Nk §38 Erstes Blatt. Samstag den 15. Juni 189$ Zlints- und Anzeigeblutt für den Tkreis Giefzen Hratisöeitage: Gießener Iamilienbtätter. Deutscher Reich Unnahme von Anzeigen zu der Nachmittag» für de» folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Bonn. 10 Uhr. Vierteljähriger avounementsprelr: 2 Mark 20 Psg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Psg. Redaction, Expedition und Druckerei: SckfutstraßeWr.l. Fernsprecher 51. Der ^tefienet Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener Dsamttienvtäiter werden dem Anzeiger möchentlich dreimal beigelegt. Wolffs telegraphisches Correfvondenz-Bureau. Berlin, 13. Juni. Der „Berliner Correspondenz" zufolge ist der Polizeipräsident Windheim zu Stettin zum Polizeipräsidenten von Berlin ernannt worden. Berlin. 13. Juni. Wie die „Kreuzztg." meldet, wird Major von Wißmann am 24. d. Mts. dem Großherzog von Sachsen-Weimar einen Besuch machen und dann nach Neapel fahren, von wo er die Reise nach Ostafrika antritt. Berlin, 13. Juni. Seit 7 Uhr Abends steht der in der Köpenicker Vorstadt belegene Bictoriaspeicher, der Heu, Möbel, Getreide, Spiritus und andere leicht brennbare Stoffe enthält, in jFlammen. Sämmtliche Reserven der Feuerwehr sind herangezogen. Mehrere Feuerwehrleute wurden verletzt, drei von ihnen in ein benachbartes Krankenhaus geschafft. Infolge des Windes sind die benachbarten Gebäude gefährdet. Berlin, 13. Juni. Die Agrarcommission des Abgeordnetenhauses beschloß, die Staatsregierung zu ersuchen um ein Einfuhrverbot oder vierwöchige Quarantäne gegen die Viehseucheneinschleppung, um strengere Controlle eingefithrter Thierproducte, Verbot oder Beschränkung deS Haufirhandels mit verdächtigen Gegenständen, obligatorische Buchführung der Viehhändler über Herkunft und Verbleib des Viehes und um Errichtung von Sammelstellen an Haupt- Bahnstationen, Reinigung und D-Sinftciton aller Transportmittel, Theilnahme der Agrar-Jnteressenten an der Beau,, flchtigung der Viehschlachthöft, Preisnotirung nach Lebendgewicht durch vereidigte Makler uud strafrechtliche Ahndung fttr Beetn- I fluffung der Preisnotirung. Leipzig, 13. Juni. Von den strtkenden Maurergesellen haben dem „Leipziger Tageblatt" zufolge bereit- 400 die Stadt verlaffen. Das von den beiden Parteien an- gerufene Gewerbegericht übernahm die Herbeiführung einer gütlichen Einigung. Demzufolge beschloß heute Vormittag eine Maurerversammlung, drei Vertreter in das zu bildende Einigungscomitö zu entsenden. Brüffel, 13. Juni. Die Repräsentantenkammer nahm mit 77 gegen 67 Stimmen bei vier Stimmenthaltungen die von der Regierung vorgeschlagenen Zölle von 2 Franc- auf Mehl und von 4 Francs auf Hafermehl an. Aus den Verhandlungen der Ersten । Kammer der hessischen Stände. nn. Darmstadt, 13. Juni. •. Um Voll Uhr trat die Erste Ständekammer zu einer Berathung zusammen, um zunächst über das Einkommen- steuergesetz zu beschließen, wie es von der Zweiten Kammer genehmigt wurde. Nach einer kurzen Debatte wird daffelbe nach den Beschlüffen Zweiter Kammer einstimmig angenommen. Damit ist der erste Schritt zu einer Steuerreform gemacht und es ist eine erfreuliche Thatsache, daß sich beide Häuser über die schwebenden Punkte noch in letzter Gießener Anzeiger General-Mnzeiger. obige Feier an die Direction der Main-Neckarbahn gewendet, ist aber abschlägig beschicken worden, weil die preußische Bahnverwaltung ihr Einverständniß nicht gegeben habe. !Der . Ausschuß empfehle trotzdem das Ersuchen der Regierung zur Berücksichtigung und hoffe derselbe, daß dasselbe gewahrt | n^rde. — Abg. Vogt bedauert den Bescheid der Main-Neckar« , bahn. Das gleiche Gesuch fei von der Ludwigsbahn genehmigt worden. Hier sehe man wieder, daß diehessische Regierung selbst bei der staatlichen Main-Neckarbahn n cht Herr im eigenen Hause sei. Dieses Verfahren se nicht gerechtfertigt gegenüber Leuten, welche ihr Leben für das gesammte Wohl des Vaterlandes in die Schanze geschlagen hätten. Baden, Bayern, Sachsen und Württemberg habe freie Fahrt gewährt und hoffentlich werde Hessen nicht zurückstehen. — Abg. Wasserburg will sich dieses Vorgehen der Main>Neckarbahn hinter die Ohren schreiben, um bet der Er würde es sehr bedauern, wenn man die Wünsche unserer I Veteranen von 1870, die ihr Gut und Blut Mr daS Vaterland geopfert haben, nicht berücksichtigen werde. 8 Abg. Schröder ist voll und ganz der Meinung des Herrn I Vorredners. Er hat die Meinung und Hoffnung, daß die I Reaierung alles thut, was sie kann. Die Aeußerung de | Herrn Wasserburg wegen der Ludwigsbahn gehöre woht | nicht hierher. Er wolle aber bei dieser Gelegenheit doch I Heworheben, daß gerade die Main-Neckarbahn eines der I schwerfälligsten Institute der Neuzeit sei. Er ; I daß Baden schon längst für das reisende Publikum Ver- I günsttgunqen z. B. von Kilometerbilleten u. s. w. eingeführt I habe, während man auf der sich gut rentirenden Mam-Neckar- I bahn Nichts von allen den Fortschritten wahrnehme. Hier I sei es an der Zeit, daß diese Frage einmal w der Kammer I lur Sprache gebracht werde. Die Kammer beschließt ein« I stimmig, das Gesuch der Regierung zu empfehlen. I Nunmehr tritt das Haus in die wiederholte Berathung I d-s Forstschutz-GesetzeS ein. Ministerialrath Uftnger I giebt die Erklärung ab, daß die Großh. Regierung die Vor- I läge, wie sie aus den Beschlüffen Erster Kammer hervorgegangen sei, nunmehr als 3te(fferunQ6bodage an^e. Hierdurch gebe sich die Regierung der Hoffnung hm, daß durch die I Vorlage, nachdem sie dem Hause zum dritten Ma e in anderer Form zugehe, alle Wünsche desselben jetzt befriedigt seren und । daS Gesetz unter Dach und Fach gebracht werden könne. Der von dem Abg. Metz-Darmstadt gestellte Antrag, für Aufbesserung der Gehalte der Forstwarte 10000 Mark zu bewilligen, sei für die Regierung unannehmbar. Er bitte daher wiederholt und dringend Namens der Regierung, den Beschlüffen Erster Kammer beizutreten. Abg. Kö-hler protestirt zum dritten Male gegen dieses Gesetz Namen- | seiner Wähler. Er hofft, daß die Zeit kommt, wo nicht nur Gemeiudesorstwarte, sondern auch Obersöttter von der Gemeinde gewählt würden. Das vorliegende Gesetz sei ein rein soctalistisches, das Alles centralisire. Er will das I Recht der Selbstverwaltung nicht geschmälert wissen. Er I wird gegen die Vorlage stimmen. Abg. Ullrich spricht sich für Annahme der Vorlage aus, da für ihn der springende I Punkt die Aufbefferung der Verhältniffe der Ge"iemdeforst- warte bilde. Die Abgg. Osann und H ° °/-Offenbach find gegen die Vorlage, der Abg. Bahr ebenfalls. Er wirft der Forstverwaltung Willkürlichkeit in der Besetzung d r Stellen der Forstwarte und Oberförster ^or. Ministerialrath Muhl bezeichnet die Behauptungen des Abg. Bahr als unwahr. Abg. Köhler wird, weil er die Erklärungen vom RegierungStisch als Verdrehungen bezeichnet, zur Ordnung gerufen. Im Weiteren beschuldigt er indirect den Abg. I Osann des Wortbruchs bei der Abstimmung über die Handelsvorträge. Abg. Osann erklärt diese Insinuation für eine Unverschämtheit. Er thue, was er für Recht halte und scheue sich^vorNiemand. Abg. Köhler wird hierauf nochmals zur Ordnung gerufen und droht der Präsident, die S^ung abzubrechen. Nach erfolgter Abstimmung wird das Gesetz mit 24 gegen 21 Stimmen abgelehnt. Der Antrag Osann und Genoffen, die Organisation der Baubeamten betr., wird einstimmig für erledigt erklärt. Ein Antrag des Abg. Haas- Offenbach, staatliche Unterstützung der erweiterten Volksschulen in den Landstädten und Landgemeinden betr., wird nach einer Erklärung des Geh. Staatsrath Knorr, der die Undurchführbarkeit betont, mit 16 gegen 15 Stimmen abgelehnt. Nach Erledigung einiger kleiner Gegenstände vertagt sich hierauf die Kammer bis Herbst. ^Berlin, 13. Juni. Der Zeitpunkt der sei erlich en Eröffnung des Nord-O sts ee«Canals ist endlich herangenaht. Die letzten Vorbereitungen für die imposante Einweihungsfeier sind beendigt, Kaiser Wilhelm selbst hat sich durch seinen jüngsten Besuch in Kiel davon überzeugt, daß Alles für die Canalfeierlichkeiten wohl vorbereitet ist. Bereit- find auch die ersten fremdländischen Gäste in der so hertlich gelegenen Feststadt an den deutschen Ostseegestadeu eingetroffen, nämlich das österreichisch-ungarische Geschwader- dasselbe fand in Kiel einen besonders herzlichen und sympathischen Empfang. Der Kaiser und die deutschen Bunde-, sürsten langen, wie bekannt, im Laufe des nächsten Mittwoch in Hamburg an, wo der Reigen der Canalfestlichkeiten de- oinnt auch die erwarteten fremdländlichen Fürstlichkeiten ! treffen am genannten Tage in Hamburg ein. Am nächsten I Taae geht von Brunsbüttel aus die Eröffnungsfahrt durch den Canal vor sich, an sie reiht sich Abends in der Kieler Marineakademie das große Ballfest zu Ehren der ausländischen Marineoffiziere an. Der Freitag ist der eigentliche Festtag, er bringt die Schlußsteinlegung am Nordufer der 1 Holtenauer Canalmündung, die große Flottenparade und daS vom Reich gegebene Festessen. Am Samstag^findenManöver der deutschen Flotte unter persönlicher Leitung des Kaiscrs vor den fremden Flottenabtheilungen statt, Abends ist Prunk täfel im Kieler Schlosse, mit welcher die festlichen Veranstaltungen ihren Abschluß erreichen. . _ Das preußische Abgeordnetenhaus setzte Qm Mittwoch die zweite Lesung deS Stempelsteuergesetzes fort. ES gelangte zunächst die Tarifnummer 2 (Abtretung von Rechten), welche bereits in der DienstagSfitzung theil- weise erledigt worden war, zur vollständigen Annahme, .jn der weiteren Mittwochsdebatte sanden noch die Tarifnum- mern 1, 3 und die folgenden Nummern bis zu Nr. 2d, welche gestrichen wurden, Erledigung. Die Verhandlungen gestalteten fich ungemein verwickelt, da der Berathungsstoff | schon an sich schwierig war, während außerdem noch zahl- I reiche Abänderungsanträge gestellt wurden. Im Allgemeinen gelangten die meisten Tartfnummern in der Eommfffions- fassuna, die hie und da durch Amendements eine modificirte Form erhielt, zur Annahme. Am Donnerstag erörterte das Haus die weiteren Theile des Stempelsteuergesetzes. __ Alle Annoncen-Burcaux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „G'-ß-ner Anzeiger" entgegen. die Kammer... I Aus den Verhandlungen der Zweiten Kammer der hessischen Stände. nn. Darmstadt, 12. Juni 1895. Die Verhandlungen beginnen um 9 Uhr. Nach Ver- Kündigung einer Reihe neuer Einläufe tritt die Kammer in Sie Berathung deS Antrags des Abg. Hirsch, die Errich- I tung einer landwirthschaftlichen Winterschule n WormS betr. Nachdem sich die Stadt Worms bereit erklärt hat. die für diese Schule erforderlichen Räumlichkeiten zu stellen, beantragt die Gr. Regierung für den Gehalt de« Lehrers 3250 Mk. und als sachliche Kosten 1000 Mk. Ohne Debatte und einstimmig stimmt die Kammer dem Ansinnen der Regierung zu. - , Qu einer Vorlage der Gr. Regierung, die Berech- nung der Dienstzeit der an Erziehungs- und). Besserungsanstalten verwendeten Volksschullehrer und Volksschullehrerinnen betr., beantragt der Ausschuß, dem Antrag zuzustimmen, dem zweiten Punkt der Vorlage aber hinzuzufügen, daß es der Regierung überlasten bleibt, bei Pensionirungen die Gehaltsfestsetzungen, welche zwischen der Kreis- oder Gemeindeanstalt und dem betr. Lehrer vereinbart worden sind, in besonderen Fallen insoweit ru berücksichtigen, als sie die im Artikel 6 des Gesetzes über die Gehalte der Dolksschullehrer vom Jahr 1878 festgesetzten Maximalgehalte nicht übersteigen. Dieser Antrag findet einstimmige Annahme. _ , . m Ebenso findet das Ansinnen der Regierung auf Verwendung von 20,000 Mk. behufs käuflicher Erwerbung und Instandsetzung eines für Zwecke des Steuercommis- fariatS geeigneten Wohnhauses zu Beerfelden «ach Empfehlung deS Finanzausschusses die Annahme deS Hauses. Ein dringliches Ersuchen des Abg. Vogt u. G e n., Gewährung einer Fahrpreis - Ermäßigung sür die hessischen Veteranen bei der im August d. I. in Darmstadt stattfindenden Gedenkfeier von 1870/71 betr., aibt zu einer lebhaften Debatte Veranlaffung. Nach dem mündlichen Bericht des Abg. Wolfskehl hat sich der Der- band „Hassia" mit dem Gesuch um Fahrpreisermäßigung für die Stunde geeinigt haben. Den weiteren Gegenstand bildete der Antrag Osann 7°sU,ch-n ÄÄ I ÄnÄWW« d^hr-n schreiben um bei der »- fischen Strecken dn?ch den Staat Im Jahre 1896, sali« Verstaatlichung der Hesse chm Ludwlg-bahn sich M i>en B« WNE-MZ WWW-Z sich für den ersten Theil des Antrages aussprechen. Was macht werden, doch sicher Ne ^nej?nu9un8 nnt,r(,r den zweiten Theil betrifft, so ist er dagegen, erstens wet die Regierung und auch die Zweite Kammer noch kein Gebot gemacht habe und weil er diesen Antrag vom Rechtsstaud punkte aus für undurchführbar halte. Präsident G o r z spricht sich in gleichem Sinne aus. Fürst Jseuburg- Birstein wünscht eine baldige, für beide Thetl^gütltche Regelung. Staatsminister Finger, Flnanzminister Weber, | sowie Ministerialrath Mtchell legen den Standpunkt der Staatsregierung dar, die auch heute noch gewillt sei, zu annehmbarem Gebot die Hand zu bieten. So wie die Sache seither betrieben worden sei, könne es nicht weitergehen. Preußen werde mit der Verstaatlichung ebenfalls vorgehen Nachdem nochmals Präsident Görz und Geh. Rath Michell gegen baß Vorgehen der Regierung Protest eingelegt, wird der erste Theil des Antrags gegen 5 Stimmen, der zweite Theil gegen 6 Stimmen angenommen. Ein weiterer Antrag des Fürsten Jsenburg-Birftein, daß die Uebernahme der Bahn nur gegen Sicherstellung der Kaufsumme in einer der Regierung geeignet erscheinenden Höhe erfolgen soll, findet gegen 6 Stimmen Annahme. Nach Erledigung einiger weiterer Anträge vertagt sich Paris, 13. Juni. Die Einnahme von Mevata- n ana durch die französischen Truppen erfolgte am 9. d. M. Morgens. Das Granatfeuer zweier Gebirgsbatterien hatte genügt, die Hovas zur Flucht zu veranlasien. Zwei franzö- si'che Schützen wurden leichtverwundet. Die Truppen müssen große Strapazen aushalten. Die Kanonenboote fahren ohne Schwierigkeiten den Fluß hinauf. Paris, 13. Juni. Die „Libertv" meldet: Heute Nacht wurden an mehreren Straßenecken des Montmartre-Viertels Affichen angeklebt, in denen die Bürger aufgefordert wurden, während der Kieler Feste vor der Straßburg- Statue zu manifestiren und Fahnen mit Trauerschleifen aus den Fenstern auSzustecken. Schutzleute rissen die Plakate ab. Auf erhobene Beschwerde entschied der Polizeipräfect, daß derartige Plakate künftighin nicht mehr abzureißen seien. Yokohama, 13. Juni. (Reuter.) Amtlich wird gemeldet, daß in Pei-Teh-Fu und Tamsui auf Formosa Ruhe herrscht. Die Ordnung wird jetzt von den japanischen Behörden aufrecht erhalten. Die japanische Verwaltung ist officiell in Kraft getreten. Depeschen deS Bureau „Herold". Berlin, 13. Juni. Dem „Localanzeiger" zufolge hat sich der Kaiser bereit erklärt, daS Protectorat über sämmtliche Berufsfeuerwehren Preußens zu übernehmen. Es soll aus diesem Anlaß für eine 25jährige Dienstzeit der Feuerwehrmannschaften ein Ehrenpreis gestiftet und iür sonstige außergewöhnliche Leistungen ein besonderer Orden verliehen werden. Berlin, 13. Juni. Der Reichskanzler Fürst Hohenlohe wurde heute Vormittag vom Kaiser zum Vortrag empfangen. Berlin, 13. Juni. Die Kaiserin wird mit den kaiserlichen Kindern den bereits früher in Aussicht genommenen v erwöchentlichen Aufenthalt auf Schloß Urville in Lothringen, wie dem „Berliner Tageblatt" auS Straßburg gemeldet wird, Anfang August antreten. Berlin, 13. Juni. Heute Mittag 12 Uhr traf der Kronprinz von Schweden im Neuen Palais bei Potsdam zum Besuche des Kaiserpaares ein. Berlin, 13. Juni. Von der Mehrheit der Bundesregierungen liegen die Erwiderungen auf die Anfrage des Reichskanzlers wegen der Einberufung einer internationalen Währungs-Conferenz vor. Ein Theil lautet, w e die „Nationalzeitung" hört, im Allgemeinen so, daß die Reichsregierung nicht gerade Widerspruch gegen den Erlaß der Einladungen daraus zu entnehmen braucht, aber nirgends macht sich ein wirkliches Verlangen darnach geltend. Vielmehr tritt auch in der Erklärung solcher Regierungen, welche der Einberufung einer Conferenz nicht widersprechen, die Ueberzeugung hervor, daß kein positives Ergebniß einer solchen zu erwarten sei und daß Deutschland keinen Grund habe, seine Währungsordnung zu ändern. Andererseits sind eine Anzahl von Bundesregierungen als entschiedene Gegner dieser Münzconferenz aufgetreten und von mehreren anderen Regierungen ist eine Rückäußerung noch nicht eingegangen, darunter diese größerer Bundesstaaten, von denen bekannt ist, daß sie dieser Conferenz ebenfalls mit Nachdruck widersprochen. Berlin, 13. Juni. Zu der Verfügung über die Aufhebung der Privatkrankenanstalt Mariaberg ist, wie osficiös mitgetheilt wird, zu bemerken, daß dadurch der Fortbestand der klösterlichen Niederlasiungen nicht berührt wird. Hingegen ist den Alextanern zu Mariaberg die Be- fugniß zur Behandlung von Kranken entzogen worden. Berlin, 13. Juni. Die Töpfergesellen hielten gestern Abend eine zahlreich besuchte Versammlung ab, um über die Lohnfrage in diesem Jahre zu berathen. Seitens der Töpferinnung wurde constatirt, daß die Löhne um 10 pCt. zurückgegangen wären. Es wurde vorgeschlageu, diese Lohnkürzungen durch einen Strike zu pariren. Der Generalstrike, welcher vorgeschlagen war, wurde abgelehnt. Dagegen wurde beschlosien, von Montag den 17. dss. MtS. an nur da zu arbeiten, wo der Lohn von 1886 voll und ganz bezahlt wird. Autonienhütte, 13. Juni. Die heutige Beisetzung der Opfer der Gruben-Katastrophe erfolgt auf Kosten des Grafen Henkel von Donnersmarck. Kattowitz, 13. Juni. Als Ursache der Katastrophe in der Gottessegen-Grube wird der Durchbruch von Gasen und Feuer aus dem Brandflötz Antonie ermittelt. In Fachkreisen wird behauptet, die Opfer der Katastrophe hätten gerettet werden können, wenn der Schacht Seilbeförderung gehabt hätte. Paris, 13. Juni. Eine gut informtrte Quelle will wissen, daß der französisch-russische Vertrag die gegenseitige Hilfe für den Fall eines Angriffs enthalte, das Versprechen der Integrität der Türkei aufrecht erhalte und den Sultan von dem Dreibund fernzuhalten suche. Ferner enthalte der Vertrag das feste Vorhaben, den provisorischen status quo im Mittelmeer nicht zu ändern, um England nicht in die Arme des Dreibundes zu treiben. Marseille, 13. Juni. Gestern wurden in Blidah in Algerien fünf Eingeborene htngerichtet, welche zwei ausländische Reisende ermordet hatten. Madrid, 13. Juni. Heute wird ein Theil der von dem Marschall Martinez Campos verlangten Verstärkung nach Cuba abgehen. Der Marschall hat Havannah verlaffen und sich nach Nuevitas begeben. Loudon, 13. Juni. Aus Rom wird dem „Daily Chronicle" gemeldet, der Papst habe den Plan, die anglikanische mit derrömischenKirche zu vereinigen, nicht aufgegeben- im Gegentheil beabsichtige der heilige Vater, ein Conctl aller englischen Bischöfe einzuberufen, dessen Aufgabe eS sein soll, über die Wiedervereinigung der beiden Kirchen zu berathen und zu beschließen. Washington, 13. Juni. Eine Proclamation Clevelands fordert die amerikanischen Bürger auf, in der cu baut scheu Angelegenheit strikte Neutralität zu bewahren. Schwurgericht. W. Gießen, den 13. Juni 1895. Heute verhandelte das Schwurgericht gegen den am 19. Mai 1857 geborenen Karl Ochsenhirt von Düdelsheim wegen wissentlichen Meineids. Die Anklage vertritt Erster Staatsanwalt Herr Dr. Güngerich, als Verteidiger ist Rechtsanwalt Herr Dr. Jung zur Stelle. Im April d. I. fand vor dem Schöffengericht zu Büdingen eine Verhandlung gegen Georg Hamel von Calbach wegen Körperverletzung statt. Hamel gab damals zu, dem Ochsenhirt die Körperverletzung beigebracht zu haben, behauptete aber, vom Verletzten zuerst geschlagen worden zu sein. Dieser, als Zeuge vernommen, stellte es unter seinem Eide entschieden in Abrede, zuerst geschlagen zu haben, trotz des eingehendsten Vorhaltes des Schöffenrichters. Darauf hat später in der Verhandlung noch ein anderer Zeuge, Namens Deringer, die Thatsache, daß Hamel zuerst geschlagen worden sei, ebenfalls bekundet. Hierauf wurde der Ochsenhirt noch einmal vorgerufen und gestand zu, dem Hamel thatsächlich zuerst eine Ohrfeige versetzt zu haben. Dieses ist der Gegenstand der heutigen Anklage. — Der Angeklagte, vom Vorsitzenden vernommen, erklärt heute, daß sein vor dem Untersuchungsrichter abge- gegebenes Protokoll richtig sei- dasselbe war vorher verlesen worden und enthält das Geständniß, daß Ochsenhirt zugesteht, vor dem Schöffengericht darum den dem Hamel gegebenen ersten Schlag auf den Kopf nicht angegeben zu haben, weil er dieses auch in seiner vorher vor dem Bürgermeister abgegebenen Erklärung nicht angegeben hatte. Er will aber, als er beim Bürgermeister sein Protokoll abgab, sich dessen nicht bewußt gewesen sein. Erst als der Zeuge Deringer vor den Schöffen die Behauptung aufgestellt, sei ihm die Sache wieder eingefallen. Den Geschworenen werden folgende Fragen vorgelegt: 1) Hat der Angeklagte vor dem Schöffengericht Büdingen wissentlich ein falsches Zeugniß abgelegt (§ 153—54 deS R. - Str - G.)? Im Fall der Bejahung der Frage 1: 2) Konnte die Angabe der Wahrheit dem Angeklagten eine Verfolgung wegen eines Vergehens zuziehen (§ 157, Absatz I, des R.-Str.-G.)? 3) Hat der Angeklagte, bevor eine Anzeige gegen ihn erstattet war und bevor ein Nachtheil für einen Anderen aus seiner falschen Aussage entstanden ist, seine falsche Aussage vor derjenigen Behörde widerrufen, vor der er sie abgegeben (§ 158 des R.-Str.G.)? Im Fall der Verneinung der Frage 1: 4) Liegt im vorliegenden Fall nur ein Versuch zum Verbrechen des Meineids im Sinne des § 43 des R.-Str-G. vor? 5) Hat der Angeklagte die Ausführung der beabsichtigten Handlung aufgegeben, ohne durch Umstände an der Ausführung derselben gehindert zu sein, welche unabhängig von seinem Willen waren (§ 46 des R. - Str. G.)? Im Fall der Verneinung der Frage 5, bei Bejahung der Frage 4, als Fragen a und b werden an die Geschworenen, auf Antrag der Vertheidigung, noch die Fragen 2 und 3 gestellt. Erster Staatsanwalt Herr Dr. Güngerich plaidirt auf wissentlich, falschen Eid. ES sei das Verbrechen ein vollendetes, sobald der mit dem Eide etwas Unwahres Bekräftigende vom Richter zum Abtrelen veranlaßt sei. Die zweite und dritte Frage bejahe auch er und bitte er die Geschworenen, die drei ersten Fragen zu bejahen. Redner beleuchtet die vierte und fünfte Frage in Verbindung mir der vorliegenden Thal vom juristischen Standpunkt. Zwar gestehe er zu, daß sich Theorie und Praxis über die vorliegende Materie nicht einig seien, aber er macht auf die Consequenzeu aufmerksam, die daraus folgen könnten, wenn einem vorher in Eid genommenen Zeugen gestattet werden sollte, eine erst in Abrede gestellte Thatsache widerrufen zu können, wenn ihm im Laufe der Verhandlung das Unhaltbare seiner Angabe durch andere Zeugen, die später als er in seiner Gegenwart vernommen werden, klar würde. Der Vertheidiger gibt den Geschworenen an die Hand, im Fall sie etwa das Versuchs-Delict (Frage 4) bejahen und die Frage 5 verneinen sollten, die Fragen a und b zu Gunsten seines Clienten zu bejahen. — Erster Staatsanwalt Herr Dr. Güngerich krttifirt die von der Vertheidigung angeführte Reichsgerichtsentscheidung, um darzuthun, daß dieselbe nur zum Theil auf diesen Fall passe. Er weist auf eine andere Entscheidung des höchsten Gerichtshofes hin und verliest dieselbe, wo der Fall analog wie der hier vorliegende war und wo die Entscheidung seine Ansicht, daß der Angeklagte das Verbrechen vollendet hat, ganz bestätigt. Auch Ohlshausen, Meyer, Werner und andere RechtSlehrer theilen seinen Standpunkt. Herr Rechtsanwalt Dr. Jung führt den Geschworenen vor, welche Consequenzen es haben würde, wenn die Ansicht der Staatsbehörde im vorliegenden Fall recht wäre. Jeder Mensch würde dann leicht in die Gefahr kommen, auf die Anklage wegen Meineid sich verantworten zu müssen, wenn er, unter seinem Eide vernommen, etwas aussage, was er im Laufe der Verhandlung zu berichtigen sich veranlaßt fühlt. Die Geschworenen hätten sich aber nicht um die Consequenzen ihres Wahrspruchs zu kümmern, dieses sei Sache des Gesetzgebers. Herr Dr. Jung weist noch einmal auf die Ansicht des Prof. v. Liszt hin, der sich für seine (des Vertheidigers) Ansicht als die richtige ausspricht und wenn unter den Gelehrten und Practikern über eine so schwerwiegende Frage Streit herrsche, so liege eben ein Zweifel vor und da müßten doch die Geschworenen zu Gunsten des Angeklagten zu einer Verneinung der Frage des schwereren Deltctes kommen. Nach sehr eingehender Rechtsbelehrung, die wegen der vielen Fragen dreiviertel Stunden in Anspruch nahm, begaben sich die Geschworenen ins Berathungszimmer. Nach einhalbstündiger Berathung verkündete der Obmann, Baumann- Lollar, deren Wahrspruch dahin, daß die drei ersten Fragen Bejahung gefunden hätten. Erster Staatsanwalt Herr Dr. Güngerich beantragte hierauf 8 Monate Zuchthaus, die in ein Jahr Gefängniß umzuwandeln seien. Der Vertheidiger plaidirte auf eine niedrige Strafe. Der Gerichtshof verurtheilte den Angeklagten dem Anträge der Staatsanwaltschaft gemäß. — Angeklagter erkannte das Urtheil sofort an, ebenso die Staatsbehörde. Die Sitzung war um halb 3 Uhr beendet. totales rrnd ^provinzielles, Gießen, den 14. Juni 1895. ** Die auf gestern Nachmittag auberaumte Stadtverordneten- Sitzung wurde, weil infolge der Theilnahme mehrerer Mit- glieder an einer Beerdigung Beschlußunfähigkeit eintrat, auf heute Nachmittag 4 Uhr vertagt. ** Specialitäten-Circus Jmmans. Die gestrige Abend- Vorstellung kann mit Fug und Recht als eine Gala- Vorstellung bezeichnet werden. Das Programm enthielt eine Reihe der besten und intereffantesten Nummern, von denen jede in überraschend großartiger Weise erledigt wurde. Herr Director Jmmans erregte die gerechte Bewunderung der Anwesenden durch die Vorführung seiner Pracht-Hunde. Die Dressur dieser Doggen, Bernhardiner und Pudel bietet, besonders beim Saltomortalhund, das höchst Erreichbare.— Der Circus vereinigt eine auserlesene Schaar Künstler und Künstlerinnen, welche als Specialitäten daS denkbar Bche und Neueste leisten. Angesichts solcher Darbietungen und der Einrichtung und Eleganz deffelben bedarf es keiner be- sonderen Einladung und Empfehlung, zumal JmmanS Specialitäten-Circvs in den Hauptstädten mit großem Erfolge und stets auSverkauften Plätzen (so zuletzt in Mainz) debütirte. ** Radfahrfest. Das am nächsten Sonntag den 16. d. M. stattfindende Radfahrfeft scheint sich zu einem glänzenden gestalten zu wollen. Nach den eingelaufenen Nennungen zu dem Straßenwettfahren können wir jetzt schon versprechen, daß der Kampf in sportlicher Beziehung ein recht heißer und intereffanter werden wird. Auch die Bctheiligung der Der- eine, nicht allein der des Nordbezirks sondern des ganzen Gaues 9 des „Deutschen Radfahrer-Bundes", an dem Nachmittags stattfindenden Corso wird eine so rege sein, daß eS wohl wünschenswerth erscheint, wenn die Einwohner durch Flaggen der Häuser den Gästen ihr Interesse an dem Feste beweisen würden. Befitzwechfel. Die von Rabenau'sche Besitzung an der Frankfurter Straße ging gestern für den Preis von 148000 Mk. in den Besitz des Rechtsanwalts Dr. Gut- sleisch für einen bis jetzt ungenannten Auftraggeber über. ** Ei« Eichenstamm von riesigen Dimensionen wurde gestern Abend, geschmückt mit Tannenbäumchen, auf einem vierspännigen Wagen in die Andr. Euler'sche Schneidemühle gebracht. Der Coloß hat einen mittleren Durchmeffer von 1 Mir. 12 Ctm. und ist in dem Staufenberger Walde «gewachsen. ** Militärpflicht der VolkSfchnllehrer. Die preußischen Kreis- und sächsischen Regierungsblätter bringen folgende Notiz: Die Mittheilung in verschiedenen Zeitungen, wonach die Volksschullehrer vom nächsten Jahre ab eine einjährige Militärzeit abzuleisten haben sollen, ist verfrüht. In der kaiserlichen Ordre vom 27. Januar 1895 heißt es allerdings, eS sei der Wille des Kaisers, daß die Einübung mit den Waffen auf einen vollen Jahrescursus ausgedehnt und so gestaltet werde, daß die Heranbildung der Volksschullehrer und Candtdaten des Volksschulamts soweit als thunlich zrr brauchbaren Unteroffizieren erfolgt. — Zunächst wird aber in der Ordre der Kriegsminister beauftragt, in dieser Hinsicht Vorschläge zu machen, und es fehlt noch an der Anordnung, jene Maßregel ins Werk zu setzen. ** Ueber de« Aufstellungsort des ReilerdenkmalS Lnd- wigs IV. in Darmstadt scheint man sich, nach einer Mittheilung der „Köln. Ztg.", noch nicht geeinigt zu haben. ES haben sich Stimmen sowohl für den Paradeplatz wie für die Rheinstratze (der Westfront des Residenzschloffes gegenüber), dann aber auch für den Garten des sogenannten Alten PalaiS an der Wilhelminenstraße ausgesprochen, und gerade dieser letztere Standpunkt zählt viele Anhänger. Jedenfalls wird die Entscheidung in dieser Frage sehr bald getroffen werden, da man die begründete Hoffnung hegt, daß am 18. August d. I. — bei der 25jährtgen Gedenkfeier der Schlacht von Gravelotte — das Fest der Grundsteinlegung erfolgen könne. vermischtes. * Frankfurt a. M., 13. Juni. Im Zoalogischen Garten wird Sonntag wieder eine Luftballon-Auffahrt, stattfinden, und diesmal wird Fräulein Paulus den Absturz mit dem Fallschirm ausführen. Der Eintrittspreis ist für diesen Tag auf 50 Pfg. ermäßigt. * Neuwied, 12. Juni. In einer Gastwirthschaft in Köln erschoß sich der beim hiesigen Postamte angestellte Post- gehülfe Salterberg, der nach Unterschlagung von 3000 Mk. flüchtig geworden war. * Elberfeld, 13. Juni. Der Eifenbahnasjiftent Schwankte von hier ist nach Unterschlagung von 12000 Mk° Pensionsgcldern und Fälschung der erforderlichen Quittungen flüchtig. * Ratibor, 11. Juni. Eine hiesige Kaufmannsfamilie ist unter Vergiftungs-Symptomen schwer erkrankt. Die Köchin hatte aus Rachsucht in das Mittagsmahl Arsenik gemischt._____________ Eingesandt. Gießen, 14. Juni 1895. Das letzte starke Gewitter hat viel Sorge erregt, noch mehr Schaden gethan. An den Telephoneinrichtungen der Stadt sind schon 38 Spttzcnableiter als abgeschmolzen und unbrauchbar angemeldet worden, andere Schäden werden noch entdeckt werden. Die verschiedenen Blitzschläge in der Stadt haben nicht gezündet, vielfach aber Furcht und Schrecken erregt. Bei der sich von Jahr zu Jahr mehrenden Anzahl der Blitzableiter wird sich die Gefahr der Blitzschläge stets vermindern, aber die weniger gefährliche, doch immerhm erschreckende Erscheinung der Rückschläge wird wie bei dem letzten Gewitter stets wachsen, weil die Wasser- und Gasleitungen sich stets mehr ausbreiten. Schon vor Jahren habe ich mich bemüht, die Erlaubniß zum Anschluß der Blitzableiter an die Master- und Gasleitungsröhren, die die Wistenschast allgemein fordert, zu erlangen, doch vergeblich. Die Folge wird sein, daß bei starren Gewittern Erscheinungen wie jüngst stets häufiger auftreten werden, und ist nicht anzunehmen, daß sie immer so Harm- und gefahrlos verlaufen, wie seither. Eine Verbindung der Blitzableiter mit den GaS- und Wasserleitungsröhren ist durchaus erforderlich. Dr. O. Buchner. Schrsfsnachrrchteir. Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten Carl Loos und I. M. Schulhof. Bremen, 13. Juni. sPer transatlantischen Telegraph.] Der Postdamvfer Willehad, Capitain R. Rierich, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, nach Baltimore bestimmt, ist gestern 7 Ubr Morgens woblbebalten in Newyork angekommen. «trchliche Anzeige« der Stabi Gietzen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst. Sonntag den 16. Juni. 1. nach Trinitatis. An der Etadttirche. - Vormittags 73/4 Uhr: Pfarrverwalter vr. Grein. Gottesdienst, verbunden mit Christenlehre für bte Neuconfir- mirten aus der Marcusgemeinde. Bormtttags 9 r 5 Nr. 270 - 412 qm Acker daselbst, Fluc 5 Nr. 267 — 663 qm Acker daselbst, öffentlich meistbietend versteigert werden- Gießen, den 7. Juni 1895. Großh Ortsgericht Gießen. I. A-: Bogt. 5045 Aeehter s Trampler-Kaffee ist anerkannt der beste Kaffee-Zusatz. C. TRAMPLER, Lahr I. Baden. Gegründet 1793. Mit der goldenen Medaille prämllrt Dresden 1894- Biirgergesellschaft. Sonntag den 16. Juni: Parthie nach dem Ludwigsbruunen 5265 Der Vorstand. Anfertigungen Gas- und Wasserleitungs-Anlagen jeder Art. Städtisches Gas- und Wasserwerk Giessen. Edictalladung. Die der „Lohgerberzunft" im Grundbuche der Gemarkung Lich in Folge gerichtlich bestätigten Allodi- ficationsvertrags vom 31. Juli 1851 zu freiem Eigenthum zugeschriebene sogenannte Lohmühle nebst dem hierzu gehörigen Wiesengelände, mit welchem gegen Ende des 17. Jahrhunderts die ritterschastlichen Stifts- Häuser Kaufungen und Wetter die damalige Lohgerberzunft nach Landsiedelrecht beliehen hatten, soll von angeblichen. Rechtsnachfolgern jener Zunft veräußert werden. Es werden daher Alle, welche Ansprüche an genannte Immobilien erheben wollen, aufgefordert, diese so gewiß innerhalb zwei Monaten zu begründen, als sonst die Rechtsnachfolge der Verkäufer als erwiesen betrachtet und dem Verkaufe die Bestätigung ertheilt würde. Lich, den 11. Juni 1895. Großherzogliches Amtsgericht. Wir empfehlen unser reich ausgestattetes Lager in [2746 GasteleucMungs- Segenständen, als Kronleuchter, Ampeln, Suspensions, Lyren, Wandarme u. s. w., Auer’sche Gasglühlichte, Gas-Koch- und Heizapparate in den zweckmässigsten Ausführungen. Concursverfahren. dm i7.I«nr i M n n Z O r im Adltt^?u"Gichen^ si'llen gegen findlichen Wiesen ist zu verkaufen. Ueber das Vermögen des Jtauf-1 tgaa^abiunß öffentlich versteigert werden: Commerzienrath Ad. 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Juni, Nachmittags 3 Uhr: Festmarsch, ausgeführt von der Capelle des Gr. Hess. Jnf.-Reg. Nro. 116 (Kaiser Wilhelm). Concert. Eröffnung sämmtlicher Belustigungsbuden, wie Caroussels, Schieß- und Spielbuden u. s. w. Eine extra erbaute Bierhalle zum „Schützen-Liesel". Um 5 Uhr, Aufsteigen eines Niesen-Luftballons mit Fallschirm. Von 6 Uhr an Tanzbelustigung im Freien, großer Tanzboden. Abends Illumination des ganzen Festplatzes. Montag, 17. Juni, Morgens 10 Uhr: Früh Concert. Entree frei. Nachmittags 4 Uhr: Concert. Eröffnung der Belustigungsbuden, von 6 Uhr an Tanz,um 10 Uhr Abbrennen eines Riesen-Brillant-Feuerwerks. «f wpp An beiden Festtagen jedesmal ä Person 20 Pfg. Mitglieder haben nur gegen Vorzeigung AlluX Oda der Mitgliedskarte freien Zutritt. Kinder in Begleitung erwachsener Personen sind frei. ■m Bier im Glas, 3/io Liter 10 Psg. «™** Der Vorstand. — Hotel-Restaurant — Besitzer: C. Stein empfiehlt seine Localitäten nebst Garten 4127 dem geehrten Publikum. 5273 Gießen, den 14. Juni 1895. Die Beerdigung findet Samstag den 15. Juni, Nach mittags 6 Uhr, vom Sterbehause, Asterweg 13, aus statt. Farben, Lacke und Firnisse aller Art liefert in bester Qualität billigst [2178 August Noll, Bahnhofstraße 51. Todes-Anzeige. Es hat Gott dem Allmächtigen gefallen, unseren lieben Gatten und Vater Heinrich Schneider heute nach langem Leiden in ein besseres Jenseits abzurufen. Die trauernde Gattin und Kinder. Tabes-Anzeige. Freunden, Bekannten und Verwandten die schmerzliche Mittheilung daß unser liebes Söhnchen, Bruder, Enkel und Urenkel Wilhelm lauft im Alter von 8 Monaten nach schwerem Leiden heute Nacht Val2 Uhr sanft entschlafen ist. Gießen, den 14. Juni 1895. 5269 Im Namen der trauernden Hinterbliebenen .Heinrich Lust. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme bei dem uns so schwer betroffenen Verlust sagen Allen innigsten Dank. Gießen, den 13. Juni 1895. 5264 Familie Corvinus. Allen Freunden und Bekannten hiermit die traurige Nachricht, daß unser lieber Gatte, Vater, Sohn, Bruder und Schwager Cigarrenmacher Christian Dörirrger heute Nachmittag gegen 4 Uhr sanft verschieden ist. Um stille Theilnahme bitten - 5274 Die trauernden Hinterbliebenen. Wieseck, den 13. Juni 1895. Die Beerdigung findet Samstag, den 15. Juni, Nachmittags 5 Uhr, statt. e. mb tHtaQ ter üanwrW»».»«*. Are yentrge Muriner umfaßt 6 Seiten.