Freitag den 11 October 1893 Erstes Blatt M. 239 vierteljähriger Aints- und Anzeigeblntt für den Kreis Gieren» Hratisöeikage: chießener Jamitienötätter 0 w Amtlicher Theil 2.00 KFURIJta c 0) nun, ordeL, i. Lumda. Bringerlohn. Dnrch die Post bezöge» 2 Mark 50 Psg. Redaction, Expedition und Druckerei: -ch»cftra^Hlr.7. Fernsprecher 51. aPpara't-UpU lung. re Nr. 36 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 7. d. M., enthält: (Nr. 2267.) Bekanntmachung, betreffend die dem internationalen Uebereinkommen über den Eisenbahnsrachtverkehr beigefügte Liste. Vom 3. October 1895. Gießen, den 9. October 1895. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für bei sokgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. kj ASonntmentspreisr V 2 Mark 20 Pfg. mit EC r Qji h S w an, die wegen ihrer geringen Anzahl keinerlei Widerstand letfteten. Man versichert, daß selbst Soldaten an dem Gemetzel und der Plünderung, theilnahmen. Die Opfer sollen sehr zahlreich sein. DaS Consulat, die italienischen Schulen und die katholische Kirche blieben unversehrt und find gegen etwaige Exceffe geschützt. Paris, 9. October. Präfident Faure veranstaltete heute Abend zu Ehren deS Königs von Portugal und des Großfürsten Constantin ein großes Diner mit anschließendem Empfang. Sämmtliche Minister und Fürst Lobanow waren zugegen. Kopenhagen, 9. October. Der Minister deS AuS- wärtigen legte heute im Folkething einen Gesetzentwurf vor, wonach Berufscousuln in zwanzig spectell genannten Städten angeftellt werden können, falls es für zweckmäßig erachtet wird, u. a. in Hamburg, Lübeck oder Stettin, Rotterdam, Antwerpen, Genua, Konstantinopel. Dänemark hatte bisher tatsächlich nur Honorarconsuln. Konstantinopel, 9. October. Der UnterstaatSsecretär im Ministerium deS Aeußeren Artin-Dadian-Pascha, welcher selbst Armenier ist, wurde am 6. ds. MtS. beauftragt, die Stimmung der armenischen Bevölkerung zu beruhigen. Seine Mission, die in drei Kirchen geflüchteten Leute zum Verlaffen derselben zu bewegen, ist gescheitert. Seit dem 7. ds. MtS. sind die Zugänge der Kirchen gesperrt, Niemand darf ein- oder auSgehen. — Die letzte Nacht, sowie der heutige Tag verliefen ohne Zwischenfall. Die außerordent- ltchen Polizeimaßregeln wurden unter dem Beistände des Militärs aufrecht erhalten. DaS Stadtbild ist mit Ausnahme einiger gesperrter armenischer Geschäfte unverändert. Nur der Geschäftsgang leidet unter der Aufregung, weshalb die Betroffenen gegen die Armenier als die Schuldigen sehr aufgebracht sind. Depeschen M Bureau »Herold*. Berlin, 9. October. Wie die „Börsen-Zeitung" erfährt, hat heute Nachmittag abermals unter dem Vorsitze des Reichskanzlers Fürsten Hohenlohe eineSitzung despreußischen Staatsministeriums stattgefunden. Berlin, 9. October. Entgegen anderweitigen Meldungen erfährt die „Post" aus bester Quelle, daß .die Frage einer Verschärfung des preußischen Vereinsgesetzes auch jetzt über das Stadium von Erörterungen in den maßgebenden Kreisen noch nicht hinausgekommen ist. ES sei auch nach der gestrigen Sitzung deS Staatsministeriums noch nicht einmal entschieden, ob eine Gesetzesvorlage in diesem Sinne Überhaupt ausgearbeitet werden wird. Berlin, 9. October. In unterrichteten Kreisen erwartet man die Ankunft des Königs von Portugal in den ersten Tagen des November. Berlin, 9. October. Vor der 8. Strafkammer des Landgerichts I fand heute Vormittag gegen den social- demokratischen Reichstagsabgeordneten Stadthagen Termin statt wegen Beleidigung des Richterstandes durch die Preffe. Stadthagen lehnte den Gerichtshof wegen Befangenheit ab, weil er wegen Beleidigung des gesammten Richterstandes angeklagt sei. Der Gerichtshof entsprach dem Anträge Stadthagens und vertagte die Verhandlung auf heute Nachmittag, damit eine neue Kammer gebildet werden kann. Berlin, 9. October. Die „Kreuzzeitung" nennt die Veröffentlichung der sogen. Hämmerst ein-Briefe, die als politische Briefe angesehen werden müßten, Denuncianten und nennt eS unqualifictrbar, wenn bürgerliche Parteien nicht nur mitthuv, sondern, wie die „Nation" jüngst ankündigte, gar die Führung in jener Denunciantenorgie übernähmen. Verächtlich sei es auch, wenn für die Schuld eines Mannes die ganze Partei verantwortlich zu machen gesucht werde. Ueber Hammerftein schreibt die „Kreuzztg.": „Herr v. Hammcrftein ist ein lobtet Mann und nichts wäre verfehlter, als für sein Thun noch nach einer Entschuldigung zu suchen. Ist er auch heute noch der Hand der irdischen Gerechtigkeit entgangen, so hat die Nemesis ihn und die unschuldigen Seinen sogar genug getroffen und ein zerbrochenes Haus, ein verlorener Ruf, ein zerstörtes Leben — das ist der Fluch, den feine Thaten ihm eingetragen haben, der an ihm haftet, wo immer er fein mag." Und weiter sagt daffelbe Blatt von Hammerftein: „Nun liegt er zu Boden und sein Fall war so tief, daß ein Ausstehen für immer ausgeschloffen ist — verdorben, gestorben heißt eS von ihm." Breslau, 9. October. Socialdemokratischer Parteitag. Die Berathung der Agrarfrage wurde heute Vormittag fortgesetzt. Dr. Müller-München glaubt, daß eine wirklich genaue Kenntuiß der Agrarfrage in der Partei nicht Vorhände» sei. Es wüffe eingestandeo werden, daß die Partei Alle Annoncen-Bureaux beS In« und AuSlanbeS nehme» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. über die jetzigen Verhältnisse Klärung schaffen will. Die Ablösung der Reallasten werde von den Bayern gewünscht. Die bayerische Regierung, als deren Anwalt der Genoffe Schippel sich gestern aufspielte, sei jetzt auch anderer Meinung. Redner ersucht um Ablehnung des Entwurfs und um Annahme der Resolution der Agrarcommission. Nach der Rede Müller» nahm Bebel daS Wort. Er griff ausS Schärsste Schippet an, der seine Gründe gegen das Agrarprozramm mit Größenwahn vorgebracht habe. (Große Unruhe.) Schippel habe die Commission gutgehetßen, die er jetzt bekämpfe, er sei dadurch moralisch gerichtet. Unter Unruhe der Versammlung erklärt Bebel, mit Schippel als Mensch sertig, als Parteigenosse sein schärsster Gegner zu sein. Alsdann vertheidtgt Bebel die Vorschläge der Agrarcommission, an der Hand des Parteiprogramms. Gegen die Vorlage sprach KautSky-Stuttgart, Grünwald-Hamburg und Oertel-Nürnberg, für dieselbe Stücklen-Hof und Molkenbuhr. Um 2 Uhr Nachmittag« wurden die Verhandlungen auf Donnerstag früh vertagt. Heute Nachmittag wurden die Gräber Laffalles, Kaysers, ReinderS und KräkerS besucht. Am Grabe Laffalles wurden drei Lorbeerkränze mit roihen Schleifen niedergelegt. Zahlreiche Schutzmannschasten waren aufgeboten- es ist kein Zwischenfall vorgekommen. Köln, 9. October. Zur feierlichen Einweihung deS neuen Reichsgerichtsgebäudes In Leipzig wird am 26. d. MtS. vom Kaiser in Gegenwart deS Königs von Sachsen der Schlußstein des ganzen Baues gelegt werden. Beide Herrscher werden kurz vor Beginn der Feier, die um 12 Uhr ihren Ansang nimmt, in Leipzig eintreffen und gleich nach der Feier die Stadt wieder verlaffen. Außer den Allerhöchsten Herrschasten mit ihrem Gefolge werden zur Feier der in Berlin ansässigen stimmsührenden Beooll- mächtigten der deutschen Staaten, die Mitglieder des Reichstagspräsidiums, die Mitglieder des BundeSraths- ausschuffes für Justizwesen, die Spitzen der sächsischen Staatsverwaltung rc. rc. geladen. München, 9. October. Die Nachricht, das preußische StaatSmintsterium habe sich in seiner gestrigen Sitzung mit der Novelle zum preußischen VereinSgesetz beschäftigt, trifft nach einer Meldung der „Münchener Neuesten Nachrichten" nicht zu. Wie daS genannte Blatt mittheilt, wird an gut informirter Stelle behauptet, die Absicht der Einbringung eines solchen Gesetzentwurfes sei definitiv auf- gegeben. Würzburg, 9. October. Die Vorstände der deutschen Invaliditäts-Versicherungsanstalten halten am 18. October hier eine Cvnferenz ab. Wien, 9. October. Die „Wiener Zeitung" veröffentlicht heute ein Handschreiben deS Kaisers, mit welchem der Reichstag für den 22. October einberufen wird. Laibach, 9. October. Heute Nacht 12 Uhr 10 Min. erfolgte ein unterirdische«Getöse, dem ein starker Erdstoß folgte. Im Laufe der Nacht bis zum Morgen wurden noch wettere, etwas längere Erdstöße verspürt. Budapest, 9. October. Gestern sand hier die erste Trauung zwischen einem Juden und einer Christin statt. Der Schauspieler Marcel Habermann hat sich mit der früher in Berlin engagirt gewesenen Schauspielerin Hedwig Margot vermählt. Rom, 9. October. Bisher fehlen aus Afrika alle directen Nachrichten. Man glaubt, daß der Z u s a m m e n st o ß BaratieriS mit Ras Mangascha erst heute oder morgen erfolgt. Von Neapel gingen gestern die letzten Offiziere und eine Telegraphisten-Abtheilung ab. Rom, 9. October. Der in London refidirende Secretär deS armenischen ComitäS, ASkim, ist hier eingetroffen, um die italienische Regierung zu bewegen, gemeinsam mit England zu Gunsten der Armenier zu intervenireu. Rom, 9. October. Der Kriegsminister beabsichtigt beim Zusammentritt der Kammer ein Gesetz einzubringen, wodurch alle vom Militärdienst befreiten jungen Männer zu einer hohen Steuer herangezogen werden sollen. Der Ertrag dieser Steuer soll jährlich mehrere Millionen betragen und zur Bildung eines Kriegsschatzes dienen, um im Kriegsfälle die Familien armer Soldaten zu unterstützen. London, 9. October. Die Meldung von einem englischen Ultimatum wegen der Unruhen in Konstantinopel ist unrichtig. Die Collectivnote, welche die Botschafter der sechs Großmächte an die Pforte schickten, worin sie auf die Exceffe der letzten Woche und die unzulänglichen Mittel der Polizei Hinweisen, ist höflich abgefaßt. ES wird darin nur eine strenge Untersuchung der jüngsten Vorgänge, die Freigebung der Gefangenen und Einstellung weiterer Verhaftungen gefordert. huhmaffeNPsd. e Wetzlar. Ktsv Louis Auch, $iin^ Der Hießener Anzeiger erlcheint täglich, mit Ausnahme bei Montagi. Die Gießener IlamttienStLlter werden bem Anzeiger wöchentlich dreimal beigclegt. Gießener An zeiger Kenerat-Mnzeiger. Wn n 5 Mk. 5 n Probe ä 25 M genommen werden «t, «Jswu asF*"’* "S"-' *•*., V) -L C 3 Q) v>T) c Seidenberger. otz-Gerau, sowie de« angestellien Lehrer an '0 Wilhelm Engel :en nach Maßgabe dcS e öffentlichen S/eA teS Sche- bog t Bes/MMngen übtt t Mflonb brlr., yi r., dann btn » bii ?t't6Dctlo6lt 1895, "«'« Ä1?'" !*”. °d ift* * **• itaf * jft** »M. 1,1 k"-ch ! ^ab 'ta »ii» W BedLlM nach sSblldung ist in mbtn und zu einer btt weitesten kreise it. Auch die Reichs ibe Stellung zu dieser ’n $ad)l(f)ulen näher nie bet HanbelSwelt tätigen faufmätini« ganjfn Stand ybt ung zu W^* Mtn Zemente t 1 trau btm Uut^' DilbuugSgradeö üh? hige Ausbildung nck Kausmiinnische Bertir • Fachschule gegründti ercursuö eröffnet wird ibefferttr Weise, \M «reijähriger CursnS tt- nseratentheil veröffent- it bleier Srtveiterunx e Hoffen berbunbtn,. viedervMtlMtn riaeu Untex^W t Verein, deziehuch Uta, W M J* i bet hiesigen W nzahl geschehen, M ff dm 8«1« * ser Herren kann M trautet »erben; * «« n«b «"'S ■etlt ? , ii.ee 8 -, d,«h-lb«’ Ä^ÄS Ht" Cl“ iuferei6* «#• PckE ’ti! ®Ul£ t Uh»*, wr 3'11' ilrt lfI®6 [.in )«" ie^'Äe« 8*tf JrfW* oder 11U> •’ Postpersoualuachrichteu. Ernannt find: der Post- seeretär Haertssl in Darmstadt zum Ober-PoftdirectionS- secretär, der Ober Postassistent Busch und der Telegraphen' asfistent Wenzel in Darmstadt zuCanzlisten. Versetzt find: die Poftsecretäre Großer von Mainz nach BreSlau und klein steuber von Darmstadt nach Bensheim, der Poft« asfistent Scheel von Kempen (Rhein) nach Mainz. Gestorben find der Poftsecretär Gutmann in Büdingen und der Postverwalter a. D. Neeb in Mainz. •• Die Berechtigung, das Hufbeschlaggewerbe ohne weitere Prüfung selbständig au-zuüben, haben erlangt: Eonrad Alles in Gambach, Kreis Friedberg, Otto Alt in Wetterseld, kreis Schotten, Johannes Dietz in HopfmannSseld, Kreis Lauterbach, Heinrich Fetk in Berushausen, Kreis Lauterbach, Georg Gtar in Ober-Roßbach, Kreis Friedberg, Georg Guttandin in Wörrstadt, Kreis Oppenheim, Heinrich Hummel in Rüffcksheim, Kreis Groß-Gerau, Philipp Jaeger in Siockheim, Kreis Büdingen, Georg Karg in Ober-Kinzig, Kreis Erbach, Wilhelm Klein in SelterS, Kreis Büdingen, Peter Pfeiffer in Erlenbach, Kreis Heppenheim, Ernst Schäfer in Groß-Karben, Kreis Fried- berg, Georg Jakob Schlecht in Drais, Kreis Mainz, Philipp Schmidt m Heuchelheim, Kreis Gießen, Johannes Schmitt in Unter-Abtsteinach, Kreis Heppenheim. ** Sonntagsruhe in der Laudwirthschaft. Sind Landwirthe nachEinführung der Sonntagsruhe im Gewerbebetriebe berechtigt, am Sonntag Heu einzufahren? Diese Frage hat kürzlich das Schöffengericht zu Eckernförde entschieden. Mehrere Hofbesitzer eines Dorfes waren angeklagt, gegen das Gesetz über die Sonntagsruhe verstoßen zu haben, da sie den Sonntag zum Heueinfahren benutzt hatten. Die Angeklagten erklärten, daß an dem fraglichen Sonntag ein Witterungswechsel gedroht habe, sie hätten den Tag auSnützen müffen, um vor Schaden bewahrt zu werden. Diese Angaben erwiesen sich als vollständig richtig. Daraufhin sprach das Gericht sämmt- liche Angeklagte kostenlos frei. Zu laudwirlhschaftlicheu Kreisen ist es als Uebelftand tmpsunden worden, daß den außerhalb des StationSortes wohnenden Versendern von Wagenladungen nicht ohne ausdrückliches Verlangen und nur auf ihre Kosten eisenbahn- seitig Mittheilung gemacht wird, wenn die bestellten Eisenbahnwagen zu der gewünschten Zett nicht gestellt werden können. Der Minister der öffentlichen Arbeiten hat nunmehr Anlaß genommen, die königlichen Eisenbahndirectionen anzuweisen, daß in Fällen, in denen vorauSzusehen ist, daß aageforderte Wagen nicht rechtzeitig eintreffen können, hiervon nicht nur, wie bisher, den am Stationsorte wohnenden, sondern auch den auswärtigen Bestellern sofort auf die schnellste Weise (durch Telephon, Telegraph, Boten) auf Kosten der Eisenbahnverwaltung Kenntniß gegeben werde. In gleicher Weise sollen die Versender künftig auch von dem spätern Eintreffen der bestellten Wagen benachrichtigt werden. Diese Maßregel geht über die Verpflichtung der Eisenbahn- Verwaltung hinaus und ist als eine von ihr freiwillig gewährte Vergünstigung anzusehen. Eine rechtliche Gewähr für das rechtzeitige Eintreffen der Benachrichtigung über das Ausbleiben der bestellten Wagen kann eisenbahnseitig nicht übernommen werden, eine ersprießliche und beide Theile befriedigende Regelung dieser vielfach Nicht ganz leichten Aufgabe wird sich voraussichtlich nur durch ein gegenseitiges Benehmen der Abferttgungsstellen und der Wagenbesteller erzielen lassen - besonderS gilt dies von einsam gelegenen Haltestellen, bet denen es an geeigneten Botengelegenheiten meist fehlt. •• Laudwirthschaftliches Geuofieufchastswese«. Dem All- gemeinen Verband der deutschen landwirthschaftlichen Ge- noffenschasten (mit dem Sitze zu Offenbach a. M.) ist, der Verband der htnterpommerschen Molkereigenoffenschaften (Ver- bandsdirector: Rittergutsbesitzer v. Blanckenburg - Zimmer- Hausen) als Mitglied beigetretev. Der Allgemeine Verband umfaßt jetzt 22 selbstständige Verbände mit über 2500 Genossenschaften. •• Entscheidung über Amateurschaft von Ruderern. Man schreibt den „Fr. N.": Bei der am Sonntag In Berlin stattgehabten Ausschußsitzung des Deutschen RuderverbandeS wurde die Beschwerde deS Frankfurter Ruderclubs gegen den Beschluß des Frankfurter RegattavereinS, welcher mehreren Mitgliedern der diesjährigen Rennmannschaft die Amateurschaft absprach, endgiltig alS unbegründet zurückgewiesen, indem der RuderauSschuß bezüglich zweier Mitglieder der betreffenden Mannschaft gleicher Ansicht war wie der Frankfurter Regattaverein. Der Rutterclub ist sonach verpflichtet, die während des Sommers gewonnenen acht Preise von der Frankfurter Regatta, der Gießener Regatta und dem Frankfurter Herbstdauerrudern wieder herauszugeben. Hiervon fallen drei an die Oberräder Rudergesellschaft, einer an den Höchster Ruderclub „Naffovia" und einer an den Offenbacher Ruderverein, während ein Preis dem Gießener Regatta - Comilö wieder zufallen dürste, da der Gegner deS ElubS das Rennen aufgab. Ersten Preis und Führungspreis deS Frankfurter Dauerruderns erhält die Mannheimer Rudergesellschaft. ♦* Berichtigung. Die in unserer Nr. 237 gebrachte Notiz, daß die Eisenwerke Hirzenhain und Lollar daS Wafferschlebensche HauS, Liebtgstraße 3 (nicht 2) zur Errichtung eines kaufmännischen BureauS gemiethet hätten, ist dahin zu berichtigen, daß nicht vorgenannte Firma, sondern die Firma BuderuS'sche Eisenwerke die Mietherin ist. Diese Letztere, welche seither ihren Sitz in Lollar hatte, verlegte denselben nach Gießen. Dazu gehören die Margarethenhütte in Gießen, Sophienhütte in Wetzlar, HeroShütte bet Burg-Solms und der umfangreiche Bergwerksbetrieb an der Lahn, Dill und in Oberhessen. ♦* Gerichtsentscheidung Die Benutzung fremder mit eingepreßtem Zeichen versehener Bierflaschen zum Abfüllen ist strafbar. Es dürfte viele unserer Leser interessiren, welche Wirkungen das neue Waarenzeichen-Gesetz auch auf den Kleinhandel auszuüben im Stande ist. Der Inhaber eines Spezereiwaaren-Geschäftes und Klein-HandelS mit geistigen Getränken, besonders mit Bier, war von einer Brauerei der ZeichenrechtS-Verletzung bezichtigt, weil er Flaschen der betreffenden Brauerei, welchen ein Waarenzetchen eingepreßt war, zum Abfüllen eines anderen BiereS benutzt und seinen Kunden diese Flaschenbiere verkauft hatte. Trotzdem der Flaschenbierhändler beim Verkaufe die Kunden darauf aufmerksam gemacht hatte, daß sich in den Flaschen mit dem eingepreßten Zeichen ein anderes Bier befinde, als solches der betr. Brauerei, welche daS Zeichen führe, erwies sich die Benutzung der Flaschen mit Zeichen strafbar. Auch die Einwendungen, daß daS Publikum sehr oft beim Umtauschen solche mit Zeichen versehene Flaschen retournire und er somit gewungen sei, diese Flaschen zu benutzen, konnte ihn vor Bestrafung nicht schützen. Der Gerichtshof in Breslau verur- theilte den Flaschenbierhändler, weil er Bier aus einer Brauerei mit dem geschützten Waarenzetchen einer anderen Brauerei widerrechtlich versehen, und dergleichen widerrechtlich gekennzeichnete Maaren feilgehalten und in Verkehr gebracht hatte. Lediglich die bisherige Unbescholtenheit deS Flaschenbierhändlers konnte Gefängnißstrafe abwenden, und die Richter nur zur Verhängung einer Geldstrafe bestimmen. Es können daher die betheiligten Kreise nicht genug gewarnt werden, die mit Zeichen versehenen Flaschen beim Tausch anzunehmen, vor allen Dingen aber zum Füllen von Bier zum Verkauf nicht zu benutzen. Ebenso wird eS für Brauereien von Vor- theil fein, ihre Waarenzetchen auf den von ihnen gelieferten Flaschen anzubringen. (Mitgetheilt vom Patent- und technischen Bureau von Richard LüderS in Görlitz.) — Gobelarod, 9. October. Der hiesige Bergarbeiter Heinrich Thörner wurde durch einen Erdrutsch i« Bauxitbergwerk des Herrn Emmel zur Warte (bei Grün- berg) verschüttet. Obgleich man sofort Rettungsversuche einleitete, konnte der Verschüttete doch nur als Leiche zu Tage gesördert werden. Der Verunglückte war 47 Jahre alt. Bad-Rauheim, 9. October. Dem Vernehmen nach ist die Zustimmung zur Genehmigung der am 14. v. M. ab- gehaltenen Versteigerung des v. Rabenau schen Gutes in Ober Mörlen von zuständiger Seite widerrufen worden. Erfolgt nicht noch nachträglich eine Verständigung, so wird voraussichtlich das Anwesen nochmals versteigert werden. Drmst. Ztg. E. Echzell, 9. October. Vom herrlichsten Octoberwetter begünstigt, fand gestern ein Viehmarkt statt, auf welchem die tiefgesunkenen Preise wieder anzogen, denn die Milchferkel gingen doch nicht auf zwei Mark pro Stück zurück, sondern blieben bei vier Mark stehen und auch die übrigen Sortimente ließen eine entsprechende Preisbesserung erkennen. Man hat mit dem Ausstellen der Wintersaaten, in erster Linie mit Korn (Roggen), begonnen, wozu die in voriger Woche niedergegangene Feuchtigkeit Deranlaffung gab. Da eS aber wieder trocken und sonnig geworden ist, fürchtet man, daß die Frucht sehr langsam aufgehen und vielfach von Mäusen geireffen werden wird. DaS Gemüse hat sich, obgleich eS vielfach von den Raupen verwüstet wurde, doch bedeutend herauSgemacht. Einsender ließ noch einmal anfangs September behacken und wiederholt begießen und hat die Freude, daß Weißkraut, Wtrfing, Blumen- und Rosenkohl schön angesetzt haben und einen ganz annehmbaren Ertrag liefern werden. Nur Rothkraut geht nicht mehr vom Flecke. Die kühlen Nächte mit starkem Thau kommen den Blattpflanzen sehr zu statten. Verursachter * Glogau, 8. October. Der Zimmermann Hermann P renn er tödtete seine Geliebte Selma Peschel in Alt- Strunz durch Erwürgen, worauf er die Leiche ins Waffer warf. Drr Mörder ift verhaftet; er leugnet die That. Schiff-nachrichten. Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten Earl LooS und I. M. Schulhof. Bremen, 9. October. (Per transatlantischen Telegraph.] Der Schnelldampfer Fulda, Eapttän A. Meter, vom Nordd. Lloyd in Bremen, ist gestern 8 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angelomtnen. , . _ Bremen, 9.October. (Per transatlantischenTelegraph.j Der Postdampfer Habsburg, Capitän I. Röben, vom Nordd. Lloyd in Bremen, ist gestern 10 Uhr Abends wohlbehalten in Newyork angekommen. □oooooooooooooooooooa 0 Cheviots, Loden, Kammgarn und Buxkin 0 0 i Mk. 1.35 per Meter 6626 Q ft doppeltbreit, nadelfertig, in den vorzüglichsten Qualitäten, Q 0 versenden in einzelnen Metern portofrei in’s Haus * Tuchversandtgeschäft Oettinger & Co., Frankfurt a.M. V Q . Musterauswahl umgehend franco. ------ v □oooooooooooooooooooa Warum ist die Patent-Myrrholin- für die Gesundheits- und Schönpflege der VvffvV Haut als die anderen Toiletteseifen ? Weil sie nicht nur aus Fett und Parfüm besteht, sondern auch einen Zusatz enthält, welcher nach dem Uctheil von 2000 deutschen Professoren und Aerzten, durch seine cosmetischen, hygienischen und sanitären Eigenschaften auf die Gesundheit und Schönheit der Haut einwirkt, wie es keine andere Toilettesetfe vermag. Die Patent-Myrrholtn- Setfe ist In allen guten Parfümerie- und Droguen-Geschäften, sowie in den Apotheken rc. L 50 Pfg. erhältlich und muß jedes Stück die Patent-Nummer 93 592 tragen. 6238 Bekanntmachung an alle Grundbesitzer in der Gemarkung Gießen. Die Grundbesitzer der Gemarkung Gießen werden benachrichtigt, daß das in Folge der Parcellenvermeffung neuerrichtete topographische Güter- verzeichniß nebst den Parcellenkarten auf dem Gemeindehause zu Gießen, Zimmer Nr. 9, offengelegt worden ist. Die Gütergeschoffe oder Zusammenstellungen derjenigen Besitzungen, welche einem und demselben Besitzer zugeschrieben sind, werden unter die Interessenten ausgetheilt, welche man hierdurch einladet, ihre Bemerkungen innerhalb der vorgeschriebenen Frist von 6 Wochen abzugeben. Die Pächter oder sonstigen Geschäftsträger derjenigen Grundbesitzer, welche nicht in der Gemeinde wohnen, werden besonders aufgefordert, letzteren von der Offenlegung obiger Actenstücke Nachricht zu geben oder im Namen derselben nöthigen Falles die Bemerkungen selbst zu machen. Schließlich wird bemerkt, daß die Offenlegungsfrist von 6 Wochen mit dem 26. November 1895 zu Ende geht und nach Ablauf derselben keine Reclamationen mehr angenommen werden. Gießen, den 9. October 1895. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. 8114 Gnauth. ßangcnoffknlchafi des kvangri. Arbcitermcins Gießen Eingetragene Genoffenschaft mit beschränkter Haftpflicht. Einladung zu der am Samstag, den 12. October l. I., Abends 8 Uhr, in der Herberge zur Heimath dahier stattfindenden _ Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Mittheilungen, 2. Beschlußfassung über die Abgabe der erbauten Häuschen an Vereinsgenoffen, 3. Erwerb weiteren Baugeländes. Gießen, den 3. October 1895. Der Director: Doering. 8238 GießeuttVinuibusgeselWst £ 8365 8235] Ein braver Iaage, der die Bäckerei und Conditorei erlernen will, kann tintitU«. Wo? sagt die Exved. d. Bl_________ 8372] Ein sauberes, junge» Bürschchen kann sofort eintreten. Restaurant Fclsenkellcr. 81801 Tüchtige «ädjinntn sofort in dauernde Stellonq gelacht. Blacirungß« bureau o. G. GttaOaH, Bahnhofstr, li. 8188] Tüchtige», reinliche» «Ldch-a zu Hausarbeit für jetzt oder spätesten» 1. November gesucht. 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II. , Areitag Buchfg. II. Kl- Cngl. ll. „ Wechsell.ll. , Samstag Wechsel!. I. Kl. Rechnen II. „ Corrsp. I , Der Winter-Cursus beginnt Montag den 14. October er., Abends 8 Uhr, und werde« im Vereinslocal „Postkeller" die Anmeldungen entgegengenommen sowie die nöthigen Mittheilungen gemacht. Das Schulgeld beträgt: Für eins. Buchfg-, Correspondenz, Wechsellehre und kaufm. Rechnen zusammen 5 Mark, 8398 „ doppelte Buchfg. weitere................5 „ „ Französisch „................JO „ „ Englisch „ ................10 » Schüler, deren Prinzipale nicht Mitglieder des Kaufmännischen Vereins sind, zahlen das Doppelte. Belegt ein junger Mann nur doppelte Buchführung, so hat er dafür 10 Mark zu zahlen. Wir bitten nun die Herren Prinzipäle und Geschäftsführer, unsere Schule nach Kräften zu unterstützen b^w. ihre jungen Leute darauf aufmerksam zu machen, zu regelmäßigem und pünktlichem Besuche der Unterricht», stunden anzuhalten. Der Vorstand. Mein Geschäft und Wohn- tttiß befinden sich von heute an Seltersweg 52, im Hause des Herrn C. v. Münchow. Gleichzeitig empfehle ich mich mit allen in mein Fach einschlagenden Arbeiten. 8219 Hch. Schmoll, Dachdeckermstr., _______Seltersweg 52.______ Kapitalien in jeder Höhe auf erste Hypothek werden nachgewiesen. Zu erfragen in der Exped. d. Bl.4699 8406] Ein mit der Buchführung be- trauter junger Mann, durchaus zuverlässig, auf einig« Monate gesucht. Offerten unter (ü. 3500 an die Exped. d. Bl.___ «tüchtige Kauschreiser nuf sofort gesucht. Näheres -u erfahren sstö Franks,»rtcrstratze 109. Tüchtige Cigarren- und Wickelmacher per sofort nach Gr. Linden gesucht. Näheres Alicestraße 11. 8286 8399] Tüchtige Cigarrenmacher für hier und unsere Filiale Lollar gesucht. F. Bender & Co. Putz - Cursus. Eröffnung den 15. October. Erlaube mir, den geehrten Damen Gießens und Umgegend die ergebene Mittheilung zu machen, daß ich am 15. d. M. einen schnellen Putz-Cnrfus errichten werde. 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Frage- und Anmeldekasten im Vereinslocal. 8409 Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten.Der Vorstand. Meinen geehrten Gefchäfsfreunden hierdurch zur Nachricht, daß der Betrieb meines EngroS-Geschäste» durch das mich betroffene Brandunglück Unterbrechung nicht erleidet; mir wohlwollend zugewiesene Aufträge gelangen prompt und sorgsamst zur Ausführung. Frankfurt a. M., den 8. October 1895. J. Je HcLZllS j Drogen-, Material- u. Farbwaaren en gros, 8407 Fahrgafse 115. 8408 Coursbericht Ernst Lüttich in Oberursel am Taunus empfiehlt in grosser Auswahl kräftige, gut bewurzelte ObsthochNtämrae, Zwergobnlbäume. Beerenohwt- Hträucher etc. in den besten Formen, sowie Rosenhochstämme u. Rosenbüsche. Auf allen beschickten Ausstellungen (Berlie, Frankfurt a. M. etc.) nur Erste Preise. Illustr. Prelsverzelchnlss umsonst and postfrei. , Die FsYbAUM^ Ros EN^CH ULE VOS omi J. Kurz & Co., Giessen, Sahllhlfüraßt 63. Frankfurter Börse vom 9. October 1895. S«/,°/o Deutsch« RetchSvü. 8°/o Preatz. Coosol» 8«/i°/e ®t. Hesfische DbL 40/0 Stadt Darmstadt 0. 1891. 41/1 , Bonn» uni. b. 1901 103.75 lOO.Ov 103.95 OCO-OO 105.70 4*/»•/« Desterr. SUberrente 40/g Unfl. «old.Rente 3°/o Portugteim 6e/c Mertcaner 40/g Monopol-Griechen von 1887 86.15 10810 2810 94 66 36X0 3D/0 Lesteer Staat »bahn 0. 1886 91.60 I 4°/o Ctscnb. Rentend. DbL 102 30 30/0 Ital. staatSgar. Etsmb. 54 9516*/0 Buderu» DbL 1C2 90 T)«rmP. M »Letten AAsvdeoorfet 167.50 I Desterr. frrebtldkHen 340. Ifrbact oix; 0. tzchkyda. — Druck und ttrrUfl Der Brühl'scheo IlnlvrrfiracA.Vuch. and 6teinbnideret (Dietl4 & Echryda) in Gikßea. 3He ynttige Plummer umfaßt 6 Reifen. iütj fit WWW' Lcr _ «xifnafin gnndim< la r *CUl"' du,« bei Gerade Zabelseier st ft jene» Kk »elchel Deal bti bürgnli gtettntn Drvtschr mfc naM Denüchiavd re men eine sprach auch Srbiete de: xrüodung I tngrn roat .?eche zu fd dihljafttn ; h ebeaso s itn öntwui arbeiten, Zuhrzehnte lex n flmall Ix erfuhr: tritt!, die denn alSba Stil ihrer Loch diese ieendet. £ * /etze Io« ^schaffen z> WnMa Unw btt 8oiatb Krifi, mild »enn man lei dem A »ttrfrtutn* schieden» ( lern auch t srav'nMen ■■n denn, l»rzohkben, «ligen Reic Choren, (gfl *■ itittouxf Eachiisprrch Selle den Rechnung z >uch gewiss litzerhaupt t *■ Volke bi b,r einzelne ö-u bringen. Ngobt ei u,^»on3io e< Wt bit V bttheiligt f^gebong u .. d-°>- ü Mu «oOenl SÄ'" * 'ld'chmner» v ^ielven Thi ^^eooinmei ia9tH gewes, vom al feu I. Strc