189* Sonntag den 15. December Amts- nnd Anreigeblatt für bett Ttreis Giesze» Hrattsöeilage: chießener Aamilieniilatter ! _____-------■! TIMinTIIIFF—1■■■—»WM Amtlicher Theil haben alle Beiten - graffieren. Zett dem von Belfort ist heftiger als je. Das Bombardement Yu-rtf.hh i--t A6t>nKCM.*nts?r<-i»e 2 Mart 2U P'g :“it Ovinflcdobix Durch bte Pofi b kantschen LebenSverstcherungsgesellschaften vorzuwerfen?! Die deutsche R gierung hat nur deshalb die Einfuhr amerikani- scheu Rindvieh« zeitweilig verboten, weil sich in einem Trans- Porte amerikanischer Rinder daS gesährltche Texasfieber ge- zeigt hat. Und in Preußen ist den amerikanischen Versicherungsgesellschaften deshalb die Concession entzogen worden, weil sie sich den in Preußen geltenden Anforderungen in Bezug auf die jährliche Bilanctrung ihrer Geschäfte nicht fügen wollen. Wie kann ein Staat wie Preußen, oder gar daS ganze Deutsche Reich die Gesetze von den Amerikanern umgehen lasten, die selbst in ihrer Zollwuth die deutsche Waare so oft von dem amcrikanichcn Markte zu verdrängen gesucht haben? Und klingt durch die jüngsten amerikanischen Kundgebungen nicht abermals der Uebermuth der „Monroe- DocUtn* auch für den Handel durch? Amerika für die Amerikaner! Nun gut, dann wird es auch in Deutschland heißen: Deutschland für die Deutschen, und kein Pfund amerikanische Waare darf mehr über die deutsche Grenze, wenn Amerika daS Verbot der Einfuhr deutscher Waare auS spricht. Wohl würden dadurch auch der deutschen Industrie schwere Wunden geschlagen werden, aber die Amerikaner sollen dann auch fühlen, daß im Zollkriege Deutschland dem amerikanischen Handel Wunden schlagen kann, die wahrscheinlich noch schlimmer find. Statt Zollkrieg mit gegenseitiger Schädigung wird dann wohl auch von Amerika ein Handelsvertrag mit Deutschland mit gegenseitigem Nutzen vorgezogeu werden. deutschen Volksliedern aus dem 15., 16. und 17. Jahrhundert für gemischten Chor, op. 35", geschenkt hat, sind die Blüthen zu den reifen Früchten, die fein Weihnachtsoratorium uns bietet. Hiermit hängt eS auch zusammen, daß die Einzelnummern durchweg von großer Knappheit sind- nirgend« ein unnöthiger Aufenthalt oder eine ermüdende Länge. So hat gerade der Anschluß an die Alten dem Werke eine Form gegeben, die für die Gegenwart, welche die „göttlichen Längen" von Klassikern wie Händel und I. S. Bach nicht immer ganz ohne Murren erträgt, besonders geeignet ist. Aber auch in harmonischer Beziehung ist Herzogenberg nicht« weniger als archaistisch, und doch besitzt er daS sichere Ge- sühl für daS, was an Klagen der Neuzeit im Bereiche des Gottesdienstes gehört werden kann und was über den kirchlichen Ton hinausgeht. DaS Werk ist ausgesprochen modern und doch ausgesprochen kirchlich stilvoll. Dieser Doppel- character zeigt sich auch in der Verwendung der begleitenden Instrumente. Hier ist zunächst Rücksicht genommen auf die praciischen Derhältniste bet unseren Ktrchenchören und deß- halb Sorge getragen, daß das Werk unter Umständen auch bloß mit Begleitung von Harmonium, bezw. Orgel auf- geführt werden kann. Reicher wird natürlich der Ausdruck, wenn ein kleines Streichorchester htnzugenommen wird, wie es schließlich auch an kleineren Orten unschwer zu beschaffen ist. Größere technische Schwierigkeiten werden den Spielern nicht zugetraut, aber freilich verlangt die wunderbare Feinheit der vom Orchester gezeichneten Linien große Sorgfalt und Hingebung. Dann aber wird cS auch offenbar werdcn, daß hier ein Meister gewaltet hat, der im modernen Oichester Der Krieg von 1870|71, geschildert durch Ausschnitte suS ZettungS-Nummern jener Zeit (Nachdruck verboten.) 15. December. Alle Annoncen-Bureaur deS In- und Auslands« uchmca Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegn 16. December. Den Luxemburgern geht es Gießener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. Rr. 295 Drittes Blatt Bekanntmachung. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß sie nach § 6 des Reichsgesetzes vom 21. Juni 1887 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden ermittelten Durchschnittsmarktpreise, einschließlich eines Aufschlags von Fünf vom Hundert pro Monat November 1895 für den Lieferungsverband Gießen pro 100 Kg betragen: Hafer Mk. 13,80, Heu Mk. 5,50, Stroh Mk. 4,50. Gießen, den 10. December 1895. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Dft chtrßeaer Anj-iger erfdjnnl täglich, mit Ausnahme deS MontagS. Die Gießener DamittenStälter werben dem Anzeiger xvSchentlich dreimal deigelegt. Tage von Orleans nach Pau unterwegs gewesen, waren am Freitag nach Pau gekommen und hatten bis am Sonntag Nachts nichts als trockenes Brod und Waffer gehabt. Eine barmherzige Frau, Madame Krüger, bereitete sofort in großen Kesteln Kaffee und eilte io daS Gefängniß, ihn zu venhetlen. Sie äußerte, daß sie in ihrem Leben keine ähnliche Scene von Schmutz und Elend gesehen habe, als diese. Alle diese TyphuS- und Dysenterie-Kranken, theilweife mit furchtbaren Wunden bedeckt, krochen ihr entgegen, nur um etwas Warmes zu trinken zu bekommen. Einer dieser Aermsten, zu schwach, zu ihr hinzukriechen, streckte ihr die Arme entgegen. Sie ging zu ihm und setzte ihm die Tasse an die Lippen — aber sein Kopf fiel zurück und er murmelte: „ES geht nicht. Er vermochte das Dargebotene nicht mehr zu schlucken. Eine englische Dame, Mistreß G., miethete auf eigene Kosten ein HauS, wo sie vierzehn Mann umerbrachie. Auch Madame Krüger, welche Engländerin ist, handelt unermüdlich aufopfernd, da fie täglich zweimal mit Lebensmitteln zum Gefängniß ging und die Wunden dieser armen Leute verband. Auch ermüdete fie nicht, mit Bitten bei dem Präfecten und einigen franzöfischen Damen, daß fie in das Gefängniß gingen und fich selbst vom Stand der Dinge T.......- . „ . ■ überzeugten, und seitdem bessert fich die Lage allmälig. Jetzt zu Hause ist und mit geringen Mitteln Großes zu erreichen haben alle Beiten- barmherzige Schwestern pflegen die weiß. Auch die Chöre find nicht schwer, wohl aber verlangen Kranken, welche jetzt auch von den Verwundeten getrennt fie, um den gewollten Ausdruck zu ergeben, liebendes Sich' liegen. Einige haben die Blattern, die überhaupt hier zur versenken. Durchweg find sie vierstimmig- nur der letzte (Kempt. Ztg.) thetlt fich zum Doppelchor. Aber gerade dieses Stück, das auf den ersten Blick schwierig erscheint, singt fich wie von selbst. Auch den Solisten wird nichts wirklich Schwierige« an den Kragen. Bet ^getraut. Wer den Schütz'schen Evangelisten fingt, wird auch wurde ihnen von den | ben Herzogenberg'schen bewältigen. Diese Mitthetlungen beanspruchen nicht, ein annähernde« Bild zu geben von der wunderbaren Schönheit und holdseligen Innigkeit, die dieses Meisterwerk auSzetchnet. Wer fich davon eine vorläufige Vorstellung verschaffen will, lese den begeisterten Aufsatz, den ein thätiger Theilnehmer an der Aufführung vom 16. December (Professor Budde) der „Christlichen Welt" eingesandt hat. großen KrtegSgeschre- von 1867 Großmächten Neutralität verbürgt, sie haben aber diese Neutralität selber gebrochen. Bismarck behauptet daS in einer im Haag übergebenen Note und erklärt, für Deutschland gebe es kein neutrale« Luxemburg mehr. Er wirft den Luxemburgern vor, sie hätten auf alle Fälle für Frankreich Partei genommen, Transporte von Lebensrnitteln in die französische Festung Thionville geschafft, kurz auf allerlei Weise mit dem Feuer gespielt, und die Abrechnung heraus- i ' begeisterte Schilderung des in Kirchengesangveretns- gefordert. I f reif en und auch dahier hochgeschätzten Professors Spitta ' '' 11,11 hat auch unseren evangelischen Kirchengesangverein gelockt, sich „Die Geburt Christi", an dem Werke zu versuchen. Soweit fich nach den bisherig» Kirchenoraiorium von Heinrich von Heizogenberg. I Proben beurtheilen läßt, hat Professor Spitta wirklich nicht z~rfllr x zu viel darüber gesagt. Da der Ktrchengesangverein da« Voojiubj Werk mit begeisterter Hingabe einttbt, da ferner tüchtige Diese Skizze des Herzogenberg'schen Weihnachtsoratoriums Solisten von auswärts, sowie geschätzte Kräfte von hier für zeigt zunächst, daß eß sich dabet um kein Concertstück handelt, @oU unb Streichquartett gewonnen find, darf wohl erwartet sondern um evangelische Kirchenmusik im vollen Sinne des ^den, daß daß herrliche Werk auch durch die bevorstehende Wortes. Die nächstliegenden Parallelerscheinungen sind die Aufführung zu seiner Geltung kommen und so sein Theil von Friedrich Zimmer im Verlage von Brettkopf u. Härtel b tragen wird, die fromme festliche Weihuachtßsttwmung herausgegebenen „Kirchen • Oratorien und -Cantaten" von |n $ wecken. Schütz, Albert Becker, Brrnecker, Franke, Schwalm, Succo. ______________ __ Allen diesen Werken ist eß etgenthümltch, daß die Gemeinde bet der Ausführung activ betheiligt ist. Bet Herzogenberg Dlsen°tz 72 075 H-cE'r^Jn Born der alten Volks,hümUchen Äaioctät und Frömmigkeit SleiubruchnSchstBudapest erzeugt«°t°»Dr.her 410,238Hecto geschöpst hat. Die reizenden «rdeiten, di- uns H-rzog-nberg liter. Die Brauerei „Zurr> Schulthetß in Berlin weist -ine mit den „ßroMf deutschen geistlichen Bolksltedern fät vier. Productionsziffervon 433,435 H-ct°ltt-rn aus. In Ungarnbe stimmigen gemischten lihor, op. 28«, und den «ZwSls I st-h-n S» Brauereien, die 1,585,044 Hectoliter prodncirtc». (en! 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