>@e htltfl. Ruinen für "Hl 8. ,k, le M n , W. 8.-. Mft. M schöne Wohmingn, ur ?or »u otrmlrtH Mr, Wtifltttf 81 Wtrttf ßhniw mit fcfad mWfrW Shntntt zu wt mahnt« 1. önMZimmnmüMlve «■ CMlUttM 1, 11. flirt Ärtrt Mmrr i vahnhostttatze 15,2 1 hön mibUrtti Zimmn, yotcanlaat U ä^enMchmNktiZtin» m. LUdigyraht Sö> wci Slübchrn zu verwich __________vaLgasie I». ’tirtrt flut mSblirte Zim n. fffMtftirtttfr. H mSbllrW Zimmer ia k iöVNt-alst 5 Mnb M.W V* wmidbti MftuV 15, Merhr msGe Dzchm is_/r-i-tzNS ceügSi _____-— i*Ki ®»r”w DflW Ule.M ■r'Ä^s chcn» ‘enp,w9Sw' >otttItkWfiT?u wertben- *•£ £«#* W Sce-Hei!^ -4wW»w t Hts^-K Nr. 241 Erstes Blatt. Sonntag den 13. October 1893 Gießener Anzeiger Kmerat-Anzeiger. Aintr- und Anzeigeblatt für den Kreü Gieren. Rebaction, ExprditivT und Druckerei: -4»lNratzcZrr.7. Fernsprecher 51. Die Gießener yemiritnmUtr werben dem Anzeiger Wvchmtlich dreimal beifldeflt vierteljährtger , AvonncmcnlspreiLI 2 SDlart 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch bie Post be;og« 2 Mark 50 Pfg. Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme bei Montag». Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Corrn. 10 Uhr. Hratisöeikage: Gießener Kamitienökätter. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehme« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. 2lmtiid?er Theil. Gefunden: 1 gold. Ring, 1 Regenschirm, 1 Scheere, Briefmarken, 1 Paar Glacehandschuhe, 1 Hammer, 1 Holzkübel, 2 Vorspannwaagen und 1 Hundehalsband. Gießen, den 12. October 1895. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. I. V.: v. Bechtold, Regierungs-Asiessor. Neueste Wolffs telegraphisches Correfpondenz-Bureau. Berlin, 11. October. Gegenüber einer Meldung der „Bost. Ztg.", der Kriegsminister habe in der vorigen ReichS- tagS Session dem Abgeordneten Frehse gegenüber sich günstig über die zweijährige Dienstzeit geäußert, ist die „Berl. Corresp." zu der Erkürung ermächtigt, daß der Kriegsminister weder dem Abg. Frehse noch anderen Personen gegenüber sich günstig über die mit der zweijährigen Dienstzeit gemachten Erfahrungen ausgesprochen hat. Berlin, 11. October. Das Staatsmini st erium trat heute Nachmittag unter dem Vorsitze deS Reichskanzlers zu einer Sitzung zusammen. Berlin, 11. October. Der „Reichsanzeiger" meldet: Die Einnahmen an Canalabgaben und Schleppgebühren deS Kaiser Wilhelm-Canals beliefen sich im ersten Vierteljahr nach der Eröffnung zusammen auf 233,645 Mk. Davon entfallen auf Juli 63,181, August 82,282, September 188,182 Mk. Berlin, 11. Octobcr. Wegen Beschimpfung der protestantischen Kirche durch einen Artikel in der katholischen Volkszeitung wurde der Redacteur Ritter zu einer Woche Gesängniß verurtheilt. Berlin, 11. October. Wie verlautet, hat gestern die medicintsche Facultät der hiesigen Universität be- schloffen, dem CuUusminister als Nachfolger v. BardelebenS in erster Linie Profeffor Dr. v. Bra mann in Halle vorzuschlagen, den langjährigen Assistenten deS Prof. v. Bergmann an der Berliner chirurgischen Universitätsklinik, sodann sollen der Profeffor der Chirurgie an der Universität Bern, Dr. Kocher, und der frühere außerordentliche Profeffor an der Berliner Universität, vr. Ernst Küster, zur Zeit ordentlicher Profeffor in Marburg, in Vorschlag gebracht sein. Köln, 11. Octobcr. Wie die „Köln. VolkSztg" meldet, liegen nach zuverlässigen Ermittelungen unter den Trümmern der Bocholt'schen Spinnerei noch 14 Todte. Im Ganzen sind also 25 Personen ums Leben gekommen. Neun Personen sind schwer verletzt. Die Aufräumungsarbeiten find äußerst schwierig und schreiten nur sehr langsam vorwärts. Rom, 11. October. Nach Privatdepeschen aus Catanio lockte eine Frauensperson Namens Gaetana Stimoli Kinder durch Süßigkeiten und Spielsachen an sich und gab ihnen Phosphorwein ein, so daß sic unter gräßlichen Schmerzen starben. Sie vergiftete so 23 Kinder. Das Scheusal wurde verhaftet und gestand ihre Mtssethat ein; sie sagte au«, sie habe sich rächen wollen, weil zwei ihrer Kinder verhext worden und gestorben seien. Die erregte Volksmenge wollte die Giftmischerin lynchen. Depeschen de« Bureav .Herold". Berlin, 11. October. Der Präsident des Reichsbank- directoriums, Dr. Koch, feierte heute sein 25jähriges Jubi- läum im Dienste der RcichSbank. Aus Anlaß dieses Festes wurden dem Jubilar zahlreiche Glückwünsche dargebracht. Außer dem Directorium der RcichSbank und den Beamten derselben gratulirten die Aeltesten der Berliner Kaufmannschaft und der Vorstand des deutschen HandelStages. Auf die Ansprache deS Geheimeraths Frentzel, welcher die großen Verdienste Kochs hervorhob, die er sich um die Erhaltung der bestehenden Währung erworben habe, erwiderte Dr. Koch, daß er eS auch ferner als seine Pflicht erachten werde, dafür zu sorgen, daß die Reichsbank nach wie vor sich in den Dienst deS Handels und der Industrie stelle und daß er namentlich ruch für die Erhaltung der deutschen Währung eintreten und die auf Gefährdung derselben gerichteten Bestrebungen bekämpfen werde. Berlin, 11. October. Heute Vormittag ist in seiner hiesigen Wohnung der bekannte Schriftsteller Adolf Streck- fuß im Alter von 72 Jahren gestorben. Berlin, 11. October. Der „Poft" wird aus Leipzig lclegraphiit: Die Vorführung des ouS Köln eingelieferten Luxemburger Ingenieurs Paul Schoren vor den Reichs- amroalt ist nunmehr erfolgt. Sämmtliche Angeklagten de- Wen sich auch hier in strengster Jsolirung; jeder Verkehr mit der Außenwelt ist absolut unterbunden, lieber den Termin der Hauptvcrhandlung verlautet noch nichts Bestimmtes. Berlin, 11. Octobcr. Die hiesigen Anarchisten haben auf den 13. October eine große Volksversammlung einberufen, in welcher der soclaldemokratifche Parteitag kritisirt werden soll. Berlin, 11. October. Die „Post" schreibt: Ob die Regierung sich entschließen wird, schärfere Maßregeln gegen die Socialdemokratie zu ergreifen, dürste einerseits ' davon abhängen, ob die schärfere Handhabung der bestehenden Gesetze durch die Verwaltungsbehörden den erwarteten Erfolg hat, andererseits aber auch davon, wie sich die Verhältniffc innerhalb der Socialdemokratie selbst gestalten, ob die Socialdemokraten die Worte der Kaisers beherzigen und sich einer provocatorisch agitatorischen Thätig- fett enthalten werden und das Gefühl für ihre nationalen Pflichten wiederfinden ober nicht. ES dürfte fich auch empfehlen, daß für die nächste Zeit in denjenigen Kreisen, welche der Socialdemokratie feindlich gegenüberstehen, nicht allzu lebhaft auf gesetzgeberische Schritte der Regierung gedrängt wird unter der felbverständlichen Voraussetzung, daß jede Ausschreitung der Socialdemokratie nach wie vor festgenagelt werden muß. Breslau, 11. Oktober. Social bürokratischer Parteitasg. In der heutigen Vormittagssitzung vertheidigte zunächst Dr. Quark - Frankfurt' nochmals den Agrar-Entwurf, welcher die Schlußfolgerung der socialpolitschen Forderung des Parteiprogramms fei. Redner wendet sich in scharfen Worten gegen Kautzky und Schippel, denen er vorwarf, sich auf nationalliberale Argumente gestützt zu haben. Nach den Anschauungen Kautzky und SchippelS würde den LandtagSvertrctern confequenier Weise nichts weiter übrig bleiben, als ihre Mandate niederzulegen. Es wäre inconse- quent, wenn in den Städten gelten sollte, was für das Land verworfen wird. Nach einigen persönlichen Bemerkungen wurde die Resolution Kautzky mit 158 gegen 63 Stimmen angenommen.^' ______________________ Breslau, 11. October. Socialdemokratischer Parteitag. Auf der Tagesordnung der heutigen Nach- Mittagssitzung steht zunächst die Maifeier für 1896. Referent ist Abg. Bebel. Die Maifaier habe sich mehr und mehr eingebürgert. Für den allgemeinen Welt-Feiertag fei der Zeitpunkt noch nicht gekommen. Die Feier werde bet dem wirthschaftlichen Aufschwünge erst dann zu ermöglichen sein, wenn die Arbeiter den Unternehmern die Bedingungen vorschreiben können. Die von Bebel empfohlene Resolution wird angenommen, in welcher die deutsche Socialdemokratie erklärt, daß sie den 1. Mai als Weltfest der Arbeit feiert. Sodann referirt Bebel über den internationalen Arbeiter- und Geweikschafts Congreß, welcher im nächsten Jahre in London stattfindet und beantragt eine Resolution, welche auf die Bedeutung deS CongreffeS hinweist und zur Beschickung desselben auffordert. Diese Resolution wurde einstimmig angenommen. Prag, 11. October. Im hiesigen Strafgerichtsgebäude erfolgte heute Morgen die Hinrichtung des Anarchisten Hoffmann, welcher f. Z. den Jnspector Bibram erschaffen hatte. Gestern Abend fanden vor dem Gcrichtsgebäude Demonstrationen der Socialisten statt, welche den Ruf auS- stießen: „Nieder mit dem Galgen!" Die Polizei mußte einschreiten, um die Volksmenge auseinanderzutreiben. Rom, 11. October. In vatikanischen Kreisen verlautet, der Papst habe fich sehr ungehalten über die Auslegung deS letzten Briefes an die belgischen Bischöfe gezeigt. Man hat diesen Brief als eine Schwenkung der päpstlichen Politik bezeichnet. Es sei dies jedoch beleidigend für den Papst, welcher fein ganzes focialistifches Programm aufrecht erhalte und zu geeigneter Zeit auSdehnen werde. Man glaubt ferner, der Papst werde demnächst bei Frankreich in Bezug auf die Anfallsteuer interöeniren. Ein vertrauliches Schreiben fei an den Erzbischof von RheimS abgegangen, von welchem der Papst wichtige Berichte über die Lage in Frankreich erhalten habe. vrüffel, 11. October. Zur Zeit werdcu in der Herftaler nationalen Waffenfabrik M a uf er g e w eh r e nach dem System 93 für die brasilianische Regierung hergeftellt. Durch diese Bestellung wurde bereits ein Proceß mit dem Berliner Fabrikhause Ludwig Löwe u. Co. veranlaßt und da Capitän Marger das Eigenthumsrecht an mehreren Gewehrtheilen für sich beansprucht, welche Mauser ihm unrechtmäßiger Weise nachgeahmt haben soll, so steht von Neuem dieserhalb ein Proceß bevor. Marseille, 11. October. Die Nachricht von der Einnahme Tanararivos rief hier freudige Stimmung hervor. Die ganze Stadt ist beflaggt. Heute Abend findet großartige Illumination statt. Madrid, 11. October. Aus Havanna wird gemeldet, daß die Zahl der Insurgenten in der Provinz Santa Clara zugenommen habe, doch seien dieselben nicht stark genug, um einen Angriff auf die Spanier wagen zu können. Loudon, 11. October. Aus Shanghai melden die „Times" : In allen inuerchinefifchen Provinzen gelangen revolutionäre Flugb latter zur Vertheilung. Sofia, 11. Oct ober. In den Dardanellen stehen nach hierher gelangten Meldungen 17 englische Kriegsschiffe bereit, um gegen Konstantinopel borrüden zu können. In der Nähe deS Bosporus hat auch die ruf fische Flotte sich aufgestellt. CsMlt* vmö proetmieOte*, Oietzeu, bat 12. October 18V5. ♦♦ DaS Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde ertheilt durch Allerhöchste Entschließung Seiner Königlichen Hoheit deS Großherzogs vom 25. September dem Mitgliede der freiwilligen Feuerwehr zu Gau-AlgeSheim, Spritzenmeister Ferdinand Schmitt. *• Aug. ZuukerwavuS Fritz Reuter-«beud. Unserem Publikum steht demnächst wieder ein ganz besonderer künstlerischer Genuß in Aussicht. Herr Junkermann hat fich nach der außerordentlich günstigen Aufnahme, welche seine Vorträge hier gefunden, entschloffen, abermals einen Reuter- Abend zu veranstalten und wird dabei ein vollständig neue« Programm zum Vortrag bringen. Da Junkermann unstreitig der gefeiertste Reuter-Interpret der Gegenwart ist, so dürfte diese Anregung genügen, den Saal zu füllen und dem Künstler die verdiente Anerkennung zu bringen. ♦*P. Befihwechfel. Die Wtrthschaft „Zur SelterShöhe" ist vor einigen Tagen durch Kauf für den Preis von 25800 M. an den seitherigen Pächter, Herrn Jean Brunner, übergegangen. ** Knadeu-Haudarbeit. In den letzten Jahrzehnten sind auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens wesentliche Fortschritte, Vcränderungen und Umwälzungen vor fich gegangen. Demgemäß stellt auch daS heutige Leben we t höhere Anforderungen an die Vorbildung und Ausrüstung des Einzelnen Den weiteren Kreisen deS Volkes drängt sich mehr und mehr die Frage auf, daß die heutige Erziehung nicht in dem vollen Umfange diesen veränderten Bedingungen entspricht. Gewiß haben die Schulbehörden und Lehrerkreise das ernste und andauernde Bestreben, Schule und Leben in volleren Einklang zu bringen und vieles ist auch schon nach dieser Richtung erreicht worden. Ader an vielen Orten begegnet man noch verschiedenem Widerstreben oder unverzeihlicher Lauheit, sich in der Erziehung der Jugend den veränderten Verhältnissen anzubequcmen. Uniere Vaterstadt, die für die harmonische Ausbildung ihrer Kinder keine Mittel scheut, trifft dieser Vorwurf nicht; sie giebt der männlichen Jugend Gelegenheit, ihre Ausbildung mehr zu vervollständigen durch Einrichtung von Curfen für erziehliche Knaben- Handarbeit, welche sich die Aufgabe stellen, die praktischen Fähigkeiten unserer Knaben zur Entwickelung zu bringen. ** Der Getreidemarkt. (Berichtswoche vom 5. bis 11. October). Die Besserung der Preise in der vorigen Woche hatte auf allen Getreidemärkten ein sehr großes Angebot an Weizen und Roggen hervorgebracht, so daß das Geschäft bald wieder flau wurde. Merkwürdiger Weise waren aber in Paris die Preise wieder rasch etwas bester geworden und dteser Umstand genügte, um auch die anderen Getreidebörsen von einem neuen Rückgänge der Preise abzuhalten, wenn sich auch gegen die besten Notirungen der vorigen Woche die Preise eine Kleinigkeit niedriger gestalteten. In Berlin und Leipzig wurden gekauft: Weizen per 20 Gentner für 128 bis 137 Mk., Roggen für 112 bis 118 Mk., Gerste für 108 bis 170 Mk., Hafer für 112 bis 148 Mk. VerinischteA. * Einen ganz unglaublichen Verbrauch an Wafier der städtischen Leitungen harte Paris während der ersten Tage des September dieses Jahres zu verzeichnen, der durch die große damals herrschende Hitze verursacht wurde, so daß die sonst nur Quellwaster vertheilenden Wasserwerke sich ge- nöthigt sahen, zum Theil der Seine Master zu entnehmen. Der Wasterverbrauch betrug nämlich am 1. September 606,500 Kubikmeter, wovon nur 180,200 Kubikmeter Quell- waffer waren; am folgenden Tage stieg der Verbrauch auf 645,700 Kubikmeter, doch lieferte die Quellwasterleitung davon wieder 202,600 Kubikmeter; am größten war jedoch der Consum am 7. September, mit 887,000 Kubikmeter, herunter 266,200 Kubikmeter Quellwafser. Diese enormen Wasiermaflen, die etwa einen Würfel von 86 Meter Seitenlänge darstellen, repräsentiren einen Verbrauch von etwa 285 Liter pro Kopf der Einwohnerzahl, eine Ziffer, welche daS bei Wafferleitungsanlagen übliche Normalquantum etwa um ein Drittel übersteigt. (Mitgetheilt vom Internationalen Patentbureau Carl Fr. Reichelt, Scrltn NW.) Funfmarkstucke als Knopfe. Eine Berliner Local« Corresondenz berichtet: „In den Schaufenstern unserer großen ConfectionSgeschäfte sieht man als „neueste Errungen- »chaft" ein Damenjaquet ausgestellt, das wahrscheinlich den Protest der Männerwelt Hervorrufen wird. Die Knöpfe an diesem Producte einer launischen Mode find ächte Fünfmark- stücke, drei an der Zahl, die man durch angenietete Oesen in Knöpfe umgewandelt hat. * Die Werkstatt eines Mannes, der die Refitenzstadt Berlin mit po etischen Ergüssen versorgt, befindet sich in der Chauffeestraße. Dort lieft man an einem Hause auf einem mit zierlicher Schrift angebrachten Pappschild folgende Ankündigung: „Um auch den unbemittelten Leuten zu dienen, fertige ich gerne allerhand Gedichte und Tafellteder, einfach und schwungvoll, je nach Wunsch. Dieselben werden auch von mir selbst in entsprechender Toilette vorgetragen, wenn eS verlangt wird. DaS Honorar für meine Gedichte kann in Raten gezahlt werden, wenn eine genügende Anzahlung geleistet wird." An eine solche kaufmännische Behandlung der Dichtkunst haben wohl Goethe und Schiller niemals gedacht. * Der Glückliche. Ein deutscher Prinz macht seine Hochzeitsreise. Am herrlichsten Frühlingsnachmittage sitzt er mit seiner reizenden jungen Frau da droben im bayerischen Hochgebirge in der lauschigen Einsamkeit eine- Tannenwaldes. „Obs wohl auf Erden zwei andere Sterbliche gibt, die so selig sind, wie ich und Du!" ruft er, nach oben blickend. Ein Wort giebt daS andere. Man ergeht sich in theoretischen Betrachtungen aller Art und kommt zu dem Schluffe, daß eS für die Möglichkeit des Glückes gleichgiltig sei, ob man in der Hütte oder im Palaste wohne. Wie daS Paar eben im besten Plaudern ist, kommt ein junger Bauer lustig singend des WegeS daher. „Geliebter", raunt die Prinzessin ihrem Gatten in'S Ohr, „laß und den Landmann fragen, ob er auch daS Glück kennt, wie wir!" Er winkt den Land- mann heran. „Sagt, mein Freund," beginnt der Prinz, nachdem er den Menschen durch einige Vorfragen vertraulich gemacht, „seid Ihr eigentlich glücklich?" — „Wie meint der Herr daS?" — „Nun, ob Ihr mit Eurem Schicksal zufrieden seid?" — „Freilich," versetzte der Bauer, „i wüßt nit, was mir abging. I hab' mei gutes Auskommen, Frau und Kind sind Gott sei Dank gesund, Effen und Trinken schmeckt mir und von Sorgen und Aerger weiß i halt nix." — „So," sagte der junge Prinz behutsam, „aber besinnt Euch einmal, habt Ihr im Ernste gar keine Sorgen? Erwächst Euch nie und nirgends ein Verdruß?" — „Daß i nöt wüßt! Höchstens, nun ja, das steht richtig. Manchmal — ja . . ." Die Prinzessin horchte auf. „Nun," ermunterte der Prinz, „sprecht ungentrt. WaS habt Ihr zu klagen?" — „Ja," sagte der Bauer, sich hinter dem Ohr kratzend, „manchmal hab' ich halt WaS mit mei’m Weib! Schauen'S so am Sonntag. Unter der Woch' gang t halt nöt viel ins WirthshauS- oder wenn i gang', trink' i halt ein ober zwei GlaS. Des Sonntags aber — Ihr wißt halt, wie'S da geht. Da fitzt man bei'eim guten Freund, und da kommt zu zwei Gläsern daS dritte — und wenn der Förster kommt, trinkt mer auch a viertes ober a fünftes, unb bann kommt ber Herr Lehrer, der gar a lustiger Herr ist, unb da trinkt mer a sechstes unb a siebtes, unb zuletzt kommt ber Feldgendarm, der hat an Durscht, über den geht gar nix, unb da trinkt mehr a acht'S unb a neunt'S unb manchmal auch a zehnt'S und a elft'S . . . Unb wann i nun gar a zwölft'S trinke, komme heim unb bin a bissel fibel, bann fängt mei Weib an zu keifen unb zu räfonniren!" — „WaS", unterbricht ihn bte Prinzessin entrüstet, „Ihr wollt Eure arme Frau noch an- klagen, wenn sie über Euch schändlichen Trunkenbold in Verzweiflung geräth? Ihr seid ja auf ganz abscheulichem Wege! Zwölf GlaS? Unb daS erzählt Ihr mir mit lachenbem Munde? Bedenkt Ihr denn gar nicht, daß bei solchem Lebenswandel schließlich der ganze Hausstand rückwärts geht, daß die Kinder mißrathen, wenn der Vater ihnen dieses schändliche Beispiel gibt? Könnt Ihr denn nicht vergnügt sein ohne diese gräßlichen Ausschweifungen?" Da stößt der Bauer den Prinzen augenzwivkernd mit dem Ellbogen in die Seite und sagt mit verftänbnißvollem Blick auf die erglühende Prinzessin: „Accurat die nämliche Hexe wie mei Marie?" Spricht- unb verläßt mit einem Jobler den Schauplatz. * Folgenbe zeitgemäße Anzeige finbet fich in einem Berliner Blatt: „Dummer gesucht. Als Mitspieler für ein LotterielooS suchen wir, um enblich zu gewinnen, einen Dummen. Derselbe hat Befähigungsnachweis zu führen, indem er bis zum ersten großen Gewinn daS Lotteriegeld auSlegt." * Offen. Sie: „Aber, Adolar, laß dich doch einmal zu Pferd photographiren!" — Er (SonntagSreiter): „Aber mein Engel, wie kann ich da 'n freundliches Gesicht machen." itniverjitäts ♦ Nachrichten. — An der «Berlin er Universität waren bisher Damen mit Genehmigung des Ministers nur el« Hospitantinnen zu den Vorlesungen zugelassen worden. Jetzt erhebt eine regelrecht vor- gebtlbete Dame Anspruch, immatricullrt unb bet dec philosophischen Facultät eingeschrieben zu werben; sie ist im Besitz eines Retse- ZeugntsseS aus Sigmaringen und hat bereits in Zürich einige Semester studtrt. Bis jetzt hat die akademische Behörde sich über den Fall noch nicht schlüssig gemacht. A—Mg aus den StanöexmtMtegiftmi >n Stavt Softelote. Septbr.: 25. Ludwig Weber, Bäcker dahier, mit Margarethe Weller Hierselbst. October: 7. Georg Lutz, Schuhmacher zuKefenrod, mitMaria Hofmann zu Streitberg. 8. Karl Oskar Weißbach, Schloffer dahier, mit Elisabethe Bietz zu Harbach. 10. Heinrich Wilhelm Gröninger, StationS-Diätar zu Bebra, mit Anna Christine Emilie Nau von hier. 11. Michael Bayersdorf, Kaufmann zu Hanau, mit Jeanette Löser hierselbst. Nüelchließrrrracrr. October: 9. Friedrich Landmann, Pfarrverwalter zu Merlau, mit Clara Helene Bertha Luise Mathilde Caroline MöbiuS hierselbst. 9. Friedrich August Oswald Schröder, Kupserschmied zu Montigny, mit Katharine Helene Heller hierselbst. 9. Bahnarbeiter Heinrich Konrad Georg Johannes Berg unb Katharine Friederike Henriette Gerlach hierselbst. Geborene. October: 2. Dem Sergeant Johs. Ortstadt eine Tochter, Anna Margarethe Elisabeth. 2. Dem Fuhrmann Karl Schneider ein Sohn, Philipp Emil. 4. Dem Kaufmann Wilhelm Johs. Kilbinger ein Sohn, Johannes Wilhelm. 4. Dem Schreiner Friedrich Rosenbaum eine Tochter. 5. Dem Locomottvheizer Johannes Michel ein Sohn, Wilhelm. 5. Dem Locomotivheizer Louis Bierau ein Sohn. 6. Dem Anstreicher Friedrich Schupp eine Tochter. 6. Dem Kaufmann Michael Kreiling ein Sohn, Albert Karl. 7. Dem Korbmacher Karl Ringler ein Sohn, Nicolaus. 8. Dem Locomotivführer Otto Ploch ein Sohn, Hugo Rudolf Otto. 8. Dem Kaufmann Wilhelm Fritfch eine Tochter. 8. Dem Obermüller Karl Boldt eine Tochter, Elisabethe Margarethe Ottilie. 9. Dem HilsSbremser Peter Fackiner dn Sohn. 9. Dem Packer Ludwig Peter Bingel ein Sohn, Ludwig Peter Heinrich. SdtotMu. October: 5. Luise Löffert, geb. Loh, 50 Jahre alt, Ehefrau von Bahnwärter Konrad Löffert zu Kleinlinden. 6. Wilhelm Moritz Schäfer, 5 Wochen alt, Sohn von Wirth Heinrich Schäfer VII. dahier. 9. Anna Marie Forbach, geb. Walther, 73 Jahre alt, Wittwe von Taglöhner Georg Forbach zu Daubringen. 10. Heinrich Schneider, 1 Monat alt, Sohn von Taglöhner Peter Schneider dahier. Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt (Siesten. Evangelische Gemeinde. Getränt«. Matthäusgemeinde. Den 9. October. Heinrich Konrad Georg Johannes Berg, Bahnarbeiter zu Gießen, und Katharine Friederike Henriette Gerlach, Tochter des verstorbenen Bahnarbeiters Philipp Gerlach zu Gießen. MarkuSgemeinde. Den 15. September. Max Hugo Nitzsche, Schlosser in Gießen, und Elisabeth Leonore Kleh, Tochter des verstorbenen Schneiders Ernst Kleh zu Gießen. Lu kaSaemeind e. Den 9. October. Oswald Schröder, Kupferschmied zu Montign» und Helene Heller, Tochter deS SchlofferS Johann Georg Heller z« Gießen. JohanneSgemeinde. Den 9. October. Friedrich Landmann, Piarroerwalter Merlau, und Clara Helene Bertha Luise Math'lde Caroline Möbta«, Tochter de» LandgerichtSrathS Dr. Friedlich Wilhelm MSbiuS « Gießen. •«tatsttt. Matthäusgemeinde. Den 6 October. Dem Glasermeister Heinrich Fillmarm ein Sohn, Heinrich Paul Emil Ernst Ludwig, geboren den 15 Septbr Denselben. Dem Flaschenbie. Händler AlotS Blum ein Sohn Wilhelm Karl Friedrich, geboren den 16. August. Den 9. Oclober. Ein unehelicher Sohn, August, geboren be 30. August. JohanneSgemeinde. Den 6. October. Dem Schutzmann Peter Zimmer eine Tochtn, Maria Katharine Elisabethe, geboren den 2. September. Denselben. Dem Taglöhner Georg Schmidt ein Sohn, Heinrich, geboren den 20. August. Den 11. October. Dem Schreiner Friedrich Drahn ein Sah», August LouiS Emtt, geboren den 17. August. Militärgemeinde. Den 6. October. Dem Feldwebel Karl Adolph ein Sohn. Heinrich Ludwig Emil, geboren den 28. August. Denselben. Dem Feldwebel Heinrich Karl Heimann eint Tochter, Lina, geboren den 31. August. Beerbtet«. MarkuSgemeinde. Den 8. Ociober. Karoline Münch, Tochter deS verstorbenen PrSceptorS Jacob Münch zu Wieseck, 76 Jahre alt, starb den 6. Lctoba zu Wieseck. JohanneSgemeinde. Den 6 October. Gustav Koch, Metzger, alt 40 Jahre, starh den 4. October. @rantftsrt«r Siadttheater. Infolge deS starken Interesses, welches sich im Publikum für das Gastspiel der italienischen Operngesellschaft, unter Lettin,, MaScagniS, funbgibt, wird dieselbe, nach einer soeben getroffene» Vereinbarung mit der hiesigen Theaterleitung, sich erst Montag den 14. October verabschieden unb noch nach der Vorstellung die Weiter« reise antreten. Witterungsbericht vom 11. Oetober. Während daS Centrum der nördlichen Depression auf nord, östlicher «ahn abzieht, ist über West- und Central, Europa daß Barometer erheblich gestiegen und erstreckt sich über den südlichen TheU von Irland, Südwest England und den Canal ein barometrische« Max mum keilförmig bis Central-Frankreich herein. Indessen stand der Norden unseres Gebietes heute Morgen noch im Wirkungskreise des nördlichen Minimums und war daS Wetter dottseldst hübe unb regnerisch geblieben. Im süd.ichen Deutschland dagegen war unter der Einwirkung des hohen Druckt« bereits theilwetse« «ufklaren eingetreten. Die Temperaturen sind in ganz Deutschland merklich zurückgegangen. vora«»fichU1che tBitteran, r Zunächst wieder etwas beffereS, ziemlich kühles Wetter. Verkehr, £anfc» und Volkswirthschaft. Gieße«, 12. October. Marktbericht. Aus dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter vr. Pfd. X 0,80—0,90, Hühnereier pr. St. 6—7 H 2 St. 00 Enteneier pr. St 00 A. Gäns* eier pr.St. 00-00H, Käte pr. St. 5-8 A, Käsematte pr. St. 3A Erbsen pr. Liter 15 A Linsen pr. Liter 26 A. Tauben pr. Paar JL 0,50 bis 0,60, Hühner pr. Stück 0,90 bis 1,00, Hahnen pr. Stück 0,50—0,75, Enten pr. Stück X 1,60—2,10, Gänse pr. Pfund 0,45—0.56, Ochsenfleisch pr. Pfd. 72-76 A. Kuh- unb Rindfleisch pr. Pfd. 66—68 A. Schweinefleisch pr. Pfd. 60 bi« 70 Ä. Kalbfleisch pr- Md. 64-68 A. Hammelfleisch pr. Pfd. 60-70 A. Kartoffeln Pt. 100 Kilo 4.00-5,00 X, Weißkraut pr. Stück 8-46 H, Zwiebeln Pr. Gentner X 4,00—4,50, Milch pr. Liter 16—20 A. 8wetschen pr. Gentner X 1,00—1,80. — Gießener Viehmarktberichi. Der am Mittwoch ebge- battene Ochse nmarkt war von fremden Käufern nur wenig besucht Er waren im Ganzen nur ca 120 bi« 150 Stück Vieh aufgetrieben die zu abweichenden Preism nur theilwetse ebgefeht worden sind Der Markt beschränkte sich nur auf Umsätze mit Käufern au« der nächsten Umgebung, e« lag die« daran, weil dieser Markt nur ein eingeschobener war. — Der Schweine markt war dagegen de» deutend bester al« da« letzte Ma'. Ersten« war der Austrieb geringer, denn e« waren nur 12<0 bi« 1400 Schweine am Markt und dann war die Nachfrage nach allen Gattungen stark In Folge desten zogen die Preise auch an und ist nur ein ganz geringes Quantum übrig geblieben. Besonder« gesucht waren starke Läufer, welche mit Mk. 50 bis Mk. 70 das Stück bezahlt wurden. Knabenhandarbeit. Mittwoch den 16. Octbr. d. I , Nachmittags 3 Uhr, sollen in dem Schulhause am Asterweg (Handwerkerschule) zwei Unterrichtscurse für erziehliche Knabenhandarbeit mit drei« stündiger bezw. sechsstündiger Unterrichtszeit wöchentlich eingerichtet werden. In dem einen derselben sollen die Schüler mit Papparbeiten und in dem anderen mit Kerbschnittarbeiten beschäftigt werden. Zur Betheiligung an dem Unterrichte können Schüler der Volksschule sowohl, als auch Schüler der höheren Lehranstalten (letztere vom 11. Jahre ab) zugelaffen werden. Für Werkzeuge und Materialien, welche den Schülern während der Unterrichtszeit gestellt werden, sind von jedem derselben zwei Mark zu entrichten; außerdem haben die Schüler der Höheren Lehranstalten noch ein Schulgeld von vier Mark zu bezahlen. Anmeldungen zum Unterrichte werden znr angegebenen Zeit im genannten -Lchulhause entgegen genommen. Gießen, den 12. Oclober 1895. 8486 Gnauth, Hahn, Oberbürgermeister._______________Oberlehrer._________________ Bekanntmachung. Die Rechnung über Einnahme und Ausgabe der Israel. Neli- gions-Gcmeindc (tzieftcn pro 1894/95 liegt acht Tage lang auf dem Büreau des Unterzeichneten zur Einsicht der Betheiligten offen. Gießen, den 15. October 1895. 8474 ____S. Heichelheim. Kunst-Ausstellung* im Thurmhaus am Brand von Donnerstag den 10. d. Mts. ab wieder geöffnet. 83«8 Holz«Verkauf aus den Freiherrtich von Nabenau'schen Waldungen Nachoerzeichnetes im Winter 1895/96 zur Fällung bestimmtes Rutz« und Brennholz soll auf dem SubmifsionSwege verkauft werden. 1) Stämme Eiche ca. 200 fm von 25 cm m. D. aufw. 6—18 m lang (Bau und Schnittholz.) 2) Stämme Buche ca. 200 fm von 30 cm m. D. aufw. Minimal- lange 5 m (Schnittholz.) 3) Stämme Kiefer ca. 150 fm von 25 cm m. D. aufw. (Bau« und Schnittholz.) 4) Stämme Kiefer ca. 100 fm von 20—25 cm m. D. 5) Stämme Fichte ca. 50 fm von 30 cm m. D. aufw. (Schnittholz astrein.) 6) Grubenholz Eichen ca. 30 fm Minimalzopfftärke 6 cm. 7) „ Kiefer ca. 50 fm bis zu 20 cm m. D. 8) „ Fichte ca. 150 fm bis zu 20 cm m. D. 9) 500 Stück Hopfenstangen (Fichte). 10) 200 rm Nadelscheitholz 1. Kl. (Kiefer). 11) 300 rm Buchenscheitholz 1. Kl. Da« Holz lagert ca. 2—5 Kilometer von den Stationen Londorf, Keffelbach und Odenhausen der Nebenbahn Londorf-Grünberg, die im Frühjahr n. I«. in Betrieb gefetzt wird. Angebote sind bis zum 28. Oc« tober l. I-., Vormittags 10 Uhr verschlossen mit entsprechender Aufschrift versehen bei der unterzeichneten Oberförsterei einzureichen. Papiermühle (Post Londorf), den 10. October 1895. Freiherrliche Oberförsterei Rabenau. 8517__Schwerer._________________ SV Prima garantirt französischer Verschnitt, per Literflasch- x. 2.—, sowie französische Cognacs unter Ortgtnaloerschluß tn verschiedenen Preislagen. 363 E. Dort, Wallthorftrafte 45. Mittwoch den 20. November, Nachmittags 3 Uhr, soll auf dem hiesigen OttSgericht die bem Gemüsehändler Letmrlch »rieh 1. in Gießen gehörige Hofratthe: Flur I Nr. 360 — 44 qm im Ttefenweg öffentlich meistbietend versteigen werden Gießen, den 11. October 1895. Großh. OrtSgeNcht Gießen. I. A.: Vogt. 84M Versteigerung. Dienstag den 15. Mbr. I. I., Nachmittag« 3 Uhr, versteigere ich im »ttbfrr' (Dtartfr platz 20) dahier gegen Baarzahlung: 1) 1 Vetticow unb 1 Regulator- 2) 1 Piantno, lORegulateure, 1 Schreib» secretär, Glaserdandwerk-zeug, Porzellan- unb GlaSwaaren, 1 goldene und 1 silberne Taschenuhr, verschiedene Möbel und 2 Schaflämmer. verAei-erang ad. 1 findet be- ad. 2 theilwetse statt. 8422 Boro, Gerichts Vollzieher. Stähl Schlachthaus. Freibank. [8442 Hente nnb Montag: Schweinefleisch nicht labenrein, pr. Pfd. 50 Pfg. btatet. unter LettL einer Soeben getroffm- N'fij nstMonK 1,(1 Vorstellung die Kii^ de. İ»«?AZx lde. 6|et' 1,1 «M», fr H"“ >rdr, «bi kidr, JSS*1* ä.ebtl^ NndnSot, >dr. Sugust.^ Sefe 111(6 ßfltl hrivm d. »11 LetoSer. auf nork bGtnlraL-forwM8.ro. ® üb« btt fiMfa iw 1 SimI dn 6aromeWM **» M. anbe^en fttnb vi mch Im ®htun»M Bttttr dvrÜM trübe uri llanb bagegen war unter itä tbeilmeiteb Auftiin: Mi Deutichiwb mertlli tittutx) i mild) tübk§ Wetter, lkwirchschast. ich/. Sui b(m btaht- ; 0,80-0,90, öWntxdt c pt. Et 00 Ä, Mvf X Mmatte pr. 613/ Tauben pr. $ bitz 1,00, Hahnen pr. 5. 0—2,10, Gänse pr. N -Iß^faiMnbW« Mb. 60 bi? 704 ÄalbfW Psd. 60-70 Rartoffa )r.W8-164 3i»tol M 16-20 4 LweW Der am Mittwoch afot Käufern nur wenig Wl 0 Stück Vieh auivtriebev, tte abges.tzt *N. tot mit Raufern au6 Ar iemartt war daM^ war der Auftrieb gE 1-ää‘S ein ganz geringes Oj* !m starke Läufer, wurden. j in 20. «m* achmittags 3 W, Ur Sewrich «rit»* en 11. Odobtr MS- #¥»*. W I® ,Ww** »«rrÄ, > ÄKS'-** sw» t rr ‘ 5*fÄ reut/ pr. f Gießen, am 12. October 1895. 8505 | ----' u U III U II II , ilHfUrrhoff l Gaslül, >!itd^laii >|agnum-bonuni per 8519 billigst und bestens ausgesührt. 8487 anzuzeigen. 8484 L und Wintersaison. [8513 •a 6912 8493 billigen Preisen Perlaufen. 4333 Ar. Schwan jun., Wetzlar. Musterlager und Annahme von Schafwolle und Wollsachen bei J. C. Wallenfels, Kirehenplatz. 8510] In der Ludwtgstr. sind 2 5im ,möol. ober unmöbl., zu verm., sowie ein leeres Mansardenzim. Näh in der Exped- d- Bl. 8491] Ein möbltrtes Zimmer zu ver» mietben.Wetzstetnaaffe 19. frei ins Haus geliefert Malter 5 Mk. 25 Pfg. Lyncker, Schiffend e r g. Htegenschirme ton den billigsten bis zu den feinsten empfiehlt in großer Auswahl zu Ball- und Gesellschaftstoiletten nach neuesten Pariser Modellen, werden [geschmackvoll angefertigt. — Reiche Auswahl in Neuheiten für Herbst- Havelocks US wasserdichtem Lodenstoff, Pelerine Mäntel in großer Auswahl, 8492 HohenMern Mäntel zu billigsten Preisen, Zchlafröckk, Jagd-n. 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Eine größere Anzahl von Sammlerinnen hat fich freundlichst bereit erklärt, die Erhebung der Gaben für 1S95 zu übernehmen. M ,3m Fuhre 1894 wurden für die Zwecke des Vereins, zur Linderung mannigfacher Noth bei armen GlaubenSgenofien, in unserer Gemeinde 914 Mk. durch unsere fleißigen Sammlerinnen und das Wohlwollen der Gebenden zusammengebracht und durch Vermittlung des Verwaltungsraths rn Darmstadt an 23 hilfsbedürftige Gemeinden und Anstalten verlheilt. Indem wir allen Gebern und Geberinnen auch auf diesem Wege nochmals unseren herzlichsten Dank aussprechen, bitten wir, auch in diesem Jahre unsere Sammlerinnen freundlich annehmen und durch Spendung reichlicher Gaben die gute Sache unserer evangelischen Kirche fördern zu wollen. 8488] Ein möbltrtes Zimmer zu oer- mielhen.__Wolkengaffe 16, II. “ 8427] Großes, schön möblirtes Zimmer zu verm. Bahnhofstraße 27. HI, r. 8410] Zwei sehr gut erhaltene Hängelampen, Ä« geeignet, sind preiswürdig za verkaufen. Näheres zu erfragen in der Exped. d. Bl. Louis Frohnhausen 8)04] Zwei Herren können Kott und I aTtlTlfiQL]+ .. ^7 Logis erhalten. Wo? sagt die Exp b. SI. 9mpnehlt seine ulrect bezogenes, von ärztlicher Seite aufs Beste 8472) Möbl. Zimmer, cd. mit Cabinet, empfohlenen, reingehaltenen zu vermiethen «rünb-rg-rstr 16,.il. StttSl ATT» Waima 8477] Zwei tnemandergeheude, schön WpHlllÄövMvSÄi, W ölB© Ä SÄttÄS Iln ver8ChiedT2 Qiu.alitäten PreT Zu erfragen in der Exped. d Bl. I Ferner Italiener rtothweme? desgi. feinet Versteigerung. Dtittwoch den 16. Cctobcr oon Vormittags 10 Uhr an, sollen in der Hofraithe des G. Wilhelm Hofmann, Untermühle in Treis u. b. Lda., nachfolgende Gegenstände öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung versteigert werden: 60 Ctr. Kornstroh, 40 Ctr. Futterstroh, 80 Ctr. Heu, 50 Ctr. Grummet, 50 Ctr. Dickwurz, 4 Ctr. Erbsen, 10—15Ctr.Hafer,2Kühe, 2 Stiere, 1 Zugpferd (6jährig, mi Geschirr, zugfest), 1 Zuchtschwein, 6 Ferkel (8 Wochen alt), 1 Einleg- schwein, lOjungeHühner, 1 schwerer L spänniger Wagen (noch fast neu mit Zubehör und sonstige Oecono« mie-Geräthe, sowie eine Quantität Mist. 8465 Treis a. d. Lda., 11. October 1895. Der Curator: Wilh. Dapper. Donnerstag den 17. l.M., Bormittags 10 Uhr, ioflen in dem Gemeindehaufe zu Staufenberg veranschlagt zu Pflasterarbeiten 100 Mk. Fuhrleistungen 70 „ öffentlich in den Accord gegeben werden. Gießen, den 11. October 1895. Der Bezirks-Bauaufseher: Sen ßselber. 8469 Großh. Hksßsche Staatseistllbahllen. Lieferung von o«0 Stück Bahngrenzstetnen und Weggrenzfteineu ein» deren »erthettnng an Die »eubaultnie veienheim-Nidda lür die Gemarkungen Reichelsheim , btS Rtdda. S)te obigen Lieferungen sollen im Ganzen °^.uach Gemarkungsgruppen getrennt öffentlich verdungen werden. Die Verdingungsunterlagen können bei der unterzeichneten Behörde in Gießen, Franksurterstraße 64 eingesehen oder oon dort gegen postfreie Einsendung oon 70^ dezopen werden- Angebote sind postfrei und unter ent, sprechender Aufschrift an dieselbe Behörde I"M Eröffnungstermin Montag den 28. October d- I, Vormittags 11 Uhr, elnzuretchen. Zuschlagsfrisi eine Woche. Großh. Baubehörde für Nebenbahnen in Oberhessen. 8170 Mosel-Cognac aus der Destillerie oon A. ft. Slfeu in Trier a- d- Mosel, Weindesttllat ohne den geringsten Spritzusatz. In Brüssel mit der silbernen Medaille gekrönt, empfiehlt die % Flasche zu Ml. 3.— und die */« Flasche zu Mk- 1.60. [191 Pd- Bauer II., Bahnhoistr., Gießen- 8321] Täglich frischer Aepfelmost bei Metzger Seng, Seltersweg. K* Sch,i-. - Uoedbeimer Weisswein) und verein benutz'e Weinkeller ist cndciw.-.t gWH m »„ D. ” Schonplatz H, löstein. '' 4 Uhi sKirnteh 1 ta StSninjei lpetieln schlich gesorgt. Kruse. L jf am 20. October, wlbau statt. Vorstand. rein, Mi>S 81r W: G igMage, theWM, L, Vorstand. 17. s 8 Uhr, Vortrag M bet foeralpolitischti Der Vorstand. tute Gattin, Muttn, jert Uten, besonders HW jebeten besuchte. fo®ie Qt oen inmasten Danl par Herbert. 8514 ,r KnferW von’ ■feitung'« Viarn**38.6^ [ ßadeeinrich* in vor** 1-^5 JC§SÄ Gartf^ieJ rönne“ von •* »It. 24t Der ♦kjexer Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montag». Die Cließener >emtn<*Bf6(fer werden dem Anzeiger »öchmtlich dreimal beigelegt. Zweites Blatt. Sonntag den 13. October________ Gießener Anzeiger General-Anzeiger. ISM vierteljähriger JMon*emeet)preU: 9 Mark 20 Pfg. mit Lringerlohn. Durch die Post bezöge» 2 Mark 60 Pfg. Redaktion, Lxpeditio» und Druckerei: KchnkstratzeKr.,. Fernsprecher 61. Zlints- und Airzeigeblatt für den ICreis Gretzen. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag» für de» folgenden Lag erscheinenden Nummer bi» Corin. 10 Uhr. \ Gratisbeilage: Gießener Aamilienbtätter. Alle Annoncen-Bureaux de» In- und AuSlande» nehm» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Aintlichev Thsil. Bekanntmachung, betr. Rothlaufseuche. In zehn Gehöften zu Burgbracht, Kreis Büdingen, ist die Rothlaufseuche auSgebrochen und Gehöftsperre ange» ordnet worden. Gießen, am 10. October 1895. Großhcrzogliches KreiSamr Gießen. v. Gagern. Der Krieg von 1870J71, geschlldert durch Ausschnitte auS ZettungS - Nummern jener Zett. (Nachdruck verboten.) 13. Oktober. Aus Paris. Pferde guten Zustandes werden pfundweise verlaust und find von den Straßen verschwunden, die der Cavallerie und Artillerie ausgenommen. Milch und Butter find augenblicklich um keinen Preis zu haben. Wie e» um Kinder und Invaliden auSsieht, das überlasten wir Müttern und Pflegern. Selbst die Gebildeten können nicht vtsien, was eine Belagerung ist, ehe fie fie erdulden, noch was der Krieg ist, ehe sie ihn kämpfen. Und über alle dem hängt noch die Furcht, welche immer die Wirklichkeit Übersteigt. Ein Bombardement ist schrecklich. Man sagt, eS tödte mehr durch die ewige Angst und Schlaflosigkeit als durch wirklichen Schaden. Selbst angesichts der Gewißheit ist es uns noch unmöglich, zu begreifen, daß die schönen Gebäude von Paris von pfeifenden Granaten zerschmettert oder daß die Läden, vor denen man so oft gestanden, zer» flört und vernichtet werden sollen. Ist eS möglich, daß daS geschehen soll? Ist eS möglich, daß die reizenden Familien- (centn, die man in Paris überall da steht, wo Bäume oder Blumen stehen, in Gruppen der Zerfleischung verwandelt werden sollen? Ist eS möglich, daß wir und unsere Kinder von der Belagerung von Paris und ihren Gräueln lesen sollen, wie unsere Borfahren von der Belagerung Jerusalems und von tausend anderen, von Troja bis Sebastopol lasen? DaS bloße Wort klingt unheilvoll, denn Niemand weiß, an wen zunächst die Reihe des Leidens kommen wird. Times. 14. Oktober. Ein amtliches Telegramm aus Versailles, 13. October, meldet von einer neuen That der Franzosen, über welche man nur den Kopf schütteln kann. Dieselben haben nämlich das herrliche Lustschloß St. Cloud, welches von den Deutschen verschont wurde, ohne jede Veranlafiung in Brand geschossen- 10 Bataillone Franzosen machten einen Ausfall, welcher mit Leichtigkeit vom 2. bayerischen CoipS abgewiesen wurde. Diesseitiger Verlust 19 Mann. Kiel, 14. October. Nach dem „Kieler Corresp." ist Sr. M. Corvette „Elisabeth", die von der Jahde ausgelaufen war, gestern von dem französischen Geschwader angegriffen und heftig verfolgt in die Elbmündung eingelaufen und noch gestern Abend im Hasen von Glückstadt vor Anker gegangen. Drei feindliche Schiffe kamen auf Schußweite heran und gaben Feuer, welches jedoch von der „Elisabeth" Nicht erwidert wurde. Die guten Leute in Versailles reiben sich die Augen. In ihrer Stadt, der bevorzugten Residenz der alten Könige Frankreichs, daS Hauptquartier der deutschen Armee? Der Marquis von Brandenburg und die Potsdamer Wachtparade im LtebltngSfcbloffe Louis XVI.? Der alte hochmürhtge Herr tn der Lockenperücke würde sich im Grabe umdrehen, wenn noch ein Stäubchen von ihm übrig wäre. König Wilhelm kam mit seinem Sohne angefahren, er ist ein rüstiger aller Herr, zeigte sich so würdig und heiter, schüttelte den versammelten Fürsten und Offizieren so herzlich die Hand und ward von diesen und den anwesenden Truppen so freudig und herzlich empfangen, daß es auf die Versailler merkwürdigen Eindruck machte. Das Bombardement von Paris sollte am 14. October, dem Tage der Schlacht von Jena, seinen Anse ng nehmen. Das Fleisch fing an so knapp zu werden, daß die Fleischerläden durch die Nationalgarden gegen den Andrang des Volkes geschützt werden mußten. Am allerknappsten ist das Druckpapier- daS ist kein Unglück, denn damit werden die Lügen aufhören. Die Pariser Zeitungen haben am meisten zu der unglücklichen Verblendung deS Volkes dejgetragen. Wenn den Zeitungen die Mäuler geschloffen werden, werden den Parisern die Augen aufgehen. DmniWe». ♦ Lehmann'S Furcht vor dem Arbeitshaus. Aus der Haft wird ein 40 jähriger Mann vorgeführt, dem man den gewohnheitsmäßigen Trinker auf den ersten Blick ansieht. „Ick heeße Karl Lehmann, Herr Rath, Sie kennen mir woll noch von netlich, wo ick den Termin verläjen ließ, indem ick noch eenen Zeigen jeladen haben wollte. Ick denke doch, det wir die Sache heite wer'n befummeln können, bet se zu Ende kommt." Diese Worte spricht Lehmann in einem so gemüthlichen Tone, als stände er mit dem Vorsitzenden auf einem vertrauten Fuße. Dieser sieht ihn erstaunt an. „Wenn Sie sich noch einmal unterstehen, unaufgefordert zu reden, bekommen Sie sofort eine Ordnungsstrafe." — Angekl.: Seien Sie jut, Herr Präsident, ick wollte Ihnen ja bloS een biSken entjejenkommen, indem ick den Kitt hier schon kenne. — Bors.: ES handelt sich also bloS darum, ob Sie dem Arbeitshause zu überweisen find oder nicht. Die Polizei hat Sie zu 14 Tagen Haft und demnächstiger Ueberweisung Der» urtheilt, und ich begreife nicht, wie Sie sich darüber wundern können, denn Sie waren doch schon einmal wegen Bettelns im Arbeitshause. — Angekl.: Eben darum Herr JerichtShof. Ick kenne ja Stellen, wo et mir beffer jefällt, als in Perleberg (Perlebergerstraße, wo die Haststrafen verbüßt werden), aber jejen det Arbeitshaus, da is et jolden jejen- wer det kennt, der hat die Neese von voll. Lieber nehme ick so'n Stückener zwölfe uff die Badehose, wie et frieher Mode jewesen sind soll, als eenen Monat Arbeitshaus. — Dors.: Ja, wir wiffen, daß Bummler wie Ihresgleichen das Arbeitshaus scheuen, aber das hätte Sie gerade abhalten sollen, wiederum zu betteln. — Angekl.: Wer die Arbeit kennt, jeht ihr aus dem Wege, un „arbeiten wollt Ihr alle, aber nich essen" wie der Inspektor int Arbeitshaus immer sagt. Mein Fretnd Emil sitzt nu schon fünf Monate int Arbeitshaus, un er hat seine Braut jeschrieben, bet er ba man sehr schlecht zufrieden is. Un bet iS ooch jerade nicht Schönet, erst bet olle Baben und Abreiben mit Seefe, det man uf'n janzen Leibe ausfieht wie Nordhäuser mit Himbeer, un denn laffen sie Eenen ja nich mal die civile Kluft, sondern man kriegt sone Art blaue Uniform an, un denn jeht et jleich los mit die Arbeit. Det iS ja himmelschreiend, is et. Un denn jeht Allens da militärisch zu, un Middags bringt man eenen Napp, wo man sich sein bisken Essen selbst holen muß, un kaum hat man et rinjeachelt, denn jeht et wieder an die Arbeit, von Mtddagsruhe iS keene Rede nich, un wenn man noch so sehr een Paar Dogen voll Schlaf benöthigen dhut. Un Abends eene Suppe un denn zu Bett un keen bisken Tabak un nie eenen Schnaps nich. Det kann der Zehnte nich verdragen. Wejen bet bisken Betteln, wo ick nich mal wat jekriegt habe, jleich int Arbeitshaus ? — Bors.: Haben Sie nicht noch andere Vorstrafen als wegen Bettelns und Arbeitsscheu? — Angekl.: Del vorige Mal bin ick nich darnach jefragt worden, aber et kann find, det da eene mit mang is. — Dorf.: Wir haben die Acten ja hier. Da ist zunächst eine wegen Körperverletzung vierzehn Tage. — Angekl.: Ick habe bloS een Mal in meinem janzen Leben Eenen verhauen un bet, weil er jesagt hat, ick würbe int ArbeirShauS sterben. Ick hatte damals schon allerlei von bte braven Jnrichtungen ba jehört, unb nahm ihm bet sehre Übel. — Vors.: Dann kommt hier aber eine Strafe von acht Tagen wegen Diebstahls. — Angekl.: Det war wegen bet olle Paar Stiebe!, bte mir nich jehörten. Den Schuster hätten fie man ooch bestrafen müffen, benn wie ick man jehört habe, laßt er im Arbeitshaus arbeeten. Da müffen die armen gefangenen benn ihren sauren Schweiß für ihn verjießen. Det müßte ber Staat schon jarnich bulden, bie Arbeit müßte abgeschafft wer'n. — Vors.: Ja, das glaube ich, das könnte Ihnen paffen. Ihre Abneigung gegen bie Arbeit scheint eine recht grünbliche zu sein. Sie werben aber boch wohl toieber ins Arbeitshaus roanbern müffen. — Angekl. (entsetzt): Um's Himmelswillen, bester, jutester Herr Präsident, machen Sie mir nich uojlicklich! Lieber jeh ick in't Waffer, wat sonst nich zu meine BerjnijungS-Elemente gehört. Lieber will ick ja — ja AllenS, AllenS will ick lieber, bloS nich roieber in't Arbeitshaus! — Vors.: Sie finb wieber beim Betteln ertappt worben, ber Schutzmann hat Sie von Haus zu Haus gehen sehen. — Angekl.: Ja, bie Schutzleite! Die Schutzleite! Die jönne ick mal so een Wochener sechs bet Arbeitshaus, bet heeßt, benn müßte ich Uffseher find! Die sollten et jut haben. Ick habe wirklich nich jebettelt, unb ick verlange sämmtliche Kofleite an’n Jör- litzer Bahnhof darüber als Zeugen jeladen zu haben, bet ick bei bie meisten von ihnen bloS jefragt habe, ob ick bet Adreßbuch nicht mal irischen könnte. — Dors.: Sie scheinen in Ihrer Angst vor dem Arbeitshause, zu den thörichtsten Ausreden zu greifen. — Angekl.: Denn beantrage ick Der' tagung; ick will mir een Docterattest ausstellen laffen, det ick bet Arbeitshaus nich verdragen kann, indem et meine Persönlichkeit uff’n Ruin bringen muß. Nach't preußische Jesetz darf keen gefangener an feine Jefundheit nich beschädigt wer'n. Wenn een reicher Mann die Jefangenenkost nich verdragen kann, denn kriegt er ooch Urlaub. In't Arbeitshaus jehe ick nich, mag nach kommen, wat da will. — Dors.: ES wird Ihnen doch wohl nichts Anderes übrig bleiben. — Angekl.: Denn nehme ick mir mein Leden. In't Arbeitshaus jehe ick nich, ick treime schon des Nachts in'n Schlaf davon. Lieber nehme ick noch sechs Monate Jefängniß. — Vors.: Nun jetzt sind Sie wohl fertig mit Ihren Einreden. Der Gerichtshof erkannte doch auf Ueberweisung, und Lehmann wird das so verhaßte Arbeitshaus wieder besuchen müffen, obgleich er noch beim Hinausgehen sagte: Lieber dodt, lieber bobt. verkehr, £aw6« «nd votk-wirthschast. — Zur Gesunderhaltung unserer »iehbestLude ««d zur «ütterrrng im Winter 1895 98. Auch in diesem Jahre ist es, zumal bei den hohen Viehprerfen, eine unerläßliche Noth- wendigkeit, daß die Landwirthe auf bie Gesunderhaltung ihrer Viehbestände ein besonderes Augenmerk richten. Das Futter ist in Folge der Trockenheit in vielen Gegenden Deutschlands kalkarm geblieben; die bekannten, große Verluste verursachenden Krankheiten, wie „Knochenbrüchigkeit" bei den Rindern und „Beinweiche" bei den Schweinen werben nicht arsbleiben, wenn diesen Krankheiten nicht durch Verabreichung des specifisch wirkenden phosphorsauren Kalkes rechtzeitig vorgebeugt wirb, und zwar beim Uebergang von der Sommer- zur Wtntersütterung. Es ist dies um so nothwendiger, wenn Rübenblätter, Rübenschnitzel, Schlempe, Träbern u. s. w. in vervältnißmäßig großen Gaben gefüttert werden. Der pbosphor- saure Kalk, oder wie er in bester Qualität als „Knochencräclpitat" in der chemischen Fabrik von M. Brockmann tn Leipzig Eutritzsch hergesteUt wird, hat nach den Seitens der Landwirthe gemachten Erfahrungen bisher allen Anforderungen vollkommen genügt, wird aber von jetzt ab vermöge Verbesserungen in der Tech' ik in weit reiner Qualität zu gleichen Preisen geliefert werden. Dadurch wird die leichte Verdaulichkeit gesteigert; kein Landwirth sollte es unterlassen, das M. Brockmann'fche Knochenpräcipiiat st.is vonäthig zu halten. ES ist das beste Universalmittel für die Gesunderhaltung unserer Viehbestände. — Die Herstellung von Obstwein-Champagner sürS Hau». Da in diesem Herbste die Ernte an Aepfeln unb Birnen in den meisten Gegenden eine ziemlich befriedigende ist, so wird es Landwirthe unb Gartenbesitzer interessiren, daß es auf Grund neuester Erfahrungen möglich ist, aus Aepfeln und Birnen, resp. auS Obstmost ohne viele Mühe und ohne starke Kosten einen recht guten Obstwein - Champagner für festliche Gelegenheiten im Hause herzustellen. Man verfährt dazu, laut „Köhlers Gartenfr.", wie folgt: Man füllt den in gewöhnlicher Weise ausgemahlenen ober geschälten unb ausgeschnittenen Birnen herber Sorten burch Auspressen gewonnenen Saft in starke, sehr festgebun ene Fässer, bie zuvor geschwefelt, bann aber mit frischem Wasser gereinigt werben müssen. Sogleich ober nach 2 dis 3 Tagen flieht man pro Hectoliter 0,2 bis 0 3 Liter Franzb anntwein baju. Das Faß füllt man nicht ganz voll, fonbern läßt je nach seiner Größe für 25 bis 40 Liter Raum unb fpunbet es sogleich nach bem Füllen fest zu. Wenn man glaubt, sich auf seine Fässer nicht ganz verlassen zu können, so kann man den Spund auch einmal öffnen. Der Most bleibt sehr lange süß, weil daS frühe Verspunden die Fortsetzung der Gährung verhindert. Sobald ber Wein hell ist, zieht man ihn auf Flaschen unb flieht in jebe derselben etwas Zucker. Zwischen Kork unb Flüssigkeit läßt man etwa 2 Ctrn. Raum und befestigt den Kork mittelst Draht. Die Flaschen werden gelegt, damit der Kork stets feucht erhalten wirb. — Um ganz schnell Schaumwein zu erhalten, beachte man Folgendes: Gan, klarer Obstwein wi b in eine Cbampagnerflasche gefüllt, worauf man 5 Gramm boppelkohlensaures Natron unb 4,2 Gramm Citronensäure in ber Weise bamit mischt, daß man, letztere in Christallen, diese beiden Salze schnell hinein- aiebt, bte Flasche rasch verkorkt und ben bicht eingetriebenen Kork mit Draht befestigt. Nach 6Stunben schon ist dieser „Champagner" reif unb trinkbar. — Auch aus Aepfeln läßt sich Schaumwein Herstellen. Man bringt 40 Liter Aepfeimost, 2Nnker> | ■J Uhren.......ix 1DL 6,60 — .vir guten Wong 2 Jahre Garantie. ■■ Orin. iSolbin = Uhrfettcn für Herren und Damen.....ii fDt 1,50 Orirt.«<*>olbiiui)Unflc für Herren, und Dam, n — foivie t»avatteu,Nadeln mitCaprubin,Perlen.Corallen ob and flcwunfdit- ti Steinen befegt L M 1,60 (1Sriq.'tooibin«,ttrmbuitber mit neuer palentirt. 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