•Ufiohua h* »»: A 4267 von dem as, MMHr« Frau v. «M- Seltnsweg 3». _ stuWbcn, « 8W»L»&; I arbeiterittnen o Lehrmädche« K. Schaefer, »seihest"^ ht A teSsss Lrndw- ^IW- 26 CO 8690 31.00 102A 1«* i» In.** tortflA Obl- 1895- wo ■ Sllbnrwlr J(ey IbsfRaife 3Si'i «#** Hfl 10 w »«Äd,.,-» ” 1 m. 110 Der Giehener JUjeiger erscheint täglich, mit Ausnahme des Montag». Die Siebener -«mtstenSfälter werden dem Anzeiger "wöchentlich dreimal beigelegt. Zweites Blatt. Samstag den 11. Mai 189$ Gießener Anzeig er Generat-Mnzeiger. viertkljähriger A6onnrm(Bl5prti» : 2 Mark 20 Pfg. mit Lringerlohn. Durch dir Post bezöge» 2 Mark 50 Pfg. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schurckrahe ^kr.7. Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblutt für den Ttveis Gie^eir. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag» für de, folgenden Tag erscheinenden Nummer bi» Borm. 10 Uhr. Gratisbeilage: Gießener Aamilienbkätter. Alle Annoncen-Bureaux de» In- und Ausländer nehme» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Amtlicher Tbeil. Bekanntmachung, betreffend die Maul- und Klauenseuche. Die zu Ortenberg, Kreis Büdingen, ausgebiochene Maul- und Klauenseuche ist erloschen und die Gehöftsperre aufgehoben. Gießen, den 9. Mai 1895. Grobherzogliches Kreisamt Gießen. ___________________v. Gagern. Gießen, den 9. Mai 1895. Betr.: Die Besichtigung der Gemeinde-Zuchtstiere, Zuchteber und der Ziegenböcke. D»S Grobherzogliche Kreisamt Geben an Or. Bürgermeistereien der zu den Aorbezirken Gießen-Hrrugeu-Lich gehörenden Gemeinden des Kreises. Die Besichtigung der Gemeinde-Zuchtstiere, Zuchteber, Ziegen- und Schafböcke durch die Körcommisston Gießen- Hungen-Lich wird an folgenden Tagen stattstnden: Montag den 13. Mai: zu Langsdorf, Bettenhausen, Bellersheim, Obbornhofen, Utphe, Trais-Horloff und Inheiden. Dienstag den 14. Mai: zu Lich, Birklar, Muschen- heim, Dorf-Gill, Grüningen, Holzheim, Eberstadt und Ober- Hörgern. Mittwoch den 15. Mai: zu Hungen, Steinheim, Rodheim, Rabertshausen und Langd. Donnerstag den 16. Mai: zu Lang-Göns, Watzenborn, Steinberg, Hausen und Garbenteich. Freitag den 17. Mai: zu Steinbach, Albach, Annerod, Oppenrod, Burkhardsfelden und Reiskirchen. Samstag den 18. Mai: zu Rödgen, Trohe, Großen-Buseck, Alten-Buseck und Wieseck. Montag den LV Mai: zu Lollar, Daubringen, Mainzlar, Staufenberg und Ruttershausen. Dienstag, den 21 Mai: zu Gießen, Heuchelheim, Klein-Linden, Allendorf a. d. Lahn und Lechgestern. Sie wollen die Halter der Faselthiere anweisen, an den bezeichneten Tagen zu Hause zu bleiben, und die Thiere der Körcommisston bei deren Eintreffen vorzuführen, sich auch selbst bereit halten, um der Commission auf Nachsuchen förderlich zu sein. v. Gagern. Gießen, den 8. Mai 1895. Betr.: Vornahme einer Berufs- und Gewerbezählung. Die Grotzh. Kreis-Schulcommission Gießen au die Schulvorstände des Kreises. Nachfolgende Verfügung lasten wir Ihnen zur Kenntniß und Mitt Heilung an die Lehrer zugehen. v. Gagern. Darmstadt, 2. Mai 1895. Betr. Vornahme einer Berufs- und Gewerbezählung. Das Großh. Ministerium des Innern und der Justiz Abteilung für Schulangelegenheiten an die Grotzherzogl. Kreis-Schulcommissioueu. Arn 14. Juni d. IS. findet im ganzen Gebiete des Deutschen Reichs eine Berufs- und Gewerbezähluug statt. Wie in früheren Fällen wird es keinem Anstande unterliegen, ble Lehrer als Zähler zu verwenden und für die nöthige Zeit in den betreffenden Schulen und Schulklaffen den Unterricht auszusetzen. __________________ v. Knorr. Gießen, den 10. Mai 1895. Lehrer-Conferenz des Cousereuz-Bezirks Gieße» AM 15. Mai, Bormittags 10 Uhr in Gieße». Büchner, Schulrath. I Die Eröffnung des Nord-Ostsee-Canals und die Flotten fremder Nationen. Im Nachstehenden geben w'r die vollständige Liste der bis jetzt angemeldeten Kriegsschiffe fremder Nationen wieder, die an den Feierlichkeiten zur Eröffnung des Nord Ostsee- CanalS theilnehmen werden. England sendet zu der Canal-Eröffnung insgesammt 10 Schiffe, nämlich: 1) das Thurmschiff „Royal Sovereign" (Flaggschiff)- 2) daS Thurmschiff „Empreß of India" (Flaggschiff)- 3) das Thurmschiff „Resolution"- 4) baß Thurmschiff „Repnlse"- 5) den Panzerkreuzer „Blenheim" - 6) den Panzer- kreuzer „Endymton" - 7) den Kreuzer 3. Klaffe „Bellona" - 8) den Torpedojäger „Speedy" - 9) den Torpedojäger „Halcyon"; 10) die Admiral - Jacht „Enchantreß". Die Größe der englischen Schiffe geht von 810 Tons bis zu 14,150 Tons (jedes der vier Thurmschiffe), ihre Geschwindig- kett von 13 bis zu 21 Knoten in der Stunde. DaS Ge- sammtdeplacement der englischen Schiffe beträgt 78,660 Tons mit 171 Offizieren und 4390 Mann Besatzung. DaS englische Geschwader steht unter dem Befehl der Geschwader- ChefS Viceadmtral Fitzroy und Contre-Admiral Alington. Italien sendet an Schiffen: 1) die königliche Jacht „Savoia"- 2) baß Schlachtschiff 1. Klaffe „Re Umberto" (Flaggschiff)- 3) das Schlachtschiff 1. Klasse „Sardegna" (Flaggschiff), 4) daß Schlachtschiff 1. Klaffe „Andrea Doria" - 5) das Schlachtschiff 1. Klaffe „Ruggerio di Laurta" - 6) den Kreuzer 2. Klasse „Stromboli"- 7) den Kreuzer 3. Klaffe „Etruria" - 8) den Torpedokreuzer „Aretnsa" ; 9) den Torpedokreuzer „Partenope". Daß itaUenlsche Geschwader wird befehligt von dem Herzog von Genua und den Geschwader- Chefs Biceadmiral Accini und Contreadmiral Grandville. Die Größe der einzelnen italienischen Schiffe geht von 835 Tons biß zu 13,860 Tons, ihre Geschwindigkeit von 14,5 Knoten bis zu 19,94 Knoten, daß Gesammtdeplacement beträgt 38,317 TonS mit 180 Offitzeren und 3309 Mann Besatzung. Oesterreich-Ungarn sendet unter dem Befehl beß Contre AbmiralS Erzherzog Carl Stefan als Geschwaberchef: 1) ben Panzerdeckskreuzer ^Kaiserin und Königin Maria Theresia" (Flaggschiff)- 2) Panzerdeckekreuzer „Kaiser Franz Josef I." - 3) Panzerdeckskreuzer „Kaiserin Elisabeth" - 4) Torpedofahrzeug „Trabant". Das Deplacement der österreichischen Schiffe beträgt 13,894 TonS mit 52 Offizieren und 1212 Mann Bemannung. Die Geschwindigkeit der Schiffe ist 19 bis 20 Knoten. Frankreich sendet: 1) daS Schlachtschiff „Hoche" - 2) das Schlachtschiff „Dupuy de Lome" - 3) den Kreuzer 3. Klaffe „Coßmao" oder an Stelle dessen den Torpedoaviso „Cassini". Das Deplacement der französischen Schiffe wird circa 18,800 Tons betragen mit etwa 60 Offizieren und 1360 Mann Besatzung. Die Geschwindigkeit der Schiffe beträgt 16 biß 21 Knoten. Der Geschwaderchef ist noch nicht ernannt. Die Bereinigten Staaten von Nordamerika senden unter dem Geschwaderchef Contreadmiral Kirkland: 1) den Panzerkreuzer „N-wyork" (Flaggschiff)- 2) den Kreuzer „Columbia" - 3) den Kreuzer „San Franzisko"- 4) den Kreuzer „Marblehead". Die Größe her amerikanischen Schiffe liegt zwischen 2074 TonS und 8200 TonS, die Geschwindigkeit geht von 18,4 bis 22,8 Knoten. DaS Gesammt- ! deplacement beträgt 21,747 Tons mit einer Besatzung von > 75 Offizieren und 1497 Mann. i Rußland sendet unter dem Contreadmiral Skrydlow i als Geschwaderchef: 1)’ daß Schlachtschiff 1. Klaffe „Kaiser i Alexander II." (Flaggschiff)- 2) den gepanzerten Kreuzer j „Rurik" 3) das Panzer-Kanonenboot „GroSjaschtfchi". Das j Deplacement der russischen Schiffe beträgt 20,872 TonS, die ’ Geschwindigkeit zwischen 12,5 und 18 Knoten, die BesatzungS- stärke 70 Offiziere und 1305 Mann. Schweden und Norwegen sendet unter dem Befehl ■ des Geschwaderchefs Contreadmiral v. Klinteberg: 1) daß i Panzerschiff „Gota" (Flaggschiff) - 2) daß Panzerschiff „Thnle"s- ! 3) daß Kanonenboot 1. Klaffe „Edda" - 4) daß Kanonenboot 1. Klaffe „Biking" und 5) daß Kanonenboot 1. Klasse „Sleipner". (Die letzten beiden Schiffe unter norwegischer Flagge). Das Gesammtdeplacement der schwedisch-norwegischen Schiffe beträgt 8594 Tons, die Geschwindigkeit geht von । 12 bis 16 Knoten, die Besatzung besteht auß 55 Offizieren \ und 675 Mann. Dänemark sendet unter dem Geschwaderchef Corn- modore Gad: 1) den Kreuzer 3. Klasse „Geiser" (Flaggschiff)- 2) den Kreuzer 3. Klaffe „Hekla"- 3) Torpedoboot „Hav- heften - 4) Torpedaboot „Nachvalen" - 5) Torpedoboot „Sölöven"- 6) Torpedoboot „Stören". Gesammtdeplacement der Schiffe 2960 TonS. Geschwindigkeit der Kreuzer 17 Seemeilen, der Torpedoboote 21—22 Seemeilen. Besatzung der Schiffe 32 Osfiztere und 370 Mann. Spanien sendet: 1) das Panzerschiff „Pelayo" als Flaggschiff, 2) Kreuzer 1. Klaffe „Jnsantin Maria Theresa" - 3) Kreuzer 3. Klaffe „Marqueß de la Ensenada". Der Geschwaderchef ist noch nicht ernannt. Daß Deplacement der spanischen Schiffe beträgt 17,866 TonS, die Geschwindigkeit geht von 16,2 biß 20,2 Seemeilen, die Besatzung besteht auß 56 Offizieren und 1232 Mann. Die Niederlande senden: 1) den Kreuzer 2. Klaffe „Atjeh" und 2) den Kreuzer 3. Klasse „Alkmaar" mit zusammen 4575 TonS Deplacement, einer Geschwindigkeit von 13,5 resp. 10,3 Knoten und einer Besatzung von 25 Offizieren und 413 Mann. Rumänien sendet: 1) daß Panzerdeckschiff „Elisabeth" und 2) die Schraubenbrigg „Mircea". Deplacement der Schiffe 1300, resp. 350 Tons, Geschwindigkeit 18,5, bezw. 8 Seemeilen. Besatzung 23 Offiziere und 400 Manu. Die Türkei endlich sendet die Kreuzercorvette „Heibet- Ruma" mit 1960 Tons Deplacement, einer Geschwindigkeit von 14 Seemeilen und einer Besatzung von 15 Offizieren und 300 Mann. Im Ganzen sind von Seiten der zwölf genannten Staaten angemeldet 52 Schiffe mit 811 Offizieren uni 16,468 Mann Besatzung. Vtrmiföte». * Frankfurt a. M., 8. Mai. Auf einem Grundstück, das Herr Gärtner Hofmann in Sachsenhausen an der Wilhelmß- brücke von der Stadt zum Gärtnereibetriebe gemiethet hat, wurde heute Morgen unter zusammengestellten Bündeln von Bohnenstangen die Leiche eines unbekannten Mannes aufgefunden, die dort schon mehrere Monate gelegen haben muß. Der Körper trug bereits die Zeichen vorgeschrittener Zersetzung, die Kleidung ebenfalls, lieber den Oberkörper war ein Sack gezogen, vermuthlich als Schutz gegen die Kälte, der hier im Winter wahrscheinlich ein Obdachloser zum Opfer gefallen ist. — Der Polizeibericht meint, der Todte, ein großer Mann in ben dreißiger Jahren, scheine ein Maurer gewesen zu fein. • Seit Einführung der zweijährigen Dienstzeit ist mehrfach behauptet worden, daß die Anforderungen an die Militärbrauchbarkeit eine Herabsetzung erfahren hätten, und deshalb eine übergroße Anzahl von Entlassungen nach erfolgter Einstellung zum Dienst ftattfände. Dies ist jedoch nicht der Fall, vielmehr ist an den Bestimmungen der Dienstanweisung sür die Aerzte bei Beurtheilung der Diensttauglichkeit irgend eine Aenderung nicht vorgenommen worden. Daß der Zahl nach mehr Entlassungen unbrauchbarer Leute nach erfolgter Einstellung stattfinden, ergibt sich einfach aus dem Steigen der Einstellungsziffer- die Berhältnißzahl der Unbrauchbaren zu ben Eingestellten hat indessen eine Verschiebung nicht erfahren. Uebrtgenß hat sich bei der letzten Aushebung wieder herauSgestellt, daß daS deutsche Reich auch nach Einführung der zweijährigen Dienstzeit immer noch mehr Taugliche hat, als zur Einstellung gelangen können. * Das Küssen ziemlich thener bezahlen mußten unlängst drei Leute in einem Orte bet Köthen Sie befanden sich in animirter Stimmung und umarmten und küßten die Frau eine- Arztes des Ortes. Der Arzt stellte Strafantrag gegen die Attentäter und diese sind, trotzdem die Angelegenheit noch im letzten Augenblicke auf gütlichem Wege ihre Erledigung fand, zu 500, 200 und 100 Mk. Strafe ver- urtheilt worden * Unverbesserlich. Gerichtspräsident (zu einem Wilddieb): „Angeklagter, Ste schützen als Milberungsgrund Ihrer Bestrafung vor, daß die vorzügliche Zubereitung des WildpretS von Seiten Ihrer Frau Sie immer wieder zum Wilddiebstahl veranlaßt hat! Dies können wir jedoch nicht glauben?" Wilddieb: „Was, des glawe Se nitt, Herr Gerichtshof?! Warten Se, wann ich wieder erauß bin auß dem Loch, bann lab ich Sie emol zu emme Rehschlegel - Essen ein — bann glawe Se'S hernochert!" kandwirthschastliche Winke uni) KMchläge. △ A«S Oberheffen, Anfang Mat. V.gelschvtz „Gedenket der hungernden Vögel im Schnee" ist eine stehende Rubrik in den Tagesblättern, wenn draußen alles mit EiS und Schnee bedeckt ist und die armen Thterchen ihre Nahrung nicht wehr finden können. Es ist ein schöner menschlicher Zug, daß man sich der bitter darbenden Vogelwelt zur grimmigen Winterszeit anntmmt und schon die Kinder anhält, ben gefiederten Sängern beizusteheir. Schutz sollte man nicht blo« bei iWa&rung«mangd, sondern sterS, besonders aber zur Zeil de4 Nestttbauen- und BrutaeschSfte» bieten, waS vielfach übersehen wird, liniere nützlichen, genederten Sänger und Infeclenvertilger werden ,u allen Zettm verfolgt und btcimtrt. Hunger thul ihnen weh, aber wenn ihnen da- zierliche, mühsam gebaut« Nestchen rutnirl, die Eier verdorben, die Jungen geraubt werden, thu» die- nicht minder weh, wie daS Hungern im Linker. Man macht in den Schulm daraus aufmerksam, tag die Vogelnester nicht zerstört werden dürfen und straft die UebelthL'er, auch die Erwachsenen, von Poltzeiwegen. Aber eine Moise Uebelthäter lausen herum, die den armen Vögeln unendlich wehe thun und doch mit den Gesetzen nicht zu erreichen sind, weil sie selbst Thtere und al« folche ex lex stehen. Ihnen muh von anderer Seite zu Leibe gegangen werden^ daraus hinzuweiien ist der dieser Zeilen. Ein unbarmherziger Vog'lmörder, Nestzerstörer und Eterdieb ist die Elster (pica). Sie treibt sich den ganzen Tag in ihrem Reviere herum, läßt ihr häßliche« Gekrächze erschallen und sucht nach Beute. Wehe dem kleinen Sänger, dessen Nest sie ausfindig macht, was bet ihren scharfen Sinnen leicht geschieht. Die Elster zerstört da« gefundene Nest und frißt die Eier oder später auch nackte Junge. Mit diesem Vogel soll man kein Erbarmen haben, da sein Nutzm gleich Null ist. Wegm seiner Gewandtheit und Schlauheit ist er schwer zu schießen, am leichtesten geschieht eS, wenn die Elster brütet. Man sollte ein hohe- Schußgeld (Prämie) auf jeden Elfter- kopf setzen, wie bet dem Fischreiher. Aehnltch wie die Elster treibt eS der Häher fgarrulue); er bringt aber doch auch dadurch Nutzen, daß er Jnsrclen und ihre Larven, Käser und Würmer vertilgt. Man sollte ihn aber nicht zu zahlreich werden lassen, wie dies tn manchen Jahren an der Bergstraße, wo edle Kastanien und Wallnüsie gedeihen, vorkommt. Wenn der Häher an ein mit Eiern oder Jungen besetztes Nest von kleineren Singvögeln gcräth, ist eS verloren. Wa« wir vom Häher berichtet haben, gilt auch vom Würger oder Neuntödter (laniue). Er bringt zwar auch einigen stutzen durch Vertilgung von Jnlecten, schadet aber mindesten- ebenso viel durch da« Morden von jungen Vögeln oder durch das Zerstören von Gelegtti. Wer seine Gartensänger schützen will, dn schosse sich ein gute- Teching an und mache fleißigen Gebrauch gegen den Neuntödter und — die ivtldernden Hauskatzen davon. Gegen Elster und Häher brauche man eine gute Jagdflinte. Dir haben soeben von den Katzen gebrochen Taß btt(e unsere Feld- und Gartensänger in bedauttlichsttt Weise 'chSdigm, ist all-eitig bekannt und schon oft wurde daraus au’mtrtiam gemocht An den Lchaden, welchen Elsttt, Höher und Neuntödttt anrichten, denkt man weniger und darum haben wir zur Feder gegriffen, um zu veranlassen, daß man gegen diese Nesträuber vorgehen möchte. Sie sind schädlicher ol- Habicht, Bussard, Wethe und Eule. Eine ähnliche Roll« wie Elsttt, Höhn und Neuntödttt spielen Eichhörnchen, Wiesel, Jlti- und Marder, weßhalb wir auf daS Treiben dieser Vierfüßler mit einigen Worten hinwksim wollen Da- Eichhörnchen (aciurus) stellt sich dem Daldbesuchtt al« ein posfierlichtt, harmlostt Geselle dar, ist aber ein nichtsnutziger, ttbarmungSlostt RSubcr, der so gut rote keinen tflutzen bringt. Durch seine Gewandtheit und sein geringe- Körpergewicht ist eS ihm mög« sich, bi- in die dünnsten Zweige hinaus,uklettern und die Vogelnester auszustöbern. Jn Fafanttten richtet da-i>tchhorn ungeheuren Schaden an. Wegen seiner Gewandtheit und Schlauheit ist e- schwtt zu erlegen. Wo man e- nwischm kann, soll man keinen Pardon geben. In Nadelholzbeständen thut da- Eichhorn de- Samen- wegen nicht unbedeutenden Schaden. Eine ähnliche Nolle wie da« Eichhörnchen spielt da- Wiesel maetela), welches nicht blo- den Vöaeln im Freien, sondern auch den Hühner- und Taubenschlägen gefährlich wird. Im Winttt hält es sich in Scheuern und Ställm auf, wo eS dadurch wenigsten- eintgen Nutzm bringt, daß e- Mäuse vttttlgt. Im Frühiahre zieht da- Wiesel in da- Feld hinaus, wo e- sich unter Steinhaufen, Gestrüpp, hohlen Bäumen u. dgl. m. vttbtrgt und von da au8 feine Raubzüge unternimmt. Da« Wiefel richtet unendlich vielm Schaden unter der Vogelwelt an und muß daher lahrau-, jahrein bekämpft n> erben. N'ahe verwandt mit dem Wiesel find Jlti- (muetela putori») und Marder (muatela domestica). Sie gebm fast nut Nacht- auf Raub au- und sind, weil äußerst gewandt, scheu und mit scharfen ©innen begabt, schwtt zu erlegen. Am besten geschieht die« noch durch Klappfallen, Schnellfallm und Q-ietschfollm. Jlti- und Marder liefern ein gutes Petzwerk; her Jlti-balg hat Den Nachtheil, daß er den ihm anhaftenden üblen Geruch erst nach langer Heit verliert. Schließlich müssen noch zwei andere Thiere erwähnt ronben, die ben nützlichen Sing- unb jagdbaren Vögeln mitunter recht ge- * sührlich werben, e- find der Tach-r (txxae melee vulrarie und br Storch (ciconia;. Senn der Dachs em Gelege auf brr inbc erwischen rann, z. B. von Rebhühnern, Fafanen, Lerchen Kiebitzen, Mövm, Emm u. a. m., dann ist er gar nicht blöde, sondttn greift eifrig zu. Viel schädlichtt ist der Storch, desim 3Hmbul feit etwa einem Jahrzehnt bedeutend geschwunden ist. Wer noch in den 80n Jahren einen Storch schoß, ri-kirte eine empfindliche Strafe. Die neuesten Forfchungm und Erfahrungen haben dargethan, daß der Storch säst gar keinm Nutzen, bagegm vielm Schaden anriebte? Dadurch, baß er einer ber erftm FrühlingSbolm ist und aut ben -Väuiern nistet, wo er von Alt und Jung bequem beobachtet werden Fann, hat er eine Popularität erlangt, die er keineswegs verdient denn er Jft ein arger Räuber, ber btt Lanbwnthfchaft dadurch fchad,, daß er Thiere vernichtet, welche her Landwirthschaft von Nutzen find' Dtt Salbmann wirb mit dem Storche noch wmigtt Mitleid haben, al« ber L'anbmann. Bon Großmulh bet Storche« gegen ben Snatz, wie sie in bem befannten Gedichtchen gefchUdert wirb, kann keine Rede sein. Dtt Storch räumt bie Spatzennester au«, sobald er die Gelegenheit und Möglichkeit dazu findet. Ta« weiß dtt Spatz unb darum legt er da« Nest so an, daß dtt Storch nicht daran kann. Stt Gelegmheit hat, die Voaelwell zu beobachtm wird gerne zugeben, daß Elsttt, Häher, N'euntöditt, '-tchhörnchen, Wiesel. Jltts und Mardtt im Laufe eine« Jahre« fast ebenso viel Unheil unter der nützlichen Vogelwelt anrichtm können, wie mancher raub« Stüter. Den Schaden de« letztttm kann die Mmschheit durch Anlegen von Futlnplätzm zum großm TheUe sernhaltm. Gegen btt Bogelftinde, wie wir sie kur, beschrieben haben, geschieht ieboch Diel ,u wenig. Lanbwirthschaftliche unb Vogelschutzvtteine tonnten viel mehr dazu beitragen, die Vogelseinde möglichst niebttzuhaltm und auch ber Privatmann kann mithelfm, wenn er dem Raubzeuge durch Fallm, dtt Elsttt, dem Hähtt, Sürger unb Eichhörnchen.aber mit bem Schießgewehr, unter Umständen sogar mit dem 8Latrobe behüt kommen sucht. Wer bad Blasrohr mit Naaelbolzen zu handhaben weiß, dem ist e4 eine Kleinigkeit, einm er abzu'chießm. Dm wildemdm HauSkatzm brenne man von Zeit zu Zeit mit Lett» kugeln ein« auf ben Leib, sie bleiben bann halb von ben Gärten weg, wo sie in so unheimlicher Seife begrüßt werben. Eonserveniilvistt la. junge Schnittbohnen b Pfd i Did 3 Vkb-2Pfd. 1 Vid. Tose 9V 7b 60 8» 26 Perl», Butter», Brech-, Wach««, Prinzeß , Kern« und Düke-Bohnen. Zunge Erbsen (mittel) 1 l• **) 4 Oftz. 2 Pib 1 Pib Dose 1.40 -6 40 sowie zwei weitere Quai. Erbfm Stanamspargel in 3 verfch S ärken Brechspargel ,2 , Larottm, Larotten und Erbsen, Semtfdjte Gemüse keltower'Räbm, hampignon« in 3 versch Sorten, L einpilie. Morcheln. Irüffel, To» maten, Tomatenvuröe. ferner sämmtliche Obst-Eonserven Ananas gz Fr , Anana« in Scheiben, Aprikosen, Birnen, rath unb weiß, Erdbeeren, Kirschen, Melange. Mirabellen, Nüsse, Lflaumen, Pst siche, Preiselbeeren, Reine» da üben u. f. w-, empfiehlt in ben bekannt heften Marken billigst Emil Orbig, BabihatatroMe 30. Bekanntmachung. Die Steigerer von Holz im District Philosophenwald, für welche« bie Abfuhr bis 1. b. Mts. bestimmt war, werden aufgefordert, das noch im Walde sitzende Holz so gewiß bis zum 20. d. Mts. ab« fahren zu lasten, als sonst Anzeige gegen sie erhoben werden wird. Gießens den 6. Mai 1895. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. 4248 __________Gnauth. Bekanntmachung, betreffend: Berwerthung der Gras» und Kleenutzung von den Wegen in der Gemarkung Gießen. Die rubricirten Gras- und Kleenutzungen sollen Dienstag, den 14. Mai d. Js. versteigert werden und zwar: ») Bormittags 9 Uhr mit Zusammenkunft am Neu- städterthor die Kleenutzung von zwei Grundstücken am Wismarerweg, sowie von dem oberen Theile des Friedhofs; b) Nachmittags 2 Uhr im Laale des alten Rathhauses die Grasnutzung von sämmtlichen städtischen Wegen. Gießen, den 9. Mai 1895. Kroßherzogliche Bürgermeisterei Gießen. __Gnauth.___________________4247 Lertehrserleichterung zum Gebrauch der Badeeur in Salzhausen. Die Oberhesfischen Eisenbahnen geben Abounementkarten zur Fahrt in II. und III. Wagenklaste mit 50% Fahrpreisermäßigung aus, »elche zu 12 bezw. 20 einzelnen Fahrten zwischen der aus der Fahr« karte bezeichneten Abgangsstation und der Station Nidda an beliebigen Tagen während der Dauer der Badesaison, bezw. vom 15. Mai bis zum 15. September d. I. berechtigen. Salzhausen, am 10. Mai 1895. Wrotzherzogliche Badedirectiou. 4261 Einladung Die Mitglieder des Tpar- und Borschußvereins, eiugetr. Genossenschaft mit unbeschr. Haftpflicht, zu Dreis a. Lda., werden zu der ordentlichen Generalversammlung mit folgender Tagesordnung auf den 19. Mai 1895, Nachmittags 3 Uhr, anher einzuladen: 1. Abhör der revidirten Rechnung für 1894. 2. Festsetzung der Dividende. 3. Decharge für den Vorstand und Aufsichtsrath. 4. Sonstige Vereinsangelegenheiten. Treis a. Lda., am 8. Mai 1895. Der Borfiyeude des Auffichtsrath. Georg Kehr IY. Bilanz w e. vMllßmkins tu Srtis a.lda. - G.m.u tz. am 1. Januar 1895. Activa. i. Au-geliehene Capitalien: *) Gegen Obligationen 89 709.21 b) „ Bürgschaften 141 883.29 c) Werthpapiere 15 015.68 d) w Güterkaufschilling 27 518.34 2. Kastenvorratb, baar 12 929.06 Ausstände 11 826.74 3. Mobilienwerthe 319.78 JL 299 202.10 Passiva. 1. Aufgenommene 6a« pitalien 280 979.19 2. Mitgliederguthaben: a) Stammantheile 12 710.00 b) Reservefonds 3 484.23 3. Betriebsrücklage 2 028.68 JL 299 202.10 Tie Zahl der Mitglieder betrug Ende 1893 145 in 1894 sind neu eingetretcn 5 und au«geschieden 2 3 Summe Ende 1894 148 Treis a. Lda., am 1. Januar 1895. Der Borftaud des Tpar und Borschustvereins. Der Director Der Rechner Der Sontrolleur $. Decker VI. I. Becker VI. H^Dapver. [4251 Bekanntmachung. Das 1. Ziel Gemeindesteuer für 1895/96, sowie die Bei» träge zur land« und forftwirthschaftlichen Berufsgenostenfchaft für 1894, sind innerhalb 8 Tagen bei Meidung des Bettreibung-verfahrens zur! hiesigen Stadtkaste zu bezahlen Zahltage: Dienstag, Donnerstag und Samstag. Gießen, den 10. Mai 1895. Der Stadtrechner: _______________________________Doepfer.___________________ 4257 Unterrichts Anzeige. Um mehrfachen Wünschen zu entsprechen, eröffne ich am 15. Mai d. I einen Cursus in doppelter, einfacher und gewerblicher X* Buchführung, TWE letztere mit Lohnliste, sodann in deutscher, französischer und englischer Correspondenz. kaufmännischem Rechnen und Wechsellehre. Dameucursus separat. Honorar mäßig. — Zeit nach Vereinbarung. — Beste Referenzen. Anmeldungen jederzeit. 4118 ____________________________Lehrer W. Plant, Ludmigstr. 34. Farben, Lacke und Firniße^ aller Art liefert in bester Qualität billigst [2178 August Noll, Bahnhofstraße 51. Neuester vervollständigter Placat - Fahrplan enthalt, die Fahrzeiten der auf den Stationen Giessen, Frankfurt a. M.. Cassel, Marburg, Friedberg. Lollar, Fronhausen, Wetzlar, Coblenz, Deutz, Fulda. Alsfeld. Gelnhausen, Nidda. 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