*! W. 12. WL £‘JL*'Ä TAafi5&' ZM S'.te to«e Mansarde, 2 Km erl. u. s. Zub., sofort Gmnania n der Wchfgrahe iiv-erSfoed.v.K. *.r, geräumiger bst Wohnung rl.Ian.I89K Marliplatz K. Dnrtt Wobnungen per 15. October , Martttkraßr 29, lMMJ7329 Ifmmer mit 9abind 8 Zimmer zu on« Mvtdurtzl- .nterrr^m'MnMig baxrMtftte2tL_ idchrn zu vermieihen. Vachgasse IS. n mit Belt zu ver- «tue«»'- lS. >l. Zimmer mit Sabhitl sä>ali»rak- 7, ü. i oermicthen. nb Keines Zimmer mit SiebmMJL mtr, ro. mit Wd. iee-ttSttstk. iß, W- i MäM. ^«unkOblWä«“ । tu verleihen. denen, ew finden sreunMk^ t b{6jjpeb2JLB ST5SW; sch »0« i'“le “ 52, im 5«nle ?'* üntow. ch mit ,«ll« '"Z Jn, toi)**' eteWl^rTS-^ S w "Lj sweg 31 Donnerstag den 10. October Ur 238 Erstes Nlatt 189» Anrts- und 2lnzeigeblntt für den TLreis Gieren. Hratisöeitage: Hießener Aamitienötätter. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für de» (ofqenbm Tag erscheinenden Nummer bi- Lorm. 10 Uhr. Alle Lnnoncen-Bureaux de- In- und Au-landcS nchmev Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Redaction, Txpcditio» und Druckerei: -chulftraße Kr.7. Fernsprecher 51. vierteljähriger AvoancmcntspreiBi 2 Mark 20 Psg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Psg. Die Gießener Jamtrienvtätter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Der chießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme de- Montag-. Gießener Anzeig er Kenerat-Mnzeiger. Anrttichev Theil. Bekanntmachung, betreffend: Die Ertheilung der Erlaubniß zum Betrieb einer Versicherungs-Anstalt. Das Großherzogliche Ministerium des Innern und der Justiz hat dem Gisela Verein zur Ausstattung heiratsfähiger Mädchen in Wien, Zweigniederlassung für das deutsche Reich in München, die Erlaubniß zum Geschäftsbetrieb im Groß- herzogthum unter den üblichen Bedingungen ertheilt. Gießen, den 8. October 1895. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern. Gießen, 8. Octobec 1895 Betr.: Die Beförderung von Legitimationspapieren nach dem Reichsauslande. D>» Srotzherzogliche Kreisamt Gießen au Gr. Polizeiamt Gießen und au die Gr. Bürgermeistereien des Kreises. Es sind neuerdings wieder Fälle bekannt geworden, in denen reichsausländische Agenten mit deutschen Legitimations- papieren Mißbrauch getri-ben haben, indem sie Leute, die sich aus irgend einem Grunde eigene Ausweispapiere nicht beschaffen konnten, mit Urkunden versahen, die für andere Personen ausgefertigt waren, und in deren Besitz die Agenten durch unmittelbaren Schriftwechsel mit deutschen Behörden gelangt waren. Der Hauptsitz derartiger Agenten ist Holland. Um diesem Treiben entgegenzuwirken, beauftragen wir Sie unter Hinweis auf unser Ausschreiben vom 3. Januar 1885 (Gießener Anzeiger Rr. 89), in allen derartigen Fällen, in welchen vom Reichsauslande aus oder nach dem Reichs- auslande hin Legitimationspapiere erbeten werden, uns in Ihren Berichten auf diesen Umstand noch besonders aufmerk sam zu machen, da die erbetenen Legitimationspapiere nicht den Antragstellern, sondern dem Großh. Staatsministerium zu übersenden sind, welches wegen der Aushändigung der Papiere das Weitere veranlassen wird. Ihren diesbezüglichen Berichten ist thunlichst eine Personalbeschreibung derjenigen Personen, für welche die Papiere erbeten werden, beizu- fügen, damit die deutschen Consulate (in den Niederlanden das jetzt in Amsterdam befindliche General-Consulat), welchen die Urkunden vom Grobherzoglichen Staatsministerium zur Zustellung übersendet werden, in den Stand gesetzt sind, die Empfangsberechtigung der Antragsteller vor Verabfolgung der Urkunden in jedem einzelnen Fall zu prüfen. v. Gagern. Neueste NttchrLchten. WolffS telegraphisches Correspondenz-Bureau. Berlin, 8. October. Der bisherige Commandant Sr. M. S. „Marie", Corvetten Capitän Er ebner, ist durch Allerhöchste CabinetSordre vom 7. Oclober zum Capitän zur See befördert. Berlin, 8. October. Wie der „ReichSanzetger" meldet, wurde in der gestrigen Sitzung der Conferenz der Internationalen Erdmeisung über die Erneuerung der mit Ende des JahrcS 1896 ablaufenden Convention der Internationalen Erdmessung berathen. Nach Verlesung des von der permanenten Commission vorberathenen Entwurfes der neuen Convention vertraten die Delegirten Hollands, Frankreichs und Oesterreichs abweichende Vorschläge. Pro- seflor Förster hob hervor, daß diese Vorschläge noch nicht vollständig formulirt seien, um schon Gegenstand einer Ab- stimmung zu werden, und bat die Vertreter derselben, sich bis zur nächsten Sitzung untereinander zu berathen und alsdann ein in die Form von Conventionsartikeln gebrachtes Projekt vorzulegen. Dieser Vorschlag fand Zustimmung. Königsberg, 8. October. Der außerordentliche Generallandtag der ostpreußischen Landschaft beschloß heute unter dem Vorsitze des Oberpräsidenten Grasen Wilhelm v. BiSmarck, der Vorlage des Plenarcollegiums, betr. die Ermächtigung des ostpreußischen GenerallandlchastS- directoriumö zur Vornahme der Convertirung der 3V,proc. oftpreußtschen Pfandbriefe in 3proc. und die Gewährung von Zuschüssen zu der Coursdtfferenz an die die Convertirung nachsuchenden Gutsbesitzer zuzuftimmen. Münster, 8. October. Der Oberbürgermeister macht bekannt, daß die frühere Handhabung der Poltz eistunde in Wesentlichen wiederhergestellt fet. Er bittet die Ein- wwhner, sich der Ansammlungen zu enthalten, zumal bedenk- liche Elemente sich bereits der Bewegung bemächtigt hätten. ES steht zu erwarten, daß j-tzt Ruhe eintreten wird. Konstantinopel, 8. October. Aus verläßlicher Quelle wird über die Unruhen der letzten Woche zusammensasscnd berichtet: Außer den bekannten Vorfällen, die am Montag der vorigen Woche durch die armenische Kundgebung hervorgerufen wurden, kam eS noch in den darauffolgenden drei Tagen und Nächten an verschiedenen Orten zu mehr oder minder blutigen Zusammenstößen, theilS aus Anlaß vorzunehmender Verhaftungen. theilS infolge von Angriffen, die seitens der türkischen Bevölkerung gegen armenische Passanten und Wohnhäuser unternommen wurden. Nach gewissenhafter unparteiischer Zählung wurden bet dielen Zusammenstößen Über 200 Menschen getödtet. Von den Vorfällen am Montag abgesehen, fielen die meisten Opfer in Kassimpalcha, am Goldenen Horn und in einem Einkehrgasthause in Stambul und in Tschukur TscheSme-Han. Mehrere Opfer oder vereinzelte Getödteie wurden gezählt in Stambul, in Papazoglu Han und in dem Quartier Makrekoni Kadtri von Karate- meruk, wo eine Frau, sowie in Kum Kapu, wo ein Kawaß deS Patriarchats getödtet wurde. Ferner in der Vorstadt Beschik Tasch bei dem Artillerie-Arsenale Top Hane, auf der Galata-Srraße und in einem dortigen Bade. In Skutari endlich in einer Bäckerei und in der Gasanstalt von Dolma Bagdsche, wo irrthümlicher Weise katholtsche Armenier ge- löstet wurden. Die Meldungen über Vorfälle an anderen Orten sind unsicher oder bisher ohne Bestätigung. Die von europäischen Aerzten vorgenommene Besichtigung von ein- gelieferten Todten und Verwundeten ergab, daß die Verletzungen mit Stöcken, Beilen, Messern und Hacken verur- sacht wurden. Auch Todesfälle durch Erwürgen wurden festgestellt. Das Gerücht daß Hunderte von Todten und Verwundeten von der Vorstadt Kassimpascha aus in das Meer geworfen wurden, fand keine Bestätigung. — Biele von armenischer Sette kommende Daten und Angaben über die Vorgänge haben sich als falsch oder übertrieben erwiesen. Von indirecten Ursachen abgesehen, trifft nach unparteiischer Beurthetlung aller in Betracht kommenden Umständen die Schuld, den Beginn der blutigen Vorfälle am Montag veranlaßt zu haben, die Armenier — auch wenn ein Armenier als Opfer fiel —, weil sie eine feindliche Kundgebung mit den Waffen in der Hand inS Werk setzten. Die türkische Bevölkerung der betr. Quartiere und SoftaS waren, wie festgestellt worden ist, bereit, ihren Glaubensgenossen zu Hilfe zu eilen. Die Ausschreitungen derselben wurden hervorgerufen durch einzelne energische Angriffe der Armenier bet der Pforte und deren Gegenwehr bet den vor- genommenen Verhaftungen, ferner durch schlechte Kenntnisse deS Dienstes und der Instructionen sowie die Rohheit ein- zelner Elemente der erst kürzlich in eine Truppe zusammen gesetzten und mangelhaft verstärkten Polizei und Gendarmerie. Diese Ursachen führten die Gewaltthätigkeiten am Montag herbei. Die Metzeleien am nächsten Tage wurden nicht nur durch Fanatismus und Aufstachelung, sondern auch durch die infolge verschiedener neuer oder verschlechterter localer Verhältnisse seit einiger Zeit bestehende Unzufriedenheit mancher Klassen der hiesigen türkischen Bevölkerung hervorgerufen. Weitere Triebfedern waren persönlicher Concurrenz- neid und Haß und Feindseligkeiten localer Art, schließlich Raufsucht und die rohen Jnstincce deS Pöbels. Depeschen deS Bureiv „Herold". Berlin, 8. October. Die erste Sitzung deS Staatsministeriums nach den Ferien fand heute Nachmittag 2 Uhr unter dem Vorsitz deS Fürsten Hohenlohe statt. Wie verlautet, sollte in btefer Sitzung entschieden werden, ob ein schärferes Vorgehen gegen die Socialdemokratie erfolgen solle und eventuell ob auf gesetzgeberischem oder auf dem Verwaltungswege. Berlin, 8. October. In der am Donnerstag abzu- haltenden ersten BundeSrathssitzung werden meist Vorlagen formeller Natur und Verwaltungssachen zur Erledigung kommen. Außer dem Entwurf des bürgerlichen Gesetzbuches und dem amtlichen Waarenverzeichniß find dem Bundesrath noch eine große Anzahl Petitionen zugegangen. Berlin, 8. October. Per „Post" wird auS militärischen Kreisen zu den Gerüchten über den Antritt deS einjährigen Urlaubs des Prinzen Heinrich geschrieben, daß der Hauptgrund für diesen Urlaub in dem persönlichen Wunsche des Prinzen liege, welcher denselben zu Reisen auf dem Festlande benutzen will. Ferner war auch für den Prinzen bei seinem Urlaubsgesuch der anstrengende Dienst der letzten Jahre maßgebend. Während ieines Urlaubs wird der Prinz mit allen Vorgängen bei der Flotte enge Fühlung bebakten. AlS weiterer Grund wird angeführt, daß zweifellos noch weitere Personal-Veränderungen in den höchsten Com- mando-Stellen der Flotte im Herbst hätten eintreten müssen, wenn dem Prinzen in seiner neuen Charge sofort ein Wirkungskreis als Flaggoffizier Übertragen werben sollte. Seinen Urlaub gedenkt der Prinz bereits in den nächsten Tagen anzutreten. BreSlan, 8. October. Socialdemokratischer Parteitag. In der zweiten Sitzung unter Vorsitz des Metallarbeiters Segitz Fürth beantragte der Berichterstatter der MandatSprüfungS-Commission die Ungültigkeitserklärung deS Mandats des Dr. Ruedt-Heidelberg als Conseq^enz der gestern Abend erfolgten Ausschlusses auS der Partei. Ferner erstattet ReichStagSabgeordneter Wurm eingehenden Bericht über die Thätigkeit der socialtsttschen Fraction im Reichstage und besprach demnächst der Reihe nach sämmtliche Anträge, die im Reichstage von den verschiedenen Fractionen gestellt worden waren, insbesondere auch den Antrag Kanitz. Breslau, 8. October. Socialdemokratischer Parteitag. Im Verlauf der weiteren Sitzung theilte der Vorsitzende mit, daß der Vertreter der österreichischen Social- dkmokraten, Dr. Ellenbogen auS Wien, heute srüh vor dem Congreßlocale auf der Straße von Polizetbcamten verhaftet worden sei und ein Ausweisungsmandat erhalten habe. Alsdann sprach u. A. Frau Zetkvi zu folgendem Anträge: Die ReichStagSfraction wird beauftragt, bei den bevorstehenden Berathungen über den Entwurf des bürgerlichen Gesetzbuchs mit aller Energie die Initiative zu ergreifen und die Be- seitigung sämmtlicher geschäftlicher Bestimmungen, welche die Frau dem Manne gegenüber benachtheiligen, zu verlangen, ferner mit aller Energie einzutreten füc das Recht der un- verheiratheten Frau als Mutter, sowie süc daS Recht ihrer Kinder. — Thiele-Halle spricht zu folgendem Antrag der Hallener Genossen: Der Breslauer Parteitag wolle beschließen, daß die Fraction des Reichstags diejenige Stelle im Präsidium einnimmt, auf welche sie Ansprüche zu machen hat. Breslau, 8. October. Der Redacteur Neuktrch von der socialdemokratischen „Dolkswacht" ist wegen Beleidigung deS preußischen Staatsmintsteriums heute zu 300 Mk. Geldstrafe verurtheilt worden. Badeu-Badeo, 8. October. Gestern begannen hier die Verhandlungen der von der badischen, bayrischen und elsaß- lothringischen Regierung eingesetzten Commission für die Rh einre gulirunq. München, 8. October. Ueber die Stellung der deutschen Politik zu den jüngsten Vorgängen in Konstantinopel wird den „Münchener Neuesten Nachr." von bemerkenSwerther Sette aus Berlin geschrieben: Die deutsche Politik wtrd diesen Dingen abwartend wie bisher auch weiterhin gegenüberstehen. Die Schwierigkeiten werden also auch gewürdigt, in denen sich die Mächte befinden, die fich in der armenischen Frage stark engagirt haben. Aber unbeschadet der allgemeinen und keiner näheren Characteri- sirung bedürfenden Interessen, die auch die Mitglieder des Dreibundes an der Herstellung der Ruhe und Ordnung im türkischen Reiche haben, gilt eS hier nicht als die Aufgabe namentlich Deutschlands, die Initiative zu ergreifen und die bedrängte Lage der Pforten Politik noch mehr zu compliciren. Wien, 8. October. In der gestrigen Sitzung der deutschliberalen Partei wurde constatirt, daß in allen Provinzen die Partei großen Verfall zeige, dagegen der Antisemitismus bedenklich anwachse. Nichtsdestoweniger werde die Partei den Muth nicht verlieren und eine neue Organi- sation der Partei vornehmen, um dem Cabinet Badeni gegenüber sowohl in nationaler als auch politischer Beziehung eine entschlossene Haltung zu bewahren. Paris, 8. October. Nach Mittheilungen, die aus englischer Quelle stammen, haben die Franzosen am 27. September die Hauptstadt von Madagaskar, Antananarivo, eingenommen. Die Königin der HooaS soll mit ihrem Gefolge geflüchtet sein. Paris, 8. October. Mehreren Blättern zufolge hat der Marinemintster auf Antrag deS obersten Rathes beschlossen, ein Torpedoboot von außergewöhnlichen Dimensionen bauen zu lassen. Dasselbe soll nur eine Schnelligkeit von 24 Knoten pro Stunde haben, doch sollen die Geschosse über tausend Meter weiter als diejenigen anderer Torpedoboote der nämlichen Klosse reichen. Konstantinopel, 8. October. Zur Aufrechterhaltung der Ordnung wurde das Militär bedeutend verstärkt und die Militär-Patrouillen in den Straßen vermehrt. Neue Demonstrationen haben nicht stattgefunden. Da» Gerücht, daß die Armenier einen neuen Putsch versuchen, scheint erfunden zu sein. Rewyork, 8. October. Kurz nach beendeter Vorstellung brannte daS Politeana-Theater in Montevideo nieder. Die sämmtlichen Effecten eines LircuS, der indem Theater Vorstellungen gab, wurden vernichtet. Menschenleben find nicht zu beklagen. W.B. Brüste!, 9. October. Die „Gazette Arlon" meldet: Infolge von LiebeShändeln zwischen jungen Leuten tn den Dörfern Aix für Clore und Battincourt kam es gestern zu Thätlichkeiten mit Steinen, Stöcken, Messern und Revolvern. Dreißig Personen wurden verwundet, einer ist tobt, einer liegt >rn Sterben. Die Gendarmerie mußte zur Herstellung der Ordnung die Waffen gebrauchen. Schwurgericht. W. Gießen, den 8. October 1895. ES wird in der Sache gegen die Katharina Schad und die Wittwe Schultheis fortgefahren. Zeuge Peter Kaufmann wird mit dem schon vernommenen Zeugen Pries confrontirt und es ergab sich, daß Kaufmann dem Pries gegenüber gesagt hat, die Schultheis sei eine böse Frau, dir schon öfter Muscheleien gemacht hat, welches er auch einräumt, nachdem er es vorher tn Abrede gestellt und erklärt hatte, er habe im Gegenthetl dem PrieS gesagt, die Frau Schultheis thue ihm leid. Auf Befragen Seitens des Rechtsanwalts Grünewald gibt Kaufmann zu, als Walenmeister Fett von verendetem Vieh verkauft zu haben, öfter sinnlos betrunken zu fein, u. A. hat er am Tage der Strafkarnrnerverhandlung sich so in Gießen betrunken, daß er von einem Schutzmann aufgegriffen und Nachts über im Arresthaus zugebracht hat. Kaufmann wird nachträglich vereidigt. Pfarrer Bi g e l i u s - Steinfurt traut sich kein Urtheil darüber zu, ob die Wittwe Schultheis fähig fei, einen Menschen zum Meineid zu verleiten. Dem Peter Kaufmann, man nenne ihn den frommen Peter, traut der Zeuge DigeliuS nicht zu, daß er einen Meineid schwört. Der Zeuge hat früher vor der Strafkammer erklärt, er könne sich nicht denken, daß Frau Schultheis bet ihrer Einsicht und Gescheidt- heit das ihr zur Last gelegte Verbrechen begangen hat. Auf Befragen der Bertheidigung erklärt der Zeuge weiter, erhübe nie gehört, daß Kaufmann lüge oder unzuverlässige Angaben mache. Assessor Zimmermann war AmtSanwalt bei der betreffenden Verhandlung des Schöffengerichts Bad-Nauheimer schildert kurz den Gang der Verhandlung. Der Zeuge hatte den Eindruck, daß die Schad sehr unsicher in ihren Bekundungen. Er habe den Eindruck gehabt, daß eS nur das lebhafte Temperament gewesen, welches die Wittwe Schultheis zum Dretnreden bet der Vernehmung der Schad veranlaßt hat. Gewiß fei, daß das Mädchen bei ihrer Vernehmung unter dem Einfluß ihrer Dienstherrin gestanden hat. Lehrer Schmidt-RuppertSburg hat die Schad zwei Jahre unterrichtet, fie war geistig sehr minimal veranlagt und gUubt der Zeuge nicht, daß sie einen Begriff von der Wichtigkeit und dem Wesen des Eides hat. Betreffs der Glaubwürdigkeit der Angeklagten kann er nichts ungünstiges sagen. Zeuge kennt das Mädchen aber nur bis zu ihrem 14. Jahre. Der Bürgermeister von Ruppertsburg äußert sich über die Schad nicht nachtheilig. Schwester Elisabeth vom KInderhoSpital bezieht feit zwei Jahren pro Tag 50 bis 55 Liter Vollmilch, sie hat nie Grund zur Klage wegen deren Qualität. Schwester Katharina vom KurhoSpital bezieht seit 20 Jahren pro Tag 10 bis 12 Luer Milch, mit deren Qualität sie stets zufrieden gewesen. Zeugin kennt die Wittwe Schultheis schon lange und gibt ihr daö Zeugntß einer braven und achtbaren Frau. Freiherr Loew von und zu Steinfurt, der Besitzer des Schultheis'schen Pachtgutes, kann nur Lobens- werthes und Gutes über seine Pächterin sagen. Bürgermeister Hofmann-WisselSheim bezeugt, die Wittwe Schultheis fei eine brave und tüchtige Frau, der er das ihr zur Last gelegte Verbrechen nicht zutraut, dazu hält er die Frau für viel zu rechtlich und auch für viel zu klug. Ehefrau Frank VI. von Laubach erklärt, daß die Schad vor drei Jahren bei ihr in Dienst gestanden, fie war eine schlechte Arbeiterin, die öfter wegen Kleinigkeiten gelogen hat und führt drei Fälle an, wo fie bewußt gelogen, welche von der Angeklagten Schad bestritten werden. ES wird infolge deffen vom Bertheidiger Rechtsanwalt Grünewald angezeigt, daß er den Schwager dieser Zeugin Frank zu morgen laden würde, um zu beweisen, daß die Schad trotz ihres Leugnens gelogen, ohne Deranlaffung und ohne Grund die Unwahrheit gesagt hat. Bürgermeister Johannes Wörner II. zu Bad- Nauheim schildert die Eindrücke, die er bet seiner zufälligen Anwesenheit im Schöffensaal bei der Vernehmung der Schad gewonnen. Diese Wahrnehmungen lauten für die Angeklagte Schultheis sehr günstig, von der Schad hat dieser Zeuge die Ansicht, diese Zeugin habe anscheinend in Nauheim die an fie gerichteten Fragen nicht verstanden. LandgerichtSrath Scrtba wird als Zeuge darüber vernommen, inwieweit die heutige Angeklagte Schad als Zeuge vor der Strafkammer vernommen, dem Rechtsanwalt Grünewald gegenüber Thatsachen geleugnet hat, die fie, anderen Zeugen gegenüber gestellt, nothgedrungen später zugegeben hat, und bestätigt dieses. Joh. Roth II. von Wiffelsheim, Knecht in Dienst der Frau Schultheis, äußerte fich unter Anführung von That- fachen über die mangelnde Glaubwürdigkeit der Schad. Die Angeklagte bestreitet erst entschieden diese Thatsachen, giebt dieselben aber später theilweise zu. Benno Zimmer, früher in Dienst bei Schultheis, be- schuldigt seine ehemalige Dienstherrin unter Anführung eines bestimmten Falle» der Wäfferung von Milch. Er erinnerte fich aber nicht, daß ihm das Ansinnen gestellt sei, eine Strafe wegen Milchoerfälschung auf sich zu nehmen. Staatsanwalt Koch läßt durch den Vorsitzenden Vorhalt machen, aus einer Strafsache vom Jahre 1885 resp. deren Acten gegen die Wittwe Schultheis wegen Milch- v:rsälschung. Der Zeuge entsinnt fich aber nicht mehr genat, was er zu dieser Sache bekundet. Zimmer war Milchkur scher und erklärt, die Milch, welche er zu verkaufen bekommen, sei schlecht und dünn gewesen. Die Kundschaft habe fich darüber beklagt. Metzger Klinkerfuß II., Bad-Nauheim, erzählt, daß Zimmer früher in seine Wirthschaft gekommen, und einmal erzählt habe, er habe eine Strafe auf fich genommen, weil ihm Frau Schultheis 20 Mk. daiür versprochen. Fruchthändler Aron Katz von Gießen theilt mit, daß er vor 15—20 Jahren auf Aufforderung de- Ehemanns Schultheis nach Wiffelsheim gereist sei, dort in der Schult- heis'ichen Wohnung zwei Concurenten getroffen habe, und darauf für das zu machende Geschäft schriftlich Offerte abgegeben habe. Trotzdem er, wie er später hörte, 500 Mk. mehr geboten habe, als seine Concurenz, haben die Schultheis'schen Eheleute die Frucht doch zum billigeren Preise an diese verkauft. — Er hat später der Frau Schultheis gegenüber die Rede auf das gescheiterte Geschäft gebracht, und da hat ihm diese erklärt, seine Concurenten hätten gesagt, mit ihm stände es schlecht. Katz erklärt weiter, er habe der Frau gleich gesagt, er (affe sich dieses nicht gefallen und habe Anzeige wegen Beleidigung gestellt. Er glaube gehört zu haben, daß Frau Schultheis vor Gericht eidlich in Abrede gestellt habe, was sie ihm gegenüber gesagt habe. ES sei daS Verfahren damals gegen seine Gegner eingestellt. EliaS Meyer von Friedb-rg ist derjenige, welcher von Aron Katz, als der Beleidiger, f. Zt. zwei Klagen erhalten, und zwar wegen Verläumdung und Schadenersatz. Der Zeuge kann sich der Sache nicht mehr recht erinnern, auch nicht, wer In der Affaire als Zeuge vernommen ist. Moritz Stahl von Friedberg wird ebenfalls wegen dieser Afflire vernommen und erklärt im Gegensatz zu der Bekundung des Zeugen Katz, daß dieser, nachdem er sein Gebot schriftlich abgegeben, noch an demselben Tage, während der Zeuge und Meyer noch anwesend gewesen, in daS Schultheis'sche Haus zurückgekehrt, und es habe zwischen ihm und EliaS Meyer einen harten Wortwechsel gegeben. — Stahl erklärte, er sei von Katz nicht verklagt worden, und wiffr nicht mehr, ob er vor 20 Jahren als Zeuge vernommen worden sei, er vermuthe aber, daß Katz ihn damals als Zeugen nicht wollte. Es werden die Zeugen Heinrich Leonhard von Wiffelsheim und Conrad Södler von Steinfurt wegen des Leumunds des Zeugen Peter Kaufmann vernommen. Södler bekundet über eine Thatsache, die den Kaufmann in seiner Eigenschaft als ehemaligen Wasenmeister in ein schlechtes Licht stellt. Staatsanwalt Koch beantragt, den schon entlaffenen Peter Kaufmann aufs Neue zu morgen früh zu laden, um denselben mit Södler zu confromiren. Rechts- anwalt Grünewald hält eine Confrontirung für überflüssig. Der Gerichtshof lehnt die neue Ladung des Kaufmann für morgen, weil deffen Bekundung unerheblich, ab. Um 6% Uhr Abends wird die Verhandlung auf morgen Vormittag 9 Uhr vertagt. Gießen, den 9. October 1895. ** Omnibus Verbindung Gießeu-Wieseck. Wie unß mit* getheilt wird, beabsichtigt der Vorstand der hiesigen Omnibus- Gesellschaft, während deS Winters, vorläufig Morgens uvd Abends, einen regelmäßigen OmnibuSverkehr zwischen Wteseck und der Stadt einzurichten. Der Fahrpreis würde auch hier nur 10 Pfg. betragen, bei MonatS-Abonnements 15 Pfg. für tägliche Hin- und Rückfahrt. Bei genügender Betheiligung soll die neue Linie bereits am 15. d. M. eröffnet werden. — Wir machen unsere Leser bei dieser Gelegenheit darauf aufmerksam, daß die Wagen an Sonn- und Wochentagen, so lange die günstige Witterung anhält, nach wie vor nach dem Schiffenberger Walde fahren. *• Adreßbuch. Die Schutzmannschaft ist gegenwärtig mit der Aufnahme für daS neu zu bearbeitende, Ende dieses JahreS für daS Jahr 1896 erscheinende Adreßbuch beschäftigt. Da sich die eigenhändige genaueste Eintragung aller beteiligten Einwohner in diesen zu genanntem Zwecke abgegebenen Aufnahmezetteln für ein möglichst fehlerfreies Adreßbuch erfahrungsgemäß bewährt, so empfiehlt eS sich, für genaue und leserliche Ausfüllung aller Rubriken Sorge zu tragen. Um ein genaues GeichäftS- verzeichniß aus dem Aufnahmematerial zusammenftellen zu können, genügt nicht z. B. die kurze Bezeichnung „Kaufmann", sondern eS müffen möglichst alle Geschäftsbräuchen angegeben werden; ebenso ist, wer sein Geschäft auf eigene Rechnung betreibt, durch die Bezeichnung „Meister" kenntlich zu machen. Ferner seien die Agenten darauf aufmerksam gemacht, die genaue Bezeichnung ihrer Agenturen nebst Sitz und Zweck anzugeben. Mit den Aufnahmezetteln ist auch dem Publikum die Gelegenheit geboten, auf daS neue Adreßbuch zu abonniren und empfiehlt eS fich, hiervon jetzt schon regen Gebrauch zu machen, da ein Nachabonnement später nicht mehr erfolgt und daS Adreßbuch nach Erscheinen fich theurer stellt. ** Industrie- ood Gewerbeauskelluug zu AlSfeld. AuS dem Berichte, welchen Herr Fabrikinspector Möser über die Beurtheilung und Prämiirung der tn der oberhesfischen Industrie- und Gewerbeausstellung vorgeführten Gegenstände erstattet hat, entnehmen wir, daß von 175 Ausstellern 17 mit dem Diplom nebst Medaille für vorzügliche Leistungen, 37 mit dem Diplom für sehr gute Leistungen und 61 mit lobender Erwähnung für gute Leistungen ausgezeichnet wurden. 19 AuS steller waren von vornherein von der Prämiirung auSgeschloffen auf Grund der Bestimmung, nach welcher Dilettantenarbeiten, mufikalische Compositionen, Gemälde, SawmlungSgegenstände, Erzeugniffe der Landwirthschaft, Nahrungsmittel, Eßwaaren, Getränke nicht prämiirt werden konnten. Unter letzteren beft iben fich die Gießener Firmen. Actienbrauerei, Brauerei Röhrle (Biere), Ehr. Jnderthal (L'queure), Mayer K.tz Söhne (L gueure), Wilhelm Mayer (Apfelwein-Champagner), Fritz Schreiner (Backwsaren). — Bei Beurtheilung der Ans. sttllungSgegenftande wurden berückfichtigt: Technisch gute Ausführung, Geschmack im Formgeben und Ausschmückung, Neuheit oder Erfindung, nebenbei auch Ausdehnung des Geschäftes, Verdienste wegen Einführung früher noch nicht am Orte vertretener Gewerbszweige. — Die Ve- urtheilungkcommifsion, welche je nach Bedarf Sachverständige zugezogen, bestand aus den Herren: L. W. Möser, Fabrik- Jnspector, Darmstadt- PH. Bechtold, Hofmöbel'abrikane, Darmstadt; Joseph Deutsch, Schlofferme'ster, Darmstatt Otto Engelhard, Commerzienrath, Offenbach; Henry gatt, Fabrikant, Offenbach; Gustav Jacoby Architect, Darmstadt, Müller, Oeconomierath, Darmstadt; L. Müller, Raufmoni, Darmstadt; H. Schurig, Director der Kunstgewerbeschule, Offenbach; Dr. W. Sonne, Vorstand der PrüfungSstatioo, Darmstadt. • • W. Der größte Ochse, welcher auf der hiesigen land- wirthschaftlichen Ausstellung ausgestellt war, nämlich der 22 Ceutner schwere Großen - Lindener Gemeinde- bulle, sollte gestern Nachmittag in Großen Linden versteigert werden. ES hatten sich zahlreiche Kaufliebhaber eingefunden. Herr Runenthal auS Watzenborn machte das Angebot von 600 Mk. und flott wurde bis 655 Mk. weiter- geboten, welche Summe als Höchstbietender der Viehhändler Hermann Jacob von Gießen abgab. Aber der zu versteigernde Ochse schüttelte selbst zu diesem Preise sein Haupt. Auch der Gemeinderath hielt daS Gebot von 655 Mk. für zu gering und so wurde der Zuschlag nicht ertheilt. Da» Thier wurde später freihändig zum Preise von 700 Mk. verhandelt und zwar an Hermann Jacob, welcher e» nach Köln zum Schlachten Weiterverkäufen will. • * Statistische». Im Jahre 1894 wurden in der Provinz Ob erhessen 7881 Kinder geboren (4061 m., 3820 w ), tobtgeberene 247 (145 m , 101 w.j, unehel. 730 Die Zabl der Gestorbenen betrug 5417 (2764 m., 2653 w). Die Zahl der Eheschließungen belief fich auf 2025 • • Von größeren Stiftungen und Vermächtnissen, die im zweiten Vierteljahre 1895 die Allerhöchste Bestätigung gefunden, sind u. a. zu erwähnen: Stiftung bei Freiherrn Bernhard von Stein zu Würzburg unter dem Namen: „Stiftung der Freifrau Louise Löw, geb. v. Diebe, zu Staden" an die Gemeinde Gelnhaar zur Unterstützung dortiger bedürftiger OrtSeinwohner, im Betrage von 4952.53 Mark, Schenkung aus dem Nachlaß der Frau Margarethe Runckel zu Sflenheim an die evangel. Kirche daselbst unter der Bezeichnung „Margarethe Runckel-Stistung", tm Betrage von 1000 Mk, wovon 500 Mk. als Armen- copital und 500 Mk. als Kleinkinderfchulcapital behandelt werden sollen. n. Blofeld (Kreis Büdingen), 7. October. Ein gütet Geschäft hat ein hiesiger Einwohner gemacht. Er brfr nämlich im Frühjahr einem Bekannten auf deffen Blmn i mehrere Wagen Dickwurz unter der Bedingung, daß er fir • jetzt im Herbst zurückerhalte. Im Frühjahr war bei uni fein Mangel daran. Der Gentner war schon für 20 Pig. zu haben. Der Betreffende wollte fich aber selbst diese kleine Ausgabe sparen. Nun muß er einen großen Theil I seiner Dickwurzernte abliefern, denn diese sind bekanntlich in diesem Jahr sehr schlecht gerathen und stehen darum bedeutend höher im Preis als im Frühjahr. Auch hier braucht der, welcher den Schaden hat, nicht für den Spott zu sorgen. § Grebenhain, 7. October. Der Kaufmann Götz Zimmermann hier erhielt kürzlich schon eine große Kiste mit den nöthigsten Mitteln für Kranke, wie Verbandszeug, Thee usw., um die behördlich angeordnete Nothapotheke zu unserer neuen Arztstelle einzurichten. n. Nieder*Florstadt, 8. October. Auf der gestrigen Brandstelle brach heute Morgen gegen 10 Uhr abermal» Feuer aus. Die Nachbarwehren wurden wieder alormirt und gelang es den vereinten Kräften nach angestrengter Arbeit, den Brand zu localifiren. ES fielen dem verheerenden Element abermals eine Scheuer und ein Stall zum Opfer. Ein damit zusammenhängendes Haus wurde theilweise zerstört. Man nimmt an, daß durch von gestern her noch glühende Balken daS Feuer entzündet wurde. § Vom höheren Vogelsberg, 7. October. In welcher Weise der s. Z. in Crainfeld und später in Schlüchtern wohnhaft gewesene Wucherer David Sommer III. (welcher sich bekanntlich im Gefängniß in Gießen erhängte) zu Werke gegangen ist, zeigt folgender Vorfall. Jrn Jahre 1886 errichtete ein Landwirth in Grebenhain bei Sommer eine Hypothek im Betrage von 5203 Mk. Im Jahre 1847 erhielt Sommer von dem Mann 600 Mk.; im folgtnfcm Jahre 1888 verkaufte der betreffende Landwirth verschiedene Grundstücke und cedirte den Kaufschillingsbetrag von 2200 Mk. an Sommer. Letzterer unterließ es jedoch, diese Betröge an der Hypothek abzuschreiben; er hatte dem Landwind immer versichert, alles würde ja vom Großherzogl. Amtsgericht Herbstein geordnet. Ueber den wahren Sachverhalt aufgeklärt, übergab der Mann die Sache einem Rechtsanwalt, welcher nun die Erben aufforderte, obige Beträge nebst 6 pCt. Zinsen seit 1887 zurückzuzahlen. Dieser Fall steht nicht vereinzelt da. Erwähnt sei schließlich noch, daß der oben bezeichnete Mann durch Sommer von HauS und Hof gekommen ist und jetzt als Knecht dienen muß; er hat sein Gesammtvermögen von ca. 40,000 Mk. eingebüßt. nn. Darmstadt, 8. October. In den Räumen der hiesigen Baugewerkschule finden seit Montag die schriftlichen Prüfungen der Candidaten für den Dienst der Caucuf* feher statt und beteiligen sich an dieser Prüfung über 50 junge Leute auS allen Berufen des Handwerks. Trotzdem unter den Prüflingen eine ganze Reihe von Handwerk, rn find, welche die Prüfung nur ablegen, um den Befähigungsnachweis für das Baugewerbe zu erlangen, so ist doch dir Zahl ü-rrr? leflp*3 r ior qebol dir ftede»! ' Srohhttz' lei&e stlrivkl erstenmal ThtV-, " tzanttSbi 9t Lbstw ein eio& wii ßuonuioi Bont fofl auf bei Arbeit b< Siehrn Flur I » fteiwilliS Siehrn, Sro' glont s sollen auf den ftb to Siehri Flur 1 § b1 Flur 1 S J frdtpifli Stehen, Sv Sansta r werben ir zwei nc oifentlid) 1. Pc »:o Jim i Heu k( Ml löbt Hel A empfehlen Damen-, Wäsche; Derben ent mib pünttü wö) notnmtn. Auswahl derselben besorgt Uns Hilter Koneti. Frei, Pfobenui J. Sei Groß viü »L>. unb h auch Ä"“« ■ '1-dgt * -1: hJÄ*1 "vK «• As« der ftnnft' ^auf®t ) bet ÄtottM*. Vröfunß6ftat ■Ä”“ Ä; 655 ». Hit "nb" <> «,»hi-> 'm? " i,r •"* 1 ^skm Preise |r 'Q6 ^ebot bon 655 T “8 "id)l ertheilt. D< vnVt non 100 $ ei r 4 Wen in btityt; (4061 «•/ 3820 - 'Uurhel.730.^Z,! 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Wenn auch nicht zu leugnen ist, daß augenblicklich in unserem Staat eine ganze Anzahl von Bauten, insbesondere Hoch- und Eisenbahnbauten, zur Ausführung in Aussicht sind, so dürfte doch das Angebot die Nachträge übersteigen und in keinem Verhältniß stehen! Die den Candidaten gegebenen Fragen wurden von Großherzoglichem Ministerium festgesetzt und sollen nicht ganz leichte sein. Mil der Abhaltung der Prüfung wurde Ass ffor Kleinkopf von Großherzogl. Ministerium beauftragt. Zum erstenmal nehmen auch an dieser Prüfung diejenigen Schüler Thei!, welche den SpecialcursuS für Bauaufseher an der Landesbaugewerkichule in diesem Sommer durchgemacht haben. Mainz, 8 October. Der heute hier abgehaltene erste Ob st markt lieferte den Beweis, daß er für unsere Stadt etti Bedürfniß ist. Leider war das Angebot lange nicht so groß wie die Nachfrage, das Dreifache deS angefahrenen Quantums hätte Absatz gefunden. Der ganze Umsatz belief sich aus rund 7000 Kg. Tafel- und WirthschaftSobst, für Mostobst ist hier kein Bedarf. Die Preise stellten sich für Aepfel auf 9 bis 18 Mark, für Birnen auf 6 bis 25 Mark per 50 Kilogramm. frankfurter Stadttheater. — Die italtentfche Opern - Gefellfchaft. aus Mailand, welche unter Leitung des Directors Souzogn o am SamStag und Sonntag im diesigen O ernhause gastiren wird, besteht auS C'i.em sehr zahlreichen Personale, in welchem sich lennnmirte Ge- faagskräste der italienischen Bühne (so zum Beispiel ond) die vielgenannte Prima - Donna Signora irr a nbtn) befinden, auch einen eigenen Gefangchor führt die (SdtU eban auf ihren Reisen mit. Pietro Mascagnt wird am ersten ilbenbc die „Cavalleria rusticana“ und am zweiten Abende seine hier noch nie gegebene reue Oper „Silvano" selbst dirigiren. Platzbestellungen werden von heute ab an der Casse des Opernhauses und an den üblichen Verkaufsstellen entgegengenommen kirchliche Anzeigen der evnng.Gemeinde. Donnerstag den 10. October, Abends 8 Uhr, im Turnsaal der Stadtknabenschule: Bibelstunde. Pfarrer Dr. Grein- Verkehr, Land- und Volkswirthschafi. — Bietzener Vietzmarktbericht. Der Auftrieb auf dem gestrigen Kudmarkr war s> unbedeutend wie seit langem nicht. ES mochten 600 biS 700 Stück Rindvieh (hauptsächlich Vogelsberger, weniger Friesische und Holländer Rasse) angetrieben gewesen fein, darunter verschwindend wenig Jungvieh und Kälber. Der Handel war schleppend, weil oerhältnißmäßig wenig Käufer sich eingesunben hatten Auch der Absatz in Jungvieh war trotz deS geringen Auftriebs unbedeutend und die gezahl'en Preise daiür geringer al« sonst. Die anhi lende Dürre des September trägt wohl am schlechten Geschält die Schuld. Gesucht und wenig am Markt waren besonders guttragende und frischmelkende Kühe, welche, soweit vorhanden, zu hoben Preis.-n abgingen. Kühe 1. Qual, kosteten Mk. 400 bis Mk. 450, 2. Qual. Mk. 250 bi« Mk 300 per Stück. Der Markt blieb diesmal bebeutend überständig. ichüht einen Gegenstand vor Nachahmung. -JMllVIll Die Behauptung, daß aus Seifen überhaupt keine Patente ertheilt würden, ist irrig. — Ein neues und bekanntlich sehr gutes Waschmittel ist: ,l.udns Wasch - Sxtratt" D. R. P. 82 424, deshalb achte jede vorsichtige Hausfrau beim Einkauf genau daraus, daß ihr da« richtige gereicht wird : »Lahne Wasch'Extract D. R. Patent. b381 8366 I A.: Bogt. 8392 Wohnungsveränderung I. A.: Bogt. 8393 1 8317 od »•••••••••••oeeeeeeeeeeee MW Stoffe. 7930 8389 besorgt. 8211 Damen-Zuschneide Schule Weidengasse 1. Giessen. Ecke der Neuen Bauen. 7765 A. Gretscher, Neustadt 78. 8109 Geschäfts-Empfehlung. Durch Engagement einer ersten Binderin bin ich in den Stand gesetzt, alle oorkommenden Arbeiten in der modernen feinen Bouqnet- und Kranzbinderei zu übernehmen, auch den weitgehendsten Ansprüchen Genüge zu leisten; und empfehle ich mich einem geehrten Publikum in bekannter reeller Bedienung bestens. 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