18M Samsta« dm 14. Dccember Aintr- und Anzcigeblutt für den Ureis Gieren. Hratisöeikage: Hießener Aamitienökälter. «llr Annoncen-Bureaux de» In« imb Auslände» nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag» für de» fofgtnbtn Tag erscheinenden Nummer bi» Bonn. 10 Uhr. Deutscher Reichstag. 6. Eitzung. Donnerstag, de« 12. Decewber 1895. Nr. 294 Erstes Blatt Der chtetzemer Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme de» Montag». Die Gießener M»«tkie»VlLtter werde« dem Anzeiger wöchentlich dreimal deigele-t. viertrltährlger t 2 Mark 20 Pfg. mtt Brisgerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Ncdactton, TxpeditioT und Druckerei: -ch»lßraßeNr.7. Fernsprecher 51. diplomatischer Weife vernehmen, indem er geheimnißvoll vo« nicht zu beseitigenden „Mißhelligkeiten" in der Regierung sprach, welche Herrn v. Köller zum Rücktritt bewogen hätten. Vorher war vom Kanzler entschieden in Abrede gestellt worden, daß in seinem Cabinet MeinungSverschiedeuhetrea über politische Programmfragen beständen, so daß man an- nehmen müßte, die Ursachen zu dem Ausscheiden KöllerS aus der Regierung lägen lediglich auf persönlichem Gebiete. Ob dies sich wirklich so verhält, wird sreilich in der öffent- lichen Meinung nach wie vor lebhaft bezweifelt. An seine Darlegungen über die soeben wieder beendigte Mgste Mtnister- KristS knüpfte dann der Reichskanzler noch die Erklärung an. daß der Kampf gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie fortgesetzt werden würde. ES soll aber hierbei kein zweiter Versuch mit einem „Umsturzgesetz" gemacht, sondern zunächst an der Hand der bestehenden Gesetze gegen die soctaldemokrattsche Propaganda ein- geschritten werden. Natürlich würde dem neuen Leiter deS preu- ßischen Ministeriums des Innern, Herrn v. d. Recke, eine her« vorragende Rolle bet dem fignalifirten Kampfe gegen die Social- ; demokratie zufallen. Ob da der neue Minister eine glücklichere I Hand bekunden wird, als seine Vorgänger, das muß allerdings noch um so mehr dahingestellt bleiben, als ja Herr v. d. Recke in politischer Beziehung noch nicht weiter hervorgetreten ift. sächsischen zweiten Kammer hat am Dienstag eine größere wahlpolitische Debatte stattgefunden, wozu der socialdemokratische Antrag auf Einführung des allgemeinen Wahlrechts bet den Landtagswahlen Anlaß gab. Die lebhafte Debatte endete mit Ablehnung des Antrags durch Uebergang zur Tagesordnung, doch ist hiermit die aufgetauchte Frage der Abänderung deS Wahl- rechts in Sachsen nicht erledigt. Die vom Abg.vr. Mehnert vorgebrachten bezüglichen Vorschläge, welche in der Hauptsache aus Einführung deS indtrecten Klaffenwahlrechts zielen, und Seitens der Kammermehrheit eine günstige Aufnahme fanden, werden vielmehr diese Frage schwebend erhalten. Gießener Anzeig er Seneral-Mzeiger. om, Beratbuna deS Etats wird fortgesetzt. Abg. Zimmermann (Soc. -Ref. - P.) erblickt im Gegmsatz I ju Richter kte eigentlichen Brodverlheurer in der B rse, und be- mSnaelt, daß für das Handwerk nichts geschehe. Die Vo läge über I , die Handwerkerkammern bietet den Handwerkern nur eine lee Schüssel. In Sachsen giebt man den Handwerkern dtrecte Aufträge, I hier dagegen wendet man sich an jüdische Unternehmer. Juden sollten überhaupt keine Staalsarbetten erhalten, denn wennl das geschieht, was nützt da den Handwerkern auch der billigste Zins utz- Mehr als bisher müßte auch gegen die Auswüchse des ausländischen Großhandels geschehen, so gegen die iml Petroleum-und L-dnhande. Das neueste Vorgeben gegen die Socialdemokratie lieftrl nur W ll aus ihre Mühlen. Und wie kann man den neuesten Socta polttckern aus dem Lager der Geistlichen und Professoren vorwersen üe spielten mtt dem Feuer! Es ist diesen Herren vielmehr heiliger Ernst. Za sogar die Soctaldemokraten sind Geist der stets = {tun stets da« Gutr schaff,." Redner bekämpft ferner die Bestrebungen aus Vn schlechter ung des Wahlrechts. Mit solchen morschen Breitern find die vorhandenen Abgründe nicht zu überbrücken. Mit unserer tzolontakpolttik müssen wir, um überflüssige Hände loSzuw^rden, über den Rahmen einer bloßen Eolontalspieleret d ^rausgehen. I RechtSetnhett ist zu wünschen, aber nicht in den Fesseln etneS Rechts, I welchem, wie das vom bürgerlichen Gesetzbuch gilt — von bedeutenden Kennern der deutsch - nationale Character abgesprochen wird. Wir wollen ein wahrhaft deutsches und gesundes iociales Recht haben. Abg. Haußmann (VolkSp.): Das neue bürgerliche Gesetzbuch Lat gar zu sehr die Tendenz, das richterliche Ermessen zu erwecken. Aufgabe der Butgetcommifston wirb sein, die Spannung zwischen Matricularbeiträgen und Ueberweisungen möglichst ganz zu beseitigen. Erleichterung könnte vornehmlich auch geschaffen werden durch Cow verston der Anleihen. An dm Ausgaben ist zu Waren, namentlich «n den colonialen. Die M'ßwirthschast in den Colonien ist unerhört, wie die Fälle Leist und Wehlau zeigen. Hat man keine geeigneten Leute dazu, so sollte man lieber ganz von den Colonim lassen '. Die derbe Art und Weise, wie der Kriegsminifter gegen die Soc.al- demokratie sprach: N edertracht, Frechheit u. s. w., bedauere ich. Solcher Ton mag wohl den Beisall der Offizierscasinos finden, I aber ich glaube, daß er das Niveau des Haus S aus den der Kafernm- höfe degradtrt und dem guten Geschmack^des HauseS nicht enisp'ickt. Vtcepräsidmc Spahn kann diese Wendung nicht als zulässig Haußmann: Ich fllaubc, daß man g-rad° an hohn und höchster Stelle in dieser Beziehung mit Sutem Beisp el voran, aeben sollte. Redner äußert weiter Bedenken über die rusfmfreund. ltche Politik Deutschlands in Ostasien und der Türket Wie kurzsichtig ist die Politik gegen die Socialdemokraten, welche glaubt, durch ein strafferes Anziehen Bewegungen ük er winden zu können, welche ein Product socialer und wirthschastltcher Zustände sind. Die aus dm Gesängntssm mtlassenen Genossen wurden empfangen, als ob sie dnen hohen Orden mtt Eichenlaub und Schwertern empfangen hätten (Heiterkeit) Welchen Eindruck muß eS auch machen, wenn einer, der die schwersten Virbrechen begangen har, ungehindert ins Ausland gehen kann, während hier gegen Soctaldemokraten fest zu- gegriffen wird! Die Partetenzersplttterung ist nur die Folge eines Eabrelang fortgesetzten Regterungosystems besten Programm kein klares ist. Wollen Sie gewallsame Aufrüttelungen wie die von 1789 vermeiden, dann hüten Sie sich vor Agitationen gegen das Wahlrecht, das eigentlich einzige Recht des Volkes. Besterung kann nur kommen durch eine einheitliche Regierung, welche sich stutzt auf ein liberales Programm. Richt ein Einz-dwille bmf herrschen, sondern herrschen soll der allg meine, der nationale Wille. (Bef all links). Staatssekretär v. Marschall: Vorredner hat ew schonungsloses Urtbe.l über Assessor Wehlau gefällt, obwohl ihn die Richter noch nicht für schuldig erklärt haben Wie ist das möglich aus dem Munde eines Rechtskundigen! Ich kann in Elchen Angriffen auf einen noch nicht Verurtheilten keine Gerechttgket erblicken. Zch darf das um so eher aussprechen, als ich selbst die Anklage gegen Wehlau anwalt schwer sein sollte, etnzuschreiten. In solchem.Falle erwächst die Pflicht, genau zu prüfen, inwieweit die Absicht der Beleidigung doch erkttrnbar ist? Ich wiederhole: Wir » in Deutschland. (Liebknecht: Das glauben Sie ja selber: nicht ) Die Behörden werden auch ferner ihre Schuldigkeit thtM. (Beifall). Vicepräsident Spahn erklärt den Zwischenruf Liebknechts für ""^Abm Leuschner (Rp.): Entgegen den gestrigen Wünschen des Abg. Barth kann die Förderung der Silberwährung und der Schutz ber nationalen Arbeit durch die Regierung nicht dringend genug ge- ^^Abg"Brebel lSoc.): Der Reichskanzler erklärte ausdrücklich, daß gegenüber der Socialdemokratie die Zügel straffer angezogen werden sollen. DaS unterscheidende Moment liegt darin, ob ein Angeklagter Socialdemokrat ist ober nicht. Der Justizminister be- I dauert bie Zunahme ber Majestätsbeletdigungen. Ja, weiß er denn I die Provocation bazu nicht? (Rust: Unverschämt!) Der mir das ruruft ist selbst unverschämt! (Der Präsident rügt den Ausdruck ^unverschämt ). Rennen Sie das keine Tendenzprocesse wenn wegen kleiner politischer Vergehen die Untersuchungshaft verhSngt wtrb während man einem Herrn von Hammerstein Zeit läßt zu entkommen? Bet unserem Anträge auf Aufhebung des Majestät - beletdtgungs-.Paragraphen werden wir hoffentlich auch auf der rechten Sette?etz Hauses Entgegenkommen finden; denn mir sind von befreundeter Seite Mittheilungen gemacht, wonach gewisse Herren vnes- lich die schönsten Majestätsbeletdigungen verübt haben. (Ruf. nur heraus damit!) Vorläufig verweise ich nur auf die „Leipz. R. R. , I melcke das ausdrücklich bestätigt haben. Justizminister Schönstedt: Der Versuch, die Aeußerungen der socialdemokratischen Presse als Abwehr gegeni die von hoher Stelle gefallenen Aeußerungen darzustellen, ist^mißglückt,stneAeutze- rungen fielen erst nach dem Auftreten ber socialdemokraltschen Presse. Was die Angelegenheit Hammerstetn anlangt, so hat die Staats. i mrwaltschaft volle Schuldigkeit gethan; Hammerstetn hatte^gegeni feine Beschuldigung die Verleumdungsklage angesteltt^^außerdem hatten seine Auftraggeber öffentlich erklärt, nicht geschädigt »u fein. 318 später der wahre Sachverhalt bekannt wurde, ist auch sofort ein- gefirihen worden ^tumm (Rp.): Die Socialdemokratie ist die geboreneÄajestätsbeletdigung (Heiterkeit und Bravo!) Sie bekennen offen, daß Sie die Revolution vorberetten und ver angm. daß wir Sie habet nicht sto.en! Sre haben gar kein R^t, stch auf untere I Gesetze und unsere Verfassung zu berufen, bie ©ie selbst bekämpfen und mißachten. Alle Wohlgestnnten im Lande werden eS Herrn I v Köller Dank wissen, daß er die schärfere Tonart gegen die Soctal- bemofratie anschlug. (Beifall rechts.) Reichskanzler Fürst Hohenlohe: Den Anführungeni in meiner Rede, daß die Socialdemokraten das Vaterland als einen reactionären Begriff bet achten, lag zu Grunde eine Rede des Abgeordneten Liebknecht, die er am 22. October 1871 gehalten und die unter dem Titel „Zum Schutz und Trutz" als Broschüre erschienen ist Es heißt dort: Das Wort Vaterland übt auf unS keinen Qauber aus; für uns ist es ein überwundener Standpunkt, em reactionärer, cuiturfeinbütber Begriff (Hört! hort!) Wenn dann gesagt worden tst, meine Rede sei durch Herrn v. Ka.dorff veranlaßt worden, so trifft dies nicht zu. In meiner ganzen Rede sollte bargelegt werben, baß bie schärfere V-rsolgung ber Ausschreitungen nöldig war, und nicht erst eine Folge ber sog. provocatorischen Aeußerungen. Die Aeußerungm sind berechtigte und ich werde mich wohl hüten, bie betreffenbe Stelle abzuhalten, ihrer berechtigten Entrüstung einen kräftigen Ausbrvck zu geben. (Bravos Abg. Frhr. v. Manteuffel (cons.): Herr Bebel hat wohl nur gescherzt, als er meinte, er erwarte von uns Unterstützung seines Antrags auf Aufhebung des Majestätsbeleidigungs-Paragraphen. Wir halten die Verwendung von Privatbriefen zu polttiscken Zwecken unter allen Umständen für verwerflich. Die Drohung mit ber «er öffer.flichung ist entweder lächerlich oder ordinär. Also heraus mit erhoben babe.^^^ Schönstedt: Herr Haußmann hat von Tendenz- aroarammen ge'p-ochen und aus den Worten des Herrn Re'chskanz'e's EZ Vfelbe billige sie Eine straffe Handhabung ber fetze wie sie vom Herrn Reichskanzler angekündigl wurde, ist doch aber nicht gleichbedeutend mtt tendenziöser Rechtsprechung. Der Vorredner hat auf die bedeutende Zunahme der Majestät?beleidigungs- »rocesie hingewiefen. Dieselbe wird von Niemandem lebhafter bedauert, als von Vn Staatsanwälten und Richtern. Lacden links). Aber die Procefse kommen doch nur her von den vielen Majesläls- beleidigungen selbst, wie sie in letzter Zeit der socialdemokrat.schen Presse ooigekommen find. Erinnern Sie stch doch der Entrüstung der vatriotischen Gemüther über die Art, wie in letzter ? 3365, j Jtttn nut Wtoo^ei btn °ohnrr. auf ^jühlüng °° Nain; 1 nur n® Nachbar- geht nur d. I). «in e, btr hi hlvng ber lkerung |D ktzte» fhf öle hstfi^ ^Wtr "gen ober '• ob unb Lage bei 1 Arbeiter ltouSkretse Qfi hiefige , ° Prozeh, ! egen Ser- gebaut er- Reihe be< eine Rollt ; licheu Se- ne ttltfot ! RoiM W//eo .-Die ' Ntntn hireichen DU. auf» hier M na aut j |ttn, die i. Schon ten-allen gtbrbogt | nttr btn z anbtttt ’• > Ml- I rW bt- xMV izechnung itttttn von ericht ver« la wegen i für das ixMtDin ! Wn nut W >ne Verech- li§H4 der lm54.> n dortigen imentS die )ie Treppr Kamer ader thorchte der IterS völlig, un"r StSdlchew Prügel' , auß einer .g Lnsthölz" ge Belchübi' Mchtigung^ l.Wi l"4. 1450 h 300 M f an"ad *. f Ichaulichkeit betrifft, obenan. Richt aber nur bann, wenn er vom Schlachtgewühl erzählt, weih unS/>er Berjaffer zu feffeln. TaneraS Schilderungen au« der Zeit deS Waffenstillstandes und der Occu- »atton die daS Buch beichltetzen, bieten uns im Gegensatz zu den ernsten Schlachtmdtldern wahre Prachtstücke glücklichen HurnorS und auch sie tragen dazu bet, unS die Zett vor 25 Jahren lebendig in die Seele zurückzurufen. In der großen Lttteratur deS JihreS 1870/71 ■hnmt dies Buch einen ganz besonderen Rang ein. Die überaus anziehende und reiche Illustration erhöht nun aber seinen Retz noch sehr wesentlich. Ernst Zimmer gibt unS eine Reihe ergrelsendster Schlachtenbilder in großem Format. Auch die Federzeichnungen, mit denen er die kleinen Episoden des Kriegs- und Feldledens begleitet, sind allesammt von sprechender Raturwahrheit. Biele dürsen alS Meisterwerke bezeichnet werden. Alles in allem liegt hier in Text und Bild eine Leistung vor, die dem Werk die Verbreitung in den weitesten Kreisen der Ration sichert Gibt es denn irgendwo eine lebendigere Erinnerung an die glorreiche Zett von 1870/71, alS sie uns TaneraS Erzählungen und Zimmers Brider vermitteln? Angesichts deS bevorstehenden Weisnachlsfestes lenken wir die Auimerk- samkcit unserer Leser mit besonderem Nachdruck auf dies köstliche Werk hin. Alt unb Jung werden an bemfelben eine bauernbe Freude haben! Der Preis ist im Verhältnlß zu dem Gebotenen Überaus billig zu nennen. — HauskomSdie« für die Jugend. Eine Sammlung von Theaterstücken, Aufführungen und Borträg.n für alle Gelegenheiten de» Familienlebens, gesellige und öffent.tche Feiern, sowie zur belehrenden unb anregenden LeclÜre für daS Alter von sechs bis achtzehn Jahren. FünsteS Bändchen: Schulfest und Christfest. Von «. v. Krane. Verlag von Levy & Müller in Stuttgart. 72 S. Eleg. cart. 80 Psg. | _______, — Hermann Bender: Set nette Don Onixote, eine romantische Kateridee. Roman in Versen. Verlag von Cäiar Schmidt, Zürich. In unserer Zeit ist kein Roman in Strfen erfchienen, der diese Redegewandtheit hat und solche Sprache führt. Es ist ein bitterböses Buch für Alle, welche diese Verse durch die gelbe Brille betrachien, unb boch kann man bei vielen Stücken herzlich lachen; eS ist eben nicht so böse gemeint, wie es manchmal den Anschein hat. Der Verfasser, der sich im vergangenen Jahre mit zwei bebeulfamen Werken, mit „Rheinische Lieber" unb bem schönen EpoS „Wilhelm von Heidegg" in bte Literatur einführte, nimmt in bteser sonberbaren Satire roeber auf Personen, noch Zelten Rücksicht; er nennt jebeS Kinb beim richtigen Namen unb spricht mit einer Keckheit, mit einer Präciston unb Schärfe, bie in Erstaunen setzt. Immer aber trifft er den Nagel auf ben Kopf unb über bem Ganzen klingelt bie Schellenkappe eines gefunden Humors. lb Medaille — in einer Stunde fertig bringen. Machen Sie den Versuch! $381 Bekanntmachung. In unserem Genossenschaftsregister wurde heute eingetragen: 1) Das Statut vom 22. November 1895 der „Spar und Darlehenskasse, eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht, mit dem Sitze zu Großen-Linden. Gegenstand des Unternehmens ist der Betrieb eines Spar - und Darlehensgeschäfts zum Zweck der Gewährung von Darlehen an die Genossen für ihren Geschäfts- und Wirthfchaftsbetrieb, sowie der Erleichterung der Geldanlage und Förderung des Spürsinns. Die von der Genossenschaft ausgehenden öffentlichen Bekanntmachungen find unter der Firma der Genossenschaft, gezeichnet von zwei Vorstandsmitgliedern, in der deutschen landwirthschastlichen Genossen- schastspresse aufzunehmen. Die Willenserklärung und Zeichnung für die Genossenschaft muß durch zwei Vorstandsmitglieder erfolgen, wenn sie Dritten gegen- über Rechtsverbindlichkeit haben soll. Die Zeichnung geschieht in der Weise, daß die Zeichnenden zu der Firma der Genossenschaft ihre Namensunterschrift beifügen. 2) Der Vorstand besteht aus: Ludwig Lang, Jean Hoch, Jacob Pfaff II«, Ludwig Pirr und Johannes Menges XL sämmtlich zu Großen-Linden. Die Einsicht der Liste der Genossen ist während den Dienststunden des Gerichts jedem gestattet. Gießen, den 29. Novbr. 1895. Großherzogliches Amtsgericht. Neuenhagen. 10388 Mdt. Schlachthaus. Freibank. [10376 Heute und morgen. Schweinefleisch nicht ladenrein, pr. Pfd. 4« Psg. Bienenhonig, f einfier, prämiirter. 8022 Seltersweg 67. Einladung. Die Mitglieder der Spar- und Vorschußkasse zu Kesselbach, E. G. m. u. «H., werden zur General - Versammlung auf Freitag, den 27. December 1895, Nachmittags um 2 Uhr, in die Wirthschaft des Wilhelm Meißinger II. von Kesselbach, eingeladen. Tagesordnung: 1. Vorlesung des Revisionsberichts pro 1895. 2. Wahl des Directors und Controleurs. 3. Wahl zweier Aufsichtsraths-Mitglieder. Kesselbach, den 13. December 1895. __________________Der Vorsitzende: Scho mb er II.______________10400 Bitte. Um an feinem Theile mitzuwirken, bie zunehmenbe, so vielfach beklagte Rohheit unter ber Heranwachsenden Jugenb zu bekämpfen, burch bie Pfl ge betz Mitleids mit ber stummen Creatur zur Verebelung beS kindlichen GemüthS bei- zutragen unb bie ebenso massenhaften wie furchtbaren Mißbandlungen htlfloser Tbiere allmählich zu beseitigen, gibt ber Berliner Tbierschutz Verein jährlich ein Kalenderche« heraus, bem er burch reichen Inhalt, künstlerische Ausstattung unb billigen Preis bie weiteste Verbreitung zu sichern sucht. Die großen Opfer, welche ber Verein biefem Unternehmen bringt, stnb, wie zahlreiche .Zuschriften von Geistlichen unb Lehrern bezeugen, nicht vergeblich gewesen: Das Büchlein hat ben beabsichtigten Erfolg unb stiftet vielen Segen. Trotz beS billigen, weit unter ben Selbstkosten angefehten Preises (5 Psg.) werben aber so viele Gesuche um unentgeltliche Ueberlaffung be6 ÄalenberS gestellt, baß ber Verein mit feinen beschränkten Mitteln außer Stanbe ist, alle zu befriedigen. Sehr häufig schreiben Lehrer, eS seien arme Äinber in ber Schule, welche selbst bie fünf Pfg. nicht bezahlen können, unb die baS Büchlein boch so gerne hätten; eS sei boch hart, biefe armen Kinber leer auSgehen zu lassen- Hier ist guten Menschen eine Gelegenheit gegeben, mit einer geringen Summe armen Kinbern eine Freube für baS ganze Jahr zu machen unb segensreich auf bie Jungen Gemüther zu wirken. Wer biefe Gelegenheit benützen w ll, möge unS gütigst mittheilen, wie viele Exemplare beS KalenberS wir auf feine Kosten an ganz arme Echulkinber verteilen lass n dürfen. utf** Möge unser Appell an bie Hochherzigkeit Jener, welche im Stande sind, mit» zuwirken an ber sittlichen Hebung unserer armen Mitmenschen, unb befonberS ber in Noth unb Efinb aufwachsenben Kinber, nicht vergeblich sein- Zuschriften unb Beiträge nimmt entgegen bie Geschäftsstelle beS Berliner Thierschutz-VereinS: H. Betingtr, Berlin 8W., Königg'Stzerstr. 108. 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Xi-— u. 4.— , Batavia-Ara«, p. */» Liter«, x 3.5( Deutscher Cognac „ •/< „ M 1.40 „ 9.— | Jamaica-Rue M */t „ 4 Ferner empfehle ioh mein Lager in [969* Deutschen und aelbatbereiteten Beeren-Weinen. Bezirksverbandes der freisinnigen Volkspartei für Oberhessen. Xflm 15. l. Mts. findet in Tteiu's Oarten zu Giesteu der ordentliche Parteitag de« Bezirksverbandes der freifiuuigeu Volkspartei für Oberhessen statt. Zur BertrauensmäouerVersammluug, die um 121/, Uhr Mittags beginnt, sind alle Vertrauensmänner der Partei, die in der Provinz Oberheffen wohnhaft sind, eingeladen, gleichermaßen zur Therl- nähme am gemeiuschastlichen Mittagswahl um 2 Uhr. Um 4 Uhr findet öffentliche Versammlung im großen Saale des Stein'schen Restaurants statt, in der Herr Reichstagsabgeord- ueter Weitz aus Nürnberg sprechen wird. 10276 Zu derselben haben alle Personen Zutritt, welche zur Reichstagswahl berechtigt sind. Gießen, December 1895. Der Vorstand. ObttheMk GejMaft für Natur- n. ßkilkundk. Sitzung am Dienstag, den 17. December 1895, 6 Nyr, in der Kleinen Aula der Aniversttät. 1. Herr Prof. Dr. Wimmenauer : lieber die Hauptergebniffe lOjähriger forstlich phänologischer Beobachtungen in Deutichland. 2. Herr Prof. Dr. Elbs: Das Argon, ein neu entdeckter Bestandtheil der atmosphärischen Luft. 10385 Kaufmännischer Aerein und Hrtsgewerbeverein. Montag, den 16. December, 1895, Abends 8*/, Uhr 3W im Cafe Leib Vortrag der Frau Ottilie Stein, Schriftstellerin, Mannheim. Thema: Das Wesen der Frau, ihre Tugenden und Fehler. Wir laden hierzu unsere Mitglieder nebst deren Damen ergebenst ein. Karten für Nichtmitglieder zu 75 Pfg. sind zu haben bei Herrn C Crbtg, Bahnhofstraße 30, bei Herrn Hch. Noll, Marktplatz 1, sowie Abend« an der Kaffe; für Mitglieder des OrtSgewerbeverein« auch bet der Dienerin Frau Beil. Die Vorstände. Wwentheater Geschwister Berg. Nur noch drei Tage! Sonntag, den 15. d. Mts.: Unwiderruflich die letzten Schluß- und Abschiedsvorstellungen. Alles übrige ist bekannt. Das Löwentheater ist gut geheizt. Es la en ergebenst ein iobio Achtungsvoll Geschwister Berg. NB. Pferde zum Schlachten werden im ___________________Löwentheater anqekauft._________ Chanukaball. Zu dem am 15. d. Mts. im Ebert scheu Saale dahier stattfindenden tN», Feftballe ladet ergebenst ein; gflfc; ioms Anfang 3Mhr.M^s Mw. Ebert, Fronhausen. Coursbericht «r 3'/^/vHmnbrgr^>yp.«ku»kch.l906 101 53 3«/,°/°Preuß Hvp.A Bk.mrkU>. 1905 101 50 6: 16.18 20.37 4.16 89.00 4o/0 Etscub. Rentenb. DM. 62 90 6*/0 Buberul DbL 4*/b*/s Deftcrt. öUbtrreatt 4 o/e Ung. Gold-NenU 8°/o Portugiese» 6e/: Mexikaner 4°/o Monopol-Griechen vsa 1887 3Vi°/i Frankfurter Hyp. 8L 8Vi°/6 Frkf. Hyp. Ered. B. 4% DnrtfcheGrl M|JBdmLb.l*M 105.00 4»/0 Pomm.Hyp.A.Bk.unt.b 1904 bte. unt 5.1906 101.40 4% Franks. Landw. Ered. Bt BVi0/» Deutsche ReichSarü. 8°/o Breei. Lonsol» 8«/i°/o Gr. Hessische DbL 40/o Stadt Darmstadt v. 1891. 42/, , Sonn« unk. b. 1901 b°/o Desterr Staat Sb ab» v. 1885 3°/, 3tel. ßaatSgar. Eisend. m «S. Kurz & Co., Giessen, Kllhlpstklßt 63 Frankfurter Börse vom 12. December 1895. -.-4 fO96 —.—!168 ‘ 0 —-l4.lt V, Franz. Banknoten Oefterr. dto. Americ. Ö®" Der Stadtauflage der heutigen Nummer liegt eine WeschäftSempsehluug der Firma G. PH. F'llmauu, (Olas-, Porzellan- und Loxuswaareu - Handlung, Giesteu, Marktstraste 17, bei.___*0388 N.^.i or . a. Ccheqda. — Lruct und «