M. 291 Der fit|wT Aiei-tt «rschemt täglich, tM Su-llahme bei Montag». Die Gießener D«»ttte«ötLtter »erd« dem Anzeiger »dchevllich dreimal bdfldtgL Zweites Blatt. Mittwoch den 11° December Gießener Anzeig er Kenerat-Wnzeiger. L.8SÄ vierteljähriger ASoa»e«e»t»prelFr 2 Mark 20 Pfg. mit vringerlohn. Durch die Post bezöge» 2 Mark 60 Pfg. vedactian, LxpedtttoO und Druckerei: Kchutstratze Mr.B. Fernsprecher 51. / 2(mts« und Anzeigeblatt für den Kreis Gieren chratisöeitage: chießener Kamitienßkatter. Vietze», beti 10. December 1896. ♦* Kuvstvereill für das Grossherzogthum Hessen Bei der Alle Annoncen-Bureaux de» In- und AuSlande» nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Lande darstellend. Der Präsident der Akademie, Profestor Ende, laS nun .die von der Königlichen Akademie gewidmete Adresse vor Die Menzel-Feier in dem Uhrsaal der Königlichen Akademie der Künste. Berlin, 8. December 1895. CY auf Wunsch des Professors Ende eine kleine Pause» während welcher er seine Gäste an einem kalten Buffet be- wirthen liest. Nach der Frühstückspause wurde eine Photo, graphische Aufnahme von Menzel inmitten der „Friedericianischen R esenaa de" gemacht. Dann erschienen noch der Geheim- Rach Profeffor CurtiuS und Reinhold Begas zur per- sönlichen Gratulation. Es schloffen sich daran die Vertreter der Srudirenden der obengenannten Hochschulen an; den Schluss der Gratulation bot der Borstand des Breslauer Kunstvereins, dem sich noch einige persönliche Bekannte deS Jubilars anschloffen. Um 1 Uhr schloss die erhebende Feier, ohne dass man dem greisen Meister eine Ermüdung anmerEte. Vaterstadt deS grossen Meisters, zur Beglückwünschung etn- tLommanoeur ut» . gefunden. Die „Societa Italiana di Lsriino" übergab eine । Kessel begrühte italienische Adresse, die Menzel gletchsalls zum Ehrenmitglied . Kess et vegr b | folflten dann der Vorstand deS Akademtschen Instituts sür Kirchenmusik, Pioseffor Ra decke, der Verein Berliner Künstler mit Proseffor Körner an der Spitze und die Beamten der Akademie. Der Verein der Berliner Presse war durch Sudermann vertreten, welcher in seiner Rede ausführte, dass er sich gewissermassen auch als Schüler Menzels fühlte. Auch der St. Petersburger aquarellistische Verein war erschienen, um dem gefeierten Meister die Ehren- mitgliedschast zu verkünden. Bon Budapest kam der Vorstand des Ungarischen Kunstvereins, für Stuttgarts künstlerische Kreise gratutirte Professor Jgler. Dem Vorstand des Photographischen Vereins, Professor Frobel, erwiderte Txcellenz Menzel in längerer Rede, in welcher er den Zu- sammenhang der Maleret und Photographie nachwies. In Vertretung Seiner Königl. Hoheit des Prinzen Friedrich Leopold war der Hosmarschall v. Nickisch- Rosenegk erschienen; ihm folgte der Oberbürgermeister von Berlin, Zelle, welcher Menzel die Ehrenbürgerschaft verkündete. Im Namen der Gemeindevertretung sprach Stadtverordneten-Vorsteher LangerhanvS seine Glück wünsche auS. Da Txcellenz Menzel während der ganzen Zeit gestanden und jedem Einzelnen der Gratulanten freund- : Uchft gedankt und sich mit ihnen unterhalten hatte, so machte »«nahm. Don Anzeigen zu der Nachmittag» für b« foloenden Lag erscheinenben Nummer bi» Vorm. 10 Uhr. am Samstag Nachmittag staltg-hadt-n V-rl°°sung de, Kunst»-rein» für da- Grotzherzogthmn H-ff-n ftnb ««»• virzeichnete 42 Gewinne gezogen und von den dabei de- merkeen B-r-insmi.gliedern g-«°nn-n worden: 1) Oel- gemälde und Aquarelle: R. Lhierboch, München, „Landschaft", G-win°er: Pfarrer Schimpff WUtwe in Darw- nabt. A. Eggersdöifer, München, „Landschaft , Gew.. Rentner Georg Poffel in Darmstadt, gelb. Snob, Milden, „Romifcher Opferaltar", Gew.: Oderm-dieiaalrath vr. Neid Hardt in Darmstadt. Heinz H.tm st, D°rwstadt, „Zwei Mädchen, Brautschleier nähend", Gew.: Bahnbezirksingenieur Amend in Darmstadt. Max Pitzner, München, ,/Vor feind- Uchem Gebiete", Gew.: Frau Kaufmann Manck Wittwe in Darmstadt. Karl Schaupert, Nürnberg, „Der Rattenstieg in der Lorenzktrche in Nürnberg", Gew.: Bankier R Bam- beraer tn Mainz. Pedro Muth, Worms, „Versunkene Pracht", Gew.: Malermeister H. I. Schneider in Darmstadt. Heinrich Deuchert, München, „Landschaft mit Hühner , Gew.: Kaufmann Eugen Trier in Darmstadt. Kari Stuhlmüller, München,„DorfwirthShaus",Gew : Stadt Giessen. Rich. Hoelscher, Darmstadt, „Lesender Junge', G:w.: Justtz- rarh Karl Schenck tn Darmstadt. Adols v Meckel f, //Weg am Tobten Meer" (Aquarell), Gew.: Postsecre'.är O. Pabst in Darmstadt. Lila Gaede, Hamburg, „Knsch.'n , Gew.. Maler H. Schlegel in Darmstadt. E. Weiß, Königsberg i. Pr., „Ein Erholungsstündchen", Gew.: Ingenieur M v Jungen- seid in Mainz. Marie Gräfin Beroldingen, Ratzrnrtev, uub überreichte gleichzeitig d.e von BegaS modellirte Menzel- Medaille. Die Professoren v. Werner und Joachim brachten hieraus ihre Glückwünsche im Namen der Akademischen Hochschulen sür die bildenden Künste und die Musik. Im Seine Waj stat der «aifer hatte fchou °m^Morgen durch I Xe.iÄÄtXÄl chen 6»ef de» Geheimen Cwstcabmet« v. Lucanus f a,arbeiteten Adresse: ihm folgte der R-eior der Technischen wünsche und die Beförderung^zum Wirklichen Gehet tzachschule Profeffor Müller-BeeSlau. Der General. •“ Hm TÄ begleitet vom Ehren- bt^'or der Königlichen Mufeen, Geh. Ober-R-g.-Rath ...«■<.;.*-Dr-“... >,» 3.«.. VT rr »SS“™“1"' Senat, die Mitglieder der Akademie und Stufen 4 Düsseldorfer Künstler Verein verlieh Menzel Hochschulen für Kunst und Musik in vollem Wich ! Earenmttuliedfchafr, während der Düsseldorfer Malkasten stellung genommen. Am Eingang Uhrsaal, s ^ild überreichte. Der Verein der Berliner Künstlerinnen, Gaale selbst waren auf Befehl Seiner Mas st I , «rnfeffor Wichmann aus Weimar waren die Mnb Rüstigkeit zeigte, präsentirte die Ehrenwache nach altem Reglement. Der Flügeladjutant und Commandeur deS ! 1. Garde Regiments zu Fuß Oberst ti. ~ ' Excellenz Menzel im Namen Seiner Majestät. Der Meister war üoer diese Aufmerkiamkeit tief gerührt. Als er sich tanu in den Nebensaal begab, begrühte ihn ein a capella- Gesang der Königlichen Hochschule für Musik. Nach Beendigung deffelben übergab der Chef der Schatullen Verwaltung, Geh. Reg.. Rath Miessner, eine Büste Seiner Majestät deö Kaisers von Schott in Bconce, in Lebensgröße modelltrt. ES wurde dann mit einer Ansprache des Professors Ende das von Professor Koner gemalte Porträt MenzelS, welches herrlich mit Blumen geschmückt war, mit der Bestimmung übergeben, daß eS zum Andenken an die heutige Feier für immer in dem Sitzungsfaale der Akademie verbleiben sollte. Dann wurde Menzel in das kleine, völlig irrt seinen Werken geschmückte Zimmer geführt, welches zugleich mit Möbeln aus der Zeit Friedrichs des Großen aus dem Königlichen Sckloß ausgestattet war. Hier begrüßte ihn im Namen der Regierung der Cultusminister Dr. Bosse, welcher in Menzel daS Vorbild einer auSgereiften, fünft irischen Persönlichkeit erblickte. Er überreichte ihm eine Radirung deS Proseffor Giler, Friedrich den Großen auf dem Feuilleton. Weihnachtsbilder. Plaudereien für dm „Gießener Anzeiger". (Nachdruck verboten.) I. Die Weihnachtsvorbereituugen. Der erste Schnee ist über Nacht gefallen. Ein weiss-r, Lichter Vorhang hat sich vor die Welt gesenkt, die noch vor wenigen Tagen die bunten Farbevreste des Spälherdsteö trug. Durch die dünne Schneeschicht bohrt sich aber sieghaft daS immerwährende Grün der Nadelhölzer, als wollte es verende«: nun ist meine Zeit gekommen, mich vertreibt kein Elskönig! Die Natur hat das weihnachtliche Feierkletd ungezogen, den« unwillkürlich leihen wir ihr die Stimmungen, die und erfüllen. Wit leuchtenden Augen schauen die Kleinen auf dem Arme der Mutter nach den frisch candirten Tannenbäumen und fragen: Kommt jetzt bald der Weihnachtsmann? Oder sie deuten in der Dämmerstunde, wenn sie in heißer Spannung dem so und so ost gehörten Märchen lauschen, mit den kleinen Fingern nach den Sternen, die in den kalten Wiuternächten um f» Heller funkeln, und sagen: Das find wohl die Weihnachtslichter; wie lange dauert es denn noch, bis sie auch Lei uns angesteckt werben? und die Größeren in der Schule Lerne, da« schöne Liedchen: „Alle Jahre wieder kommt das LhristuSktnd auf die Erde nieder, wo wir Menschen find, ist auch mir zur Seite still und unerkannt, daß es treu mich leite an der lieben Hand." Wohl unS, wenn wir auch tu späteren Jahren nicht verlernen, auf daS Flügelrauschen des Weihnachtsengels zu achten, wenn wir auch noch im Alter mit jugendliche« Ge« müthe an dem Feste der Jugend theiluehmen und mit froher Geschäftigkeit unsere Vorbereitungen zu ihm treffen können! Ja, diese Vorbereitungen! Wie viel Freude gewähren sie nicht und zu welch endlosen Klagen bieten sie gleichzeitig Anlaß?! Letztere darf man nur nie ernst nehmen. „In vier Wochen ist Weihnachten und ich habe noch rein gar nichts besorgt!" DaS ist so die stehende Redensart unserer Mütter und Schwestern. Und gerade die tüchtigsten Hausfrauen, welchen jeder Tag ein wohl abgemessenes Stück Arbeit überweift, find eS, die so reden. Kommt dann aber die Stunde der Bescheerung, dann biegt sich der Tisch förmlich unter der Last der Gaben, die nicht nur so in zwölfter Stunde zusammengerafft, sondern mit liebevoller Umsicht und verständtger Berücksichtigung der Bedürfnisse jedes Einzelnen ausgesucht worden find. Zu einer normalen Weihnachtsvorfreude scheint die Angst deS Nichtfertigwerdens nun einmal zu gehören. Die Haus fiau verwendet auf ihre Commissionsgänge jetzt die doppelte Zeit, und immer ist die „Hauptsache" noch vergessen oder ntcht nach Wunsch gesunden! Die Haustöchter sticheln in vorgerückter Abendstunde an ihren Handarbeiten herum, während schon die Lampe mit dem letzten Oeltropsen wuchert. Der ungleich größere Petroleumverbrauch muß in den Haushaltungen auch auf daS WeihnachtSconto geschlagen werden. Heute, wo der Beschäftigungskreis unserer Mädchen fich so bedeutend erweitert hat, ist auch die Klasse der Weihnachtsgeschenke, die aus zarter Hand hervorgehen, um hübsche Neuheiten bereichert worden. Die Vorliebe, welche unsere Damenwelt in den letzten Jahren für die Malerei und ins- besondere für das kunstgewerbliche Malen und Zeichnen erfaßt hat, liefert die Grundlage für die Anfertigung allerliebster Sachen, wie bemalte Wand» und Ofenschirme, Photographierahmen, Papier- und Flickkörbe, Schatullen, Kästchen rc. rc., die auf dem Gabentisch ungemein zierlich und farbenfroh wirken. Die malenden Damen sind jedoch bei den Weihnachts Vorbereitungen diel ungünstiger daran als ihre Schwestern mit der Nadel. Während diese in den stillen Abendstunden, ja bei nachtschlafender Z it, rüst'g thr Wetk fördern können, sehen sie sich angewiesen auf das kurze Tageslicht, das schon um 4 Uhr Nachmittags Abschied nimmt. Da müssen die Hellen Stunden mit doppeltem Eifer auögenützt werden. Aber gerade tn dieser fliegenden Eile, in diesem athem- losen Schaffen steckt ein Hauptreiz. Die Poesie der Weihnachtsvorbereitungen hört erst auf und räum: der Prosa den Platz, wenn wir aus dem schützenden Bezi k des Hause« hinaustreten auf den Markt des Lebens, hinein in das laute, geräuschvolle Geschäftsgetriebe. Die Zeit vor Weihnachten ist für unsere GeschäflSleute eine aufreibende, ungeheuere Kräite von Intelligenz und physischer Arbeit absorbirende Zeit. Von Genuß ist bei diesen WeihnachtSvorbereitungen wenig zu spüren. Wenn der WeihnachtSmarkt flau auSsallt, so ist daS für die meisten Gcschäste eine große Calamirät. Mit allen Mitteln einer geschickten Reclame müssen daher die Käufer herbeigelockt werden. Um in der Concurrcnz bestehen zu können, wird auf die Herstellung der Anpreisung eine besondere Sorgfalt verwendet. Eine ganze Technik hat fich hierfür schon herausgebildet. Vorbei, lange vorbei find die gemüthlichln Zeiten, da der Inhaber einer Firma in Ge- wüthöruhe hinter seinem Ladentische abwarten durfte, bi« das kaufende Publikum ihn aufsuchte und sich das seinen Wünschen Entsprechende vorlegen ließ. Nicht nur, daß die Schaufenster und Erker eine ungeahnte Ausdehnung erfahren haben, — der sichtbaren Ladenausstellung zur Seite wandelt auch die gedruckte Reclame, häufig in Gestalt eines splendid ausgeftattetkn WeihnachtS-CatalogS, der gleich den neuen Kalendern womöglich auch noch Bilder und Geschichten mit fich sühn und den Leuten gratis ins HauS kommt. Ein hübsches Sümmchen muß der Kausmann bereits im Voraus, in Erwartung deS eintreffenden Verdienstes für derartige Reclame opfern. DaS ist nun einmal nicht anders und infolge des fieberhaften Wettbewerbs spitzt sich daS von Jahr zu Jahr noch zu. (Fortsetzung folgt.) „'Schnepfen und Weinglas", Gew.: Frqu Rentnerin Fulda In Offenbach. Wilhelm Bader, München, „Landschaft", (Wq.iatcfl), Gew. Fabrikant Henry Wecker in Offenbach. Wlllrelrn Bader, München, „Landschaft" (Aquarell), Gew.: Hosschaufpleler Edward in Darmstadt. — 2) Hand- - ichnungen und Farbendrucke: Heinz Heim f, Darm- stadt, „Z oei Mädchen am Nähtisch", Gew.: Generalarzt I)r Kappeffer In Darmstadt. Heinz Heim f, Darmstadt, „Drei Pfründner", Gew.: LandgerichtSrath I)r. Karl Meißel in Darmstadt. Zwei Blätter de« Rethel-Zyclu«, Blatt 1 und 2, Gew.: Gymnasiallehrer Dr. Anthe« in Darmstadt. Re'hel-Eyclu«, Blatt 3 und 4, Gew.: Fabrikant Hermann Heß in Mainz. Reihel-Eycku«, Blatt 5 und 6, Gew.: Kaufmann Arnheiter in Darmstadt. Rrthel Cyclu-, Blatt 7 und 8, Gew.: Oberarzt Dr. Reisinger in Ma nz. Ernst Hildebrand, Berlin, „Königin Louise aus der Flucht nach Memel", Gew. Finanzaeptranr Zulauf in Darmstadt. Anton v. Werner, Berlin, „Im Etappenquartier", Gew.: Rentner Ernst Knipp in Offenbach. — 3) Stiche: Murillo, „Madonna", Gew.: Weinhändlrr E. LH. Schmitz in Mainz Murillo, „Madonna", G w.: Bürgermeister Gräff in MonSheim. — 4) Rad ir- ungen und Photographien: F. A. Kaulbach, München, „Em Mattag", Gew.: RegicrungSrath Fey In Darmstadt. F A. Kaulbach, München, deSgl., Gew.: Fabrikant P Le- wtno in Mainz. F. A. Kaulbach, München, deSgl., Gew.: Stadt Gießen. F. A. Kaulbach, München, de-gl., Gew.: A'chitect und Stadtverordneter Heinrich Müller in Darm- stadt. W. Schröter, Karlsruhe, „Winterlandschaft", Gew.: Fabrikant L. Bloch in Offenbach. Wilhelm Feldmann, München, „BurgHohenzollern", Gew.: Ingenieur G. Francts- cul in Darmstadt. Gust. Schvnleber, Karlsruhe, „Kohlen- dampser", Gew.: LandgerichtSdirector Jöckel in Gießen. Robert Schultze, München, „Helgoland", Gew.: Gerichts- ichretber Bartha in Darmstadt. H. Ulbrich, München, „Sturm", Gew : Fabrikant Karl Hammann in Offenbach. Andreas Achenbach, DUffeldorf, „Norwegischer Wasserfall", Gew.: Bankier Rtschmann in WormS. Franz von Lenbach, München, „Fürst BlSmarck", Gew.: Rendant Emil Schmidt in Offenbach Franz von Desreggcr, München, „Werbung", Gew.: Major a. D. Fltnsch in Darmstadt. Ludw. KuauS, Berlin, „Raufende Buben", Gew.: Wi'helm Nebel in WormS. E'uard Grützner, München, „Devotion", Gew.: Rentner Georg Walther in Darmstadt. Rudolf Eichstädt, Berlin, „Blücher empfängt die erbeuteten Orden re. Napoleons bei G moppe", Gew.: Fräulein Ltnß in Darmstadt. „Unsere Kunst" (Album Düsseldorfer Künstler), Gew.: Kaufmann Heinrich Pabstmann in Hochheim. — Somit kamen nach Darmstadt 28, Offenbach 6, Mainz 7, Gießen 3 und WormS 8 Gewinne. Kriiuberg, 6. December. Die am vergangenen Montag stattgehabte Volkszählung ergab eine ortSanwesende Be- völkerung von 2085 Personen - hiervon waren 974 männlichen und 1041 weiblichen Geschlechts. Bet der im Sommer vorgenommenen Beruf«- und Gewcrbezählung zählte die Stadt _ 2074 Einwohner. Die Differenz erklärt sich aus der großen Anzahl von Wasserleitung« und Bahnarbeitern, die im Laufe de« Sommer« hier wohnten, nun aber zum größten Thetle wieder weggezogen sind. Darmst. Ztg. Mh. Kaffel, 6. December. Der gestrige Sturm, der auch die vergangene Nacht anhielt, hat an Häusern, in Gärten und Wäldern vielen Schaden gethan. Einige Etsenbahnzüge hatten erhebliche Verspätung, so der Hamburger Schnellzug Über eine halbe Stunde bis hier. * Kiel, 5. December. Bei dem Sturm in der vergangenen Nacht ist eine dänische Barkasse bei FriedrichSort gestrandet. Durch LoSreißen der Anker des Zollwachtschtffeö wurde die Kabelleitung zerstört. * Mn Personen,ug ohne Personen. Daß ein Zug von feiner AnSgangSstation bis zur Endstation ohne jeden Fahrgast fährt, dürste gerade nicht häufig Vorkommen. Dieser seltene Full hat sich jüngst auf der Bahnstrecke DreSdem-Meißen zngetragen. Ein Personenzug dieser Bahnlinie fuhr leer in Meißen an. Auf sämmtlichen fünf Zwischenftationcn hatte sich auch nicht ein einziger Reisender gefunden. Alle Gast- Hausdiener, die sich auf den ankommenden Zug stürzten, mußten unverrichteter Dinge wieder abziehen. * Neustadt a d. tz., 7. December. Infolge de« Sturmes stürzte der nordöstliche Thetl de« historischen Hambacher Schlosse« ein. • Antwerpen, 5. December. Aus Requisition der deutschen Polizei tollten In einem hiesigen Hotel zwei verdächtige, unter den falschen Namen Abraham und Leopold Arnstein sich aufhaltende Personen verhaftet werden. Beide erschossen sich jedoch im Augenblicke der Verhastung. * Bukarest, 5. December. In der vorigen Nacht sind da« lyrische Theater und das alte Tribunal abgebrannt. Der Schaden beträgt 1,200,000 FrcS. * tfin Fernsprecher in der Wüste Sahara. Da« ist daS Neueste, was aus Tunt« belichtet wird. Der Ingenieur Bayolle, der an der Spitze der au« hundert Personen bestehenden telegraphischen Mtsfion von BiSkra nach Tuggurth reist, hat am 18. November aus seinem 18 Kilometer entfernten Lager zum ersten Male nach BiSkra telephonirt. Er gedachte täglich um 5 dis 10 Kilometer vorwärts zu kommen und Tuggurth Mitte December zu erreichen. Doch hat sich eine ganz besondere Schwierigkeit herausgestellt. Die Kameele, die die Telegraphenstangen tragen, sind an solche langen Lasten nicht gewöhnt, weigern sich oft, mit denselben vorwärts zu gehen und legen sich mitten int Marsch damit auf den Boden. • Irre» ist menschlich AIS Trost, wenn wir irren, aber Ruch als Warnung vor blindem Autoritätsglauben, kann un« die Thatsache dienen, daß auch die größten Männer in Irr- thümern befangen waren, die dem heutigen Geschlecht un- begreislich scheinen. Alle Philosophen und Staatsmänner Griechenlands und RomS waren von der Vernünftigkeit der Sclaverei so fest überzeugt, daß sie sich gar keine andere Gestaltung denken könnt.n. Da« klassische Alterthum urtheilte geringschätzig über den Handels- und Gewerbestand. Luther scheint der erste gewesen zu sein, der jede rechtschaffene Arbeit, jeden ehrlichen BerusSstand al« berechtigt anerkannte. Biele Arten der Arbeit, auch rein mechanische, sind aber erst jetzt im Begriffe, sich zur Geltung durchzuringen. Galilei wollte nichts von Kepler wissen- Fulton, der ^Erfinder der Dampsschiffe, wurde von den 40 Unsterblichen der sran- zvsischen Akademie für halb „wahnsinnig" erklärt. Dieselbe Körperschast verwarf und verlachte die Möglichkeit der Meteorsteine, nachdem schon die alten Griechen an sie geglaubt hatten. AusS verächtlichste urtheilten Tolbert über Maschinen, Napoleon I. über Dampsschiffe, ThierS über Eisenbahnen - auch Arago, der Physiker, meinte, nimmermehr würden die Eisenbahnen Lasten befördern können. Die ' französische Akademie der Wiffenschasten erklärte den Techniker, der an den Eisenbahnbau gehen wollte, für reif zur Zwangsjacke. Bei Eröffnung der Nürnberg-Fürther Eisenbahn beschloß da« bayerische Obtrmedicinalcolleg, der Fährbetrieb mit Dampfwagen fei im Interesse der öffentlichen Gesundheit zu verbieten- die schnelle Bewegung erzeuge unfehlbar Gehirnerkrankungen, ja schon der bloße Anblick eines rasch dahin- fahrenden DamPfwagcnS könne dasselbe bewirken. Friedrich der Große schrieb in seiner Schrift „Lti Littörature allomande 1770", also nachdem Lessing und Goethe bereit« aufgetreten waren, die Deutschen hätten b'Slang nicht« gekonnt als effen, trinken und dreinschlagen- er verwirft die ganze deutsche Litteratur, nur Ayrenhoff läßt er gelten, Shakespeare findet er abscheulich, barbarisch, den erbärmlichsten Characierzeichner, Luther und Melanchthou erklärt er für mittelmäßige Pfaffennaturen. Abschätzig urtheilte Schiller über Alexander von Humboldt, Winkelmann über Lessing, Uork über Stein und Gneisenau. Byron Überschätzte Pope maßlos und stellte dcffen Uedersctzung des Virgil über daö Original, lieber Schillers G'.ocke schreibt Karoltue Schlegel: „Wir wären vor Lachen fast vom Stuhle gefallen." Schliemanns Funde wurden von Ernst Curtiu« spöttisch behandelt. Händel dachte gering über Gluck, Beethoven über Mozartö „Don Inan", Eherudini über Beethoven, Weber über Beethovens heroische, Spohr über dessen C-moll und Neunte Symphonie, Franz Schubert über Webers Euryanthe, Mendelssohn über Ander und Meyerbeer. Schiller fand Haydns „Schöpfung" kindisch, Winkelmann nennt die Hochalpen abscheultch. Goethes und Rückerts Urtheil über Uhland, Platenö über Heine und umgekehrt waren durchaus abfprechcnd. Auf das Beispiel mit Richard Wagner braucht kaum noch hingewiesen zu werden. Irren ist menschlich. * DaS Gewicht eines gesunden Menschen. Wie viel der Mensch wiegen soll, wenn er gesund ist, daS hat der Berliner hygieinische Verein in eine leicht verständliche Formel gebracht: Bei einer KViperlänge von 150 Zentimetern beträgt da« Normalgewicht 50 Kilogramm ober ein Zentner; e« wächst dann mit jedem Zentimeter Körperlänge um ein Kilogramm. Danach wiegt der „Normalmensch" so viele Kilogramm, alS er Zentimeter über einen Meter lang ist. ES kann sich'« jeder also bequem auSrechnen, wie viel er wiegen soll. Fühlt sich der Mensch gesund, ist er lebensfroh und lebt er vernünftig, dann thut'S ihm auch nicht«, wenn er etwas mehr ober weniger wiegt als der „Normalrnenfch". Citeratar rrnd Kauft — Im Verlage von Emil Roib hier eifchien: ^Christlich«« chauAhuch und Familien Chronik", Quart-Format mtt Jllu- flraltonrn, Velinpapier, hocheleg. 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Da« nette zierliche Werkchen bient ebensowohl der Erweckung und Belebung de« christlichen Famlllenstnne« wie dem Genügen von schriftlichen Auszeichnungen für den Gebrauch im bürgerlichen Leden. Wo e« noch keinen Eingang in der Familie gesunden, da sollte der HauSvater bei dem verlockend billigen Preise e« doch aus den Wei du acht« tisch bringen, kein Glied seiner Familie wird eS ohne herzliche Freude begrüßen. __________ — ^Quintessenz der t?ebeti«»ei«heii und Weltkunst. Rach Ehesterficld« Briesen an seinen Sohn bearbeitet von Dr. Karl Mundtng. Neue, billige Grschenk-AuSgade. 262 Setten gr. Qctav. Elegante, sehr gediegene Ausstattung. Brosch. Mk. 1.50. In seinem Ganzletnendand geb. Mk. 2.—. Schwabacher'sche Verlagsbuchhandlung in Stuttgart. ___________ — Backsischchia« erste »ft. Ferber^sche UniVe- Buch-, Kunst- und Musikalienhandlung V (C. 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