Donnerstag den 14. Februar 1895 Nr. 38 Amts- und Anzeigeblntt für den Tireis Giefzen Gratisbeilage: Hießener Aamilienb kälter. Anittichev Theil j. med 1881 nähme bei der unvergeßlichen «nnahmr von Anzeigen zu der Nachmittag- für den folgmbtn Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. ;er hier sei uar 1294 and Kinder». Gegensätze sich nunmehr auch im Reichsparlamente feindlich kreuzen werden. — Die Jnftallirung deS neuen ungarischen Cabinets Banffy hat jetzt auch Personalveränderungen in 88.« 1021 T8Jj »4 einigen anderen hohen Posten Ungarns nach sich gezogen. Es wurden ernannt zum Judex curiae (obersten Richter) der Oberstkämmerer Baron Bela v. Orczh, Graf Aladar Andrasiy zum Oberstkämmerer und Graf Thassilo FesteticS zum Obersttruchseß. — Der greise Erzherzog Albrecht, welcher schon im vorigen Jahre an einer Lungenentzündung erkrankte, ist jetzt abermals von dieser Krankheit befallen worden. Doch versichern die amtlichen Bulletins, daß daS Befinden des hohen Kranken zu keinen Besorgnisien Anlaß gebe. — Aus Constautiuopel kommt die allarmirende Nachricht von der befohlenen Einberufung einer beträchtlichen Anzahl türkischer Reservisten. Ueber die Gründe dieser auffallenden Maßnahme der Pforte werde« verschiedene Versionen laut, vielleicht, daß sie mit den bekannten Vorsällen in Armenien zusammenhängt. Vierteljähriger Avounemkutsprei» l 2 Mart 20 Psg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Rebaction, Expedition und Druckerei: Kchulfiraße Kr.7. Fernsprecher 51. .!? N’oreH, letten. ,< i oi. Ausland. Wie«. 12. Februar. Der österreichische Reichsrat h tritt am 19. Februar zu einem neuen Abschnitt seiner Thätigkeit zusammen. Derselbe dürfte sich vielfach recht bewegt gestalten, denn es steht zu vermuthen, daß die in einer ganzen Reihe von Einzellandtagen neuerdings wieder in die Alle Annonckn-Bureaux deS In- und AuSlanbeS nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. r 784 r djittft, c 1895. Hilberratte Diente m * * Obi- Betr.: Die Ausführung des Gesetzes vom 1. Juli 1893 über die polizeiliche Beaufsichtigung der Mieth- Wohnungen und Schlafstellen. Bekanntmachung. In den letzten Wochen sind behufs Ausführung rubr. Gesetzes an eine Anzahl von Hausbesitzer und Vermiether von Schlafstellen Polizeibefehle erlassen, welche denselben aufgeben, seither benutzte Wohn, und Schlafräume entweder gar nickt mehr oder nur in beschränktem Maße und nur nach entsprechender Herstellung zu verwenden. • Da sich nun herausgestellt hat, daß in vielen Fällen die dermaligen Verhältnisse andere geworden sind, als zu» Zeit der im April v. I. erfolgten Besichtigung der Woh^ nungen, auf Grund derer die Polizeibefehle erlassen wurden, so wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß vorerst die Polizeibefehle, selbst soweit sie rechtskräftig sind, nicht zur Vollstreckung gebracht werden, daß hingegen auf Verlangen der Interessenten eine nochmalige Revision der Räumlichkeiten stattfinden wird. Die Vermiether von Wohnungen und Schlafstellen, sowie die Hausbesitzer, welche glauben, daß der ihnen zugegangene Polizeibefehl als mit den dermaligen Verhältnissen nicht im Einklang stehend zu Unrecht erlassen sei, wollen deshalb bei uns alsbald schriftlich oder zu Protocoll die Nachrevision beantragen. Gießen, den 12. Februar 1895. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. I. V.: Wolff, Regierungs-Assessor. Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Correspovdenz-Bureau. Berlin, 12. Februar. Wie die Morgenblätter melden, soll das zum Besten der Hinterbliebenen der auf der „Elbe" Verunglückten, sowie zum Gedäcktniß der Unter- gegangenen in der Wandelhalle des ReichstagbgebäudeS beabsichtigte Concert am 23. Februar, um 8 Uhr Abends, unter Mitwirkung der königlichen Capelle stattfinden. Der Kaiser übersandte dem Comtö für die Hinterbliebene« der „Elbe" 3000 Mk., in Hamburg find bis jetzt 53,178 Mk., in Bremen 77,367 Mk. eingegangen. Dresden, 12. Februar. Ftnanzmtntster Thümmel ist gestorben. ,, „ Lübeck, 12. Februar. Die Schifffahrt ist geschloffen. Die See bedeckt, soweit sichtbar, festes Eis. Kälte 19 Grad. Rendsburg, 12. Februar. Dem hiesigen Magistrat wurde mitgelheilt, daß der Kaiser zur Eröffnung des Nordostsee- CanalS hier Ende Juni eintreffen würde. Zur Abhaltung einer größeren Parade würde die 35. Jnfanteriebrigade zu- gezogen werden. Rom, 12. Februar. Die Unruhen unter den Studenten der Universität dauerten auch heute noch fort. Die Studenten versammelten sich im Colosseum, wurden aber von der Polizei zerstreut, drei wurden verhaftet, später aber freigelaffen. Baccelli empfing eine Commission der Neapeler Studirenden und erklärte, er werde die Universität, wenn an allen Universitäten Ruhe herrsche, unter nachfolgenden Be- dingungen eröffnen: Alle Studenten machen sich zur Auf- rechthaltung der Ordnung anhe'sckig; die Sommer Prüfungen seien sür alle verloren- die für die Prüfungen bestimmte Zeit wird auf Vorlesungen, als Ersatz sür die während deS Schlusses der Universität ausgefallenen, verwandt. Mailand, 12. Februar. Bei den Municipal- wählen wurden 58 gemäßigte Clericale und 22 Demokraten gewählt. Paris, 12. Februar. Der Präsident Felix Faure hat nach Empfang der Nachricht von der Ankunft des Kaisers von Oesterreich auf französischem Gebiete folgendes Telegramm an denselben gerichtet: „Ich beeile mich, Ew. Majestät bet der Ankunft auf französischem Gebiet willkommen zu heißen und der Hoffnung Ausdruck zu geben, daß der neue Aufenthalt in Cap Martin Ew. Majestät angenehm sein wird. Ich lege Ihrer Majestät der Kaiserin meine ehrerbietige Huldigung zu Füßen und bitte Ew. Majestät von meinen freundschaftlichen und aufrichtigen Gefühlen überzeugt zu sein." Cettinje, 12. Februar. Die Mutter deS Fürsten ist heute Nacht in Venedig gestorben. Newyork, 12. Februar. Ueber die Fahrt der „GaS- cogne" wird noch Folgendes berichtet: Am 29. Januar, als die „Gascogne" Havre seit drei Tagen verlassen hatte, stand plötzlich die Maschine still. Die Passagiere wurden benachrichtigt, daß ein Cylinderkolben gebrochen wäre. Die gelammte Maschinenmannschast begann darauf die Ausbesserung. Nach 18stündiger Arbeit war es gelungen, ein Messingband um den Bruch zu legen. Die „Gascogne" machte noch neun Meilen in der Stunde. Am 2. Februar brach die Kolbenstange zum zweiten Male. Das Schiff mußte in Folge dessen behufs Ausbesserung 41 Stunden still ^gen- W^rend der folgenden Stürme wurde die „GaScogne" Meilen vom Curse abgetrieben und furchtbar von den Wellen hin- und hergeworfen, so daß die Passagiere unruhrg wurden. Am 7. und 9. Februar folgten wiederholte Kolbenbrüche und Bekanntmachung. Nach § 118, 3 der Wehrordnung vom 22. November 1888 können Reservisten, Landwehrleute und Ersatz- Reservisten wegen dringender häuslicher und gewerblicher Verhältnisse eine Zurückstellung hinter die letzte Jahresklasse der Reserve, der Landwehr, bezw. der Ersatz-Reserve in Anspruch nehmen. Es werden daher Diejenigen, welche eine solche Zurückstellung zu beanspruchen beabsichtigen, aufgefordert, ihre Gesuche bei der Bürgermeisterei ihres Wohnortes alsbald ein» mreichen. Die fraglichen Gesuche unterliegen der Entscheidung der verstärkten Ersatz-Commission. Die Entscheidungen behalten ihre Gültigkeit bis zum nächsten Zurückstellungstermine und sind alsdann im Falle des Bedürfnisses die früheren An- träge zu erneuern. Außerterminlich können Gesuche um Zurückstellung durch schriftliches Uebereinkommen der ständigen Mitglieder der Ersatz-Commission nach § 124, 2 der Wehrordnung nur dann berücksichtigt werden, wenn nach dem allgemeinen Ent» lassungstermin der Reserven dringende Verhältnisse die sofortige Zurückstellung einzelner der entlassenen Mannschaften gerechtfertigt erscheinen lassen. Gießen, den 13. Februar 1895. Der Civilvorsitzende der Ersatz-Commission Gießen. Dr. Melior. Der Hiehever -«»elger crf(f)rint täglich, mit Ausnahme be4 Montags. Die Gießener I>a«itienstLiter »erben bnn Anzeiger Wöchentlich dreimal beigelegt. ftW'k Jlt. M lOSsJ Gießener Anzeig er Kenerak-Mnzeiger. Deutscher Reichstag. 36. Sitzung. Dienstag, den 12. Februar 1895. Auf der Tagesordnung steht der Etat deS Reichsamts des Innern. Bei den Ausgabetitel: Gehalt des StaatSsecretärs bemerkt Abg.H i he(Centr.),er halte die organische Verbindung von Fabrik- ausstcht und Kessetrevision an sich für richtig, aber wegen dieser Verbindung müsse die Zahl der Gewerbeinspecloren noch mehr vermehrt werden. Sehr anflrengenb und zeitraubend sei die Kesselreoision unleugbar. Redner flieht ferner auch die Anstellung weiblicher Jn- spectoren sowie die Veranstaltung von Conferenzen der Jnspectoren anheim, sowie auch die Errichtung einer collegialen Cenlralbehörde. Abg. Pachnicke (frelf. Vfl.) wünscht die Trennung von Fabrik- inspectorat und Kesselrevision; die Verbindung dieser beiden so verschiedenen Aufgaben, die gar nicht zusammengehören, sei ein Rückschritt gewesen. DaS Fabrikinspcciorat ist ein socialpolitisches, ein Wohlfahrts - Amt, die Kesselrevtfion dagegen ein technisches, ein Sicherheits-Amt. Man sollte auch Arbeiter in das Fabriktnspectorat einrücken lassen und sich von dem Vorm theil freimachen, als seien nur Examina geeignet, die Befähigung zu solchem Amte nachzuweisen. Ein alter erfahrener Arbeiter kann gerade auf diesem Gebiete oft mehr leisten, als ein studtrter Gewerderath. Staatsstcretär v. Bötticher: Es ist Landessache, ob den Fabrtktnfpictoren die Keffelrevtston übertragen werden oder bleiben soll, oder nicht. Ich kann daher nichts thun, als höchstens die Regierung in Preußen auf die von einander sehr abweichenden Aus- | sührungen beider Herren aufmerksam zu machen. (Heiterkeit). Abg. Fischer-Berlin (Soc.): Welcher Geist der Furcht vor Erscheinung getretenen scharfen politischen und nationale» der Socialdemokratie bei der Reichsregierung herrscht, zeigt ein Erlaß an die Fabrikinspectoren vom 16. December 1893 betr. der Veröffentlichung der Jahresberichte. Es heißt da: es sollen nur Thal- fachen berichtet werden und etwaige kritische Bemerkungen sollen einen rein sachlichen Character tragen. Das soll doch wohl nur heißen: „kritische Bemerkungen sollen überhaupt aussallen! Auch wenn die Fabrikinspectoren „Vorschläge" machen wollen, so sollen sie sich dabei „nur an das praktische Bedürsniß" halten. DaS kann auf die Fabrikinspectoren nur als kalte Douche wirken. In Folge davon sind ja auch die Berichte der Jnsp ctoren mit der Tendenz, zu beschönigen, zusammengestellt. Man steht das an der Art, wie über die Lebenshaltung der Arbeiter berichtet wird. Die Verbindung des Fabrikinspectorals mit der K-sselreviston hindert die Jnspectoren an ihrer eigentlichen socialpolittichen Ausgabe, um so mehr» als der Jnspector sich wegen der Krsselreviston stets vorher anmelden mutz. Wie mild bisher die ganze Gewerbeaufflcht gehandhabt worden, erhellt daraus, daß heute noch, nach 16 Jahren des Bestehens der Fabrikausstcht, es Unternehmer gebe, welche den Zutritt des JnspectorS zu ihrer Fabrik von ihrer „Erlaubniß" abhängig machen. Bezeichnend ist auch, daß der Gewerbeinipector Jäger in Cöln, weil er den Arbeitern zu weit entgegengekommen, versetzt worden ist. Aus den Berichten der Gewerberäthe geht hervor, wie bedeutungslos für die Arbeiter das Institut der Arbeiter-Ausschüsse ist, und wie wenig Grund man hat, von den „Wohlfahrts Einrichtungen" Aufheben zu machen. Man braucht blos zu lesen, was daselbst über die Arbeiterwohnungen bei den Ziegeleien gesagt sei. Redner fordert schließlich Ausdehnung der Gewerbeausstcht auch auf die Hausindustrie. Abg. Röstcke (bei keiner Fraction): Manches ist ja noch an Uebelflänben in unseren Fabriken vorhanden, aber Vieles daran ist auch schon, gerade unter Mitwirkung der Fabrikinspectoren, beseitigt worden. Die Partei des Vorredners freilich steht in den Unternehmern allesammt nur die reinen Teufel, und in den Arbeitern die reinen Engel. Redner wendet sich gegen gesetzgeberische Maßnahmen gegen den Boycott. Strafgesetzliche Bestimmungen würden gegen den Boycott gar nichts helfen, denn an die Stelle des öffentlichen würd- alsdann der geheime Boycott treten, und die kleinsten Betriebe würden gerade darunter am meisten leiden. Wirksam ist gegen den Boycott nur die Selbsthilfe, das Zusammenhalten der Unternehmer gegen die Boycottirender. In der conservattven Preffe hat man den endlichen Abschluß des Bierkrieges als Folge von Sonder- interessen einzelner Unternehmer dargestellt. Redner gibt zur W der- leguna dieses Vorwurfs noch einmal eine Schilderung von Entstehen und Verlauf des Berliner Bierboycotts. (Piästdent von Levetzow unterbricht den Redner schließlich mit dem Bemerken, derselbe habe ,noch fein Wort zum G.halt des StaaiSsecretärS gesprochen." Große Heiterkeit) Redner führt dann noch kurz aus, der Zwick deS BoycottS, den A'beitsnachweis ganz in ihre Hände zu bekommen, sei den Socialdemokraten jedenfalls nicht gelungen. Abg. Wurm verlangt, daß die Fabrikinfpectoren aus den Reihen der Arbeiter gewonnen werden, denn die Fabrikinspectoren müssen das Vertrauen der Arbeiter besitzen, während die Jnspectoren gegenwärtig mehr darauf bedacht sind, das Vertrauen der Arbeitgeber nicht einzubüßen. Redner verlangt ferner E> Weiterung der Eompetenz der Gewerberäthe — auch auf die Hausindustrie —, weibliche Jnspectoren rc. t ,r , Abg v. Frege stellt fest, daß geabe von den konservativen stets aus gewisse Uebelfiänbe in der Industrie hingewiesen, zugleich aber vor einem zuviel an Schematisiren, Schablonisiren in den Fabrikordnungen usw. gewarnt worden ist. Auch die Folgen davon im Sinne eines Ueberwucherns der Hausindustrie seien von den Conservattven vorausgesagt worden. Zu nicht geringem Theile seien diese Mißstände mitverschuldet durch die Freizügigkeit. Die Ausbeutung der jugendlichen Arbeitskräste werde auch von den Eonser- vativen bedauert, aber man möge doch die Einwanderung so vieler jüdischer Agenten, Zwischenhändler verhindern, bann würben biete nicht mehr so an bem Lohn der Arbeiter zchren. Auch solle man die jugendlichen Arbeiter nicht mehr in die focialdemokratischen Versammlungen gehen und dort ihren V rdienft verzehren lassen. Redner nimmt sodann das Wirken der Fabrikinspectoren gegen die Bemängelungen der focialdemokratischen Redner in Schutz. Die Jn- spectoren leisteten überall das Menschenmögliche. Eine Erhöhung der Löhne werde erst möglich fein, wenn die landwirthfchastliche Krise ein Ende habe. Einstweilen aber sollten sich die Arbeiter vor nichts mehr hüten, als vor den socialdemokratischen Agitatoren. (Lebhafter Beifall rechts.) Das Gehalt des StaatSsecretärs wird genehmigt. Morgen: Elsaß-lothringischer Dictatur-Paragraph, Anträge Pachnicke, Ancker, Auer, betreffend Volksvertretung in den Einzelstaaten. Deutsches Reich. Berlin, 12. Februar. Kaiser hielt am Montag und Diensrag Pirschjagden auf Hirsche bei Schloß Hubertus- stock ab. — Oberst v. Scheele, der Gouverneur von Deutsch- Ostafrika, soll um seine Entlassung eingekommen sein. Vorläufig wird jedoch diese Nachricht von offiziöser Berliner Seite nock bestrltten. — Der neue württembergische Landtag, zu dem an diesem Donnerstag und Freitag die Stichwahlen vollzogen werden, ist auf den 20. Februar einberufen worden. m9 -Uhr, ttU XII betreffend. 1895 hatten mr fit i: 000 900 1600 0100 700 0700 1, M • zu entsprechender j>r würden, iempelt und mit lätt 1895 wieder * gten Pf-ndb^ >84 werden N Kmlösuug ttW m tziulösungstar u FraMrt a. t jsungchllen. w°utbS ■heller, I. hi .. 1051 am Mcnlag trafen zwei Dampfer die „@aßcognc"; letztere lehnte aber die angebotene Hilfe ab. Santiago, 11. Februar. Die chilenische Regierung theilte mit, sie «erde alle chilenischen Eisenbahnen an kaufen. ___ Depeschen deS Bureau „Herold". Berlin, 12. Februar. In der Budgetcommission deS Reichstages wurde heute die Berathung der einmaligen Ausgaben des MilitäretatS fortgesetzt. U. A. wurde die erste Baurate einer Trainkaserne in Darmstadt in Höbe von 300 000 Mk. abgelehnt, ferner wurde abgelehnt 660000 Mk. erste Rate für eine Infanterie-Kaserne in WormS. Bewilligt wurde die erste Baurate von 300000 Mk. für eine Cavallerte- Kaserne in Karlsruhe. Berlin, 12. Februar. Im Reichstage circulirte heute das Gerücht, der Abgeordnete Lieberm ann von Sonnenberg habe den Abgeordneten Dr. Böckel zum Duell gefordert und zwar wegen beleidigender Aeußerungen, welche Böckel in einer Volksversammlung über das Vorleben Liebermanns gethan. Heute soll ein Ehrenrath darüber entscheiden, ob die Forderung berechtigt ist. Berlin, 12. Februar. Der Dieb deS GeldkäftchenS, daS am Sonntag Morgen auf dem Hauptpostamte in Spandau entwendet wurde, ist in dem Postsecretär Staettke ermittelt worden, der Secretär ist sofort verhaftet worden. Derselbe kann angesichts deß vorliegenden klaren Beweises die That nicht leugnen. Berlin, 12. Februar. Der wirthschaftlichen Bereinigung deS Reichstages ist ein Antrag des Abg. Meyer-Danzig (Reichspartei), betreffend die Lonvertirung der vier- proceutigen Staatspapiere, zugegangen. Berlin, 12. Februar. Zur zweiten EtatSberathung haben die conservativen Abgeordneten von Leipziger und von Maffow und die CentrumSmitglieder Dr. Lieber und Reindl beantragt, im Poste tat bet den fortdauernden Ausgaben für den UnterstaatSsecretär 20000 Mk. und zwei Directoren je 15 000 Mk. einzustellen. In der Budgetcommission war die Ausgabe für den UnterstaatSsecretär gestrichen worden. Berlin, 12. Februar. Der „Local-Anz." meldet auS Hamburg: Hier trafen 50 für die chinesische Regierung bestimmte Waggonladungen mit Gewehren aufl der Gewehr- fabrif von Steyr stammend, ein, um per Schiff weiterzugehen. Die von Suez gemeldete Beschlagnahme des Dampfers „Albingia" der Hamburger Packetfahrt, der gleichfalls Kriegsmaterial für China führte, bestätigt fick nicht. Berlin, 12. Februar. Die antisemitischen Gegner Ahl ward t s hielten gestern Abend eine Versammlung ab, die einen sehr stürmischen Verlauf nahm. Redacteur Willberg griff Ahlwardt, Böckel, von Mosch und den Deutschen Antisemitenbund heftig an und nannte die Abtrünnigen „Pestbeulen am antisemitischen Körper". DaS Ahlwardt'sche Z^itungSunternehmen bezeichnet der Redner als einen Schwindel. Im Deutschen Antisemitenbund ist nunmehr eine Spaltung eingetreten, der größere Theil geht mit Ahlwardt und Böckel. In einer Resolution wurde die neue Spaltung der Partei verdammt. Berlin, 12. Februar. Wie die „Poft" meldet, ist der Abg. Freiherr v. Stumm-Halberg an einer heftigen Halsentzündung erkrankt und infolge deffen aus der Umsturz- commisfion auSgeschieden. Berlin, 12. Februar. Zu dem Empfang deS Fräulein Böcker bei der Kaiserin Friedrich und der Königin Victoria in OSborne wird aus London noch gemeldet, daß die Dame auch dem Connaught'schen Ehepaare vorgkstellt wurde. Alle nahmen daS lebhafteste Inter, ffc an der Erzählung über ihre Rettung bei dem Untergänge der „Elbe". Die Königin Victoria ersuchte Fräulein Böcker, ihren Namen in ihr GeburtStagSbuch zu verzeichnen. Die Kaiserin Friedrich gab der jungen Dame einen eigenhändig geschriebenen Bries mit einem Geschenk. Fräulein Böcker war ausS Tiefste von der ihr von der Kaiserin und Königin gezeigten Sympathie gerührt. Magdeburg, 12. Februar. Bei zahlreichen hiesigen Anarchisten wurden Haussuchungen abgehalten und eine Anzahl Druckschriften beschlagnahmt. Wien, 12. Februar. Einer Meldung der „Politischen Eorrefpondcnz" auS Paris zufolge versprechen sich die dortigen politischen Kreise von der Mission der chinesischen Gesandtschaft an einige Mächte behufs Intervention wegen Beilegung des Krieges mit Japan wenig Erfolg. Die Intervention habe erst nach der Erzielung eines Ein« vernehmens zwischen den betheiligten Mächten Aussicht auf Gelingen. Rom, 12. Februar. In der Stadt Acera, Provinz Eaierta, sind gestern Abend g r o ß e U n r u h e n vorgekommen. Eme große Volksmenge, welche gegen die Stadtsteuer für inländische Fabrikate protestirte, versammelte sich vor dem Hauptsteuerbureau, erstürmte daS Local, verwundete tödtlich den Bureauchef, sprengte die Kaffen und entführte bedeutende Geldsummen; hiernach zog die Menge vor daS Stadthaus und zündete dort die Bibliothek an. Einer herbeigerufenen Truppenabiheilung gelang eS, nachdem viele Personen verwundet und verhaftet worden sind, die Ruhe wieder herzu- pellen. Paris, 12. Februar. Der „Newyork Herold" veröffentlicht ein Telegramm auS Berlin, wonach Kaiser Wilhelm die französische Regierung zur Eröffnungsfeier deS Nordostfee-EanalS einladen werde. Paris, ) 2. Februar. Die Nachricht von dem Einlaufen deS Dampfers „GaScogne" in Newyork wurde von der Transatlantischen Gesellschaft gestern Nacht 12 Uhr Der» Sffentlicht. Der Sapitän der „GaScogne" erklärte, die Pasta- giere seien gestern Abend 7*/t Uhr an Land gegangen. Der Hauptmast und die Schraube sind während des irtzten Sturmes gebrochen und dadurch wurde das Schiff an der vorgefchrie- denen Fahrt verhindert. Die vom Capitän Ungeordneten Nothfignale wurden des Nebels wegen von anderen Schiffen nicht wacrgenommen. Don Paris wurde die glückliche Ankunft deS Schiffes in Newyork sofort nach allen Departement! weitergegeben. Die Freude in Havre ist ganz enorm. Boulogne, 12. Februar. Seit letzten Sonntag find 17 Personen, welche auf einer Yacht einen Ausflug auf! Meer gemacht hatten, spurlos verschwunden. Die Yacht wurde gestern steuer- und segelloS auf dem Meere treibend gesehen. Loudon, 12. Februar. AuS Shanghai wird gemeldet, der Kaiser von China habe den deutschen Hauptmann Hannecken beauftragt, für baß kommende Frühjahr eine Armee zusammenzubringen, welche auß inländischen Soldaten bestehen und von fremden, meist deutschen Offizieren befehligt werden soll. Petersburg, 12. Februar. Infolge ter ermäßigten Bahntarife hat der Personenverkehr in Rußland ganz bedeutend zugenommen. Die Personentarife auf mehreren Tampfer-L nien sollen gleich den Bahntarifen um 20 biß 30pCt. ermäßigt werden. Cocalts tinö Provinzielle» Gießen, den 13. Februar 1895 * ♦ KreiSavSschuß Sitzung. Samstag den 16. Februar d. I., Vormittags 9 Uhr beginnend, findet im Regierungsgebäude dahier eine öffentliche Sitzung des KreisausschuffeS des Streifeß Gießen statt, in welcher folgende Gegenstände zur Verhandlung gelangen: 1. Gesuch der Christian Dräbing Wittwe zu Gießen um Eclaudniß zum Betriebe einer Schank« wirthschast. 2. Gesuch deS Wilhelm Mayer zu Gießen um Erlaubniß zum Betriebe einer Schankwirthschaft. Aus dem Zustizdienst. Durch Entschließung Groß- herzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz wurden beauftragt mit Wahrnehmung der Dienstverrichtungen 1) eines Amtsrichters bei dem Amtsgericht Darmstadt II der Gerichts- affeffor Neuenhagen in Beerfelden, 2) eineß Amtsrichters bei dem Amtsgericht Beerfelden der'.Gerichtsasteffor Mül ler in Darmstadt, 3) eines Amtsrichters bei dem Amtsgericht Lorsch der Gerichtsasseffor Ger lach in Darmstadt, 4) eineß Amtsrichterß bei dem Amißgericht Ulrichstein der Gerichtß- affeffor G lässing in Darmstadt, 5) eines Staatßanwaltß bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg der Gerichts- affeffor Altendorf in Büdingen, 6) eineß AmtSanwaltß bet dem Amtsgericht Darmstadt I der GerichtSaffeffor Dr. Friedrich in Darmstadt, 7) eineß AmtSanwaltß bei den Amtßgerichten Darmstadt II, Groß-Gerau und Langen der GerichtSaffeffor v. Pfister in Darmstadt, 8) eineß Amtßanwaltß bei den Amtsgerichten Büdingen, Altenstadt, Nidda, Ortenberg und Schotten der Gerichtsaffessor Sell- Heim in Gießen. * * Die Feier des 70. Geburtstags des Reichsgerichtsraths i. P. Buff in Leipzig hat, wie von dort berichtet wird, zu zahlreichen Beweisen von Anhänglichkeit auß allen Kreisen geführt. Besonderß war auch Gießen und sein engereß Vaterland Hessen hervorragend an den vielen Gratulationen be- theiligt; eß gratulirten ferner die juristische Facultät, Se. Excellenz Finanzminister Weber, Geh. Staatßrath Hallwachß und viele Andere, auch daß Corpß Hassia, dem Buff während seiner hiesigen Studienzeit angehörte, gratulirte unter Uebersendung eineß prächtigen Corpßwappenß. * * Theater Verein. Unter der Fülle von Genüffen, die der Februar in diesem Jahre bietet, dürfte die am Freitag um 6 Uhr stattfindende Aufführung der „Fledermaus" immerhin einer der interessantesten sein. Leider hat der „Vogelhändler" uns den Rücken gekehn, dem Theater- Verein aber ist es gelungen, den besten Vogel auß seinem Käfig, eine „Fledermaus", zu erhalten. Die Weisen werden zwar über unseren scheinbaren lapsus zoologiae gewaltig schreien, wenn fie aber am Freitag das Theater verlaffen, dürften sie unserer Meinung fein, denn die „Fledermaus" von Strauß ist ein überaus mobiler Geselle, der das Licht durchaus nicht scheut oder zu scheuen braucht. Doller Leben und Uebermuth legt der Strauß der „Fledermauß" die reizendsten Lieder, die schwungvollsten Walzeimelodien nicht in den Schnabel, aber in den Mund, und wer am Schluß seinen Mund nicht ebenfalls zum Pfeifen spitzt oder zum Summen schließt, dem wollen wir zugestehen, daß diese „Fledermaus" kein Vogel war. H. Neues Theater. Sardouß Stück „Madame Sans G6ne" ist eigentlich gar kein Lustspiel, obgleich eß sich so benennt. Es besteht auß lose aneinandergerechten Bildern, in denen gezeigt wird, wie ein plötzlich in die höchsten Kreise versetzteß Kind deS Volkeß durch die Bewahrung seiner ursprünglichen Natürlichkeit überall anstößt, schließlich aber doch die Gnade der allerhöchsten Stelle, des Kaisers, erringt. Aber diese Rolle ist wundervoll angelegt und bietet die reizvollsten Scenen. Freilich ist sie auch die einzige bedeutende Rolle des ganzen Stückes, das nur ihretwegen geschrieben zu sein scheint. Der Gast, Fräulein Klinkhammer, bot uns denn auch als Madame Sans @6nc eine ganz vorzügliche Leistung. Ihre sprudelnde Laune, ihr keckes und doch fo decenteß Spiel, die unfehlbare Sicherheit und die vollendete Grazie ihres Auftretens: dies alles vereinigte sich zu einem Bilde voll reizendster Harmonie. Daß der Rahmen, in den dieses Bild gefaßt war, ein würdiger wurde, dafür sorgten unsere einheimischen Künstler nach besten Kräften. Sie Alle trugen zum Gelingen das Ihrige bei und wenn wir — in der Reihenfolge des Theaterzettels — die Herren N > emeier, Otto und Heyne nennen, so geschieht das, weil sie ver- hältuißmäßig am meisten Gelegenheit hatten, ihr Können zu i zeigen. DaS Publikum zeigte sich durch den lebhaften Beifall i dankbar für den seltenen Genuß und bewies damit, daß eß : sich trotz der unteren Verhältniffen entsprechlnden Streichungen \ befriedigt fühlte. — Daß zweite und letzte Gast'piel von Fräulein Klinkhammer brachte unß einen von Blumenthal für die deutschen Bühnen bearbeiteten englischen Schwank der Bifiber Panlton, „Niobe" betitelt. Der Director einer Versicherungsgesellschaft träumt, daß die ihm vom Lord Hamilton-Tomkinß zur Aufbewahrung übergebene Statue der Niobe zum Leben erwacht sei und ihm durch ihre Anwesenheit ' in der FamiH in die unangenehmsten Situationen bringe. Dir wollen nicht leugnen, daß das Siück, wie der Theaterzettel ankündigte, „hochdraftiich" ist, aber unsere Antheilnahme ; zu erwecken vermochte eß nicht. Der Kunst der beiden Hauptfiguren allein ist die Wirkung, dieser Schwank erzielte, zu danken. Fräulein Klinkhammer spielte mit unvergleichlichem ' Gesch ck die in baß moderne Leben versetzte Griechin. Die Rolle selbst hatte keinerlei Verdienst um den Genuß, dem wir unß gestern bingeben konnten. Die Art und Weise, wie sie gegeben wurde, fesselte allein unser Jntereffe. Die wunder- volle Aussprache, der Adel der Bewegungen, die Fräulei» Klinkhammers Spiel auSzeichnen, und die ganze Art der Declamation verlangten unwiderstehlich unseren Beifall. An der Seite dieser Künstlerin hatte Herr Niemeier ?al! „Dünn" einen schweren Stand. Aber er wurde feiner Aufgabe durchaus gerecht; eS wäre nur eine sorgfältigere Memorirung seiner Rolle zu wünschen gewesen. Letztere! ist überhaupt ein Punkt, an dem wir im hiesigen Theater Manches auSzufetzen haben. Wir glauben, daß vielfach die Aenderunq des Repertoires, die eine allzufchnelle Einstudirung neuer Rollen bedingt, hieran die Schuld trägt. — Fräulein Klinkhammer, die uns an den beiden vergangenen Abenden gezeigt hat, daß sie eine echte Künstlerin von Gottes Gnaden ist, wird heute unsere Stadt verlaffen. Wir wollen ihr daher danken für daß, maß sie unß geboten hat, und ihr ein herzliches „auf W -versehen" zurusen. ♦♦ Nene! Theater. Wie wir hören, wird in der nächsten Woche daß von Herrn Reinerß für eine Vorstellung ge» - wonnene Krnse'sche „Hänsel und Grethel-Ensemble" Humper- : dingckS breiartige Oper zur Aufführung bringen. Wir machen < schon jetzt auf diese Vorstellung aufmerksam und behalten I unß vor, demnächst darauf zurückzukommen. ** Der Centralansschuß zur Forderung der Fugend- und ' Bolkkspiele in Deutschland erläßt einen „Mahnruf an bas i deutsche Volk", ben wir nachstehend im Auszug veröffentlichen : „Das Leben besteht nicht im leben, sondern im gesund sein." Die Gesundheit ist baß kostbarste Gut für den Einzelnen in guten und schweren Tagen, Gesundheit de! ganzen Volke- ist die beste Kraft einer Nation. Diese gesummte Bolksenergie zu erhalten und zu erhöhen, ist der Zweck, welchen der Centralaußschuß zur Förderung der Jugend- und DolkSspiele in Deutschland verfolgt. Er ruft dehhalb so oft und vernehmlich in die deutsche Welt hinein: „Pflegt allerortß die Spiele und Leibesübungen in freier Luft." Wenn auch noch andere Bedingungen nothwendig sind, daß eine gesunde Seele auch einen gesunden Körper habe, so find doch die Spiele und verwandten Leibesübungen in freier Lust ein wichtiger Schritt hierzu. Der Ausschuß ruft daher olle Deutschen, alte und junge, arme und reiche, hohe und niedrige, hinaus in Gottes freie Natur, damit sie nicht allein Erholung suchen in Wirthshäusern und Bierlocalen und geselligen AbendvergnÜgui'gen, die bl! zum Morgen dauern, sondern auch draußen auf grünem Anger, in Berg und Thal und Feld ynd Wald. Daß ist wahre Erholung, die keinen Katzenjammer hinterläßt, sondern den Geist erhebt für weitereß, kräftige- Streben. Spielt, wie da- deutsche Volk in früheren Jahrhunderten, und wenn Ihr zu alt dazu seid, so haltet die Jugend dazu an und erfreut Euch am fröhlichen Treiben. Im Winter auf da- Eiß, im Frühling und Sommer in Gotte- schöne Welt, da! ist Leben, das ist Gesundheit. Wir wissen, daß unser Weckruf I manchen Schwierigkeiten begegnet, zunächst in der Beschaffung eines Spielplatzes. Allein diese Schwierigkeit wird sich leicht überwinden (affen, wenn man zur Erkenntniß gelangt ist, daß derselbe ein Gesundbrunnen für Jung und Alt ist, dem man Opfer bringen muß. Eß werben große Aufwendungen gemacht zur Abwehr aller Schäden, welche schlechte- Trink- waffer, verdorbene Nahrungsmittel, durchseuchter Boden im Gefolge haben können, warum sollte man nicht die Mittel haben, um beizutrogen, baß eine geiunbe, kräftige unb fröhliche Jugend heranwachse? Nur durch da-Regen unb Ueben der Körperkräfte erreicht man jene Leden-fülle, welche nicht nur die Leistungsfähigkeit in der täglichen Berufsarbeit erhöht, sondern auch edlen und reinen Leben-genuß und Dasein!- freube verschafft. Hierzu genügen aber nicht die wöchentlichen Turnstunden, sondern eß muß hinzutreten: Wandern unb Bergsteigen, Spielen, Schwimmen, Schlittschuhlaufen ?c. Aber keine bieser Beroegungßformen ist so vielseitig, al! das Bewegungßspiel. Die freubige, gehobene Stimmung, in welche baffelde versetzt, ist eine wahre Nervenstärkung, eine Erholung de- Geistes. Nervenschwäche, Blutarmuth, körperliche unb geistige Abspannung haben in unserer Jugend in erschreckenber Weste zugenommen und in Folge besten eine Jntereffenlosigkeit für die Schönbeiten in Gotte! Natur, wie eine Abnahme von Arbeitskraft u-id Berufsfreudigkeit hervor- i gerufen, bie auf bie nationale Wohlfahrt unsere- Volke! sehr ! schädigend einwirkt. Ebenso liegen bie erziehlichen und ' ethischen Wirkungen beß Spieles auf der Hanb. Es ent« ' wickelt sich bei btmfelben ein starker Sinn für Recht und i Ordnung, denn trotz der Freiheit des Etnzelnen ist bie un» ' bebingte Unterordnung unter daß Gesetz, die Spielregel, unrrläßlich. Unterncht-oerwaltungen, Gemeinden unb Eltern ' mögen für die Jugend in angebeuteter Weise sorgen, bie j Turn- und sonstige gesellige Bereinigungen müffen Antheil nehmen an dec Volksspielbewegung, alle müffen sich in diesem idealen Streben einen, damit der Erfolg nicht auf bleibe." . — Möchte dieser Aufruf auch in den maßgebenden Kreisen unserer Sta>>t Widerhall finden und d.-Jntereffe für Schaffung eines Spielrasens wecken. Der Frühling naht und eß gilt nun, mit irischem Eifer an baß W-rk zu gehen. ’* Gedenket der frierenden wandernden armen Mitmenschen. Dieser Mabnung rngebenf, bat unsere Naturalverpflegstation eine Art Bekleidung-anstalt für Handwerksburschen errichtet. Aui eine frühere Anregung in diesem Blatte hin, sind alte Bekleidungsstücke, Stiefel, Strümpfe :c. WeJegJ 8»ib LZr Y-S9 ffe rAj' raf« sie Fl^Ä HE L *te W» Xiwtn "- b„°6 »leiht Mi - $Mi. Wut« «binbn ”’6«t«BMbe# ' vollen ihr ltn hat, und ihr ein ”irb w der diuhst«, ne Vorstellung M. penible« Huvkper. iDflen. Mr rnachen flam und behalten n. g der Zagend, aat Mhnrus an da- Auszug vrrSsirni. m, tonbttn m ge> oaxftt Gut siir den en, Gesundheit bei Nation. Diese gt- zu erhöhen, ist der zur Förderung der versolgt. Er rüst rutsche Welt hinein^ Leibesübungen andere Bedingungen auch einen gesunden verwandten Leibel- ichriit hierzu. Der vt und jungt, ar st SotteS freie Natur WirtM^nn und Lvgrv, b\t M zu« qü\ grstnem Äuget, ). Dar ist wahre hinterläßt, sondern es Streben. Spielt, hunderteu, und wenn sugeud dazu an und Im Winter auf bat les schöne Weit, dai n, daß unser Weekrus ft in der Beschaffung .iM wird sich leicht ntuitz gelaugt ist, daß mb Alt ist, dew mar ße Aufwendungen gr Idje schlechtes Tr.n!' rchseuchtcr Boden ir nan * t, kräftige und sck- >as Kegen und Ueben .Mülle, welche nicht chrn Derusiarbeit er- usgenuhuudDaM uicht die wöchentlichen lr,un: Wandeln und Schlittfchuhlach'^ souirliechk ! nh,ae Stindl i " , Nrrvenstartuug, , 8l»Ä“ ’" /"«y uiitut, ®« Sr- Mt ES en>- Swn 6|e uv' eietz' „ h MN Semelnden bl( ier »«• «41» *! i 16* lot« «r# 3»le,,|i »nb f’ «IB M« * , i«1 “ w* , >«(•““ 5,i« * : ««' "" IttiWl' * Stiefel- der Polizei überwiesen worden, welche nun, wenn es Noth thut, diese gegen die defekten und zerlumpten Gegenstände der Zuwandernden eintauschl und dafür Sorge trägt, daß die zerlumpten Kleider, welche zurückgelassen werden müffen, vernrchtet werden. Man hat nämlich die Erfahrung gemacht, daß einzelne Dagirende Garderobestücke, die fie als Geschenk erhallen, verkaufen und sich mit den Lumpen, die sie auf de« Leibe haben, behelfen. Diesem Mißbrauch wird berechtigter Weise durch daö AuSwechseln ein Riegel vorgeschoben. Manchmal passiren bet diesem Eoftllmwechsel drollige Szenen, die werth wären, durch den Pinsel eines Malers festgehalten zu werden. Kommt da vor einigen Tagen auS dem Kreise Grüuberg ein herunter gekommenes altes Bäuerlein nach hier, um sich beim KreiSamr wegen der nach seiner Meinung mangelhaften resp. nicht genügenden Armenpflege seines HeimarhdorfeS persönlich zu beschweren. Man weift den völlig zerlumpten und bei der strengen Kälte vor Frost zitternden Menschen zur Equipirung und wetteren Beran« laflung zur Poltzet. Nach beendetem Costümwechsel schaute der alte Mann vergnügt und selbstgefällig in den Spiegel und meinte: „Alleweil sein aich feiner wai mei Borger- maaster." Er empfand eS noch als eine besondere Liebens« Würdigkeit der Sicherheitsbehörde, welche ihn durch einen Schutzmann zur Bahn geleiten ließ, um ihn in seine Heimath zu spediren. — Bei der großen Kälte ift der Bedarf an wa mer Kleidung bei den Wandernden groß, täglich werden solche Einkleidungen vorgenommen und die zu Anfang ge- spe, deren alten Sacken sind schon stark vergriffen. Es räumt wohl mancher unserer begüterten Mitbürger im Jntereffe des humanen Zweckes seine Kletderschränke mal gründlich auf, da findet sich mancher alte Rock rc. (Stiefeln sind der begehre, swertheste Artikel), der noch gute Dienste leisten kann, man säume nicht und sende Alles nach der Weidengasse. ES tst ein Stück Sozialpolitik, die Jeder treibt, der mithilft die Lntblösten zu kleiden. ** Bon hessischen Behörden werden steckbrieflich verfolgt: Joh. Adam Bausch aus Münchberg vom Amtsgericht Vilbel wegen Strafvollzugs- Sattler Auguft Farrenhopf auS Forst, genannt „Bayer Gustel", der sich auch unter dem Namen Schlosser Carl Ritter auS Westfalen und Schloffer Ernst Schneider aus Gießen umhertrerbt, vom Untersuchungsrichter II in Darmstadt wegen schweren Diebstahls - der frühere Posthilssbote tu Gießen Carl Horn aus Hungen von der Staatsanwaltschaft in Gießen wegen Unterschlagung - weiter von der Staatsanwaltschaft in Gießen: Schreiner Leonhard Kuhnen auSRoßla wegen Unterschlagung, Metzger- me'Uer Elias Schulz aus Hungen, zuletzt in Gießen, wegen SittlichkeitSverbrechens, Gärtner Wolfgang Adam Stenger au« Bindlach in Boyern wegen Diebstahls, Heinrich Conrad Süßmuth, Handlungsreifender aus Ober-WidderSheim, wegen Urkundenfälschung, ein Unbekannter von auffallender Größe, in der zweiten Hälfte der 20er Jahre stehend, wegen versuchten RaubeS. In seiner Begleitung befindet fich ein Steindrucker von demselben Alter, der eine verbundene Hand hat. K. Danervheim, 10. Februar. Eine große Anzahl Land« wirthe von hier und der Umgegend war heute hier ver« sammelt, um eine Genossenschaftsmolkerei zu gründen. Herr LandwirthschaftSlehrer Andrä-Büdingen legte die großen Bortheile einer solchen klar dar. ES wurde beschlossen, noch im Laufe dieser Woche Versammlungen in den Nachbar- gemeinden Ranstadt und Mockstadt zu halten. Da sich auch mehrere große Güter daran betheiligen wollen, so ist nicht zu zweifeln, daß das gehörige Quantum Milch gezeichnet und» die Sache zu Stande kommt. Mit dem Laufe deS Frühjahrs soll denn auch sofort mit dem Baue begonnen werden. O Stockheim, 10. Februar. Bei der hiesigen Actien« Zuckerfabrik sind am vergangenen Samstag die letzten Rüben eingelaufen. Im Laufe dieser Woche wird dieselbe mit der Verarbeitung derselben fertig werden. Die Fabrik ift in dieser Campagne 5 Monate ununterbrochen in Thätig- keit und bat jeden Tag über 7000 Centner Rüben verarbeitet. Betriebsstörungen kamen fast keine vor- nur die letzte an« haltende große Kälte hat die Verarbeitung um einige Tage verzögert. A Mainz, 12. Februar. Auf den kommenden Freitag ist eine Extrasitzung der hiesigen Stadtverordneten-Versamm- lung anberaumt, als deren einziger Punkt der Tagesordnung die „Verstaatlichung der Hessischen LudwigS- bahn" steht. Wie verlautet, besteht nämlich die Absicht, im Falle einer Verstaatlichung der Bahn die Verwaltung und die Generaldirection von hier zu verlegen, welcher Absicht die städtische Verwaltung in Gemeinschaft mit der Handelskammer durch Schritte bei der Regierung an den Ständen zu begegnen sucht. Worm8, 11. Februar. Beim HerauSschaffen eines Nachens aus dem Rhein glitt gestern Morgen der Aufseher und Wirth Schimmel auf der Wormser Dampfziegelei auf dem Eis aus, fiel ins Waffer und wurde wahrscheinlich in Folge eingetretenen Starrkrampfes als Leiche herausgezogen. Derselbe hinterläßt eine Fran und fünf unversorgte Kinder. — Der Sockelstein zu dem Ludwigs Denkmal ist auf dem Paradeplatz angelangt. Der 256 Centner schwere Block wurde mit 8 Pferden an Ort und Stelle gebracht. Universität- - Nachrichten. Marbura, 12. Februar. Herr Professor Dr. Kosel ist l nunmehr zum Nachfolger M Herrn Geh. Med. Rath Külz ernannt wo, den. Schiff-nachrichten. Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten Curl Loos und I. M. Schulhof. Mark® recme£'.!2.;9vbr£ar- lP-r transatlantischen Telegraph-! Der Postdampfer Wittekind, Capiiän D. Eüppers, oom Nordd Lloyd in Bremen, ist gestern 6 Uhr Morgens wohlbehalten in Newvmk angekommen. Wöchentliche Ueberstchl der TodessiUle tu Megen. 6. Woche. Vom 3. Februar bis 9. Februar 1895. Einwohnerzahl: engenommcn zu 22 100 (tncl. 1600 Mann Militär). SterbltchkeitSziffer: ^8,23°/«be,w. 16,17 nach Äutzschl. der Ortsfremde«. 68 starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom l.LebenSiahr: 2.-15.SUbrt DiphtheritiS 1 (1) — — 1 (1) Luagcntuberkulofe 2 (1) 2 (1) Sonstige entzündliche Erkrankungen ber AlhmungS-Organe 1 (1) - 1 (1) Akute Erkrankung des Herzens 1 1 LebenSfchwäche 1 — 1 — Neubildungen 2 (1) 2 (1) — — Altersschwäche 1 1 — _ Sonstige benannte Krankheitm 2 (1) 2 (1) Unbekannte Krankh. 1 1 — — Summa: 12 (5) 9 (3) 1 2 (2) Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel« der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. AirchlicheAnzeigen -er evang. Gemeinde. Donnerstag den 14. Februar, Abends 8 Uhr: vtbelstuntze im Turnsaal der Stadtknabenschule (Der Eindruck, den JesuS auf seine Zeitgenossen machte.) Pfarrer Schlosser. Henneberg-Seide — nur ächt, wenn bind ab meiner Fabrik bezogen — schwarz, weiß und farbig, von 60 Pf. bisMk. 18.65 per Meter — glatt, gestreift, farrtrt gemustert, Damaste rc. (ca. 240 oe>sch Q »al und 2000 versch. Farben, Dessins rc.), porto- und steuerfrei ins Haus. Muster umgebend. 197 Seiden-Fabrik 6. Henneberg (k. k. hoa.), Zürich. Stetig steigender Absatz seit 1880 findet der berühmte Holländ. Tabak veiv.Cvekvr i» Seesena. H. 10 Psd. sco. acht Mark. 7830 Frisch, kräftig, rein schmaok und tadelloser Beschaffenheit sind, laut Gutachten und Analysen beeideter Handels-Chemiker Bolero’e Fleisch-Präparate. Sowohl „Bolero’e Fleisch-Extracte“ als auch „Bolero’e Fleiech- Pepton“ repräsentiren Nahrungsmittel von vorzüglicher Güte, hoher Nährkraft und vorzüglichem Geschmack, welche Eigenschaften nicht jedes ähnliche Präparat aufweisen kann, weshalb man beim Einkauf in Delicatessen-Handlungen, Drogerien und Apotheken, besonders die Marke Bolero verlangen und beachten soll. 1323* HolMßeigmlHen in Gräflicher Oberförflerei Laubach: I. Montag den 18. d I. beim Obernseenerhof 1) im Rasse- Wald r 370 rm Buchen - Scheiter, 4> 0 rm -Stamm» und -Astprügel, 63 rm Ahorn, und Eschen-Prügel (meist 1,5 m lang). 69 rm Ktrschbaum- Prügel, 68 rm Buchen-Stöcke, 71 rm -Retserprügel, 93 rm -Stammreiser, 340 rm -Ast- und -Zovfreiser, 22 rm Fichten-Stammreiser (Bohnenstangen); 17 BnchenstLmme ^Schnittholz) von 39—>3 cm Durchm. — 18,90 cbm, 7 Ahorn- Abschnitte von 19—33 cm Durchm. mit 1,32 cbm, 15 Eschen von 23-60 cm Durchm., 2—7 m Länge — 6,89 cbm, 40 Buchenstangen von 7—9 cm Durchm. (Deichseln, Langwieden); 2) im MuSharr (unvor- aezeigt Nachmittags gegen 2 Ubr im Nafiewald ausgeboten): 41 «scheu Abschnitte von 21—47 cm Durchm — 22,87 obm, 5 Ahorn von 25—39 om Durchm. — 1,77 cbm, 2 Kirschbäume von 34—4.' cm Durchm mit 1,07 cbm; 30 rm Eschen-Scheiter und -Prügel, 26 rm -rc. Stöcke und -Retserprügel; 8) im Dickebasch (unoorgezeigt): 1 Aborn-Abschnitt von 42 en Durchm. und 3 m Länge; 4) im PcterSWald (unoorgezeigt): 36 rm Buchen-Scheiter H. Cl , 54 rm -Stöcke, 78 rm -Reiser- prügel. II. Mittwoch den 20. Aebruar d. I. 1) im Etchbcrg (bei Lau dach): 20'Jrm Duchen-Scheiter, 60 rm -Prügel, 60rm -Stöcke, 200 rm Reiser; 4 Eichen von 17—26 cm Durchm. mit 1,27 cbm, 14 BnchenstLmme (Schn ttholz) von 36—49 cm Durchm. — 14,63 cbm; 2) im Altegericht (unvorgezeigt): 50 rm Luchen Stamm eisig (Schichten); 8) im Stehern und Dörnberg (um »orgezeig»): 118 nn Buchen-Stöcke, 165 rm -Retserprügel, 30 rm -Stamm- rciser (Schichten); 4) im Born straben (unvorgezeigt): 4 rm abst. Buchen-Prügel, 36 rm -Reiser. UI. Donnerstag den 81. Februar d A bei Weickartshain im Sützen- tops u. HauSplatz r 600 rm Buchen- Ech-iter, 150 rm -Prügel, 150 rm -Siöcke, 600 rm -Reiser; 200 Ftchten- stongen im Süßenkopf mit 16,77 cbm (meist von 9—14 cm Durchm.). Zusammenkunft jedesmal um 91/« Uhr vormittags und zwar am ersten Ta e 3dm Alienhainer Teiche, am zwei en auf 2er Staatsstraße zwischen Eichberg und Sau'erbachswäldchen, am dritten Tage Mvischen Süßenkopf und Taubhaus. Laubach, den 8. Februar 18^5. [1322 Gräfliche Oberförsterei. Holzversteigerung! im Gießener Stadtwald. Montag den 18. Februar 1895, Vormittags 9V2 Uhr beginnend, sollen im Fernewald, District Kohlschlag und Strangswiese versteigert werden: 13 Eichen-Stämme mit 3,70 fm, 214 Fichten« und Kiefern-Stämme mit 128,80 fm, darunter Schnittholz, 512 Fichten- und Kiefern-Stangen mit 35,30 fm, 3 rm Kirschbaum - Nutzscheitholz, für Drechsler geeignet, 11 „ BucheN'Scheitholz, 29 „ Eichen« „ 4 „ Birken- „ 19 „ Aspen« „ 12 „ Nadel« 46 n Vuchen-Knüppel, 17 „ Eichen« „ 5 „ Aspen- 51 „ Nadel- „ 5 „ Buchen-Stockholz, 85,4 „ Nadel« „ 1930 Wellen Buchen-Reifig, 50 „ Eichen« „ 4480 „ Nadel- „ 3100 „ Weichholz. Die Zusammenkunft ist an der Strangswiese. Gießen, den 12. Februar 1895. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. 1332 Freitag den 15. März, Nachmittags 3 Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die der Jakob Noa dritter Wittwe in Gießen grhörigen Immobilien: Flur d3 Nr. 188 — 487 qm Acker am Nahrungsberg hinter dem Drechsltschen Garten, Flur 33 Nr. 189 — 513 qm Acker da- selbst öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, 29. Januar 1895. Großh- Ortsgericht Gießen. I. A.: Bogt. 969 Kaffee in allen Preislagen, roh und gebrannt; letzteren von JL 1.50 an, in wobl« schmeckenden, feinen und kräfligen Sorten, empfiehlt 133 Emil Fischbach. Verdirrg Über Erdarbetten Loos I, Maurer- und Steinhauerarbeiten LooS II, Asphalt- arbttten einschließlich Materiallieferung Loos HI, Zimmer- und Staakerarbetten desgleichen Loos IV, Über Anfertigung, Anlieferung und Aufstellung von eisernen Dachbindern ui.d Säulen rc LooS V, über Dachdeckerarbetten (Cemen'dack) etnschl. Materiallie^erungLooSVI.überKlempn^r- arbeiten desgl- Loos VII, überTischlerarbei, tendesgl. Loos VIII, über Schlosserarbeiten einschl. Anlieferung rc. von 14 eisernen Schiebethoren Loos IX, über Glaser- arbeiten Loos X und Über Anstreicherarbeiten Loos XI zum Neubau eines Güterschuppens auf Bahnhof Gieße«. Die Bedingungen und die Zeichnungen können wahrend der Dienststunden ii unserm technischen Büreau, Zimmer Nr- 14, eingesehen oder gegen kostenfreie Einsendung von je 50 Pfg. für die Loose I, III, VI md VII, V 75 Pfg. für die Loose VIII, X und XI, je 2,'0 Mk für die Loose I V und IX, 3,50 Mk., für Loos V und 3,00 Mk. für Loos II nebst den Zustellungskosten in baarem Gelbe durch unserenBüreau-Borsteher bezogen werden- Die versiegelten und mit der Aufsch'ift „Angebot- über Ausführung der Erdarbeiten zum Neubau eines Güterschuppens auf Bahnhof Gießen" bezw Maurer- und Steinhauerarbeiten rc. versehenen Angebote sind bis zum 19. Aebruar d. IS., vormittags 10 Uhr postfrei an unS einzureichen, zu welcher Zeit die Eröffnung derselben stattfinden wird. 1156 Später eingehende Angebote werden nicht berückstchitgt. Zuschlagsfrist 2 Wochen. Königliches Eisenbahn - Betriebs - Amt zu Caffel (Main-Weserbahn). Gestrickte Kerrmwesten in großer Auswahl empfiehlt zu sehr billigen Preisen 142 Wilhelm Seuling Wetzsteinstraße 45. & Zöpfe, Dreher, Haar« Uhrkelte«, Scheitet, Per« rücken, ToupeS werden billigst gnaefertigt bei H. Tichy 141 Seltersweg 43. Waschöütten in größter Auswahl empfiehlt Wilh. Kohlermann, Küferei 1245 XevstaSt 15. Maskeu-CufiM für Herren, sowie Dominos für Herren und Damen billig zu verleihen. 1037 C. Conrad, Mäusburg 15. MaskenSammt das Meter 70 H, Masken-Mlas bas Meter 50 H, St Tarlatan das Meter 85 und 40 - . Nur la. Waare.------ 1 Grösste Auswahl in Blumen, Spitzen, Strümpfen, Handschuhen, Münzen, Schellen, Glocken, Besätzen, Schmuck, Waffen re. WF 160 Pariser Maskenbild r stehen den Käufern leihweise gratis zur Verfügung. — Auf meine Schaufenster mache speciell aufmerksam. *96 671 A. Werner Slde der Heuen Säue und Sonueuflrn.ße. 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