vEST Abends 5 Uhr Ia“svereins. lr™ »Mwmann. ‘™ E,1»M«rt » Hä. ' °PU8 Ibl, componirt 181(, 4 dur. opus 44, componirt 1841 ipemitzMk.3.50), aind ind» nachf), für Studirende auch eise zu haben. 571 bau’ r 1895, ilistisches eert ser Wilhelm* 116 k-Dir. Hm. C. Krawe üihtigts jBienßmätidjtt [594] Ärufe, Lahnstrk. ehern Programm. 58t ebener Bier 15 Pfg. llaltch.s iuageS Räv-r« kett ettuAt. eiMtufo NU. tztigkS AümNcht» D-cioihmL nach A'isuiW fit kjwet beff.re Hausmädchen g' §nm Hüttenberger. eeitei§®tfl b". ll Wartesrau oder MSdcha Hl [->70] ©oe^-ftr. -ö KMtt für ,n Familien gute ^en. Aüttrnbekgek^Seltelswe^ ! heutigen Blattes litj l Halbretch d Sch®»- 35.50 ullliel 91 3i Oest.Mw^ GoNhardbahn. Schwz-Zentral tl f llt * i«°«L IS«" v** V« iro»* “X i«-M *3 Lad. Eg w-1100 Donau-^S- ' Nr. 12 Zweites Blatt. Dienstag den 15. Januar Der Anzeiger erscheint täglich, •nrt Ausnahme deS Montags. Die Gießener Aamikienvtälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal deigelegt. Gießener Anzeig er Kenerat-Wnzeiger. ___1895 Vierteljähriger AßonnenuntspreU: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohu. Durch die Posi bezöge» 2 Mark 50 M. ‘Jiebaction, Expedition und Druckerei: Schukstraße ^tr.T. Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblntt für den ICrets Gieren. Alle Annoncen-Bureaux des In. und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" eutaegerr. folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Dorm. .»t | Hratisöeilage: Gießener Jamitienötätter. —ö—1^— Amtlicher Theil. Bekanntmachung, betreffend das Ersatz-Geschäft für 1895. Mit Bezug auf die Bestimmungen der Deutschen Wehr- Ordnung werden alle im Jahre 1875 geborenen Militärpflichtigen, sowie die in früheren Jahren geborenen, welche llch noch nicht zur Musterung gestellt haben, oder welche hinsichtlich ihrer Verpflichtung zum Eintritt oder ihrer Befreiung vom Militärdienste noch keine definitive Entscheid düng erhalten, und entweder im Kreise Gießen ihren dauernden Aufenthalt haben, oder in demselben als S udenten, Gymnasiasten und Zöglinge anderer Lehranstalten, oder als Haus- und Wirthschafisbeamte, Handlungsdiener, Lehrlinge, Handwerksgesellen, Lehrburschen, Dienstboten, Fabrikarbeiter oder in ähnlicher Eigenschaft sich aufhalten, hiermit auige- iorbert, sich behufs Eintragung ihrer Namen in die Stammrolle in der Zeit vom 15. Januar bis zum 1. Februar I. I bet der Bürgermeisterei ihres Wohnortes, bezw. ihres Aufenthaltsortes, zu melden und dabei, wenn sie an diese« Orte nicht geboren sind, ihren Geburtsschein und wenn sie sich bereits bei einer früheren Musterung gestellt haben, ihre« Loosungs Schein vorzulegen. Zugleich wird darauf aufmerksam gemacht, daß Die- jenige«, welche die Anmeldung unterlassen, zu gewärtigen haben, daß sie mit einer Strafe bis zu 30 Mark oder mit Haft bis zu drei Tagen belegt, von der Theilnahme an der Ioosung au-geschlosie« und ihrer etwaigen Ansprüche auf Zurückstellung rc. verlustig erklärt werden. B züglich derjenigen Militärpflichtigen, welche zur Zeit vorübergehend abwesend find, find deren Eltern, Vormünder, Lehr-, Brod- und Fabrikherrn zu diesen Anmeldungen verpflichtet. Die Großherzoglichen Bürgermeistereien deS Kreises werden beauftragt, Vorstehendes in ihren Gemeinden noch besonders auf ortsübliche Weise bekannt machen zu lasten. Gießen, am 4. Januar 1895. Der Ctvilvorfitzende der Großherzoglichen Ersatz Eommisfion Gieße». Dr. Melior. Gießen, den 10. Januar 1895. B, tr.: Die Vorschriften des Arbeiterschutzgesetzes vom 1. Juni 1891 über die Arbeitsbücher und die Beschäftigung jugendlicher Arbeiter und Arbeiterinnen. Das Grotzherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Soweit Sie unterer Auflage vom 4. December v. Js. — Anzeiger Nr. 286 — noch mcht entsprochen haben, werden Sie an deren Erledigung erinnert. v. Gagern. Deutscher Reichstag. IS. Sitzung. Samstag, den 12. Januar 1895. Die Berathung der Umsturz-Vorlage wird fortgesetzt. Abg. Lerno (Centrum): Ich gehöre dem Gericht in FuchS- «mfl an, welches voraussichtlich demnächst die dortige Affatre behandeln wird und bebaute, daß diese hier zur Sprache gebracht worden ist. Sie gehört nicht vor den Reichstag sondern zunächst Die ganze Affatre beruhte lediglich auf einer un- zläckseltgen Verkettung von Umständen, von denen der unglückseligste der war, daß der Waldbeamte feiner Aufgabe nicht gewachsen war. Herr Sigl bemängelte, daß die Leute nicht vor das Schwurgericht »»»men, sondern vor das Landgericht, dessen Gerechtigkeit er anzweifelte. Weiß Herr Sigl denn nicht, daß vor das Schwurgericht *ar die fchwertten Verbrechen kommen? Die Aeußerungen Stgl's ^8en die Unparteilichkeit der bayerischen Gerichte muß ich auf das icharlste zurückwetsen. Ebenso ist auch die Behauptung nur grelle Unwahrheit, daß ein Mitglied eines bayerischen Oberlandesgerichts «NM sozialdemokratischen Stimmzettel abgegeben habe. Was die emsturzoorlage anlangt, so bin ich mit meinen bayerischen Wählern durchaus in Einklang, wenn ich der Verweisung der Vorlage an etne Tommtsston zusttmme. Für eine Etnschrär kung der Presse vtroen wir nicht zu Haden sein; wünsckenswelth wäre ein Bffähi- zungsnachweis und ein Ehrenrath für die Presse. Die Stimmung f®' rote sie die anderen Redner aus Bayern, nament- lrch Herr Kröber in hämischer Weise geschildert haben. L" Etzow bezeichnet die Ausdrücke „grobe Unwahr- "böwsich die gegen ein Mitglied deS Hauses gerichtet zevefeo, aU unzulässig und ruft den Vorredner zur Ordnung. 2 6r*\ <^ntr-): Nach den Motiven soll dies Gesetz kein l-2?,e5ek e n’ den gestrigen Bemerkungen des Ministers h »i6en }m vollen Maße ein solches, denn es soll °kC ^troffen werden, wie aus den an- hervorging. Wir wollen die in Rede Ebenso bekämpfm, wie dies die Regierung will: «der *«6 an diesen Zuständen zu bekämpfen ist, das ist vor Allem I — die Aussaat des Liberalismus. Wir wollen die Lehrfreiheit nicht I antasten, aber wir wollen nicht, daß in den Hörsälen von den Pro- fessoren das, was wir unseren Kindern als Bestes mitgeben wollen, die geistige Gesundheit, zerstört werde. Wenn die politische L ge eine andere wäre, als sie ist, so wären wir längst mit einem Anträge auf Revision des Vereins- und Versammlungswesens gekommen. Jetzt müssen wir zunächst wissen, was in den Einzelstaaten hinsichtlich des Vereins- und Versammlungs'echtes beabsichtigt wird. Vorläufig ist di.se Vorlage nicht genügend motioirt. Wir sollen hier Waffm in die Hand von Beamten geben, auf deren Handhabung w>r gar keinen Einfluß haben. Ja dem Culturkampf der liberalen Gesetzgebung, der schrankenlosen Gesetzgebung liegen die starken Wurzeln der Umsturzbewegung. Ob Nietzsche und Sttrner verbreitet genug sind, weiß ich nicht, aber daß durch Bückners „Kraft und Stoff" Ana'chisten zu ihren Anschauungen gebracht worden sind, wissen wir aus den Geständnissen zweier Anarchisten. Es wäre besser gewesen, diese Vorlage überhaupt nicht einzubringen, denn schon der Name Umsturzgeietz gibt den Sozialisten Anlaß, den Arbeitern zu sagen, daß das Gesetz gegen sie gerichtet sei, und sie vermehrt höchstens noch die Sympathien für die Sozialdemokratie. Das Eigenthum soll geschützt werden. Darunter können aber die Cuttur- aufgaben leiden, denn unsere Gesuncheits- und Wohlrahrls-Poltzei erfordert sehr häufig Eingriffe in das Eigenthum. Der Religion einen verstärkten Schutz zu gewähren, dem werden wir uns nicht verschließen. Wir lehnen die Vorlage nicht grundsätzlich ab; wir werden sie in der Commission prüfen. (Beifall im Centrum.) Reichskanzler Fürst Hohenlohe: Der bisherige Gang der Verhandlungen läßt mich hoffen, daß die Bedeutung des Gesetzentwurfs vom Reichstage gewürdigt wird und ich glaube annehmen zu dürfen, daß Sie die Gefahren, von welchen die bürgerliche Gesellschaft bedroht wird, erkennen und Abhilfe schaffen wollen. Die verbündeten Regierungen sind überzeugt gewesen, daß es für sie eine Nothwendigkett sei und sie lediglich der Besorgniß weiter Kreise der Bevölkerung, die sich bedroht glauben, Rechnung tragen, wenn sie diese Vorlage einbringen. Zwei Wege boten sich hierfür: der des Ausnahmegesetze« und der der Verschärfung einzelner Bestimmungen des geltenden Rechtes. Wir haben den ersteren Weg nicht betreten; wir haben es für das Beste gehalten, eine mittlere Diagonale einzuschlagen und den Schutzwall der höchsten Güter des Lebens gegen alle Angriffe, von welcher Seite sie auch kommen mögen, zu festigen. Auf dieser Grundlage bewegt sich die Vorlage und stellt das Mindestmaß dessen dar, was nach Ansicht der oerbünbeien R gierungen zu dem eben erwähnten Zwecke gefordert werden muß. (Sehr richtig! rechts.) Es ist nicht die Absicht der Vorlage, der freien Meinungsäußerung zu nahe zu treten; nicht die Meinungsäußerung, sondern die Form, in der sie ftatifindet, soll da« Strafbare sein; nicht die Meinung, sondern Methode der Vertretung dieser Meinung soll der strafrichlerl.chen Beurtheilung unterlegen. Dergle ch n Grundsatz befolgt die Vorlage auch über den Streit der Meinungen. Mag tüefer Streit der Meinungen so heftig sein, wie immer möglich, der Gegner soll überzeugt, nicht vernichtet weiden. Unter diesem Grundsätze e» schien zunächst des angeftrebten Schutzes bedürftig der Glaube, der uns allen heilig ist, der ebenso w>e die Ehe, die Familie gegen Angriffe gewisser Art gesichert werden soll. Freilich ist damit die Aufgabe der verbündeten Regierungen den gegnerischen Agitationen gegenüber nicht erschöpft, sie wird erfüllt du ch wirtbschaftllche Maßnahmen geeigneter Art. Es ""dient in dieser Beziehung aber hervorgehoben zu werden, daß die stete Fürsorge des Reiches bisher mit den Bestrebungen der Socialdemokratie gar keine Berührungspunkte mit einander gefunden hat, obwohl feit dem Bestehen des Reiches feine Seffion vergangen ist, ohne daß g.esttzgcherische Maßnahmen wirthschastlicher Art zu Gunsten der arbeitenden Klassen getroffen sind, dies tft unter der früheren Regierung geschehen und feit dem Regierungsantritt Kaiser Wilhelm II. fortgesetzt worben. In dieser Fü. sorge für die a, beitenden Klassen sind wir von keinem anderen Lande der Welt übertroffen worden und dieser Weg ist auch nie verlassen. Er wird auch in Zukunft weiter verfolgt werden. Der Kampf, den die Staatsregierung führt, ist nicht ein Kampf gegen politi'che Gegner, sondern der Kampf gegen das internationale und sociale Verbrechen und ich bin über« zeugt, daß die Mittel, welche die Regierung zur Führung dieses Kampfes fordert, die Zustimmung des Volkes und des hohen Hauses finden werden. (Bravo rechts.) Abg. Leufchner (Rchsp.): Es war immer unser Bestreben, die Lebenslage der Arbeiter zu beben. Aber wir halten die Soclal- demodatie nicht für eine harmlose Partei. Man würde den Hetzereien der Socia demokraten viel e, folgreicher haben entgegentieten können, wenn die Arbeitgeber etwas mehr Energie gezeigt hätten. Die Hetzereien der Socialdemokraten müssen zur Revolution führen, die ohne Ströme von Blut gar nicht denkbar ist. Es ist die höchste Zett, daß von allen Seilen gegen diese zerstörenden Einflüsse mit Energie Dorgegangen wud. Jede Autorität wird von den Socialdemokraten untergraben, jede Sittlichkeit. Ihr dauernder Sieg (zu den ©ocialbemofiaten) ist gar nicht möglich Allgemeine Gleichheit, wie Sie wollen, ist gar nicht denkbar. Die, die sich heroorthun durch die Begabung, werden immer eine hervorragende Rolle spielen. Das Bestreben der socialdemokrallschen H-tzer geht überall dahin Unzufriedenheit zu erregen. Lesen Sie nur unsere socialdemokra- tischen Zeitungen in Sachsen! Unerhörte Behauptungen über Roth der Arbeiter und Wohlleben der Arbeitgeber schleudern sie in die Welt, unerhörte und lächerliche. Zur Gewalt werden die Leute geradezu aufgehetzt und der Gewalt kann man nur durch Gewalt begegnen. Nur dadurch, daß wir in G meinichaft mit der Regierung, wenn's geht auf dem Wege der Gesetzgebung, und sonst mit Gewalt, allen solchen Bestrebungen entgegentreten, können wir das Vaterland retten. (Beifall rechts.) Abg. Frobme (Soc.): Ich will versuchen, die Debatte auf die richtige Hohe zu bringen (Oho! recht»), werde Ihnen aber nichts schenken. Herr v. Stumm unterscheidet zwischen der Partei hier im Hause und im Lande und will letzterer All-S in die Schuhe schieben, was an Unstuizbestrebung^n besteht. Damit stimmt ja auch überein, daß die Vorlage sich nur gegen unS, gegei die Social- bemofratie, richtet. Die Behauptung, daß wir den Meineid unter Umständen für nicht verwerflich halten, muß ich zurückweisen und die Behauptung, wir huldigten der freien Liebe, ,st eine große Uu= »ahrheit. Gerade bürgerliche Blätter bieten gewerbsmäßig im Jn- serabnthelle die jungen Damen wie Hammelheerden aus und setzen so die Heiligkeit der Ehe herab. Wie kann Herr v. Stumm behaupten, daß wir die anarchistischen Verbrechen glortfictren? Wir versuchen wohl, die anarchistische B roegung und die Beweggründe der anarchistischen Verbrechen zu verstehen, aber wir verherrlichen sie nicht. D-r Ana ch smus ist so alt, wie der Gegensatz der socialen Interessen. Di jenigen, die das größte Verdienst darin sehen, die Werkzeuge der Mass-nabschlachtung zu vervollkommnen, das sind die wahren und rechten Anarchisten, die an der Quelle der Propaganda der That sitzen. Herr v. Stumm verlangt, .seine Arbeiter sollten dieselbe Gesinnung haben und ebenso wählen, wie er. Und solche Leute glauben dann, sie hatten den Beruf, ein Urtbeil über socialistische Fragen abzugeben. Schimensalschungen und Steuerhlnlerzlehunas- piocesse — in welchen Kreisen kommt denn so etwas vor? Wie lange ist es denn her, daß die staatserbalienden Parteien und die Regierung noch glaubten, es dürfe überhaupt nichts für die Arbeiter geschehen. Nur die Furcht vor der socialbemokratischen Partei hat den herrschenden Klaffen Zugeständnisse abgenöthlgt. Deutlich genug hat man ausgesprochen, daß nach Erlaß der Socialgesetze die Arbeiter auf ih>e politischen Rechte, Coalitionsrecht, Wahlrecht, wenigstens theilweife verzichten könnten. Man spricht von der Kirche und ihrer Liebesthätigkert; aber die Kirche hat den Verfall der modernen Gesellschaft nicht zu verhindern vermocht. Dem Dictum des Herrn Groeber: „Kein Hell außer JesuS Christus" setzen wir entgegen den Satz: Es gkbt kein Heil außer in der menschlichen Gerechtigkeit, wie sie die Socialdemokratte verbreitet. Man sagt, die Soclal- demokiatie wolle das Eigenthum und das Capital abschaffen, das ist unrichtig; die Socialdemokratte fordert gerade Hergade des Kapitals. Die Herren rechts haben sich Herrn M quel zum Führer ausersehen ; dieser Herr schrieb im Jahre 1864 an den Redacteur der „Rhetnrschen Zig.": Sie schreiben so erregt, was werden Sie erst sagen, wenn wir zum Kamps aufrufen, um den Junkern die Köpfe adzuschlagenk (Hört! Hört! links). Den Anarchismus wendet man vor, die Socialdemokratie ist es, gegen die das Gesetz in Wirklichkeit gerichtet. Daß Monarchie, Ehe, Familie, nur historische Begriffe sind, gtebt Herr v. Bennigsen zu; auch der Papst hat in Bezug auf Fiankreich anerkannt, daß die Republik, wenn sie einmal sich bewährt, eine von Golt gewollte Ordnung ist. Dem Satze, daß der König der erste Diener seines Staates ist, steht schroff gegenüber das suprema lex regis voluntas! Jedenfalls gehört mehr Muth dazu, sich offen im wirthschafllichen Kampf zu vertheidige», als in adeliger Mordsucht einen Redacteur zu überfallen. Auch durch die Drohung mit dem Sandhaufen wird der Kllegsminister das nicht retten, was er retten wollte. Zu ©eroolttbätigfeiten reizt nur der Polizeianarchismus. Ich komme zum Schluß. (Bravo 9 Ja, Sie können sich freuen, daß meine Strafpredigt zu Ende gehl. Mögen Sie sich hier noch soviel katzbalgen, wie Sie das befle Umsturzgesetz machen; die Socialdemokratte besiegen Sie doch nicht! (Bravo!) P resident: Man sagt nicht, .daß man sich in diese» Hause katzbalgt. (Hiterkeit.) Krlegsmlnister Lronsart o. Schellendorf: Ich bin überrascht von der Erregung, in welche der Vorredner durch meine neulichen Worte versetzt worden ist. Da er sachlich nicht widerlegen kann, hat er mich persönlich angegriffen. Wenn die Herren künftig ihre Angriffe auf die Armee unterlassen, so will ich ihnen die Angr.ffe auf meine Person gern gestatten, denn die berühren mich nicht einmal an der St-eselfpitze. (Rufe unverschämt.) Der P äsident bittet die Zwlschenruse zu unterlassen: Sie bringen dadurch den Ton deS Hauses herunter! (Beifall rechts.) Wenn Sie z. B. behaupten, die Oifiziere hetrathen nur nach G-ld, so frage ich Sie, was würden S'e sagen, wenn ich behaupten wollte, Sie agiliren nicht für ihre Partei und aus Ueberzeugung, sondern aus anderen eigennützigen Gründen. Sie sagen, Sie pfeifen auf das ganze Gesetz Nun ich möchte Ihre musikalischen Künste nicht auf die Probe ft llen. Ader wenn sie solche Angriffe gegen die Armee erheben, und namentlich in einem Punkte sind wir da empfindlich, dann erwarten Sie nicht, daß ich mit Ihnen wie ein Ceremontenmelster verhandle. Mäßig." Sie Ihre Angriffe gegen die Armee und ich verspreche Ihnen auf Ang.tffe geg n meine Person maßvoll, verbindlich, nölhigenfalls auch deutlich zu fein. (Bravo.) Minister des Innern v. Köller: Ich weiß nicht, was die Herren immer als Polizeispitzel nennen. Wenn Jemand von seinen Thorheiten zurückkommt und der Polizei von früher erlebten Dinge» M.ttheitung macht, so ist es doch begreiflich, und vielleicht gtebt es anch unter Ihnen noch Leute mit reuigem Gemüthe (Heiterkeit), die spater von ihrem heutigen Standpunkte zuruckkommen. Aber zu sagen, daß die Polizei, daß Beamten Verbrechen anstiiten, ist eine schwere Beleidigung und Verdächtigung, die sie der Polizei hier vor bet» ganzen Lande zufügen. Ich nehme diese Beamten gegen solche ganz unbegründeten Verdächtigungen in Schutz. Das Amt dieser Leute ist ohnehin so schwer, daß diese Vorwürfe doppelt unberechtigt sind; nie würde ich dulden, oder meine Hand dazu bieten, daß derartige Dinge von Beamten getrieben werden dürfen, aber ich werde sie immer schützen, wenn sie der Socialdemokratie gegenüber ihre Schuldigkeit thun. (Bravo! rechts.) Abg. v. Buchka (Cons.): Die Handwerker hätten viel «ehr Grund zur Unsrledenheit, als die Arbeiter. Diel mehr, als diesen, müffe daher der Staat den Handwerkern — in ihrem Kampfe gegen die Großindustrie — sowie den Landwlrthen zu Hilfe kommen. Ich habe bedauert, daß von dem Centrumsredner König Gustav Adolf aU Mordbrenner bezeichnet wurde. Der römtsch-deutsche Kaiser schützte die Protestanten nicht (Rufe: deutscher Kaiser.!) und seine Feldherrn waren nicht besser als Gustav Adolf, denken Sie doch nur an die Zerstörung Magdeburgs durch Tilly. Das Centrum wolle die Zurück- berufung der Jesuiten durchs tzen; gelingt dies, so werden hoffentlich in Mecklenburg (der Heimath des Redners) die Jesuitm gleichwohl keinen Entlaß finden. Dte Debatte wird geschlossm. Die Vorlage wird an eine 28er Commission verwiesen. Montag: Jnterp.llatlonen, betr. Schutz Deutscher im AnSlande und Handwerkergesetzgebunß. jitJ! 2) Vortrag: Herr Dr. Koppe über Osmose und dkn osmotischen Druck M Blutplasmas. Grobherzogliches Garnison - Lazareth Sieben. 386 f-y- Amt 573 in Kochet mit Gas! Moselweine 287 415 Fallers! e berstr- 13. 131 188 Zur Anfertigung Bester 276 (Gas für Beleuchtung: Grundpreis 22 Pf. für 1 cbm). A idirz Leltertzweg 22. fttbecttoa: UL odj*tn Geländes, Nn toiib te Ittyfti i IUr und ® ,aWn Nebgeläu-e “*<" ui Soten «Ä? ij .•f^ä sSsJJi *01 Wl ■mi "‘‘""N fc* : , ®llt Qu #I ? 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