Nr. <35 Der Hkßener Anzeiger erscheint täglich, Mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener N«mttienvkät1er werden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal beigelegt. Erstes Blatt. Mittwoch den 12. Juni Mchener Anzeiger Keneral-Mnzeiger. 1898 Vierteljähriger AvounementspreiAr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezöge» 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Kchukgraße Ar.7, Fernsprecher 51. Aints- und Anzeigeblcrtt für den Kreis Gieszen. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für de» folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Norm. 10 Uhr. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehme» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Schwurgericht. W. Gießen, den 11. Juni 1895. Um 9 Uhr eröffnete Herr Landgerichtsrath Hellwig die Sitzung. Nach Ausloosung der Geschworenen wird in die Verhandlung gegen Johann Heinr. Möckel, Tagelöhner, ohne Wohnsitz, wegen Brandstiftung eingetreten. Die Großh. Staatsbehörde vertritt Erster Staatsanwalt Herr vr. Günge- rich. Die Vertheidigung führt Herr Rechtsanwalt Kraft. Es find zwölf Zeugen zu vernehmen. Bet der vorgenommeuen Vereidigung der Geschworenen wird bei einem derselben, der erklärt Menonit zu sein, von der üblichen Bekräftigung, die Pflichten des Geschworenen getreulich zu ersüllen, abgesehen, derselbe gelobt dies durch Handschlag. — Der Angeklagte, ein wegen Diebstahl, Unterschlagung und Brandstiftung vorbestrafter Mensch, erklärt, er habe die ihm zur Last gelegte That nicht begangen, fich in Friedberg am 6. März 1895 beim Amtsgericht nur gemeldet, weil er wunde Füße hatte, auch ohne Obdach war und nicht weiter konnte. Es dreht fich um den am 18. Januar 1895 in Ilbenstadt vorgekommenen Scheunenbrand in der Besitzung des Grafen Leintngen'Westerburg. Der Angeklagte erklärt, am Tage des Brandes in Darmstadt geweien zu sein. Angeklagter erzählt, wie er die Kreuz und Quere herumgewandert und dabei unterwegs von einem Reisenden gehört habe, daß wegen der Entdeckung des Brandstifters eine Belohnung von 600 Mk. ausgesetzt sei. Angeklagter hatte vorher die Brandruine in Ilbenstadt gesehen und zwar von der Straße aus etwa 20 Schritte davon entfernt. Dieselbe hatte vier Thore. Er hat dem Richter in Friedberg alles Mögliche mitgetheilt, wie er den Brand angelegt und die Stelle, wo dies geschehen, sehr genau bezeichnet, daß diese Angabe mit der Thatsache übereinftimmr. Angeklagter will sich es ganz genau vorher überlegt haben, was er dem Amtsrichter sagen wollte. Angeklagter will sein Geständniß, nachdem ihm die Anklageschrift zugestellt war, lediglich widerrufen haben, weil er eS fich anders überlegt habe, um nicht unschuldig die hohe Zuchthausstrafe zu erleiden. Aus dem zur Verlesung gebrachten ersten Protokoll des Amtsgerichts Friedberg geht hervor, daß Angeklagter als sämmtlich bewußtlos waren. , । Budapest, 10. Juni. Der Staatssecretär VoeroeS n | empfing gestern eine Deputation von 30 Postbeamten und versprach denselben, den größten Theil ihrer Forderungen zu bewilligen, weshalb der Dienst heute wieder ausgenommen Im Laufe der verfloffenen Woche kamen zehn neue Hai- duken-Morde vor- in Szagubitzsa wurden fünf Personen auf einmal niedergemetzelt. Die Behörden sind ohnmächtig, weil die Bevölkerung ihnen jede Unterstützung versagt. Die Blätter bringen verzweifelte Artikel, welche die Zustände den heutigen rechtlosen Zuständen des Landes zuschreiben. Köln, 10. Juni. Auf die Begr.üßungSdepesche der Hauptversammlung der deutschen LandwirthschaftSgesell- schäft sandte der Kaiser ein Telegramm, in welchem er den wärmsten Dank für den HuldigungSgruß aussprach und betonte, besonders erfreulich fei ihm der Ausdruck des Vertrauens in seine Bestrebungen zur Hebung der Landwirth- schaft, deren Förderung ihm allezeit am Herzen liege. Das Telegramm schließt mit den Worten: „Möge auch der treuen Arbeit der Versammlung Gottes Segen nicht fehlen!' Herzog Wilhelm von Württemberg sprach telegraphisch seinen Dank und feine Bereitwilligkeit für die Uebernahme der Pra- fidentenwürde der Gesellschaft für 1895/96 aus. Breslau, 10. Juni. In den oberschlefischen Kohlenbergwerken ist durch eine Explosion ein Grubenbrand entstanden, während sich 500 Mann in der Grube befanden. Bisher konnten nur 40 zu Tage gefördert werden, welche Motiv seiner Selbstdenunziation angegeben hat, sein Gewissen laffe ihm keine Ruhe, er sehe sich von Polizeibeamten ver- folgt, er wisse zwar, er bekomme für seine That eine schwere Zuchthausstrafe, als Motiv aber, weshalb er das Feuer angelegt, giebt er an, er habe in Ilbenstadt gebettelt und nur ein Stück Brod erhalten, aus Aerger und im Zorn hierüber habe er die That begangen, es sei ihm egal gewesen, wem das Gebäude gehöre. In dem Protokoll sind sehr detaillirte Angaben über die Lage der Scheuer, über die Art, wie und wo der Brand angelegt und wie der Brandstifter in diese gelangt ist. Ebenso hat der Angeklagte bei der Augenscheinnahme den Herrn Landgerichtsrath Linken» Held an den Ort geführt, wo der Brand entstanden tst. Angeklagter erklärt, wenn seine Angaben stimmen, so sei dieses der reine Zufall. - Thatsache ist, daß Angeklagter zuerst in Friedberg ein falsches Datum angegeben hat, als dasjenige, an welchem es in Ilbenstadt gebrannt, auf Vorhalt des Richters jedoch zugegeben hat, es könne auch an einem anderen Tage gewesen sein. (Forts- folgt-) CoroU» rrird Lror> irrzielles. Gießen, den 11. Juni 1895. *» Provinzialausschuß Sitzung. Samstag den 15. Juni d. I., Vormittags 9 Uhr beginnend, findet im Regierungsgebäude dahier eine öffentliche Sitzung des Provinzial- ausschuffes der Provinz Oberheffen statt, in welcher folgende Gegenstände zur Verhandlung gelangen: 1. Die Anlage von Canälen in Hungen- hier: den Erlaß eines Polizeibefehls gegen Jacob Sulzbach daselbst. 2. Klage deS Ortsarmenverbandes Neuwiedermuß gegen den Ortsarmenverband Von- hausen wegen Unterstützung der Familie des Friedrich Bläser zu Neuwiedermus. 3. Klage deS Heinrich Gönner II. und Genossen in Rmderbügen wegen Verweigerung von Loosholz- hier: Beschwerde gegen den Beschluß des Gemeinderaths von Rinderbügen vom 21. Februar 1894. ** Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung Donnerstag den 13. Juni 1895, Nachmittags 4 Uhr: 1. Gesuch des H. Schaumberger um Erlaubniß zur Herstellung einer Ueberfahrt an den Rodtgärten. 2. Degl. des JohS. Fischer zur Legung von Cement- röhren in den städtischen Fluthgraben am Schiffenbergerweg. 3. Gesuch des Braunsteinbergwerkes um Erlaubniß zum Bauen einer Schmiede. 4. DeSgl. des Theodor Brück zur Aufführung einer Veranda an seinem Hause Schloßgaffe- Brandplatz. 5. Baugesuch des Carl Berg für die Waagen- ! gaffe. 6. Herstellung eines Freibades an der Lahn. 7. Be- ! Nutzung des Volksschulbades während der Ferien. 8. Veranstaltung einer landwirthschaftlichen Ausstellung zu Gießen im Jahre 1895. 9. Die Verlegung der auf den 9. und 10. Juli, sowie 3. und 4. September l. IS. festgesetzten Märkte wegen deS Turnfestes und der landwirthschaftlichen Ausstellung. 10. Den Wirthschaftsplan über die Waldungen der Stadt Gießen für 1896/97. 11. Gesuch der Firma Kauffmann u. Cie. um Ermäßigung des GaSpreises für ihren Motorenbetrieb. 12. Erweiterung der Gasleitung in der Alicestraße. 13. Fortsetzung der Wasserleitung an der „Germania" für I. Ronstadt- 14. desgl. an den Weg an der Frankfurterstraße zur Cölu-Gießener Bahn für L. Spieß- 15. desgl. auf der Rodheimerstraße- 16. deSgl. auf dem Schiffenbergerweg- 17. desgl. in der Heffenstraße- 18. desgl. auf dem Nahrungsberg. 19. Die Erbauung einer Wohnung | für den Maschinisten in Queckborn. 20. Unterhaltung dcr Staatsstraßen, hier Genehmigung des Vertrags wegen Uebernahme der Staatsstraßenortsdurchfahrten seitens der Stadt. 21. Gesuch des Ludwig Gonter um Erlaubniß zum Wirth- lchaftsbetrieb im Hause Wolfftraße 9. 22. Desgl. deS . Joh. Friedr. Hehl lm Hause Bahnhofstraße 31. Ehrung. Die morgenländische Gesellschaft und die Königl. Gesellschaft der Wissenschaft zu Leipzig haben dem Geheimrath Prof. vr. O. v. B o e h t li n g k, von deffen Ehrung durch die hiesige Universitär wir in voriger Nr. berichteten, ru seinem 80. Geburtstage ebenfalls begrüßen laffen. ** Bei dem gestrigen schweren Gewitter schlug der Blitz in eines der Bock'schrn Fabrikgebäude. Die Insassen deS darin befindlichen Wickelsaales verspürten eine starke Erschütterung. Der Blitz schlug unmittelbar neben der Auf- fangstange etwas Mörtel vom Dachfirst ab und fuhr dann an der Leitung in die Erde, ohne Schaden zu verursachen. — Von einem weiteren Blitzschlag wurde daS H e l m o lt's ch e Haus in der Weserftraße betroffen- der Strahl riß ein Stück des Schornsteins sowie mehrere Schiefer ab, durch den Luftdruck wurde außerdem der Ruß in die Wohnungen getrieben. — In einem Hause der Frankfurterstraße ging ein Blitzstrahl durch das Küchenfenster des dritten Stocks, von da Gratisbeilage: chießener Kamilienblätter. Depefchm deS Bureau .Herold". Berlin, 10. Juni. Der „Reichsanzeiger" publicirt Ordensverleihungen an russische Offiziere und Beamte. Es erhielten u. A. der Marinemintster Admiral Tschihatscheff das Großkreuz des Rothen Adler Ordens und Vtce-Admiral von Kremer den Rothen Adler-Orden erster Klaffe. Berlin, 10. Juni. Die Maurer Berlins haben in einer öffentlichen Versammlung beschloffen, fich mit den Leipziger strikenden Collegen solidarisch zu erklären. Eine sofortige Unterstützung von 200 Mk. wurde bewilligt - weitere Geldsendungen werden folgen. Ferner wurde beschlossen, daß die Berliner Maurer sobald als möglich in eine Lohnbewegung eintreten. Berlin, 10. Juni. Nach einer Meldung des „Berl. Tagebl." ist heute der socialdemokratische Reichstagsabgeordnete und Berliner Stadtverordnete Fritz Zubeil gestorben. Berlin, 10. Juni. Zur Neubesetzung des Polizeipräst- denten-Postens von Berlin wird dem „Loc.-Anz." als neuester Landidat Graf Clairon d'Haussonville,der derzeitige Regierungspräsident in Raffel, genannt. ftiln, 10. Juni. Die „Köln. Ztg." meldet auS Belgrad: Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Correspondmz-Bureau. Berlin, 10. Juni. Der Colonialrath berieth heute Nachmittag die Vorlage, ob es angezeigt sei, an den Regierungsschulen in Ostafrika muhamedanische Reli- givnslehrer anzustellen. Auf Grund des vorgelegten Materials wird dies gemäß den Anträgen der Vertreter der beiden Missionsgesellschaften verneint. Der Colonialrath stimmt hierin mit der Regierung überein. An der Berathung betheiligten sich auch der Herzog Johann Albrecht von Mecklen- bürg und die Staatssecretäre Herzog, Jakobi und Andere. Der Colonialrath berieth alsdann die Reichstagsresolution wegen der Maßnahmen zur Aushebung der Haussclaverei und der Schuldknechtschaft in den Colonien. Es wurde eine Commission zur Vorberathung der Resolution gewählt. Berlin, 10. Juni. Wegen des heftigen Auftretens der Schweineseuche in der Contumoz- und Mastanstalt in Steinbruch find die betheiligten Bundesregierungen durch den Reichskanzler ersucht worden, die Einfuhr von Schweinen aus Steinbruch, soweit eS nicht bereits geschehen ist, unverzüglich zu verbieten. Köln, 10. Juni. Die neunte Wander-AuSftellung der deutschen Landwirthschafts - Gesellschaft, die heute Abend geschlossen wurde, dürfte wiederum mit einem ziemlich ansehnlichen Deficit abschließen. Von den 10939 Mitgliedern der Gesellschaft besuchten nur 14 Procent die Aus- fteBiina. $jc Saual6citgc6er geschloffen In I "'^Budapest. 10. Juni. Die iocialistlsche Partei hatte füt Folge d» Nichtabnahme Ihre- Angebot« bon 40 Pfennigen | gestern z-hn Bolk-°--Iammlunge“ “ ““t ”' ™ Etundenlohn an di- Strikenden di- G ° n ° r ° l ° u -! p ° r rung. I denen zwei a cht abgehalten "»d «» polizeilich auigetd,- Von morgen ab stehen alle Bauten still. 10 Die Schweine,euch- dauert börsen fallen Nachmittags aus. Das Börsengebäude ist von I wiederholt von Beifall unterbrochen, ^mentlick die Stellen, Q UnHrniittnnf Nsssverrt »ine größere Anzahl Kauf- | welche von einer demnachsttgen ausgedehnten Amnestie und ku^ft * dmKieler Festlichkeiten handeln, wurden stark applaudirt. wird der Tag als Feiertag freigegeben. Dagegen hebt eine i Brand in der 9 „®ow" -IngLffen-n Bergarbeiter find gerettet """9WI---r°-ust°dt.910?Juni Bei den Wolkenbrüchen am I bl« aus zwanz.g, wovon neun tobt, els oeimifet. Di- Brand- 5. und 6. d. M. wurden in Schwarzenbach, Schlatten und I stätte wird abgedammt. . Hochwolkersdorf Häuser, Straßen und Brücken weggeriffen. I In Schwarzenbach wurden 16 Häuser zerstört, 12 Menschen find (wie schon gemeldet) umgekommen. Der Schaden wird in Schwarzenbach auf 150000 fl., in Hochwolkersdorf auf 80000, in Schlatten auf 90000 fl. geschätzt. London, 10. Juni. Die Untersuchung des Handelsamtes über das Unglück der „Elbe" ist wieder ausgenommen worden. Der Anwalt Aspinall erklärte, der „Lloyd" sei bereit, zwei Zeugen vorzuführen, den dritten Offizier und den Oberingenieur, außerdem den Ausguckmann, sobald diese von ihrer Reise nach China zurückgekehrt seien. Der Steuermann der „Crathie" wiederholte seine früheren Aussagen. Er hatte sich zur Zeit deS Zusammenstoßes nicht von der Brücke nach der Kombüse begeben. Er habe die grünen Lichter der „Elbe", 3 oder 4 englische Meilen entfernt, bemerkt. Kurz vor dem Zusammenstoß drehte fich die „Elbe", um einem Fischerboot auszuweichen, nach Steuerbord. $en Treppenbau herunter und betäubte die Hausfrau, welche am Regenfaß im Hofe ein abgefallenes Rohr wieder anbringen wollte. Der Strahl ist offenbar dem starken Luftzug gefolgt, da eine Beschädigung am Hause nicht wahrzuehmen ist. — A ich in die Wingolf-Kneipe soll der Blitz etngeschlagen sein, ohne nennenswerthen Schaden anzurichten. — Aus der Umgegend kommen ebenfalls Nachrichten von Blitzschlägen- strichweise hat auch der in Begleitung des Regens fallende Hagel Schaden angerichtet. W. Oberersatzgeschaft. Heute trifft der Commandeur der 49. Infanterie-Brigade, General-Major von Hohlwedte, nebst seinem Adjutanten behufs Abhaltung des Oberersatzgeschäftes hier ein. Das Oberersatzgeschäft, welches des Frohnleichnamsfestes und der Gewerbezählung wegen eine zweitägige Unterbrechung erleidet, findet Mittwoch und Samstag dieser Woche in Lich und in den ersten drei Tagen der kommenden Woche in Gießen statt. Bon hier aus begeben sich die Herren zum gleichen Zwecke nach Grünberg. * * Die Feier des 80 jährigen Bestehens der deutschen Barschenschaften wurde am Samstag und Sonntag in Marburg unter Theilnahme von ca. 400 Vertretern deutscher Burschenschaften begangen. Herrn Geh. Rath Prof. Dr. Ducken- Greßen hielt die Festrede. Der älteste, aus Luzern herbeige- kommene Burschenschafter, Eugen Höfling, zählt 140 Semester! * * Grand Specialitäten. Circus W. Ammans. Morgen Mittwoch finden zwei große Pracht-Vorstellungen (und zwar um 4 Uhr und um 8 Uhr) statt, die eine ganze Fülle von Ueberraschungen und großartigen Kunstgenüssen bringen sollen. Die Nachmittags 4 Uhr stattfindeude Extra- Familien- und Kinder-Vorstellung sowohl als die große Gala-Vorstellung Abends 8 Uhr werden die sensationellsten Leistungen der besten Mitglieder des Künstler- Ensembles bieten und Herr Director Jmmans selbst, mit ferner wunderbar dressirten Hunde-Meute, welche bisher über- a.l Furore machte, mitwirken. Die beiden Vorstellungen verbürgen daher wirklich vergnügte Stunden. Am Donnerstag Abend 8 Uhr findet eine große Parade-Vorstellung mit ganz neuem Programm statt und darf man auf dieselbe mit Recht gespannt sein. * * Ein Zimmerbrand entstand gestern Vormittag in einem Hause der Nordanlage auf bis jetzt noch unaufgeklärte Weise. Es verbrannte ein Sopha und die Fenstervorhänge. * * Verbrüht. Ein vierjähriges Kind des Conditors H. dahier fiel gestern Nachmittag in der Küche rücklings in e nen Etmer heißen Wassers und erlitt starke Brandwunden am Gesäß und den Beinen. Ein Verschulden soll Niemand treffen. * * Die Bauarbeiten aus dem Oswaldsgarteu für das 22. Mittelrheinische Turnfest nehmen nunmehr einen rüstigen Fortgang. Die Festhalle, welche in Hanau fertig gezimmert wurde, ist gestern eingetroffen- große Massen zugerichteter Balken und Bretter wurden im Laufe des gestrigen Tages ab- geladen- mit den Erdarbeiten wurde, nachdem schon in vor. Woche die Bäume am städtischen Magazin entfernt worden waren, sofort begonnen. Der Transport der Werkhölzer erfolgt entlang der Festhalle mittelst auf Schienen laufenden Rollwagen, was die Arbeit jedenfalls sehr erleichtert. Auch mit der Einfriedigung des Platzes wurde auf allen Seiten begonnen - dieselbe umfaßt den ganzen Oswaldsgarteu, zieht die Steinstraße entlang bis zur Klingspor'schen Besitzung und findet Abschluß am Knabenschulgebäude, an der Mündung der Wetzsteinstraße in die Nordanlage, das entlang der Schule und dem Oswaldsgarteu führende Stück der letzteren mit eiuschließeud. Schulhof und Turnhalle des StadtkuabeuschulgebäudeS werden ebenfalls in den Bereich des Festplatzes eiugezogeu, desgleichen die Kirchstraße bis zum Eingang in den Schulgarten. * * Zn Brand gerathen ist am Sonntag gegen Abend auf der Strecke zwischen Gießen und Großenliudeu, kurz vor letzterem Ort der Bahndamm. Jedenfalls hat dürres Gras durch Auswurf von Asche aus einer Locomotive Feuer gefangen. Das Feuer konnte von dem bei Großenliudeu statiouirteu Bahnwärter gelöscht werden. * * Technische Hochschule Darmstadt. Dem ordentlichen Proseffor au der Technischen Hochschule Geheimen Baurath Dr. Sonne wurde mit Allerhöchster Ermächtigung Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs die Wahrnehmung der Geschäfte des Vorsitzenden der Ceutralstelle für die Gewerbe übertragen. * * Ernennung. Dem zum mexikanischen Consul in Frankfurt a. M. ernannten Carl Herzberg, zu deffeu Amtsbezirk die Provinz Oberhessen gehört, ist das Exequatur Namens des Reiches ertheilt worden. • * Die Zahl der Telegramme, welche im Jahre 1894 bei den beiden hiesigen Postämtern aufgegebeu wurden, betrug 32 503- für diese Telegramme wurden 19 398 Mk. Gebühren entrichtet. * * Schonzeit für Fische. Mit dem 9. Juni ging die Frühjahrsschonzeit für Fische im ganzen Großherzogthurn zu Ende, so daß die Fischwasser nur noch der wöchentlichen Schonzeit unterliegen. * * Für Huudebefiher. Um den Ausbruch der Tollwuth bei den Hunden zu verhindern, mögen jetzt beim Heraunaheu der heißen Jahreszeit die Hundebesitzer, vor Allem diejenigen, welche Thiere au der Kette liegen haben, sorgfältig darauf achten, daß diese stets frisches Wasser zum Löschen ihres Durstes haben, daß ferner die Hundehütte gründlich gereinigt wird und überhaupt die Thiere gut gepflegt werden. In den weitaus meisten Fällen entsteht die Tollwuth, wie nachgewieseu ist, durch Vernachlässigung dieser Regeln. * * Zur Warnung. Die Kölner Polizei-Verwaltung warnt vor dem Genuß ungekochter Milch. Nicht nur, daß rohe Milch, wenn sie wie gewöhnlich im Sommer Zersetzuugs- keime enthält, Verdauungsstörungen herbeiführt und namentlich zu den für so zahlreiche Kiuderleben verderblichen Brechdurchfällen Veranlaffuug geben kann, sie ist auch geeignet, eine ganze Reihe von ansteckenden Krankheiten, wie Cholera, Typhus, Scharlach, Maseru, Dyphtherie und außerdem verschiedene Thierkrankheiteu beim Genüsse auf den Menschen zu übertragen. Diese Gefahren lassen sich durch gründliches ; Auskochen der Milch beseitigen. Ein Jeder schütze also sich und seine Angehörigen dadurch, daß er ausschließlich gut gekochte Milch zum Genüsse zuläßt. * * Notiz für Schwimmer. lieber den sogenannten Krampf im Wasser, welchem alljährlich viele Personen zum Opfer fallen, hat der amerikanische Arzt Dr. Roche interessante Untersuchungen augestellt. Nach demselben ist bei solchen Unglücksfällen niemals Krampf im Spiel, wie auch die von ihm untersuchten Leichen plötzlich Untergegangener keinerlei Merkmale des Krampfes aufweiseu. Das schnelle Nachlassen der Muskelkraft soll vielmehr dadurch erzeugt werden, daß Schaum oder Wasserstaub mit der Einathmung in den Schlundkopf (Pharynx) gelangt und von den Luftwegen ein» gesogen wird, oder, wie es beim Publikum heißt, in die „falsche Kehle" geräth, wodurch eine augenblickliche Stockung sämmtlicher AthmungSorgane stattfindet. Kommt das Wasser beim Beginn einer Einathmung in die Luftröhre (Trachea), wenn die Lungen ganz luftler sind, so sinkt der Körper sofort. Geschieht dies während des Athemholens, so wird der Krampf etwas verlängert. Bemerkt man daher, daß Jemand beim Baden ungewöhnliche Bewegungen mit den Armen macht, so muß sofort Hilfe geleistet werden, weil der Betreffende unter den beschriebenen Umständen keinen Hilferuf ausstoßen kann. * * Der Getreidemarkt. (Berichtswoche vom 1.—7. Juni.) In der letzten Woche vermochten in Folge des größer gewordenen Angebotes und der besser erscheinenden Ernteaussichten in Rußland sich die erhöhten Preise für Weizen und Roggen nicht zu halten. Aber es muß darauf aufmerksam gemacht werden, daß diese beiden wichtigsten Brod- früchte auch nur unbedeutend im Preise sanken, und daß in Amerika und Rußland nur eine Mittelernte erwartet wird. In Berlin und Leipzig kostete Weizen per 20 Centner 150 bis 163 Mk., Roggen 131 bis 137 Mk., Gerste 110 bis 165 Mk., Hafer 123 bis 148 Mk. * * Ceutralstelle für Obstverwerthuug in Frankfurt a. M. Die Zeit der Reife verschiedener Obstsorten, wie Erd-, Johannis- und Stachelbeeren, Heidel- und Himbeeren, Kirschen, Aprikosen, Pfirsiche, Pflaumen, ist da oder steht nahe bevor und wir wollen daher alle Producenten und Consumenten wieder auf die Frankfurter Centralstelle für Obstverwerthung aufmerksam machen, die bekanntlich Abschlüsse ohne jede Vergütung vermittelt und es den Verkäufern so sehr leicht macht, die Obsternte an den Mann zu bringen bezw. den Bedarf an Obst zu decken. Die Interessenten haben nur das zur Verfügung stehende Quantum oder die benöthigte Menge der Ceutralstelle anzugeben, um sofort von dieser mit einer größeren Zahl von Producenten und Consumenten in Verbindung gesetzt zu werden. Einzige Bedingung ist, daß das abgesetzte oder erworbene Quantum immer sofort der Centralstelle mitgetheilt wird. Es wird natürlich auch erwartet, daß immer nur gutes Obst geliefert wird - die Käufer find gebeten, von nicht befriedigenden Lieferungen dem Comite Mittheilung zu machen. Gut ist es, wenn mit den Anmeldungen nicht zu lange gezögert, sondern schon vor der Reife von dem erwarteten Ertrage bezw. der benötigten Menge der Ceutralstelle Mittheiluug gemacht wird, damit die Vorverhandlungen vor der Reifezeit erledigt werden können und seinerzeit auf Grund der geschehenen Abschlüsse sofort mit dem Versandt begonnen werden kann, denn manche Obstsorte verträgt ja kein langes Lagern. — Heber die guten Erfolge der Ceutralstelle im vorigen Jahre haben wir seinerzeit berichtet. Heute kann noch mitgetheilt werden, daß der Herr Minister für Laudwirthschaft dem Comite zur Deckung der Kosten wieder eine Beihilfe bewilligt hat, mit dem Bemerken, daß er von dem seitherigen Erfolge der Bestrebungen des Comilvs mit Befriedigung Kenntuiß genommen habe. Bad-Nauheim, 9. Juni. Einer der zuverlässigsten Werthmesser für die Frequenz eines Bades bildet die Zahl der täglich verabfolgten Bäder. Dieselbe beträgt dermalen täglich über 1400, gut anderthalb Hundert mehr, als in der entsprechenden Zeit des Vorjahres. Der Vorsprung der verabfolgten Bäder gegen das Vorjahr mag seit 1. April l. I. bereits gegen 4000 betragen. Drmst. Ztg. Friedberg, 8. Juni. Das 50jährige Stiftungsfest unseres Turnvereins wird am 22., 23. und 24. Juni d. I. gefeiert werden. Als Festplatz hat man die Seewiese, woselbst ein großes, gedecktes Festzelt errichtet wird, gewählt- als Festmusik ist die Capelle des Brandenburger Artillerie-Regiments Nr. 3 aus Mainz in Aussicht genommen. E. Echzell, 10. Juni. Vom herrlichsten Sommerwetter begünstigt, verlief der erste Festtag, den die Kriegervereine des Wetteraugaues zur Erinnerung an die Groß- thaten des Jahres 1870/71 gestern mit einander am hiesigen Orte feierten, in sehr befriedigender Weise. Es waren 26 Kriegervereine erschienen. Zu Fuß, per Wagen und per Stahlroß waren Tausende von Festtheilnehmern aus Nah und Fern erschienen, die alle in gewaltigen Feftzelten auf dem reizenden Wiesenplan zwischen Echzell und Bisses treffliche Unterkunft fanden. Der Festzug, wie man ihn hier noch niemals sah, war mit seiner Spitze bereits auf dem Festplatze angenommen, während das Ende noch weit zurück im Dorfe stand - er bestand aus Ehrenreitern, den Schulkindern, Festjungfrauen, Musikcapellen, Festcomite, Vereinen, welche dem Bezirk nicht angehörten mit den Echzeller Gesangvereinen, Bezirksvorstand, Bezirksvereine, Militärverein Echzell, Schlußreiter. Auf dem Festplatze fand die Begrüßung durch Herrn Präsident Reitz statt- Bezirkspräsident Bechtold begrüßte im Namen des Bezirks und brachte dem deutschen Reiche ein dreifaches Hoch. Die Festrede wurde von Herrn Pfarrer Hildebrandt gehalten, worauf der Choral: „Nun danket alle Gott" gemeinschaftlich abgesungen wurde. Daran schlossen sich Mufikvorträge, Tanzvergnügen, weitere Reden auf das deutsche Vaterland, das i deutsche Heer und seine Führer, die deutsche Einigkeit, welchem Vorträgen patriotische Gesänge nachfolgten. Nach eingetretener Dunkelheit wurde ein Feuerwerk abgebrannt. Heute Nachmittag findet wieder ein Zug nach dem Festplatze statt. Volks- belufttgungen, besonders für die Jugend, z. B. Schwebebaum, Sacklaufen u. s. w. find vorgesehen. Das Wetter ist vortrefflich. Alle Festtheilnehmer äußern sich sehr befriedigend über das Dargebotene. ycr> Ober-Ohmen, 10. Juni. Daß es bei der gegenwärtig heißen Witterung nicht ungefährlich ist, im Walde wegen den vielen Fliegen mit Pferden Holz zu holen, lehrt folgender schwerer Unfall. Am SamStag hatte der hiesige Landwirth Finckernagel mit seinem Pferde und einem Gespann Kühe Holz geladen. Durch die lästigen Fliegen unruhig gemacht, schirrte sich das Pferd los. Als sein Herr das Geschirr wieder in Ordnung bringen wollte, schlug das Pferd aus und traf denselben, daß er zu Boden stürzte. Kaum hatte er sich wieder aufgerafft, als er von dem wüthend schlagenden Pferde mit beiden Hinterfüßen einen so starken Schlag erhielt, daß er über den Chauffeegraben flog und bewußtlos liegen blieb. Schwer verletzt mußte er nach Hause gebracht werden und hier hegt man Befürchtung für sein Wiederaufkommen. — Einem Landwirth von Ruppertenrod gingen bet der Fahrt zum Walde die Pferde durch. Querfeldein stürmten sie in rasendem Galopp einem Hohlwege zu. In diesem brachen sie zusammen und konnten nun von herzugeeilten Leuten gestellt werden. Wunderbarer Weise hatten weder Pferde noch Wagen Schaden erlitten. A Groß - Eichen, 10. Juni. Das vierte Bundes- fest des „Ohm°Lumda-Thal-Sängerbundes"soll nächsten Sonntag den 16. Juni in Verbindung mit der Fahnenweihe des hiesigen Gesangvereins dahier gefeiert werden. Der hiesige Gesangverein ist rüstig bei der Arbeit, Festhalle und Festplatz aufzubauen und herzurichten. Da eine vor» treffliche Musikcapelle gewonnen, so dürfte das Fest bei schönem Wetter den günstigsten Verlauf nehmen. * Wiesbaden, 10. Juni. Bei Biebrich wurden die- Leichen eines jungen Liebespaares, eines Handlungs- gehülsen und einer Gärtnerstochter aus Wiesbaden, aus dem Rhein gelänbet. Die noch sehr jungen Leute waren in den Tod gegangen, weil die Eltern das Verhältniß nicht billigten. * Dortmund, 10. Juni. Infolge Seilbruches sind auf der Zeche „Caroline" zwei Arbeiter tödtlich verunglückt. * Graudenz, 9. Juni. Auf dem Schießplätze bei Gruppe verübte der Feuerwerker Gülzow vom 2. Fußartillerie- Regiment Selbstmord, indem er sich in liegender Stellung Schießbaumwolle auf der Brust anzündete. Der Brustkasterr des Todten war bis zum Rückgrat zerschmettert. * Hamburg, 9. Juni. Im Schilf eines Gartens an der Außenalster wurde heute ein Boot aufgefnnben, in benr ein ermorbeteS, etwa 25jähriges Mäbchen lag. ♦ Mannheim, 10. Juni. Der unter bem Verbacht der Unterschlagung verhaftete Verwalter der städtischen Abfuhranstalt, Sauer, erhängte sich im UntersuchungSgefängniß. * Gradisca, 10. Juni. Gegen 3 Uhr Morgens erfolgte hier ein ziemlich heftiger, eine Secunde lang anhaltender Erdstoß. * Salzburg, 10. Juni. Bei dem Wolkenbruch iw Glanegg wurden, am Samstag zwei erwachsene Mädchen von der Fluth weggerissen und ertranken. * Laibach, 10. Juni. Heute Morgen 8 Uhr 35 Miu° erfolgte ein starker, 4 Secunden anhaltender Erdstoß mit schlitternder Bewegung. Es herrscht eine allgemeine Panik. Die Bevölkerung verließ die Häuser. Die Fabrikarbeiter stellten die Arbeit ein und der Schulunterricht wurde unter«- brochen. Leichte Beschädigungen wurden an verschiedenen Gebäuden angerichtet. * Triest, 10. Juni. Heute Morgen gegen 3 Uhr fand hier ein leichtes Erdbeben statt. * Rom, 10. Juni. Heute früh 2 Uhr 50 Min. wurde in Bologna ein leichter Erdstoß verspürt, in Verona ein sehr starker. * Tausend Proceut. Die Actien der Deutschen GaSglÜhlicht-Gesellschaft erreichten an der Berliner Fondsbörse den Cours von 1000 pCt., nachdem sie zu Anfang voriger Woche an einem einzigen Tage schon eine Coursaufbesserung von 100 pCt. erfahren hatten. ES ist dies der höchste Cours, den jemals ein Papier an bet Berliner Börse notirt hat. Bis jetzt waren höchste Course derjenige für Patzendorfer Brauerei - Actien mit etwa 850 pCt. und jener der chemischen Fabrik Ehering mit etwa 650 pCt. £iteratat unb Knnft — De« Bau der BSgeß von William Marshall. Mit 229 in den Text gedruckten Abbildungen. In Ortginal-Leinenband 7.50 Mk. Verlag von I. I. Weber in Leipzig. An zusammenhängenden Werken über die Organisation der Vögel ist zwar kein Mangel, aber einerseits find sie veraltet, anderseits muß man zuviel in den Kauf nehmen, was für einen Ornithologen nur wenig Interesse hat, da die Vögel in den betreffenden Werken mit den anderen Wtrbelthieren zusammen abgehandelt sind. Andere Werke wiederum sind zu umfangreich, zu kostspielig und erfordern zu viel gelehrte Vorkenntnifse. Diese Gründe haben den Verfasser zur Herausgabe dieser gemeinverständlichen, nicht zu umfangreichen Beschreibung des Baues der Vögel veranlaßt, die als zehnter Band von Webers „Naturwissenschaftlicher Bibliothek" soeben erschienen ist und aufS beste empfohlen werden kann. Schiffrnachrichten. Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten Carl Loos und I. M. Schulhof. Bremen, 10. Juni. (Per transatlantischen Telegraph.^ Der Postdampfer Braunschweig, Capitain H. Wempe, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 4 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen. Lrngesan-t. Vietze«, 11. Juni 1895. Aur Bl 1 tzgefahr. ES verdient an dieser Stelle erörtert zu werden, daß das Wasserleitungsnetz der Stadt an die Blttzableitungen nicht an- aeschlossen ist. Während z. B. in Baden und Württemberg die Verbindung der Wasserleitung mit der Blitzableitung anstandslos genehmigt wird, erblickt man bet uns darin sicherlich ganz ohne Grund eine Gefahr für das Wasserleitungsnetz, Die Erfahrung lehrt daß die ausgleichende Electricität sehr oft die Rohren der Wasserleitung benutzt und es besteht für die Häuser, bet denen Blitzablettung und Wasserleitung nicht mit einander verbunden sind, jedenfalls die Gefahr, daß der Blitz, von dem natürlichen LettungS- wege abgelenkt, Unheil anstiftet. Andrerseits ist noch nicht der Nachweis erbracht, daß dem an den Blitzableiter angeschlossenen Wasserlettungsnetz dadurch irgend welche Gefahr erwächst. Wir hoffen, daß das Gießener Wasserwerk die Frage ernstlich in Erwägung zieht, ob es mit Rücksicht auf die allgemeine Sicherheit den Anschluß des Röhrennetzes an die Blttzableitungen nicht gestatten müsse. x- Verkehr, Land- rrnd Velk-wirthschaft» Glatze«, 11. Juni. Marktbericht, «ut t^m heutigen Vochenmartt kostete^ Butter pr. Pfd- X 0,70—0,80, Hühnereier pr. St. 6 4, 2 6L 11 4, Enteneier pr. St. 6-7 4, GLnseeier pr-St. 10-11 4, Käse pr. St. 4-8 4, k?äsematte pr. Tt. 8 4, Erbsen pr. Liter 15 4, Linsen vr. Mer 26 4, Tauben pr. Paar .A 0,70 bis 0,80, Hühner pr. Stück .41 0,80 bis 1,10, Hahnen pr. Stück X 1,00-1,30. Enten pr. St. X 1,50-1,80, Ochfevfleisch pr. Pfd 72—76* Kuh-u. Rindfleisch pr. Pfd. 66-68* Schweinefleisch pr. Pfd. 60-70 4, Kalbfleisch pr. Pfd. 60-64 4, Hammelfleisch pr. Pfd. 60—70 * Kartoffeln pr. 100 Kilo 6,00-7,00 X, Weißkraut pr. Stück —.— 4, Zwiebeln pr. Tentner 9,00—10,00 X, Milch pr. Liter 10—20 4, Kirschen pr. Pfund 30—40 4- ALirchliche Anzeigen -er Stadt Gietzen. Katholische Gemeinde. Donnerstag den 13. Juni. ArohnleichnamSfest. Mittwoch: Nachmittags um 4Gesellschaft stellt unter den liberalsten Bedingungen Cautionen in vorgeschriebenen Effecten, ohne dafür eine persönliche oder sachliche Sicherheit zu verlangen. Bereits gestellte Cautionen werden übernommen. Auskünfte und Prospecte bereitwilligst durch die Generalrepräsentan; Frankfurt a. M., Zeil 1. Wohne von heute ab in meinem erkauften Hause ■ 7. Diezstrasse 7. — Junker, MnKutscher Bekanntmachung, betreffend: Der Termin zum Mähen deS Heugrases. Mit Rücksicht auf den Stand des diesjährigen Heugrases hat der Wiesenvorstand den Termin zum Beginn des Mähens der Wiesen in der Gemarkung Gießen auf den 15. Juni c. festgesetzt. Wir bringen dies auf Grund des Art. 20 der Wiesen-Polizei-Ordnung zur Kenntniß der Wiesenbesitzer. Seusragverstelserung. Samstag den 15. Juni l. I soll das Heugras von den hiesigen Gemeindewiesen und zwar von den Wiesen bei Wieseck des Vormittags um 10 Uhr im Vorfeld ffchen Garten dahier, und von den Wiesen bei der Badenburg des Nachmittags um 5 Uhr auf der „Badenburg" versteigert werden. Wieseck, am 10. Juni 1895. Großherzogl. Bürgermeisterei Wieseck. Sommerlad. 5163 Thierschutz-Verein Giessen. Heneral-Iersammlung Dienstag den 1L Juni d. I., Abends 872 Uhr, im „Hotel Schütz". ÄL MllHthllW. Freibank. [5184 Heute und morgen: Ochsenfleisch nicht ladenrein, pr. Pfd. 45 Pfg. 4993) Schöne schlanke Fichte«' sta«gen, i. Kl-, tl. Kl., Ni. Kl-, find sehr preiswürdig abzugeben, sofort, auch später lieferbar bet I. Hoffman«, Zimmermeister, in Atzbach. Kürizel-Soldan ErMttWthllm Hessen. Lebensbilder aus Vergangenheit u. Gegenwart. Zweite umgearb. Aufl. — Mit dem Bildniß u- Faksimile Sr. Kgl- Hoheit des Großherzogs Ernst Ludwig von Hessen. — Ge- widm. Sr- Kgl- Hob. Ernst Ludwig, dem Großherzog zu Hefien u. bei Rhein.— my In gediegenem Lederbd. ^10.50; in Letnenband X 10.— "MIR Borrüth. i« alleniBuchhaudlunge«. qroßer Auswahl eingetroffen bei | 5131] Zwei tüchtig« Schuhmacher A. Fangmann Wwe. 2795 Bahnhofstraße. I MrmMe Anzeigen. 5162] Am III Pfingsttag in Kloster Arnsburg ein Feldstecher gefunden. Kann von dem Eigenthümer gegen Erstattung der Jnseratgebühren in Empfang genommen werden bet Lehrer Schmeel, Bettenhausen.__________________ Möblirtes Zimmer in der Nähe der Goethestraße gesucht. 5134 Offerten mit Preisangabe unter G. P. 1OO an die Exped. d. Bl. Meine Tochter litt seit 3/4 Jahr an schwerer Bauchfell- und Darm-Entzündung, Magengeschwüren und Lungen- catarrh, so daß sie ganz abgekommen war. Da jede andere Behandlung vergebens war und die Aertte sie schon verloren gegeben, wandte ich mich zuletzt an den Homöopath. Arzt, Herr« Dr. med. Bolbediug, Düffeldorf, KSnigSastee 6, wonach ich ble Freude hatte, meine Tochter nach nur zweimonatlicher Behandlung genesen zu sehen und ist dieselbe jetzt munter und kerngesund, wofür ich Herrn Doctor bestens danke und ihn allen ähnlich Leidenden bestens empfehle. 4255 Mörs a. Rh., Neustr. 26, I. Lager fertiger schwedischer 8--« Z-___ m "U « Ä we 5165) Xat>nlere<66lf. « Schwarzer Dachshund, gelb gezeichnet, sehr starkes Thier,Imit W°hn>mk, großer, Heller Uäuvu Hofstr atze zu . . — mmvvavÄ A AVI rmo* I vermiethen. Näh'.res in der Exped. d- Bl. VV OllBLUngSVeränderung. 5069] Ein Zimmer, mit oder ohne DDm in ^un; Qb f5106 Möbel, zu verm. Dammstrabe 22,L, Wohne vom O. Jun 1856] Möblirtes Zimmer zu vermiethen- 31 Bahnhofstraße 31 (Solmser Host. I J 7 J L ~ < 5187] Zwei ineinandergehende fein M. Weber, Hebamme. möbltrte Zimmer (ganz neu eingerichtet) _____________________ 9 «___________________| sofort zu vermiethen. 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