n. Elli 1 Budapest Q Glas. WU ieT^ 6 Operette tn drei '"3°h-Strauß. 6055 >ene Mittheilung, e i vollständig utg n ^njorberitngen Glas Expottkaffee, >4W öoth. 86. Anffahtt des erusicht besten! ildmann. ift mV i Ws U h. I I l an den Nachlai iellen, sowie Die n Gegenständen«. den Unterzeichnetkk 6032 bauen 20. eaaig uni Essig' »den von anderer astens empfohlen oach. lt die leere Flasche rückvergütet i enthalten » nbons 10 ***** Sonntag den 14. Juli 189» Zweites Blatt. M 163 Liertcljähriger Aints- und Anzeigeblntt für den Kreis Gieszen Rcdaction, Expedit!o» und Druckerei: Kchutstraße Ar.7. Fernsprecher 51. Die Gießener Ata«tkte«ßkStter werden dem Anzeiger »Kchenttich dreimal beigelegt. Der fiefcner Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Siebener Anzeiger s Kenerat-Anzeiger. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für de» folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. Gratisbeilage: Gießener Aamilienötätter. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Die landtvirthschaftliche Frage und die Parlamente. Die große Schwierigkeit der landwirthschaftlichen Frage ist hauptsächlich auch dadurch zu Tage getreten, daß der Reichstag und die Landtage der einzelnen deutschen Staaten nicht im Stande waren, die so ernste agrarische Frage zu lösen. ES wird aber die Aufgabe des Reichstages und der Landtage bleiben, den begründeten Klagen der Land- wtrthe abzuhelfen, um damit nicht nur einen wirthschaftlichen und socialen Krebsschaden, sondern auch eine schwere Beeinträchtigung unserer nationalen Kraftentfaltung zu beseitigen. Sehr rathsam und wünschenswerth bleibt eS daher, daß die Reichstags und Landtagsabgeordneten gerade in der Zeit der parlamentarischen Ferien gründlich erwägen mögen, auf welche Weise ruhig und sachlich der bedrängten Land- wirthschaft zu helfen wäre, dabei möchten wir behaupten, daß das Programm, welches der preußische Staatsrath zur Unterstützung der Landwirthschaft aufgestellt hat, sehr die Beachtung aller Interessenten verdient, und daß auf die all- mählige Durchführung dieses Programms bei Zeiten in den parlamentarischen Kreisen htngearbeitet werden sollte, zumal eS feststeht, daß die Regierungen dieses Bemühen in jeder Weise unterstützen werden. Zur Hebung der darnieder- ltegenden Landwirthschaft hat der preußische Staatsrath empfohlen: 1) Die gemischten Tranfitläger sollen auf den ausländischen Verkehr beschränkt werden. Eine Vorlage darüber ist von Seiten Preußens auch bereits an den Bundesrath gelangt. 2) Es soll eine durchgreifende Reform der Productenbörse im Sinne einer Einschränkung der Specula- tion vorgenommen werden. 3) Unterstützung der genossenschaftlichen Einrichtung von Kornspeichern. 4) Aenderung der Eredit- und Ausbeuteverhältnisse der Mühlen in dem Sinne, daß der Berkaus des inländischen Getreides nicht ferner benachtheiligt wird. 5) Reform der Zucker- und Branntweinbesteuerung. 6) Bezüglich der Währung« - Verhältnisse sollen die vom Reichskanzler in Aussicht gestellten Verhandlungen abgewartet werden. 7) Zur Verbilligung der landwirthschaftlichen Production möge die Einführung möglichst niedriger Eisenbahntartse für Rohstoffe und land« wirthschaftliche Erzeugnisse auf der Grundlage einer fallenden Scala erwogen werden. 8) Regelung der Rentengüter- Gesetzgebung. 9) Die anderweitige Regelung des landwirth- schafrltchen Realcredits. 10) Die Bildung eines Landes- creditinstitutS im Anschluß an die Seehandlung. 11) Die Bildung eines staatlichen Meliorationsfonds. Von dem Programm des preußischen Staatsrathes zur Bekämpfung des NnthstandeS in der Landwirthschaft ist noch zu bemerken, daß, nach den jüngsten Verhandlungen im preußischen Herrenhause zu urtheilen, die preußische Regierung es sich sehr angelegen sein läßt, diese Reformen durch- zgführen. Dabet muß aber ausdrücklich hervorgehoben werden, daß eine Thätigkeit der einzelnen Landtage in dieser Hinsicht sehr wünschenswerth ift, wie sich auch schon der Bundesrath mit einigen der Programmpuukte, die nur durch daS Reich geregelt werden können, beschäftigt hat.__________ Vermischtes • Marburg, 12. Juli. Gestern Nachmittag hat sich auf dem hiesigen Bahnhofe, und zwar auf der Strecke zwischen dem Güterschuppen und dem Stationsgebäude, ein schreckliches Unglück zugetragen. D-r in Frankfurt stationirte Bremser Schmidt, aus Kletnkarben stammend, ist, als er auf den im Abfahren befindlichen Eilgüterzuge 1315 auf seinen Sitz an der Bremse steigen wollte, durch einen Fehl- ttitt gestürzt und unter die Räder des Zuges gern th en. Schmidt, der erst 36 Jahre alt und Familien« .Pater.war, erhielt dabei so schwere Verletzungen, namentlich in den Armen und Beinen, daß der Tod sofort eintrat. » Altenkirchen, 8. Juli. Ein eigenartiges Ehehinderntß ift in dem Orte F. unseres Kreises aufgetaucht. Als nämlich ein Paar sich standesamtlich trauen lassen wollte, war es nicht möglich, weil — die Formulare „alle geworden" waren und erst in Coblenz bestellt werden mußten. Das Hochzeitsmahl war bereitet, aber-- Gr. Anz. * Bei der Wichtigkeit der städtischen Verkehrsmittel und in Anbetracht der Dispositionen, welche in vielen Gemeinden »der die Frage der Abschaffung des Pferdebetriebes und Einführung einer anderen Bettiebskraft bereits stattgefunden haben, ist ein soeben von der Deutschen Gasbahn-Gesellschaft di. b. H. in Dessau herausgegebeueS Büchlein über den GaSbetrieb für Straßenbahnen von Jntereffe. Dasselbe enthält eine Beschreibung der auf der Dessauer Straßenbahn seit November v. Js. im Betrieb befindlichen Gas« 1 Motorwagen, der sonstigen Einrichtungen, eine Klarstellung der Vorzüge des Systems gegen andere, insbesondere gegen die electrische Betriebsweise durch oberirdische Stromzuführung und die damit verbundenen Störungen der Anwohner, der Telephon- und Telegraphenanlagen, sowie der schädlichen Einflüsse auf GaS- und Wasserleitungsröhren, und hebt die Vortheile hervor, welche durch die Anlage mittelst Gaskraft betriebener Straßenbahnen den städtischen Gewerken und damit den Städten selbst erwachsen. Ueber die Wagen ift gesagt, daß dieselben äußerlich ganz das Aussehen eines gewöhnlichen Pferdebahnwagens haben. Der Gasmotor und das Triebwerk liegen unter einer Wagenbank beziehungsweise unter dem Wagenboden, ebenso die Gasbehälter, welche das auf 7 Atmosphären comprimirte Gas enthalten. Die Compresfionsanlage kann an jedem Punkte, wo Gasleitung vorhanden ist, aufgestellt werden, eventl. auch, da sie nur einen Raum von 4 zu 4 m erfordert, tn einem Hintergebäude oder Keller. Das Gas wird in die Wagen an den Endstationen aus einer hydrantenähnlichen Einrichtung abgefüllt. Das Straßenbild wird durch die Gaswagenbahn in keiner Weise beeinträchtigt. Wir empfehlen das Büchlein, welches von der Dessauer Gesellschaft an Interessenten abgegeben wird, zur Aufklärung bei den schwebenden Fragen der Verkehrseinrichtungen in den Städten. ♦ Eine Ausstellung für die Interessen der Tabak-Industrie wurde letzten Samstag zu London tn der Agricultur-Hall eröffnet. Sehr reichlich find Maschinen zur automatischen, maschinellen Herstellung von Cigarren und Cigarretten vorhanden, ebenso eine reiche Sammlung von Cigarrenspitzen und Tabakspfeifen. Ebenso find verbesserte, den Aaforderungen an Ventilation rc. Rückficht tragende Arbeitsräume im Betrieb vorgeführt, die recht zweckmäßige und wirksame hygienische Principien vertreten sollen. Am meisten Aufsehen erregt jedoch eine Cigarrenmaschtue, die mit Hilfe eines Arbeiters täglich 2500 bis 3000 Cigarren ferttgstellen soll. (Mit- getheilt vom Internationalen Patentbureau Carl Fr. Reichelt, Berlin N.-W.) * Die Bevölkerung der Erde kann natürlich auch nicht annähernd mit solcher Sicherheit feftgestellt werden, wie dies bei der deutschen Volkszählung möglich ist. Schon wegen der unbestimmten Bevölkerungszahl Astens und Afrikas wird man immer theilweise auf Schätzungen angewiesen sein. Diese letzteren lauteten zuletzt wie folgt: 1874: 1,391,000,000Köpfe, 1878: 1,439,000,000, 1883 : 1,434,000,000, 1886: 1,483,000,000, 1891: 1,480,000,000. An der letztgenannten Ziffer waren betheiltgt: Asien mit 825,954,000 Seelen, Europa mit 357,379,000, Afrika mit 163,953,000, Amerika mit 121,713,000, Oceanien und die Polargegenden mit 7,500,000, Australien mit 3,200,000, zusammen 1,479,699,000. Angesehene Statistiker haben die Behauptung aufgestellt, daß die Bevölkerung der Erde jährlich um fünf Personen auf 1000 sich vergrößert- läßt man diese Theorie gelten, so berechnet sich die derzeitige Bevölkerung der Erde auf etwa 1,510,000,000 Seelen, und sie würde sich im Jahre 2000 etwa auf 2,548,000,000 stellen. Der am dichtesten bevölkerte Erdtheil ist Europa — 95 Personen auf die Quadratmetle; in Europa nimmt Belgien die erste Stelle (540) ein. Die durchschnittliche Bevölkerungsdichtigkeit der ganzen Erde stellt sich auf 28; am dünnsten ist Australien bevölkert (1); dann folgen die Polargegenden (3), Amerika (8), Afrika (15), Asien (48). Von den großen europäischen Staaten zählt Großbritannien und Irland 312, Italien 273, Deutschland 237, Frankreich 184, Oesterreich-Ungarn 171, Spanten 70, Rußland 49. Außer den Bereinigten Staaten sind noch Australien, Afrika und Theile von Südamerika übrig, um die Uebervölkerung der anderen Erdtheile aufzusaugen. * Der famose RicinuS. Viele Leute behaupten, daß die in Blumentöpfen gezogene und ans offene Fenster gestellte R-cinuspflanze schon durch ihren Geruch die Fliegen vom Zimmer fern halte. DaS Mittel scheint aber doch nicht ein• wandsfrei zu sein, wie aus folgendem Klagegedicht hervorgeht: Wenn die Fliegen Dich gentren, — Mußt Du Deine Wohnung zieren, — Diesen Rackern zum Verdruß, — Mit der Pflanze Ricinus! — Also stand's zu lesen neulich — In der Zeitung, deßhalb eilig — Wandt' zum Gärtner ich bett Fuß — Wegen eines Ricinus. — Ha! wie wollt' ich nun die Fliegen — Schnell aus meiner Wohnung kriegen! — Denn entweichen müssen sie — Vor dem Dufte Ricini. — Rasch die Fenster aufgerissen, — Daß die Viehcher Rath sich wissen, — Denn bald Alles flüchten muß — Bor der Pflanze Ricinus. — M ch ein wenig zu erfrischen, — Ging ich kneipen nun inzwischen, — War ja Alles nun im Schuß — mit besagtem Ricinus. — Bei der Rückkehr, welch' Vergnügen! — Fand ich sicher frei von Fliegen — Mein geliebtes TuSknlum — Durch bewußten Ricinum. — Doch mit des Geschickes Mächten — Ist kein Fliegenbund zu flechten- — Das erfuhr ich leider, oh, — Heut' noch mit dem Ricino. — Bei der Heimkehr, welch' Gesumme, — Welches scheußliche Gebrumme, — Was für Leben sum, sum, sum, -- Um den Ricinus herum. — Fünfmalhunderttausend Fliegen, — Die denselben frech bestiegen. — Senkten gierig ihren Rüffel — In den Saft der Ricinüssel. — Eine halbe Viertelstunde — Stand ich da mit offnem Munde: Just wie das Mirakulum — Starrt ich an den Ricinum. — Endlich hat es mir gedämmert — Daß ich gräulich war belämmert, — Und gelangte zu dem Schluß — Hokus, pokus, RicinuS. Citeraiur unb Arrnsr. — Aus dem Verlage von I. F. Schreiber in Eßlingen bet Stuttgart ist uns in diesen Tagm die erste Lieferung der dritten, vollständig umgearbeiteten Auflage von Dr. Moritz Willkomms BilderaUaS deS Pflanzenreichs zugegangen. Wir begrüßten das erneute Erscheinen dieses trefflichen Atlasses, wodurch der Botanik wiederum neue Freunde zugefübrt werden dürftm, mit Freuden. Das ganze Werk (tn Lexicon-Format) umfaßt 15 Lieferungen, die 14täglich et scheinen werden. Die vorzügliche Ausstattung ist bei dem geringen Preis von 50 Pfg. pro Lieferung ganz besonders hervorzuheben und zwar nicht nur Druck und Papier, sondern vor allem der farbige Bilderschmuck, der im ganzen Werke auS 124 fein colortrten Tafeln mit über 600 Abbildungen bestehen soll. Nach den farbigen Illustrationen zu urtheilen, die sich in der ersten Lieferung vorfinden, ist die bildliche Darstellung der Pflanzen und ihrer wesentlichen Bestandtheile sehr instructiv ausgeführt und der Text, der im Ganzen 150 Seiten umfassen wird, bei aller Knappheit doch vollkommen ausreichend; er enthält das zur Eharacteristtk jeder der behandelten Pflanzen Erforderliche in übersichtlich klarer und verständiger Ausführung. Bearbeitet ist das ganze Pflanzenreich nach dem natürlichen System, aber auch das LinnS'sche hat eine zweckentsprechende Berücksichtigung gefunden, indem es nicht nur tabellarisch zur Anschauung gebracht ist, sondern auch bei jeder Gattung oder Familie die Klasse und Ordnung des Ltrnw'schen Systems durch eingeklammerte Ziffern neben den Namen angegeben werden. Wer es versucht hat, sich nach den modernen Handbüchern an die Bestimmung der ihm begegnenden Pflanzen »u machen und vor der Mühe der Einarbeitung in das System zurückgeschreckt ist, wird, wie wir es schon nach der Einsichtnahme in das vorliegende Heft sagen zu können glauben und wie es in den sehr anerkennenden Urtheilen der Presse und der Fachzeitschriften über die früheren Auflagen des Willkomm'schen Bilderatlas einstimmig bestätigt wird, mit viel besserem Erfolge und geringem Aufwand von Arbeit zum Erkennen der Pflanzen und der Auffindung ihrer Namen und Gattungen gelangen können, wenn er stch dieses populär abgefaßte Buch zum Wegweiser nimmt, weil es durch feine zahlreichen Bilder meist auf den ersten Blick das Object erkennen läßt. Die zeitraubenden gelehrten botanischen Studien bleiben also durch dieses Werk erspart und trotzdem gibt dasselbe Anregung, sich in das Gebiet der Naturkunde durch Selbstunterricht zu vertiefen. Allen Freunden der Natur, Lehrern, Gärtnern, Landwirthen, Forstleuten u. s. w., wollen wir die neue Auflage dieses Atlasses, der ihnen in übersichtlicher Form einen reichen Schatz von richtig gezeichneten und fein colorirten Pflanzenbildern bringt, aufs Wärmste empfehlen, und namentlich sollten Eltern und Freunde der Jugend dieses Werk für die Familie anschaffen. Dasselbe wird für die Erwachsenen als botanisches Nachschlagebuch, für die Kinder als unterhaltendes und belehrendes Bilderwerk dienen und ist vorzüglich geeignet, der Heranwachsenden Jugend das Reich der Natur zu erschließen und bei derselben Sinn unb Freude an den Naturschönheiten und der Naturkunde zu erwecken unb zu beleben. ______________ — In der neuen, soeben zur Ausgabe gelangten Serie von MeyerS Volksbücher« bietet diese im besten Sinne deS Wortes volktzthümltche Sammlung den zahlreichen Freunden guter und billiger Lectüie in erster Linie eine treffliche Auswahl fesselnder Erzählungen. Schildert Charles Sealsfield in seinem Nomon „Der Direy und die Aristokraten" (Nr. 1077 bis 1080, 1. Th., Nr. 1081 dis 1084, 2. Th.) die Kämpfe, die sich im Jahre 1812 in Mexiko abspielten, mit einem Farbenretchthum, wie er lebendiger kaum gedacht werden kann, so vertritt Andre Theuriet in seinen Erzählungen: „Die Tabekspfeife" - „Die Aurikel" - „Die Forelle" (Nr. 1087), die abgeichliffene, zierliche Darstellungsweise unterer westlichen Nachbarn. Den liefen melancholischen Ernst der Kleinrussen kennzeichnet Wladimir Korolenkos Studie „Der blinde Musiker" (Nr. 1085 bis 1086), die in ergreifender Schilderung die rübrende Kindesgeschichte eines Blindgeborenen entwickelt. In Nr. 1093 wirbt Ernst Pasques ansprechendes Erzählertalent mit der Novelle „Das Urbild des Fidelio" um neue Freunde. Die wetteren Nummern der Serie enthalten Vittorio Bersezios graziöses Lustspiel „Eine Seifenblase (Nr. 1095), in autoriftrter Uebersetzung von Johannes Scherpe, die Reichsversassung (mit Anmerkungen und Sachregister von einem practtschcn Juristen (Nr. 1094); ferner Ernst Moritz Arndts patriotische Schrift „Der Rhein, Deutschlands Strom, aber nicht Deutschlands Grenze" (Nr. 1066) und zwei Skizzen aus dem Gebiete der ernten Wissenschaften: „Grundzüge der Völkerkunde" (Nc. 1088 bis 1090) von Friedrich Ratzel und „Die Erde im Welträume (Nr. 1091 bitz 1092) aus „Neumayres Erdgeschichte". — „Meyers Volksbücher" rechifertigen durch die Gediegenheit und Vtelseitigkett ihres Inhalts, wie auch durch Billigkeit und gute Ausstattung Gebe Nummer in handlichem Taschenformat kostet geheftet und beschnitten, bei sauberem, lesbarem Druck und gutem Papier, nur 10 Pfg.) die wärmste Empfehlung an jeden Litteratursreund. 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Schlieben in des und Aefft mich ein Spuk oder will man mich zum Narren halten?" polterte unter die Hunde- Er konnte eben nicht viel Worte machen. Ske reichte er. ihm wortlos beide Hände. Sie hatte ihn also verstanden. die knapp seine wie die Gene» Aber er hatte (Schluß.) „Himmel, Kreuz und noch etwas. dem Salon der Generalin v Eschenbach. Sein Herz klopfte unter der Uniform, hohe Gestalt umschloß. Wie würde Paula, ralin seine plötzliche Werbung aufnehmen? Thränen traten dem ehrlichen Burschen in die Augen und heftig schüttelte er die zarten, weißen Hände. Seine Küsst sagten später mehr als tausend Worte. Aber erst mußte er über den mysteriösen Brief Gewißheit haben. Er zog das Bild auS der Brufttasche und hielt es seiner Braut unver» mittelt vor die Augen. »Wie kommst Du zu dem Bilde?" fragte sie erstaunt, dann drohte fte lächelnd mit dem Finger. „Du hast eS eScamotirt und zwar bei Spiegelthals," sagte fie mit kornischem Ernste. „Ich kenne daS Bild genau, es hat einen weißen Fleck Im Auge. Siehst Du'S? Aber für die arogante Adele war eS noch gut genug." Der Lieutenant pfiff leise und verständnißvoll durch die Zähne. „Cherchez la femme," murmelte er und steckte das Bild mit einem tiefen Seufzer der Erleichterung in feine Brusttasche. Wenige Tage nach diesen Ereignissen erhielt Adele Spiegelthal gleichzeitig mit der VerlobungSanzeige des Grafen v. Schlieben mit Paula v. Eschenbach einen Brief, welcher nichts weiter enthielt, als eine Photographie. „Spiegelthals find gen Südetr gereist, um Neapel zu sehen," erzählte eines Tages Paula v. Eschenbach ihrem Bräutigam, „um zu sterben," setzte fie ein wenig boshaft hinzu. „Oder Heirathen zu vermitteln," antwortete er malitivs. „Wie?" fragte fie, „was sagtest Du?" „O, nichts!"-- der Lieutenant. „Wie kommt das Bild Offerten ?" Der hilflose, tödtlich verlegene Ausdruck in dem Gefichv Lieutenants ließ sie verstummen. „Ich werde Ihnen Paula schicken," sagte sie freundlich ließ den jungen Offizier allein. Graf, und nun — Doch der Himmel hatte ein Einsehen gehabt. Er spielte ihm daS verhängnißvolle Schreiben in die Hände, damit noch alles gut werden sollte. In glühender Leidenschaft drückte er daS Bild an seine Lippen, dann riß er wie toll an dem Klingelzug. „Meine beste Uniform, Schärpe und Helm und um zwölf Uhr einen Wagen," herrschte er den verdutzten Burschen an. „Sodann tragen Sie den ganzen Kram" — er deutete auf die Briefe — „wieder in die Expedition und sagen, man möchte die Briefe gefälligst sortiren. Es scheint mir dort eine heillose Verwirrung vorgekommen zu sein." Der Bursche ftand noch unschlüssig. „Herr Lieutenant," begann er zögernd, „daS alte Mamsell, weS gehört das Haus, hat verboten alles Hundevieh im Hause, von wegen die schwarze Kater." Der Lieutenant lachte laut auf. „Laß gut sein, alter Junge, und ängstige Dich nicht wegen der alten Schachtel. Wir ziehen aus, in eine schöne, prächtige Wohnung, wo und Keiner etwas zu verbieten hat, da gibts nur freundliche Gesichter, gute Bissen, — auch für Dich — kurzum, wir heirathen." * * * der ersteren ja so unverhohlen den Hof gemacht, sie mußte t ihn verstanden haben. Jetzt betrat die Generalin, eine vor- nehme, noch immer schöne Erscheinung, den Salon, welcher den Stempel der vornehmen Behaglichkeit, ja mehr noch deS gediegenen ReichthumS trug. Indessen, daS war oft nur eine glänzende Außenseite. Der General hatte vielleicht Schulden hinterlassen, überdies hatte Paula einen Bruder. Er war zwar erst Fähnrich — aber wie die jungen Leute find. Herr v. Schlieben wußte das aus Erfahrung. Die Generalin sah ihren Gast erwartungsvoll an. „Gnädige Gräfin," begann dieser mit vor Aufregung zitternder Stimme, „ich bin nicht der Menfch, der durch wohlgesetzte Reden zu glänzen versteht, und gerade, wo es sich um das Glück meines Lebens handelt, fehlen mir die Worte. Indessen, ich glaube, Sie werden mich verstehen, meine gnä- digste Gräfin, wenn ich Ihnen in schlichten Worten erkläre: Ich liebe Ihre Fräulein Tochter und bitte unterthänigst um die Hand derselben." Wie ein freudiges Leuchten überflog es daS Antlitz der ■ Generalin. „Ihr Antrag überrascht mich," sagte fie. „Indessen, wenn Sie glauben, daß Sie dem Herzen meiner Tochter näherstehen, so wäre ich die Letzte, die einer Verbindung zwischen Ihnen hinderlich sein dürfte. Ihr Vater war der Freund meines verstorbenen Gemahls. Ihr Ruf ist gut, Ihre Verhältnisse find die besten — —" „Gnädige Gräfin," fiel ihr hier der überglückliche Lieutenant ins Wort, „alles, was ich besitze, gehört auch Ihnen. Verfügen Sie schon jetzt." Die Generalin sah ihn befremdet an. Er schlug beschämt und verwirrt die Augen nieder. Eine glühende Röthe überzog momentan seine hohe, weiße Stirn. Die Generalin lachte belustigt und erhob sich, auch der Lieutenant sprang auf. Sie reichte ihm die Hand, die er ehrerbietig an seine Lippen drückte. „Ich sehe, Sie haben ein gutes Herz," sagte sie, noch immer lachend. „Augenblicklich jedoch genügen meine Pension und die Revenüen meiner Güter, um die Bedürfnisse für mich und meine Kinder zu bestreiten." Dieser verharrte starr wie eine Bildsäule. Seine Gedanken wirbelten ihm im Kopfe. Was hatte die mysteriöse HeirathSofferte zu bedeuten? „Herr von Schlieben?" Er fuhr jäh zusammen. Vor ihm stand eine holde, schlanke Mädchengestalt mit tief erblaßtem Antlitz. „Gnädiges Fräulein, Paula, theureS Mädchen," stotterte Feuilleton. An die fatsche Adresse. Von Marie Treuter. Er riß das Begleitschreiben auS dem Couvert. Zwei-, dreimal las er den von zierlicher Frauenhand geschriebenen Inhalt, ohne indessen mehr davon zu entziffern, als — „drückende Verhältnisse zwingen mich, diesen etwas ungewöhnlichen Schritt zu wagen. Meine Familie befindet sich in einer peinvollen Lage" — die weiteren Buchstaben verschwommen vor seinen Augen. Himmel, mußte eS so weit kommen. Seine Paula, seine angebetete Paula, wollte sich opfern für die Ehre ihrer Familie. Und er hatte keine Ahnung, er glaubte, sie lebe in glänzenden Verhältnissen- er hatte eS nicht gewagt, dem stolzen Mädchen seine Liebe zu gestehen, er, der begüterte j. „ . ^undz Belannrinachrmg. Nachdem Großh. Kreisamt Gießen die von der Stadtverordneten- Versammlung beschlossene Verlängerung der Ebelftraße von der Wilhelm- straße bis zum Leihgesternerweg genehmigt Hot, bringen wir dies mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß, daß die Einsicht der bezüglichen Pläne auf dem Stadtbauamt Jedermann freisteht. Gießen, den 11. Juli 1895. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. ____________ I. V.. Georgi, Beigeordneter.______________6022 22. Mttelrheinisches Kreis-Hurnfest. Der Unterzeichnete ersucht alle Diejenigen, welche Arbeiten und Lieferungen für den unterfertigten Ausschuß ausgeführt haben, ihre Rechnungen ungesäumt und spätestens innerhalb 8 Tagen einzureichen. Der Vorsitzende des Bau und Ausschmückungs- Ausschusses zum 2S Mittelrheinischen Kreis - Turnfest. _________Schmandt.___________________6001 -FandumthsWlichk Ausstellung in Gießen für Pferde, Rindvieh, Geflügel, Molkereiproduete, Dbst, Fischzucht, Bienenzucht, Forstwirthschaft, Maschinen und Geräthe vom 19. bis 22. September 1895. Die Bewirthschaftung der Festhalle und des Festplatzes, welche nur an einen Bewerber vergeben werden soll, wird hiermit zur Verpachtung ausgeschrieben. Die Festhalle ist mit electrischem Licht und Wasserleitung versehen, hat ca. 2000 Sitzplätze und ist zum Wirthschaftsbetrieb eingerichtet. Die Ausstellung umfaßt das ganze Großherzogthum Hessen, während derselben findet die Generalversammlung der drei landwirthschaftlichen Provmzialvereine des Großherzogthums Hessen mit darauffolgendem Festessen statt. u Ae. rx^“TL tüchtige, bestempfohlene Wirthe wollen ihre Angebote bis rum 25. Juli d. Js. bei dem Unterzeichneten einreichen. SDie Bedingungen können ebendaselbst kostenlos bezogen werden. Gie ßen, im Juli 1895. Der Wirthschafts-Ausschusi. I- A.: Jean Kirck. Arlmtsversteigkruug. In der Gemeinde Wieseck sollen Mittwoch den 17. Juli l. I., Nachmittags 5 Uhr, die zur Her- stellung eines Brunnens erforderlichen Arbeiten öffentlich in den Accord gegeben werden und zwar: veranschlagt zu H 1) Brunnenmacherarbeiten. 403 50 2) Zimmerarbeiten ... 30 — 3) Steinhauerarbeiten . . 70 56 4) Schlosierarbeiten... 40 — 5) Pumpenmacherarbeiten . 95 50 6) Pflasterarbeiten . . . 66 60 Wieseck, am 10. Juli 1895. Großh. Bürgermeisterei Wieseck. Sommerla d. 5978 Versteigerung. Montag den 15. Juli, Nachmittags 2 Uhr, lasse ich wegzugshalber in meiner Wohnung, Seltersweg 24, im zweiten Stock folgende Gegenstände meist- bietend versteigern i Einen großen zweithürigen Kleider- schrank, einen großen Waschtisch mit Marmorplatte, einen Nachttisch mit Marmorplatte, mehrere Bilder und gut erhaltenes, fast neues Küchengeschirr, einen neuen großen Herren - Neiseplaid, eine Buchbinderpresse rc. rc. Frau Emilie Pietsch I., SelterSweg 24 (Fischbach). Geschwister Aron, ALK" Seltersweg. ^4 ffiorfett - Spezial - Geschäft, empfehlen Sonnenschirme zu bedeutend herabgesetzten Preisen. Leichte Sommerstrümpfe. - Tonristen-Socke«. — Sommerhandschuhe in allen Preisen. Wirhaben wieder einen Posten einzelner CorsettS in engen und mittel Weiten, die wir unter Preis abgeben, zusammen- gestellt.[5579 Erfindungsschutz! imJn-u Ausl.beforgt u.verwerlh. Louis Dill, zeil 67. Frankfnrta.!L zeii 67. 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