zum Präsidenten gewählt. Nachmittags findet ein Diner zu Ehren des seitherigen Präsidenten Fürsten Hohenlohe-Langenburg statt. Wien, 15. Januar. Der „Polit. Corresp." geht auS Belgrad die Meldung zu, daß seit einiger Zeit die Radikalen eine heftige Agitation entwickeln. Die Regierung habe bereits Maßregeln getroffen, um etwaige Ruhestörungen sofort zu unterdrücken. Die in den letzten Tagen in Ucitza vorgenommenen Verhaftungen sollen mir dieser Angelegenheit in Verbindung stehen. Lemberg, 15. Januar. In Luka witza wüthet seit einiger Zeit die Cholera. In der vergangenen Woche find 44 Personen an der Seuche erkrankt, von denen 18 gestorben sind. Budapest, 15. Januar. Der Kaiser genehmigte bereits die gebildete Ministerliste. Das neue Ministerium wird sich am SamStag der Kammer vorstellen. Sämmtliche bisherigen politischen StaatSsecretäre werden gewechselt, nur Crumann vom Handelsministerium wird im Amte verbleiben. Nicht geringe Sorge bereitet der liberalen Partei der Umstand, daß die neuen Minister sich der Wahl als Abgeordnete unterziehen müssen. Die Opposition wird nun ihre neue Thätigkeit darauf richten, die Neuwahlen zu erschweren. Arco, 15. Januar. Die letzte Nacht verbrachte Erzherzog Albrecht gut- infolge deffen hat sich heute während deS Tages sein Befinden weiter gebessert. Cremona, 15. Januar. Eine unbeschreibliche Aufregung verursacht die Flucht des Ehrendomherrn Dr. Soe - narbt, welcher als Director einer PrioalversorgungSanftalt sämmtliche Gelder der Anstalt unterschlagen hat, sodaß alle Insassen der Anstalt dieselbe als Bettler verlaffen müffen. Brüssel, 15. Januar. In einer Generalversammlung hat der Generalrath der Arbeiterpartei beschloffen, im ganzen Lande eine gleichzeitige Agitation zu führen für das allgemeine und gleiche Wahlrecht bei den Gemeinde- Wahlen vorzubereiten. Brussel, 15. Januar. Wie verlautet, bringt heute Nachmittag die Regierung in der Kammer eine Gesetzesvorlage ein über die Annexion des CongostaateS oder aber sie gibt wenigstens eine diesbezügliche bestimmte Erklärung ab. Die Regierung arbeitet gegenwärtig einen Gesetzentwurf auS, wonach Diejenigen, welche Militärpersonen zum Ungehorsam aufreizen, strengstens bestraft werden. London, 15. Januar. Die „Times" bespricht die französische MinisterkrisiS und sagt: Perier müsse jetzt mehr als je, trotz der Angriffe der Umsturzparteicn, zum Wohle deS Landes auf seinem Posten aushallen. London, 15. Januar. Die „Times" meldet auS Shanghai, daß die britische Flotte aus den chinesischen Gewässern nach dem japanischen Hafen abgesegelt sei. London, 15. Januar. In der Erzgrube zu Antley, Staffordshire, drang Wasser ei n, während fich 238 Mann in der Grube befanden. 200 konnten bisher gerettet werden- man befürchtet, daß die übrigen, welche in dem untersten Gange arbeiteten, nmgekommen sind. CocdUs unb Gießen, den 16. Januar 1885. • * Theater Verein. Herr V. Sardou hat zu einer Zeit, da Ibsen noch hoch in Norwegen, und Hauptmann noch rief in den Kinderschuhen steckte, zu einer Zeit, da Sarah Bernhard noch keine leidenschaftglühenden Fernanden, Doren und Feodoren verkörperte, zu einer Zeit, da daS Pariser Publikum noch unschuldvoll war und Flammeri mit Himbeersaft den Vorzug von Trüffelpasteten gab, also kurz nach der Sündfluth, ein harmloS-liebenSwürdigeS Lustspiel „Die guten Freunde" geschrieben.' — Der berühmte persische Dichter Pilpai (der übrigens leider in keiner Litteratur- geschichte zu entdecken ist) hat eine Fabel erfunden, um nachzuweisen, daß „gute Freunde" keine Freunde und viele gute Freunde erst recht keine sind- und der geistvolle Franzose hat all' seine Bühnengewandtheit, seinen Witz und seine nie versagende PointirungSkunft daran gesetzt, um deS unfterb- lichen Pilpai Fabel zu illuftriren. So winden denn alle die Jugend-, Schul-, Jagd-, Kriegs- und andere Freunde, die Herr Lauffade in seinem Landhause um fich versammelt sieht, ein duftiges Sträußchen aus den allerunangenehmsten Ungelegenheiten, die deS Dichters Auge auf der Wiese deS Humors entdecken konnte. ES reiht sich in* dem Stücke Schlag- wort an Schlagwort, Situationskomik an Situationskomik, Ueberraschung an Überraschung, bis am fröhlichen Schluffe des unvergleichlichen Herrn Pilpais tiefsinnige Weltweisheit von den guten Freunden auch philosophisch minderbegabteu Gemüthern einleuchtet. Ein Sardou hat das Stück verfaßt- ein Laube hat S übersetzt - die Wiesbadener spielen'-- — und das Alles, damit den Gießenern am nächsten Freitag im Theatervereine ein genußreicher Abend bereitet werde? H. Neues Theater. Der Besuch der gestrigen Bor« stellunq war ein sehr minimaler. Wir wiffen nicht, wa- eigentlich Schuld daran war. DaS Auftreten Pohls am Montag kann'S doch nicht gewesen fein, denn da war die Gemeinde auch eine recht kleine. Wir wollen nicht hoffen^ daß da- Jntereffe der Gießener, das ja nach der Heben siedlung deS Theaters ins Cafs Leib gewachsen zu sein schien, jetzt schon wieder nachgelaffen hat. Es wäre daS im Jntereffe der günstigen Gestaltung unserer Theaterverhältniffe sehr zu bedauern. Das Lustspiel „Der Weg zum Herzen" von Adolph L'Arronge ist, wie alle Stücke deS VerfafferS, recht lang- in diesem Falle steht die geringe Handlung überhaupt in keinem Verhältniß zur Länge. Gar manche Scene würde durch energische Kürzungen an Wirkung nur gewonnen haben. Die Darstellung war gut und erzielte den verdienten Erfolg. Herr Heyne als Franz Kern, Fräulein Ronneberg al- seine Frau, die adelsstolze „Geborene" von Hohenwerth, Frau Reiners als Martha, Herr Ni em ei er als der herzensgute Polterer, Fräulein Egger als Anna, Herr Otto als Schott mit dem StaatSanwaltSblick, Herr H a d e r als Assessor Neubauer und Fräul. P a t u s ch k a als Julie entledigten sich sämmtlich aufs Treulichste ihrer Aufgabe. Fräulem Ger lach, die übrigens der Theaterzettel nicht nannte, erregte durch Maske und Spiel stürmische Heiterkeit. Wir brauchen aus Einzelheiten angesichts der diesmaligen schwachen Betheiligung nicht weiter einzugehen. Wir sind aber überzeugt, daß bei den Darstellern bei besserem Theaterbesuch Luft und Liede zur Sache und damit die Leistungsfähigkeit gesteigert würden. • * Panorama. „DaS L.ben und Leiden Jesu von der Geburt bis zur Kreuzigung Christ»", wird heute zum ersten Male im Panorama zur Ansicht gelangen. Ferner kommt Palästina mit zur Ausstellung- diese Serie umfaßt da- ganze heilige Land von der Geburtsstätte Christi bis zur Kreuzigung, auch ist der Garten von Gethsemane, Oelberg, bk Straße, reo Christus unter der Last de- Kreuzes zusammenbrach, Grabmäler der Maria und Joseph vertreten. — Da dieses die vorletzte Serie ist und nur die Tage bis zu« Samstag stehen bleibt, machen wir noch ganz besonder- hierauf aufmerksam. • * Soiree van de Castell. Wie aus dem Jnseratentheil ersichtlich, findet morgen Donnerstag im Lenz'schen Felsenkeller eine SoirLe des ausgezeichneten Royal - Illusionisten Prof. Jean van deCa stell statt. Der Künstler gab nach au- anderen Städten vorliegenden Berichten, so hervorragende Proben seiner räihselhaften Kunst, daß die Besucher au6 dem Staunen fast gar nie herauSkamen - das Programm enthält durchwegs interessante Nummern, die sämmtlich mit be- wuaderungSwiirdtger Fingerfertigkeit und Eleganz auflge* führt werden. ** Landwirthschaftlicher Local Verein Gießen. Zu dem in Nummer 12 enthaltenen BersammlungSbericht wird uns mit- getheilt, daß eS sich bei der Eingang- desselben erwähnten Versicherung gegen Unfälle im landwirthschaftlichen Betriebe um solche Unfälle handelt, für welche auf Grund des Haftpflichtgesetzes der Unternehmer regreßpflichtig gemacht werden kann. ** Wegen fahrlässiger Brandstiftung verurtheilte gestern die hiesige Strafkammer einen Einwohner von Krofdorf. Derselbe hat im Juli v. I. im Schiffenberger Walde dadurch einen unbedeutenden Waldbrand veranlaßt, daß er beim Anzünden einer Cigarre da- glimmende Streichholz achtlos fortwarf. Die Strafe ist durch die Untersuchunghaft für verbüßt erachtet. □ Steinbach bei Gießen, 15. Januar. Ein schöner Trautext ist das Wort: „Wo du hingehst, da will ich auch hingehen- wo du bleibst, da bleibe ich auch- dein Volk ist mein Volk und dein Gott ist mein Gott. Wo du stirbst, da sterbe ich auch, da will ich auch begraben werden" und wird ost al- ein solcher verwendet. Wir wissen nun freilich nicht, ob wohl vor mehr denn 51 Jahren ein hiesige- Ehepaar mit diesem Worte zusammengebunden und eingesegnet wurde an ihrem Hochzeitstage, nämlich Georg Nicolau-, der frühere Bürgermeister, und seine Eheliebste Marie Katharina, eine geborene Roth. Allein in seltener Weise hat diese- Wort bei diesem Ehepaar seine Erfüllung gesunden, indem Beide, Wann und Frau, nach 51 jähriger ehelicher Verbindung, fast zusammen, in einem Ze träum von 21 Stunden, also an einem Tage kann man sagen, starben und ein Grab für sie gegraben wurde, in baß sie nebeneinander gelegt jetzt ruhen sollen biß -um Tage der Auferstehung. Gewiß nach so langer Verbindung ein schöner Tod, der uns beweget zu sagen: Friede ihrer Ascke! 4- Lang GouS, 16. Januar. Gestern Abend kurz vor 9 Uhr wurden die Bewohner der Bahnhofstraße arg erschreckt. In dem Hause de- KüsermeisterS Lang war die weibliche Jugend zur Spinnstube versammelt, al- plötzlich lit K e# * Aliiden Stückig. SS«»« M » **}£ t MUS “ Um * ««» W*“.1. «rfetal !,"!ä z-Mt btt beiden a Mgk Wasser in d hochte'trvoirs ®tM Abgesehen W dir- Projekt um o.il diese Weise ut litte M 001 ?! ga-Mkn verfall b «tat, 15. Ja Wag brannte "ast vollständig nrtft hier die Aer meisterS R. Derselbe In bal Un'.ersuchungi snptichr vernehm richtet auS Siehrn' " Unter-Wb Einwohner gingen tint Krau, welche ttliU eilen Schäd Krischbor«, 14. sstrbea innerhalb M Don Vergiftung, wäh iteianngen schwer er Ecctlon ergab fich n ttntt bSSartigen J riviogilche Untersuche S. Bangb, 13. 3 ifaitbtnt Diebftä stiefigen Einwohner l fony Mr» e>nr» im vorigen i bwdung, bei welche 'chlachtet hatte, geg Gerichtliche Untersuch stattgesonden. K' Wohobach, 1 Sichtlichen Schritten Die O ^bmbieStü N, bin J« enlii 5”1,1 Statuts, t Stiftung« A- bett. . _ die! Nt De 2) und 3) 4)bem fat em erfi bis 12) Zahlten 13111 m*1 is) ? At mit beo tlt oä?Wbe K M Dü BhÄMuse! iuF Öeqeni ■SSüS LZK »d '»funb'n81“'1«“!. 1 Munde »hh “ n4t* ntn Wik „7, Ml>z^ ®»4? !■** 5 und Qhkn °°"v all, luit um nllTe Trrvndk, ben auf ch in' dem kii? bt{ Bit an Ki» Uie Schlag. 'Ste^to ’S-Ä rin Ä'« * 9e””5* 86,.. T. h,lfim «Idit, w it T P°hls Q« Mt Lntntl ba roar Üt « Mtn nicht Haffen a6 ? vnch btt UtL' 9 5” ?S imSnterefi- heaterverhältniffr sehr : .79 Herzen« „J de be8 DeischrS, «d ’“B« Handlung überhaus ®ar manche Scene würde ln9nur gewonnen habe» ?e den verdienten U anlein Ronneberg qIi ortDt" von Hohenwert, tr Niemeier als -ei Ner al6 Anna, hm mvMW, Herr haäei atuschka als Julie em ste ihrer Ausgabe. Frünlen wzettel nicht nannte, erreg: Mttrkeit. Wir brauchens rligrn schwachen Bethck r sind aber überzeugt, b® seaterbesuch Luft und Lied ahigkeit gesteigert vürdn iuib Leiden Jesu von da i*, wird heute zum erslo gelangen. Ferner komr t &ttit umfaßt bat gaoj! 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Sie kauften die Cigarren in Basel ein, umgingen den Zoll und verkauften die Cigarren, welche sie versteckt in den Schnellzügen mit nach Frankfurt nahmen, dort sehr billig Die Waare ging wegen ihrer Wohlfeilheit rasend ab und die Schaffner hatten einen großen Verdienst. Jetzt ist aber die Sache entdeckt worden und die Strafkammer zu Mülhausen t. E. hat die Schaffner wegen Steuerhinterziehung zu 920 bis 15,000 Mk., bei Nichtzahlung der Strafe zu Gefängnißstrafen bis zu 9 Monaten, ferner zur Zahlung des Werthes der Cigarren bestraft. Die Verwaltung der Reichseisenbahnen in Elsaß Lothringen aber ist für die Strafe haftbar erklärt worden. Auch die Pfälzische Bahnverwaltung und die der Hessischen Ludwigsbahn waren geladen. * Seinen 102. Geburtstag feierte in Rettgenstädt der Tischlermeister Kaufmann im Kreise von 3 Kindern, 5 Enkeln und 2 Urenkeln. Er ist 1793 geboren und hat den Befreiungskrieg mitgemacht, Hot 1891 die goldene Höchst gefeiert und ist noch so rüstig, daß er voriges Jahr einen Anfall von Lungenentzündung ohne Folgen Überstand. * Eiu eitler Gauner. „Da steht in meinem Steckbrief: „Von elegantem Exterieur" — doch recht schmeichelhaft für mich!" Stellung für junge Landwirthe ohne Vermögen! eine bekannte Thatsache, daß der Betrieb der Land- wtrthschast, wenn derselbe einigermaßen rentlren soll, ein erhebliches Capital erfordert. Bet zu gelingen Mitteln ist meistens trotz allen Fleißes, aller Strebsamkeit nichts zu erreichen und geht das kleine, dabet verwandte Vermögen häufig auch noch verloren. So bleibt dann unbemittelten, jüngeren Landwirthen in der Regel nur übrig, entweder eine untergeordnete Stellung bei Verwandten rc. zu übernehmen oder als Verwalter ihren Unterhalt zu suchen. Ader auch zu diesem Posten findet ein derartiger Andrang statt, daß besser bezahlte Stellen zu den Seltenheiten gehören und heute viele Hunderte von Verwaltern und Jnspectoren stellenlos sind. Da möchten wir die Aufmerksamkeit der jungen Landwirthe auf die (Saniere eines landwirthschaftlichen Rechnungsjührers und Amtssecretärs lenken, die heute noch die besten Aussichten zu einem guten Fortkommen dar- bietet. Weil viele Oeconomen eine große Abneigung gegen Bureau- Arbeitm haben, so find derartige Stellungen stets oacant. Außerdem ist in Folge des neuen Einkommensteuergesetzes, sowie der neueren ioeialen G-setzgebung, jetzt fast jeder größere Besitzer genöthigt, sich einen Rechnungsbeamten und Secretär zu halten. Die Stellungen sind zum größten Theil angenehm und mit einem hinreichenden Ein- fommen versehen. Besondere Vorkenntnisse, außer denen einer guten Elementarschule, sind nicht erforderlich. Ausbildungsdauer 3 Monate. Zu jeder ferneren Auskunft «ft der Vorstand dcs landwirthschaftlichen Beamten - Vereins zu Braunschweig, Madamenweg 160, gern geneigt. Briefkasten. „Einstwelliger Vorstand des Radfahrerclub". Wenn SieIhren Namen nicht nennen, können wir Ihr „Eingesandt" nicht aufnehmen. Red. Einem hiesigen Einwohner neten-Versammlung weder angehörigen, noch von ihr gewählten 3M itfelhnit fahrt Öfifrnhahn- § Mitglieder der Armen-Deputation mit der Stadtoerordneten-Versammlung zur \ Verband. Stimmenmehrheit endgültig entschieden. A. 1) dem Bürgermeister oder seinem Stellvertreter als Vorsitzenden, «nd Stimme in der Armeu-Deput 2) und 3) dem ersten und dem zweiten evangelischen Geistlichen, hort über die Beschlüsse ihrer Bezirksoersammlung. 4) dem katholischen Geistlichen, 1 Gießen, 10. Januar 1895. 5) dem ersten Polizeibeamten, Groß herzogliche Bürgermeisterei Gi Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. G n a u t h. 63 i Nd 642 Bose. Vossius. Dr. Diefferwach. «27 U^TMein Bureau befindet sich jetzt 6) bis 12) sieben von der Stadtverordneten Versammlung ge< wählten Mitgliedern, von welchen fünf der Stadtoerordneten- Versammlung angehören und eines ein Arzt sein soll, 13) bis 18) den sechs nach den Satzungen, bett, die Ausübung der offenen Armenpflege, jeweils im Amt befindlichen Bezirksvorflehern oder> ihren Stellvertretern. Am 15. Januar d. I. werden zu bei Verbands-Gütertartfbeften Nr. 1, 2a, 3b, 3 und 4 die Nachträge VIII, ferner zu Tarifheft Nr. 5 der Nachtrag X und zu Tarifheft Nr. 6 der Nachtrag XII ein* Statut, betr. die Verwaltung der Armenpflege und der dieser gewidmeten Stiftungen. S 2. Diese Deputation besteht aus: Stetig steigender Absatz fett 1880 findet der berühmte Holland, labet oetB. Becker in eetftna. 10 Pfd. fco. acht Mark. 7830 Großherzogliche Verwaltungs - Direction der chirurgisch - ophthalmologischen Unioersitäts'Klinik. K. Wohnbach, 14. Januar. Einen Scherz, der zu gerichtlichen Schritten führen wird, machten hier einige junge Die Bedingungen liegen in den Geschäftsstunden auf dem Ver- ! waltungsbureau offen. Offerten, mit entsprechender Aufschrift versehen, sind bis zum 26. d. Mts., Vormittags 11 Uhr, auf dem genannten Bureau abzugeben. Der Zuschlag erfolgt bis zum 30. d. Mts. Gießen, den 16. Januar 1895. Tuch und Buxinstoffe » Mk. 1.75 Pfg. per Meter. Cheviot« und Mellon« L „ 1.95 „ „ „ nabelfertig ca. 140 cm. breit, ve> sendet birect Und franco Oettinger & Co., Fankturt a. M., Fabrik-Ddpöt. Modernste Muster bereilwill-gst franco. 123 Hofmannstraße Nr. S, in der Nähe der Bahnhöfe. Lindenstrath, Gr. Geom. L Kl Frischboru, 14. Januar. C’..____ 7:.7.O... aorben innerhalb zweier Tage zwei Kinder an Symptomen non Vergiftung, während sein letztes Kind an denselben Erscheinungen schwer erkrankt ist. Bei der gerichtsärztlichen Section ergab sich nun, daß die Kinder wahrscheinlich an Einer bösartigen Krankheit gestorben sind. Die bacteriologische Untersuchung wird das Nähere ergeben. 8. Langd, 13. Januar. Hier sind in letzter Zeit v er- fNjiedene Diebstähle vorgekommen. So wurden einem hiesigen Einwohner drei Ferkel gestohlen, einem andern mehrere junge Hühner. Man bringt diese Diebstähle mit einem im vorigen Jahre dahier vorgekommenen in Verbindung, bei welchem einem Manne, der ein Schwein ge- flachtet hatte, gegen 70 Pfund Wurst gestohlen wurden. Gerichtliche Untersuchungen und Vernehmungen haben bereits stattgefunden. die Hängelampe, welche an einem Balken der Decke an* gebracht war, infolge der Hitze den Balken in Brand setzte, wobei der Stift herausging und die Lampe auf den Tisch fiel, am welchen die Jugend saß. Infolge des Lärmes davoneilender Mädchen kam bald Hilfe, so daß das Feuer rechtzeitig gedämpft werden konnte. Dieser Fall mahnt zur Vorsicht beim Aufhängen der Lampen und zur Anbringung von Feuersangern. Grnnberg, 14. Januar. Unsere schon längere Zeit schwebende Wasserleitungsfrage scheint nun endlich ihrer glücklichen Lösung entgegenzugehen. Die von Herrn Ingenieur Schmick zu Frankfurt a. M'., unter dessen Leitung auch die Queckborner WafferleitungSanlage für die Stadt Gießen hergestellt wurde, im Auftrage des Stadtvorstandes gefertigten Pläne find bereits von den zuständigen Behörden genehmigt und die zur Anlage nölhige Summe vom Stadt* Vorstände bewilligt worden. Nach dem Voranschlag werden sich die Herstellungskosten auf rund 60,000 Mk. belaufen. Mit Beginn des Frühjahrs dürfte nunmehr mit den Arbeiten b,gönnen werden und man hofft, vor Eintritt des nächsten Winters die Leitung in Betrieb setzen zu können. Das be* reitS bestehende Triebwerk im „Brunnenthale" soll durch Ausstellung eines Benzinmotors verstärkt werden, da die Abflüffe der beiden Teiche nicht im Stande find, die genügende Menge Wasser in die Stadt zu befördern. Zur Herrichtung des Hochreservoirs wird der sogenannte Diebsthurm benutzt werden. Abgesehen von der dadurch zu machenden Ersparniß ist dies Project um so mehr mit Freuden zu begrüßen, als auf diese Weise unser Diebsthurm, jenes Wahrzeichen aus alter Zeit, vor dem sonst in absehbarer Zeit eintretenden gänzlichen Verfall bewahrt,bleiben wird. Maar, 15. Januar. In der Nacht von Sonntag auf Montag brannte hier das Gehöfte des LandwirthS Hofmann fast vollständig nieder. § Trais-Horloff, 13. Januar. Allgemeines Aufsehen erregt hier die Verhaftung des früheren hiesigen Bürgermeisters R. Derselbe ist deö Meineids beschuldigt und wurde in daS Untersuchungsgesängniß nach Gießen verbracht. Umfangreiche Vernehmungen durch den Herrn Untersuchungsrichter aus Gießen Haben in letzter Zeit stattgesunden. ** Unter-Widdersheim, 12. Januar. Einem hiesigen Einwohner gingen beim Schlittenfahren die Pferde durch; eine Frau, welche aus dem Schlitten geschleudert wurde, erlitt einen Schädelbruch. Bekanntmachung. Betr.: Die Organisation der Armenpflege zu Gießen. Nachdem dieStadtverordneten-Versammlung unterm 15. November 1894 beschlossen hat, den Bezirksvorstehern Sitz und Stimme in der Armen- Deputation zu verleihen, und nachdem Großh. Mnisterium des Innern Md der Justiz die zur Wahrung solchen Beschlusses erforderlichen Aende- rungen des Statuts, betr. die Verwaltung der Armenpflege und der dieser gewidmeten Stiftungen in der Stadt Gießen vom 2. August 1889, sowie bec Satzungen, betr. die Ausübung der offenen Armenpflege in der Stadt Gießen vom 3. October 1890 genehmigt hat, bringen wir die entsprechend zeänderten §§ der beiden nachstehend in ihrer neuen Fassung zur öffentlichen Kenntniß: I endgültigen Wahl des Hospitalverwalters in gemeinsamer Sitzung zusammen, in welcher die Wahl aus sämmtlichen Bewerbern durch absolute Mehrheit der Stimmen unter entsprechender Anwendung der Art. 42 und 32 der Städte Ordnung vollzogen wird. In gleicher Weise werden etwaige Meinungsverschiedenheiten zwischen Armen-Deputation und Stadtverordneten- ____ Versammlung über die Auslegung dieses Statuts und die Abgrenzung der ße$brt. beiderseitigen Befugnisse in gemeinsamer Berathung und Beschlußfassung mit "^heilen bte Güter* Stimmen™Weit endgültig entschieden. , ZT.Z 12. 3am,ar 1895. b. Satzungen, bett, die Ausübung der offenen Armenpflege. Gr. Dlnetion der Oberhessischm Eisen* § 11. Die Beschlüsse der Bezirksversammlung bedürfen insgefammt> bahnen. 648 b)er Bestätigung in der nächsien Sitzung der Armen-Deputation; in dringen-1 den Fällen sind sie im Einvernehmen mit dem Vorsitzenden der Armen- Deputation alsbald vollziehbar. Bekanntmachung. Das Reinigen der Krankenwäfche unserer Kliniken soll auf dem Submisfionswege vergeben werden. I Leute, indem einer derselben, mit Soldatenrock und Feuer- I Wehrhelm bekleidet, einen hiesigen Einwohner mit den Worten: „3m Namen des GroßherzogS" verhaftete. Der Arretirte, welcher im Bette lag, kleidete sich rasch an und folgte willigt Den Jrrthurn wurde er erst gewahr, nachdem er einige Zeit im hiesigen Orte herumgeführt worden war. ! 3m District ilbadj sollen oer- ! steigert werden: Montag de« LS. Januar, von Vormittags 9'/, Uhr an: 453 rm Buchen-Scheiter; 198 rm Buchen-, 6rm Eichen-Knüppel;195 rm Buchen-, 14 rm Eichen Stöcke; 3780 Buchen-, 12" Etchen-Wellen. 3 Eichen , Schnetdklötze, 54, 47 «nd 54 cm Durchm, 2,6—6,6 und 8 m Länge,zusammen—3,605m LBuchen, 74 und 47 cm Durchm., 5 und 5,4 m Länge, zusammen 3,09 fm. 2 EIS« beerftdmme — 0,55 fm; 44 Ftchten- Derbstangen — 2,66 fm. Dienstag den LS. Januar, von Vormittags 91/, Uhr an: 265 rm Buchen-Scheiter: 217 rm Buchen-, 34 rm Eichen-, 11 rm Birken- und Wetchholz», 2 rm Nadel - Knüppel, 5540 Buchen-, 1880 Eichen-, 100 Nadelholz-Wellen. 63 Fichten - Stämme, Schnittholz und Bauholz — 31,01 fm; 147 Ftchterr- Derbstangen — t2,23frn; 317 Ftchten- Reisftangen — 1,83 fm. Die Zusammenkunft (ft an beiden Tagen auf der Kretsstnaße Lich-Hattenrod, wo sie vom Waldweg Burkhardsfelden- Ntederbcfsitigen gekreuzt wird. Lich, 13. Januar 1895. vermischtes. * Vom Main, 11. Januar. 7000 junge Karpfen wurden dieser Tage im Main bei Höchst ausgesetzt. Liegnitz, 10. Januar. Vor einiger Zeit war vor dem hiesigen Schöffengericht ein Zeuge in blauer Arbeits- blouse erschienen. Das Gericht sah in dieser Kleidung eine Ungebühr und verurtheilte den Zeugen zu einer Ordnungsstrafe von 3 Mk. oder 1 Tag Haft. Der Zeuge legte gegen diese Bestrafung Beschwerde beim Oberlandesgericht zu Breslau ein. Die Beschwerde wurde vom Oberlandesgericht für berechtigt anerkannt. In dem Beschlüsse heißt eS, daß die Bekleidung des Beschwerdeführers mit einer blauen Arbeitsblouse in seiner Eigenschaft als Zeuge im Allgemeinen nicht als ein der Würde des Gerichts widersprechender Anzug angesehen werden kann; das könne nur angenommen werden, wenn die Blouse durch Unsauberkeit oder Zerrissenheit zu einem Einwande Anlaß gegeben hätte. Eine derartig tadelnswerthe Beschaffenheit der Blouse sei aber von dem Vorsitzenden des Schöffengerichts nicht fest- gestellt worden. Aus dem bloßen Umstand, daß der Beschwerdeführer die Blouse zur Arbeit getragen habe, könne nicht mit Nothwendigkeit gefolgert werden, daß sie unsauber und zerrissen gewesen sei. Aus diesen Gründen sei der Be- schluß des Schöffengerichts aufzuheben. * „Mein lieber, guter Kaiser." Mit dieser Ueberschrift hat sich ein Knabe von 10 Jahren in der Andreasstraße in Berlin ohne Anregung und Wissen seiner Eltern an unseren Kaiser gewendet mit der Bitte, ihm doch eine abgelegte Uniform „von seinen Prinzen" zu Weihnachten szu schenken. Einige Tage nach Neujahr traf, dem „Localanzeiger" zufolge, ein Packet mit dem gewünschten Inhalt, die Uniform des Prinzen Eitel Friedrich und ein Schreiben vom Hofmarschallamt mit den Unterschriften der Prinzen enthaltend, ein. Es enthielt die Ermahnung, der Knabe möchte sich dieses Schreiben aufbewahren, wenn er groß und Soldat geworden sei, könnte es ihm vielleicht von Nutzen sein. Ein Buch mit dem Titel „Herzblättchen", worin sich die Bilder der drei ältesten Prinzen besanden, lag ebenfalls bei, auch wurde der Wunsch ausgesprochen, die Prinzen möchten den Kleinen auch einmal in der Uniform sehen. * Für fünfzehn Millionen Mark Hasen! Erfahrene Jagdpächter haben bereits herausgerechnet, daß in ganz" Deutschland in dieser Jagdzeit rund fünf Millionen Hasen geschossen wurden. Ob diese Berechnung richtig sein wird, steht freilich dahin; sie ist aber nicht ganz unwahrscheinlich, wenn man bedenkt, daß die Hasenjagd bisher in den meisten Gegenden sehr ergiebig gewesen ist. Angenommen also, die erfahrenen Jagdpächter würden sich nicht verrechnen, so würde ein Durchschnittsgewicht von 40 Millionen Pfund = 400,000 Gentner herausgerechnet werden können. Dabei ist der Hase zu 8 Pfund gerechnet, und das ist, wie unsere Hausfrauen be> ftätigen werden, das Durchschnittsgewicht. Im Durchschnitt wird nun der Hase zu 3 Mark berechnet, — das würde ein Erträgniß der diesjährigen Hasenjagd im Betrage von 15 Millionen Mark ergeben. S 3- Die Deputation versammelt sich in der Regel alle 14 Tage außerdem so oft, als es der Vorsitzende für nöthig erachtet, oder drei Mitglieder derselben beantragen. Die Einladung zu den Sitzungen erfolgt schriftlich mit Angabe der Tagesordnung; die Deputation ist beschlußfähig, »enn alle Mitglieder vorschriftsmäßig geladen, und einschließlich des Vor- ■v rc etl derselben anwesend sind; zur Beschlußfassung in dringenden MUen oder über Gegenstände, welche wegen Leschlußunfähigkeit der einen vttzung auf die Tagesordnung der anderen übertragen werden mußten, zmLgt dte Anwesenheit von'weniger als zehn Mttgliedern. rc. ~ n ' Hospitalverwalter wird — nachdem zunächst die Bezüge «r stelle nach 2lnhörung der Armen-Deputation von der Stadtverordneten- ^ersammlung festgesetzt sind — von der Deputation vorgeschlagen, woraus ;e Stadtverordneten - Versammlung über Annahme oder Ablehnung dieses Horschlags beschließt. Ein ablehnender Beschluß wird der Armen-Deputation 630 unter Angabe der in der vorausgegangenen Erörterung ihres Vorschlags etwa ! irltsnd gemachten Gründe mitgetheilt. Danach treten die der Stadtverord-1 „ fjolintrUcigming Dre Beztrksvorfteher bezw. ihre Stellvertreter haben . . 7 ... .... . Sitz «nd Stimme in der Armen-Deputation und berichten, IN Utk sllkflljlhkN Vderstrstkkkj fit). n unsere Mitbürger! mocht habe, ein Institut ins Leben zu rufen, das in hohem Masse geeignet sei, der Hebung 57 ! der Stadt zu dienen. Unsere Hoffnungen, dass der Verkehr in unserer Stadt bereits lebhaft genug sei, um 712 Die Zusammenkunft ist auf der 644 Horn. 643] 632 Kemmer, Pfandmeister. Joseph rc- 636 619 Hch. Klotz Mäusburg 17. untz ist willkommen! 641 abzugeben btt 628 G«br. Rosenbaum, Wtstanlage. vermischte Anzeigen. WormS unk. b. 1901 4% 1887 638 Darmst. Bk.-Actteo 338.62 i to CD 16.18 20.34 4.16 B. Brennholz. Nadel-Scheitbolz, Buchen Knüppel, Nadel-Knüppel, 83,10 102 80 24.05 71.05 3290 101.50 105 10 104.60 100.70 105 50 103 50 Stadt diesem Stadt. etttf 16.22 20.38 4 20 63 1 120 7574 39 Nadel-Wellen, rm Nadel-Stockholz. rm n n 20 Frankm-St. Lngl. Sovereign« Dfllieri bt Gold 629) Da» SooS Nr. 98 hat de« SlMMtrtitorb gewonnen. Engel, GerichisooUzieher. 101.75 97.60 104- 103.30 104.20 Grünbergerstraße bei Abtheilung 24 am Pfarrweg. Annerod, den 16. Januar 1895. Großh. Bürgermeisterei Annerod. A. Bau- und Werkholz Nadel'Stämme, bis 8 m Länge, 16 bis 32 cm Durchmesser, 15,31 fm haltend, Nadel.Rei-stongen, bis 4 cm Durchm., 2,83 fm haltend, Die im Sommer 1894 geschaffene Einrichtung eines Omnibus Verkehrs in unserer wurde damals von der Bevölkerung Giessens sympathisch begrüsst; man erblickte, in i Unternehmen ein Zeichen des sich hebenden Verkehrs und des Emporblühens unserer In anderen Städten wies man darauf hin, dass hier gemeinnütziger Sinn es ver- Fermr: Das bett. Land, - I rusalem, Bethlehem Na, < zaretb, Oelb-rg, Jordan, Grabmaler der Maria und 3Vi% Deutsche RetchSanl. 3% Preuh. Consols 3 Thüringisches Technikum Ilmenau. - 1. Höhere Fachschule für: Msscblnen-Ingenleure o. Elektrotechniker, ü. 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