Nr. 134 Erstes Blatt. Dienstag den 11. Juni Der -ießeaer Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme de» Montag». Die Gießener D.WikienvtSIter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeig er General-Anzeiger. 189» Vierteljähriger Avounementspreis r 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schntstraße Ar.7. Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Giefzen. ] Gratisbeilage: Gießener Iamilienbtätter Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi» Borm. 10 Uhr. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Amtlicher T heit. ________Bekanntmachung. Die laudwirthschaftliche Ausstellung in Gießen vom 19. bis 22. September 1895 umfaßt die Abteilungen: 1. Thier- Haltung- 2. Landwirthfchaftliche Gewerbe incl. Molkereiwesen; 3. Products des Pflanzenbaues; 4. Landwirthschaft- liche Hilfsstoffe; 5. WiffenschaftlicheS; 6. Landwirthfchaftliche Geräthe und Maschinen; 7. Bienenzucht; 8. Fischzucht, 9. Forstwirtschaft. In den Abtheilungen 1 bis 3 und 7 bis 9 werden — außer bei den Geräthen in diesen Abtheilungen — nur Bewohner des Großherzogthums Hessen als Aussteller zugelassen. Anmeldungen zur Ausstellung haben längstens bis 15. Juli bei dem geschäftsführenden Ausschüsse in Gießen zu erfolgen. Geld- und Ehrenpreise sind im Betrage von über 10000 Mk. ausgesetzt, außerdem Medaillen und Ehrendiplome. Das Nähere besagt die Aus- stellungs- und Prämiirungs-Ordnung, welche von dem ge- schäftssührenden Ausschüsse in Gießen, sowie von den Bureaus der landwirthschaftlichen Provinzial- und Bezirks-Vereine unentgeltlich bezogen werden kann. Gießen, den 4. Juni 1895. Der geschäftsführende Ausschuß. Deutsches Reich. Berlin, 8. Juni. Der Kaiser und die Kaiserin ließen heute auf dem Sarge des Polizeipräsidenten von Richthofen durch den Oberpräsidenten der Rheinprovinz Nasse je einen prachtvollen Kranz niederlegen.j Berlin, 8. Juni. An der morgigen Huldtgungs- fahrt deS Gesammtausschuffes deS Bundes der Land- wirthe nach Friedrichsruh werden etwa 120 Personen theil- nehmen. Berlin, 8. Juni. Zu der Blättermeldung über den bevorstehenden Rücktritt des CultuSministerS Dr. Bosse schreibt die „Kreuzzeitung" : Daß Dr. Bosse an seinen Rücktritt denke, ist auch uns mitgetheilt worden. Für völlig unglaubwürdig halten wir dagegen das Gerücht, daß in Herrn von LucanuS sein Nachfolger zu erblicken sei. DaS dürfte doch der politischen Situation in keiner Weise entsprechen. Berlin, 8. Juni. Dem Abgeordnetenhause ist heute der Gesetzentwurf, betreffend die Aufhebung eines Abschnittes der Apothekerordnung, zugegangen. Berlin, 8. Juni. Der „Retchsanzeiger" veröffentlicht die Verleihung deS Großkreuzes des Rothen Adlerordens mit Eichenlaub an den deutschen Botschafter in Petersburg, Fürsten . Radoltn. Berlin, 8. Juni. Wie der „Localanzeiger" aus angeblich guter Quelle erfährt, hat der Handelsmintster Freiherr v. Berlepsch nach einem halbstündigen Besuch, den ihm vorgestern der Chef des Civilcabinets, Herr v. Lucanus machte, sein Entlassungsgesuch eingereicht. Eine Entscheidung über das Gesuch steht noch aus. Weimar, 8. Juni. In der zahlreich besuchten Versamm- lung der Goethe-Vereinigung, der auch der Groß- Herzog und die Großherzogin beiwohnten, erstattete Ruland den Jahresbericht. Sodann hielt Friedrich Spielhagen einen sehr beifällig aufgenommenen Vortrag über epische Dichtkunst und Goethe. Professor Suphan machte Mittheilung von der Auffindung des für Anette Tschönkopf bestimmten Büchleins mit gedichteten Erzählungen Goethes aus der Zett seines Leipziger Aufenthalts. Der Neubau des Goethe-Archivs wird im nächsten Jahre vollendet werden. Leipzig, 8. Juni. Das „Leipziger Tageblatt" meldet: Eine heute Vormittag hier stattgehabte Versammlung der ausständigen Maurer beschloß, im Ausstand zu verharren, etwaige Vermittelungsvorschläge der Gemeindebehörden aber nicht zurückzuweisen. Stuttgart, 8. Juni. Das Comite des FrühltngsfesteS zu wohlthätigen Zwecken hat beschlossen, das Fest bis Sonntag zu verlängern und den Ertrag dieses Tages den im Oberamt Balingen so schwer Betroffenen zu überweisen. München, 8. Juni. Der Maler Wilhelm v. Linden- schmit, Professor an der hiesigen Akademie, ist heute Mittag gestorben. - _____________________________ Arr-land. Budapest, 8. Juni. Die Briefträger hielten gestern eine Versammlung aV in welcher sie den Aus st and beschlossen. Nach Schluß der Versammlung wollten sie in corpore nach einem Vergnügungsorte marschtren- die Polizei zersprengte jedoch den Trupp. Als die Briefträger Nachts 12*/2 Uhr von ihrem Auöfluge zurückkehrten, kam es auf der Straße zu einem scharfen Zusammenstoß mit der Polizei, welche von der blanken Waffe Gebrauch machte. Mehrere Personen sollen ziemlich schwer verletzt sein. Zahlreiche Verhastungen wurden vorgeuommen. Budapest, 8. Juni. Die heute in den Strike eingetretenen Postbedi en steten sind durch aus der Provinz herbeigerusene ersetzt worden, so daß der Postverkehr keine Unterbrechung erleidet. Wenn die Ausständigen nicht spätestens morgen ihren Dieust wieder antreten, sind dieselben entlassen und werden außerdem noch wegen Nichterfüllung ihrer Amtspflichten angeklagt. Paris, 8. Juni. Unter dem Titel: „Unsere Tobten von 1870" veröffentlicht das „Petit Journal" einen Leitartikel, in welchem es heißt: Kaiser Wilhelm erweckt häufig die Erinnerungen au das Jahr 1870. Es ist deshalb auch unsere Pflicht, an unsere Todten zu denken und ihnen ein Denkmal zu errichten. Wir sind zwar besiegt worden, aber wir sind entschlossen, uns nicht mehr besiegen zu lassen, wenn fatale Umstände uns zwingen sollten, unsere Unabhängigkeit zu ver- theidigen. Das deutsche Heer ist nicht nur ein Paradewerkzeug, denn seit 1887 ist der deutsche Krtegsetat um 268 Millionen erhöht worden. Im Jahre 1896 wird das deutsche Heer das wunderbarste Angriffsobject sein, welches jemals exiftirt hat. Das Blatt erinnert ferner an einen Artikel der „Hamburger Nachrichten", in welchem es heißt, ein Angriff sei die beste Vertheidigung. Paris, 8. Juni. Die gestern auf dem Bergarbeiter- Congreß angenommene Resolution, in welcher verlangt wird, daß die Verantwortlichkeit der Arbeitgeber bei allen Grubenunglücken proclamirt werden soll, gestattet Ausnahmen nur dann, wenn klar bewiesen ist, daß der Bergarbeiter einen Selbstmord begangen hat. Rom, 8. Juni. Aus der Provinz wurden drei Bataillone Infanterie berufen, um die hiesige Garnison am Tage der Parlamentseröffnung zu verstärken. Rom, 8. Juni. Gestern wurden zwei Anhänger des Deputirteu Defelice von ministeriellenParteianhäugern im Streite erstochen. Loudon, 8. Juni. Das Kanonenboot „Iltis" hat bei der Beschießung von Kobe 13 Chinesen getödtet. Belgrad, 8. Juni. Die Königin Natalie hat nunmehr beschlossen, in Serbien dauernden Aufenthatt zu nehmen. Sofia, 8.Juni. Die erste Klasse der Reservisten der Feldarmee ist einberufen worden und zwar angeblich zu dreiwöchentlichen Uebungen. Die Reservisten werden den Divisionen Sofia, Philippopel und Sliano zugetheilt. Nerrefte nacktem Wolff» telegraphisches Correspondenz-Bureau. Friedrichsruh, 9. Juni. Der Centralausschu ß des Bundes der Landwirthe, im Ganzen etwa 120 Herren und Damen, traf heute Mittag halb 12 Uhr hier ein. Kurz nach 12 Uhr wurde derselbe im Park vom Fürsten empfangen. Der Vorsitzende des Centralausschusses, v. Ploetz, hielt eine Ansprache, die mit einem Hoch aus den Fürsten schloß. Bismarck erwiderte in längerer Rede, in welcher er lebhaft auf die Nothwendigkeit hinwies, bei den Wahlen nur für Diejenigen zu stimmen, die unentwegt entschlossen find, für die Landwirthschaft einzutreten. Die Ansprache klang in einem Hoch auf den Kaiser aus als den größten Grundbesitzer und den berechtigten, sowie verpflichteten LeriMeton. Aus itn Ennncrungcn eines HMchen Kriegers. Der letzte Gravelotte-Tag rief in mir die Erinnerungen an die Erlebnisse eines Kriegers wach, der als Stabsordonnanz am 18. August 1870 bei Gravelotte sich durch einen todes- mulhigen Ritt das eiserne Kreuz erwarb. In schmuckloser Darstellung lassen wir den Krieger erzählen: Am Abend des 16. August bezogen wir (Stab der 50. Jn- fanterie-Brigade) mit dem 1. und 2. Reiterregiment und der Artillerie bei Gorze Biwak. Die Nacht über herrschte Todten- stille. Schon in aller Frühe des 17. weckte mich mein General v. Lyncker. Nämlich unter einer dichten Hecke im Walde schlief ich ausgezeichnet. Vom französischen Lager her vernahmen wir Lärm. Gegen Morgen brachen alle Regimenter auf und marschirten über das Schlachtfeld vom 16. in der Richtung nach Rezonville, wo sich, nach dem Befehle des Generals von Manstein, die ganze hessische Division sammeln sollte. Je näher wir Rezonville kamen, desto grausiger wurde der Anblick, der sich uns bot. Verwundete und Leichen lagen noch massen- hast umher, dazwischen todte Pferde, gräßlich anzusehen. Den Nachmittag bezogen wir auf dem Schlachtfeld Biwak. Aus einem nahegelegenen Gehölz holten wir Reiser und bauten für unseren General eine Hütte; die Mannschaft lagerte selbstverständlich im Freien. Hier war es, wo mein Bruder zu jyir kam und mich flehentlich bat, ihm doch etwas zur Stillung seines Hungers zu geben, was mir aber bei dem besten Willen nicht möglich war, denn selbst im ganzen Brigadestab fand sich nicht das Geringste vor. Mein General, der sich in der Hütte ausruhte und den es selbst hungerte, hörte das Gespräch mit an. Er gab mir einen Fünfguldenschein mit dem Auftrage, in dem nahen Rezonville Brot. zu holen. Einige unserer Soldaten, die früher ausgegangen waren, halten solches bekommen. Für einen halben Leib bot ich den Fünfguldenschein, allein umsonst. Nichts war aufzutreiben, das unsere hungrigen Magen hätte stillen können. Gegen Abend hörten wir Hurrahrufe, es galt dies dem König Wilhelm von Preußen, der zu uns geritten kam. Bald hörte ich von meinem General, der sich mit dem Obersten Zwenger unterhielt, daß uns am morgigen Tage, als dem 18., eine große Schlacht bevorstünde. Die Nacht über verbrachten wir auf dem Schlachtselde. Mich überkam ein unheimliches Grausen, die gehörten Worte beschäftigten mich während des unruhigen Schlafes fortwährend. Um 2 Uhr in der Frühe wurde ich wach und gewahrte zwei unserer Pferde, die sich losgemacht hatten. Ich fing sie auf und band sie wieder an den eingeschlagenen Psählen fest. Da ich nicht mehr einschlafen konnte, ging ich vor dem Lager auf und ab und beobachtete die uns gegenüber liegenden französischen Biwakfeuer. (Wir hatten auf Befehl diese Nacht kein Feuer anzünden dürfen.) Währenddem kam ein preußischer Husar angesprengt und fragte nach dem Quartier des Prinzen Ludwig (t Großherzog Ludwig IV.). Da der ganze Divisionsstab nahe beisammen biwakirte, konnte ich ihn sogleich zurechtweisen. Hierbei fragte ich, was er Wichtiges bringe. „Lieber Kamerad", sagte er ernst, „vorgestern hatten wir eine harte Schlacht, heute aber scheint es noch schlimmer zu werden!" Mit den Worten: „Alle Straßen sind voll Geschütze!" sprengte er davon. Nicht lange dauerte es, da waren auch schon alle Befehle ausgefertigt. Ich hatte dem 3. Regiment den Befehl zum Vorrücken zu überbringen. Gegen 7 Uhr marschirte die ganze Division in der Richtung nach Verneville zu, unsere beiden Reiter-Regimenter gingen voran und suchten die feindlichen Stellungen auf. Mein Chef commandirte die Avantgarde, welche aus dem 2. Jägerbataillon, dem 4. Infanterie-Regiment i und 2 Batterien Artillerie bestand. Gegen 10 bis 11 Uhr I wurde, da Alles ruhig blieb, an einem Gehöft, das einen reichen Viehvorrath aufwies, Halt gemacht und schnell em Lager zum Abkochen hergerichtet. In kürzester Zeit war das requirirte Vieh abgeschlachtet, das Fleisch brodelte bereits in den Feldkesseln, und wir stellten uns aus die reiche Mahlzeit, die uns nach tagelangem Hungern in Aussicht stand. Aber es kam anders. Während der eifrigen Beschäftigung mit der Zubereitung der Speise kam ein Ordonnanz-Offizier herangesprengt und brachte meinem Chef, Herrn von Lyncker, den Befehl zum sofortigen Vormarsch. Die Leibcompagnie des 3. Infanterie-Regiments übernahm die Spitze. Während des Vormarsches wurde ein in der Compagnie als Flügelmann stehender Landsmann meiner ansichtig und rief mir zu: „Adieu, ich glaube, wir sehen uns nicht wieder- besorge einen Gruß an meine Frau und Kinder!" Der Marsch ging über eine Wiese nach einem Gehölz. Schon in der Nähe von Anoux la Grange empfing uns ein heftiges Granaten- und Schrapnellfeuer. Unsere gesammte Artillerie wurde vordirigirt, um das feindliche Feuer zu erwidern. Bei der Infanterie hieß es: „Nur vorwärts!", da sie der großen Entfernung wegen noch außer Stande war, den Feind mit Erfolg zu beschießen. Auch drangen wir durch das Gehölz vor. Aber kaum hatten wir dasselbe hinter uns, als uns die Franzosen aus ihren Laufgräben mit einem mörderischen Gewehrfeuer überschütteten. Unser Adjutant Krömmelbein wurde schwer verwundet. Die Schlacht war in vollem Gange - es mochte ungefähr 12 Uhr sein. Auf beiden Seiten donnerten ununterbrochen die Geschütze der Artillerie. Der Tod hielt reiche Ernte. Das 2. Jägerbataillon suchte den Bahndamm auf der linken Seite zu behaupten, die übrigen Regimenter mußten auf flachem Felde Stellung nehmen. Wir selbst standen unmittelbar hinter der Artillerie. Gegen 2 Uhr überbrachte ich an das 3. Infanterie-Regiment den Befehl, gegen Amanweiler vorzurücken, wo sich die Franzosen festgesetzt hatten. Oberstlieutenant Stamm, aus mehreren Wunden blutend, Schutzherrn der Landwirthschaft und der producirenden Stände. Nach Beendigung der Rede wurden dem Fürsten von einigen der anwesenden Damen Blumenspenden überreicht. Nach dem Frühstück, zu welchem eine große Zahl der Erschienenen geladen war, wurde um halb 5 Uhr mittels Sonderzugs die Rückfahrt angetreten. Frtedrichsroh, 9. Juni. Gestern Nachmittag traf der preußische Kriegsminister Bronsart von Schellendorff zum Besuche des Fürsten Bismarck ein, übernachtete Hierselbst und reiste heute Vormittag 91/* Uhr nach Berlin zurück. Am Dienstag Mittag wird der Großherzog von Mecklenburg-Schwerin zum Besuche eintreffen und um 2 Uhr wieder nach Stettin zurückreisen. Die Deputation der badischen Bürgermeister, die dem Fürsten den Ehrenbürgerbrief überbringen, wtrd^Mittwoch^Mittag empfangen werden. Depeschen des Surciu »Herold". Wie», 9. Juni. Heute Vormittag haben sich trotz des Polizeilichen Verbots', im Prater und an anderen Orten Arbeitermeetings abzuhalten, Tausende von Arbeitern im Prater eingefunden. Die zahlreich aufgebotenen Polizei- mannschaften forderten die Arbeiter zum Auseinandergehen auf, welchem Befehle jedoch nicht nachgekommen wurde. Bei emer abermaligen Aufforderung wurde die Polizei mit Stein- würfeu und Stockhieben rractirt, und erst, als die Mannschaften mit aller Energie vorgingen, gelang es, die Arbeiter zu zerstreuen. Im Innern der Stadt fanden jedoch neue Ansammlungen statt, so daß es daselbst ebenfalls zu einem Rencontre zwischen den Demonstranten und der Polizei kam. Eine besonders zahlreiche Ansammlung fand vor dem Hause des MioisterpräfidiumS statt, der Polizei aber ist es gelungen, die daselbst beabsichtigte Demonstration im Keime zu ersticken. Die Stadt befindet sich in nicht geringer Aufregung wegen der heute eventuell noch zu erwartenden Vorgänge. Um jede Demonstration zu verhindern, streifen starke Cavallerte- Patrouillen und Schutzleute zu Fuß und zu Pferde durch die Straßen der Stadt. Brun», 9. Juni. Den Offizieren und Mannschaften der Brünner Garnison ist der Besuch desczechtschenVeretnS- h aus es verboten worden. Der diesbezügliche Corpsbefehl ist gestern in allen hiesigen Kasernen verlesen worden. Budapest, 9. Juni. Der Ausstand der Post- bediensteten nimmt weitere Ausdehnung an. Gestern fanden wiederholt Unruhen statt. TemeSvar, 9. Juni. Ein heftiger Wolkenbruch hat gestern auch die hiesige Umgegend hermgesucht. Während eines zugleich niedergegangenen Gewitters fuhr der Blitz in eine bet einem Bahnbau beschäftigte Arbeiter-Colonie, wobei ein Bauparlter getödret wurde. Drei Ingenieure, welche sich in der unmittelbaren Nähe der Unglücklichen befanden, find unverletzt geblieben. ' Brussel, 9. Juni. Die Polizei hat gestern Abend bet dem Hauptschuldigen einer vor Kurzem in Brüffel entdeckten Falschmünzerbande, Namens Marius Chaudron, eine Haussuchung abgehalten. Als die Polizei in die Wohnung eindrang, trank Chaudron ein Fläschchen mit Gift aus. Der Tod trat sofort ein. In der Wohnung wurde eine vollständig eingerichtete Falschmünzerwerkstatt entdeckt und viel falsches Geld gefunden. Paris, 8. Juni. In der Wohnung eines Anarchisten, welcher verdächtig ist, einen Raubmord begangen zu haben, wurde eine Dynamitbombe gefunden. Der Anarchist hat emgestanden, daß er die Bombe im Theater während einer Vorstellung unter das Publikum werfen wollte. Schwurgericht. Gieße», den 10. Juni 1895. W. Heute Vormittag um 9 Uhr eröffnete als Vorsitzender Herr Laudgerichtsrath Hellwig die erste Sitzung der diesjährigen Schwurgerichts-Session für die Provinz Oberheffen. — Nach AuSloosung der Geschworenen und nach nahm mir den Befehl ab mit den Worten: „Einen Gruß an General Lyncker!" Gegen 3 bis 4 Uhr wüthete der Kampf am fürchterlichsten. Mehrere Granaten schlugen in unserer Nähe ein; Adjutant Möller und Oberst Zwenger erhielten schwere Verwundungen. Aus St. Privat la Montagne und Verneville stiegen dicke Rauchwolken auf, die uns große Feuersbrünste verkündeten. Um 4 Uhr versuchte die französische Garde den Bahndamm, den unser 2. Jägerbataillon gegen die große Ueber- macht heldenmüthig vertheidigte, im Sturm zu nehmen. Da wurde mir meine schwierigste Aufgabe im Kriege zu Theil. Ich erhielt nämlich von meinem Chef den Auftrag, dem commandirenden Major des Jägerbataillons, Herrn Winter, mitten im Kampfesgewühl den Befehl zu überbringen: „Die Stellungen sind unter allen Umständen zu behaupten!" Mein Chef entließ mich mit 'den Worten: „Reiten Sie in Gottes Namen!" Auf Anweisung des commandirenden Artilleriechefs, Herrn Oberstlieutenant Stumpf, sprengte ich vor der Feuerlinie unserer Artillerie dem Jägerbataillon zu. Obwohl die Geschoffe von beiden Seiten über und neben mir vorbeisausten und auch in unmittelbarer Nähe einschlugen, erreichte ich doch glücklich die Stellung der Jäger, die von den Franzosen mit einem mörderischen Gewehrfeuer bestrichen wurde. Freundlichst empfing mich inmitten seiner Soldaten Major Winter mit den Worten: „Nun, was bringt denn unsere Ordonnanz?" Ich machte ihm die angegebene Meldung, und er entließ mich mit dem Rath: „Reiten Sie nicht, führen Sie das Pferd zurück!" Außerdem gab er mir den Befehl: „Sagen Sie dem Herrn General, so lange ich noch einen Mann im Bataillon hätte, käme ich nicht zurück!" Die Braven standen mauerfest. Dem Ansturm der französischen Infanterie gebot hauptsächlich unsere Artillerie Einhalt. Auf dem Rückwege erhielt mein Pferd, das ich, wie mir Herr Major Winter ge- rathen, am Zügel führte, einen Schuß, der es schwer verErledigung der gesetzlichen Formalitäten wird in die Verhandlung gegen den Bäckergehilfen Joseph Filz von Affenhetm wegen des Verbrechens der versuchten Brandstiftung, § 306 pos. 2 u. 3 d. R. - Str. - G., eingetreten. Die Großherzogl. Staatsbehörde wird vom Ersten Staats- Anwalt Herrn Dr. Güngertch vertreten. Die Verthei- digung führt Herr Rechtsanwalt Dr. Gutfletsch. Einige 20 Zeugen sind zur Stelle. Der am 2. August 1868 zu Assenheim geborene Angeklagte ist vorbestraft und .zwar ein Mal wegen Bedrohung und mehrere Male wegen Beleidigung, derselbe macht auf der Anklagebank sitzend Men recht simpelen Eindruck. Ihm wird zur Last gelegt, daß er im Januar oder Februar 1893 oder um diese Zett die Hofraithe des Eberhard Walther zu Affenhetm, worauf ein zum Wohnen von Menschen bestimmtes Gebäude sich befindet, vorsätzlich in Brand zu setzen versucht habe. Auf der Walther'schen Hofraithe befindet sich ein Schwetnestall, welcher dicht an ein bewohntes Gebäude grenzt. Ueber der Stall- thür befindet sich eine größere Oeffnung zur Lüftung des Raumes, welche im Winter zum Schutz gegen die Kälte mit Stroh ausgefüllt wird. Dieses Stroh soll der Angeklagte um die betreffende Zeit in Brand gesetzt haben, indem er ein Lichtstumpfen brennend, eingeklemmt in einer Schwedenschachtel, in demselben niedergesetzt hat. Filz bestreitet ganz entschieden, die That begangen zu haben und erklärt, daß es die Träger der Namen Schmidt und Bopp von Affenheim seien, welche sich unter den heute zu vernehmenden Zeugen befinden, die ihn durch Machenschaften ins Unglück bringen wollen. Der Angeklagte erklärt auf Befragen des Bertheidigers, nicht in die Schule gegangen zu sein, auch nicht lesen und schreiben zu können, außer seinen Namen. — Erster Staatsanwalt, Herr Dr. G ü n g e r i ch, bemerkt, daß es scheine, als wenn die Vertheidigung die Absicht habe, die GetsteSgesund- heit des Angeklagten anzuzwetfeln. Er habe während der Voruntersuchung keinerlei Anzeichen dafür gefunden, daß dem so fei, sonst hätte er den Filz durch einen Arzt untersuchen lassen. — Die Anklagebehörde beantragt, diejenigen Zeugen, welche über den Geisteszustand und das Vorleben des Angeklagten gehört werden sollen und die von der Vertheidigung geladen seien, zuerst zu vernehmen, um einen medicinischen Sachverständigen nachziehen zu können. — Herr Rechtsanwalt Dr. Gutfletsch legt die Umstände dar, weshalb er früher nach dieser Richtung keine Anträge habe stellen können, hat aber gegen den Antrag der Staatsanwaltschaft nichts einzuwenden. Nach weiteren Zeugenvernehmungen, aus welchen hervorgehl, daß der Angeklagte nicht als geistig normaler Mensch betrachtet werden kann, beantragt der Erste Staatsanwalt, Herr Dr. Güngerich,' die Vertagung der Verhandlung, um den Angeklagten von einem dazu berufenen Sachverständigen untersuchen und beobachten laffen zu können. — Der Vertheidiger, Herr Rechtsanwalt Dr. Gutfleisch, schließt sich diesem Anträge an, worauf der Gerichtshof demgemäß beschließt. CocaUs unb prooittsielics. Gieße», den 10. Juni 1895. ** Ehrung. Die philosophische Facultät der Landes- Universität hat heute ihrem Ehrendoctor, dem Geheimerath Dr. O. v. Boehtlingk, Professor der Kaiserlichen Akademie in St. Petersburg, z. Zt. in Leipzig wohnhaft, anläßlich seines 80jährigen Geburtstages eine Glückwunsch- adreffe überreichen laffen. Der Gelehrtengreis ist eine anerkannte Autorität auf dem Gebiete der Orientalischen Wissenschaft. ** Stiftungsfeier Adelphia. (Unlieb verspätet). Vom dritten bis sechsten Juni feierte die hiesige studentische Reformverbindung „Adelphia" das Fest ihres 25 jährigen Bestehens, zu dem sich natürlich fast alle alten Herren ge- nannter Verbindung, deren Zahl im Verhältniß zu der Zeit des Bestehens nicht unbedeutend ist, von weit und breit eingefunden hatten. Eingeleitet wurde das Fest am zweiten ! wundete. Bald darauf überschritten die Jäger mit ihrem Major an der Spitze den Bahndamm und gingen in der Richtung nach Verdun vor. Gegen 5 Uhr wurde bte feindliche Artillerie ruhig, und wir vernahmen alsbald auf unserer linken Seite Musik, daß wir uns ängstlich fragten: „Sollten die Franzosen doch durchgebrochen sein?" Große Freude herrschte jedoch, als Herr Rittmeister v. Hehl herangeeilt kam und die Einnahme von St. Marie aux Chenes durch die preußische Garde und Sachsen meldete. Dieser Sieg war für uns von großer Bedeutung, da der Feind in unserer linken Flanke saß. Neuer Muth ging durch unsere Reihen. Die Säbel schwingend, rückten alle Commandeure, General v. Wittich an der Spitze, mit unseren Hessen gegen Amanweiler vor. Es mochte etwa 7 Uhr sein, als wir den Feind aus allen seinen Stellungen vertrieben hatten. Ein Generalstabsoffizier erstattete bald darauf die Meldung, daß die Franzosen auf der ganzen Linie geschlagen seien mit Ausnahme auf der Höhe von Gravelotte, bezw. St. Privat, welche bald darauf von den tapferen Pommern unter ihrem heldenmüthigen Anführer, General von Fransecky, erstürmt wurde. Nach Beendigung der Schlacht ließ Prinz Ludwig die Commandeure beordern, die Ordonnanzen auszuschicken, um alle Offiziere zu sich zu berufen. Der hohe Kriegsherr hielt eine die Bedeutung des Tages würdige Ansprache, in welcher er vorzugsweise der gefallenen Brüder gedachte., Hieraus spielte die Musik den Choral: Nun danket alle Gott! Kein Auge blieb thränenleer. Es war schon dunkel, als wir am Rande des Schlachtfeldes Biwak bezogen. Mit großer Sorge gedachte ich meines Bruders G. Einen kurzen Urlaub benutzte ich zur Nachforschung nach demselben. Auf die erste Anfrage bei seiner Compagnie bekam ich den trostlosen Bescheid, er sei unter den Todten. Bei einer zweiten Nachfrage erhielt ich die Pfingstfeiertag durch die Begrüßung der angekommenen Fest- theilnehmer auf der Kneipe. Am folgenden Abend fand ein zahlreich besuchter Commers in dem prächtig geschmückten Stein'schen Saalbau statt, bei dem ein reicher Damevflor Zuschauer bildete. Die von Begeisterung getragene Festrede, die ein Gründer der Verbindung übernommen hatte, fand unter den Versammelten stürmischen Beifall und verfehlte nicht, in den Anwesenden die begeisterte Feststimmung hervorzn- rusen. Den Glanzpunkt des Abends bildete die Ueberreichung einer prachtvoll gearbeiteten Fahne, die die Damen als Zeichen ihrer Theilnahme an den Freuden „AdelphiaS" der activen Verbindung gestiftet hatten und die beredtes Zeugniß giebt von dem Interesse, das auch die Damen einer Verbindung mit so gesunden, veraltete, unzeitgemäße studentische Traditionen über Bord werfenden Principien, wie sie die Reformverbindung „Adelphia" nun feit einem Vierteljahrhundert vertritt, entgegenbringen. Der folgende Morgen vereinte alle Festtheilnehmer nach der Aufnahme eines Gruppenbildes in dem schattigen Garten vor der Kneipe zu einem solennen Frühschoppen mit Musik, an den sich das offene Festmahl im Cas6 Ebel anschloß. Das Gartenfest am Nachmittag in SteinS Garten, bei dem die gesammte hiesige Regiments- capelle ein dem Festtag entsprechend gewähltes Programm zur Ausführung brachte, verlief nur zu rasch, um am Abend auch die Kunst Terpsischores zu ihrem Rechte kommen zu laffen. Den Schluß des Festes bildete am Donnerstag ein überaus stark besuchter Ausflug nach dem herrlich gelegenen Schlöffe Braunfels. Wenn auch die Verbindung als Reformverbindung weniger auf äußere Prachtentfaltung Werth gelegt hatte, so verlief die Stiftungsfeier doch in schöner und erhebender Weise und zeigte den vielen anwesenden alten Herren, daß, wie in allen anderen Punkten, die jetzige „Adelphia" auch hierin von dem Geiste, der die Gründer beseelte, völlig durchdrungen ist. Möge die Theilnahme an diesem Feste jedem Erschienenen ein angenehmer Gegenstand der Erinnerung fein. ** Eine» festliche» Umzug veranstalteten gestern Nachmittag die hiesigen Metzgergesellen zur Feier des 10. Stiftungsfestes ihrer Vereinigung. An dem Umzüge nahmen Collegen von Frankfurt, Wetzlar u. f. w., sowie der hiesige Athletenclub Theil. D:m Umzug folgte eine allgemeine Belustigung in der „Pulvermühle". ** Specialitäten-Circus W. Zmmaus. In dem Riesen- Pracht-CircuS aus dem Brandplatze findet Dienstag den 11. Juni, Abends 8 Uhr, die große Gala-EröffnungS-Vor- stellung statt. Dem nicht weniger als 60 Mitglieder besitzenden Circus Jmmans geht ein bedeutender Ruf voran, so daß dem hiesigen Publikum eine Reche ebenso interessanter wie genußreicher Abende bevorsteht. Insbesondere dürfte die Premiere eine Fülle von Überraschungen und Kunstgenüssen bringen. Ein Kranz bildhübscher, junger Künstlerinnen verschiedenster Nationalitäten werden mit durchwegs ganz neuen Glanzleistungen bebutlren; besonders interessant wird sich das Auftreten der sechs anrnuthigen Italienerinnen, Geschwister Picchiani, gestalten, welche in prächtigen Balltoiletten als Parterre- und Luft-Akrobatinnen geradezu Unglaubliches leisten sollen, ferner die reizende Drahtseilkünstlerin Miß Dora, die Tochter des Directors, vor Allem aber die Darbietungen des Directors Jmmans selbst, dessen wunderbar dresfirte Hundemeute überall Furore machte, insbesondere der Saltomortalhund „Flock", der als Wunderthier zu bezeichnen ist, und Alles auf dem Gebiete der Hundedressur bisher Geleistete weit übertreffen soll. Mittwoch den 12. Juni giebt es zwei große Pracht-Vorstellungen und zwar Nachmittags eine Extra-Familien- und Kinder-Vorstellung, deren Programm ebenso glänzend fein soll als jenes der Abends 8 Uhr stattfindenden Großen Gala- Vorstellung. ** Todt aufgefunde». Heute Morgen sand man den 73 Jahre alten Schreinermeister W. in feiner Wohnung in den Neuen Säuen tobt im Bette vor. Derselbe befand sich, da feine Frau feit einiger Zeit krank in der Klinik liegt, allein in der Wohnung und batte vorigen Samstag bereits Antwort, daß er noch lebe. Ja, der Soldat versicherte mich, er habe ihn auf dem Kampfplatze unter den Todten und Verwundeten liegen sehen. Er wollte sogar wissen, daß er einen Schuß in den Hals habe und heftig blute. Da mir die Stellung des ersten Jägerbataillons, in dessen Reihen mein Bruder kämpfte, noch im Gedächtniß war, eilte ich sofort in der Dunkelheit dahin zurück. Mein Weg führte über mehrere Grundstücke, auf welchen Hafergarben saßen. Verwundete schleppten sich nach denselben, um wenigstens nicht auf dem nackten Erdboden übernachten zu müssen. Aus den inständigen Bitten ersah ich, daß sie meinten, ich sei gekommen, ihnen-die Garben für andere Zwecke wegzunehmen. Alle Fragen nach meinem Bruder blieben erfolglos. Zuletzt rief ich laut feinen Namen in die Nacht hinein, doch umsonst- keine Antwort ver- nahrn ich, nur das Aechzen und Stöhnen der Verwundeten drang aij mein Ohr. Traurigen Herzens kehrte ich in das Biwak zurück. Arn nächsten Morgen überreichte mir einer der Unteroffiziere einen Zettel, auf dem die Worte standen: „Lieber Bruder, ich bin an der Brust verwundet, ich lag die Nacht über auf dem Schlachtfelde, wo ich Deine Stimme vernahm und meinen Namen rufen hörte. Du warst unweit von mir, ich konnte Dir aber keine Antwort geben. Gegen Morgen holte mich die preußische Sanitätsmannschaft und verbrachte mich auf ihren Verbandsplatz. Soeben wurde ich durch unsere Sanitätsmannschaft auf unseren Verbandsplatz gebracht. Gruß G." Sofort erbat ich mir nochmals einen kurzen Urlaub in der Hoffnung, meinen Bruder aufsuchen zu können. Leider gelang mir dies nicht. Auf dem Platze waren die Schwerverwundeten mit Mänteln bedeckt, auch wies mich die Sanitätswache zurück. — Am Nachmittag überritten wir mit dem Prinzen Ludwig das Schlachtfeld. Die ©eenen, die sich hierbei zutrugen, werden mir stets unvergeßlich bleiben. Griesheim. H. im Darmst. Tgbl. dem Mw- ientziag den ifnllvgS.Vor. >erbksijieobm f voran, jo inlertfiantn ibete dürfte unb Kunstge« ^ünftlerinntn chwegs ganz ereffant wird erioven, Ge« SBaOtoilftttn ^glaubliches der die Dar- n wunderbar besondere der zu bezeichnen ir bisher Ge- 2. Juni giebt i und zwar nder-Vor- sein soll als zen Gala« inb man den Wohnung in >e befand sich/ Klinik liegt, ;mfitng bereit- chette mich, er ;en und Der- datz er einen Da mir die - Reihen mein t ich sofort in > über mehrere Verwundete nicht aus dem den inständigen irnen/ ihnen die e Fragen nach ich laut semen , 9jntroort ver- Derwundeten tt ich * mit -mn " inben: /M“ l«8 » "* ■imme ««* „weit M ®r' W« „«» rit bu^ ?ir* ■e6! 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Einer der Soldaten, welcher den Säbel gezogen hatte, trug eine unbedeutende Kopfwunde, die ihm ein Civilist mit dem Stock beigebracht, davon. ** Die dritte Laudesversammlung des Fechtvereius Waiseu- fchutz, welche gestern im Cafs Leib tagte, war sehr gut besucht- durch Delegirte waren außer der Oberfechterei nachstehende Orte vertreten: Mainz, Gießen, Nidda, Darmstadt, Worms, Bingen, Alzey, Hetdesheim, Altenstadt, Niederolm, Oberolm, Niedersaulhetm, Obertngelheim, Weisenau, Bischofsheim. Die Mitglieder des Verbandes Gießen betheiligten sich lebhaft an der Debatte. Auch aus Klein-Linden und Leihgestern waren mehrere Herren erschienen, welche sich im Interesse der humanen Sache dem Gießener Verband ange- swlossen haben. Auß dem von der Oberfechterei ertheilten Rechenschaftsbericht ergiebt sich, daß die von den Verbänden dort hingelieferten Beträge im letzten Jahre wieder gewachsen sind. Die Einnahme der Oberfechterei betrug ca. 2800 M. im vergangenen Jahr. Das Vermögen beläuft sich auf ca. 8000 M. Als Ort für die nächstjährige Tagung wurde Darmstadt bestimmt. Ein gemeinsames Mittagsmahl, ein Gang durch unsere Stadt, Abends Covcert und Ball in Steins Garten vereinigten die Theilnehmer bis zu deren Abreise. Witterun^s