Nr. 188 Der Kttjener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme de» Montags. Die Gießener M««ittenvtälier werden dem Anzeiger «öchemlich dreimal beigelegt. Dienstag de» 13. August 189* Gießener Anzeig er Kenerat-Muzeiger. Vierteljähriger Lvonncmcntspreisr 2 Mark 20 Pfg. mit Lringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaction, TxpcditioO und Druckerei: SlSnlstraße Kr.7. Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblutt für den Ttveis Giefzen. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für de» I x(LwfflAt• tÄa‘ »nnoncen-Bureaux deS In. und Auslandes nehmen folgenden Tag erscheinenden Nummer bi» Dorm. 10 Uhr. | VUllSWvllUlJv. ^VV^VWVV ^11111111111111111111. Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Amtlicher Theil. Nr. 33 des Reichs-Gesetzblattes, ausgegeben den 7. d. M., enthält: (Nr. 2262.) Bekanntmachung, betreffend die dem intet' nationalen Uebereinkommen über den Eisenbahnfrachtverkehr -eigefügte Liste. Vom 3. August 1895. Gießen, am 9. August 1895. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. P.: Dr. Melior. Bekanntmachung, betreffend Vorträge über Obstbau. Herr Obstbautechniker Metz des Oberhessischen Obstbauvereins beabsichtigt nachstehend angeführte Orte des Kreises Gießen zu besuchen und zwar: Mittwoch, 14. August Birklar, Donnerstag, 15. August Lich, Sonntag, 18. August Leihgestern, Montag, 19. August Watzenborn-Steinbergs Dienstag, 20. August Grüningen, Mittwoch, 21. August Dorf-Gill, Donnerstag, 22. August Großen-Buseck, Freitag, 23. August Beuern, Samstag, 24. August Bersrod, Sonntag, 25. August Reiskirchen, Montag, 26. August Hattenrod, Dienstag, 27. August Harbach, Mittwoch, 28. August Ettingshausen, Donnerstag, 29. August Queckborn, Freitag, 30. August Stangenrod, Samstag, 31. August Beltershain, Sonntag, 1. September Grünberg, um daselbst Vorträge über Obstbau, verbunden mit praktischen Unterweisungen abzuhalten, zu welchen die Mitglieder des Vereins, sowie alle Jntereffenten eingeladen werden. Sonntags finden die Versammlungen Nachmittags 3 Uhr, an Wochentagen Abends 8 Uhr, die practischen Unterweisungen am nächstfolgenden Tage Vormittags statt. Die Großhcrzoglichen Bürgermeister werden ersucht, entsprechende Bekanntmachung in der Gemeinde zu erlassen, nach Maßgabe der besonderen Benachrichtigung. Gießen, den 8. August 1895. Der Vorsitzende des Vereins-Bezirks Gießen des Oberhessischen Obstbauvereins. Dr. Wallau. Bekanntmachung. Freitag, den 30. August 1895, Nachmittags 3 Uhr wird auf Louy'8 Felsenkeller (Westanlage) zu Gießen eine General-Versammlung des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Gießen abgehalten werden. Alle Mitglieder des landwirthschaftlichen Bezirksvereins und der Ortrvereine, sowie alle Freunde der Landwirthschaft werden zu dieser Versammlung hierdurch freundlichst ein* geladen. Die Herren Bürgermeister werden ergebenst ersucht, den in ihren Gemeinden wohnenden Mitgliedern des Vereins von dieser Einladung Kenntniß zu geben und auf möglichst zahl* reichen Besuch der Versammlung hinzuwirken. Tagesordnung: 1) Vortrag des Herrn Professors Dr. Pflug von Gießen über die Impfung mit Tuberculin. 2) Die Landesausstellung zu Gießen. Bewilligung von Wegvergütungen für nicht prämiirtes und nicht verkauftes Vieh von Ausstellern aus dem Kreise Gießen. Bewilligung »on Preisen für Aussteller aus dem Kreise Gießen. 3) Vorlage der Rechnung des landwirthschaftlichen Bezirksvereins pro 1894/95. 4) Vorlage des Voranschlags des landwirthschaftlichen Bezirksoereins pro 1895/96. 5) Neuwahk des Ausschusses. 6) Nachträgliche Bewilligung einer Subvention für einen Schüler des Obstbau-Cursus und ähnliche Anträge. Gießen, den 10. August 1895. Der Director des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Gießen. Carl Jost, Regierungörath i. P. Deutsches Reich. Darmstadt, 10. August. Zu Ehren der würtrembergischen Generalstabsoffiziere hat heute Nachmittag hier Hoftafel stattgefunden. Abends ist im Wolfsgarten Gesellschaft an« gesetzt, woran der Prinz und die Prinzessin Heinrich, sowie die Prinzessin Victoria von Battenberg und die Prinzessin Ferdinand von Rumänien thetlnehmen werden. Berlin, 10. August. Der Kaiser wird sich heute Abend 10^/z Uhr an Bord der englischen Jacht „Albert" von Cowes nach Southampton begeben und von dort nach Lowther Castle mittelst Sonderzuges weiterfahren. Die Ankunft in Lowther ist für morgen früh in Ausficht genommen. Berlin, 10. August. Der Berliner Magistrat beabsichtigt, den diesjährigen Sedan tag besonders feierlich zu begehen und soll hierfür ein Credit bis 50000 Mk. bewilligt werden. Für Montag ist eine Berathung dieserhalb in außerordent* licher Sitzung angesetzt. Berlin, 10. August. Heute Vormittag fand vor der dritten Strafkammer abermals Verhandlung gegen die beiden wegen Majeftätsbeleidigung angeklagten bulgarischen Studenten Jwanoff und Raynow statt. Der Staatsanwalt beantragte gegen Ersteren P/a Jahr, gegen Letzteren 1 Jahr Gefängniß. Der Gerichtshof jedoch sprach die beiden Angeklagten frei. Dieselben wurden bei ihrer Entlassung aus dem Untersuchungsgesängniß von Beamten der politischen Polizei in Empfang genommen und zwangsweise nach dem Polizeipräsidium überführt. Man vermuthet, daß ihnen daselbst der Ausweisungsbefehl zugestelll werden wird. Berlin, 10. August. Die „Kreuzzeitung" bezeichnet die Blättermeldung, daß Professor Schmollet als Nachfolger für den verstorbenen Geheimrath von Sybel auSersehen sei, als verfrüht. Die Wiederbesetzung der erledigten Stelle des DirectorS der preußischen Staatsarchive dürfte erst nach voll« zähligem Beisammensein des StaatSminifteriums erfolgen. Berlin, 10. August. Die deutsch-amerikanischen Veteranen, deren Zahl einschließlich Frauen und Kinder etwa 2000 beträgt, wollen auch dem Fürsten Bismarck einen Besuch abstatten. Der Fürst will, falls sein Befinden dies zuläßt, die Krieger von 1870/71 aus Amerika in FriedrichSruh empfangen. Berlin, 10. August. Wie die „Germania" meldet, ist Graf Chamarö, früher ReichstagSabgeordneter für Frankenstein-Münsterberg bei Ferletten, in Steiermark auf der Gemsjagd vom Schlage getroffen und gestorben. Berlin, 10. August. Der Kaiser hat dem General- lieutenant z. D. v. Jena ein Telegramm gesandt, in welchem er demselben zur Erinnerung an die Schlacht bet Spichern den Kronenorden erster Klasse mit Schwertern am Ringe verleiht. Berlin, 10. August. Eine Art Familientag des Hauses Coburg scheint gegenwärtig in Schloß Reinhardsbrunn in Thüringen abgehalten zu werden. Denn es weilen zur Zeit auf dieser so idyllisch gelegenen Besitzung neben dem regierenden Herzog Alfred und seiner Familie noch Prinz und Prinzessin Philipp von Sachsen - Coburg, Prinz Leopold von Sachsen - Coburg, Prinzessin Ferdinand von Rumänien, Prinz und Prinzessin Heinrich XVIII. Reuß, außerdem auch der Fürst Otto von Stollberg - Wernigerode. Fürst Ferdinand von Bulgarien dagegen hat sich diesem coburgischen Familienrath ferngehalten, obwohl doch in letzterem höchst wahrscheinlich die Frage, was Fürst Ferdinand gegenüber der unsicheren Lage in seinem Lande thun solle, zur Erörterung gelangt ist. — Der „Fall HaaS" wird in der Tagespresse ziemlich lebhaft behandelt. Bekanntlich hat der protestlerische Reichstagsvertreter für Metz, Haas, eß nicht für angezeigt gehalten, sein Mandat ntederzulegen, obwohl er seinen Sohn zum französischen Offizier ausbilden läßt, ja, er will sogar sein Mandat behalten, trotzdem er im Begriff steht, nach Frankreich überzufiedeln, um dann nur noch formell einen Wohnsitz in Metz zu behalten. Man weiß nicht, ob ein derartiges Gebähten des genannten „deutschen Volksvertreters" nicht mehr wie abgeschmackt zu nennen ist, jedenfalls wäre es aber angezeigt, daß im Reichstage sofort zu Beginn der nächsten Session geeignete Schritte geschehen, die es dem Reichstagsabgeordneten für Metz unmöglich machen würden, sich auch noch fernerhin in der Würde eines deutschen Volksvertreters zu zeigen. — Das socialdemokratische Centtalotgan, der „Vorwärts" in Berlin, hat schon wieder einmal ein vertrau* ltches behördliches Acten stück „zugeweht" erhalten und dasselbe natürlich schleunigst veröffentlicht. ES ist ein Rundschreiben des sächsischen BezirkscommandeurS und Obersten z. D. Graf Holtzendorff, und bezieht sich auf die Ueberteichung eines Armeegeschenkes an den Prinzen Georg von Sachsen, commandirenden Generals des 12. Armeecorps, zu seinem 50jährigen Militär-Dienstjubiläum (4. März 1896.) — Freiherr v. Huene, der bekannte CentrumS- Politiker, gedenkt wieder für den Reichstag zu candidiren, aus welchem er seinerzeit wegen seiner regierungsfreundlichen und mit der ausgegebenen Parteiparole in Widerspruch stehenden Haltung in der Militärfrage auSgeschieden war. Herr v. Huene hat die Centrumscandidatur für die Nachwahl im Wahlkreise Pleß-Rybnik, den zuletzt der verstorbene Abgeordnete Conrad vertrat, angenommen. Der genannte Wahlkreis ist eine der festesten Centrumsdomainen, die Wahl Herrn v. HueneS kann daher schon jetzt als sicher gelten. Cassel, 10. August. In der heutigen letzten Sitzung der 26. Jahresversammlung der deutschen anthropologischen Gesellschaft erschien, von der Versammlung freudig begrüßt, Geheimrath Professor Virchow und sprach über die Verbreitung der Kelten. Als Tagungsort für die Versammlung des nächsten Jahres wurde Speyer bestimmt. Zum ersten Vorsitzenden wurde Professor Virchow, zum zweiten Vorsitzenden Freiherr Andrian-Wien, zu deren Stellvertreter Professor Waldeyer gewählt. Nachmittags findet ein Ausflug nach Münden statt. Aachen, 10. August. Wie verlautet, ist nunmehr auch gegen den Rector Overbeck aus Mariaberg ein Verfahren eingeleitet. Gegenwärtig schweben Untersuchungen, ob Mißhandlungen von Kranken unter Vorwissen Overbecks vorgekommen sind. Kattowitz, 10. August. Mehrere Häuser in der Beuthenerstraße in Königshütte haben durch den Abbau der Gräfin-Laura-Grube bedeutende Risse und Sprünge erhalten. Die Bergwerksdirection hat sofort die Besichtigung der bedrohten Häuser vornehmen lassen. KönigShütte i. Oberschl., 10. August. Auf der Max- grube bei Laurahütte find durch herabfallendes Gestein mehrere Bergleute verschüttet worden- zwei Mann davon find tobt, zwei find tödtlich verletztI München, 10. August. Gegen den Premier-Lieutenant a. D. Krafft, den Verfasser der Aufsehen erregenden Broschüre: „Glänzendes Elend", ist nunmehr ein Ehrengerichtliches Verfahren eingeleitet worden. Anslarrd. Paris, 10. August. Präsident Faure wird sich am nächsten Montag in Havre auf einem Aviso der Marine- Verwaltung etnschiffen, um sich nach Dieppe zu begeben, woselbst er einem großen Festessen beiwohnen und eine politische Rede halten wird. Paris, 10. August. „Memorial diplomatique" meldet aus Rom, Italien mache gegenwärtig große Kriegsrüstungen. Der italienische KtiegSminister habe befohlen, alle Munitionsniederlagen zu inspiciren und zu vervollständigen. Derselbe forderte eingehenden Bericht darüber. Desgleichen forderte der Marineminister Bericht über den Zustand der Kriegsschiffe und deren Verproviantirungsmagazine. In militärischen Kreisen glaube man, daß diese Vorbereitungen eine Colonial- Expedition znm Ziele haben. Sofia, 10. August. Gerüchtweise verlautet, daß Fürst Ferdinand sich am 14. August zum souveränen König von Bulgarien Proclamtren lassen werde. Alle erforderlichen Vorbereitungen dazu seien getroffen. Sofia, 10. August. Das Journal „Mir" bespricht die für Montag Vormittag erwartete Ankunft des Prinzen Ferdinand in Sofia und bemerkt dazu, daß die Stadtverwaltung Vorbereitungen zu einem glänzenden Empfange treffe. Das Blatt billigt diese Absicht und fährt fort: „Wir müssen mit allen Kräften unsere Liebe und Anhänglichkeit an den Prinzen bezeugen und seinen äußeren und inneren Feinden beweisen, daß ihre Angriffe keine andere Folge gehabt haben, als unsere Liebe und Ergebenheit zu dem Prinzen und seiner Dynastie zu erhöhen." Sofia, 10. August. Der wegen des Verdachts der Theilnahme an der Ermordung Stambulows verhaftet gewesene Tüfekt schiess ist gestern aus der Haft entlassen worden. New-Iork, 10. August. Auf Cuba hat am DienStag ein erbitterter Kampf stattgefunden. Die Rebellen schlugen die spanischen Truppen vollständig und nahmen Rio Bomba ein. XUuette Nachrichten. Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau. Remiremont, 11. August. Hier wurde heute ein Denk- mal zur Erinnerung an die irn Kriege von 1870 gefallenen Soldaten in Gegenwart des UnterrichtSministers Poincare enthüllt. Meline hielt die EinweihungSrede. Darauf nahm Poincare das Wort und führte aus, daß Feierlichkeiten wie die heutige bewiesen, mit welcher unveränderlichen Pietät Die Austreibung werde mit Mäßigung ausgeführt ist, für Rechnung deS ErsparnißfondS zu beschaffen. erwidert: werden. Krieger- von der „Die Zeitungen W. Oppornhofeu, 11. August. Heute Morgen gegen 4 Uhr gingen zwei Gewitter über unsere Gegend. (Lia Blitzschlag tödtete drei Stücke Rindvieh und ein weiterer Schlag zündete auf dem Feld einen Fruchthaufen an. Bahbach, 10. August. In ächt patriotischer Weife hat, gleich den vielen anderen Gemeindevertretungen, auch der hiesige Gemeinderath in seiner vorgestrigen Sitzung be- schloffen, den in hiesiger Stadt wohnenden 27 Theilnehmera des Feldzuges von 1870/71 in Anbetracht der 25jährtgea ErtnnerungSfeier an diese ruhmreichen Gedenktage einen Ehrensold von je 10 Mk. zu bewilligen. G. Bad Nauheim, 9. August. An Kurfremden wurde» in der Woche vom 2. bis 9. August l. IS. angemeldet 801 (1894 — 598). Hierzu Bestand nach voriger Kurliste 10,332, in Summa 11,133 (1894 = 9523), wovon am 9. August noch 3155 anwesend waren. n. Friedberg, 10. August. Die zwei Schüler der hiesige» Realschule, die sich behufs Erlangung der Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Dienst einer Nachprüfung unter- ziehen mußten, wurden nach jetzt beendeter Prüfung für bestanden erklärt. n. Nieder Florstadt, 10. August. Bei der gestrigen Wahl eines Beigeordneten wurde Herr Gastwirth Musch mit 85 Stimmen wiedergewählt. MW. Aos der mittleren Wetterau, 11. August. Wenn je ein Jahr bewiesen hat, daß die Blitzschläge häufiger zur Erde gehen als früher, ist es das laufende Jahr 1895. Heute früh, kurz vor Tagesanbruch, zwischen 3 und 4 Uhr, zog ein heftiges Gewitter über unsere Gegend. In Bauernheim schlug der Blitz tu eine Scheuer, in Echzell wurden zwei Fruchthaufen und ein Strohhaufen vom Blitze getroffen. Seit Mitte Juli find in unserer Gegend mindestens 12 bi* 15 Blitzschläge, welche vielfach zündeten, vorgekommea. Menschenleben find glücklicherweise keine verloren gegangen. Geiß-Nidda (bei Nidda), 8. August. Die Besucher der Kriegerfestlichkeiten in der Landeshauptstadt au< unserem Orte haben auf Ansuchen von dem Kirchenvorstand aus den Mitteln unseres Ktrchenfonds, der sehr groß ist, eine Reiseunterstützung erhalten. Dem Kirchenvorstand gebührt für sein patriotisches Verhalten alle Anerkennung. D. Z. Büdingen, 9. August. Gestern beging das Grohherzogl. Gymnasium im Verein mit vielen Angehörigen der Schüler und sonstigen Patrioten im oberhalb Büdingen in herrlicher, waldreicher Umgebung gelegenenJägerthale die 25jährige Gedenkfeier der Sieges- und Ehrenrage de» Jahres 1870/71. Darmstadt, 10. August. Die Stadtverordnetenversammlung hat in ihrer letzten nichtöffentlichen Sitzung beschloffen, den in Darmstadt wohnenden Theilnehmern ter Feldzüge 1866 und 1870/71, welche darum nachsuchen, zu« Zwecke der Betheiltgung an den bevorstehenden Erinnerungß- ChalonS, 11. August. Unordnung hier ist gelftverwirrend. Englische sprechen von Mängeln in der englischen AuS- I Wun'ch aus, daß das GenoffenfchaftSgesetz nunmehr irr kürzester Frist erlaffen und daß den Verbänden von Ge- noffeoschafren im einzelnen Rechtspersönlichkeit verliehe» werden möge; 2. daß die laodwirthschaftlichen Syndikate nach dem Borbilde deS Allgemeinen Verbandes der land- wirthschaftlichen Genoffenschafren des deutschen Reiche- die Errichtung von Creditgenoffeoschaften auf den von de» früheren Congreffen beschloffenen Grundsätzen, die in lieber» einstimmung mit den Beschlüssen deS 1. nationalen Con- gresseS der landwirthschaftlichen Syndikate find, fördern mögen, daß besonders den lokalen Truppen die freie Dahl zwischen der unbeschränkten und der beschränken Solidarhast, ihren Einrichtungen und localen Bedürfnissen entsprechend, gelassen werden möge. ** Radfahrer in der Armee. Bei den diesjährigen Kaiserrnanövern sollen Radfahrer in ausgedehntem Maße Verwendung finden, um eine Prüfung der soeben als Entwurf auSgegebenen Fahrrad-Vorschrift vornehmen zn können, bevor diese zur endgültigen Einführung gelangt, et den Truppentheilen werden KriegSfahrrader, welche nur «ür den Dienst im Felde bestimmt find, und Lernräder, welle in erster Linie den AuSbildungSzwecken dienen sollen, vorräthig gehalten. Beide Fahrräder sind von gleicher Bauart, jedoch sind die Lernräder in allen Theilen, namentlich in der Vorder- gabel, stärker gearbeitet, wie bei ihnen auch die Rahmentasche und die Laterne in Fortfall kommt. Armee-Fahrräder werden nur den Infanterie- und J8ger-(Schützen-)Ba- taillonen überwiesen, jedoch find auch in den Festungen und Garnisonen Fahrräder bet den Artilleriedepots und den Fortificationen im Gebrauch. Diese find auch für dtenftltche • Zwecke beschafft, aber nicht von einheitlicher Bauart, so daß auf sie die Bezeichnung Armee-Fahrrad nicht anwendbar ist. Diese ist für die Fahrräder der Truppenverwendung Vorbehalten, bet der die Radfahrer auch eine besondere Bekleidung, Ausrüstung und Bewaffnung haben. Diese besteht in Schirmmütze, Litewka, wollenem oder halbwollenem Hemd, Tuchhose mit Gamaschen aus wafferdichtem Brodbeutelstoff, welche über die Hose angelegt, bis zur halben Wade reichen, Schnürschuhen, Mantel, Feldflasche, Brodbeutel, Tornister- beutel, Leibriemen mit Meldetasche, Seitengewehr (auf der Lenkstange) und Revolver nebst Patronen und Revolvertasche. Der Tornister wird gefahren. An feine Stelle tritt während deS Marsches neben dem Tournisterbeutel eine Rahmentasche, welche jedoch nur für einen Drillichanzug, bezw. Waffenrock, ein Hemd, ein Paar Strümpfe oder Fußlappen, ein Paar Schuhe und eine Cooferoebüchse Platz gewährt. Die Militär- Radfahrer werden nun für die Manöver genau in dieser Weise bekleidet und ausgerüstet sein, und es haben die Frankreich die Trauer um die Opfer bewahrt und die Tapferkeit und das Unglück ehrt. Galveston, 11. August. Der Präsident der Bereinigung zum Schutze amerikanischer Baumwollpflanzer hat ein Circular erlaffen, in welchem den Pflanzern empfohlen wird, vom Ertrage der Baumwoll-Ernte im Berhälmiß ein Drittel weniger als in der vorigen Saison auf den Markt zu bringen. Das Circular erregt im Süden allgemeines Interesse, da der August-Bericht des AckerbauamtS während des MonatS Juli eine Abnahme im Durchschnittsstande der Baumwollernte von 82,3 auf 77,9 feftstellt, der niedrigste Stand, welcher je für August gemeldet wurde. -ii- Alten-Bufeck, 11. August. Dem hiesigen verein wurden für die Veteranen-Mitglieder Gemeinde je 6 Mk. und je 3 Mk. seitens deS Vereins für die Betheiltgung an der Gedächtnißfeier von 1870/71 t» Darmstadt überwiesen. e Der Krieg von 1870|71, geschildert durch Ausschnitte aus ZettungS -Nummern jener Zeit (Nachdruck verboten.) 12. August. „Darum kein Frieden, ja kein Frieden, bis der Streit ganz und voll anSgetragen! Mag in Berlin geschehen, was da wolle, es darf uns nicht kümmern. Nicht gegen eine Dynastie, nicht gegen eine StaatSform führen wir Krieg, fondern gegen Frankreich, dessen Volk, wie ein trefflicher Schrtststeller sagt, vom Größenwahn erfaßt ist, gegen Frank- reld), daß seit fast drei Jahrhunderten und unter allen nur denkbaren Verfassungen den Anspruch erhoben hat, auf Kosten der anderen Völker in Europa zu herrschen. Fest und sicher muß die natürliche Grenze zwischen der germanischen und romanischen Welt wieder aufgertchtet, der frevelhaste Hochmuth gebrochen und dadurch der französischen Nation selbst der Weg zu eigener sittlicher Erhebung erschlossen werden. Unsere Forderung ist gerecht und in keiner Weise dazu an« getftan, das übrige Europa zu schrecken. Fügt man daß deutsche Elsaß mit Baden zu einem Königreiche, dessen Hauptstadt Straßburg, zusammen, so verknüpft man Verwandtes und fegt den Bevölkerungen keinen Zwang auf. Die StammeSverwandtschaft, das gemeinsame protestantische Element und der trotz der seitherigen politischen Grenzen eingelebte Verkehr werden alle Schwierigkeiten rasch überwinden. Ein solcher Staat aber wird, fest eingefügt in das geeinte Deutschland, nach allen Seiten hin eine wichtige Mission zu erfüllen vermögen. WaS man vom nordöstlichen Lothringen abzweigt, darf nicht über die Sprachgrenze hinaus- gehen. Wird es der benachbarten bayerischen Rheinpfalz Depeschen bei Bureau .Herold'. Berlin, 11. August. Die „Nordd. Allgern. Ztg." schreibt: Die Rückberufung deS deutschen Geschwaders aus den marokkanischen Gewässern ist, wie bereits verschiedene Blätter zu melden wußten, nunmehr in der That erfolgt, nachdem die marokkanische Regierung die verlangte Genugthuung für die Ermordung des deutschen Reichsangehörigen Rockstroh gewährt hat. Die Genugthuung besteht zunächst in der Zahlung einer Summe von 200,000 Fr., die zur Schadloshaltung der Mutter des Ermordeten und der Leipziger Firma, für die er thätig gewesen ist, sowie zur theilweisen Bestreitung der dem Reiche ia der Sache erwachsenen Unkosten Verwendung finden wird. Ferner ist die ->ft im October dsS. IS. fällige Entschädigungssumme von 50,000 FrcS. für die Ermordung des Reichsangehörigen Neumann schon jetzt baar entrichtet worden. Außerdem hat der Sultan die Absetzung der Beamten versprochen, deren Verhalten tn der Rockstroh'schen Angelegenheit der kaiserlichen Regierung Anlaß zu berechtigten Klagen gegeben hatte. Dem kaiserlichen Vertreter in Tanger ist hierüber eine amtliche Mittheilung der marokkanischen Regierung zugegangen. Da außerdem Bestrafung der an der Mordthat direct beteiligten Personen zugesagt worden ist, hat die von der Regierung deS Sultans gewährte Sühne als ausreichend erachtet werden können. Es find nur noch Nebenpunkte zu ordnen. Berlin, 11. August, lieber die gestern stattgehabte | Feuerbestattung der Leiche Friedrich Engels' wird ocm „Vorwärts" aus London telegraphirt: Um 2 Uhr Nachmittags versammelten sich die Theilnehmer auf der Eisenbahnstation Westminster, von wo sie ein Extrazug nach Rockwood führen sollte, wo sich die Todtenstatt in der Ver- dcennungshalle befindet. Im Wartesaale wurde der Sarg aufbewahrt und mit Kränzen von Socialisten aller Länder bedeckt. Daö Trauergefolge bestand aus etwa 80 Personen. Auf Engels' Wunsch hatte die Leichenfeier einen streng privaten Tharacter und von irgend welcher Demonstration wurde abgesehen. An der Bahre sprachen Neffen von Engels aus Barmen und Moore. Hierauf hielten kurze Ansprachen Liebknecht Namens der deutschen, Bebel NamenS der österreichischen SocialdemoMitie. Im Namen der Franzosen sprach Lafargue, für die Engländer Aveling. Auch Vertreter der belgischen und holländischen Socialdemokratie hielten Ansprachen. Um 3*/, Uhr fuhr ^die Trauer-Versammlung nach Rockwood. Um 5 Uhr begann der VerbrennungSact, welcher 1^ Stunde dauerte. Berlin, 11. August. Die beiden bulgarischen Studenten, welche gestern freigesprochen worden sind, wurden auf dem Polizeipräsidium amtlich angewiesen, dapreußische Staatsgebiet binnen acht Tagen zu verlassen, I während welcher Zeit sie unter Polizeiaussicht stehen. Rahnow wird sich nach Bulgarien, Zanow nach der Schweiz begeben. Brussel, 11. August, lieber die Stadt ging gestern Abend ein starkes Gewitter nieder, welches großen Schaden anrichtete. Fast sämmtliche Keller stehen unter Wasser. Die Telegrafenleitung nach Paris ist zerstört. — In Charleroi schlug der Blitz in einen CircuS, wodurch große Panik unter dem Publikum entstand. Die Zuschauer stürzten nach den AuSgängen; eS entstand ein großes Gedränge, wobei eine Anzahl von Personen verwundet wurden. Moskau, 11. August. Die Krönung deS Kaiser- paares wird, wie jetzt verlautet, in der zweiten Hälfte des April nächsten Jahres stattfinden. angefügt, so verbindet man gleichfalls Vereinbares. Um den Preis einer solchen Gebietserweiterung wird Bayern nicht abgeneigt fein, einer festeren politischen Gestaltung Deutschlands, wie sie aus dem gegenwärtigen Kriege unbedingt her- gegen muß, jedes nothwendige Opfer zu bringen." Im geetzgebenden Körper theilte am 12. der neue Ministerpräsident, Herzog von Palikao, mit, daß der Rücktritt Leboeufs als Generalstabschef angenommen worden fei. (Also auf den wird die Schuld gewälzt!) In vier Tagen würden 70,000 Mann Truppen an die Grenze (an welche?) geschickt. Chevreau theilte mit: Die Regierung bereite die Austreibung aller Deutschen vorn französischen Boden vor. Pelletan tadelt diese Maßregel. Chevreau häO peovL-tzLeÄer. Gieße», den 12. August 1895 ** Empfang. Seine Königliche Hoheit der Groß- Herzog empfingen am 10. August u. A. den Reallehrer Todt von Butzbach und den Polizeirath Fresenius von Gießen. •* Ernennung. Seine Königliche Hoheit der Groß- Herzog haben Allergnädigst geruht, den evangelischen Pfarrer zu Vilbel Johannes Waitz zum Lehrer an dem Realgym nasium zu Darmstadt zu ernennen. ** Postperfonalnachrichten. Versetzt find: Der Oberpost, directionssecretär Grämling von Darmstadt nach Bremen behufs Uebernahme einer Postkasfirerstelle bet dem Postamte I daselbst, der Postsecretär He dl er von Berlin nach Darm- stadt behufs Uebernahme einer Bureaubeamtenstclle 1. Klasse bet der Oberpostdirection Darmstadt, der Postsecretär Weddig von Mainz nach Senftenberg (Laufitz) behufs Uebernahme der Vorfteherstelle des Postamts II dafelost, der Post- Assistent Eckert von Dresden nach Darmstadt, der Post- Assistent Geißler von Lauterbach (Hessen) nach Büdingen. — Ernannt ist zum Ober-Postsecretär der Postsecretär Pabst in Darmstadt. — Gestorben sind: Der Postsecretär Dietz in Worms und der Postverwalter All mann in Mombach. — Angenommen sind zu Postagenten: Der Gastwirth Karl Ludwig Ranft in Beuern (Hessen) und der Gemeindeeinnehmer Heinrich Ludwig Brehm in Rhein- dürkheim. ** MeisterschafiSrndern. Nächsten Sonntag den 18. ds. M., Vormittags 10 Uhr, werden die besten Sciffruderer Deutsch. landS auf der Rennstrecke des Frankfurter Regattavereins um den Titel als „Meisterruderer Deutschlands" kämpfen. Inhaber des Titels ist Herr Albert Rübsamen, welcher denselben unter der Flagge des Straßburger Rudervereins vertheidigt, außerdem haben sich noch Ruderer auS Danzig, Hamburg, Berlin und Bonn angemeldet; letztere Herren gehören beide akademischen Rudervereinen an. DaS Amt des Schiedsrichters ist Herrn Jean Kirch über- tragen worden. ** Besichtigung der Feuerwehren. Herr KreiSfenerwehr- inspector Loos besichtigte gestern die Feuerwehren von Villingen, Nonnenrod und RöthgeS. Die Leistungen der Mannschaften waren befriedigend und theilweise sogar recht gut; die Ausrüstungen waren vollständig. *• Diebstahl. In der Nacht vom Samstag zum Sonntag wurde in das Wirthszimmer einer Wirthschaft der Bahnhofstraße eingestiegen, eine an der Wand befestigte Sammelbüchse des Waisenschutz-Vereins erbrochen und ihres Inhalts beraubt. Dem Dieb war der Weg in das Zimmer dadurch erleichtert, daß man ein Fenster während der Nacht hatte offen stehen lassen. Durchgänger. Gestern Morgen ging einem Milch- fahrer in der Westanlage daS Pferd mit Wagen durch. In der Nordanlage blieb das Gefährt an dem noch theil- weise auf der Straße stehenden Zaun des Turnfestplatzes hangen, ohne weiter erheblichen Schaden zu nehmen, noch angerichtet zu haben. Das erste Ehafsepot soll 1870 der damalige Jäger- Corporal Horn von Nackenheim ans dem Felde nach Darmstadt gebracht und dafür von Bierbrauer Hils-Eberstadt die Prämie mit 100 Gulden (171 Mk. 43 Psg.) erhalten haben. Horn besitzt daS Eiserne Kreuz und ist z. Z. Portier bei der LudwigSbahn in Mainz. *♦ Patent Erlheiluugen. Regelungsvorrichtung für Füll- \ Öfen, H. Bud eruS, Hirzenhain, vom 4. 10. 1894 ab. — Gebrauchsmuster. Nutzen-Roststab mit auf der Mittel- linie versetzten, auf spitzdachförmigem Längsstab aufgesetzten, nach außen geneigten Zähnen, die zwischen je zwei Stäben | einen geraden LängSspalt lassen, A. Röm Held, Friedrichs- Hütte b. Laubach, 31. 5. 1895. Holzfarbige Hülle für Schirme mit einer Stockzwinge und sich dem Schirmgriff anschließendem Bande, M. Levi, Gießen. ♦* Der Allgemeine Verband der deutschen landwiNh- fchaftlichen Genossenschaften (Anwalt: KreiSrath HaaS- Offenbach a. M.) hat die Genugthuung, daß seine Organisation auch außerhalb Deutschlands Anerkennung gefunden hat. Der 7. Kongreß der französischen VolkSbanken und I lanbwirthschastltchen Kreditgenossenschaften, abgehalten vom 12. bis 16. Mai d. I. in NimeS (Südfrankreich), hat folgenden Beschluß gefaßt: „Der Kongreß drückt 1. den rüftung, gegen bi' hiesige ist sie tadellos. Jetzt, wo man alles zu den Waffen ruft, stellt eß sich heraus, daß keine Waffen da sind, und man denkt factisch daran, einigen Mobilgarden alte Feuerstein-MuSketen in die Hand zu geben. Fünfzehn Cassepots per Compagnie sind vorhanden, und während 15 Mann damit exerciren, läßt man die anderen zur Belehrung zusehen. Niemand hat in den letzten zwanzig Jahren gearbeitet ober gelernt. DaS französische Kaiserreich wird aufgeryllt wie ein Stück Pergament. (Daily NewS.) Truppentheile die einzelnen Stücke, soweit sie nicht schon zur etatsmäßigen Ausstattung gehören und vorhanden feftlichkeiten eine Beihülse von 5 Mk. auS der Stadt» lasse zu gewähren. Vermißtes. • Fraukfurt a. M, 10. August. In der letzten Nacht ist die Maschinenfabrik von August Schick bis auf die Umfassungsmauern ntedergebrannt. Der Schaden be- trägt 100,000 Mark. Etwa 50 Arbeiter find brodloS geworden. * Berlin. 8. August. In dem Harmonika-Zuge Köln- Berlin hat sich gestern Abend der dreißigjährige Bremswärter Fritz Klausing das Leben genommen. Als ein Pasiagier deS Zuges fich, nachdem der Zug Rathenow pasfirt Hatte, m den Waschraum begeben wollte, sand er die Thür verschlossen, während ein lautes Hilferufen herauSdrang. Er benachrichtigte sofort den Zugführer, die Thür wurde gewaltsam geöffnet und man fand in einer großen Blutlache liegend den Bremswärter K. Er hatte sich mit einem Dolchmeffer die Kehle durchschnitten und die linke Pulsader geöffnet. Einen im Zuge weilenden Arzt bat der Unglückliche, der bei voller Besinnung war, ihn doch zu retten, da er fich übereilt das Leben habe nehmen wollen. Leider war eine Rettung um so weniger möglich, als der im Zuge befindliche Verbandskasten nicht in Ordnung war. Zunächst fehlte der Schlüffel, der erst gesucht werden mußte, und als endlich der Verbandskasten geöffnet war, befand fich in ihm weder Nadel noch Carbol. Als der Zug in Spandau einlief, wurde K. herauS- gehoben, verstarb jedoch bald darauf. Als Veranlassung zu der That wird angenommen, daß der BremSwärter eine größrreGeldsumme,die er verliehen,nicht wieder bekommen konnte. ♦ Berlin, 10. August. Mit den Worten: „Ade, liebe Mutter!" ist gestern im Süden der Stadt ern junges Mädchen vor den Augen seiner Mutter in den Tod gegangen. Die 11^/zjährige Tochter Selma des Maurers T. in der Mittenwalderstraße trug für einen Bäcker Frühstücksbrod an die Kunden aus. Seit dem 1. August wurde sie in dieser Beschäftigung durch einen Jungen ersetzt. Zu den Kunden gehörte auch eine Frau, die mit dem Bäcker wegen Bezahlung in Meinungsverschiedenheit gerieth, der Bäcker wollte noch eine Forderung von 4 Mk. haben, während die Kundin behauptete, diesen Betrag an die kleine T. bezahlt zu haben. Als nun gestern Nachmittag Selma das Haus der Eltern oerlaffen wollte, trat eine Frau, wahrscheinlich die Kundin auf sie zu und führte mit ihr ein Gespräch, deffen Inhalt man noch nicht kennt. Selma T. eilte nun die Treppe hinauf und alsbald hörte die Mutter zweimal den Ruf: „Ade, liebe Mutter!" Die Stimme ihres KindeS erkennend, kürzte die Frau auf den Flur und sah in dem Fenster ihre Tochter stehen, die sich noch an dem Fensterkreuz festhielt. Kaum hatte die Mutter den Angstschrei: „Selma!" ausgestoßen, als das Kind ihr nochmals den Abschiedsgruß zurtef, und auf den Hof hinabstürzte. Die Mutter eilte hinab in den Hof, wo sie das noch lebende Kind einem Hausbewohner, der eS aufgehoben hatte, abnahm, um in demselben Augenblicke mit ihm zusammen zu brechen. Ein Feuerwehrmann trug das schwerverletzte Kind in die Wohnung hinauf, wo es in den Armen der Mutter, die sich inzwischen wieder erholt | hatte, verschied. Unterhaltungen zu Bad-Nauheim in der Woche vom 13. August bis 18. August. Die Kurcapelle spielt täglich Morgens von 7—8 Uhr an dem Kurbrunnen, Nachmittags und Abends siehe unten, bei weniger als 10° R. Wärme im großen Speisesaale des Kurhauses. Dienstag den 13. August, Nachmittags von 5 bis 7 Uhr: Concert der Kurcapelle auf der Terrasse. Abends 8 Uhr im L>aale Tanz. Mittwoch den 14. August, Nachmittags von 5 bis 7 Uhr: Concert der Kurcapelle auf der Terrasse. Abends 8 Uhr im Saale: Theatervorstellung, zum Bortheile des Herrn Hellmuth-Bräm unter Mitwirkung der Kurcapelle. M-.tn Leopold. Donnerstag den 15. August, Nachmittags von 5 bis 7 und von 8 bis 10 Uhr: Concert der Kurcapelle auf der Terraffe. Don 8 bis 10 Uhr werden Tänze gespielt unff kann auf dem nordwestlichen Theile der Terrasse getanzt werden. Abends 8 Uhr im Saale: Zauber Vorstellung des Herrn Professor Bellachtni aus Marburg. Freitag den 16. August, Nachmittags von 5 bis 7 Uhr: Concert und von 8 bis 10 Uhr: Liedrr- Concert der Kurcapelle auf der Terrasse. Abends 8 Uhr im Saale: Theatervorstellung. Gastspiel des Herzog!. Sachsen-Meintngen'schcn Hoffchauspielers Herrn Otto Oßmarr. Der Schuß. Samstag den 17. August, Nachmittags von 4 bis 7 und von 8 bis 10 Uhr: Concert der Kurcapelle auf der Terrasse. Abends 8 Uhr im Saale: Concert von Frau Theresa Tosti-Panzer und Herrn Rudolf Panzer aus Parts. Sonntag den 18. August, Nachmittags von 41/» Uhr an Concert von der Capelle des Hessischen Husaren-Negiments Heffen-Homburg Nr. 14 aus Cassel. Lpirlpla» der vereinigten Frankfurter rtaüttheate Vper«ha«S. Dienstag den 13. August: Margarethe. Mittwoch ben 14. August: Obersteiger. Donnerstag den 15. August: Hänsel und Gretel. Hierauf: Coppelia 2. Act. Freitag den 16. August: Die Meistersinger. Samstag den 17. August: Hans Helling. Sonntag den 18. August: Der Prophet. Montag den 19. August: Die Fledermaus. Dienstag den 13. August: Romeo und Julia. Mittwoch den 14. August: CharleyS Tante. Vorher: Taube der Messaline. Donnerstag den 15. August: Madame Sans- iS kn e. Freitag den 16. August: Komödie der Irrungen. Samstag den 17. August: Der Metneidbauer. Sonntag den 18. August: Spielt nicht mit dem Feuer. Vorher: Die stille Wache. Montag den 19. August: Der Menontt. Witterung* am 12. August Mittags 12 Uhr (Wetterhäuschen in der Südanlage). —nn W •> e * U U W U V U w> W U U W U 0> U - 53 -J en Thermometer: min. 4- 11» R., max. + 21° R. Hygrometer: Trocken. Temperatur der Lahn und Luft nach Reaumur gemeffen am 12. August, zwischen 11 und 12 Uh: Mittag». Wasser 16*, i°, Luft 17^° im Schatten. Rübfamen'sche Bade- und Schwimmanstalt. Verkehr, Land- und Voik-wirthfchaft.. »rünberg, 10 August. Fruchtpretse. Weizm X 14,18, Korn X 13,82, Gerste X 00.00, Hafer X 11.96, Erbsen X 00,00, Linsen X 00,00, Wicken X 00,00, Lein ,* 00,00, Kartoffeln .* 6 00, Samen X 20,52. von Elton & Keussen, Seidenwaaren-Fabrik, CrefekL Leute, welche die empfindlichste Haut besitzen und deshalb in der Auswahl ihrer Seifen stets die größte Vorsicht beobachten, bezeichnen heute die Patent-Myrrholin-Setse als beste stiafirfeife da sie eine ganz eigenartige Schaumbtldung sowie die Eigenschaft besitzt, ein sammetartiges Gefühl auf der Haut zu erzeugen sie geschmeidig, elastisch und zart macht. Dabet ist der Dreis ein weitaus billigerer als derjenige der ausländischen Rafirscifen. Die Patent-Myrrholtn-Seife ist in allen guten Parfümerie- und Drogmn- Geschäften, sowie in den Apotheken ?c. ä 50 Pfg erhältlich und muß jedes Stück die Patent-Nummer 63592 tragen 6238 Buhe für 2 Pfennige erhält man vor Fliegen, Schnaken, Flöhen usw. durch „Dalrna". Für 2 Pfennige davon tobtet alle Fliegen utro. eines Zimmers, ber Küche oder Stallung in 3 Minuten unter Garantie. Für Menschen und Hausthiere unschädlich. Glas 30 u. 50 Pfg., dazu gehöriger Patentbeutel 15 Pfg. In allen Apotheken auf Lager. In Gießen in der Hirschapotheke. 5664 Hauswirrhfchaftliches. Wir erlauben uns, die geehrten Hausfrauen auf ein Waschpräparat aufmerksam zu machen, das sich als ein ebenso vorzügliches als bequemes Waschmittel bewährt und sich seit einer Reihe von Jahren tn tausenden von Haushaltungen ganz unentbehrlich gemacht hat. Es ist dieses das in unserem Annonccn-Theil erwähnte Dr. Thompson'sche Seisenpttlver. Man erzielt do mit blendend weiße Wäsche, auch obne Bleiche, und spart Zeit und Geld bei größter Schonung der Stoffe. Da bet dessen Anwendung das viele Reiben der Wäsche vermieden wird, so ist es einleuchtend, daß sie viel länger in gutem Zustande bleibt, als bei jeder anderen Wasch- methode. 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Zinks, Eichendorfs und Kleists Werke, sowie andere Sachen 2) 2 Pferde, 1 Pianino, 60 PW. Wolle, 65 wollene Westen, 10 vollständige Betten, 2 Sophas, 1 Commode, sechs Rohrstühle, 1 Büffet, 20 buchene Bohlen und sonst Verschieden s. Versteigerung ad. 1 findet bestimmt statt, ad. 2 theilweife. 6767 Born, Gerichtsvollzieher. Donnerstag den 15. d. M., Nachmittags 1 Uhr, wird bei dem Gemeinde-Vorsteher zu Niederkleen ein gut genährter Zuchtbulle öffentlich versteigert. Gr Rechtenbach, 10. August 1895. 6776_________Bürgermeister-Amt. Mein Lager in Spitzen aller Art, Hand- und Maschinen- klöppel, Tüll- und Spachtel, Lyoner und sonstiger Seidenspitzen rc., schwarz und weiß und in allen Breiten; sowie große Auswahl in Bändern, Sammeten, Seidenstoffen, Stickereien u. Stickereikleidern rc., in bekannter Güte und neuesten Mustern empfehle zu herabgesetzten, billigsten Preisen. 1809 L. Sahlfeld, Ludwigsplatz 14, Ecke Löberstr. landw. AnsSkllungs-lotterik in Giessen. Ziehung: 23. September. 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Ter algemeen naricht wordt hier- medo bekend gemaakt dat Dr. Carl lloepfner wonende te Duitschland op den 18'len fJag der maand Juli 1895 te mynen kantwe heeft gedeponeerd eene aanvrage voor een ootrooi voor bovengenoemde uitvinding met bybe- noorendo beschryving. __ Nademaal nu de gozegde Dr. Carl Moepfner my schriftelyk heeft kennis gegoren dat hy met dezo zyne aanvrage jenscht voort te gaan, heb ik bepaald, at alle bez waren daartegen mosten worden ingediend ten mynen kantore »oor vrydag den l"ten dag der maand •‘ovomber 1895 te 3 uro ’« namiddags, aarna de Staats-procureur den tyd der behandelmg zal bepalen. Ik roep daarom alle peraonen op, er gelang by hebben zieh te ver- zetten tegen het uitreiken van een ^,,O,OJbr,tifr/°Or ^cze8do a'tvinding aan 6 S $D Dr. Carl lloepfner om vdur genoemdon datum ten myne kantore te deponeeren een gesohrift, waarin zy hunne bozwaren ontwikkelen, daar zy anders uitgesloten zullen zyn, die voor te brengen. — 211uffler’s fterilisirte Kinbernabruncs Vo» den cdtm «utorjatrn als da« vaSkemrivntt« 02.35 3 Salon.-Mon. . 61.— 61.80 Darmst. Bank. 157.40 156.30 Donau-Reg. . 118.35 117.30 3' . Hamb.Lt. Rte. i Arg. inn. Anl. 58.75 57 80 1868 69 . . 102.75 IfsiDrirfe. Deutsche Bank 196.20 195.20 Cöln-Minben. 4 v. 1893 . . . -ess. 6t: CM. 103.60 106.20 103.60 106.20 4 7, 51 r bo. aufj.0.I888 (rhinesischeAnl. 51.— 107.20 50.60 107.20 4 bo.». 1874 . . bo.o.l 875/78 102.50 102.70 102.60 4 D. Srnbschutt- bank V—VI 105.10 105.— i Disci. - Comm. DreSbner Bank 220.30 166.10 219.70 163.90 1 Th. 100 Mabrib .... 142.— 142.20 3‘ 104.55 103.9 t 4 6 Egyptischeunif. Mexrc. v. 1890 105.30 91.75 bo....... — — . 102.15 4 37, bo. i-n bo....... M'Uelb. (5r Bk. 111.50 336 74 110.— 3363/8 Mein. Th. 100 Oesterr. v.1860 141 85 141.30 133.10 Ausländisch«. 105.20 91.95 79.15 <*A Homburger I. . PsLlzer Rorbb. —.— 100.80 101.30 100.80 101 30 Oest.Crb.-Anst. 5 132.70 6 Griech. E. B. v. 5 bo. Eisend. . 78.90 106.— 106.15 4 Fkf.Hyp-Bk. llk 101.75 104 85 |i)itrie4din 3 27, Olbenb. Th. 40 130.40 131.- 189U .... 33.30 33.21 3 do. Silber. . 25.65 26.05 HMiUnblfdK. 37, bo....... 101.60 10L60 Rorbb. Lloyb . 105.75 105g3 Raab-Graz 100 Türk. frs. 400 97.90 98.10 4 bo. Mon Anl. 38.10 38.- Elisab.-B. stfr. 103.35 103.10 4 bo. Hyp.-Creb. 102.30 102.30 L>öchsterFardw. 423.— 424.30 42.70 43.45 b Stal. 91tt. 6t Stalle «bl. siaschauOberb. 4 bo. 1905 unt. Bochumer Guß 160.20 158.70 9i>r|iisl. (sofr 8 1000—4000 bo....... 89.30 53.30 89.5t) 53.5t Franks. 0.1893 Darmst. 88 94 102.85 102.35 102.50 101.95 102.91 102.35 102.50 101.85 4 v. 1891 . . > Lombarbische . 102.70 102.60 8'/, S 27 6 28 ... 105.20 101.20 106.20 101.20 Dortm. Union. Telsenk. Brgw. 68.25 174.70 66.95 174 Ptr «rück te Wf AnSbacher fl. 7 48.50 48.30 4 Ceft.(8olb Rte. 103 70 104.- (3ie6en . . 5 Lombarbische . 72.60 72.60 V : Ltno.Creb.Bk. 103.40 103.40 Darpen. Brgw. 158.— 156.50 Augsburg , 7 27.20 27.10 C«st.6Ud.-Ate. 85.35 85.4 Main,. . . Oest. Staatsb. 118.70 118.90 4 Hamburg, vyp. 101.05 101.05 Der. Königs- u. Brschw.Thlr20 108.80 108.70 Oesterr Localb. verstaati. . Dffenb. o.1992 Wiesb. , 1887 bo....... 104 60 104.80 94.70 4 87, bo.unLb. 1900 bo....... 104 15 102.— 104.05 102.— Laura . . . ttfeBh.i^rtiei. 139.80 136.70 ,yinnlänb. , 10 Freiburg, f«. 15 8 84.10 84.1 C 104.50 102.80 104.50 102.80 102.20 101.75 3 bo.i.-yin.em. »5.20 29.50 29 30 VI, 8 Port 6t. «nl. bo....... 41 60 27.10 41.2 27.05 1 WormS ... lVonr.4 .... 105.80 101.55 3 3 do. IX. Em. . do. » 1885 . . bo. Era. dretz , 92.90 92.20 93.10 92.75 92.15 92.60 4 4 3' , Meur. Hyp. alte bo. neu 1 bo...... 100.65 104.60 101.50 100.55 104.30 101.50 HessLudwigSd. Esac. Agram . De». Staate 119.25 223.— SRI 119.20 MaUSnber, 10 Memingerfl. T Pappenh. , T 14.25 24 45 26 90* 14.20 24.50 a •'«.wvhou. a. vme^oa. —. Druck unb Verlag bei ©euhlWn Unw^ratS Buch. und Stfinbtutfcrei ch i-chegbas in tzen. _Z41UI34JS