“‘•'stntm IV. Abteil tu, Der Baud, JEPnschlitJ 10 Tafeln eit Abbitiupt für Schule um/funu'lie. ^013758*1^ aBf m Abteil^ IW Du ind die utnntlntn " auf der Wieder Zi uitgarbrlkt. 42 Tafeln 'mit 683 fubip Abbildunpi des m.t.l< b b®11* °n» ltft 0CQ t mpI,^ . 60 Pfennig. ilimm narins lahmnngen wird ■ewral Sei Be e man stets du ‘0* fteschiilite tglnalfabrihat S'»L j größeren W l wir) Mk kalmiak-Gall-e lff|eben W a in 1 & Krumm.____ ScheWß enhooig ren bewährter Hol’ h. Gegen Fänlnii, [euohte Wende, Bä' i für Geiferte n Teer äugniiseiotteefrel 4rt ito,6iew/ rialieoViandlw, Mer (ebe, £onb»t Kans, E --SL I« tfysg i nstofj Samstag dm 10. August ISO* Rr. 186 vikrteljährigkr Aints- und Anzeigeblatt für den Aveis Gielzen Hratisbeitage: Hießener Kamitienbsätter. also erhebl die Herren. Unsere Rettung hängt von unS ab. Sind wir das Volk von 1815 oder das Volk^von 1792? Wir haben die Wahl!" (Siede.) „Das einzige, was uns noch retten kann, ist der Luftballon!" rüst der „Francis" aus, der „Artilleristische Luftballon". Nichts ist leichter: Man nimmt Luftballons, setzt aeronautes artilleurs hinein, thut Monstre Bomben dazu, die Monstre-Bornben werden hinuntergeworfen, schlagen die Feinde tobt und reiten nicht nur daS Vaterland, sondern — die Leser müssen nicht glauben, daß wir unS auf Kosten der Franzoien lustig machen, eS steht wirklich im „FrantzaiS" — wenn Frankreich mit diesen Luftballons fertig ist, ist auch die Eroberung Deutschlands fertig! Der Correspondent deS „Soir" macht die köstliche Ent- deckung, daß die preußischen Soldaten sich fast ebenso vor ihren eigenen Waffen fürchten, als vor den Mitrailleusen. Das Zündnadelgewehr beschreibt dieser Correspondent folgendermaßen: „Es kann nur fünfmal abgefeuert werden und dann borstet eS, seine Schußweite beträgt kaum ein Drittel von der der Chaffepots. Die Kugel, die es ab» schießt, ist so klein, daß, wenn sie einen Menschen trifft, diesen nur ausnahmsweise tödtet/ Bringcrlohn. Durch die Post bezogen 2 Mart 50 Psg. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße Ar.1. Fernsprecher 51. »nnahmr von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgmden Tag erscheinenden Nummer bi» Dorm. 10 Uhr. Alle Annoncen-Burcaux de» In» und AuSlandc» nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. ist der 25. Jahrestag der Schlacht bei Wörth, weshalb ich es für angezeigt gehalten habe, dem nach dieser Schlacht benannten Schiffe einen Besuch abzustatten und einige Worte an die Mannschaft zu richten. Hoffentlich werden die Thaten, die Eure Landsleute bet jenem Anlaß vollbrachten, eine Aufmunterung bilden für Euch. Wenn jemals Gelegenheit für ähnliche Dienste entstehen sollte und Ihr zum Kampf gerufen werdet, so beschwöre ich Euch, mit Herz und Muth für Kaiser und Vaterland zu kämpfen. Breslau, 8. August. Der Kaiser telegraphirte dem hier wohnhaften Major Köhler am 6. d. M., dem Jahrestage der Schlacht bei Wörth: Es gereicht mir zur Freude, Ihnen, dem verdienstvollen Führer des Feld Artillerie-Regiments Nr. 5 in der Schlacht bei Wörth, am heutigen Erinnerungstage den Character als General-Lieutenant zu verleihen. Kattowitz, O.-Schl., 8. August. Auf der Kohlengrube in Zagorze strtken 700 Bergleute. Zur Unterdrückung etwaiger Unruhen wurde Militär requirirt. • Wien, 8. August. Gestern Abend wurde in Triest und Bozen, sowie in deren Umgebung ein heftiges Erdbeben verspürt, welche- sich in der Richtung von Ost nach West bewegte und von einem orkanartigen Sturm begleitet war. Rom, 8. August. Wie gerüchtweise verlautet, hat der Papst an den deutschen Kaiser ein Schreiben gerichtet, worin er denselben ersucht,1 den katholischen Missionen in China seinen Schutz angedeihen zu lassen. Rom, 8. August. Die katholischen Blätter behaupten in ihren Besprechungen der Feier des 2 0. September, daß diese Feier durchaus keine vollständige sein werde. Die Bevölkerung Roms und des ganzen Landes werde nicht zu Gunsten der Einnahme Roms manifestiren, durch welche sie so elend gemacht worden sei. Der Papst wird übrigens gegen diese Feier protestiren. Ferner sollen Unterhandlungen zwischen Rom und München gepflogen werden, in welchen der Papst den Wunsch aussprechen wird, daß bei der am 25. August zusammentretenden Katholiken-Versammlung die Ueberzeugung der Katholiken der Feier des 20. September gegenüber energisch zum Ausdruck kommen möge. Brüssel, 8. August. Die Kammer nahm mit zahlreichen Verbesserungsanträgen die sämmtlichen 13 Artikel der Schulgesetzvorlage an. Die Abstimmung über daS ganze Gesetz erfolgt erst, wenn daS Gesetz mit allen angenommenen Verbesserungsanträgen den Abgeordneten gedruckt vorliegen wird. Paris, 8. August. Die rumänische Gesandtschaft erläßt ein officielles Kommunique, in welchem die Nachricht, Rumänien suche Rußland auf jede Art zu verletzen, energisch dementirt wird. Ebenso sei es falsch, daß 150 Ruffen aus Rumänien auSgewiesen worden seien. Loudon, 8. August. Die Kaiseryacht „H ohen zollern' wurde mit dem Postamt telephonisch verbunden, damit die kaiserlichen Telegramme schneller befördert werden. Bonbon, 8. August. Meldungen aus Peking zufolge verlautet, daß die Regierung Hsy-yung.yi, welcher Mitglied des hohen Raches und der Regierung war, gestern seines Amtes enthoben habe. Belgrad, 8. August. Zwischen der serbischen Regierung und der Pforte haben Verhandlungen über den Abschluß einer Militärconvention stattgefunden. Serbien erklärte sich bereit, eventuell 60000 Mann zu stellen. Der Krieg von 1870|71, geschildert durch Ausschnitte aus ZeitungS-Nummern jener Zeit. (Nachdruck verboten.) 9. August. Paris ist bereits in Belagerungszustand erklärt worden, eine Maßregel, welche deutlicher als alles andere kundthut, wie furchtbar die Stimmung der Bevölkerung sich gegen den Kaiser und seine Regierung ausspricht. Aus französischen Zeitungen: „Keine Illusionen! Die Dummheiten und Prahlereien der vierzehn Tage, die hinter unS liegen, haben uns nur zu viel schon gekostet. Der Feind steht in Frankreich, das Vaterland ist in Gefahr- um es zu retten, bedarf es der kalten, energischen, gewiffenhaften und einsichtigen Entschloffen- heit. Vaterlandsverräther wäre Derjenige, der jetzt noch die Wahrheit verhehlen wollte, die traurige, aber schreiende Wahrheit! Blicken wir den Thatsachen ins Gesicht! . . . Das ist die Lage- sie ist schwer, entsetzlich, aber noch nicht verzweifelt. Was unseren heroischen Soldaten fehlt, sieht und weiß Jeder. Wem fällt die Verantwortlichkeit zu, daß unsere Truppen, ein CorpS nach dem anderen, vernichtet werden? ES ist überflüssig, eS zu sagen, es ist klar! Jetzt Der -irtzrner Anzeiger erschnnt täglich, mit Ausnahme de» Montag». Die Gießener -«miltenvtätter werden dem Anzeiger vtchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeig er ~ Aenerat-Mnzeiger. Hypnotismus und Hexenwesen. Vortrag Atholten von Dr. Karl Gerster, Kurarzt in Braunfels a. d. Lahn, tn der Sitzung der Oberheff. Gesellschaft sür Natur- und Heilkunde am 21. Jalt d. I. Wenn man die Geschichte deS Hypnotismus durchblättere, begann Redner, müsse man des Goethe'schen AuSspruchS gedenken: Der Mensch ist nicht geboren, die Probleme der Welt, zu lösen, wohl aber zu suchen, wo das Problem angeht und sich an die Grenze des Begreiflichen führen läßt. Der Hypnotismus sei in seinen Erscheinungen der Menschheit seit Urzeiten bekannt: die alten Egypter bedienten sich seiner (wie auS Gemälden und dem PapyruS Ebers hervorgeht) zum Zweck der Krankenbehandlung, die altindischen Fakire benützten ihn zu religiösen Zwecken und die vorhippokratischen Priesterärzte in Griechenland machten vom (hypnotischen) Tempelschlaf ausgiebigen therapeutischen Gebrauch. Im Mittelalter waren es die Hexenprocesie, die Erscheinungen zu Tage brachten, die wir heute als hypnotische kennen. Ende des 18. Jahrhunderts lenkt- der Wiener Arzt Dr. MeSmer die Aufmerksamkeit der Welt auf daS, was er „Magnetismus" nannte, 1841 ebnete Braid dem heutigen wiffenschaftlichen Hypnotismus den Boden und 1880 brachte der dänische Hypnotiseur Hansen durch seine öffentlichen Schaustellungen Gebildeten und Ungebildeten den Hypnotismus zur Kenntniß. Es wäre verfehlt, den Hypnotismus gesondert betrachten und studiren zu wollen. Er ist nur ein Capitel deS SuggestioniSmuS, der Lehre von der Suggestion und kann nur im Zusammenhang mit dieser Lehre richtig aufgefaßt und gewürdigt werden. Die Erscheinungen in der Hypnose, dem künstlich erzeugten, durch den sog. Rapport zwischen Schläfer und Hypnotiseur ausgezeichneten Schlaf, muthen unS so eigenartig an und sind so vielfach von Schwindlern und Charlatanen mißbräuchlich angewendet und von betrügerischen Versuchspersonen ausgebeutet worden, daß ihr genaues Studium Keinem erspart werden kann, der darüber ein brauchbares Urtheil erreichen oder abgeben will. Suggestion heißt Eingebung, Suggeriren eingeben. Im weitesten Sinn kann man Alles Suggestion nennen, was auf uns bestimmenden Eindruck macht, komme dieser von Objecten oder Personen. Im engeren Sinn ist Suggestion die zu irgend einem bestimmten Zweck tn bestimmter Absicht gemachte Einwirkung, z. B. die ärztliche Psychotherapie. Die von außen kommende (Fremd- oder Allo-)Suggestion wird nur wirksam, wenn sie sich in der Psyche des zu Sugge- rirenden als Autosuggestion festsetzt. Die Bedingungen zum Zustandekommen der Suggestion find: bestehende und steigerungsfähige psychische Empfänglichkeit, Suggestibilität, Wahrnehmungsfähigkeit und ideoplastische Kraft der Phantasie, und suggestive Stimmung. Suggerirbar und infolge dessen meist auch hypnotisirbar sind die meisten normalen Menschen, schwer bezw. nicht suggerirbar sind einseitige Verstandesmenschen, Idioten, Geisteskranke und Solche, die mehr autosuggestibel als allosuggestibel veranlagt sind. Die Willenskraft hat auf die Suggerierbarkeit nur beschränkten Einfluß. r . . Hypnotismus ist die Lehre von der Hypnose, die etn Specialfall der Suggestion ist, indem der künstliche (hypnotische) Schlaf durch Suggestion erzielt wird. Redner schildert die Erscheinungen in der Hypnose, die Art ihrer Herbeiführung und Aufhebung und zieht Parallelen mit dem Geisteszustand der Hypnottsirten und der Hysterischen. Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau. Kassel, 8. August. Die 26. Jahresversammlung ter deutschen anthropologischen Gesellschaft wurde hier heute von Profeffor Waideyer Berlin eröffnet. Der Oberpräsioent Magdeburg begrüßte die Versammlung giamenß der StaatSregierung, Oberbürgermeister Westerburg Samens der Stadt Kassel. Profeffor Ranke-München er- fiartete den Geschäftsbericht. Daran schloß sich eine Reihe wissenschaftlicher Vorträge, deren Fortsetzung auf morgen fest- «setzt ist. Bad Reuudors, 8. August. Für den 5. Stolze'schen Si enographentag zu Hannover gingen nach Schluß bn Verhandlungen noch mehrere Telegramme von Aller- höchften und Höchsten Personen ein. Großherzog Friedrich bon Baden dankte herzlich für die ihm dargebrachte Huldigung. Beine König!. Hoheit der Prinzregent Albrecht von Braunschweig ließ durch seinen Hofmarschall Grafen Schulenburg btti wissenschaftlichen Bestrebungen besten Erfolg wünschen. Siamenß des Hamburger Senats wünschte der Präsident Dr. Lehmann der Stenographie weitere Fortentwickelung und Ausbreitung. Wiev, 8. August. Der Minister deS Auswärtigen, Graf Golucho wski, ist auS Ischl hier eingetroffen. Rom, 8. August. Gestern Abend 9 Uhr fanden auf bet Insel Elba und in Pisa leichte Erdstöße statt. CoweS, 8. August. Bei dem gestrigen Diner in OSborne brachte die Königin auf das Wohl deS Kaisers unb der Kaiser aufs Wohl der Königin einen Toast auS. Außer den hier anwesenden Mitgliedern der englischen Königssom ilie nahmen der Prinz Heinrich, die Kronprinzessin Stefanie doo Oesterreich und der Herzog Friedrich Wilhelm von Mecklenburg an dem Diner Thril. Cowes, 8. August. Der Kaiser besuchte heute früh beti Platz, an welchem daS königliche Yachtgeschwader liegt, null unternahm sodann mit dem Lord Lonsdale eine Segel» sahnt. Der Kaiser gibt Nachmittags eine Theegesellschaft an Bond deS hier gebliebenen Kreuzers „Gefion" und dinirt Abends mit Lord Lonsdale. Das Weiter ist prachtvoll. Ryde, 8. August. Heute Abend gab der Prinz von W-leS zu Ehren des Kaisers an Bord der Yacht „Osbotne" ein Festmahl, an dem zahlreiche Gäste, Mitglieder deS königlichen Hauses und der Hofgesellschaft theilnehmen. Kopenhagen, 8. August. Das letzte zu Schloß Bernstorff abgegebene Bulletin meldet: Das Allgemeinbefinden des Königs hat sich erkennbar qebeffert. Derselbe brachte den größten Theil des gestrigen Tages außerhalb deS Bettes zu. Die Nacht war gut. Eine Entzündung besteht nicht. Depeschen deS Bureau .Herold". Berlin, 8. August. Der „Reichsanzeiger" meldet: Die Einnahmen an Canal-Abgaben und Schleppgebühren auf lern Kaiser-Wilhelm-Canal betrugen im Juli zusammen 63181 Mk.- während sie in der ersten Juli-Woche sich auf II 766 Mk. beliefen, Haden sie sich in der Woche vom 28. Juli bis 3. August auf 21027 Mk. gestellt. Berlin, 8. August. Die „Nordd. Allg. Ztg." veröffentlicht daS ausführliche Programm für die feierliche Grundsteinlegung zum Nationaldenkmal für Kaiser Wilhelm I. Unter den Geladenen befinden sich die Kaiserin Friedrich, der Großherzog und die Großherzogin von Baden mib Fürst Bismarck. Berlin, 8. Aygust. DaS Gesetz betreffend die Er» richtung einer Centralanstalt zur Förderung genossen» ichaftlichen Personal-CreditS wird heute amtlich mblicht. Berlin, 8. August. Am 6. d. Mts., dem Gedenk- tage der Schlacht bei Wörth, hat der Chef deS Militär- üadinets, General Hahnke, im Auftrage des Kaisers am Grabe Kaiser Friedrichs irn Potsdamer Mausoleum einen Kranz rieÖC©erlin, 8. August. In einer gestern Abend statt» lebabten Anarchisten-Versammlung, welche stark !-sucht war, theilte Anarchist Weiß mit, daß am 17. August 6,r Socialist" wieder erscheinen würde. Während einer aufreizenden Rede des Mechanikers Wiesenthal wurde die Versammlung polizeilich aufgelöst. Berlin, 8. August. Die A n s p r a ch e, welche der K a t s e r om Jahrestage deS Schlacht bei Wörth an die Mannschaft ,-bes Panzerschiffes Wörth auf der Rhede von CoweS «halten hat, hatte nach der „Voff. Ztg." ungefähr folgenden Wortlaut: „Erinnert Euch, daß Ihr die Mannschaft emeS Schiffes bildet, das nach einer Schlacht benannt ist, in der Sure Landsleute fich höchst wacker benommen haben. Heute V.i Besprechung der Gefahren der Hypnose verwüst er auf die Erfahrung, wonach diese zumeist in der Ungeschicklichkeit oder Böswilligkeit des Hypnotiseurs begründet sind. Die moderne Lehre vom Hypnotismus wirft neues Licht q f das Hexenwesen. Von den Opfern der Hexenverfolgung waren wohl gut zwei Drittel männliche und weibliche Hysterische. Der im 15.—17. Jahrhundert allgemeine Glaube an einen persönlichen Teufel und die Möglichkeit eines Bundes und Verkehrs mit demselben erklärt alle die Scheußlichkeiten der Hexenprocesse, und beim Studium der letzteren stößt man auf eine Fülle von Thatsachen, die nur erklärbar sind, wenn man den SuggestioniSmuS bezw. HhpnotiSmuS studirt hat. Don diesem Standpunkt aus bearbeitet wird eine künftige Geschichte der Hexenprocesse dem Culturhistortker, dem Arzt, dem Juristen und Theologen eine Fülle interessanten Materials bringen. Zum Schluß seines Vortrags warnt G erster dringend vor hypnotist'schen Spielereien und öffentlichen Schaustellungen, d t für manchen actio oder passiv Betheiligten schlimme Folgen baben könnten. Er verweist dagegen auf den Nutzen, den alle vier Facultäten vom Studium des HypnoriSmuS haben werden, fpeciell die Philosophie und die Medicin und spricht die Erwartung auS, daß auch die Theologie nichts dagegeneinwenden könne, wenn man manche Wunder naturwiffen- fchafrlich erkläre, denn die wahre Religion werde hierdurch nicht berührt, wie Goethe sage: Wer Wiffenschast und Kunst besitzt, Hat auch Religion, Wer jene beiden nicht besitzt, Der habe Religion. foeoU« rrn- peovtirzLeLes Giebeu, den 9. August 1895. ♦♦ Turnerisches. Auf Veranlassung der Bockenheimer und Homburger Turnerschast hat der hiesige Turnverein einen größeren Turngang über Homburg nach Dockenheim geplant, welcher voraussichtlich am Sonntag den 25. August stattfinden soll. Die Abfahrt erfolgt Sonntag Morgen von hier nach Friedberg, von wo aus alstann die F.ißtour nach Homburg beginnt, und von hier nach Einnahme des Frühstücks unter Betheiligung der Homburger Turner nach Bockenhe'm fortgesetzt wird. Die Mitglieder der Turn« v-reine von Homburg und Bockenheim haben die weitgehendsten Vorbereitungen getroffen, um den Gießener Turnern den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen. Es ist somit den Mitgliedern des Gießener Turnvereins, sowie Freunden der Turnsache, Gelegenheit geboten, an einer von ersteren schon lang ersehnten größeren Tour, die mit wenig Kosten verknüpft ist, theilzunehmen, und steht auch eine zahlreiche Betheiligung in Aussicht. Wir bemerken noch, daß in der Turnhalle des Turnvereins eine Liste zum Einzetchnen offen liegt. * ♦ Anschütz' ProjectiouSvortrage. Der heute Freitag Abend in Steins Garten durch Herrn Dr. Emil Kindler zu haltende ProjectionS-Dortrag ist ein ö f f e n t l i ch e r, zu dem Jedermann Zutritt hat. Wir sehen uns zu dieser Erklärung veranlaßt, weil im Publikum sich der Glaube verbreitet hat, die Vorführungen seien lediglich für Mitglieder des Kaufmännischen und des Gewerb - Vereins bestimmt. Diesen Dereimn gebührt freilich der Ruhm, Herrn Dr. Kindler veranlaßt zu haben, drei für sich völlig abgeschloffene Vorträge in einen zusammenzufaffen. Man kann nicht nur die Bilder auS dem Leben und die lebende Photographie bewundern, sondern man sieht den Nordostsee-Canal und die Panzerschiffe nach und nach entstehen. Bet den Marine-Bildern, die streng auf amtlichem Materiale beruhen, bilden ColltstonS-Bilder und die Wirkungen von Geschaffen auf Panzerplatten einen recht interessanten Punkt. Alle Bilder erscheinen in einer Größe von 5 zu 4 Metern. Weitere Vorträge finden in Gießen nicht mehr statt. Die heutigen Vorführungen beginnen um 81/« Uhr Abends zu dem ermäßigen Preise von 1 Mark. • • Gaunerei. Gestern Nachmittag wurden von einem fremden Gauner in hiesiger Stadt zwei Diebstähle in ganz raffinirter Weise auSgeführt, wobei demselben in einem Falle eine goldene Uhr, und im anderen 35 Mk. Geld in die Hände fielen. Der Dieb gab sich als Handwerksgeselle aus, der von seinem Meister geschickt sei, in dem Hause eine Reparatur vorzunehmen und führte so die Diebstähle aus. In einigen anderen Fällen, wo derselbe Gauner auf gleiche Weise Versuche machte, gelang eS ihm nicht, da er beobachtet wurde. ♦ ♦ SittlichkeitSverbrecheu. Auf der Straße zwischen Klein-Llnden und Heuchelheim wurde gestern Nach- mittag von einem Fremden an einem 13 jährigen Mädchen ein SittlichkcitSverbrechen versucht. * • Die Locomotivführer der deutschen Eisenbahnen, welche in deut Feldzug 1870—71 zur Dienstleistung bei der Armee in Frankreich herangezogen waren, begehey in den Tagen vom 12. bis 15. August in Würzburg eine ErtnnerungSfeier. * * Zu Amerika verstorbene Hessen. N e w-D orkCity, N. U. LoutS Gebhard, 45 Jahre alt, aus Erbach t. O. B o ody, Jll. Elisabetha Schwab geb. SuppeS, 62 Jahre alt, aus Stockhausen. Brooklyn, N. f). Margaretha Suffa geb. Jacob, 75 Jahrealt, aus Hessen-Darmstadt. Buffalo,Pr airie Jll. Heinrich Ziegler, 66 Jahre alt, auS Heffen - Darmstadt. Rochester, N 9). Maria Knobloch geb. Kreuz, 68 Jahre alt, auS Steinau. Sheboygan, Wis. Caspar Uhl, 65 Jahre alt, auS SchwabSburg. Spencerville, Allen Co., O. Elisabetha Beach geb. Becker, 77 Jahre alt, auS Nauheim. St. Genevteve, Miss. Marg. Jacob geb. Stegmryer, 67 Jahre alt, aus Gau-AlgeShetm. R. Reichelsheim. 8. August. Vorsicht bei Wunden! In dem benachbarten B. starb heute Nacht ein hoffnungS» voller, braver Knabe von 15 Jahren, welcher hier in Arbeit stand. Er hatte kürzlich in einen rostigen Nagel getreten, ohne daß er irgend welchen Werth auf die Wunde legte, die ihm auch nicht viele Schmerzen machte. Bor drei Tagen zeigten sich Anschwellungen in den Beinen und starkes Fieberalle angewandten Mittel erwielen sich als erfolglos, heute Nacht ist der Junge seinen Leiden erlegen. Die Kinder aus dem Lande Pflegen während deS Sommers fleißig barfuß zu laufen, was recht gesund ist und wodurch viel Schuhwerk gespart wird. Es find aber auch schon viele Unglücksfälle dadurch entstanden, daß sich die Kinder die Füße verletzten. Man muß den Eltern dringend anrathen, die Füße der ohne Schuhwerk umherlaufenden Kinder nicht bloß fleißig zu reinigen, sondern auch aufmerksam nachzusehen, ob keine Verletzungen und Wunden vorhanden sind, die dann unverzüglich gereinigt und verbunden werden müssen. MW. An8 der mittleren Wetteraa, 8. August. AuS dem Kreise Alsfeld wird berichtet, daß dort e'n schauder- Haftes Ernte wett er bei fortwährendem Regenwetter herrscht. Genau daS Gegenthetl ist bet unS der Fall, wir haben einen anhaltenden, durchweichenden Regen seit Ende Mai nicht mehr gehabt. Wiederholt zogen Gewitter mit schweren, elektrischen Entladungen über uns hin- eS kam auch zum Regnen, aber nur mitunter auf fünf bis zehn Minuten, denn alsbald folgten orkanartige Stürme auf den Regen, welche die Wolken in rasender Schnelligkeit über uns weg- trieben. Mitunter kam es vor, daß der Himmel tagelang mit Wolken bedeckt war- diese sandten leichte Sprühregen hernieder, welche an der Oberfläche der Erde oder on den Blättern und Stengeln der Pflanzen hängen blieben. Die Leute brauchten nicht einmal das Garbenbinden zu unterbrechen, so gering war die niedergehende Feuchtigkeit. In unserer Gegend hat Falb mit seinen Prophezeiungen gründlich FiaSco gemacht. Jedenfalls ist eS sehr merkwürdig, daß auf so kurze Entfernungen von kaum 10 bis 12 Stunden so ganz verschiedene Witterungsverhältnisse herrschen. DaS Jahr 1895 ist daher ebenso extrem in seinen meteorologischen Erscheinungen wie seine drei Vorgänger 1894, 1893 und 1892. Wir könnten in unsrer Gegend einen 48 stündigen Regen brauchen, und eS wäre noch kein Tropfen Feuchtigkeit zuviel gekommen. -d-. Ans dem Niddalhale, 8. August. In Nr. 170, zweites Blatt des „Gießener Anzeiger" vom 23. Juli wurde berichtet, daß ein schlauer Pflanzendieb einem jungen Ehepärchen sämmtliche Pflanzensetzlinge weggeluxt habe. Dieser Schlaukopf scheint nicht bloß ein sehr gewandter, sondern auch von der Gelegenheit begünstigter Stegreifritter zu sein, denn er hat dem jungen Ehepärchen jetzt alle Johannisbeeren und Stachelbeeren, welche lange hangen sollten, damit sie tüchtig ausreiften, fortgeholt und noch verschiedene andere Dinge mitgehen heißen, die nicht niet- und nagelfest waren. -h-. Alsfeld, 8. August. Nachdem daS Sedan fest hier seither alljährlich gefeiert worden ist, soll dem Beschluß des Comitvs zufolge die sünfundzwanzigjährige Jubelfeier in erweiterter Weise stattfinden. Es ist u. A. in das Programm eine Ehrung der 1870er Veteranen ausgenommen worden. Die kirchliche Feier wird Sonntag den 1., die eigentliche Feier dagegen am 2. September abgehalten werden. — Die Vorbereitungen zu der hier am 25. dS. Mts. beginnenden Ob er hessischen Gewerbeausstellung werden aufs Eifrigste betrieben. An daS Comite werden dadurch, daß immer noch, lange nach dem vorgesehenen Schlußtermin, neue Anmeldungen etnlaufen, die größten und schwierigsten Anforderungen gestellt. Hoffen wir, daß bei dem guten Willen des AuSstellungscomitvS allen nicht zu weitgehenden Wünschen der Aussteller ensprochen werden kann. Siefersheim bei Wöllstein, 7. August. Aus hiesiger Gemeinde zogen 1870 17 Krieger nach Frankreich. Alle kehrten wieder zurück- aber auch Alle find sie jetzt noch am Leben und erfreuen sich der besten Gesundheit — gewiß eine große Seltenheit und zugleich ein großes Glück. Verrichte-. * Marburg, 8. August. Harry Finking, früherer Redacteur der „Oberhesfischen Zeitung" in Marburg, der hier die Rechte ftudirte, wurde heute Morgen auf dem Sopha (tobt aufgefunden. Die Todesursache ist bislang nicht festgestellt. * Marburg, 8. August. Am Sonntag fand in Ockers- Hausen zwischen zwei halbwüchsigen angeheiterten Burschen eine Rauferei statt, die damit endete, daß der ältere, Joh. Dittmer, dem jüngeren, Schneider, verschiedene Messer- stiche beibrachte. Die Verletzungen waren so starker Natur, daß der Sch. gestern Mittag ihnen erlegen ist. * Frankfurt a. M., 8. August. DaS Sommerfest, welches der Zoologische Garten am SamStag dieser Woche zur Feier seines 37jährtgen Bestehens giebt, verspricht in jeder Beziehung ein großartiges zu werden. Seit Anfang der Woche schon arbeiten viele Hände an den Vorbereitungen und besonders fleißig erscheinen diesmal die Ge- hülfen des Herrn BeleuchtungSinspector Behrend, die die Vorrichtungen anbringen für daS Feuerwerk, daS sich wieder an die gegebene Scenerie, welche von der Burg, den an« grenzenden Baumgruppen und dem Weiher gebildet wird, anlehnt und einen ganz eigenartigen Reiz haben soll. Auf dem Weiher hat man ein Floß errichtet, von welchem aus vermutlich das Schlußbild deS Feuerwerks, daS auf dem Programm als „Zaubergarten" bezeichnet ist, aussteigen wird. Umfangreiche Vorbereitungen werden auch in der Restauration getroffen, alle verfügbaren Räume werden auSgenutzt, eine zweite Küche ist eingerichtet worden, so daß die Verabreichung von Speisen erleichtert und ein rascherer Betrieb ermöglicht wird. Ja dem Feldlager am Bärenzwinger soll ein ganzer Berg von Bierfäffern angefahreu werden, so daß auch für den größten Durst gesorgt sein wird. • Frankfurt a. M., 6. August. Verhaftung eines schweren Verbrechers. Ein Schäfer, der gestern nach dem hiesigen Diehhofe Schafe aNgetrieben hatte, erkannt^ unter den Handelsleuten in der dortigen Wirthschaft einen Kellner WieSner, den er der Polizei als jenen Mann bezeichnete, der vor etwa vier Jahren tm Bayerischen einen Viehhändler ermordet und beraubt haben soll, für welch' letzteres Verbrechen der Anzeiger selbst längere Z'it unschuldig in Untersuchung war. Mehrere Criminaldeamten verhafteten sofort den Fremden. Derselbe ist nach der vorläufigen Feststellung der auS Queck^orn stammende stllungs- lose Kellner WieSner, der wegen verschiedener Einbrüche in Mainz, Köln und Aschaffenburg steckbrieflich verfolgt ist. Der Schirre soll auch an einigen EinbruchSdiebstählen, welche in letzter Zeit hier zur Ausführung faycn, betheil gt ge- wesen sein. Der Verhaftete hatte vor Kurzem eine mehr- jährige Zuchthausstrafe verbüßt, zu der er wegen hier verübten Einbruchs durch die hiesige Straikammer vernrtbeilt worden war. Er ist 35 Jahre alt und steht tn dem Verdachte, bei einem Gastwirthe in der Alten Mainzergaffe kürzlich 5000 Mk. mittelst Einbruchs entwendet zu haben. Zuletzt hielt sich W. tn Mainz und Umgebung auf, wo er von dem erwähnten Raubgelde lebte. Nachdem letzteres aufgebraucht war, kam W. wiederum hierher und befindet sich nunmehr, trotzdem er meinte, bereits verqeffen zu sein, in Sicherheit. Er ist, wie die „Fr. N." melden, derselbe, der s. Z., als er wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt verhaftet war, zu einem Fenster des ersten Polizeireviers hinauSsvrang. * Aas dem TauunS, 7. August. Bei Diedenbergen, Landkreis Wiesbaden, wurde kürzlich die ReblauS in einem vierjährigen Weinberge an der Straße nach Maffenhcim festgestellt. Die Vernichtung der verseuchten und gefährdeten Weinstöcke ist im Gang. * Biebrich, 2. August. Nachstehende köstliche Episode aus dem Feldzuge 1870/71 wird der „B. T.-P." von einem Mitkämpfer mitgetheilt: „Am 4. August, dem Tage von Weißenburg, befand sich unser Bataillon (^aS 11. Jager» bataillon, bei welchem Einsender stand) beim Vorgehen der 41. Infanterie-Brigade auf dem linken Flügel des ersteir Treffens. So gegen den rechten Flügel des Feindes vorgehend, ^erhielten wir Feuer aus dem Dorfe Rwdseltz- wir schwenkten gegen daS Dorf ein und vertrieben die Franzosen, welche auS Fenstern und Dachtt-cken das Dorf hartnäckig vertheidigten. Ein am Eingang des Dorfes liegendes Haus, welches' mit 30 Chasseurs besetzt war, wurde ab» geschnitten und Lieutenant Horstmann forderte dieselben in französischer Sprache auf, sich zu ergeben. Dessen ungeachtet setzten dieselben aber das Feuern fort. Da lhat sich ein Nassauer Jäger, Wengenroth, durch sein ebenso kühnes wie naives Benehmen hervor- er sprang nämlich auS seiner Deckung hervor, schlug auf einS der gegenüber befindlichen, vom Feinde besetzten Fenster an und schrie im echten nassauer D'alect: „Den ersten, der jetzt noch schießt, den soll ein Donnerwetter verschmeißen." Die Besatzung des Hauses ergab sich und wurde gefangen genommen. Die Chasseur- schienen demnach besser nassauisch wie französisch verstanden zu haben. * Köln, 7. August. Ein mit dem Anftreichen der festen Rheinbrücke h erselbst beschäfttgter Gehilfe stürzte heute Vormittag tn die Tiefe und ertrank. * Dortmund, 7. August. Ein schreckliche- Ende hat ein hiesiger Arbeiter gefunden. Derselbe hatte sich tn der Nähe der Schlackenhalde der Union zum Schlafen niedergelegt, vermuthlich in dem Glauben, daß in der Nacht keine Schlacken abgestürzt würden- dies geschah aber dow, und der Schlafende wurde von den glühenden Schlacken begraben. Die halbverkohlte Leiche wurde heute gefunden. * Eberswalde, 7. August. Gestern hat bei Chorin ein Pistolen-Duell zwischen dem Hauptmann Stosch au» Angermünde und dem Ziegeleibesitzer Fruesan aus Eger- mühle stattgefunden. Der Hauptmann ist unverletzt, während der Ziegeleibefitzer durch einen Schuß in die Stirn schwer verwundet wurde. Derselbe ist bereits gestorben. Die Ursache deS Duells soll Eifersucht sein. * Fleusburg. 7. August. Bet dem Abbruch eines Hause- stürzte eine Mauer ein und begrub vier dort spielende 10- bis 12jährige Knaben. Einer war sofort tobt, btc übrigen wurden schwer verletzt. • Freiberg i. S, 8. August. Gestern Abend in der 11. Stunde exp lodirte im Bereich der Dynamitfabrtk in Hilbersdorf ein mit 30Centnern Dynamit beladener Wagen, der nach Martaberg bestimmt war. Die Detonation wurde in stundenweitem Umkreise vernommen. Selbst tn den 3/i Stunden weit entfernten Ortschaften wurden stellen» weise die Fenster eingedrückt. In der Fabrik wurde beträchtlicher Schaben angertchtet, Fensterscheiben und Fensterkreuze eingedrückt, stellenweise auch das Dach und Mauerwerk beschädigt. Der Betrieb ist vorläufig eingestellt. Verluste an Menschenleben sind nicht zu beklagen. Man nimmt mit Bestimmtheit eine böswillige Inbrandsetzung deS Wagens an. * Stuttgart, 7. August.) Auf dem Pragfriedhofe erschoß sich heute Nachmittag ein junger Kaufmann au- Mainz. * Schopfheim, 7. August. Der hiesige Vorsteher S e e b e r wurde vom Zeller Zuge um 4 Uhr 30 Min. .zermalmt. * Regeusbnrg, 9. August. Wie das „Regensburger Morgenblart" erfährt, ist die Nachricht von dem Brande des Thurn und TaxrS'schen Schlosses in Pilsen unrichtig. Es find nur drei Strohschober durch eine Dampfdreschmaschine in Brand gerathen und für daß Schloß bestand keine Gefahr. * Metz, 7. August. Das letzte Unwetter Hal einen größeren Schaden angerichtet, als man annahm. Nach der „Metzer Zeitung" schätzt man die in den Bünnen Longeville und Vaux nachweislichen Verluste auf je 250,000 Mk. Gorze, mit nur beschränkter WeincreSccnz, soll für 100,000Mk. Schaden erleiden, während die Gesammt-Cinbuße in dem Striche von Noveant bis Peltre auf mehr als 2 Millionen taxirt wird. Feststehende Ziffern sind noch nicht gegeben, doch ist alle Wahrscheinlichkeit vorhanden, daß, wenn es nicht *" -i”'» |tre 'L“"* MUnQg. ^nbtü^-n b«|o(gt Nlen?4 J® tlne nteh. * Wr »er. 19 °us, h)6 er -i' J p4, ’^en ?u sein, in "/ derselbe, der ®taatggetoQ[t 1 Polizeirevier- ^"bergen, .a“ß fn einem Essenheim fest, ad tzesährdeten sUichrtzv^vde -'P-" von einem dr« Toge von (das 11. Jzgn, ® Vorgehen der W des ersten 6?6 Feindes vor- se Niedsel^- wir Schiffsnachrichteir. Norddeutscher Lloyd, tn Gießen vertreten durch die Agenten Cerl Loos und I. M. Schulhof. Bremen, 8. August. sPer transaUantischen Selegr*] Der Schnelldampfer Lahn, Capt. B. Blanke, vom Norddeutschen Llovd tn Bremm, ist gestern 12 Uhr Nachts wohlbehalten tn Newyork angekommen. Bremen, 8. August. sPer transaUantischen Telegraph^ Der Postdamoser Dresden, Capt. W. Kuhlmann, vom Norddeutschen Llovd tn Bremen, nach Baltimore bestimmt, tst gestern 6 Uhr Morgens wobt behalten in Newyork angekommen. schon geschehen, die Regierung eine amtliche Erhebung über den ganzen Umfang und bte erweisbaren Einzelheiten des Schadens durch Hagelschlag anstellen läßt. Vermuthltch wird der Landesausschuß mit Milderungsmaßregeln befaßt. » Budapest, 7. August. Der vielfache Millionär Deutsch von derUnteruehmerfirma Haas u. Deutsch wurde von einem entlassenen Förster in feinem Bureau erschossen. Der Mörder ist der 50jährige absolvirte Forstakademiker und ge- wetene Forftdirector der Firma Carl ChaSzar, de JolSzs, der eine angebliche Forderung von 4000 st. an die Firma hatte. Nach einem heftigen Wortwechsel mit dem Chef der Firma gab er auf Ludwig Deutsch zwei Schüße ab, von denen der zweite die SchSdeldecke Deutsch's zertrümmerte. Briefkasten. Herrn 8. tn B—heim. Wtr ersuchen Sie, auf das Gewicht der Bri.ft Acht zu geben; wir haben schon mehrere Male Strafporto bezahlen müssen. Red. ^kirchliche Anzeige« 6c* Stadt «Sietzen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst- Sonntag den 11. August. 9. nach Trinitatis. I« btt Ltadttlrche. Vormittags 73//r Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Belchre und Bett Abendmahl für die Johannesgemeinde. Am nächsten Freitag, den 16. August, Vormittags 9 Uhr, findet in der Johanneskirche zum Lbjabrigen Gedächtniß der ersten Schlachten und Siege im deutsch'franzvsischen Kriege ein FestgotteSdierist für den hiesigen Krieger- «nd Beteraueuverei« statt, zu dem auch bte ganze Gemeinde eingeladen ist. Die Collecte in diesem Gottesdienst ist für die Kaiser-Wilhelm-Stistung zum Besten der KriegS- invalidrn bestimmt. Am nächsten Sonntag, den 18. August, wird eine Collecte für die innere Mission erhoben werden Katholische Gemeinde. Sonntag, ben 11. August. 10. Sonntag nach Pfingsten. SamStag: Nachmittags um 41/2 Uhr unb AbenbS um 8 Uhr Gelegenheit zur hi. Beichte- Sonntag: Vormittags von 6V- Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; „ um 6Vi Uhr erste hl. Meffe; „ um 7V, Uhr Austheilung ber hl. Communion; „ um 8 Uhr zweite hl. Mesie; „ um 9«/o Uhr Hochamt mit Prebigt; Nachmittags um 2 Uhr Christenlehre; barauf Anbacht. Gottesdienst in der Synagoge. Samstag, ben 10. August. Vorabenb 7* Ubr, Morgens 8” Uhr, Nachmittags 409 Uhr, Sabbathausgang 8" Uhr. Gottesdienst der israelittschen Religionsflesellschasi- Freitag Abend 715 Uhr, SamStag Vormttlag 8” Uhr, Nachmittag 4w Uhr, Sabvalhausgang 8« Uhr- Wochengottesdienst Morgens 6 Uhr, Abends 7 Uhr. Witterungsbericht vom 8. August. Der größte Theil Europas steht andauernd unter der Herrschaft niederen Druck-s, dessen Centrum von beträchtlicher Tiefe heute über der scandinavischen Halbinsel liegt. Außerdem scheint vom atlantischen Oeean her ein neues Minimum gegen die britischen Inseln vorzu- bringen. Frankreich, das A pengebM unb Süddeutschland bed-ckt zwar hoher Druck, der vom Sübroeften über her. Kontinent berein- rückt, doch bestehen in dem Alp.ngediet bte Störungen jtm Luftdruck noch fort. In Süddeutschland ist bet Himmel wockenloS aber trübe geblieben und fielen an vielen Orten Niederschläge. -Heute liegen die Temperaturen etwas tiefer als gestern unb zeigen biefelben eine beträchtliche Abnahme an den iHochstattonen. In ber Schweiz ist neuerdings Schneeiall eingetreten. »arauSstchttiche Witterung! Zunächst noch wenig Aenderung. Temperatur der Lahn und Luft nach Reaumur gemefien am 9. August, zwischen 11 unb 12 Uhe Mittag». Wasser 14°, Luft 17° im Schatten. Rübsamen'schc Bade- und Schwimmanstalt. Bähe für 2 Pfennige erhält man vor Fliegen, Schnaken, Flöhen u,w. durch „Dalma". Für 2 Pfennige davon tobtet alle Fliegen uiw. eines Zimmers, der Küche oder Stallung in 3 Minuten unter Garantie. Für Menschen und Hausthiere unschädlich. Glas 30 u. 50 Psg., dazu gehöriger Patentbeulel 15 Pfg. In allen vo- theken auf Lager. In Gießen in der Airschapothe»«. ->664 — Wohl nur fetten dürfte ein hauswilthfchattttcher Artike. sich fester in die Gunst ber HauSirauen aller Stäube eingebürgert hab.n, als die von Max Elb in Dresden fabricirle Ch. A. PasteurS Essig-Essenz. Die Originalflacons, welche diese Essenz enthalten, sind durch einen Maaßstab abgetbfilt, der bte zur Bereitung einer Weinflasche Taselessig ober zuverlässigen Früchte-Einmacheessig erforderliche Menge Essenz aufS Genaueste anzeigt. Während früher das Lausen ber Dienstboten nach Essig gar nicht aufhörte, hat man jetzt in bleuer Form 10 Liter Essig im Haus unb bereitet sich eine Flasche bei Bedarf im Augenblick durch Verdünnen mit Wasser. Dieser selbstberettete Esfig hat den Wohlgeschmack und das Aroma guten Weinessigs, bleibt spiegelblank und wird von ärztlichen Autoritäten wegen seiner Netnheit als ber gesündeste Essig empfohlen. Ganz besonders eignet er sich zum Einmachen unb Conserviren, wett durch bte Maaßtheilung ber dazu unbedingt erforderliche Stärkegrad genau unb gleichmäßig getrosten wirb unb weil er gänzlich frei von Fäulniß-Keimen unb Gährungsstosien ist, die den Grund zur Ver- derbntß der Früchte bilden. Hier liegt eine in praktischer und gesundheitlicher Beziehung gleich gediegene Neuerung vor; nur wolle man beim Einkauf ber seit 20 Jahren rühmlich bekannten Originalflacons von Max Elb, Dresben, barauf achten, baß man die echt,, auf Etikette, Halsstretfen unb Kapsel mit dessen Firma be- z ichnete Waare und nicht etwa eine in ähnliches Gewand s"leibete Nachahmung erhält. 3650 •n dlk FimM, Dost fiar/nätfiq ostls liegendes ar, wurde ab» tf dirseibev In messen ungeachttt )a itjat sich ein nfo kühnes wie Lid) auS feiner Iber befindlichen, n echten naffauer jt, den soll ein mg des Hanfes Die ChafiemS verstand eidltn der festen e stürzte heute lälicheS Ende übe hatte sich in n Schlafen nieder» n ber Warf)t keine btt bad', unb btt jiatfen begraben, 'tn. bti llhorin ein n Stofch aus [an auS .ersetzt, Mrend Stirn schwer :ben. Die Urfache .tuä> eines haufeS >ier dort fp'klevde sofort tobt, bte .rn Abend in der Dynamitfabrl! in gnamit örf*« . Die Detonation ttn iw* fflb $«««”"? ' efuOt. Sl«n -•«SS Nfiäl ÄS' ni®tl Dch bet an# flpugebitle ,oöo 0. '‘/inoooo®'- ’ ** " * BekanutMachung. Die im Gießener Stabtwalb nöthigen Graben- unb Wegbau- 4 Pfunb 40 Pfg. 6724 E. Muth, Bahnhofstraße 12. 6521 u // // H zu // /? Hch. Arnold II 28 Marttstraße 28. Mk. H tf // arbeiten, als: Anfertigen von Be- unb Entwässerungsgräben, veranschlagt 322.04 1544.- 167.— 2846.60 129.12 79.— Planier- unb Chaussirarbeit Ueberdecken ber Chaussirung mit Sanb Lieferung von Basaltsteinen Aufsetzen ber Steine C. Röhr & Co. Giessen Specialgeschäft für Kinderbetten u. Erstlings- g; wasche. 5 Illußtr. Catal. grat. u. fco. Gießen, ben 6. August 1895. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Georgi. Zur Saat empfehle Jucarnat- und Warnen Anfertigen von Durchlässen sollen Dienstag, den 13. ds. Mts., Vormittags IO Uhr, im Saale des alten Rachhauses öffentlich vergeben werben. 6694 Die Grvßh. Bürgermeistereien ber nmliegenben Orte werben ersucht, dies durch bie Schelle bekannt machen zu laffen. Donnerstag, 15. August, Nachmittags 4 Uhr,^ - u. werden auf Großh. Ortsgericht Laug- Göns bie bem Georg Repp baselbst zustehenden Immobilien, worin seither ein lucratives Eisen- und Colonialwaaren - Geschäft be^ trieben wurde: «MW» Flur I Nr. 609 — 600 qm Hof- raithe im Ort, Flur XVIII Nr. 7981/10 - 292 qm Acker Hinterm Frühzaun, Flur XVIII Nr. 799i/10 — 239 qm Acker daselbst, meistbietend versteigert. A G, Näheres bei F. Hossmann, ConcurSverwalter in Gießen. Itüdt. SchlaWavs. Freibank. [6674 Heute und morgen: Sttersteifch nicht ladenrein, pr. Pfd. svPfa. Kornbrod., aus neuem Roggenmehl gebacken, leicht verdaulich und sehr wohlschmeckend, empfiehlt in bester Qualität Concmsversahren. Das ConcurSverfahren über das Vermögen des Carl Stiasny in Gießen wird nach erfolgter Abhaltung des Schlußtermins hierdurch aufgehoben. Gießen, den 6. August 1895. Großherzogliches Amtsgericht Gießen. Neuenhagen. 6716 Samstag den 21. September, Nachmittags 3 Uhr, soll auf dem hiesigen Orttzgericht bte der Wilhelm WUmatitt Wwe. und Äin» btt in Gießen gehörige Hvfratthe: Flur 1 Nr. 1108 — 69 qm bei der Kirche öff ntltch meistbietend versteigert werden. Gießen, den 9. August 1895. Grvßh. Ortsgertcht Gießen. ____________I. A.: Bogt.________6726 Samstag den 10 Ang. l. I, Nachmittags 2 Uhr, wird in der ehemals v. Rabeuau'sche« H-fratthe — Frankiurterstraße — ein größeres Quantum Äotn», Weizen« unb Hafersteoh (Handdrusch) versteigert. Versteigerung bestimmt. 6701_______Gettzler, Gertchlsoollzieher. Berdiugüng^ Es sollen 7500 cbm gesiebter Kies und 4000 cbm Basattkletttschlag zusammen ober getbetlt, vergeben werden. Die einzelnen Verdingungsunterlagen können gegen poft und bestellgeldfreie Einsendung von je 0,50 Jt durch uns bezogen bezw. in unserem Amtsgebäude, Poststraße b, Zimmer 26, etngefehen werden. Die Angebote ftnd mit der entsprechenden Aufschrift zu versehen und verschlossen bis Montag den 19. August d I., Vormittags 11 Uhr, hierher etn- zureichen. , cfi.Q Zuschlagsfrist: 4 Wochen. 6649 Frankfurt t. M>, den 30- Juli 1895 Kö iigl. Eisenbahn-BetriebS-Jnspectton 2. 6715J Zu verkaufen in d. prachtvoll gel. Luftkurort Sluerdach a d- B^Stat. d. Main-Neckar-B-, ein geräum- Wohn« hauO mit Wasserleitung, Nebenhaus mit kl. .Wohnung, terraffenart. Garten mit 4 Lauoen, cu. 60 Obstbäumen und Wein« berg. Preis 12,500 Jt Anzahl- 8100 Jt Anlagen unter H. W. 569 an Haasenstein & Vogler, A.-G., Frankfurt a. M. SCHEPELER FRANKFURT/MAIN n ■öcc C c_ 3 CD tn ~o hergeshellt auf SALOMONS ROSTAPPARATEN D.R. P. 4-9*93 & 572 10 PREISE MK. 1.65,1.75,1.85,2.00 Abhandlungen vonProf.Dr.Sbul-zer,Bonn [überSalomons Röshapparabe ? gratis z ur Verf ügung, - KX: MO Niederlagen in Original-Packeten mit Schutzmarke L 1 Psd. und i/z Pfd. bei: H. Metzger, Gießen. Georg Koch, Wetzlar. Walhav Rosenthal, Braunfels. H. ß. Wogt, Butzbach. Louis Wuch, Hungen. 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In meiner Roth wandte ich mich auf Empfehlung an den Homöopathen Herrn Dr. med. Bol- beding in Düflelvorf, Königsallee 6, welchem eS gelang, mich mit Erfolg von meinem Leiden iu befreien, so daß seit 3 Jahren kein Rückfall etntrat. Hierfür spreche ich Herrn Dr. Volbeding meinen besten Dank aus und empfehle ihn allen ähnlich Leidenden angelegentlichst. 6677] In meinem Neubau ist der erste und zweite Stock, je 5—6 Zimmer, Bad, Balkon und Veranda, sowie die Mansarde, 6 Zimmer und Bad nebst allem Zubehör auf 1. Oktober zu vermietben __H. Hansel, Löberstraße 17. 57061 Der mittl. Stock, 4 Zimmer mit Zubehör und Mitbenutzung des Bleich- ptatzeS, per 1. October zu vermietben. __________Al. Dickor6, Schanzenstr. 8. Sehr freundl. 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