Nr. 290 Der $U»e«er Av»ciger erscheint täglich, nnt Au-nahme deS Montags. Die Gießener Ia«tkie»vlätter tperbot dem Anzeiger VkcherUlich dreimal deigelcgt. Erstes Blatt. Dienstag den 10. December_______________ Dichener Anzeiger Kenerat-Mzeiger. 189» vierteljährtger AVo»e«e«t»,reiA, 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezc»g« 2 Mark 50 Psg. rtedaction, Expedition und Druckerei: KchnlgratzeKr.7. Fernsprecher 51. Zlmts» und Anzeigeblatt für den Nreis Gieren. Gratisöeikage: Gießener Jamitienökälter. Ausland. Alle Annoncen-Bureaux deS In» und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den ätzenden Tag erscheinenden Nummer bis Bonn. 10 Uhr. Rom, 7. December. Prmatnachrichten zufolge soll der Sultan den Ferman wegen Zulassung des zweiten StationSAmtliche» Theil. Gießen, am 2. December 1895. Betr.: Die Volkszählung am 2. December 1895. Das Grotzherzogliche Kreisamt Gießen NU die Grotzh. Bürgermeistereien des Kreises. Indem wir Sie nochmals darauf aufmerksam machen, daß die ZählungSacten bis längstens zum 21. l. Mts. hierher einzusenden find, empfehlen wir Ihnen, diese Acten, welche nicht durch besondere Boten von Ihnen hierher befördert, sondern mit der Post eingeschickt werden, unter „Reichs- dieustsache" einzvsenden. Die Bezeichnung „Reichsdienstsache" ist auf der Begleitadrefie links neben dem Bestimmungsorte Gietzeu zu setzen und das Dienstsiegel bcizudrückeo, auch ist letzteres an der Stelle auf der Beglettadrefie aufzudrücken, welche bet sonstigen Sendungen zum Aufkleben der Marken dient. v. Gageru. Bekanntmachung. Das Befahren der Lahnbrücke bei Ruttershausen mit Ladungen von mehr als 25 Centoer Gewicht wird hierdurch verboten Gießen, den 6. December 1895. GroßherzogltcheS Kreisamt Gießen. _______________ v. Ga gern._____________________ BekaMtrnachnng, betreffend die Maul- und Klauenseuche. Unter dem Rindvieh des Handelsmannes I s a a k S e l i g - mann zu Nauborn, Kreis Wetzlar, und deS Handelsmannes Karl Meyer zu Kraftsolms, Kreis Wetzlar, ist die Maul und Klauenseuche amtlich festgeftellt worden. Gießen, den 7. December 1895. GroßherzogltcheS Kreisamt Gießen. v. Gagern. ~ Bekanntmachung, betreffend Ausbruch der Schafräude. Unter den Schafen der ersten Heerde zu Wollmar, Kreis Marburg, ist die Räude ausgebrochen. Gießen, den 7. December 1895. Großherzogliches Kreisamt Gießen. _____v. Gagern.__________________ Bekanntmachung, betreffend Vorträge über Obstbau. In den nächst«hend verzeichneten Orten deS Kreises Gießen beabsichtigt Herr Obstbautechniker Metz aus Friedberg zu den bestimmten Zeiten Vorträge über Obstbau zu halten und practische Unterweisungen zu erthetlen. In: Hungen, 12. December, Unterweisungen: Vormittags von 9—11, Nachm. 1—3 Uhr, Nounenroth, 12. December, Versammlung: Abends 8 Uhr, Unterweisungen: am 13., Vorm- von 9 Uhr ab, Billingen, 13. December, Versammlung: Abends 8 Uhr, Unterweisungen: am 14., Vorm. von 9 Uhr ab, Ober Bessingen, 15 December, Versammlung: Abends 7 Uhr, Unterweisungen: am 15., Vorm. von 9 Uhr ab, Münster, 16. December, Versammlung: Abends 8 Uhr, Unterweisungen: am 17., Vorm. von 9 Uhr ab, StüngShauseu, 17. December, Versammlung: Abends 8 Uhr, Unterweisungen: am 18., Vorm. von 9 Uhr ab, Lauter, 18. December, Versammlung: Abends 8 Uhr, Unterweisungen: am 19., Vorm. von 9 Uhr ab, Weickartshain, 19. December, Versammlung: Abends 8 Uhr, Unterweisungen: am 20., Vorm. von 9 Uhr ab, Göbelnrod, 20. December, Versammlung: Abends 8 Uhr, Unterweisungen: am 21.. Vorm. von 9 Uhr ab, Nrünberg, 21. December, Versammlung: Abends 8 Uhr, Unterweisungen: am 21., Nachm. von 2 Uhr ab. Die Großherzoglichen Bürgermeistereien werden ersucht nach Maßgabe der besonders zugehenden Mitthelluugen um ortsübliche Bekanntmachung, und ersuche dieselben, Obengenannten in seiner Thätigkeit zu unterstützen. Zahlreiche Betheiltgung erwünscht. Der Vorsitzende deS VereinsbezirkS Gießen. Dr. Wallau. Deutsche» Reich. Berlin, 7. December. Am 13. d. MtS. findet im Vrunewald eine Hofjagd statt, an welcher auch der Kö n i g von Sachsen, der am 12. d. Mrs. tn Berlin etnmfft, «heilnchmen wird. Berlin, 7. December. Der Vorstand des Reichstages und der Sentorenconvenr hielten heute eine Sitzung ab, um den noch ausstehenden Etat des Reichstages estzustellen. „ ... ___ Die „Post" schreibt : In wohlunterrichteten politischen Kreisen wurde heute angenommen, daß der Urlaub des Ministers des Innern, Herrn v. Köller, dieser Tage beendet ein und die Geschäfte des Ministeriums von ihm wieder übernommen werden dürften. — Dagegen wird von anderer Seite gemeldet, der Rücktritt des Herrn v. Köller könne unverändert als sicher betrachtet werden- für sein bevorstehendes Scheiden aus dem Amte bilde einen untrüglichen Beweis der Umstand, daß Seitens des Ministers bereits die Dispositionen für seinen Umzug getroffen seien. Auffallend fei auch die Thatsache, daß der Regierungspräsident v. H e y d e - brandt und der Lasa auS Breslau und der Oberpräsident von Pommern, v. Puttkamer, hier eingetroffeu feien. Beide Herren würden als Ministercandidaten bezeichnet. — Der Retchstagsabgeordnete Dr. Braubach (Str.) hat sein Mandat für den Wahlkreis Mayen-Ahrweiler nteder- gelegt. Er wird sich in Leipzig oiederlassen und Rechtsanwalt am Reichsgericht werden. — Die Commission für die zweite Lesung des bürgerlichen Gesetzbuches ist heute tu die zweite Berathung des Einführungsgesetzes eingetreten und hofft ihre Arbeit so zu erledigen, daß daö Ausführungsgesetz noch vor Weihnachten an den Bundesrath gelangen kann. Es ist nicht ausgeschlossen, daß das bürgerliche Gesetzbuch im Reichstag am 18. Januar, dem Gedenktage der Kalserproctamation, ein- gebracht werde. — Zur Schließung der socialdemokratischen Wahl- usw. Vereine, die am letzten Montag verfügt wurde, erfahren wir aus guter Quelle, daß diese Maßnahme nicht auf Veranlasiung deS Kaisers vom Polizeipräsidenten von Windheim vorgenommen wurde, wohl aber nachträglich vom Kaiser gutgeheißen worden ist. Berlin, 7. December. Der heftige Sturm, der während der letzten Nacht wüthete, dauerte auch während des ganzen Tages an; zeitweise stellte sich auch ein Schneetreiben ein, wodurch das Vorwärtskommen auf den Straßen ungemein e^chwert wurde. Ueber das Unwetter in der Nacht vom Freitag zum SamStag treffen fortwährend Unglücksnachrichten ein. Die in Berlin vorgekommenen Unfälle sind weniger erheblich; in den Vororten jedoch hat der Sturm großen Schaden augerichtet; in Treptow, auf dem Bauplatze der Gewerbeausstellung, wurden halbgedeckte Dächer abgedeckr, Wände umgelegt und die Bretter über den Platz verstreut. Fast alle Telephonlettungen der Fern- und Vorortsstrecken sind gestört. Auch der telegraphische Verkehr nach dem Auslande ist theilweise unterbrochen. Die Depeschen langen mit großen Verspätungen an. In Hamburg richtete die Sturm- fluth furchtbaren Schaden an. Auf der Unterelbe haben viele Unglücksfälle stattgefunden. Der Sturm und das Hochwaffer haben auch in der Umgebung Kiels Verwüstungen angertchtet und den Telephon- und Telegraphenverkehr unterbrochen. Der Thurm des Schlaffes der Domäne HertwigSwaldau bei Sprottau wurde vom Blitze getroffen und eingeäschert. Die Saar, Nahe und Steg find aus ihren Ufern getreten. Auch in der Nähe von Mannheim hat das Unwetter arg gehaust; gleiche Meldungen kommen aus München, Flensburg und zahlreichen anderen Orten des Reiches. — Dem Reichstage ist folgender, vom Abgeordneten Lenz manu eingebrachte und von der freisinnigen und süddeutschen Volkspartei unterzeichnete Antrag zugegangen: Der Reichstag wolle beschließen, die verbündeten Regierungen zu ersuchen, baldigst einen Gesetzentwurf vorzulegen, wodurch die Ausnahme und Unterbringung von Patienten in Heilanstalten für Geisteskranke reichSgesetzltch geregelt wird. Wangeroog, 7. December. Meldung der Rettungsstation: Heute wurden von der hier gestrandeten deutschen Tjalk „Maria" zwei Personen durch das Rettungsboot „Fürstin BiSmarck" gerettet. Kiel, 7. December. Gegenüber auderweiten Meldungen wird festgestellt, daß am Katfer-Wilhelm-Canal keinerlei Dammbruch erfolgt ist. DaS Hochwaffer der unteren Wehrau hat, durch Sturm veranlaßt, die Ablagerungsfläche bei Rendsburg überspült und fließt bet Kilometer 61,1 in den Canal. Die AbdämmungSarbetteu find nahezu beendet. Für den Schiffsverkehr besteht keinerlei Gefahr. Der Vorfall ist durchaus unbedeutend. Paris, 7. December. Die Akademie der schönen Künste wählte Professor Adolf M enzel-Berlin zum auswärtigen Mitgltrde. schiffe« bereits unterzeichnet haben. Paris. 7. December. Gestern Abend ereignete sich in der Kammer, nachdem die Sitzung aufgehoben war, ein sen- sationeller Zwischenfall. Ein Manu war auf der öffentlichen Tribüne sitzen geblieben, und als man ihn ausforderte, den Platz zu verlassen, zog er einen Revolver und gab zwei Schüffe in den Saal ab. Er wurde sofort verhaftet. Der Revolver war noch mit vier scharfen Patronen geladen. Man glaubt, mit einem Irrsinnigen zu thun zu haben. Vor dem Pol'zei-Comm'siar gab er an, Lenoir zu heißen. Er sei der Sohn eines Gefängniß Directors und vor einigen Tage aus dem Spital entlaffen worden. Pari», 7. December. Gilbert Lenoir, welcher gegen Ende der gestrigen Kammersitzung von der Gallerte aus zwei Revolverschüsse abfeuerte, weigerte sich, die Gründe für seine Handlung anzugeben. Bei der ber ihm vorgenommenen Haussuchung wurde eine Anzahl anarchistischer Blatter ^New-York, 7. December. Die Blätter melden, daß em großer Sc an dal in Newark ausgebrochen sei. Eine gewisse Miß Käthe M. hatte sich hergegebeu, Sibirien zu bereisen, und die dortigen Armen zu unterstützen. Zu diesem Zweck wurden ihr von der Kaiserin von Rußland und anderen hochgestellten Persönlichkeiten große Geldunterftützungen zu Theil. Vor einiger Zeit kehrte dieselbe nach New York zurück, wobei es sich herausstellte, daß sie alle ihr überwiesenen Summen, die sie zur Unterstützung der Armen Sibiriens zugesandt erhielt, für sich behalten hat. Miß Käthe M. sieht ihrer gerichtlichen Verfolgung entgegen. Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bmeau. Köln, 8. December. Mehrfach? Wintergewitter sind tn Westfalen, am Niederrhein und auch hier uieder- gegangen. Nunmehr find auch der Obrrrhein und der Neckar stark steigend, ebenso die anderen Nebenflüffe und ist daher Hochwaffergefahr vorhanden. Stillstand der Rheinfchifffahrt wird befürchtet. Nur die Mosel ist jetzt in langsamem Fallen begriffen, doch ist das Wetter noch stürmisch. Straßburg L E., 8. December. Aus dem Jndustrie- bezirk Mülhausen wird großer Hochwasserschaden gemeldet, die Fabriken mußten theilweise. geräumt werden. In der bekannten Spinnerei von Dollfuß, Mieg & Cie. haben durch das Hochwaffer 300 Ardener die Beschäftigung verloren; tn einer anderen Fabrik beträgt der Schaden an Maaren 10000 Mark. Der Sturm, welcher gleichzeitig wüthet, richtet großen Schaden an Gebäuden an. Die Doller riß eine große Stetnbrücke weg, andere Brücken sind gefährdet. Der Bahnverkehr ist theilweise gestört. Auch tn Straßburg führt die Jll Hochwaffer, bis jetzt ohne größeren Schaden anzurichten, jedoch steigt das Wasser bedrohlich. Alle auswärtigen Telephon-Leitungen sind zerstört. Depeschrv de» Bureau „Herold*. Berlin, 8. December. Die Ministerkrisis ist noch nicht betgelegr. Der Kaiser empfing heute Vormittag im neuen Palais nur den Chef deS CtvilcabinetS, v. LucanuS. Ueber den Verlauf der Köller-Kctsis erfährt das Depeschen- Bureau „Herold" aus bester Quelle Folgendes: Die KrtsiS nahm am letzten Sonntag ihren Anfang gelegentlich einer Unterredung deS Reichskanzlers Fürsten von Hohenlohe mit Minister v. Köller. Der Reichskanzler verlangte lediglich ein abgeschwächres Vorgehen im Kampfe gegen den Umsturz, v. Köller lehnte dies rundweg ab. Darauf erfolgte der Bericht Hohenlohe an den Kaiser, daran anschließend der Em» pfang Köllers tat neuen PalatS. Köller erklärte sich außer t Stande, im Amte zu bleiben, wenn der Bericht Hohenlohes gutgeheißen werde, und reichte darauf am Montag seine Entlastung ein. (Siehe Depeschen auf der folgenden Seite.) Berlin, 8. December. Außer der Verbindung mit Frankfurt a. O. find sämmtliche auswärtige Telephon» Verbindungen noch gestört. Die Depeschen treffen mit sehr großen Verspätungen ein. Die Stürme dauern an, find jedoch weniger heftig geworden. Aus vielen Thetlen des In- und Auslands liegen Nachrichten über Unwetter und Unglückssälle vor. Liverpool, 8. December. Ein Paffagierdampfer stieß mit einem Lootsenschiff zusammen. Drei Lootseu wurden gc* rettet, sechzehn ertran k en. WB. Berlin, 9. December. In maßgebenden Kreisen gilt die Ernennung des Regierungspräsidenten Freiherrn von der Recke von der Horst in Düffeldorf zum Minister des Innern als unmittelbar bevorstehend. WB. Berlin, 9. December. Der Kaiser genehmigte das Abschiedsgesuch deSMinisterS v.Käller unter Belastung des Titels und Ranges eines StaatSministerS und verlieh Köller den rothen Adlerorden erster klaste. Gleich, zeitig wurde der Regierungspräsident von der Recke zum StaatSmiuister und Minister des Innern ernannt. Der Krieg von 187O|71, «rschtldert durch Ausschnitte «uS ZettungS- Nummern jener Zett (Nachdruck verboten.) 10. December. Manteuffel marschirt bereit- in Eilmärschen nach der Seestadt Havre. Die Verbindung zwischen dieser äußerst wichtigen Hafenstadt von 75000 Einwohnern und dem übrigen Frankreich ist bereit- abgeschnitten. Im Besitz von Havre können die Deutschen allen möglichen Proviant von England beziehen. Bertheidigt wird Havre durch die Nordarmee werden, die auf so schimpfliche Weise vorigen Sonntag bet Rouen floh und sich nach Havre warf. Panik ist ein zu milder Ausdruck, um den Zustand dieser Truppen zu be- schreiben, und dabei ist e- doch Thatsache, daß von zehn der Leute neun nicht einmal die Preußen zu Gesicht bekommen haben. Sie warteten nicht einmal, bis diese ihnen nahe kamen. Jemand verbreitete das Gerücht, sie seien umzingelt, worauf die ganze Armee von 30 000 Mann wie eine Schaar I Kaninchen Reißaus nahm. Die Flucht, denn Rückzug kann es nicht genannt werden, von Rouen nach Havre muß wahrhaft entsetzlich gewesen sein. Die armen Teufel mußten zu Fuß laufend den Weg von dort bis Honfleur machen, eine Ent- fernung von beinahe 14 deutschen Meilen, ohne irgendwelche Nahrung und bet schneidendem Frost und Schnee. Diele wüsten unterwegs umgekommen sein. Die, welche ankawen, I toonn mehr todt als lebend, konnten kaum stehen, ihre Füße waren bei einzelnen eine Masse von offenen, eiternden Wunden. Auf dem ganzen Wege wurden die verschiedensten Gerüchte vom Nahen der ewigen drei Ulanen laut und erhöhten ihre Qualen. Von Honfleur wurden sie in Kähnen und Dampfern nach Havre herübergebracht, eine vollkommen demoraltfirte Bande von Truppen, die vor Schrecken allein vernichtet war. Man sagt, daß, wenn die Preußen ihnen nachgesetzt hätten, sie die ganzen 40000 Mann hätten gefangen nehmen können. Hier schwören alle Obrigkeiten bet Allem, was heilig ist, daß sie die Stadt bi- auf den letzten Mann vertheidigen wollen, aber trotz ihrer 60 000 Mann und all ihrem Prahlen glaubt man, daß, wenn die Deutschen kommen, der Zusammensturz alles Widerstandes noch schlimmer sein wird al- in Rouen. Alle die Bauern aus der Umgegend kommen in Schaaren in die Stadt, die Boulevards sind der Aufenthalt von Kühen, Schafen und Schweinen, sowie auch Wagen voll Möbel mit ihren unglücklichen Eigenthümern obenauf. Die Angst und Verzweiflung ist deutlich auf ihren Gesichtern zu lesen. Gieße», ben 9. December 1^85 ** Ordensverleihungen. Seine Königliche Hoheit der Groß Herzog haben Allergnädtgst geruht, am 27. November dem Baurath Ludwig Hoffmann zu Leipzig das Ritter- kreuz erster Klaffe des Verdienstordens Philipps des Groß- müthigen zu verleihen. ** verbot des Besuchs von Tanzmufiken und Wirthl- Häusern feilens jugendlicher Personen. Das Großh. Ministe- rtum des Innern und der Justiz hat nachstehenden Ent. wurf eines Gesetzes nebst Motiven den Ständen des GroßherzogthumS, und zwar zunächst der Zweiten Kammer, zur verfaffungSmäßtgen Berathung und Beschlußfaffung über, sendet: Artikel 1. Personen unter 16 Jahren ist der Besuch öffentlicher Tanzbeluftigungen gänzlich untersagt. (Der Besuch ist auch nicht unter Aussicht der Eltern gestattet.) Artikel 2. Personen unter 16 Jahren ist der Besuch von WirthShäusern nur dann gestattet, wenn sie sich unter der Aussicht ihrer Eltern oder unter der Aufsicht derjenigen befinden, welche die Stelle der Eltern vertreten, wie Pflegeeltern, Vormünder, Dienstherrn u. s. w. DtefeS Verbot findet dann keine An- Wendung, wenn der Besuch deS WirthShauseS auf Reifen oder größeren Ausflügen zur Befriedigung des Bedürfntffc» einer Erfrischung erfolgt. Artikel 3. Die Besitzer oder Verwalter von Gast, und Schankwirthschaften sowie öffentlichen Tanz, localen, welche gestatten, daß Personen unter 16 Jahren den Bestimmungen des Artikels 1 oder 2 zuwider sich in ihren W'rths- oder Tanzlocalen aufhalten, werden mit Geldstrafe bis zu 30 Mk., welche im Falle der Uneinbringlichkeit in Haft zu verwandeln ist, bestraft. Die gleiche Strafe trifft Eltern, Pflegeeltern, Vormünder, Dienst, und Lehrherrn, welche ihren Kindern, Pflegekindern, Mündeln, Dienstboten oder Lehrlingen unter 16 Jahren den Bestimmungen der Altikel 1 oder 2 zuwider den Besuch einer öffentlichen Tanz, belusttgung oder eine- WirthShauseS gestatten. Artikel 4. Durch Local-Polizei Verordnung kann für Orte, bet welchen besondere Umstände dies angezrigt erscheinen laffen, da» verbot deö Besuchs öffentlicher Tanzbelusttgungen und de» BcsuchS von WirthShäusern ohne Aussicht der Eltern oder deren Stellvertreter auf Personen bi« zum vollendeten sieb- zehnten Lebensjahre ausgedehnt werden. Aus den dem (Sc- fetzentwurf beigegebenen Motiven fei folgende Stelle erwähnt: ES kann Vorkommen, daß auswärt- wohnende, noch keine 16 Jahre alte Schüler von Lehranstalten über Mittag an dem Ort der Schule bleiben müffen, und alsdann mit Zu. sttmmung de- Lehrers und bezw. Leiter- der Anstalt ihren Mittag-tifch in einer Spetfewirthfchaft nehmen, es bedarf Wohl keiner besonderen Hervorhebung im Gesetz, daß der- artige Fälle nicht unter daS Verbot fallen. Ein derartige» Mittageffen tu eine» Speiseohause ist nicht al- WirthShauS- | besuch int Sinne des Artikel- 2 de- Entwurfs auszufaffen, wie denn auch in gewiffem Sinne die Schüler uad die Speiseanstalt der Aufsicht der Lehrer unterliegen. • • Fackelzag. Nächsten Donner-tag, den 12. December, wird die gesammte Studentenschaft dem Herrn Profeffor Dr. Gasfkh, Rector deö Jahres 1894/95, einen Fackel- zug darbringen, der den folgenden Weg etnfchlagen wird Dom Wallthor durch die Walllhorstraße, Lindenplatz, Kirchen Platz, Markt, Schulstraße, Neue Bäue, LudwtgSplatz, Ludwig straße, Bleichstraße, Süd-Anlage, Frankfurterftroße zur Hof- mannstraße, dann zurück durch die Frankfurterstraße, Liebig- straße, Bahnhofstraße, West-Anlage, SelterSweg, Kreuzplatz, Markt, Marktstraße, Neustadt, Oswalds Garten. Die Aufstellung in der Marburgerstraße beginnt präciS 7®/< Uhr. Abmarsch 8 h. c. t. * * Kunstverein. Bet der am vorigen Samstag ftatt- gehabten Verloosung des Kunstvereins für daS Großherzogthum Hessen find die Gießener Mitglieder — im Gegensatz zu den Vorjahren — von Glück nicht sehr be- günstigt gewesen. Von den 42 Gewinnen sind nur 3 nach Gießen gefallen, davon 2 auf die 10 Anteilscheine der Stadt, nämlich ein Oelgemälde von Karl Stuhl müller, München: „DorfwirthShauS" und eine Radierung nach F. A. Kaul- bach, München: „Ein Maitag". — Eine ebensolche nach I Gust. Schönleber, München: „Kohlendampfer" ist Herrn LandgerichtSdirector Jöckel zugefallen. Ueber die Derwen- düng der in den letzten Jahren wiederholt unserer Stadt zugefallenen kleineren Gewinne deS Kunstvereins fehlt es, dem Vernehmen nach, noch an einer Bestimmung. • • Neues Theater. Unsere Dresdener sowie die übrigen Gäste verabschiedeten sich gestern Abend mit dem Schwank „Herr und Frau Doctor" von Heinemann. Das En» semble leistete auch hier wieder Vorzügliche- und erntete den reichen Beifall deS gutbesuchten HauseS. Unser kunstliebendes Publikum wird die guten Leistungen bet der geschickt getroffenen Auswahl der Stücke noch lange tu bestem Andenken bewahren. **-g- Zither Eoucert. DaS gestern Abend in „SteinS Saalbau" veranstaltete Concert des Lahnthal.Zither- bundeö fand vor einem zahlreich erschienenen Auditorium statt und nahm den schönsten Verlauf. DaS reichhaltige Programm wurde mit einem „GlündungSmarsch" (Jos. Hauser) vom Gesammtchor eröffnet und wußte durch gute Einsätze und verständntßvolle Vortragsweise zu fesseln- ebenso der im zweiten Theil vorkommende Gesammtchor „Klänge aus dem Lahnthal" (Ad. Arnold), ein durch die Schönheit der Compofition erfreuendes Tonstück. Beide Chöre wurden von dem Bundesdirigenten Herrn Ad. Arnold geleitet und die treffliche Ausführung ließ erkennen, daß sowohl den Dirigenten wie die Ausübenden das Bestreben beseelte, Tüchtiges zu leisten. Die Einzelvorträge der Bundesvereine wurden durch den „Zitherverein Marburg" mit einem „Ober- bayerischen Ländler" (Böck) eingeleitet, „Zitherverein Alpen- röSchen Gießen" bot „Röslein im Walde" (Nägli), der „Gießener Zitherkranz" brachte ein Intermezzo aus der Oper „Cavalleria rusticana“, sowie das Kärntner Lied „Verlassen bin i" und den Schlußmarsch „O du mein Oesterreich" (I. Haustein) zu Gehör. ErwähnenSwerth find ferner die Solis der Herren Arnold und Egly, letzterer bot auf der Streichzither eine wirkungsvolle Reverie von H. Gruber „Rheintöchterklänge". ES gereicht uns zum Vergnügen, constaitren zu können, daß fämmtliche Zithervorträge von den Mtlwtrkenden, welche fämmtlich Dilettanten, in bester Weife ausgeführt wurden, und der große Applaus, der die einzelnen Piecen lohnte, bewies, wie dankbar sich daS Publt- kum für diesen leider so seltenen Kunstgenuß zeigte. Der für die in willkommener Abwechslung deS Programms vorgesehenen Lieder mit Zitherbegleitung gewonnene Sänger, Herr David Em ge, bot anerkennenSwenhe Leistungen. Sein in den Mittel- und unteren Lagen gut ausgeglichener Tenor kam in Vortheilhaftester Weife in dem stimmungsvollen, sinnigen Lied „Abendglöcklein" sowie dem träumerischen „In der Barke" zum Ausdruck. Die gutgeschulten Stimmmitrel konnten fich in „Treue Botschaft" und einem als Zugabe gebrachten „Ständchen" ganz entfalten und berechtigen den Künstler bei weiterer Vervollkommnung zu den besten Er- folgen. — Möge die Erinnerung an den schönen Verlauf diese» ConcerteS dem neugegründeten Zitherbunde ein Sporn zu weiterem Vorwärtsstreben sein und damit dem Zitherspiel, welche- auch ganz dazu angethan ist, die Musik im stillen Familienkreis zu vertreten, neue Freunde und Gönner zuführen! • * Natioualliberaler Verein. Morgen, Dienstag, den 10. December, Abends 8i/i Uhr (Restauration „Zum Andres") wird in der Monatsversammlung des nationalliberalen Vereins Herr Stadtverordneter I. Kirch einen Vortrag über „Die Rechte und Pflichten des deutschen BürgerthumS" hallen, an den sich eine DiScusfion anschließen wird. DaS bet der augenblicklichen Unklarheit unserer tnnerpolitischen Lage und der vielfach zu Tage tretenden Unfchlüssigkeit weiter bürgerlicher Kreise höchst zeitgemäße Thema wird vielleicht manchen unserer Leser zum Besuche dieser Versammlung ver- anlaffen, in der, wie bet allen Veranstaltungen deS national- liberalen verein», Gäste willkommen find. * * Bergmännischer Verein. Am 14. December findet Hierselbst im „Hotel Victoria" eine Versammlung deS Bergmännischen Vereins zu Gießen statt. Der verein, dem die Besitzer der bedeutendsten Hüttenwerke deS Lahnthcl» angehören, feiert im kommeuven Jahre da» 25jährige Jubiläum seines Bestehens und soll unter Anderem über die Begebung dieses Festes Beschluß gefaßt werden. • • Die Allgemeine Cterbekaffe Gießen, welche jetzt in ihr 7. GeschäfiSjahr tritt, besteht zur Zett aus 666 Mitgliedern, au« allen Ständen und Berufsarten. Diese Mltgliederzahl dürfte gewiß den Beweis liefern, wie viele von der Roth- wendigke't und Nützlichkeit de» Vereins überzeugt sind, der einen Mitgliedern, insbesondere aber den wenig Bemittelten, die Wohlthat einer Versicherung zugänglich zu machen sucht. > I Die allgemeine Sterbekaffe Gießen hat fich die Aufgabe ge. stellt, den Hinterbliebenen von verstorbenen Mitgliedern durch Erhebung eines BettagS von 25 Pfennig pro Sterbefall einen Geldbetrag zu sichern, welcher hinreicht, um die Be- gräbnißkosten u. s. w. decken zu können. Nicht Jeder ist in der Lage, die Prämien einer Lebensversicherung zahlen zu können, und insbesondere ist es immer nach dem Verlust, 1 den die Familie durch den Tod eines Angehörigen erlitte» hat, die Hauptfrage: „öo kommen die Mittel für die Be- erdtgungSkosten her?" Da ist eS nun die allgemeine Sterbe- kaffe Gießen, welche hier helfend eingreift, indem sie sofort eine Unterstützung von 120 Mk. gewährt. Während seine» 6 jährigen Bestehens hat der Verein 46 Sterbefälle unter feinen Mitgliedern gehabt, und wurden hierfür an 15 Mitglieder ä 75 Mk, an 15 ä 100 und an 16 ä 120 Mk., h Summa 4545 Mk. auSgezahlt. Außerdem besitzt der vereiN einen Reservefond von ca. 1900 Mk. und ist mithin in der Lage, auch in außergewöhnlichen Fällen seinen Verpflichtungen nachzukommen. Zur Auskunft in allen Fragen ist Herr Schneidermeister Pfaff, SclterSwrg 1, Herr Schuhmacher- meister Seidewaod, Teufel»lustgärtcheu 20, sowie Herr H- Bruchhäuser, Wolfstraße 8 I, gerne bereit. Boa der Volkszählung Jntereffant ist bei der Volk»- zähluug, daß der Zähl bezirk 43 (Kreuzplatz und Kaplan», gaffe bi» Nc. 10) genau so viel männliche wie weibliche Personen, nämlich je 132 zählt, während in allen anderen Bezirken die Frauen in der Mehrheit sich befinden. * * Feldbereiuigung im Neustadter Feld. Wie wir hören, liegt e» in der Absicht, im Neustädter Feld eine Feld- bereinigung vorzunehmen. Zwar ist eS noch nicht sehr lang- her, daß man dort dasselbe Geschäft ouSgeführt hat, aber in Rücksicht auf die dort vorhandenen Uebelstände und weil der Kostenpunkt nicht ein so erheblicher ist wie daerste Mal, wird die Ausführung der Arbeit von mehrere» Seiten warm empfohlen. • • Verbot hei Handels mit Lotterieloosen. Der zweiten Kammer ging ein Gesetzentwurf zu, der den Handel mit Antheilen zu Lotterieloosen wie in Preußen unter Strafe stellt. * • Diebstahl Am vorigen Freitag wurde einem Bäckerburschen aus seiner Schlafstube eiu vollständiger Anzug nebst einem Paar Schaftenstiefeln gestohlen. Der Dieb wurde heute Morgen in der Person eine- 17jährigen Burschen er- mittelt und verhaftet. Die gestohlenen Gegenstände fanden fich noch in seinem Besitz. * * Schlägerei. In der Licherstraße fand gestern Abend eine Keilerei statt, wobei sich auch Soldaten betheiligten. Ladendiebstahl. AuS einem GeschästSladen wurde gestern während der Verkaufszeit ein Stück Stoff, cirea 12 Meter, gestohlen. * * Dal Lö'wentheater konnte seine Vorstellungen durch die Ungunst des Wetter! noch nicht beginnen, da der heftige Sturm am Samstag dem Aufbau beträchtlichen Schaden zufügte. Dieselben beginnen nunmehr am Mittwoch Nachmittag. * • Organisation bei Handwerks. Der aus der General- Versammlung de« Gewerbeverein» zu Alsfeld durch Herrn Rechtsanwalt C a l m a nn - Alzey kurz dargelegte Antrag de» OrtSveretnS Alzey, betr. Organisation de» Handwerk» im Großherzogthum Hessen, im Gegensatz zu dem beabsichtigten preußischen System scheint nun doch 1 auch bei uns diese Frage in» Kreisen zu bringen. Wir erfahren, da« die Großh. Centralstelle für da» Gewerbe in allernächster Zeit beabsichtigt, eine Handwerker - Conferenz einzuberufen, um von den Betheiligten selbst zu hören, wie dieselben über die Art und Weise dieser Organisation denken. W. Nieder Florstadt. 7. December. Gestern wurde hier die 16jährige Tochter des Handelsmann» Simon unter dem Verdachte der Brandstiftung in 5 bi» 6 Fällen in Haft genommen. Die Verhaftete bestreitet da» verbrechen begangen zu haben. Bad Nauheim. 6. December. Die Zahl der Wohngebäude, Anstalten und Fabriken ist 580, gegen 467 bei der vor fünf Jahren, am 1. Decrmber 1890, stattgehavten Volkszählung- die der Haushaltungen 781 (680 in 1890), der anwesenden Personen 3394, gegen 2878 in 1890, also ein Bevölkerungs-Zuwachs innerhalb fünf Jahren von 516 Personen. nn. Darmstadt, 8. December. Zur Erinnernn g an die Erstürmung des Schlosses von Chambord am 9. December 1870 veranstalteten am heutigen Tage die ehemaligen Angehörigen der 8. Compagnie de» 4. Infanterie- Regiments (jetzt Nr. 118) am Grabe ihres damaligen heldenmüthigen Führers und Compagnie-Chefs, des Hauptmann» Katt rein, eine erhebende Feier. Um 11 Uhr versammelte sich eine große Anzahl alter Kameraden, grau- bärtige Krieger, viele geschmückt mit dem eisernen Kreuz und Verdienstkreuz, am Portale deS hiesigen Friedhof» und marschirten in geschloffenem Zug nach der geschmückten Grab- statte deS Majors Kattrein. Daselbst angekommen, spielte die Capelle deS 115. Regiments den Ehoral: „Jesu» der ist mein Leben", worauf der während de» Feldzug» in der Compagnie gestandene Lieutenant Carl Schneider, jetzt Buchhalter im Haufe Merk, daS Wort ergriff und tu treff- ltcher Rede die militärischen Tugenden deS leider so früh dahtngeschtedenen tapferen Compagnie - Chef» Kattrein, schilderte. Im Felde streng und auf Manneszucht fehend, aber gerecht und ein wahrer Vater seiner Compagnie, habe der Verstorbene in allen Gefechten und Schlachten auf den ManneSmmh seiner Soldaten vertraut und im Vertrauen auf die Tüchtigkeit derselben habe er, wie er fich selbst au»- gesprochen, daS kühne Wagniß unternommen, da» von über 3000 Franzosen besetzte Schloß Chambord im Sturm nnb ohne ein Schuß zu nehmen. Diese alänzende Waffenthat gereiche der 8. Compagnie, aber auch dem gesammten Regiment 118, sowie der hessischen Drvision, zur höchsten Ehre. Wenn dieser tapfere und unerschrockene Offizier nicht mehr runter den Lebenden weile, so bleibe doch sein Andenken mit Ebenen Lettern in daS Buch der Kriegsgeschichte HeffmS rmgegraben und auch bei den alten Kameraden, welche unter seiner Führung diese Waffenthat vollbracht, werde sein An« denken unvergeßlich bleiben. Zum Zeichen der Liede und treuen Kameradschaft legte Herr Schneider einen prachtvollen Larbeerkranz mit schwarz-weiß - rorhen Schleifen auf dem Grabe nieder mit der Widmung: „Zum Andenk n an unseren ehemaligen Compagniechef, Haupimann Kattrein, nm 25. Jahrestag der Erstürmung des Schlosses Cbambord, gewidmet von ehemaligen Angehörigen der 8. Compagnie des Großh. Hessischen Infanterie - Regiments 118, am 9. December 1895." Nachdem die Musik noch einen Choral gespielt und jeder der Anwesenden ein stilles Gebet -verrichtet hatte, war die tiefergreifrnde Feier beendet. H erauf begaben sich die Krieger nach dem in der Nähe be- findlichen Grade deS Premierlievtenantk und DataillonS- adjudanten N eßling, desjenigen Offiziers, welcher ebenfalls an dem Sturm auf daS Schloß Chambord betheiligt war. Auch diese Grabstätte war von liebender Hand auf das srönste geschmückt und ein prächtiger Lorbeerkranz mit der Widmung: „Dem geliebten Bruder am Tag der 25jährtgen Jubelfeier der Erstürmung deS Schlosses Chambord" zierte die Stätte des Todes. Nach dem Vortrag des Chorals „Wie sie so sanft ruhen" durch dir Musik, ergriff Herr B.hnhof-Assiftent Bonn, früherer Sergeant der Compagnie und ebenfalls Thetlnehmer an d-m Sinrm auf Chambord, das Wort, um auch dieses braven Osfizters und seiner beldenmüthigen Haltung bei der Erstürmung des Schlöffe- Chambord zu gedenken. Hierauf legte Herr.Bonn einen prachtvollen Lorbeerkranz mit der Widmung: „Zum Anrenken an den ehemaligen Compagnie - Offizier Lieutenant Neßling am 25. Jahrestag der Erstürmung des Schlosses Cbamdord, gewidmet von damaligen Angehörigen der 8. Compagnie des Großh. Hessischen Infanterie - Regiments Nr. 118 am 9. December 1895" am Grabe nieder. Sichtlich gerührt verließen die alten Krieger die Grabstätten ihrer beiden Compagnie-Offiziere, mit denen sie im Feldzug 1870 Freud und Leid getheilt hat-en. DaS Osfizter- corpS deS 118. Regiments, sowie die Offiziere der 7. Compagnie deS Regiments Nr. 118, hatten je einen Lorbeerkranz am Grabe des Majors Kattrein niederlegen lassen. Nach der Feier vereinigten sich die Veteranen zu einem gemeinschaftlichen Mahl im Saalbau. Mainz, 8. December. Die Ergänzungswahlen zu der hiesigen Stadtverordnetenversammlung find nunmehr auf den 18. December anberaumt. — Die durch den außerordentlich starken Güterverkehr in den Monaten September, October und November bet der Ludwigsbahn sehr beschränkte Sonntagsruhe wird vom 15. d. MtS. ab wieder für sämmtliche Güter-AbsertigungSstellen genannter Bahn in volle Kraft treten. Da der Güterverkehr sich im Allgemeinen wieder in normalen Grenzen bewegt, ist auch die Be- und EntladungSfrist für Güter wieder auf die regelmäßige Zeit- dauer verlängert worden. — Der der städtischen Verwaltung unterstellt^ HospirtenSfondS, deffen Zinsen der Armenpflege von Mainz zu Gute kommen, zählt zu seinem Eigen- thum Gütereien in dem Werthe von etwa einer Million Mark. Da die Rentabilität in keinem Verhäirniß zu dem Werthe der Güter steht, beschäftigt man sich eben mit der Frage, ob es nicht angezeigt wäre, die Güter zu verkaufen, weßhalb von Sachverständigen eine Abschätzung und Rentabilitätsberechnung vorgenommen worden ist. Der Werrh der Güter beziffert sich danach auf Mark 912242 und die Durch- schnittSreutabilitär auf 3,1 Prozent. — Gegen einen hiesigen reichbegüterten Hausbesitzer ist eine Strafuntersuchung anhängig, weil derselbe auf anderer Leute Kosten GaS brannte. Der Betreffende hat an die Gasleitung, die durch seine Wohnung führte, im Stillen ein Ableitungsrohr für sich angelegt, fodaß daS GaS, ohne einen Gasmesser zu paisiren, die Lampen speiste. Airchliche Anzeigen der evang.Geineiir-e. Mon'ag, den 9. December, Abend? 8 Uhr, Bibelllrmde im Confirmandensaal der Johanneskirche: 1. Petrusbrtef Cap. 2, von VerS 18 an: Der Wandel unter dem Kreuz nach dem Vorbild des größten DulderS Jesu Christi. Pfarrer Dr. Naumann. Briefkasten. et ad ph. -g. Wir bitten um Zustellung behufs Emsicht'ahme. Red. ES ffl ■ tt jeder Art. foroie M QaitlanStoffe ' Ö0T M Hfl (ff™ gj W titrte. Man schreibe um Muster rj8LyJ-k W wtt 'Q® BK B unter Angabe oeö Gewünschten. von Elten & Keusssn, Seidenwaaren-Fabrik, Llvksick, — Alle HauSdefitzer. Im J-'ieress- der Hau-ventzcl er- Innern wtr bei dem hr> a>,nahenden Winter an die Veisich'-rung gegen WasserlcttungSschädcn, da crfahrungsmaßig zahlreiche Rohr- bruck: infolge von Frost st.ttfinden, außerdem aber auch durw d-s Off nlassen der Hähne, Ueberlausen drr Badewannen, Coiel- veistopfungen rc. derartige Schäden häufig vorkommen und nicht nur empfindliche Ve:lulle verursachen können, sondern auch in der Regel noch ärgerliche Differenzen und Prozesse zwischen dem Hausbesitzer und dem schuldigen Miether herbetsühren Gegen alle diese Eventualitäten bietet sowohl den Hausbesitzern wie den Mi ihern eine Versicherung bei den Wasserleitunatzschäden Verfichernngs- Gesellschaft „N e p t u n" in Frankfurt am Main, welche am hiesigen Platze durch die Herren Ad. Bieler und A. von Jungenfeld ver'rcten ist, unbedingten Echutz Genannte Ges-lfchast ist im Jahre 1886 g ründet und hat tu der Zett ihres Bestehens bereits über 34 000 Schadn fälle r.-quUrt,____________________10 1<4 ^Ayc.üiHN&c® Der beste Beweis Maschinen ^der allbekannten Fwma M. I a c o b s o h n, Berlin, Linienstraße 126 dürste wohl sein, daß diese Firma im Laufe der letzten 10 Jahre viele Tausende von Familien-Nähmaschinen an Lchrer-, Krieger- und Beamtenvereine, sowie auch an Mitglieder derselben und Private geliefert. F-st an allen Orten Deutschlands sind Nähmaschinen der Firma im «ebravch zu besichtigen, so daß Jeder leicht in der Lage ist, sich ein unparteiisches Urtheil über deren Leistungsfähigkeit zu bild n. Viele von der Firm« mit 50 Mk. gelieferten Nähmaschinen wurden so durch Fachkenner aus 80 bis 100 Mk geschätzt. Die Maschine wird aus oierwöchentltche Probezeit geliefert und unbedingt zurückgenommen, wenn dieselbe nicht nach Wunsch auSfällt. 10267 Bekarmtwachrmtz. Der Voranschlag der Gemeinde Geilshausen für 1896/97 liegt vom 12. d. Mts. an acht Tage lang auf dem Geschäsis- zimmer der unterzeichneten Bürgermeisterei zu Jedermanns Einsicht offen. Geilshausen, den 7. December 1895. Großhcrzogliche Bürgermeisterei Geilshausen. Pfeiff. 10272 Betarmtumchrmg. Der Voranschlag der Gemeinde Odenhaufeu für 1896/97 liegt vom 12. December an acht Tage lang auf dem Büreau les Unterzeichneten zur Einsicht der Betheiligten offen. Oden Haus en, den 7. December 1895. Großherzogliche Bürgermeisterei Odenhausen. Lang. 1027 i Oeffkntliihk Aufforderung. Bezüglich folgender dem Heinrich Becker zu Rüddingshausen im Grundbuch dieser Gemarkung zugp- schriebener Stücke : IV/503 VIII/108 XXIII/36 und XXVI/209 kann das unbeschränkte Eigenthum und die Schuldfreiheit derselben urkundlich nicht nachgewiesen werden. Eü werden daher alle diejenigen, welche Eigen- thums-, Pfand- oder sonstige Rechte bezw. Kaufschillings- oder andere Forderungen an diese Grundstücke bilden zu können vermeinen, hierdurch auf- gefordert, diese binnen sechs Wochen vom ersten Erscheinen dieser Aufforderung an gerechnet, bei dem unterzeichneten Gericht geltend zu machen, gegenfalls der unbeschränkte Eigen- chumsnachweis und die Schuldfreiheit als erbracht angesehen und die Löschung der beschränkten Einträge verfügt wird. Homberg, den 5. December 1895. Großherzogl. Amtsgericht. ______________Olt. 10273 Oeffentliche Gläubigeraufforderung. Forderungen und Ansprüche jeder Art an das Vermögen des unbekannt wo abwesenden Landwirths Peter Krauch II. von Rödgen bei Friedberg sind binnen einer Woche bei unterzeichnetem Gerichte anzumelden, wenn sie bei der bevorstehenden Vermögens- rezulirung berücksichtigt werden sollen. BadNauheim, 6. December 1895. Großherzogl. Amtsgericht. __________Bauer. 10275 Mittwoch ükn Il.Dcrbr.t I., Nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im Bicter'schen Saale: 1 Sopha, 1 Verlicow, 1 Küchenschrank mit GlaSaufsatz, 1 vollst. Bett, eine Anzahl Stahlstiche, Oelbilder, BUderrahmen, Spiegelgläser, 1 Oel- gemälde (Gebirgsgegend), 1 Partie Werkholz, 2 Hobelbänke, 1 Pferd, 1 Kuh u. a 20278 Grißler, Gerichtsvollzieher. Jagdvcrp Achtung. Montag den 23. Deeember l. A., Vormittags 11 Uhr, wird die mit dem 8. Februar 1896 leibfällige Jagd der Gemeinde Weiperfelden, bestehend aus 169,79 Heciar Wald und 51 Hectar Feld, auf weitere 9 Jahre auf hiesiger Bürgermeisterei öffentlich verpachtet. Weiperfelden, den 7. December 1895. Der Bürgermeister: 10285__Hofmann.______ Jagdverpachtung. Montag den 23. Deeember l. I., Nachmittags l‘/8 Uhr, wird die der Gemeinde Cleeberg zustehende und am 7 Februar k. I. leihfällige Jagd, belegen in dem Markwald tn ver Gemarkung Bodenrod, bestehend aus 150 Hectar Wuld, auf die Dauer von 9 Jahren auf dem hiesigen Rathhaus öffentlich verpachtet. Cleeberg, den 6. December 1895. Der Bürgermeister: 10286_________________Kett.__________ Verdingung. Für die Erbauung eines neuen Güter- schuvpens auf Bahnhof G'eßen soll die Lieferung von 440000 Backsteinen, wovon V«, also 110 000 Stück, als Verblender geeignet sein müssen, zusammen oder g «heilt vergeben w-rden. Die Bedingungen können in unserem Amtsgebäude, Postftraße 6, Zimmer 26, sowie in dem Dienst,immer des Regierungsbaumeisters Horstmann in Gießen (Empfangsgebäude) eingesihrn bezw. gegen post- und bestellgeldfreie Einsendung von 50 H durch uns bezogen werden Die Angebote sind mit der Aufschrift: ^Angebot auf Lieferung von 440000 Stück Backsteinen« zu verletzen und verschlossen bis Samstag den 28. December d. IS, Vormittags 11 Uhr, h-erher etnzureichen. Zufchlagssrist vier Wochen (10279 Frankfurt a. M, den 5. Decbr. 1895 König!. Eisenbabn-Betriebs-Jnspection 2. ÄL SiMMkAS. Freibank. [10281 Heute und morgen: tzchmmuMsch aichr labenrein, pr. Pfd. 48 Ma! i' Gänse, eign Hafermast, gerpft., 1 ÜUC b-io Pf.scbw., a Pf. 47 Pfg.frco. H. Kf opat, Gtsbes., Pokraken, Ostpr. [10300 Verlag von Emil Roth in Gießen. Künzel-Soldan Großher^gthum Heffeu. Lebensbilder aus Vergangenheit u. Gegenwart Zweite umgearb. Aufl. — Mit dem Btldniß u. Faksimile Sr. Kgl. Hoheit des GroßherzogS Ernst Ludwig von Hessen. — Ge- widm-Sr Kgl Hoh Ernft Ludwig, dem Großherzog zu Hessen u. beiRhrin.— SflQr In gediegenem Lederbd. 10.50 tn Leinenband JC. 10.— VorrLth. in allen Buch Handlungen. Bruchleidende! Die größte Schonung des Körpers bieten die elast Giirtelbruch- bänder ohne Federn, für jeden Bruch passend. Btt fortgesetztem Tragen dieser Bänder Verkleinerung, auch Heilung möglich — Nabel- und Vorfall- binden. — In Giessen am 18. De» cember von 8 btS 12 Uhr werden im Hotel Weber Bestellungen entgegen» genommen. L. 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Bahnhofstraße 40. 10295 Courtzbcricht von Conrad »letz, Bankgeschäft, Gießen, Schulstraße 10 I ?erem, mit Geduld ertragenem Krankenlager Montag den 9. December, Morgens um 1/22 Uhr, zu sich abberufen hat. 6er I» UNd rr Der Gesammtauflage der heutigen Nummer liegt eine Extra» beilage über Seidel r. Pfliifir, Universitätsprofessor. Gust. Pillig, Steuerassessor. Dodes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mit» theilung, daß es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, meinen lieben Mann, unseren lieben Vater, Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel Adolf <*äde, Posihilfsbotk, gestern Nachmittag 2f/a Uhr, nach langem, schweren Leiden in ein besseres Jenseits zu rufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen. Marie (Stäbe, geb. Konrad. Gießen, den 8. December 1895. Die Beerdigung findet Dienstag, Nachmittags 3ie öentigc Rimmer uc:fe£f i» Seiten. Dio »in 1. Januar 181)6 fälligen Pfandbrief-Coupon* worden vom 15. December a. c. ab in Berlin an un*erer Canne und aUNWÜrtN boi den bekannten Pfandbrief- Verkaufsstellen eingo- löflt | 10270 Deutsche Grundschuld Bank. Buchhalter. 10288J Hum vettragen der vürher wird auf 1—2 Blunden beft Tag.S ein tüchiigcr niDCrlfl'fifltr junger Mann ge- sucht, wclcher mit der Buchtühruna durch* aus vert'aut. Offerten unter J. VST an die Sxpcd. b Bl 6 8 lüchiigk Ziminktgtsciirii gesucht am Werkstätten-dteubau der Oberhessischen Eisenbahnen. Eevrg Echnbcder, 10284] Zimmermeister. Lehrling. ftür ein PseifenfabrtkationSgcschäft ver Kunden mit MilitärKurzwaarrn. Iab.it und Cigarren on groa A <>n dötuil, in Mch, wird per 1. Januar 1896 ein junger Mann au« anständiger ffamllte mit guter Handschrift in die Ud>rc gesucht. Äott unh Logt« im Haufe. Näheres zu erfraacn durch die Cxr». d. Bl 1"ä7l 10801 ———- — - tfdürfe üon .5 << «rft vo»- w (fdttrfe nom tfourfe vom tfoarfc do Ul •> tfootfe do in 2./12. 7.-12. 2./12. 7./12. f*V 2/12. 7/12. »»* 2./I2.] 7./12. .e 2./12 7./12. 2./12 | 7./I2. ^Innlopapirrr. 5 Rum. am. Rte. 98.10 97.90 4 Lissabon. . . . 69.80 69.95 4 Prag Dux 1891 100.40 100.40 » Pr.H. Act. alte 101.80 101.80 do.Subb.(Lb). 86.— 86- » Trutfdi«. 4 Rufs. Dbl. v. 80 101.30 101.55 4 Rom II—VIII 85.60 86.— 3 Raab-Deb.v.91 79.— 79.40 4 Pr.H.-Act.neue 104.20 104.20 Dest. Rdw. UL1 232 — 235 — 4 D. Reich«-Anl. 105.2b 105.35 3 Schweb. Dbl. . 96.80 96.' (- 17, Bueno« - Aires 4 Rubolfb. Gold 102.90 108.- 37, bo....... 101.10 101 — Gottharbbahn. SchwL Central 167.50 81/, 103.8b 104.1U »7, do....... 100.50 100.80 v. 1888 . . . 76.50 76.10 3 Ital. gar. EU. 52.90 53.50 4 Goth unk. 1903 104.30 104.30 130.60 182.10 Derb.Gib.-Rte. 3 do...... 99.20 99.50 5 — —.— 3taub rohrl-Au l. 3 Lrvonreser. . . 55.80 55.85 Plinse «bi. BuberuS E.W. Echwz Rorbost 125.40 128. HO 4 8'/, Preust.LonsolS do....... 105.— 103.75 105.20 104.H 5 4 do. Tab.-Rte. Spanische Rte. Titrk.Zoll Dbl. bo.conv.Lit.C. 65'- 64.80 bo.S. Brauns, bo. Solmv Lrch 100.50 99.20 4 5 Sicil. v. 1891 To-canische. . Rust. Sübwest Rjäsan - Uralük 84.70 89.85 101.10 85.30 89.95 101.90 101.45 5 101.80 102.- Jtl.Mittelmeer Pr.HenrisLrb.) 89.60 73 60 89.80 8 99.20 99.65 5 VS. 9b.8i 3‘ , 87, 102.— 102.- 4 4 t Eisenb. Rtenbk. 102.30 102.30 4 Bad. St. DM. 1 21.05 20.50 do.Jsnb. Birst. Grfl. S.-Laub. 92.70 93.61 fink->din. 9rr|iul. (n(r v. 1886 . . . 105.50 105 80 1 do. Lit.D. —- 20. N 3 /• 101.70 5 Anatolische B. 86.10 87.20 DtscheReichSbk. 162.65 168.10 in Vrorcnlre. Bad. Th. 100 . Bayer. Th. 100 Donau Reg. . CölN'Mrnden. Th. 100 144.10 155.— 118.— 144.85 4 Bayr.Gt Dbl. 105.50 105.70 4 Ung. Gib. Rte. 102.05 102.25 tifeib.-lriiril. 4' , Portug. v. 86 . 66.— 66.95 Frankstr. Bank 174.— 175.40 8‘ 8‘ do. eilb. Dbl. Brem.St. Anl. 104.30 104.35 4 41/, do.Kron. Rte. bo.S.B.Golb 98.30 98.85 4 Deutsch«. Hess. Lubw. v. 1868/69 . . bo v 1874 <7, 3 bo. v. 1889 . . Salon.-Morr. . 36.50 56.- 37- 65.- Verl.HblSges.. Darmst. Bank. 149.50 153.70 149.90 155.10 5 87. 119 — 8‘ . v. 1891 Hamb.St. Ate. 102.50 —,— 5 i>. IH89 . . . Arg. inn. Anl. 10 LSI. 57.30 105.- 58.— 4 —.— Ifiilhirft. Deutsche Bank DiSct.r Comm. 198.50 209.30 192.— 210 30 140 — 139.25 v.1893 . . 102.50 103.— <7, bO.ällfl.D.1888 47.80 48.25 4 bo. 0.1875; 78 do...... 102.20 100 90 4 D.Grnbschulb. 105.10 101.10 105.- 101.10 Dresdner Bank 161.90 163.30 3 । Madrid .... 11 -'n 4 Hess. St..Dbl. 105 — 105.51 67i ^htnestscheArrl. 105.— 104.10 10L- 4 bank V—VI bo. I—II Mitteid. Cr.vk. 110.10 110 90 Mein. Th 100 Desterr v.1860 140.— 127.60 111 II 128.85 R1 do. . . 103.95 104. 4 ägyptische unis. Mexic. v. 1890 do. (Äftnb. . 103.60 H 1 <7, 4 vomburger I. . Pfälzer Rorbb. «u.ländlsch« Dest.Srb. Anst. JiHtrir-Xdiri Rordd. Lloyd . SIO.'/e 108.30 312 ‘/8 102.60 6 WullAnMfd)«. Ärtech.L. B v 1890 .... da. Man -Uni. Ital. Rte. St 1000—4000 6 5 3 90.10 25.50 91.75 84.20 25.7i —,— —.— 37, 4 bo..... Fkf.Hyp-Vk.M bo....... 101.75 104.— 101.20 101.- 104- 101.20 2'/, 8 Dldmb. Th. 40 Raab-Graz 100 Türk. frfl. 400 132 80s 95.50 112.— 95 30 34.35 -------.------ t Elisab.»« stsr. 103.— — _ t do. Hyp. Cred. do. 1905 unk. 6 27 ... 6 28 ... 101.80 101.80 105.20 101.— HöchsterAarbw. 438.10 440.80 4 6 86.05 86.35 8V, SthtbVbl. Franks. v. 1893 101.95 101.9.' 4 4 Laschau Dberb. v 1891 . . . Lombarbische . —.— 101 6t 4 I1 105.20 101.— Bochumer Guß Dortm. Union. ©elfen?. Brgw. 158.— 52.50 177.— 154.90 54 20 174.70 luniael. (eeff vrt Crlifi. 18.60 18.50 4«/ verpaalt. . Bort. St. «nl. 37, 4 Wrcüb. , 1887 WormS .... Warn»4 . . . 102.50 105.50 102.60 105.50 3 3 do. IX. Cm. . do. 0. 1885 . . 88.90 90.15 89.15 4 4 Mem.Hop alte do. neue 100.25 104 — 100.21 104- Hest.LudwigSb. 6fac. Agram . Dest. Staatvb 117.60 220 — 117.95 221.50 306.25 23.85 26 20 28 30 25.80 8 do. ... . 101 - 3 bo. Trg Rey . 90 60 __bo...... 101.50 101.10I 805.» , 24 «« 24.10