Äi Fl;Ä'" "rd auch QUf M . eilten «aas j<>. N« fr. 56 Nr. Ul Drittes Blatt. Sonntag den 12. Mai 1895 Der Hiehener Änjtigcr erscheint täglich, mit Ausnahme des Montags. Die Gießener -amisicn blätter werden dem Anzeiger wbchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeig er Kenerat-Mnzeiger. Vierteljähriger Abonnementspreto: 2 9'i’avt 20 T'fg. mit Bringcrlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark. 50 Pfg. »Ncdaction, Expedition und Druckerei: Schnllkraßc Ar.7. Fernsprecher 51. Zlints- und Anzeiucblntt für den Ttreis Gieren. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag« für den I tcfitt frtrtD- C&rtttttCldttfUrtUoV Alle Annoncen-Bureaux deS In. und Auslandes nehmen folgenden Lag erscheinenden Nummer bis Norm. 10 Uhr. UUyt. ^TUllllUv HVUUlVl. Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. ci ®w^etv. MUGI8K n 20 n W ' . 83 ' Haus. M ler Hand 'ixten unb Detb^ttttn ien lanstalt n Einsicht bem verehr- [4283 wimmen wirb von mir $ Uhr bis Abends tr für Bootfahren. jet ngebenst ein nner II. 'n btt Wit auf. d., \\t bat Baben \n , tv ntaM. Terrazo-Cement- Mletn ntet ßawtie (2981 Thiele, Vraudgaßr S. y 8 M ridlt^__ .Mm* Md Schl-M* »«' > jtabt, * da he)tlba mmlirtig ' ei beten »en«»« M ’S f fir Murmrk « " J ah Atollen re. siH» "W/ft»** ’u s»«’- sOrs *ss-- Sans* >*1*5$*“ 0 Deutscher Reichstag. 89. Sitzung. Freitag, den 10. Mai 1895. Eingegangen: Novell e zum JnvalidenfondSgeseh und Gesetzentwurf, belr. die Ausführung deS ZollcartellvertragS mit Oesterreich. DaS HauS fährt in der Berathung deS S Hl der Umsturz- Vorlage fort. Abg. Groeber (Ctr.): Man hat vermuthet, daß die Vorlage nur das Vorspiel zu einem neuen Socialistrngesetz sein solle. Zu dieser Vermuthung hat die bekannte Thalsache Anlaß gegeben, daß In gewissen wetten Kreisen der Wunsch nach einem neuen Ausnahmegesetz besteht und daß diese einflußreichen Kreise diesen Wunsch mit aller Schärfe geltend gemacht haben. Diese Vermuthung, diesen Betdacht darf ich wohl von der Person deS Reichskanzlers entschieden zurückweisen. Wern etwa sollte angenommen werden körnen, daß pon irgend einer Stelle unter den verbündeten Regierungen dieser Bot läge entgegkngearbeitet wird, so haben jedenfalls die beiden Minister, die hier gesprochen haben, für diesen Zweck sehr zweckentsprechend gehandelt. (Heiterkeit und Beifall.) Durch die behag- l che Brette dieser gegen die Soctaidrmokraten gerichteten Reden ist dem Herrn Bebel zu seiner Rede geradezu der Boden geebnet worden. Die Socialdemokraten haben da ein Schweineglück gehabt. (Stürmische Hetterkett.) Ich möchte doch die Regierung da,an erinnern, daß Strauß, einer der größten Gottesleugner, ein Nattonalltberaler war. (Heiterkeit.) Seine schlimmsten Schriften hat er zur Zeit des CulturkampfeS geschrieben. Indessen ist für mich daS Wichtigste gewesen, dte Art, rote Minister v. Köller glaubte, die deutsche Volksvertretung behandeln zu dürfen. „Wenn nicht, denn nicht." (Hc 1er- fdt). Er sieht in unS eine bloße GesetzStzbungsmaschine, einen Automaten. Wenn man bei dem auf der einen Stelle etwas hinein- wtrft, fo kommt aus der andercn etwas heraus, ein Gesetz. Ö5tüts mische Heiterkeit.) Ich lege Protest ein gegen diese Art, den Reichstag zu behandeln. (Beifall.) Wir sind nicht nur dazu da, um Steuern zu bewilligen, sondern auch um die Handhabung der Gesetze zu überwachen. Und der Reichskanzler ist uns hierfür verantwortlich. Dte Rede des Justizministers an unS ging dahin: springt über den Stock, lieber heute alS morgen! (Stürmischer Beifall.) Nein, Herr Minister, wir springen nicht. (Lebhafter Beifall links.) Wir gehen unsere eigenen Wege. Wenn ich dte Reden deS Justiz- mintsterS und AuerS vergleiche, dann muß ich doch sagen: Auer war — schlimmer! (Stürmische Heiterkeit.) Alle unerlaubten Handlungen kann man nicht strafbar machen, chas würde zu rigoros fein. Das Anpreisen einer unerlaubten Handlung muß ebenfalls unerlaubt sein; aber eS muß deshalb nicht in allen Fällen gleich strafbar gemacht werden. Es handelt sich hier um Fragen der Zweckmäßigkeit. Bet Beurtheilung der Frage, wie weit die Strafbarmachung gehen soll, müffen wir alle Erfahrungen berücksichtigen, namentlich auch unsere Erfahrungen beim Culturkampf. Soweit ein praktisches Bedürfntß vorltegt, wird demselben durch unseren Antrag vollständig genügt. Der Herr Reichskanzler sagte, in der Eommtsston hätten die schutzbedürftigen Jntcnsfin nicht genug Berücksichtigung aefunden. Ja, ist denn der S 112 nichts? Der S 112, der unS schon sehr viele Angriffe zugezogen hat, und auch nicht von allen unser.n Freundin gebilligt worden ist! Wir dächten doch, dte Commission hätte recht Vieles, wenn auch nicht AlleS, beschlosien, was die Regierung wünscht. Wir lehnen jedenfalls, wenn die Regierung mit dem, was wir bieten, nicht zufrieden ist, dte Verantwortung für daS Scheitern der Vorlage ab. (Lebhafter B.ifall.) Minister Schönstedt: Der Herr Vorredner hat angedeutet, als ob meine gestrigen Worte einen Gegensatz in der preußischen Staatsregierung constatiren wollten, es bestehe eine Conlremine gegen die Bestrebungen deS Reichskanzlers. Er hätte besser gethan, dem Reichskanzler zu überlassen, mich zu desavouiren. So lange daS nicht geschieht, muß ich dem Vorredner nicht nur die Berechtigung, sondern auch d!e Befähigung absprechen (großer Lärm im Centrum), derarttge» auszusprechen. Mir hat nichts ferner gelegen, als dem Centrum Belehrungen zu et theilen oder nur seine Liebe zu erwerben. Das erstere nicht, weil ich es für aussichtslos halte, daS zweite nicht, weil es meinen Empfindungen widerspricht. (Lärm beim Centrum.) Ich wollte lediglich Klarheit schaffen, und darum möglichst rasch eine Entscheidung darüber haben, waS vom Reichstage erlangt roaben kann. Und da nun einmal diese Entscheidung beim Centrum liegt, so habe ich mich an dieses gewendet. Herr Bebel wird das wieder nicht für diplomatisch halten, aber die Diplomatie ist nicht mein Beruf. Mein Ton war kein docirender, ich lehne den Vorwurf der Schulmeisterei ab. Ferner habe ich dem Centrum auch nicht gestern nachgesagt, daß es sich während des CulturkampfeS Anpreisungen und Aufreizungen zum Widerstand gegen die Staatsgewalt habe zu Schulden kommen lasten. Ich habe gesagt: davon weiß ich nichts. Nun aber bin ich ja durch Herrn Groeber eines Anderen belehrt. Ich habe nur noch etwas zu erklären: Die Verhandlungen haben einen Gang angenommen, daß, wenn die Commissionsbeschlüsse Zustimmung finben, bte Reg'erung bk Waffen, welche sie für noth- wenbig erklärt bat, nicht erhält, unb ihr dagegen andere Waffen in die Hand gedrückt werden sollen, welche sie nicht verlangt hat, und von denen sie keinen Gebrauch machen kann. (Beifall.) Abg. Sigl (fractivnsloS) spricht sich mit Entschiedenheit gegen die Vorlage au«. Der Kriegsminister habe gesagt, er überlaste den Kampf gegen die Socialdemokratie der Polizei und der Feuerwehr. Ganz recht: man hätte bann aber auch in Fuchsmühl doch lieber von der Feuerspritze Gebrauch machen können. (Stürmische Hetterkett.) Ja Bayern vor Allem würde das Gesetz höchst unpopulär sein unb jeden Minister, der e8 vorlegt, unpopulär machen. Und nun die Art, n>k sich Herr v. Köller über den Reichstag geäußert habe! In Bayern dürfe ein Minister so etwas nicht wagen. Freilich, Herr d. Köller denkt: „ein Bursch wie ich, was macht sich der daraus." (Stürmische minutenlange Heiterkeit.) Ein Polizeidiener unterster Ordnung möge ja zu seinem Arrestanten sagen: Macht nichts, Du kommst mit! Aber ein Minister dürfe das nicht, in Bayern jedenfalls nicht. Aber er glaube auch nicht, daß Herr v. Köller im fernen der Regierung so gesprochen habe. Zumal eine Regierung, m deren Spitze solch ein Weltmann von Schliff stehe (große I Heiterkeit), würde den Reichstag nie so beleidigen. (Präsident v. Buol: Wenn hier eine Beleidigung des Reichstags vorgefallen wäre, so würde es meine Sache fein, sie zu tadeln.) Ich habe eS als Beleidigung aufgefaßt. Andere mögen cs nicht als Beleidigung fühlen. (Große Heiterkeit.) Der Redner verläßt dann die Tribüne auf der Sette, wo Minister v. Köller steht; dieser klatscht ihm Beifall, waS große erneute Heiterkeit veranlaßt. Die Dtscussion über das Prtnrip des $ 111, also Gtrafbar- machung der Anpreisung und Rechtfertigung von Strafthaten, wird geschlossen. Nunmehr wird die Debatte eröffnet über dte einzelnen in dem S Hl zu nennenden Vergehen. Es liegen dazu vor dte Anträge Lrvetzow auf Strafbarmachung der Anpreisung unb Rechtfertigung des Widerstandes gegen Beamte unb ber Röthigung von Beamten zur Vornahme von Amtshandlungen, Groeber (Ctr.) auf Strafbarmachung ber Anpreisung thätltcher Angriffe gegen einen Beamten, ber sich in Ausübung seines Amtes befinbet, unb Dr. Barth auf Stracharmachung ber Anpreisung und Rechtfertigung des Duells. Ein weiterer Antrag Barth will die Anpreisung der im S Hl aufgezählten Verbrechen und Vergehen nur dann strafbar machen, wenn sie in der Absicht geschieht, zu Strafthaten aufzureizen. Es sprechen: Abg. Dr. Enneccerus (ntl.) gegen den Antrag Groeber und für den Antrag Levetzow, ber Abg. v. Wolz- legier (Pole) für den Antrag Gro eber unb ben letzterwähnten Antrag Barth, Abg. Salisch (cons.) für Antrag Levetzow, Spahn (Ctr.) für Antrag Groeber unb Abg. Barth (frf. Vg.) für keine Anträge, inSbesonbere ben Duellantrag. Abg. Spahn (Ctr.): Das Centrum habe feine Stellung zu bem Duell nicht geänbert; es sei bereit, auch heute biese Stellung zu vertreten, aber eine hierauf bezügliche Bestimmung gehöre nicht in ben S Hl. Abg. v. Salisch (cons.) gegen ben Antrag Barth. Das Duell sei mit ben Ehescheidungen auf gleiche Stufe zu stellen; beide seien ein nothwendiges liebel. (Heiterkeit.) Abg. Bebel (So:.): Das Duell gehört recht eigentlich in den 8 Hl. In kaum einem anderen Falle wird gegen Religion, Gitte und Ordnung mit so ruhiger Ueberlegung gebandelt, rote beim Duell Betrachten Sie das Duell als einen gesellschaftlichen Zwang, so sollten Sie doch froh sein, hier ein Mittel gesunden zu haben, das Sie diesem Zwange enthebt. Merkwürdig ist, daß sich in den letzten Monaten die Duelle auffällig gemehrt haben, namentlich auch unter Mitgliedern dieses Hauses, unter denen sogar Herr o. Stumm rückfällig ist. KriegSminister v. Bronsart: Es ist bei uns Grundsatz, jeden Conflict unter Offizieren friedlich auszugleichen. Ist das nicht möglich, dann liegt ein tragischer Conflict vor. Wir sind der Meinung, daß der Beruf des Offiziers es erfordert, wenn er bereit ist, für die eigene Ehre mit seinem Leben einzustehen, so werden Sie ihm wenigstens mildernde Umstände nicht versagen (Bravo rechts.) Schließlich werden fämmtliche ««träge, sowie % 111 sowohl in der «omwifstonS- als in der RegiernngSfastung ab- gelehnt. (Durch Anschlag an unserer Expedition bereits geft-rn Abend rnitgetheilt. Red.) Weiterberathung morgen. Vermischte- • Gera, 9. Mai. Dte im In- und Ausland rühmlichst bekannte Amthor'sche Anstalt feiert vom 6. bis 8. Juli daS Stiftungsfest des Vereins ehemaliger Schüler. Der Verein hat den Zweck, die aus der Schule geschloffene Freundschaft und dte Erinnerung an die gemeinsame Bildungsstätte auch im späteren Leben zu pflegen. * Die mediciuische Wissenschaft hat, wie allgemein bekannt, in der letzten Zeit versucht, mit einer ganz neuen Heilmethode die gefährlichsten Krankheiten wie die Tuber- culofe, Diphtherie rc. rc. zu bekämpfen. Die Sensation erregende Erfindung des TuberculinS sowie die erstaunlichen Berichte über die Erfolge deS Heilserums haben wohl daS allgemeine Interesse in hohem Grade in Anspruch genommen. Eine für dte Gesundheitspflege höchst werthvolle Errungenschaft der neueren Zeit ist aber auch die Herstellung deS „Myrrholin", auf welches wir hiermit die Aufmerksamkeit unserer Leser lenken möchten. DaS „Myrrholin- ist der nach einem patentirten Verfahren gewonnene ölige Auszug des Myrrhenharzes. Dieses enthält sehr werthvolle Bestand- theile, welche eine ganz specifische Wirkung auf die Haut haben. Darin ist wohl auch der Grund zu suchen, daß die Myrrhe schon im grauen Alterthum zu den geschätztesten Specereien gehörte, daß sie, wie wir auS dem alten Testamente erfahren, einen Hauptbestandtheil deS heiligen oder Salb'OeleS bildete und daß sie bei allen Culturvölkern deS AlterthumS als Conservirungs- und Schönheitsmittel in hohem Ansehen stand. Der deutschen Wiffenschaft fiel eS zu, diese auch von den großen Gelehrten Huseland, Rust, CheliuS, Fr. Hoffmann, Stahl rc. gekannten und gepriesenen werthvollen Eigenschaften der Myrrhe aus der Bergeffenheit hervorzuholen und mit welch großem Erfolg, das beweisen die Urthetle von nahezu 3000 deutschen Professoren und Aerzten, welche das „Myrrholin" geprüft und dasselbe für ein unübertroffenes, unentbehrliches Mittel zur Pflege der Haut und bet den verschiedensten Hautleiden bezeichnet haben. Aber ebenso wichtig wie dte Gewinnung des Myrrholins war zu seiner practischen Verwendung die Auffindung einer Form, welche für die Gesundheitspflege im Allgemeinen von 1 weittragendster Bedeutung werden wird. ES war dte Aufgabe zu lösen, daS Myrrholin mit seinen feinen und wirkungsvollen ätherischen Oelen für die Gesundheit-- und Schönheitspflege der Haut so in Anwendung zu bringen, daß der Gebrauch weder störte noch irgend wie belästigte und dennoch der Zweck vollständig erreicht wurde. Dte Lösung geschah nach langen und mühsamen Versuchen endlich dadurch in vorzüglichster Weise, daß man daS Myrrholin einer sehr feinen Toiletteseife zusetzte. Hierdurch wird eine Toilette Gesundheitsseife zum täglichen Gebrauch geschaffen, wie sie bisher nicht existirte, dte den weitgehendsten Ansprüchen an eine feine Toiletteseife genügt, welche wegen ihrer großen Milde und Reizlosigkeit von den Aerzten alS die beste Toiletteseife namentlich für Frauen und Kinder bezeichnet wird. AuS den Gutachten der Professoren und Aerzten — eine Anzahl wird demnächst in unserem Blatte veröffentlicht — geht hervor, daß dte neue Patent-Myrrholtn- Seife berufen ist, eine vollständige Umwälzung im Gebrauch der Toiletteseifen herbeizuführen, denn jeder für seine Gesundheit besorgte Mensch, Frauen mit zarter Haut und vorsichtige Mütter werden — das find wix sicher — in Zukunft nur dte Patent-Myrrholin-Seife für den täglichen Gebrauch benutzen. Bei der Redaction eiugegangene Bücher rc.: — Umsturzvorlage und Revolution. Von einem Volks - freund. Viertes bis sechstes Taufend. Verlag von Ulrich Kracht, Berlin W. — Leitfaden für SaSconsumenten, unter Berücksichtigung anderer Beleuchtungsarten von Ludwig März, Gastechniker. Leipzig. Verlag von Herm. Schlag Nachf. Literatur und Aunst. — Die Kritik, Wochenschau des öffentlichen Lebens. HerauS- gegeben von Karl Schnetdt. Verlag von HUgo Storm, Berlin^., Gledtlschstr. 35. Abonnement vierteljährlich 5 Mk. Einzelne Hefte 50 Pfg. Heft 32 vom 11. Mai er. enthält: Bürgertrutz. Vom Herausgeber. Gustav Frkylag. Von Karl Bleibtreu. Zur Lippefchen Thronfolge. Von O. Asemissen, Landtagsabgeoidneter. Was beim Snteioieroen herauskornmt! Von Max Stempel. DaS Sterben. Von Johannes Schlaf. • Geister und Götter. Von Kuno Faust. Eingebildete Sünder. Von R. Plöhn. Im Namen der Unmündigen. Von H. S. ___________ — ES freut unS, unseren Lesern mittheilen zu können, baß die Verlagsbuchhandlung von Stephan (Seibel in Altenburg vcn dem binnen 2 Jahren in 2 starken Auflagen erschienenen Buche: Karl Zeitz, KriegSerinuernnge« eine» Feldzugsfreiwillige« auS de« Jahren 1870—71, eine billige Jubel - Ausgabe veranstaltet, von welcher sie uns das 1. Hest zur Besprechung übersandte. Es gtebt in der That kein Buch, das ben Laien besser in ben Krieg, wie er sich abspielte, in bk Leiben unb Freuben bes FeldzugSlebenS einführt, als bas Zeitz'sche. Es hat ebento großes Inkreise für ben Soldat, wie für den Nichtsoldat, für bie Jugenb, rote für ben reifen Mann. Wir wollen nicht unterlassen, unsere L.ser auf bas Erscheinen bkfer billigen Ausgabe aufmerksam zu machen unb Ihnen bte Anschaffung berfelben warm zu empfehlen, umsomehr als der Inhalt bes Werkes für bieses Jahr von ganz befonberem Interesse ist, weil man in bemklben in Deutschland überall bie 25jährige Wieberkehr ber glorreichen Zeit feie.n ro.rb. Wie uns bte Verlagsbuchhanblang rnitthetlt, wirb bas Werk in 29 achttägigen Lieferungen L 20 Pfge. erscheinen unb 58 Bogen mit 180 Original» zetchnungen von der.Künstlerhand R. Starke« (Weimar) und eine Karte des Kriegsschauplatzes mit etngezetchneter Marschroute des 32. Regimen, s enthalten, und soll diese Volks - Ausgabe US zu Wehnachten complett Dorllegen. Bestellungen auf dieselbe nimmt jede Buchhandlung, jeder Colporteur u. f. ro. entgegen. „Sammelt die übrigen Brocken, auf daß nichts umkomme." Wenn mir heute von Herzen für all daS Wohlwollen danken, das treue, sürsorgende Liebe für bie Armen, Kranken unb Elenden unserer Anstalt unS burch bas Sammeln von Brocken erwiesen Har, so möchten wir zugleich weiter bitten: Werdet nicht mübe in bitjer Liebesarbett für uns, bamtt wir bie Thüre unseres BrockenhauseS immer weiter austhun können unb ber aus ben Brocken fließende Segen immer größer werde. Aus dem Verzetchntß der von unS gesammelten Gegenstände führen wir auf: Cigarrenabschnitte, Clgarrenktsten, Staniolkapseln, Korkpfropfen, Blei, Kupfer, Zinn, Zink, Bücher, Noten, Folianten, Schriften, Hefte, Papier, Zeitungen, Bilder, Lumpen, Knochen, Gummisachen, Schirme, Schuhe, Stahlfedern, Stiefel, Hule, Federn, Pferdehaar, Briefmarken, Garn, Seide, alte Münzen, Denkmünzen, Antiquitäten, Handschriften, Hausrath; aber auch: Kleidungsstücke, Wäsche, Betten, Decken, Uniformen, Waffen, Möbel, Nähmaschinen, Musikinstrumente, Uhren, Ringe, Schmucksachen, Spiele, Sammlungen, Elfenbein, Werkzeuge, Kurzwaaren, Ladenhüter, Muster, Glas, Porzellan, auch GlaS- und Porzellanfcherben, altes Eisen usw., wenn bet weiteren Entfernungen die Fracht den Werth derselben nicht übersteigt.' Wir bitten um portofreie Zusendung unter folgender Abresse: „Brockensammlung ber Anstalt Bethel, Poststation Gadderbaum, Bahnstation Bielefeld." Der Borstand von Bethel. v. 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