Sus !>■ 3. * "'Li- HCllI “Looldene JJedaille^ itis-i ä^Sws SSS-s ^der-Nahrung 38 Heilmittel, ® inder-Nahrun? itwöhnen, ® mder-Nahrung ^dern Behr gern ° ünder-N ahrim e eicht zu bereiten. 0 säen Jahreszeit, in der intbehrUchesNahmgs- 3j "-Handlungen. ►♦♦♦♦NN werth! ♦ ♦ PffflUt Baldjtnitttl 4 ^Mritzr. | lonung der Stoffe- | bit ßiffy angrtiienbtn 4 n kalt geworden, eint I tUli btt Mche dm " defttt Oualltlt. . c I Jahren in Tausenden von J r , 4 Kn Mfrrtfl Tslsatal« . b io h»M« v d verkauft- 4* ß dte PM den Amen J ^wan“, W- ▼ U’» eetowyr Mi mW W» < < < < < < < 1g- «4 ""'S'aistf ’ ®Sarfi wss&t. tASggü ; echte vr- rhE'^z «***„4. >» k®‘ aUoh ** >er^' Staren .-2?S 'S st**' Nr. 243 Erstes Blatt. Mittwoch den 16. Oktober 1895 Amts- und Anzeigeblntt fiir den Kreis Gieren. Gratisbeilage: Gießener Kamikienblätter. Annahm« von Anzeigen zu der Nachmittag- für bat -okgenben Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. Siebaction, Expedition • und Druckerei: Kchukftratze Ar.7. Fernsprecher 51. vierteljähriger Aßonecm/4 Uhr Nachmittags, hier etn- treffeo. — Für den Besuch Ihrer Majestäten des Kaisers und der Kaiserin ist eine allgemeine Erleuchtung der öffentlichen Gebäude geplant. DaS Münster, die Bibliothek, die Universität, daS LandesauSfchußgebäude und mehrere andere Gebäude sollen elektrisch beleuchtet werden. Metz. 14. Oktober. Die „Lothringische Zeitung" meldet: Der Kaiser wird von Urville auS die Schlacht- selde.r von Metz besuchen und sich den Verlauf der Schlachten durch Offiziere, die an denselben thetlgenommen haben, erläutern lasten. Kur-el i. Lothr., 14. Oktober. Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin treffen morgen kurz nach 9 Uhr aus Wiesbaden hier ein, berühren jedoch auf der Herreise Metz nicht. Der Besuch dieser Stadt durch Ihre Majestäten erfolgt vorauSfichtlich am 16. ds. MtS. Die Kaiserin wird daselbst den katholischen Frauenorden „Maternits" und die evangelische HauShaltungSschule besuchen. Bei der morgigen Ankunft stellt daS KönigS-Jnsanterte Regiment Nr. 145 die Zhrencompagnie am Bahnhofe, sowie daS hannoversche Dragoner-Regiment Nr. 9 eine EScadron zur Eskorte nach Urville. Den Wachtdtenst in Urville versteht eine com- bintrte Compagnie deS 4. Magdeburgischen Jnsanterie-Regi- mentS Nr. 67. Pari». 14. Oktober. Nach dem heute veröffentlichten Gesetzentwurf CavaignacS über die Formirung der Tolonialarmee würde der Effectwstand der Colonial- armee ungefähr 98,000 Mann betragen, darunter 27,000 Farbige. 44,000 Mann entfallen aus Algier und Tunis, 50,000 auf die übrigen Colonien, 4000 Mann verbleiben für Frankreich. Das hierdurch gewonnene neue ArmeecorpS Mürbe einen Effectivstand von 19,460 Mann haben. Dasselbe soll möglichst nahe an der Ostgrenze garnisoniren. WB. Kur-el i. Lothr., 15. Oktober. Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin find Vormittags 9 Uhr hier eingetroffen, von der Volksmenge lebhaft begrüßt. Die Krtegervereine, die Feuerwehr und die Schulen waren vom Nahnhofe bis zum Wege nach Urville aufgestellt. Der Kaiser begrüßte den zum Empfang anwesenden Bezirks- Präsidenten, die Spitzen der Behörden, den Bürgermeister, den Corpsgeneral Grafen von Haeseler. Unter Hurrahrufen ier Bevölkerung und Blumenwerfen der Schulkinder fuhr t«S Kaiserpaar in vierspännigem Wagen nach Urville. Die H.auser sind reich beflaggt, daS Wetter ist bewölkt. Depeschen deS Bureau .Herold*. Berlin, 14. Oktober. Morgen findet beim russischen Botschafter, Grafen von der Osten-Sacken ein Dine.r zu Ehren deS Fürsten Lobanow statt, zu welchem der Reichskanzler, der Staatssekretär des Auswärtigen und andere Würdenträger geladen sind. Fürst Lobanow wird voraus- sichtlich am Mittwoch die Weiterreise nach Petersburg antreten. Berlin, 14. Oktober. Gegen den Vorsitzenden deS socialisti'schen Parteitages in BreSlau, Singer, ist, wieder „Staatsbürger-Zeitung" aus BreSlau gemeldet wird, ein Strafverfahren wegen Beleidigung deS Breslauer Polizeipräsidenten eingeleitet worden. Die Beleidigung wird in einer Bemerkung gefunden, in der Singer die Maßnahmen der Breslauer Polizeibehörde kritisirte. Berlin, 14. Oktober. Der wegen Landesverrath verhaftete I n g'e n t e u r P f e i f f e r ist heute Morgen nach Leipzig transportirt worden, von wo zwei Beamte eingetroffen waren, die den Gefangenen aus dem UntersuchungSgefängniß Moabit abholten. Berlin, 14. Oktober. Die wirthschaftliche Vereinigung deS Reichstages wird vor dem Zusammentritt deS Reichstages etnberufen werden und soll sich Über dieEinbringungverschiedenerJnitiativ Anträge in denReichStag schlüssig machen. Frankfurt a. M., 14. Oktober. Wie der Correspondent der „Franks. Ztg." erfährt, bezeichnete der Reichskanzler den Bankdirector Dr. Petri als den geeignetsten Vertreter für den Unterstaatssecretärposten in Elsaß-Lothringen, Abteilung für Justiz und CultuS. Die Candidatur ist bisher auf Schwierigkeiten gestoßen. Wiesbaden, 14. Oktober. Der Kaiser ist präcife 6 Uhr 50 Min. mittelst SonderzugeS, welcher aus sechs Wagen bestand, auf dem TaunuS-Bahnhofe hier eingetroffen. Da hier Empfang verbeten war, war nur der Chef der Polizei und der Polizeipräsident Dr. Schütte anwesend. Der Monarch, welcher die Uniform der Garde-Kürassiere trug und den Hohenzollern-Mantel umgehängt hatte, bestieg den bereitstehenden zwetspännigen, offenen Hofwagen und fuhr direkt nach dem Theater. Zur Linken neben dem Kaiser hatte der Flügeladjutant Graf Moltke Platz genommen. Die Grüße der zahlreichen Menschenmenge, welche in der festlich geschmückten und tlluminirten Wilhelmstraße Spalter bildete, wurden vom Kaiser freundlich erwidert. Köln, 14. Oktober. Heute Vormittag begannen vor dem hiesigen Schwurgericht die Verhandlungen in Sachen des Mülheimer CrawallS. Die Hauptexcedenten, gegen welche Anklage wegen Aufruhrs und LandfrtedenSbruchs erhoben ist, wurden zunächff vernommen. Unter ihnen befindet sich auch ein 14jährtger Junge, der von einem Gendarmen einen Schuß in den Leib erhielt. Die meisten Angeklagten leugnen, nur einzelne geben zu, an der Demoltrung theil genommen und die Polizei angegriffen zu haben. Zur Ver- theidigung sind 11 Rechtsanwälte herangezogrn und 80 Zeugen geladen. Die Verhandlungen werden vier Tage dauern. Kolo, 14. Oktober. Ein Konstantinopeler Drahtbericht der „Köln. Ztg." versichert, bei der Pforte fei die Nachricht eingetroffen, zwei englische Kriegsschiffe hätten die türkische Stadt Zabara auf der Halbinsel Katar beschossen und zerstört. England will eine Reihe von Jahren die Schutzherrschaft über die türkische Insel Lahrein an der Ostküste Arabiens auöüben, die wegen ihrer Perlenfifcherei große Bedeutung habe. Die Stadt Zabara liegt in der Nähe dieser Insel. Der unmittelbare Anlaß zu dem jetzigen Vorgehen der Engländer ist nicht bekannt. Coburg, 14. Oktober. Der Erbprinz von Sachsen- Coburg.Gotha ist zur Großjährigkeits-Erklärung hier eingetroffen. Die Proklamation und Regelung der Stellvertretung des Herzogs durch den Erbprinzen soll morgen erfolgen. Wie», 14. Oktober. Der frühere Ministerpräsident Graf Taafe ist auf feinem Schloß schwer erkrankt. Budapest, 14. Oktober. Der Minister des Innern sistirte ein für alle Mal die Vorstellungen der Varistä-Th e a ter und verfügte, daß in keinem dieser Vergnügungslocale Vorstellungen gegeben werden dürfen. Budapest, 14. October. Die Ortschaften Jlltc und Robogani in der Kühe von Groß-Wardein sind vollständig abgebrannt. In ersterer Ortschaft wurden 104, in letzterer 40 Gehöfte zerstört. Paris, 14. October. Der Erfinder des Melinit, T u r p t n, ist nach Konstantinopel gereist, wo' er mit den Militärbehörden eifrig wegen Befestigung der Dardanellen unterhandelt. Paris, 14. October. Der Czar sandte an die Regierung ein Telegramm, in welchem er Frankreich zu der Einnahme Tananarivos beglückwünscht. Madrid, 14. October. OsficiöS dementirt werden alle Gerüchte, wonach die amerikanische Regierung der spanischen Regierung Vorstellungen wegen der langen Dauer deS Krieges in Cuba gemacht haben sollte. Alle diese Gerüchte beruhten auf Börsenspekulationen. Die Beziehungen beider Länder zu einander sind ausgezeichnete. Loudoo, 14. October. AuS Havannah melden die „Times", daß die Rebellen den spanischen Truppen keine Schlacht zu liefern beabsichtigen, sondern denselben ausweichen werden. Die Eisenbahnlinien nach St. Domingo wurden von den Insurgenten zerstört, sodaß ein Zug entgleiste, wobei mehrere Personen getödtet wurden. London, 14. October. AuS Rom geht „Daily Chronicle" die Mittheilung zu, daß der Papst gegenüber der armenischen Frage sich reservirt verhalte, denn er möchte sich behufs Vereinigung der orientalischen mit der römischen Kirche die Gunst deS Sultans erwerben. Petersburg, 14. October. Gutem Vernehmen nach hat sich das Befinden des Großfürsten-ThronfolgerS feit der Untersuchung durch Proseffor Lehden in diesem Sommer nicht wesentlich verändert. Gießen, den 15. October lttt»5. •• Die polizeiliche WohnnngSrevifion und die daraus erlaffenen polizeilichen Slrasandrohungcn haben das Gute für unsere Stadt gezeitigt, daß von den HauSwirthen alles gethan ist, um den gerügten gesundheitSgesährlichen Zuständen von MiethSräumen abzuhelfen. Die gröbsten Unzuträglichketten sind zwar beseitigt, aber noch bleibt Manches zu thun, um an den Wohnungsverhöltnissen der ärmeren Bevölkerung zu beffern. Aliceschule. Mit dem beginnenden Wintersemester nimmt auch die hiesige Aliceschule ihre Thäligkeit wieder auf, nachdem Lehrerinnen und Schülerinnen in den langen Ferien sich neue Arbeitslust geholt haben. Nicht nur für Gießen allein, sondern für ganz Oberhessin ist die Altce- schule eine Quelle des Nutzens und Segens geworden und kann jeder fürsorglichen Mutter für ihre Töchter bestens empfohlen werden. Die verschiedenen Curse für Wetßzeug- nähen, Kleidermachen, Sticken, Bügeln, feine Wäsche, Weih- nachtS- und Kunstarbeiten, Kochen und Buchführung find die bisherigen geblieben. AIS neue Einrichtung ist aber zu erwähnen, daß ein schönes Arbeitszimmer solchen früheren Schülerinnen zur unentgeltlichen Benutzung eingeräumt worden ist, welche die in der Aliceschule erworbenen Fertigkeiten unter Aussicht der Lehrerinnen praktisch zum eigenen Nutzen verwerthen wollen. Anmeldungen zur Theilnahmc an den verschiedenen Surfen können täglich Vormittags in der Aliceschule erfolgen. Kaufmäuuische Fachschule. Gestern Abend 8 Uhr wurde der WintercursuS der hiesigen kaufmännischen Fachschule in Gegenwart deS Vorstandes des kaufmännischen Vereins, der Schulcommiffion, der Großh. Handelskammer und der Lehrer eröffnet. Nachdem der Vorsitzende, Herr Carl Orbtg, eine längere Ansprache an die jungen Leute gehalten, verlas derselbe die Satzungen für Schule und Lehr- lingSheim. Sodann ma.r-te Herr Lehrer Knauß die nölhigen Mittheilungen über das Schulwesen und ermahnte zur Erfüllung der Pflichten als angehende Kaufleute und Schüler. Herr Scheel als Vertreter der Handelskammer forderte noch auf, durch Fleiß und Eifer den Dank zu beweisen. Die Zusammenstellung der Anmeldungen ergab die Zahl 80; wettere Anmeldungen können nur noch im Lause dieser Woche bei Herrn Orbig, Bahnhofstraße 30, geschehen. ♦♦ -s. 40. Stiftungsfest unserer beiden freiwilligen Feuerwehren. Bezüglich unserer früheren Mittheilung können wir heute nachtragen, daß in den gestern Abend stattgehabten Versammlungen der beiden CorpS der Vorschlag, daS 40. Stiftungsfest gemeinschaftlich zu begehen, mit großer Majorität zum Beschluß erhoben wurde. Das Fest soll an einem noch näher zu bestimmenden Tage des MonatS November stattfinden. Ueber daS demnächst aufzustelleude Programm werden wir s. Z. deS Näheren berichten. — Wir begrüßen diesen Beschluß unserer Wehren mit Freuden, liefert er doch den Beweis von dem zwischen beiden Corps bestehenden guten kameradschaftlichen Einvernehmen. Möge daffelbe auch fernerhin so bleiben. •• Der Mälluer-Turuvereiu hielt am vorigen Samstag in seinem VereinSlocale „Darmstädter Haus" seine Herbst- Hauptversammlung ab. Der seitherige erste Sprecher, Dr. Pitz, erstattete Bericht Über das für die Gießener Turner recht arbeit-volle Jahr und gab der Hoffnung Ausdruck, e- möge daS diesjährige KreiSfest ctre Hebung und Kräftigung des turnerischen Lebens in Gießen zur Folge haben. Der Rechnungsabschluß drS DerrinSrechnerS ist ein sehr günstiger- dte Rechnung des KreiSsesteS ist noch nicht abgeschlossen. Mitgliederbestand und Turnhallenbesuch find gut. Bor der Bor- standSwahl erklärten einige Mitglieder, infolge äußerer Gründe (Mangel an Zeit rc.) eine Wiederwahl ablehnen zu müssen. AuS der Wahl gingen dann hervor als 1. Sprecher Lehrer Backes, 2. Revisor Franz, 1. Schriftführer Gerichts- fchreiber-Aspirant D o f ch, 2. Kaufmann C. Wenzel, 1. Turn- wart Kaufmann L. Frech, 2. Dr. Spohr, Zeugwart Mester- schmied Reinig, Rechner Stations-Assistent Margolf, Con- troleur Revisor G e r ch, Beisitzer Bauunternehmer W. Seipp und Straßenmeister i. P. Bischof. Der ganze Verlauf der Versammlung legte Zeugntß ab von dem regen BereinS- intereste und echt turnerischen Sinne der Mitglieder, der dieselben mit dem Bande der Freundschaft umschlingt. Möge der Männer-Turnveretn unter seinem neuen Vorstände in gleicher Weise weiter streben, wachsen, blühen und gedeihen! Gut Heil! ** Befitzwechsel. Herr Baumann von Lollar erwarb durch Vermittelung des Agenten KleeS dte in der Garten- straße gelegene Villa des Bauunternehmers Keßler für den Preis von 29,000 Mk. Der Gießener Cigarrendieb und Einbrecher vor Gericht. Gestern begannen vor der Strafkammer zu Darmstadt die Verhandlungen gegen den Bergmann Johann Peter Pütz von Rümpen und 8 Genoffen wegen Diebstahls und Hehlerei rc. Allein 24 Diebstähle stehen in Frage, auch sind etwa 130 Zeugen geladen, so daß für die einzige Sache so ziemlich die ganze Woche drauf gehen wird. Matador unter den die Anklagebank Zierenden ist der genannte Pütz, der schon eine Reihe von Vorstrafen wegen Diebstahls auf sich geladen hat. Dte letzte Verurthetlung ist am 29. März 1894 in Essen gegen ihn erfolgt und zwar auf 12 Jahre Zuchthaus. Die Hoffnung, daß der Verbrecher jetzt aus längere Zeit kalt gestellt sei, erfüllte sich nicht, denn bereits am 4. April entsprang Pütz beim Transport nach Paderborn. Außer diesem hat der Schlosser Michael Adam Hock von Kostheim auch bereits eine schöne Strafliste aufzuwetsen, darunter mehrere Diebstahls- und Wildereistrafen. Dte sehr umfangreiche heutige Anklage richtet sich tn erster Linie gegen Pütz, Hock und den Schlosser Joseph Zimmermann, zuletzt in Kostheim. Diese drei sollen und zwar zum Theil gemeinschaftlich eine ganze Reihe schwerer Diebstähle begangen haben. Dem Pütz wird ein solcher tn der Nacht vom 19. zum 20. October 1894 tn Darmstadt bet Fabrikant Heinrich Jakob Lampe zur Last gelegt, bet welchem der Thäter für 350 bis 400 Mk. Cigarren erbeutete. Vom 2. zum 3. November soll er schon in Gießen gewesen sein und dem Cigarrenfabrikanten August Ackermann einen näcbt'tchen Besuch gemacht haben, wobei 320 Mk. baareS Gelo, Cigarren im Werthe von 200 Mk. und Kleidungsstücke tn seine Hände fielen. In der Nacht vom 7. zum 8. November soll er wieder in Darmstadt gearbeitet und auS der Werkstätte deS Zimmermanns Julius Briddigkett einen Rock und ein Stemmeisen geholt haben. In derselben Nacht mußte nach der Anklage auch der Ctgarrenfabrikant Simon Laubenheimer dran glauben. Diesem stahl Pütz Cigarren in größerer Menge. In der Nacht vom 24. zum 25. November erhielt Herr Ackermann in Gießen den zweiten Besuch, der ihn abermals 9850 Cigarren kostete. In der Nacht vom 3. zum 4. December soll Pütz tn Bingen Cigarren im Werthe von 202 Mk. und ein Paar Stiefel gestohlen haben. Der folgende vom 5. zum 6. Januar d. I. in Wiesbaden begangene Diebstahl wird dem Pütz und Zimmer- mann gemeinschaftlich zur Last gelegt. Damals wurde dte Kleinigkeit von 30 Schinken einem Metzger entwendet. Beide sollen auch zusammen vom 11. zum 12. Januar in Kastel für etwa 35 Mk. Wäsche und in der Nacht vom 26. zum 27. Januar verschiedene Gegenstände geholt haben. Zwei Diebstähle tn Bischofsheim, in der Nacht vom 11. zum 12. Februar, wöbet dte Diebe Hühner davon trugen, werden ebenfalls diesen Beiden auf die Rechnung gesetzt. In der Nacht vom 13. zum 14. Februar wurde die Firma Friedrich August Wenk in Darmstadt um etwa 1800 Cigarren und andere Sachen bestohlen, dieser That wird Pütz allein beschuldigt, der auch vom 9. zum 10. März in RüdeSheim auS dem dortigen Rathhause einen geringen Geldbetrag und Briefmarken holte. Pütz und Hock sollen vom 16. zum 17. März in Mainz gemeinschaftlich der Firma Emil Humana etwa 450 Mk. weggenommen haben, während Pütz allein vom 20. zum 21. März in Offenbach ins AmtSgerichtS- gebäude eingebrochen sein soll, wo jedoch nicht viel in seine Hände fiel. Dem Pütz und Hock werden dann Einbrüche tn Biebrich und Amöneburg, Ersterem allein ein vom 26. zum 27. März im AmtSgerichtSgebäude Groß-Umstadt verübter Einbruch aufs Kerbholz gesetzt, bei welchem hauptsächlich die Zeugengebühren- und GerichtSkostenkasse in seine Hände fiel. In ähnlicher Weise soll Pütz auch daS Amts- gerichtsgebäude in Dieburg und das AmtSgerichtSgebäude tn Friedberg heimgesucht haben. In Friedberg ver- schwanden in derselben Nacht auS einem Metzgerladen 15 Pfund Blut- und 15 Pfund Fletschwurst. Von Friedberg soll Pütz nach Gießen gegangen sein, wo auS dem städtischen GaS- und Wasserwerk und auS dem DirectionS- gebäude der Oberhessischen Eisenbahnen Geld und Geldes- werrh weggenommen wurden. Pütz ist weiter angeklagt, daß er am 5. April bl. IS. den Polizeidienern in Kostheim Widerstand leistete und dieselben mit Todtschießen bedrohte, auch wird ihm zur Last gelegt, daß er sich hier längere Zeit für den Albert KrauS auS Rohrmund auSgab. Die außer Pütz, Hock und Zimmermann Angeklagten, nämlich: die Büglerin Catharina Frohnhöser von Mainz, der Schneider Franz Frohnhöser von da, dessen Ehefrau, die Dienstmagd Katharina Hock in Kostheim, die Ehefrau des Musketier! Heinrich Brandscheid und der Taglöhner Johann Zimmermann in Kostheim find der gewerbs- und gewohnheitsmäßigen Hehlerei beschuldigt. Im GerichtSsaale sind gestohlene Gegenstände in solcher Anzahl auSgebreitet, daß man meinen sollte, el habe sich wiederum ein WaareuhauS aufgethan. Die Anklagebank bildet einen eigenthümlichen Anblick, indem zwischen den einzelnen Angeklagten Gendarmen Platz genommen haben. Dem Pütz, einem schmächtigen Menschen, scheint kein besonderes Vertrauen geschenkt zu werden, derselbe ist auch kunstgerecht gefesselt. Zur Sache vernommen, erklärt Pütz, er gebe die bereits zugeftandeuen Diebstähle zu, im Uebrigen gebe er keine Erklärung ab, man glaube ihm ja doch nicht. Aus Befragen, waS er getrieben habe, als er entsprungen war, sagte der dreiste Bursche, er habe sich die Welt angesehen. Auf weiteres Befragen, wovon er gelebt habe, sagte er „üom Essen und Trinken-. Die Diebstähle bei Lampe in Darmstadt, Bingen, Biebrich und im AmtSgerichtSgebäude in Offenbach gesteht Pütz zu. Als er verhaftet wurde, führte Pütz einen geladenen Revolver bei sich. Interessant ist, daß Pütz kurz nach seinem Entweichen tn Mainz verhaftet war, aber wieder laufen gelassen wurde. Damals führte er den Namen Kreuz. Mit Hock scheint er nicht gut Freund zu fein, denn auf diesen sucht er abzuladen. In Mainz sollte nicht bei einem Bankier, sondern bei dem Notar Gaßner gestohlen werden. Pütz gab zu, denselben mit Hock begangen zu haben. Zimmermann 'und Hock sind im Wesentlichen geständig. N. Hess. VolkSbl. ** Neue Tausendmarkscheiue. In der nächsten Zeit werden, wie amtlich bekannt gegeben wird, neue Tausend- mar ksch eine der RetchSbank zur Ausgabe gelangen, welche vom 1. März d. Js. datirt sind. Diese unterscheiden sich von den zuletzt ausgegebenen dadurch, daß auf der Vorderseite der Noten der rothe Controlstempel zweimal und zwar recht! und links von den Unterschriften angebracht ist- sodann sind die Nummern der Noten auch auf die Rückseite gedruckt und zwar am oberen und unteren Rande. Zur Herstellung der Noten ist ein dünneres Pflanzenfaserpapier als bisher verwendet. Im Uebrigen ist die Ausstattung der neuen Noten die gleiche, wie der bisher auSgegebenen. H. Garbeuteich, 13. October. Heute feierte der schon 29 Jahre auf dem Gießener Gaswerk beschäftigte Peter Weigand mit seiner Ehefrau Maria Katharine Weigand, geb. Schmandt, im SVreife seiner Familie daS Fest der silbernen Hochzeit. Grünberg, 10. October. Gestern Nachmittag wurde auf die hiesige Bürgermeisterei ein angeblich ausgesetztes etwa zweijähriges Kind gebracht, welches Bahnarbeiter in der Nähe ihrer Arbeitsstelle gefunden hatten. Glücklicherweise stellt sich jedoch später die Mutter deS Mädchens ein, um dasselbe wieder in Empfang zu nehmen, wobei sich die Sache folgendermaßen aufklärte: Die Frau, welche aus Ober- Ohmen stammt, war mit der Bahn von Mücke auS hierher gefahren, um ihrem Manne, der hier als Knecht thätig ist, Kleider zu bringen. Jedenfalls in der Hitze des Zungen- gefechtS hatte sie jedoch ihr Bündel im Warteraum zur Mücke liegen lassen, und erst hier beim AuSfteigen bemerkte sie den Verlust. Kurz entschlossen, eilte sie mit ihrem Kinde die Bahnstrecke entlang, um daS Vergessene zu holen. Unterwegs war ihr tooil daS Kind hinderlich, weßhalb sie eS an ein verstecktes Plätzchen setzte, wo daS arme Würmchen ihre Rückkunft abwarten sollte. Die Langeweile veranlaßte dieses wohl, auf Entdeckungsreisen auszugehen, wodurch eS von den Arbeitern bemerkt wurde. Wer beschreibt den Schrecken der Mutter, al! sie, voll Freude über ihr wiedergefundenes Bündel, zurückkam und daS Kind in seinem Versteck nicht mehr vorfand. Doch dürfte die auSgestandene Angst die gerechte Strafe für ihren Leichtsinn gewesen fein. Friedberg, 13. October. Heute Nacht um 21/i Uhr brach tn der Maschinenwerkstätte des Mechaniker! Reuß in der Haagkstraße Feuer au!, welche! tn kurzer Zeit da! Gebäude und die darin befindlichen Wagen und Geräthe zerstörte. Die Feuerwehr war rasch am Platze und löschte den Brand nach einstündiger Arbeit. n. Friedberg, 11. October. Die Actien-Zuckerfabrik „Wetterau" hat schon vor einiger Zeit ihren Betrieb eröffnet. ES besteht ein wesentlicher Unterschied zwischen den angelieferten Rüben von diesem und vorigem Jahr. Die diesjährigen kommen sehr rein hierher, während vorige! Jahr biS zu 70 pCt. Schmutz abgezogen wurden, auch find sie kleiner als die vorigjährigen, aber zuckerhaltiger. ES wurden schon Rüben mit 16 pCt. Zuckergehalt hierher gebracht. Da dte Fabrik bei 12 pCt. Zucker 60 Pfg. für den Cenrner, für jede! weitere pCt. 10 Pfg. mehr bezahlt, so macht da! in diesem Falle 1 Mk. für den Centner und einschließlich der Frachtvergütung 1 Mk. 3 Pfg. Außer diesem Betrag er- hält der Accordant auch noch an Futterschnitzeln 40 pCt. deS Reingewichtes der gelieferten Rüben gratis. Der Geldertrag ist also doch besser, als man annahm. Der diesjährige Erlös wird indessen wegen der geringeren Quantität hinter dem vorjährigen zurückbleiben. BN. Bon der Bahnlinie Beienheim-Salzhaufen-Nidda, 14. Octoder. Nun ist eS auch auf unserer neuzuerbauenden Linie lebendig geworden. Alle Hindernisse sind beseitigt, einige hundert Arbeiter befinden sich auf der Strecke, deren Anzahl im Frühjahre bedeutend vermehrt werden soll. Da man nicht wissen kann, welche Winterwitlerung eintreten wird und wie die Leute beschäftigt werden können, sieht man zunächst von einer größeren Anzahl ab. Bi! jetzt, bei dem trefflichen Octoberwetter, fördern die Arbeiten ungemein. Eine größere Anzahl Leute sind auS Bayern, auS dem Fichtelgebirge, ein anderer Theil stammt auS der Wetterou und dem Vogelsberge- eS sind vorzugsweise Bauhandwerker: Maurer, Zimmerer, Pflasterer, Weißbinder, welche in der Bauzeit nach Frankfurt gehen und dort Geld verdienen, im Winter aber zu Hause sind. Diese können jetzt auch im Herbste und Winter ihre Zeit gut verwerthen, waS bei den jetzigen Zeiten sehr gerne geschieht. Die Leute werden nicht in Taglohn, sondern tn Stundenlohn genommen. Die Arbeitsstunde wird mit 25 Pfg. berechnet. Damit bei den kurzen Tagen nicht zuviel Zeit mit dem Hin- und Herlansen zum Essen verloren geht, haben sich die Arbeiter zusammen getban und eine gemeinschaftliche Küche errichtet, wo eine gute und billige Kost hergestellt wird. Man sieht, daS Genossenschaftswesen äußert auch bei den Arbeitern feine gute Wirkung. Zwei Ingenieure, welche die Linie Beienheim Salzhausen- Nidda bauen, haben sich in Reichelsheim einquartirt. Tal Anfahren von Steinmaterial hat begonnen. Diejenigen Landleute, welche Gespanne haben, können während deS Winter! Geld verdienen. Man freut sich in der ganzen Gegend, baß die wichtige Sache angefangen hat unb einen so flohen Fortgang zeigt. n . Büdingen, 14. October. Im hiesigen Rathhaulsaal wurde am 9. b. MtS. eine außerorbentliche General- Versammlung bet Spar- und Leihkasse abgehalten, in der eine Commission, bestehend au! dem Vorstand unb- drei weiteren Mitgliedern, gewählt wurde, welche die vorbereitenden Arbeiten, insbesondere Ankauf be! Bauplatzes, für den am 24. August beschlossenen Neubau eines Dienst- gebäubeS für bie Kaffe vorzunehmen hat. Die Bausumme würbe in Höhe von 42,000 Mk. bewilligt. - k- AuS Starkenburg, 14. October. Daß sich da! Fahrrab schon längere Zeit bei bem Militär eingebürgert hat, ist eine bekannte Sache. Nun ist eS aber auch bei ben bürgerlichen Behörden dienstfähig geworden, denn die Ministerien haben dies ausdrücklich gestattet. Sowohl das Zweirad wie da» Dreirad darf benutzt werden- für Benutzung eine» solchen, einerlei ob eS gemietet, ober Etgenthum be» Fah- renben ist, wird Vergütung geleistet. Diejenigen Beamten, welche Pferbefouroge haben, ober lür ihre Reisekosten aver- fionirt finb, erhalten nichts, wenn sie ein Fahrrad benutzen. Lampertheim, 12. October. Gestern Nachmittag brach im Hause be! Herrn Dr. med. Feldhofen sen. abermals Feuer aus, welches sofort wieber gelöscht wurde. Die begleitenden Umstände veranlaßten die Verhaftung deS fünfzehnjährigen Dienstmädchens Anna Heckmann von Ludwigshafen, welche denn auch im ersten Verhör gestand, die Brände durch Fahrlässigkeit verursacht zu haben. ES gehört schon mehr als Leichtsinn dazu, innerhalb weniger Tage drei Brände zu verursachen und herrscht bie allgemeine Ansicht, baß fie bie Brände in böswilliger Absicht angelegt hat. Die eingeleitete Untersuchung wirb hoffentlich L cht in die Sache bringen. Heute Morgen wurde die Brandstifterin in da! Gesängniß nach Lorsch abgeführt. DermiWes. • Hanau, 11. October. Auch im südlichen Rur* Hessen ist die Maul- und Klauenseuche unter dem Rindvieh, Schweinen rc. in heftiger Weise ausgebrochen, namentlich in Großkrotzenburg und umliegenden Ortschaften, so daß das LandrathSamt für den Umfang des Amtsgerichts* bezirk» Hanau Stadt und Land GemarkungSsperre angeordnet hat. Ferner ist der auf nächsten Mittwoch, den 16. d. M., anstehende große Hanauer Herbstviehmarkt amtlich verbotet» worden. Ms. Saffel, 14. October. Der gestrige Nach tcouri e r- zu g Berlin-Kreiensen bezw. Hamburg-Bremen-Cassel-Frank- furt, welcher fahrplanmäßig 5 Uhr 25 Minuten Morgen! hier eintreffen muß, erlitt auf freier Strecke zwischen ben Stationen Dranöfelb unb Münden einen Unfall, inbem die Achse an einem Durchgangswagen, worin sich die Restauration befindet, brach. Zum Glück passirte weiter nichts, als daß eine längere Verspätung eintrat. Der befecte Wagen würbe auf ber nächsten Station ausgesetzt. Ms. Cassel, 15. October. Bei der hiesigen Kgl. Eisen- bahndlrection ist nunmehr auch bie sogenannte englische Arbeitszeit eingesührt, b. h. eS wirb von Morgen» 8 Uhr bis Nachmittags 3 Uhr burchgearbeitet unb bie Nach- mittagS-Büreanstunben fallen auS. — Hier wurden falsche Ein-Markstücke angehalten. Die Herkunft ist noch n'cht ermittelt. — Vermißt wirb hier feit einigen Wochen ein zwölf Jahre alter Junge auS einer hiesigen Hanbwerker- familie. Der Junge hat sich ohne Grunb von Haufe ent- fernt unb ist fettbem nicht wieber gesehen worben. Er trug braunen Anzug, graue Hose, Strohhut, rothe Cravatte. * Zur Waruuug für Mütter kann eine Verhandlung wegen fahrlässiger Tödtung bienen, welche kürzlich vor ber ersten Strafkammer beS LanbgerichtS I (Berlin) gegen bie Schuhmachersehefrau Clara Hermann stattfand. Die tiefgebeugte Frau gab folgende Schilderung von den der Anklage z» Grunde liegenden Tharsachen: Sie hatte weibliche Zwillinge besessen. In der Nacht zum 9. Juni, gegen 2 Uhr, sei sie aufgewacht. Sie habe nach ben Rinbern gesehen, bie bamall sieben Wochen alt waren unb nebeneinanber in ihren Bett- chen lagen. Als sie sich davon überzeugt hatte, daß die Händchen ber Kinber kalt waren, weil sie mit den Armen oberhalb der Decke lagen, legte bie Angeklagte die Arme unter bie Decke unb zog diese bis zum Munbe ber Kinber hinauf. Dann legte sie sich wieber nieber. Al» fie am andern Morgen erwachte, machte die Frau dte traurige Entdeckung, daß die Zwillinge entseelt in ihrem Bettchen lagen, fie waren unter die Decke geglitten und dort erstickt. SanitätSrath Dr. Mitten zweig begutachtete, daß die Kinder zweifellos ben Erstickungstod» erlitten hätten, man könne aber schwerlich ber Mutter einen Vorwurf machen, ba sie vielmehr recht sorgsam habe handeln wollen. Daß die Decke keinen Widerstand gegen baß Hinabgleiten mehr bieten würbe, habe bie Mutter, die ja außerdem wohl noch halb im Schlafe sich befunden habe, schwerlich überlegen können. Der Staatsanwalt beantragte aus Grund diese! Gutachten! die Freisprechung der unglücklichen Angeklagten, auf welche der Gerichtshof auch erkannte. • Begnadigt. Bor zehn Jahren wurde der Studiosus St- au» Sarstedt vom Schwurgericht zu Hannover wegen Er- morbung feine» Stiefvater» zum Tobe verurtheilt. Der junge Wann hatte zum Besuche bei seiner in zweiter Ede wieber verheiratheten Mutter geweilt und war wiederholt Zeuge gewesen, wie sein Stiefvater, ein brutaler Mensch, die •l, da- ft _9Uit »'S?* ZKr US b,J L “Malus ’»“Ä* 4‘ »»Ä B*» *XTi '. ^lb“8 8®eh0t / lör Benutzung k Aevthum des foL ,^Mtgr« Be°^, f*1 Wtifitoftta aver. ^hrrad benutzen «rn Nachmittag brach •mO]en sen. abnwalt : VW wurde. Du ? ^tthchung des fünf, heckmun von Ludwigt. lhSr gestand, bitMh iben. ES gehört schcc 16 weniger Tage drei die allgemeine «nfichi, bsicht angelegt ha,. Die "ich L cht in d/e Sache : Brandstisteck in iai I. f) im Mchru Ruf eufruche unter dm r Weist ausgrbrvche^ Mrgenden Ortichchrv, msang deS AmtSgnichitl irfungSlptnt angeordnu itttood}, den 16. d. SP. rrarft amtlich verbaler lrigeNachtcourter % Mn Marge irr Sttecke zwischen V einen Unfall, indem b wrtn sich dir Restauralu-. e weiter nichts, als hi )er defecte Wagen wml; der h/esigkn Sgl. Eisens sogenannte englisch! ! wird von Morgens rardckrt und die Nach' - hin wurden fische ,t her!unst ist°°ch-^ ■ seit einigen Dche vn « «'» N* @tiinb non 4«»l* * ,-Ikh-n »°-dm »«»l t* WM »'M s-’Ssk Äs-fe nbirn j7 *5 habe, i«f Grund M von ihm geliebte Mutter mißhandelte. Da reifte der Entschluß in der Seele deS jungen Mannes, den Stiefvater zu beseitigen. Bei günstiger Gelegenheit streckte St. den Peiniger seiner Mutter durch einen Gewehrschuß nieder und beendete die Leiden des verwundeten durch einen Stich in den Hals. Das Schwurgericht verurtheilte den jungen Mann zum Tode, auf dem Gnadenwege wurde das Todes- urtheil in lebenslängliche Freiheitsstrafe umgewandelt, welche St. im GerichtSgefänguiß zu Hannover verbüßte. Dort gewann er sich die besondere Zuneigung sämmtlicher Beamten und auf ein von der Direction befürwortetes Gesuch wurde er vom Kaiser begnadigt. Am Freitag wurde der einst zum Tode Verurtheilte der Freiheit und der Mutter zurück- gegeben. * Hannover, 14. October. In letzter Nacht erschoß in der Nothwebr mit seinem Dienstrevolver ein Crimtnal- schutzmann den 21jährigen Hausdiener Heinemeyer. Der letztere und vier Genossen hatten die Aufforderung deS Criminalschutzmanncs, sich von dem Platze zu entfernen, wo sie Scandal gemacht hatten, mit einem Angriff auf den Beamten beantwortet. * Heimgelemhtet. Primaner: „Gnädige Frau, Sie sind doch die schönste Blüthe in dieser herrlichen Früh- lingSlandschaft." — Dame: „Auch ich muß Ihnen das Com- pliment machen, daß Sie vorzüglich in die grüne Um gebung hinetnpaffen." Universität- * Nachrichten. Jena, 14 October. Der Staatsrechtslehrer Professor Brock- hauS ist heute gestorben. Citeratar und Knnft. — Russisch - polnische Beziehungen. Ein Abriß von Graf Leltwa. AutortstrteUeberfetzung von Arthur C. Arnold. Preis 1 Mk. 50 Pf. - „Der Titel eines Buches ist das Schicksal desselben", hat einst Jemand gesagt. Sollte dieser Ausspruch über alle Zweifel erhaben sein, so ist damit diesem Werke ein bösrS Prognosttkon gestellt, zum Nachtheile der Polen, deren Interessen eS so warm vertritt, zum Nachtheile der Deutschen, denen es einen Einblick in die inneren Verhältnisse Rußlands bietet, die aber so, da ihnen der Titel zu wenig verräih, vielleicht achtlos vorübergehen, zum Nachtheile der Unzufriedenen diesseits der Grenze, welche über Unterdrückung bitter klagen, nach Durchsicht dieser Schrift jedoch sich sagen müssen; „wie gut haben wir's, wie frei sind wir", und endlich zum Nachtheile deS Autors, der Jmmermanns Ausspruch „Freund, tm wüsten Marktgedrange braucht man seine Elnbogen" nicht kennt oder zu wenig beherzigt, obgleich er als Pole und Katholik in Rußland die Elnbogen Anderer oft genug fühlt. Schade wäre es um feine Worte, die edle Begeisterung, ächte Vaterlandsliebe und Mitleid mit den geknechteten Stammes- und Glaubensgenossen dictirt haben, schallten sie nicht so weit hinaus, wie jeder Freund deS Gülen und Feind des schlechten es wünschen muß. Mancher deutsche Pratestant wird das Buch vielleicht mit den Worten „was gehen mich die Polen, was geht mich der Katholicismus an?" bet Seile legen. Er thäte koppelt Unrecht daran, denn in Rußland giebt eS keinen Herrscher, dem man das volnische KönigSwort „Sam rex popaiorum, eed non conecientiaruml“ in den Mund legen könnte, und mit dem Schicksale der russischen Polen hat das der russischen Balten, der Nachkommen braver Hanseaten, Westphälinger, Mecklenburger, Pommern und Preußen verzweifelte Aehnlichkeit. Abgesehen von denjenigen Stellen, wo sich der Pole als Slawe fühlt und dementsprechend handelt und spricht, darf man in Leliwa« Abriß meistens getrost statt „Pole" „Balte"^und statt „Katholik" „Protestant" lefen." — Gastspiels unkerma nn. Anläßlich des b*.erstehenden Gastspiels des berühmten Reuter-DarstellerS und Komikers Augsusi Junkermann, Kgl. Württ. HofschauspielerS, wollen wir nicht Unterlasten, auf das von Herrn Junkermann herausgegebene »Humoristtkum^ aufmerksam zu machen. Eine prächtige Gabe herzerfrischenden HumorS hat Junkermann, der in Europa wie in Amerika gletchbeltebte Komiker und Reuter-Interpret, mit diesem nun schon in vierter, verbesserter Auflage erschienenen Buche geschaffen. Er hat darin eine Fundgrube köstlicher Perlen deS Vortrags zusammengetragen, von denen jede ein Treffer ist. Ebenso wird sich aber auch Jeder, der sich auf bloße Lectüre des BucheS beschränkt, daran erfreuen und erquicken, sodaß wir das Humoristtkum als ein gewiß überall willkommenes Geschenk bezeichnen dürfen. Junkermann trägt jedem Geschmack Rechnung und bietet sehr viele Original-Beiträge, manches bisher ungedruckte Stück. Man kann nicht sagen, daß wir Ueberfluß hätten an guten humortschen Sammelwerken, die dem Bedürfniß des Vortrags entgegenkommen. Oft genug hört man die Frage aufwerfen: Können Sie mir nicht eine Sammlung komischer Gedichte und flotter Profascherze nennen? Wer bisher in Verlegenheit war, dem ist nun geholfen. Die Antwort lautet: JunkermannS Humoristtkum. Möchte sich das Buch auch in jenen Kreisen, wo nach des Berufes ermüdender Pflicht ein Bedürfniß nach erheiternder Lectüre besteht, noch viele Freunde erwerben, und es sei daS „Humoristtkum" noch besonders jenen unserer Leser empfohlen, welche sich der dankbaren Aufgabe deS declamatorischen Vortrags unterziehen- sie werden vorzüglichen Stoff zu diesem Zweck darin finden. DaS Buch ist bei Levy ar: I Einmalige Lieferung: 6 Ctr. Aepsel, 160 „ gute Speisekartoffeln (mag- num bonum), 3 „ untererdige Kohlraben, iyt „ obererdige Kohlraben, 2'/, , Zwiebeln, 3/t „ rothe Rüben, ’/t „ Meerrettig, 3 „ Gelberüben, 11 „ Weißkraut, 40 Stück Rothkraut, 100 Stück Wirsing, 50 „ Lauch, 90 ,, Sellerie; II. Lieferung für den Rest des Etatsjahres 1895/96: 1. von Backwaaren, 2. „ Fleischwaaren, 3. „ Specereiwaaren, 4. „ Milch, 5. „ Butter und Eier, 6. „ Bier, 7. „ Wein, 8. „ Eis, 9. „ sog. Verbrauchsgegenftänden (Putzmaterialien, Schrupp- lappen, Bürstenwaaren rc.), 10. H Schreibmaterialien, 11. „ ca. 5000 Ctr. Coaks, 12. „ ca. 600 Ctr. Kohlen, 13. „ ca. 40 rm Holz, 14. das Reinigen der Wäsche für die Kranken und das Personal, 15. das Reinigen des Küchenheerdes, 16. das Reinigen der Senkgruben und das Fortschaffen des Kehrichts rc., 17. die Abgabe von Knochen und Gespül, 18. die Abgabe von leeren Flaschen. Die Bedingungen liegen an den Wochentagen, Vormittags von 9 bis 11 Uhr, auf dem Büreau der psychiatrischen Klinik (neben dem Bau büreau der psychiatrischen Klinik Frankfurterstr. 103) offen. Offerten sind versiegelt und mit genauer Aufschrift und Angabe derjenigen poa., auf welche submittirt wird, versehen, bis zum Montag, 21. October 1895, Nachmittags 3 Uhr, auf genanntem Büreau einzureichen. Zuschlag erfolgt am 26. Oktober 1895. Gießen, den 10. October 1895.’ Großh. Verwaltungs - Direction der psychiatrischen Klinik. ________Sommer._____8430 Mittwoch den 16. Dct. L I., Nachmittags 2 Uhr, werden im Biet«r'schen Saale — Neustadt 55 — versteigert: Sophas, Commoden, GlaS- u. Kleider, schränke, Tische, Spiegel, Bilder, Regulateure, 1 Nähtisch, 1 Nähmaschine, 1 Partie Kupferstiche, Oelbilder, Bilderrahmen, Porzellan- und Glaswaarrn, Siet trüge, 10 Eichenstämme, 10 Buchenbohlen, 2 Hobelbänke, 1 Ladeneinrichtung, 1 Schwein u. a. Versteigerung theilweise bestimmt. 8573 StiBUt, Gerichtsvollzieher. Donnerstag d. 17. M. L I., Nachmittags 2 Uhr, im und beim zu Gießen versteigere ich öffentlich gegen Baarzahlung: 2 Schweine, 1 Partie Nutzholz, eine Partie Heu, 1 Handkarren, 2 Hobelbänke, 1 Musikautomaten, Ladeneinrichtung, 1 Bett, mehrere Sophas, Bettstellen, 1 Silberschrank, 2 Commoden und sonstige Mobilien, ferner eine Anzahl Regulateure, eine Anzahl Bilder, diverses SUberzeug, 1 Posten Cigarren rc. Unmittelbar darnach an Ort und Stelle (Zusammenkunft im Adler): «in e&8«W«tt. Versteigerung vorauss.tbeilw. bestimmt. 8590________Gerichtsvollzieher. 6535] Ein« Ladenthek« und »w«i WertbLnk« tu verkaufen. M. Vogt Wwe., Wallthorstr. 8, UI. [8513 und Wintersaison. van Houten’s Cacao K. SchacfCF, Confection, Goethestr. 40, Ecke Ludwigstrasse. XIXIXXXXXXXXXXX IXIXXXXXXXXXXXX Promenadecostüme <■*—> Ball- und Gesellschaftstoiletten nach neuesten Pariser Modellen, werden geschmackvoll angefertigt. — Reiche Auswahl in Neuheiten für Herbst- Bester — im Gebrauch billigster« 8672 •• Probe-Local Bahnhofstrasse Nr. 1. Chocolade......per Tasse 10 Pfg. Milch-Chocolade „ „ 15 „ Geöffnet von Morgens 8 Uhr bis Abends 8 Uhr. Kunst - Ausstellung im Thurmhaus am Brand von Donnerstag den 10. d. Mts. ab wieder geöffnet. 8368 Neuester vervollständigter Placat - Fahrplan enthalt, die Fahrzeiten der auf den Stationen Oiessen, Frankfurt a. M., Cassel, Marburg, Friedberg, Lollar, Fron bansen, Wetzlar, Coblenz, Deetz, Fulda, Alsfeld. 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