Ur. 136 Der -ietzener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme dc» Montag». Die Gießmer A«miri-nvrLlter werdm dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Erstes Blatt. Donnerstag den 13. Juni Gießener Anzeig er Kemrat-Anzeiger. 1893 vierteljähriger Avonnemetttspreis r 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: ZchutstratzeKr.,. Fernsprecher 51. / Amts- und Anzeigeblutt für den Ureis Gietzen. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für de» folgenden Tag erscheinenden Nummer bi» Borm. 10 Uhr. Gratisbeilage: Gießener Kamilienbtätter. Alle Annoncen-Bureaux des In- und Auslände» nehme» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Aus den Verhandlungen der Zweiten Kammer der hessischen Stände. nn. Darmstadt, 11. Juni 1895. Die Zweite hessische Ständekammer trat heute Morgen um 10 Ahr zu einer nochmaligen Tagung zusammen, um über eine Reihe neuer Anträge, insbesondere aber über Recommunicationen der Ersten Kammer zu berathen. Nach Verkündigung einer Anzahl neuer Einläufe und Berichtsanzeigen tritt die Kammer in die Tagesordnung und nimmt zunächst die Antwort der Regierung bezüglich der Interpellation der Abgg. Schröder und Genossen, die Neu-Einführung von Abgangs-Prüfungen an den Großh. Realschulen betr., entgegen. Staatsminister Finger erwidert, daß diese Reifeprüfungen nach den Bestlmmungen der Preußischen Schulcommission festgesetzt worden seien, welche auch die Zustimmung des Reichstages gefunden haben. Die Regierung sei daher nicht in der Lage, an der Sache zu ändern, was von anderen Bundesregierungen und unter dem Vorsitz eines Regierungs- commisiärs angenommen worden sei. Abg. Schröder dankt der Regierung für die gegebene ausführliche Antwort. Dieselbe sei durch diese Bestimmungen in eine Zwangslage gekommen, waö zu bedauern sei. Hoffentlich lasse die Regierung die gegebene Anregung nicht unberücL sichtigt und suche die betreffenden Wünsche zu befriedigen. Hierauf tritt die Kammer in die Berathung des Antrages Osann u.Genossen,betr. dteVerstaatlichung derHessischen Ludwigsbahn. Die Antragsteller beantragen, die Großh. Regierung zu ersuchen: 1. die Verstaatlichung der Hessischen LudwigSbahn zu beschleunigen und, falls die Verhandlungen nicht zu einem befriedigenden Abschluß gelangen sollten, 2. die Großh. Regierung weiter zu ersuchen: alle hessischen Linien, zu denen der Staat vertragsmäßig berechtigt ist, sie zu erwerben, diese vom 1. Januar 1896 an zu erwerben und zu verwalten. Abg. Osann erklärt, daß die Veranlaffung zu dem Antrag die planmäßige Verschleppung der Verhandlungen durch die Hessische Ludwigsbahn-Verwältung abgegeben habe. Wer sehe, wie schleppend die Verhandlungen geführt würden, der müsse sich sagen, daß es so ohne bedeutende Schädigung des hessischen Staates nicht weiter gehen könne. Die Antragsteller hätten es daher für ihre Pflicht gehalten, die im Antrag enthaltenen Forderungen zu stellen, nachdem die hessische Regierung mit der preußischen Regierung ein Einverstäudniß in dieser Sache erzielt habe. Daß die Ludwigsbahn die Interessen ihrer Actionäre wahre, daraus könne man ihr keinen Vorwurf machen. Sache der Staatsregierung sei es aber, auch ihr gutes concesfionirtes Recht zu wahren und es nicht zum Sptelball von einer Anzahl interessirter Actionäre machen zu lassen. Er hat das Vertrauen zur Regierung, daß dieselbe den richtigen Weg und auch den richtigen Zeitpunkt finden wird, wo sie den schon so oft geäußerten Wünschen nach einer Verstaatlichung der Ludwigsbahn Rechnung tragen wird. Es müsse der Ludwigsbahn gezeigt werden, daß sie nicht den Zeitpunkt, der Uebernahme auf den Staat durch leere Verhandlungen hinziehen könne. Er sei auch für eine gütliche Auseinandersetzung mit einem so großen Institut wie die Ludwigsbahn; falls aber eine Einigung nicht erzielt werde, dann müsse das Staatsrecht in den Vordergrund treten. Abg. Schmidt-Mainz findet es eigenthümlich, daß der Antrag so spät, 36 Stunden vor der Verhandlung, eingebracht worden sei und daß man sich jetzt so rasch schlüssig machen soll. Diese Frage sei viel zu wichtig und erfordere eingehende Prüfung. Die Beschleunigung der Verstaatlichung der Ludwigsbahn hält auch er für erwünscht und deßhalb könne er auch für den ersten Theil des Osann'schen Antrags stimmen, umsomehr als das Hinausziehen der Verhandlungen schädlich für den Staat wirke. Was den zweiten Theil des Antrags anlange, so sei eö für ihn unfaßbar und in einem Rechtsstaat undenkbar, daß sich der Staat mit Gewalt in den Besitz einer Bahn setze. An und für sich müßte man sich dann schämen, wenn man den Grundsatz ausführen wollte, daß Gewalt vor Recht gehe. Die hessische Regierung habe der Ludwigsbahn noch gar kein Gebot bezüglich des Kaus- preises gemacht. Solange dies nicht der Fall sei, könne von Verhandlungen überhaupt keine Rede sein. Wenn dieser von 32 Abgeordneten gestellte Antrag von Socialdemokraten gestellt worden wäre, so hätte man dieselben sür die reinsten Anarchisten erklärt. Die Kammer würde durch Annahme des letzten TheilS des Antrags ins reinste Raubritterthum hineinkommen. Eine Wegnahme der Bahn würde ein Blamage für Hessen sein. Abg. Wolfskehl hält die Bedenken des Abg. Schmidt ' in letzterer Beziehung nicht sür so weittragend. Hier handele I es sich um Landesintereffen und diesen müsse man Rechnung tragen. Eine thunlichste Beschleunigung der Verstaatlichung liege im Interesse des Staates. Er hoffe aber auch, daß derselbe durch die Uebernahme in sinanzielle Schwierigkeiten nicht verwickelt werde. Daß die Uebernahme nur durch Verkauf geschehen könne, sei für Jeden klar, aber die Höhe des Kaufpreises sei nicht die Vorbedingung der Uebernahme. Preußen werde mit der Verstaatlichung ebenfalls nicht zögern, da augenblicklich die Zetten günstig seien. Der augenblicklich sinkende Zinsfuß komme dem Staat zugut. Bon Dankbarkeitspflichten fei er nicht durchdrungen, denn ihm bürge Niemand dafür, daß die zu übernehmenden Strecken denselben Ertrag liefern wie seither. Höchst wahrscheinlich werde man sich mit einem Reingewinn von 2 Millionen Mark verrechnet haben. Wenn die Ludwigsbahn erst StaatS- bahn sei, dann seien eine ganze Reihe von Wünschen zu befriedigen. Sei eine gütliche Einigung nicht zu erzielen, so sei der Staat concessionsmäßig berechtigt, gegen eine pflichtgemäße Summe die Bahn in Besitz zu nehmen. Abg. Wasserburg bedauert, daß sein gestellter Antrag wegen Einführung des directen Wahlrechts und Aufhebung des JesuitengesetzeS nicht so rasch zur Berathung gelangt sei, wie der heutige Antrag wegen der Ludwigsbahn. Dem zweiten Theil des Antrags könne er nicht zustimmen, weil er denselben sür ein Unrecht halte. Staatsminister Finger erklärt, die Regierung könne nicht so von der Leber weg reden, wie es der Abg. Wasserburg gethan. Was die von dem Abgeordneten angeführte Beschleunigung betrifft, so könne er nur sagen, daß die Regierung in den Anträgen des Abg. Wasserburg eine Beschleunigung dieser Frage nicht für nöthig halte. Der heutige Antrag gebe der Regierung die erwünschte Gelegenheit, sich über diesen Gegenstand auszusprechen. Es sei der Regierung ein großes Anliegen, auf gütlichem Wege zu einem Ziele zu gelangen- Es ständen jedoch den Verhandlungen mancherlei Umstände entgegen, insbesondere übertriebene Ansprüche hinsichtlich des Kaufpreises, welche nicht gerechtfertigt seien. Für die Actionäre seien für ihre Actien von 600 Mk. --- 900 Mk. gefordert. Auf solche Forderungen könne die Regierung doch niemals eingehen, ohne den hessischen Staat zu Grunde zu richten. Diese Ansprüche gingen weit über das Maß hinaus, was die Regierung als Preis zu geben in der Lage sei. Die Regierung werde eine anständige Entschädigung bieten, darüber hinaus könne sie nicht gehen. Wenn voq Opfern der Ludwigsbahn und von ihrem Verdienst um den Staat die Rede gewesen ist, so sei doch nicht anzunehmen, daß sie es nur „unter schönen Augen gethan habe." Die Regierung habe aber keinen stärkeren Wunsch, als daß man möglichst bald zu einer Verständigung mit der Gesellschaft komme. Sei dies nicht der Fall, so werde die Regierung von ihrem concesfionsmäßigen Recht Gebrauch machen. Er für sein Theil bitte nur, daß Jeder mitwirke, daß diese Angelegenheit in denkbar friedsamer Weise gelöst werde. Die Abgg. Metz-Gießen und Jöst sind gegen den zweiten Theil des Antrags. Ersterer stellt einen Antrag in Aussicht, daß bis zum Herbst 1895 die Regierung Vorlage machen soll. Finanzminister Weber gibt Aufklärungen über die ConcesfionSbedingungen und empfiehlt den Antrag ebenfalls zur Annahme. Nach erfolgter Abstimmung wird der erste Theil des Antrags einstimmig, der zweite Theil wegen des Zeitpunkts der Verstaatlichung der Ludwigsbahn am 1. Januar 1896 gegen 15 Stimmen angenommen. Neueste Wolffs telegraphisches Correspondenr-Bureau. Berlin, 11. Juni. Der Colonialrath beschloß heute, den Reichskanzler zu ersuchen, schon in der nächsten Session einen Gesetzentwurf Über die Auswanderung vorzulegen, in welchem die Besiedelung der deutschen Schutzgebiete besonders geregelt sei. Hierauf wurde berathen, ob und wie eine Regelung des Strafrechts und des Strafrechtsverfahrens gegenüber den Eingeborenen vorzunehmen sei. Der Colonialrath verneinte die Frage einer ins Einzelne gehenden Regelung für sämmtliche Schutzgebiete. Dagegen wurde eine Commission zur Untersuchung darüber gewählt, ob nicht bestimmte Grundsätze hinsichtlich der Verhängung der TodeSstrase und der bürgerlichen Strafen aufgestellt werden könnten, sei eß für alle, sei es für einzelne Schutzgebiete. Schließlich wurde ein Antrag angenommen, wonach die Regierung ersucht wird, für die Fortführung der Usambara-Eisenbahn eine Subvention zu gewähren. Hierauf wurde der Colonialrath vertagt. Berlin, 11. Juni. Der i„Reichsanzeiger" schreibt: Die landwirthschaftliche Preffe hat neuerdings unter Hinweis auf das Vorgehen des bayerischen Kriegsmintstertums gewünscht, daß Seitens der preußischen Militärverwaltung der Bedarf von Brodfrüchten und Fourage direct vom Producenten bezogen werde. Dies ist bisher schon geschehen. Die preußische Militärverwaltung ist seit Jahren bemüht, den unmittelbaren Verkehr mit den Producenten zu heben. Es sind mannigfache Erleichterungen bei der Aus- führung von Lieferungen zugestanden worden- das Ankaufspersonal ist auf Förderung von Ankäufen aus erster Hand fortgesetzt hingewiesen worden. Die Bildung von Lieferungsgenossenschaften ist in Anregung gebracht worden- die Entsendung von Ankaufscommissarien in die entlegeneren Pro- ductionsgebiete hat versuchsweise stattgefunden. Der directe Ankauf vom Producenten hat zugenommen. Im eigensten Interesse der Militärverwaltung liegt eS, den unmittelbaren Verkehr mit den Producenten zu pflegen. Dazu müssen die Landwirthe richtiges Derständniß entqegenbringen- die Anregung zur Bildung von Lieferungsgenossenschaften ist allgemein zu beachten. Madrid, 11. Juni. 12000 Soldaten deS Beurlaubtenstandes sollen unverzüglich ein beruf en werden. Depeschen deS Bureau „Herold^. Berlin, 11. Juni. Dem „Reichsanzeiger" zufolge wurde in der gestrigen Nachmittagsfitzung des Colonialraths die Vorlage, betreffend die Anstellung mohamedanischer Religionslehrer in den Regierungsschulen in Oftafrtka, berathen. Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg-Schwerin beantragte, den obligatorischen deutschen Sprachunterricht in allen Schulen des SchutzgebteteS einzusühren. Gegen die Anstellung mohamedanischer Religionslehrer sprach sich der Colonialrath aus. Bei der Berathung des ReichstagsbeschluffeS vom 22. Mai d. I., wonach ein Gesetzentwurf zur Beseitigung der Haussclaverei und Schuldknechtschaft unter den Eingeborenen dem Colonialrath zur Discussion vorgelegt werden soll, wurde beschlossen, die Frage einer Commission zur Berathung zu überweisen, welcher die Regierung das vorhandene Material vorlegen wird. Die Commission constituirte sich sofort nach der Sitzung. Berlin, 11. Juni. Im Abgeordnetenhause ist heute folgende Interpellation eingebracht worden: „Welche Maßregeln hat die Regierung ergriffen oder wird sie ergreifen, um die bet dem Prozeß Mellage zu Tage getretenen Zustände in privaten oder unter Leitung von Korporationen stehenden Jrren-Heilanstalten zu beseitigen und eine durchgreifende Beaufsichtigung dieser Anstalten herbeizuführen." Berlin, 11. Juni. Heute Mittag hat auf dem Neuen Markt die Enthüllung des Luth erd enkmals ftattgefunden. In Vertretung des Kaisers war Prinz Friedrich Leopold zugegen - ferner waren zahlreiche hohe Staatswürdenträger anwesend. Berlin, 11. Juni. In Bestätigung unserer heutigen Nachricht aus BreSlau schreibt die „Berliner Corresp.": Wie amtlich gemeldet wird, sind bet dem gestrigen Grubenj- brande auf „Antonienhütte" zwei Steiger und sieben Mann erstickt. Weitere elf Mann werden vermißt und sind wahrscheinlich tobt. Nachdem das Brandfeld etngedämmt ist, er- scheint die Gefahr beseitigt. Berlin, 11. Juni. Dem „Berliner Tageblatt" wird aus Petersburg über den Gesundheitszustand des Großfürsten-Thronfolgers gemeldet, daß derselbe an ausgesprochener Schwindsucht leide und nur noch einen halben Lungenflügel besitze. Der Aufenthalt deS Großfürsten in Algier habe sein Befinden noch verschlechtert. Kiel, 11. Juni. Heute Vormittag ist Hierselbst daS österreichische Geschwader auf der hiesigen Rhede ein- getroffen. Die anwesenden deutschen Schiffe gaben Salutschüsse ab. Auf dem österreichischen Flaggschiff wurde die preußische Nationalhymne gespielt. Breslau, 11. Juni. Nach einer Meldung des „Breslauer General-AnzetgerS" find in den schlesischen Ortschaften Langenbielau, Lampersdorf, Prausnitz, Schönhausen und Protzan am Eulengebirge heute Vormittag 9 Uhr 25 Min. schwache Erdst öhe verspürt worden. Ratibor (Oberschlesien), 11. Juni. Dem „Oberschlesischen Anzeiger" zufolge ist in dem Grenzdorfe Zaborze die Cholera ausgebrochen. Wien, 11. Juni. DaS „Wiener Extrablatt" meldet aus Newyork, daß in West-Virginien auf einem Frachtschiffe eine Nitroglycerin-Sendung explodirte, welche das Schiff, eine am Ufer stehende große Fabrik, zehn Wohn- Käufer und einen im Augenblick der Explosion vorüberfahrenden Dampfer zertrümmerte. Todte und Verwundere wurden über zweihundert constatirt. Wien, 11. Juni. Gestern Abend wurde in den Rosensälen eine von socialtstischen Arbeiterinnen abgehaltene Versammlung wegen aufreizender Reden von der Polizei aufgelöst. Auch die Versuche, die Demonstrationen auf der Straße fortzusetzen, verhinderte die Polizei. Paris, 11. Juni. Der„Siäcle" meldet, daß der Wortlaut des französisch-russischen UebereinkommenS einige Tage nach den Kieler Festlichkeiten veröffentlicht werden wird. Das Blatt glaubt zu wissen, daß Frankreich als Entschädigung für seine Intervention im japanisch-chinesischen Conflict die Pescadores-Jnseln erhalten werde und daß die chinesische Regierung den Franzosen helfen wird, die Räuberbanden daselbst auszurotteu. Paris, 11. Juni. Der „Eclair" bedauert die gestrige Debatte über die Interpellation wegen der Betheiligung an den Kieler Festlichkeiten und sagt, eß wäre besser gewesen, wenn die Debatte erst nach den Festlichkeiten stattgefunden hätte. Der „Gaulois" bedauert ebenfalls die Interpellation, weil die Kammer die Initiative der Regierung im japanischen Conflict gebilligt und die Reise des französischen Geschwaders nach Kiel gutgeheißen habe. Brest, 11. Juni. Das französische Geschwader dampfte heute nach Kiel ab. London, 11. Juni. Der Bürgermeister von PortSmouth ist officiell benachrichtigt worden, daß das aus neun Schiffen bestehende italienische Geschwader bet seiner Rückkehr von Kiel den Hafen von PortSmouth besuchen werde. Die Stadt wird dem Geschwader einen festlichen Empfang bereiten. London, 11. Juni. „Daily Telegraph" bringt eine Meldung, wonach die deutsche Regierung dem Sultan deutlich zu verstehen gegeben haben soll, in der Angelegenheit der armenischen Frage dürfe der Sultan nicht auf die Sympathie Deutschlands rechnen. Schwurgericht. W. Gießen, den 11. Juni 1895. (Fortsetzung.) In der Zeugenvernehmung bekundete Amtsrichter Land- m ann - Friedberg, daß die Angaben des heutigen Angeklagten über das Tatsächliche betreffs des Brandes in Ilbenstadt ihn veranlaßt hätten, denselben in Haft zu nehmen, seinen ihm angegebenen Motiven, weßhalb er sich selbst angebe, habe er mißtraut, der Selbstdenunziant habe nichts weniger denn einen reuigen Eindruck auf ihn gemacht. Landgerichts- rath Linken h eld-Gießen, der in dieser Sache als Untersuchungsrichter fungirt hat, berichtet, wie der Angeklagte, als er Zwecks Augenscheineinuahme nach Ilbenstadt verbracht wurde, dort ganz sicher aufgetreten und auf der Brandstelle genau Bescheid gewußt habe, so daß er überzeugt gewesen, dessen Angaben beruhen auf Wahrheit. Bürgermeister Veith von Ilbenstadt bekundet, daß der erwachsene Schaden auf 35* bis 36 000 Mk. sich belaufe. Die Scheuer werde von vier Parteien benutzt, darunter sei auch er. In der Ecke, wo er seine Vorräthe hatte, habe es zuerst gebrannt. (Dies stimmt mit der Selbstbezichtigung des Angeklagten überein.) Zeuge hat den Brand um 8 Uhr Abends zuerst bemerkt/ ob ein Thürchen der Scheuer offen gewesen, durch welches Möckel nach seiner ersten Angabe in den Raum gelangt ist, wisse er nicht. Einen Bettler habe er am Tage des Brandes nicht bemerkt, auch nicht gehört, daß ein solcher an diesem Tage in Ilbenstadt gewesen sei. Die andern Drei durch den Brand Geschädigten, Andreas Grix, Jacob Zwier und I. G. Werner können ebenfalls weiter nichts bekunden, bestätigen aber auch, am Tage des Brandes einen Bettler in ihrem Heimathsdorf nicht bemerkt zu haben. — Lina Frei aus Gießen, bis Anfang Februar in Darmstadt wohnend, bekundet, ihr sei bekannt, daß Angeklagter am 8. Januar aus dem Gefängniß entlassen, 5—6 Tage nach seiner Entlassung mehrere Tage bei ihr gewohnt habe, kann aber nicht sagen, daß er am 18. Januar noch in Darmstadt gewesen ist. Philipp- Velten, Wilhelm Schnabel und dessen! Ehefrau können auch nicht bekunden, ob eß gerade der 18. Januar war, wo Möckel ihres Wissens noch in Darmstadt weilte. August Metzger-Darmstadt, der Stiefbruder des Angeklagten, erklärt, Zeugniß ablegen zu wollen, und wird unvereidet vernommen. Zeuge giebt an, daß er dem Möckel nach dessen Entlassung aus dem Gefängniß behilflich gewesen, Arbeit zu bekommen, er habe dann auch mehrere Tage bei ihm gewohnt, doch sei er nach 5—6 Tagen nicht wieder gekommen, er glaubt, seinen Stiefbruder am Donnerstag, also am Tage vor dem Jlbenstädter Brande, noch in Darmstadt gesehen zu haben. Am Sonntag, also am 20. Januar sei dieser Abends betrunken in seine Wohnung gekommen, I um bei ihm zu nächtigen, doch habe er ihm damals die Thüre gewiesen. Bürgermeisterei-Secretär Schnell erklärt, deu I Angeklagten nicht zu kennen. Am 17. Januar Nachmittags I sei ihm mitgetheilt worden, daß in seiner Abwesenheit ein! Mann im Büreau gewesen sei, welcher sogenanntes Sträf- I lingsgeld habe erheben wollen/ er habe sich darüber verwun- I dert, weil solches Geld bei ihm nicht eingegangen. Am I 19. Januar Vormittags sei der Mann wiedergekommen und I habe inzwischen eingegangene Mk. 9,40 gegen Quittung gezahlt erhalten, ob der Angeklagte eß gewesen, wisse er nicht. Die I bet den Acten liegende Quittung ist mit Möckels Namen unterschrieben und vom Angeklagten abgegebene Schreib- I proben ergaben den Beweis, daß er thatsächlich am 19. Januar in Darmstadt auf der Bürgermeisterei das Geld erhoben hat. Zeuge Schnell bekundet noch, daß er sich vergewissert, daß Möckel, wenigstens nach den geführten Listen, in Darmstadt bei den sogenannten Nothstandsarbeiten mehrere Tage beschäftigt gewesen. Durch Vernehmung eines Zeugen, Schneider in Darmstadt, dessen Aussagen über diesen l Punkt verlesen werden, steht fest, daß dieser den Möckel am ' 17. Januar noch in Darmstadt gesehen hat. ES folgt nun die Verlesung der Strasliste, miß der hervorgeht, daß der Angeklagte, zuerst mit dem 14. Jahre einmal, im Ganzen dreimal wegen Diebstahl, einmal wegen Unterschlagung und als 16 jähriger Mensch wegen Brandstiftung mit 3 Jahren Gefängniß vorbestraft ist. ES wird hierauf das gegen den Angeklagten wegen Brandstiftung ergangene Unheil deS Landgerichts Gießen verlesen, woraus hervorgeht, daß derselbe 1890 seinem ehemaligen Pflegevater Hoffmann in Heuchelheim, sich von Frankfurt aus dort hin begebend, die ebenfalls gefüllte Scheuer angesteckt hat, und zwar, wie er angegeben, aus Rache, weil ihm derselbe Kleider einbehalten hatte/ wie das Urtheil aber annimmt und ausspricht, aus reiner Bosheit, aus Lust am Brennen. Auch damals hat sich der Brandstifter bei der Gießener Polizei als solcher bezeichnet. Es konnte damals nicht auf Zuchthausstrafe erkannt werden, weil der Angeklagte noch nicht achtzehn Jahre alt war, nachdem die Schuldfrage aus § 308 des Reichs - Straf-Gesetzbuches formulirt ist. Die Plaidoyers beginnen hierauf. Der Erste Staatsanwalt präcisirt zunächst alle gegebenen Momente der Strafthat selbst und geht dann dazu über, alle Momente der Beweisaufnahme den Geschworenen noch einmal vorzuführen, welche das zuerst gemachte Geständniß des Angeklagten voll und ganz unterstützen und für die Geschworenen es zweifellos machen müssen, hier der vor ihnen fitzende Angeklagte und Niemand sonst ist der Verbrecher. Ein Gewohnheitsverbrecher, hat er die That^begangen, ein solcher Mensch, der seinem Pflegevater, der ihm Wohlthaten erwiesen, daß Dach anstecke, der müsse so lange als möglich unschädlich gemacht werden. Die Motive, weshalb der Angeklagte sein Geständniß zurückgenommen, sie seien leicht zu finden. Die warme Maisonne und der damit erwachende Freiheitsdrang seien es, die den Angeklagten veranlaßten, das schöne Märchen zu ersinnen. Der Alibibeweis sei mißglückt, denn der Angeklagte habe nicht nachweisen können, wo er am 18., am Tage des Brandes, gewesen sei und wenn er am 19. Vormittags wirklich selber in Darmstadt das Geld erhoben, so gebe eS ja Mittel, so schnell von Ilbenstadt nach Darmstadt zu gelangen. Er bittet, daß Schuldig über den Angeklagten auszusprechen. Vertheidiger Herr Rechtsanwalt Kraft plaidirt auf Freisprechung, eß sei nicht erwiesen, daß überhaupt Jemand, geschweige denn der Angeklagte in Ilbenstadt am 18. Januar gebettelt habe und damit falle das Motiv der That, dessen sich sein Client bezichtigt habe. Der Vertheidiger weist aus der ersten protokollarischen Vernehmung in Friedberg und der heutigen Beweisaufnahme Momente nach, die es den Geschworenen klar machen müssen, daß der Angeklagte in Friedberg gelogen hat, allerdings sehr gut gelogen hat, dieses mußte der nicht dumme Mensch ja thun, um vom Richter damals in Haft genommen zu werden. In den ersten Tagen des März, es waren bitter kalte Tage, fehlte ihm ein Obdach, er hatte am Tage vorher die Brandstätte gesehen, da war es ihm leicht, dieselbe zu beschreiben. Der Vertheidiger hält den Alibibeweis auch für den 18. Januar geführt. Der Stiefbruder, der zwar nicht vereidet, aber doch glaubhaft sei, habe ausgesagt, fünf bis sechs Tage nach der Haftenlassung habe Möckel bei ihm gewohnt, nach dem war der Angeklagte mehrere Tage bet der Frei/ am 17. Januar ist er in Darmstadt nbch gesehen worden, er war auf der Bürgermeisterei, um sich die 9,40 Mk. zu holen / am 19. Vormittags hat er das Geld thatsächlich dort erhalten und darüber quittirt und fein Mensch wird glauben, daß der gänzlich ohne Mittel Gewesene nach Ilbenstadt geht, wo er nie gewesen, das er nie vorher gesehen, um am 18. Januar Abends eine Scheuer anzustecken und um dann noch in der Nacht nach Darmstadt einen Weg von 50 Kilometer zu laufen. Nach geschehener Replik und Duplik ziehen sich die Geschworenen, vorher noch die vom Vorsitzenden ertheilte Rechtsbelehrung empfangend, ins BerathungSzimmer zurück. Nach langer Berathung verkündet der Obmann Otto Kob elt- Alsfeld den Wahrspruch der Geschworenen, der die an sie gerichtete Schuldfragen bejaht. Erster Staatsanwalt Herr Dr. Güng erich beantragt hierauf, auf die höchste zulässige Strafe von 10 Jahren Zuchthaus zu erkennen und den Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf entsprechende Zeit auszusprechen. Milderungsgründe seien im vorliegenden Fall keine zu finden. Der Vertheidiger überläßt es dem Gerichtshof, die Strafe zu bemessen. Daß Urtheil ergeht dahin, daß der Angeklagte mit 6 Jahren Zuchthaus, Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte und Stellung unter Polizeiaufsicht zu bestrafen sei. Möckel erklärt, die Revision ergreifen zu wollen. W. Gießen, 12. Juni 1895. Heute Vormittag um 9 Uhr wird von den Geschworenen in die Verhandlung gegen 1) Johannes Lang II. Ehefrau und 2) gegen Johannes Wienold Wttw., beide aus Maar, eingetreten. Beide Angeklagte sind wegen Pfand- Veräußerung vorbestraft. Die zu 1) Angeklagte ist 24 Jahre alt, sie wird beschuldigt, im Interesse ihres Ehemannes, der Schmied, Landwirth und Wirth zu Maar war, Vermögensstücke desselben, nämlich Crescentien, Vieh, Wäsche, Leintuch verheimlicht und bei Seite geschafft zu haben, obzwar über dessen Vermögen der Concurs eröffnet war. Der zu 2) Angeklagten, Mutter der Frau Lang, 70 Jahre alt, wird zur Last gelegt, daß sie erdichtete ober theilweise erdichtete Forderungen im Concurse ihres Schwiegersohnes geltend gemacht habe. Die Anklage vertritt Herr Staatsanwalt Zimmermann. Die Vertheidigung führt Herr Rechtsanwalt Reh- Alsfeld. Als Zeugen sind 30 Personen geladen. Auf Antrag der Vertheidigung wird noch eine wettere Zeugin telegraphisch zu Nachmittag 4 Uhr geladen. Die Wittwe Wienold, die zuerst vernommen wird, hat vor 22 Jahren ihre Wirtschaft übergeben und angebliches Restkaufgeld, über das sie früher, wie sie behauptet, zum Schein Quittung ertheilt hatzur Masse angemeldet und zwar im Betrage von Mk. 257.40, ferner Darlehen aus den Jahren 1891/95 im Betrage von ca. Mk. 600.—, außerdem für Miethe her AuszugSftube Mk. 129.—, für Tapeten Mk. 31.—, rückständigen Auszug Mk. 1020.— , für Wolle Mk. 21.—. Außerdem hat die Angeklagte zur Maffe Naturalleistungen als nicht geleistet und noch zu leisten angemeldet und behauptet, diese Forderungen beständen sämmtlich zu Recht. Es wird der Uebergabevertrag von 1875 verlesen, woraus sich zum Theil die Forderungen stützen. Ferner wird ein zwischen Lang II. und dessen Ehefrau und der Wittwe Wienold beim Amtsgericht Lauterbach errichteter Vertrag vom Juli 1894, wodurch der alten Wienold alles Mobiliar, Frucht u. s. w. verkauft wird, verlesen. — Die Vertheidigung weist darauf hin, daß diese Urkunde nicht Gegenstand der Anklage bildet. — Die Ehefrau Lang II. setzt den Geschworenen auseinander, daß, was sie der Concursmasse ihres Mannes entzogen haben soll, theilweise Etgenthum ihrer Mutter gewesen sei, welches sie zwar zeitweilig in Ver- Wahrung gehabt. Das Leintuch und die Wäsche war für ihren Schwager in Darmstadt bestimmt und machte die Aussteuer von dessen Frau aus. Die Angeklagte bestreitet entschieden ihre Schuld. (Forts, folgt.) totales nnO prot>ht)itUes» Gießen, den 12. Juni 1895. ** Die in den Tagen vom 19. bis 22. September in Gießen stattfindende landwirthschastliche Ausstellung, welche ein Bild von dem Stand der Landwirthschaft im Großherzog, thum Hessen geben soll, wird eingekeilt in die nachverzeich- neten neun Abheilungen: 1) Thierhaltung: a. Rindvieh (mit Ausschluß des Mast- und Schlachtviehs), b. Pferde, c. Schweine, d. und e. Schafe und Ziegen, f. Nutzgeflügel. 2) Landwirthschaftlich-technische Gewerbe incL Molker eiwesen sowie darauf bezügliche Geräthe. 3) Pro- ducte des Pflanzenbaues: a. Ackerbau, b. Varten- und Feldgemüsebau, Conserven, c. Obstbau und Obstver- werthung, d. Weinbau. 4) Landwirthschastliche Hülfsstoffe: Krgft-, Futter- und Düngemittel, Streu- material. 5) Wissenschaftliches: a. Landwirthschast- liches Unterrichts- und Versuchswesen, Statistik und Buchführung, b. Culturtechnik und landwirthschastliches Bauwesen, e. Genossenschafts- und Versicherungswesen, d. Thierheilkunde, Hufbeschlag, Thierschutz. 6) Landwirthschastliche Geräthe und Maschinen (ausschließlich Geräthe für Molkerei, Bienen- und Fischzucht sowie Forstwirthschaft). 7) Bienenzucht und darauf bezügliche Geräthe. 8) Fischzucht und darauf bezügliche Geräthe. 9) Forstwirthschaft. — Die Ausstellung beginnt Donnerstag, den 19. September d. I. und schließt Sonntag, den 22. September. Für Pferde, Rindvieh, Schweine, Schafe und Ziegen beschränkt sich die- elbe auf die Zett von Mittag des 19. biß Mittag des 21. September. Die AusstellungArchume werden' in Oswald- Garten und auf den angrenzenden Grundstücken hergestellt werden. Die Thiere werden ohne Erhebung von Standgeld n zweckdienlichen gedeckten Hallen, auf besonderen Wunsch und Kosten der Aussteller Nachts in gemieteten Privatställen in der Nähe des Ausstellungsplatzes untergebracht. — Organe der Ausstellung sind ein Hauptcomite und fünf Unterausschüsse. — Die Ausstellungsgegenstände müssen biß um 15. Juli d. I. bet dem geschäftsführenden Ausschüsse n Gießen schriftlich angemeldet werden. — Ueber die Zu- assung zur Ausstellung entscheidet der geschäftssührende Anschuß, welcher den Ausstellern Nachricht über die Einlieferung der Gegenstände zugehen läßt. — Der Transport aller Auß- tellungsgegenstände geht aus Gefahr und Kosten des Aus- tellers, die Spedition der nichtlebenden Gegenstände, des Ge- lügels, der Fische und Krebse vom Bahnhof zum Ausstellungs- platz besorgen die geschäftsführenden Ausstellungsorgane. Jeder Sendung ist ein genaues Verzeichniß in doppelter Ausfertigung beizusügen. Verkäufliche Gegenstände bezw. Thiere find mit best mmter Preisangabe zu versehen. Bei Einlieferung von Thieren der unter 1) aufgesührten Gruppen a bis d hat der Aussteller eine amtliche Bescheinigung der betr. Bürgermeisterei aufzuweisen, daß in der Gemeinde, wo die Thiere gestanden, seit wenigsten- 3 Monaten kein Seuchefall vorgekommen ist. BöSarttge oder krank befundene Thiere werden von der Ausstellung ausgeschlossen. — Zuchtbullen werden nur zugelassen, wenn sie mit Nasenrtng oder Nasenzange versehen sind. — Für Gerüche und Maschinen wird eine Platzgebühr erhoben von 25 Psg. für 1 lUMtr. Boden- oder Wandfläche, von 50 Psg. in gedeckten Räumen. — Die Versicherung stimmt- licher Ausstellungsgegenstände gegen Feuer, die Vtehver- sicherung u. s. w. übernimmt der Finanzausschuß / das Auf. sichtS und Wartepersonal, das Streustroh, Wasser und allenfalls erforderliche ärztliche Hilfeleistung stellen die Ausstellungsorgane, dagegen bleibt Wartung und Pflege der Thiere Sache der Aussteller. Kühe sind wenigstens einmal täglich außzu- melken. — Zur Prämiirung preiswürdiger Ausstellungsgegenstände und sonstiger hervorragender Leistungen sind vorgesehen : Ehrenpreise, Geldpreise, Medaillen, Ehrendiplome. Jedes prämiirte Thier der Abtheilung I Gruppe a und b (Pferde und Rindvieh) erhält außerdem ein Halsband ober Schild. Zur Prüfung der ausgestellten Gegenstände und Entscheidung über die Preiswürdigkeit dersesben wird für jede Abtheilung und eventuell Gruppe ein besondere- Preisgericht aus bewährten Fachmännern gebildet, die nicht Aussteller in der betreffenden Abtheilung resp. Gruppe sein dürfen. Ausstellungsgegenstände können in allen Abteilungen nur einen Einzelgeldpreis erhalten / doch können sie außerdem noch in Collectionen und durch Ehrenpreise prämiirt werden. Die Preise (Ehrenpreise), ausgenommen für Zuchtthtere (Pferde, Rindvieh, Schweine, Schafe und Ziegen) werden bei Zuerkennung nur zur Hälfte ausbezahlt, bezw. mit dem Diplome übersandt/ die Ausbezahlung der anderen Hälfte beß Preisbetrags erfolgt (Unglücksfälle ausgenommen) erst nach einem Jahre durch den landwirthschaftlichen Provinzial Verein von Oberhessen, wenn das betreffende Thier nachgewiesenermaßen biß ^ahin zur Zucht im Großherzogthum verwandt worden ist. Abgesehen von Sammlungen wird das von Privaten angemeldete Rindvieh zum Wertbewerb nur zugelassen, wenn es mindestens 6 Monate im Besitz des Ausstellers war. Von Ausstellern selbst gezüchtete Threre erhalten bet gleicher Qualität den Vorzug vor angekauftem. — Die Bewilligung von Wegegeldern für preiswürdiges nicht prämiirtes Vieh bleibt den Bezirks Vereinen überlasten. Mit der Ausstellung ist eine Verloosung von in der Ausstellung gekauftem Vieh, iandwirthschastiichen und sonstigen Geräthen und Maschinen verbunden, wofür eine Summe bisUzu 30 000 Mark be- st mmt ist. ** 6tein8 Garten. Die Verhandlungen, welche bezüglich der Banda Municipale di Pratola Peligna gepflogen wurden, stad soweit zum Abschluß gelangt, daß dies ausgezeichnete Orchester auf seiner deutschen Kunstreise Gießen am 19. Juni berührt und in Steins Garten concertiren wird. Es dürfte interessiren, zu erfahren, daß der HeimathSort der Banda Municipale di Pratola aus den Abruzzen gleichzeitig der Geburtsort von OvidiuS Naso ist. ** Militär Souderzüge. Am Samstag, und zwar um 11V4/ IVa und 33/i Uhr trifft, von Castel kommend, das Hessische Feldartillerie-Regiment Nr. 11 mittelst Sonderzügen hier ein. Von hier aus erfolgt dann der Fußmarsch in die ui den.Nachbarorten bestellten Quartiere und von da am Montag nach dem Griesheimer Schießplatz. **P.A. 25jährige Erinnerungsfeier an 1870, zugleich Verbandsfest der Kriegerkameradfchaft „tzasfia". Veranlaßt durch Anfragen bezüglich der Erinnerungsfeter für 1870 in Darmstadt können wir mittheilen, daß die Kriegerkamerad-«tz schäft „Hasfia", also nicht nur die einzelnen Vereine, sondern auch der Landesverband Mitglieder hat und neue Mitglieder aufnimmt. Es gibt demgemäß Einzel-Mitglieder der „Hasfia", welche keinem specielleu Verein des Verbandes angehören. Es empfiehlt sich jedoch mehr den Anschluß an einen örtlichen Kriegerverein zu suchen. Vorausgesetzt wird, daß der An- meldende als Einzel- oder Vereins-Mitglied sich zu dem Grundsätze der Statuten bekennt: „Für Kaiser und Reich, für Fürst und Vaterland!" Die Anmeldungen für Einzel-Mitglieder nimmt Herr Dr. Vogt, Landtagsabgeordneter und erster Schriftführer der „Hassia" in Butzbach, entgegen. Heppenheim, 9. Juni. Zu Ehren des von hier nach Gießen übersiedelnden Kreisarztes Herrn Dr. Haberkorn fand SamStag Abend im Saale des „Halben Mond" ein \ AbschtedSeffen statt. Die Herren Kreisrath v. Grancy, Kreisarzt Dr. Heumann, der Schriftführer des Krieger- Vereins, Herr Wolff, widmeten dem Scheidenden warme Abschiedsworte. Herr Dr. Haberkorn dankte in bewegten Worten für daS ihm während seiner hiesigen Thätigkeit von allen Seiten entgegengebrachte Vertrauen, wie für die ihm von Seiten der Behörden gewordene Unterstützung und brachte auf das Wohl der Stadt und des Kreises Heppenheim ein dreifaches Hoch aus. Univerfitäts - Nachrichten. Jena, 11. Juni. Geheimrath Franz von Ried, früher hervorragender Chirurg, ist gestorben. "Wöchentliche Ueberstcht der Todesfälle in Gießen. 23. Woche. Vom 2. Juni btS 8. Juni 1895. Einwohnerzahl: angenommen zu 22 400 (tncl. 1600 Mann Militär). SterblichkettSztffer: 23,21°/« bezw.16,25 nach Ausschl. der Ortsfremden. Kinder ES starben an: Zusammen: Erwachsene: l.L im vom ebenSjahr: 2.—15. Jahr: Lungenschwindsucht Tuberkulose anderer 1 (1) 1 (1) — — Organe Angeborene Lebens- 1 (1) 1 (1) — — schwäche 1 — 1 — Neubildungen Nicht angegebene 1 1 — — Krankheiten 6 (1) 4 (1) 1 1 Summa: 10 (3) 7 (3) 2 1 . Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an; wie viele der Todesfälle in der Betreffenben Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Vermehr, €anb* unb VolkrwLrthfchaft. Frankfurt a. M., 12. Juni. Der vorgestrige Hauptmarkt im stäbtifchen Viehhof war mit allen Viehsorten gut befahren. Es standen zum Verkaufe: 506 Ochsen, 65 Bullen, 644 Kühe, Rinder und Stiere, 186 Kälber, 166 Hammel und 795 Schweine. Aus Oesterreich waren 96 Ochsen und 2 Kühe vorhanden. Die Preise für Hornvieh waren durchgehends um eine Kleinigkeit billiger: Ochsen erster Qualität 63 bis 66 Mk., zweiter Qualität 57 bis 61 Mk, Bullen erster Qual. 54 bis 56 Mk, zweiter Qual. 50 bis 52 Mk., Kühe, Rinder und Stiere erster Qual. 57 bis 59 Mk., zweiter Qual. 46 bis 52 Mk für 100 Pfund Schlachtgewicht. Die übrigen Viehsorten hielten die seitberigen Preise: Kälber erster Qual. 73 bis 78 Pfg., zweiter Qual. 63 bis 68 Pfg., Hämmel erster Qual. 62 bis 64 Pfg., zweiter '■ Qual. 58 bis 60 Pfg., Schweine erster Qual. 49 bis 50 Pfg., zweiter Qual. 47 bis 48 Pfg. für daS Pfund Schlachtgewicht. Wittern tt 6» am 12. Juni Mittag« 12 Uhr (Wetterhäuschen in der Südanlage). Barometerstand. —nn rm U U nn U W MW nn nn nn nnrnn nn ■ M 0* u» u* o* U* | u* o* 68 691 71 72 73 kl 75 76 LL Thermometer: min. 4- IO1 R., max. 4- 15° R. Hygrometer: Trocken. ff L 3 ff 9 & 0 s «1 Ä i 1 aa S * s N 8, V ff Witterungsbericht vom 11. Juni. Von der Hauptdepression im Norden des Erdthetls, welcher über der südlichen Ostsee ein Thetlmtnimum vorgelagert ist, erstreckt sich heute eine Furche niederen Druckes durch Central-Europa nach dem Mittelmeerbecken. Rur über der schwäbisch-bayerischen Hochebene war heute Morgen noch ein kleiner Rest relativ hohen Druckes vorhanden. Der Kern des barometrischen Maximums, welcher gestern über Irland lag, hat sich südwärts bis vor den Canal verschoben und an Intensität noch etwas zugxnommen. Dabet ist jedoch das Barometer am Rande des Maximalgebietes, d. b. über Weftfrankretch noch etwas gestiegen. In Central-Europa selbst treten noch immer verschiedene kleine Tbettminima aus. Dieselben haben auch gesteln wieder in Süddeutschland zu zahlreichen Gewittern Veranlasiung gegeben. Heute Morgen war auf dem genannten Gebiete daS Wetter meist trübe und fielen stellenweise Niederschläge. Im Norden Bayern« waren die Temperaturen etwas tiefer als gestern, im Süden dagegen zeigen sie wenig Veränderung. IBorauSstchtliche Witterung» Zunächst noch keine wesentlichen Aenderungen. Temperatur der Lahn und Luft nach Reaumur gemessen am 12. Juni, zwischen 11 und 12 Uhr Mittags Wasser 17°, Luft 16° im Schatten. Rübsamen'sche Bade- und Schwimmanstalt. ooooooDaoaoöooooooaaoQaaQaoQaa 5 Buxkin, Kammgarn u. 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Direktion der Oberhessischen Eisen- ________________bahnen.____________5211 Montag den 17. Juni, Nachmittags 2 Uhr, werden Marburgerstratze (Heiner Schwarzlachweg) die zum Nachlaß des H. Kammer gehörigen Mobilien, bestehend in: Betten, Tischen, Stühlen, Kleidrr- schrank, Kleidern und sonstigem Hausgeräthe versteigert. Im Auftrag: 5203 K. Hoffmann. SM. WMhlllls. Freibank. [5218 Heute und morgen: Schweinefleisch nicht labenretn, pr. Pfd. 40 Pfg. ollen Sie «in vorzüglichstes, erstklassiges, englisches -- I895r ■ ■ — Pneumatic- • Cycle unter Garantie unb erstaunlich billig? MF" Proberad zur Ansicht bet Job. Fr. Schaaf, _______Diezftrahe 13. 520s 5215] Schreibpult (AUerthum) zu verkaufen. Waltthorstratze 58. Wermietstungen. 5213] Freund! Wohnung m. all. Zubeh. (Wasserl ) zu verm. Wallthorstr. 18. 5207s Zu vermiethen: Logis mit ober ohne Werkstatt G. Räder, Photograph, Diezstraße 4. Akademischer Gesangverein. Freitag den 14. d. M. erste Probe für das Universttäts- Stiftungsfest am 1. Juli b. I. [5149] Der Vorftgnd. Mit bieser Probe wird die übliche General-Versammlung zum Zweck der Rechnungsprüfung und der Beamtenwahl verbunden werben. Gießener Radfahr-Verein. Sonntag, den 16. Juni: Feier des iOjahr. Stiftungsfestes mit Wezirks-Straßen-Wettfahren. 9 Uhr: Empfang der auswärtigen Vereine mit Musik. 11 „ Früheoneert, Rest. Elges (Garten). 3 „ Corso durch die Stadt. 5 „ Beginn des Wettsahrens. Von 4 ab: Coneert, Tanz und Volksbelustigung auf dem Festplatz (Schützenhaus). Eintritt ?um Frühconcert 20 Ps, zum Feflplah 30 Pf. 5178_____________________________Der Vorstand. Meine Samen! Dieses Recept zu Dr. Oetker'S Backpulver bitte auszuschnetben und aufzubewahren. Kuchen mit Dr. CetleBackpulver gebacken schmecken vorzüglich, b kommen gut und mißlingen niemals. No. 2. Topfkuchen. 2K0 «ramm Butter und 200 Gramm Zucker rühre man recht schaumig; zerschlage 7 Eier mit 1 Achtel Liter kalter Milch und rühre dieses nach und nach mit 1 Pfund Mehl unter die Butter. Wenn Alles recht innig mit einander ver- . Kunden ist, füge man 100 Gramm Coriuthe«, 100 Gramm Rosinen, 50 Gramm Suecade hinzu und zuletzt das Abgeriebene von 1 halben Citrone. Man streue jetzt für 10 Pfg. Dr. Oetker - Backpulver darüber, ziehe es leicht durch die Masse, fülle den Teich in eine mit Butter ausgestrichene Form un) backe den Kuchen bei mäßiger Hitze in ungefähr anderthalb Stunden. Wer diesen ihidjen bacft, wird sich über Geschmack und Schönheit wundern. Feinster Kaffeekuchen und in allen Gesellschaften sehr beliebt. Dieses vorzügliche, von Dr. A. Oetker erfundene Backpulver ist in feineren Eßwaarengeschätten vorrätbig. 1 Päckchen genügt für 1 Pfund Mehl und kostet nur 10 Pfg. Bewährte Recepte, hunderttausendfach erprobt, liegen bei. Sollte es irgendwo nicht vorräthtg fein, so versende ich nach Einsendung von 1 Mk. in Briefmarken lOPäckchen mitRecepten franco. Verlangen Sie stets Dr. Oetker's Backpulver, e8 ist das Beste. Dr. A. Oetker, Bielefeld. Vorräthig bei: Gebr. 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Ariadne Dteeple-Chase Preis Mk. 1400. Distance 3500 Meter. Grofter Preis von Frankfurt (Steeple - Chase). Preis Mk. 10,000. Ehrenpreis Sr. Kgl. Hoheit des Grossherzogs von Hessen. Distance 5000 Meter. Totalisator für I. Tribüne im Betrieb. 1. Tribüne Mk 7—, Damenkarte Mk. 4—, 2. Tribüne Mk. 2.—, 3. Platz Mk. 1.-, Stehplatz 50 P^g., Wagenkarte Mk. 5—.4994 ooooooooooooooooooooooooo S o O Vortheilhaftester Einkauf o 2 e [ammtliche • ö O Bürstenwaaren, Seifen, O O Parfümerien und Toiletteartikel. O o A. Welz, O o 4072 Ecke Lindenplatz'Wallthorstraße. Q ooooooooooooooooooooooooo Vermischte Anzeigen. Gießener freiw. Feuerwehr! Freitag, 14. Juni, Abends 8V2 Uhr, im Thurmhaus am Brand: Besprechung über den Besuch des Feuerwehrtags in Lollar. Der Vorstand. Ohne Uniform. 5212 ßpQIirht für Ende Juni zwei UüdULUl große leer von Wiesbaden nach Gießm zurückgehende Möbelwagen, ß Offerten in der Exped. d. Bl. abzugeben. 5200] Von einer alten, deutsche« Feuerversicherungs-Gesellschaft wird thätiger Agent 1 ßCfl. lohnende Vergütung gesucht Off. - nter Z. E. 901 an Haasenstetn & Vogler, A.«G., Frankfurt a. M. heute Nachmittag 3 Uhr sanft entschlafen ist. Giessen, den 11. Juni 1895. Namens der Hinterbliebenen: Heb. Vogt. Die Beerdigung findet Donnerstag den 13. Juni, Nachmittags -5 Uhr, vom Sterbehause, Südanlage 19, aus statt. Todes-Anzeig©. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten machen wir hierdurch schmerzerfüllt die Mittheilung, dass unsere liebe Schwester, Schwägerin und Tante Frau Minna Keil S Ä!."A I «W Wiwftlta 5197 Schaefer, Confectton. sofort gesucht 5153 Heinrich Schäfer, Annerod Worms unk. b. 1901 4% 3Vi°/d Frkf. Hyv. 4o/o DartscheGrds Cred. V. Wh bto. MugecßeißigkrHallsbursihe findet dauernde Beschästigung. 5142 Bäcker Ali«. Darmst. Bk.-Acttm 343.7b BilletS im Vorverkauf find im 102.00 102.10 20.38 4.16 20 Engl. Sovereigns Dollar» trr «old 30/0 Oesterr. Staatsbahn o. 1885 3°/o Jtal. staatSgar. Eisenö. 37b °/o Frankfurter Hyp. Bk. 3Vi°/o Deutsche ReichSanl. 3% Preuß. Eovfols Wh Gr. Hefstfchc Obl. 4°/o Stadt Darmstadt v. 1891. Geld fort en Geld 16.18 l Franz. Banknoten 91.90 4o/o Etfenb. R-ntenb. Obl. 54.30 5<>/o BuderuS Obl. »rief 16.22 20.42 4.20 » “ aä -x - --------> ! von 11 Uhr Vormittag« ab zu Frau Hfittenberger, SelterSweg 67. haben. theile ich ergebeuft mit, daß ich vor wie nach bei Sterbe zahlen 1. Platz 60 H, 2. Platz 40 Gallerte 25 5206 «»endeonrfer 159.001 Oesterr. Credit-Acttm W. Immans Grand Specialitäten-Cireus MF Heute Donnerstag: "WS Große FkßoorstetiuW Anfang Nachmittags 4 Uhr. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme bei dem Hinscheiden unseres innigstgeliebten Herrn Carl Caemmerer, Musiklehrer, sowie für die Begleitung zu seiner letzten Ruhestätte, die trostreiche Grabrede des Herrn Pfarrer Dr. Grein, seinen Herren Collegen für den ergreifenden Choral nm Grabe und für die reichen Blumenspenden sagen wir unfern innigsten Dank. 5216 Me dauernden Hinterbliebenen. Ein tüchtiges Mädchen, 2 t Jahre, vom Lande, in allen weibl. Arbeiten er- sahren, mit guten Zeugn., wünscht zum 1. Juli Stelle in g. bürgerl. Hause eo auch als Derkäuferi«. Off. unt. s. 864 an Haasenfiein & Vogler V'G., Marburg. [5199 fällen die Commissionen besorge und als Marschall bei Beerdigungen sungire. Friedrich Berg, 4896 Kaplaneigasse 11. 101.60 3'/s°/oH»mbrgr.Hyp.Bk.unk.b.l905 102.(0 101.20 3«/80/gPreuß.Hyp.A.Bk.unkch.!905 101.50 Ich B.unk.b.1904 105.00 4o/o Pomm.Hyp.A.Bk.unkch.1904 105.50 101.20 47,0/0 Franks. Landw. Cred. Bk. 103.10. 5186] Ein älteres Mädchen, welches selbstständig kochen kann, wird gegen , w hoben Lohn zu einem Herrn nach aus- Büreauxwagen Ro. 1 des Circus warts gesucht. Näheres durch ‘ -- --- — Gruße Galn-Norstellung mit abwechselndem Programm. Auftreten -es gesäumt. KSnstterpersormls. In jeder Hauptvorstellung Auftreten des Direktor Immans mit seinen Prachthunde«. Preise der Plätze r Loge 2.50, Sperrsitz (nummerirt) JL 1.75, 1. Platz JL 1.20, 2. Platz 80 Gallerte 50 H. Kinder unter 10 Jahren und Militär vom Feldwebel abwärts 5204] Ein kräftiges, gewandtes Lausmädchsn gesucht Frau Dr. Haberkor«, Moltkestr. 5. 5217] Eine Lausfra« oder Mädchen wird gesucht Goethestratze 34, n. 5210] Gesucht werden Mädchen für Küche und Hausarbeit auf sofort. Näheres bei Frau Müller, Teufelslustgärtchen 26. Fahrpreis 10 Pfg. Bo« «nd nach dem Bahnhof. Fahrpreis 10 Pfg. 6 Uhr Morgens. Omnibns- Verbindung 10 Uhr Slbendö. von und nach dem Schiffenberger Wald Sonn- und Feiertags Nachm. 2" alle 20 Min. < Fahrpreis Werktags Nachm. 3 und 3« \ 20 Pfg. 1 An Wochentagen Fahrkartenoorverkauf bei A. & »♦ Wallenfels (Telephon 46). Dritf Geld 8110 168 25 4.15 Todes-Anzeige. Nach langem Leiden entschlief heute Morgen 73/2 Uhr unser innigst geliebter Sohn, Bruder, Schwager und Onkel August Seifert im noch nicht vollendeten 32. Lebensjahre, was wir hiermit tiefbetrübt Verwandten und Bekannten anzeigen. Giessen, Altenkirchen, Leipzig, den 12. Juni 1895. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Freitag den 14. Juni, Nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause, Neuen Baue 5, aus statt. Coursbericht nen J.Kurz & Co., Giessen, Sahllhofßratzk M. Frankfurter Börse vom 11. Juni 1895. TWigk Mlimer. 10—20 tüchtige Maurergesellen und Handlanger finden dauernde Beschäftigung. Heinrich Rin« V., Maurermeister, 5068 H e « chelheim. 5202] Ein Spenglerlehrling gesucht. __________ Ehr. 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