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Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für de» folgenden Tag erscheinenden Nummer bi- Bonn. 10 Uhr. Gratisöeikage: Gießener Kamikienökätter. All: AnnonceN-Burcaux de- In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Deutscher Reich. Berlin, 7. October. Die feierliche Einweihung des neuen Reichsgerichts gebäudes tu Leipzig erfolgt, wie nunmehr endgilttg bestimmt worden ist, am 26. October und in Gegenwart des Kaisers und des Königs von Sachsen. Die beiden Monarchen treffen am genannten Tage in der zwölften VormittagSstunde auf dem Dresdener Bahnhofe in Leipzig ein, und begeben sich zu Wagen nach dem Festort, woselbst alsbald nach Ankunft der Majestäten die Schlußsteinlegung im Kuppelbau der neuen Halle vor sich geht. Nach Beendigung deS feierlichen ActeS, bei welchem auch die StaatSsecretäre im Reichsamte deS Innern und im RetchSjuftizamte, sowie selbstverständlich der Präsident deS Reichsgerichtes, v. Oehlschlägel, ferner Ver« treter des BundeSrathes, daS ReichstagSpräfidium, die Spitzen der Reichsbehörden in Leipzig, Vertreter der sächsischen Staats- behörden und der Leipziger städtischen Behörden, die Mit« glieder des Reichsgerichtes, sowie noch andere Ehrengäste zugegen sein werden, nehmen die Majestäten ein Frühstück iit den Repräsentationsräumen deS ReichSgerichtS-Präfldenten ein. Um 2 Uhr Nachmittags erfolgt die gemeinschaftliche Wtederabretse des Kaisers und des Königs Albert und zwar vom bayerischen Bahnhofe auS. — Die Frage der Errichtung einer deutschen Niederlassung von Retchswegen tm chinesischen Küsten« gebiet auf dem Wege einer Kron-Conzession scheint bereits entschieden zu sein. Nach einem Telegramm aus China ist in der chinesischen Hasenstadt Hankow zwischen dem zu diesem Zweck dort eingetroffenen General Consul Deutschlands in Shanghai und den zuständigen chinesischen Behörden ein Abkommen wegen Errichtung einer deutschen Niederlassung in Hankow getroffen worden. ES handelt sich aber keineswegs um die Gründung einer wirklichen deutschen Colonie an der chinesischen Küste, denn das betreffende Gebiet wird auch fernerhin China gehören, aber daS deutsche Reich wird das ausschließliche und selbstständige Nutzungsrecht besitzen. Münster, 6. October. Die hier wegen der Polizeiverordnung, betreffend die Schließung der Gastwirthschaften um 11 Uhr Abends, vorgekommenen Rnhestörungen wiederholten sich gestern in verstärktem' Maße. Zahlreiche weitere Verhaftungen find vorgenommen worden. Ausland. Petersburg. 6. October. Der gestern von hier nach Schorfheide abgereiste Flügeladjutant des Deutschen Kaisers, Oberst v. Moltke, überbringt ein eigenhändiges Antwortschreiben deS Kaisers von Rußland. Herr v. Moltke erhielt eine prächtige goldene Tabattäre mit dem Namenszug des Zaren. Neueste rNrchrlchteiu Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau. Darmstadt, 7. October. Freiherr Schenck v. Schmitt- burg ist hochbetagt gestorben. Köln, 7. October. Die beiden hier wegen Landes- öerrath verhafteten Franzosen wurden unter starker polt« Mcher Bewachung nach Leipzig übergeführt, nachdem hier ' die Voruntersuchung abgeschloffen worden. Ueber das Er« gebniß der letzteren wird immer noch.Stillschweigen bewahrt. Münster, 7. October. In vergangener Nacht haben grobe Ausschreitungen stattgefunden. Die Polizisten wurden mißhandelt, sie hieben darauf mit blanken Waffen ein. CreBlflU, 7. October. Socialdemokratifcher Parteitag.' Die Anträge auf Abschaffung der Nacht« und «ccordarbeit, sowie ein Antrag, daß diejenigen Parteibeamten, ,die ein Mindestgehalt van 3000 Mk. erhalten, als Abgeord« rete keine Diäten erhalten sollen, veranlaßte eine sehr lange unb lebhafte Debatte. Fischer-Berlin verwahrt sich dagegen, daß er von den Arbeitergroschen lebe; er arbeite für die Partei und bekomme dafür seinen Lohn. Man könne nicht verlangen, daß die Abgeordneten ihrer Pflicht ohne Ent« schädigung genügen. Wenn die geschmacklosen Angriffe gegen He Parteibeamten nicht aushörten, dann verzichte er auf seine Stellung. — Heil-Heidelberg beantragte, den badischen Land« laaSadgeordneten Dr. Rüdt aus der Partei auSzuschlteßen, weil er, obwohl zum Delegirten gewählt, nicht erschienen sei und erklärt habe, „mit dieser Gesellschaft fertig zu sein". BreSlau, 7. October. In der heutigen Sitzung des socialdemokratischen Parteitages kam ein Antrag der Hamburger Genoffen zur Berathung, in den Parteidruckereien die Nachtarbeit abzuschaffen. Wien, 7. October. Der König von Sachsen ist gestern Abend 9 Uhr 30 Min. nach Dresden zurückgeretft. Wien, 7. October. Die „Polit. Corresp." veröffentlicht den Text der am 2. d. M. vom Doyen der Botschafter an die Pforte gerichteten Verbalnote. Die Note lautet: Der Doyen der Botschafter und seine Collegen erhielten theilweise von Augenzeugen Nachrichten über die gestrigen und vorgestrigen Vorfälle in Stawbul, aus denen hervorgeht: 1) daß Privatpersonen von Polizeiagenten geführte Gefangene geschlagen und getreten haben, ohne daß die Polizeiagenten sich solchem Vorhaben widersetzten, 2) daß Privatpersonen vollständig ruhige Leute angegriffen haben, 3) daß verwundete Gefangene in den Höfen der Polizeistationen und Gefänguiffe kalten Blutes getöbtet worden find. Da die Botschafter befürchten, daß die Fortdauer derartiger Exceffe zu einer Gefahr für die öffentliche Sicherheit und für die ihnen anvertrauten Jntereffen werden könnte, glauben sie die ernsteste Aufmerksamkeit der kaiserlichen Regierung auf diese Zustände lenken zu müssen und ihr, da eS aus« schließlich Sache der Behörden ist, Unruhen zu unterdrücken, zu rathen, Privatpersonen die Theilnahme an der Erregung von Ruhestörungen und an Waffenexcessen zu verbieten, sowie die nothwendigen Maßregeln zu ergreifen, um so rasch als möglich die Ordnung wieder herzustellen, damit unnützes Blutvergießen vermieden werde. Konstantinopel, 7. October. Bis vorgestern Abend wurden von der Polizei 38 Leichen, darunter eine Frau, dem armenischen Patriarchate Übergeben. Während von armenischer Seite behauptet wird, daß die Zahl der Opfer 700 betrage, wird auf Grund genauer Nachforschungen versichert, daß die Zahl der Opfer 200 bis 300 nicht über» steige. Bei dem Patriarchate sind eine beträchtliche Zahl Familienangehöriger als vermißt crgemcldet. DaS Portal der Kathedrale in Kum-Kapu ist im Auftrage des Patriarchen schwarz umflort. Depeschen deS Bureau „Herold". Berlin, 7. October. Ueber den Tag der Einberufung des Reichstages find, wie die „Voff. Ztg." hört, end« gültige Bestimmungen noch nicht getroffen. Alle darüber verbreiteten Mittheilungen seien willkürliche Vermuthungen. Berlin, 7. October. Der mit den Borberathungen des bürgerlichen Gesetzbuches betraute Ausschuß des Bundesraths ist heute zusammengetreten. Die Plenarsitzungen des Bundesraths werden, wie bereits gemeldet, Donnerstag beginnen. Berlin, 7. October. Der Criminal-Jnspector v. Mersch ei dt-Hüll esse m ist in amtlichem Auftrage nach Paris gereist, um sich mit einigen Einrichtungen der dortigen Polizei, insbesondere mit dem Bertilon'schen Verfahren der Feststellung von Verbrechern, bekannt zu machen. Berlin, 7. October. Mit Bezug auf die Behauptung der „Nation", Herr v. Hammerstein habe aus seinem Archive 200 Briefe zur Characterifirung seiner Freunde und Parteigenoffen hinterlassen und daß diese Briefe wohl im Reichstage zur Sprache kommen würden, schreibt heute das „Volk", es wären nicht 200, sondern 387 Briefe, von denen die meisten mit den schärfsten Majestätsbeleidigungen angefüllt seien. Berlin, 7. October. Die „Voss. Ztg." bezeichnet die Meldung der „Berliner Neuesten Nachrichten", eS sei eine Aenderung des preußischen Vereinsgesetzes nach dem Muster deS bayrischen geplant, als unzutreffend. Auch für den Fall, daß sich der Mtnisterrath für eine Verschärfung des VeretnSgesetzes entschließen sollte, dürfte daS bayrische Vereinsgesetz kaum als Muster dienen. Berlin, 7. October. Dom 1. October d. I. ab ist Seitens des ReichSpoftamtS zunächst versuchsweise ein Aus« tausch von (geschlossenen Briefposten mit einer Anzahl von in ausländischen Gewässern befindlichen Schiffen der deutschen Kriegsmarine nach Maßgabe der bezüglichen Bestimmungen des Wiener WeltpostvertrageS und der Voll- zugSordnung hier wie seewärts eingerichtet worden. BreSlau, 7. October. S o c i a l d e m o k r atischer Parteitag. In der Versammlung, welche gestern Abend stattfand, waren sämmtliche Parteiführer, darunter die Abgeordneten Bebel, Liebknecht und Singer anwesend. Die Erschienenen wurden durch Singer und Kuhnert-Breslau begrüßt. Die Eröffnungsrede hielt Liebknecht. Schlesien, so sührte er aus, sei die Stätte der ersten Klaffenkämpfe, indem er auf den Weberaufstand hinwieS. Ferner gedachte Redner Laffalles, deffen Grab in BreSlau sei. Unter Anknüpfung an die letzten Ereignisse und die Bestrebungen, daS allgemeine Wahlrecht abzuschaffen, sowie ein Umsturzgesetz einzuführen, wies Liebknecht auf die Erfolglofigkelt eines solchen Kampfes hin. Nicht die Socialisten würden dadurch gestürzt, sondern viel eher andere. Es folgte darauf die Bureauwahl. Zu Vorsitzenden wurden Singer und Segltz-Fürth gewählt. Ja der heutigen VormittagSsttzung wurden Begrüßungsreden von auswärtigen Gästen gehalten und der Rechenschaftsbericht erstattet. BreSlau, 7. October. Die Anzahl der zum socialdemo- kratlschen Parteitage eingegangenen Anträge ist eine ganz gewaltige. Die Socialdemokraten sämmtlicher sechs Berliner Wahlkreise und deS Kreises Teltow beantragen, der Parteitag möge den Parteibeamten und Redacteuren, welche 3000 Mk. und mehr Gehalt beziehen, keine Diäten bewilligen. Die Altonaer Parteigenoffen beantragen: Personen, die in der Partei ein auskömmlich besoldetes Amt bekleiden, dürfen einen zweiten Posten in der Partei nicht annehmen und auch für weitere Geschäfte, die sie für die Partei besorgen, Extra- honorirung nicht beanspruchen. Ein weiterer Antrag betrifft die Druckerei deS „Vorwärts". Ferner soll die Parteiliteratur ausschließlich in Parteigeschäften gedruckt werden. AuS dem zweiten Berliner Wahlkreise wird beantragt, § 13 deS Organisationsstatuts wie folgt abzuändern: Die Parteileitung besteht aus 15 Personen und zwar aus zwei Vorsitzenden, drei Schristführern, einem Kasfirer, zwei Beifitzern und sieben Controleuren. Die Wahl der Parteileitung erfolgt durch den Parteitag mittelst Stimmzetteln. Das Amt der Beisitzer darf Niemand länger als zwei Jahre bekleiden. In der gestern Abend 7 Uhr im Congreßlocale stattgehabten Vorversammlung wurde die Tagesordnung endgültig festgestellt. Rom, 7. October. Obgleich die Nachricht von der bevorstehenden Verlobung deS Prinzen von Neapel mit der Prinzessin von Montenegro als sehr glaubwürdig bezeichnet wird, scheint man dieselbe doch mit großem Mißtrauen aufzunehmen und zwar wegen der zwischen beiden Ländern bestehenden Antipathien. Italien hat nämlich seine Rechte auf Albanien und Dalmatien nicht aufgegeben. Brüssel, 7.October. Ein schreckliches Eisenbahnunglück fand, wie bereits kurz gemeldet, gestern Abend 7 Uhr in der Nähe von Ottignies statt. Ein Personenzug wurde von einer Locomotive angerannt, wobei sechs Wagen und die beiden Locomotiven total zertrümmert wurden. Unter den Trümmern find bisher 14 Todte und 41 Verwundete hervorgezogen worden. 6 Leichen, darunter die eines Heizers und eines Maschinisten, find im Wartesaale von Ottignies untergebracht worden. Unter den Trümmern find wahr« scheinlich noch 2 Leichen und 41 Verwundete, darunter mehrere Schwerverwundete. Der Zusammenstoß erfolgte 2 Kilometer von OttginieS. Der Personenzug hatte Verspätung und die Locomotive des Gürerzuges war auS Versehen auf die ein- geleisige Strecke abgelassen worden. Ein Extrazug brachte aus Brüffel Aerzte und Hilfsmannschaften. «rüffel, 7. October. Bei der gestern stattgehabten Eisenbahn-Katastrophe in Ottignies sind, wie jetzt festgestellt ist, 18 Personen getöbtet und 50 verletzt worden. In dem Zuge befand sich der Kammerpräsident Beernaert mit seiner ganzen auS 7 Personen bestehenden Familie; Alle wurden leicht verwundet. — Die gejammte Presse sowie das Publikum ist sehr erregt über den Eisenbahnminister, durch den die Katastrophe herbeigeführt worden sei, weil durch seine Einführung der Sonntagsruhe der Eisenbahnverkehr vollständig desorganisirt worden ist. G. Darmstadt, 8. October. Die am vorigen Mittwoch wegen Meineid zu 9 Monat Gefängnlß verurtheilte Gräfin von Waldeck ist heute Nacht gestorben. Schwurgericht. W. Gießen, den 7. October 1895. Heute wird in die Verhandlung gegen die 19 Jahre alte Dienstmagd Schad von Ruppertsburg wegen Meineid und gegen die Gutspächterin Jacob Schultheis Wtwe. von Wiffelsheim bei Bad-Nauheim, am 17. Februar 1840 geboren, wegen Anstiftung zu diesem Verbrechen eingetreten. Die Angeklagte Schultheis ist wegen Milchverfälschung 1886 zu 20 Mk. Geldstrafe verurtheilt. Die Anklage vertritt an Stelle des erkrankten Ersten Staatsanwalts Herrn Dr. Güngerich Herr Staatsanwalt Koch. Die Bertheidigung für die Angeklagte Schad führt Herr Rechtsanwalt Metz. Die Wittwe Schultheis wird von Herrn Rechtsanwalt Grünewald-Gießen und von Herrn Rechtsanwalt I ö cke l - Friedberg vertheidigt. Circa 70 Zeugen sind erschienen. Die Verhandlung wird voraussichtlich drei Tage m Anspruch nehmen. Gegen die Wittwe Schultbeis war eine Anzeige wegen Milchverfälschung gemacht worden und kam diese Sache in Folge deffen zur Verhandlung vor daS Schöffengericht zu Bad-Nauheim. Die Wittwe Schultheis gab dort zu, daß bfe in der beschlagnahmten Kanne Milch einen Wasserznfatz gehabt, Rührte aber diesen Umstand darauf zurück, daß diese Milch NachtS über unter einem reparaturbedürftigen Wasser- krahnen gestanden und durch das tropfende Wasser die Milchverfälschung vorgekommen sei. ES sei diese Milch auch nicht zum Berkaus bestimmt, sondern zur Verwendung für den eigenen Haushalt berechnet gewesen und nur auS Versehen zum Versandt gelangt. Die SchöffengerichtSverhand- lung wurde in Folge dieser Erklärung vertagt, um einen Augenschein vorzunehmen. Am 9. Mai d. I. fand eine weitere Verhandlung vor dem Schöffengericht zu Bad- Nauheim statt und hier soll die Schad auf Befragen unter ihrem Tide die falsche Bekundung, welche heute zur Anklage steht, auf Anstiftung ihrer damaligen Dienstherrin, der Wittwe Schultheis, gemacht haben. Unter dem Verdacht, den Meineid geleistet zu haben und unter dem Verdacht der Anstiftung hierzu, wurden die Schad und die Wittwe Schultheis in Hast genommen, die Erstere aber wegen ausreichender Beweise bald darauf außer Verfolgung gesetzt und aus der Haft »atlassen, gegen die Wittwe Schultheis aber das Verfahren wegen versuchter Anstiftung des Meineides eingeleitet und diese Sache zur Aburtheilung vor die Strafkammer verwiesen. Die zweitägige Verhandlung am 29. und 31. Juli dS. IS. endete damit, daß das Gericht die damals von der Änklagebehörde als Belastungszeugin provoctrte Schad deS Meineides, geleistet am 9. Mai vor dem Schöffengericht, für dringend verdächtig erklärte, dieselbe daher nicht vereidete. Die Strafkammer erklärte sich weiter für unzuständig und verwies die Sache an dos Schwurgericht. In Folge dieses Beschlusses der Strafkammer wurde die Schad wieder m Haft genommen und heute wird dieselbe beschuldigt, nach der Richtung die Unwahrheit gesagt zu haben, als daß der, der Abendmtlch entnommene Rahm dem Haupttheil nach wieder auf die zum Versandt gelangende Milch geschüttet ivurde, während thatsächlich der Hauptsache nach der ab- geschöpfte Rahm zurückgeblieben ist und verbuttert sei. Die Angeklagte Schad gesteht unumwunden heute zu, daß die entrahmte Abendmtlch mit der Morgenmilch vermischt, zum Versandt kam, höchstens kam auf einzelne Kannen der Abendmilch wieder der Rahm. Der Rahm der Abend- m'lch wurde verbuttert. Die Angeklagte erzählt weiter, als sie seinerzeit die Ladung vor das Schöffengericht erhielt, Hube ihre Dienstherrin ihr gesagt, wenn sie vor Gericht nach d m Entrahmen der Milch gefragt würde, solle sie sagen, „davon wisse sie nichts" und hätte ihr versprochen, wenn das Gericht sie fretgesprochen, wolle sie ihr ein Kleid schenken. Sie, die Schad, habe erwidert, sie werde schon sagen, was sie wisse, womit sie gemeint haben will, nur die Wahrheit sagen zu wollen. Die Angeklagte erklärte, als sie auf dem Weg zum Schöffengericht war, sei sie mit Frau Schultheis zusammen gegangen und habe die Absicht gehabt, die Wahrheit zu sagen. Frau Schultheis hat ihr auf dem Wege dahin nicht gesagt, was sie aussagen solle. Sie habe nicht gewußt, daß sie ihre Aussage beschwören müsse. Die Angeklagte gibt im Allgemeinen zu, waö ihr die Anklage zur Last gelegt, vor dem Schöffengericht gesagt zu haben, trotzdem sie wußte, daß ihre Bekundung nicht der Wahrheit entspreche. Sie sei aber durch Dreinreden und Vorsagen der Frau Schultheis zu der falschen Aussage veranlaßt worden. Der Vorsitzende habe der Frau das Dretnreden als ungehörig verboten, darauf habe diese sie stramm angesehen, so daß sie, die Schad, Angst und Furcht vor ihrer Dienstherrin bekommen und gemeint habe, wenn sie nicht so aussage, wie diese es wolle, würde sie von Frau Schultheis entlassen. Die Schad erklärte auf das allerbeftimmteste, nur aus Furcht vor ihrer Entlassung und veranlaßt durch die Blicke ihrer Dienstherrin den Meineid geleistet zu haben. Nach der SchöffengerichtSfitzung hat die Angeklagte mit der Schultheis über die Sache nicht mehr gesprochen. Einige Tage nach der Verhandlung habe diese ihr gesagt, sie wolle gelegentlich einer Reiie nach Frankfurt ihr das Kleid mitbringen, bekommen aber hat sie nichts. Die Schad gibt zu, drei Tage nach der Schöffengerichtssitzung zum Staatsanwalt gegangen zu fein und sich dort selbst bezichtigt zu haben, einen Meineid geleistet zu haben, allerdings habe dieser ihr gesagt, wenn sic die Wahrheit nicht sage, käme sie ins Zuchthaus, worauf sie ein Gestäadnih abgelegt habe. Die Frau Schultheis sei sehr streng und heftig gegen sie gewesen und habe sie öfter gezankt. ES werden der Angeklagten auf Veranlassung des RechtSanwaltS Herrn Grünewald mehrere, die Sache aufklärende Fragen vorgelegt, die Angeklagte giebt hierauf keine Antwort. Der Vorsitzende erwägt alle Möglichkeiten hierbei und fragt die Schad, ob es so oder so sei, ohne daß Antwort erfolgt, endlich, nach längerem Zureden, gibt sie die gewünschten Erklärungen meistens mit Ja ab. Die Schad gesteht auf Befragen nach langem Zögern zu, verschiedene Thatsachen, nach denen sie der Vertheidiger vor der Strafkammer gefragt, abgeleugnet zu haben und später, als man ihr diese Thatsachen durch andere Zeugen nachgewiesen, dieselben zugestanden zu haben, ferner bestätigt die Angeklagte, daß sie den Zeugen gegenüber, welche die Thatsachen damals unter Ed bekundeten, vor der Strafkammer dieselben zuerst frech adleugnete. Die Angeklagte Wittwe Schultheis bestreitet entschieden ihre Schuld, eS sei ja möglich, daß sie im Schöffen- gertchtSsaal zu Nauheim bei der Vernehmung deS Mädchens sich geäußert habe, aber sie habe dabei keine schlechte Absicht gehabt und nachdem ihr die Sache vom Vorsitzenden untersagt, habe sie eS unterlassen. Sie bestreitet besonders, dem Mädchen rin Kleid versprochen zu haben, sie habe der Schad nur anempfohlen, die reine Wahrheit zu sagen, wenn sie vom Richter vernommen werde. Sie bestreitet, die Schad, als diese vom Schöffengericht vernommen, überhaupt auffallend angesehen zu haben. Nach Ansicht der Schultheis hat die Schad mit ihrem Eide nur die Wahrheit bek.äftigt. Sie war mit dem Betragen und den Leistungen der Schad zufrieden. Einen Grund, weshalb die Mitangeklagte sie, ihre frühere Dienstherrin, eines so schweren Verbrechens ohne Grund zeihen sollte, kann diese nicht angeben. Nach der Angabe der Schultheis hat dieselbe bei der Vernehmung der damaligen Zeugin Schad vor dem Schöffengericht zu Nauheim nicht, wie diese behauptet, auf der Anklagebank, sondern auf der Zeugenbank gesessen, der die vernommene Schad den Rücken zugedreht, so daß sie dieselbe gar nicht habe ansehen können. Nach beendigter Mittagspause wird Frau Schultheis auf Veranlassung deS StaatSanwalteS gefragt, ob sie vor 1879 mehrere Male wegen Milchfälschung bestraft sei. Die Angeklagte erklärt, daß ihr Mann 1855 gestorben und daß diese Strafen höchstens gegen den Mann gerichtet gewesen. ES folgt die Beweiserhebung. Herr Oberamtsrichter B aur, Bad-Nauheim, schildert den Gang der Verhandlung vor dem Schöffengericht. In der Sitzung am 9. Mai hat sie der Oberamtsrichter ganz besonders scharf vor dem Meineid gewarnt, und ihr erklärt, daß, wenn sie falsch schwöre, sie inS Zuchthaus komme. Sollte sie etwas zu Ungunsten ihrer Dienstherrin aussagen, so könne sie ja ihren Dienst verlieren, aber dieses sei ja doch nicht so schlimm, als wenn sie ihr Gewissen mit einem Meineid belaste. ES habe sich im ganzen Verfahren lediglich um das Wässern der Milch gehandelt, und erst zum Schluß der Vernehmung der Schad sei die Rede auf das Entrahmen der Milch gekommen. Zeuge glaubt, daß der Amtsanwalt die Frage nach dieser Richtung an die Schad gerichtet hat, und hat nach seiner Erinnerung dieselbe zuerst nicht geantwortet, und hat wohl die Frau Schultheis eine die Frage des AmtSanwaltS betreffende Antwort gegeben. Der Zeuge hat die Wittwe Schultheis zurecht gewiesen. Frau Restaurateur Thtelemann vom Kurhaus- Restaurant in Bad-Nauheim war mit der Milchlieferung der Schultheis stets zufrieden. Dampsmolkereibesitzer Wtese- mann-Sachsenhausen und Kleinböhl-Frankfurt beziehen täglich Hunderte von Liter Milch von der Wittwe Schultheis und erklären, diese sei wegen ihres Fettgehaltes glänzend und zuverlässig, besonders Wiesemann lobt die SchutheiS'sche Mil» sehr. Es werden nun die Frauen Lina Farr-WisselSheim und Anna Hamann-Butzbach, welche früher bei der Angeklagten in Dienst gestanden und auch ein Mal in einem Proceß des Bäckers Hingst gegen ihre damalige Dienstherrin als Zeugen vernommen sind, gehört. Beide haben den Proceß zu Gunsten der Wittwe Schultheis nicht wenden können. Die Vernehmung der Zeugen fördert nichts Belastendes für die Wittwe Schultheis zu Tage. Peter Kaufmann erzählt eine lange Geschichte von vor 19 Jahren - der Zeuge wird vorerst unveretdet vernommen, der Sinn seiner Bekundung ist eine Anschuldigung gegen die Wittwe Schultheis. Rechtsanwalt Grünewald fragt diesen Zeugen, der im Laufe seiner Vernehmung betont, daß er als frommer, christlicher Mann die lautere Wahrheit sage, wieso er dazu komme, dem Zeugen Parkwächter Pries zu sagen, die Wittwe Schultheis habe ihm damals angesonnen, er solle vor dem Richter sagen, er hätte unterwegs Wasser unter die Milch geschüttet. Peter Kaufmann erklärt, Strafe und Wasser unter die Milch schütten, das sei alles zusammen gekommen und da habe er an PlieS nur von dem Wasserschütten gesprochen. Die Sitzung wird hier um 6J/2 Uhr Abends auf morgen vertagt. - rm- jprwtmfeö##»v Oirßev, den 8. October 18L5. * * Bestätigung. Seine Königliche Hoheit der Groß' ; erz o g haben Allergnädigst geruht, der am 19. v. MtS. durch die Stadtverordnetenversammlung zu Offenbach erfolgten Wahl dcS KreiSamtmannS Emil Wolff in Alzey zum Bürgermeisterei-Beigeordneten der Stadt Offenbach die Bestätigung zu ertheilen und denselben auf sein Nachsuchen, mit Wirkung vom 17. l. Mts. an, auS dem Staatsdienste zu entlassen. * * Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordueteu- Verfammluug Donnerstag', den 10. October 1895, Nachmittags 4Uhr pünktlich: 1. Abhör derLöber'schen Stiftsrechnung pro 1894/95. 2. Voranschlag der Löber'schen Stiftung für 1895/96. 3. Vergebung der Zinsen auS der Wilsonsttstung. 4. Anbringung eines drehbaren Vogelfutterhauses in der Südanlage seitens deS Thierschutzvereins. 5. Gesuch deS Karl Reiber wegen Belassung eines Garten- häuSchens am Leihgesternerweg. 6. Gesuch deS Theodor Geilfus wegen deS Plattenbelags vor seinem Hause in der Marktstraße. 7. Baugesuch deS Georg Ockel für die Sandgasse. 8. Gesuch der Baugenossenschaft deS evang. Arbeiter- Vereins wegen Geländeerwerb zwischen Licher- und Grünbergerstraß. 9. Benennung der Straßen, und zwar entlang der Neubauten vorstehender Genossenschaft und entlang der Oberhessischen Bahn im Riegelpfad. 10. Die Festsetzung deS Preises für die gegen das Gelände des Hochdruckbehälters der Quellwasserleitung in Tausch gegebene StrangS- wtese. 11. Gesuch deS Kaufmanns H. Arnold II. zu Gießen um Erlaubniß zum Betrieb deS Kleinhandels mit Brannt- wein in seinem Hause, Marktstr. 28. 12. DeSgl. des Wilh. Kurz um Concession zum AuSlcbank von Branntwein über die Straße. 13. DeSgl. des Jacob Arnold um Concession zum WirthschaftSbetrieb im Hause Grünbergerstraße 15. 14. DeSgl. deS Karl Hch. Löberich im Hause Liebigstraße 71. 15. DeSgl. dcS Christian Emil Wagner tm Hause Neustadt 48. * * Schuldienst Nachrichten. Am 10. September wurde ler Lehrer an der Volksschule zu Offenbach Peter Frey zum Lehrer an der Real- und LandwirthschaflSschule zu Groß Umstadt, unter Belassung in der Kategorie der Volks- schullchrer, ernannt; — am 11. September wurde bim Schullehrer Martin Schuchmann zu Rohrbach eine Lehrer- stelle an der Gemeindeschule zu Dolgesheim, Kreis Oppen- heim, — am 14. September wurde dem Schulverwalter Michael Ludwig Popp zu Hahnheim eine Lehrerstellen an der Gemetndeschule daselbst, — an demselben Tage wurde dem SchulamtSaSpiranten Heinrich Kuhn auS Jugenheim eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Sprendlingeo, Kreis Alzey, — an demselben Tage wurde dem SchulawtS- aspirarnen Franz Joseph Schneider auS Nackenheim die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ludwigshöhe, Shell Oppenheim, übertragen; — an demselben Tage wurde der von dem Herrn Prinzen Albrecht zu SolmS-BraunfelS auf die erste Lehrer stelle an der Gemeindeschule zu Langsdorf, Kr. Gießen, präsentirte Schullehrer Gottftied Lei dich daselbst für diese Stelle, — an demselben Tage wurde der von dem Herrn Grafen zu Erbach Schönberg auf die brüte Lehrerstelle an der Gemeinbeschule zu Rimbach, Kreis Heppe,, heim, präsentirte SchulamtSaSpirant Philipp Keim aal Dietzenbach für btese Stelle bestätigt- — am 17. September wurde dem SchulamtSaSpiranten Emil Jung auS Pfaffe» beerfurth eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Unben- heim, Kreis Oppenheim, — am 20. September wurde dem SchulamtSaSpiranten Georg Krämer au» Ober-Schar« bach eine Lehrerstelle an ber Gemeinbefchule zu Wimpfen im Thal, Kr. Oppenheim, — am 25. September wurde bim Schullebrer Friedrich Carl Traub zu Köddingen eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Biebesheim, Rtei» Groß-Gerau, — an demselben Tage wurde der provisorischen Lehrerin an der erweiterteu Volksschule für Mädchen za Groß-Umstadt Helene Knapp eine Lehrerinnenstelle an die er Schule übertragen; — an demselben Tage wurden die Schuloerwalter Georg Brandftätter an der Realschule zu Alsfeld, Wilhelm Holz am er an der Realschule za Heppenheim a. d B. und Heinrich Müller an der Real- schule und dem Progymnasium zu Friedberg, zu Lehrern an diesen Anstalten, unter Belassung in ber Kategorie ber Volk», schullehrer, mit Wirkung vom 1. October an, ernannt; — an demselben Tage wurde der von dem Herrn Fürsten za Solms Lich auf die erste Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ettingshausen, Kr. Gießen, präsentirte SchulamtSaSpirant Carl Dörmer auS Lich für diese Stelle, — an demselben Tage wurde der von dem Herrn Fürsten zu SolmS-Lich auf die Lehrcrstelle an der Gemeindeschule zu Ober-Bessingen, Kr. Greßen, präsentirte SchulamtSaSpirant Carl Erb au» Lich für diese Stelle, — an demselben Tage wurde ber von dem Herrn Fürsten zu Löwenstein Wertheim Rosenberg und dem Herrn Grafen zu Erbach-Schönberg auf die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ober-Kinzig, Kr. Erbach, piä- sentirte SchulamtSaSpirant Georg Schütz au» Geisenbach für diese Stelle bestätigt. * * Erledigte Lehrerstellen. Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende dritte Lehrerstelle an der Gemein c- schule zu Büdingen mit einem jährl. Gehalte von 900 Mk. Drm Herrn Fürsten zu A enburg und Büdingen in Büdingen steht das Präsentationsrecht zu derselben zu. Eine mit einem katholischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Nieder-Roden, Kreis Dieburg, mit einem nach dem Dienstalter sich bemessenden jährlichen Gehalte von 900 bis 1000 Mk. Mit ber Stelle ift Organiftenbienst verbunben. Eine mit einem katholischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an ber Gemeindeschule zu Biebelnheim, Kreis Oppenheim, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Die mit einte katholischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeinetschule zu Klein-Rohrheim, Kr. Groß-Gerau, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Dem KreiSrath zu Groß- Gerau und dem katholischen Pfarrer zu Gernsheim steht das Präsentationsrecht zu derselben zu. Die mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule za Gersprenz, S£r. Erbach, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Dem Herrn Grafen zu Erbach Erbach steht das Präsentationsrecht zu derselben zu. Eine mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Klein-Linden, Kreis Gießen, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. "Die am Samt tag hier stattgehabte Zahre»versammlnaß der Anwaltskammer wählte lt. „Darmst. Ztg." die ausscheidenden VorstandSmuglieder Justizrath Baist« Gießen, Rechtsanwälte Dr. Osann I. und Schrödler - Darm'iadt und Justizrath Dr. Reinach-Mainz wieder, für den verstorbenen Juftizrath Dr. Levita Mainz wurde RechtSanwalt Dr. Hangen- Mainz in den Vorstand der Kammer neu- gewählt. — Die Durchführung der Sonntagsruhe den Anwälten zu empfehlen, wurde mit überwältigender Mehrheit beschlossen. Nothfälle sind jedoch bei Durchführung der Sonntagsruhe ausgenommen. • * Wasserabfpermng. Wir machen auch an dieser Stelle unsere Leser auf die morgen in einigen Straßen stattfindenbe Absperrung der Wasserleitung aufmerksam. (Siehe Jnserat.> •* Bermiethang. Durch Vermittelung de» Agenten Klees haben die Eisenwerke Hirzenhain unb Collar bas HauS Liebigstr. 2 an ber Bahnhofstraße, Wasser schieb en» Erben gehörig, gemietet, um bort ihr kaufmännisches Bürea» zu errichten. '• Branstetter in Hessen. Im Rechnungsjahr 1894/95 wurden im Großherzogthum Hissen au Brau steuer Mk. 930 925.75 von inSgeiammt 180 Betrieben bezahlt. Die Ausfuhrvergütungen stellen sich auf Mk. 15 970.85. Butzbach, 3. October. Heute verkauste eia Händler binnen kurzer Zeit seinen ganzen Borroth an Weißkraut au». Der Gentner Weißkraut kostete 4 Mk. Darmst. Zt». — Vilbel, 7. October. Don Petterweil ist bei unserem Amtsgericht die Anzeige von einem Raubrnordversuchc eingegangen. Der Rentier Pfeifer ist vor einigen Tagen in ber Nacht zwischen 12 und 2 Uhr in seiner im 2. Slcck gelegenen Wohnung von einem gewaltsam eingedrungevea Thäter überfallen und trotz tapferer Gegenwehr schrecklich zugerichtet worden. Im ersten Stock des Hauses wohnende Leute hörten über sich Geräusch unb würben aufmerksam. Sie fanden den Mann besinnungslos, in seinem Blute schwimmend, vor. Ein am nächsten Morgen von Rodhetm v. b. H. herbeigeholter Arzt constatirte, baß nicht, wie man 'le °^e befeS., " 8ubto|ma?^iBl lii >b.° ÄS Solm«» b M4»(e'®,g8U*'- L, *■ Unbit. ?"rti ilWi* A dk d, 4; m/“n9 ans Pc.» »S-I-S "■&> L^ul‘ zu Wlüisl .^plember wurde *L ^öddiugeu r. I“ Dtebesheiw ° ' fSt Mibtrn , ” Ial' Hur»,« I( '* WtJ ", « Mtale\ “Her an der 9ltal> btrJ/ zu Lehrern u t Rattflotit der Bolti 7" ernannt, - Herrn Krstru an bu ®tintinbtjdi. inti SltznlatntiaSpjl:- 5tette, - au beafel; :fttn zu Solwi-Lch zu Ober.VGgk.- 'plrant Carl 8rb mj n Take wurde ber Boa MtMoliititrfl uni «6 auftit&Mtk ' ;M Sr. Srbach, ^ä> MÖ aus it einem ttanzellichri le an der Gemeinte- Sehalte von 900 IRL Dübingen in Mivgi- ielben zu. Eine Bit be Lehrerstellr an In 6 Dieburg, mit dum 'n jährlichen Gehallt le ift Grganlfttnbienf ’ Lehrer zu bt^twV , Biebelnheim, Ai von MM. t rdev. Die mit eii stelle an bet Gemens getan, mit einem je n AreiSralh zu zu Gernsheim stehl W Die mit einem ebangc- btt Gemeindeschule p jährlichen Gehalte vsn räach Erbach steht dal nt mit einem evangel. der Gemeindeschule zu jährlichen Gehalte von «*■ ^'"Ai Wch 8«W‘91' Mt'mnW; « wkber, ffc bl" „i würbe 3M**; rftanb be- «■»* t gonntagSrub- übtiiriltie«”6“®*1.' lei * SS crflfflN* . , jjflfnte- mittels b,nh2o(la ;SM-6Wt * Brausteu ■ jjjwäS nt«4 I» bei* Rä« A°-> t*2T«i** Zuerst vermuthete, der Rentier Pfeifer einen Blutsturz be- kommen hatte, sondern Verletzungen trug, die auf einen Kampf schließen ließen. Nachdem der Verletzte vernehmungsfähig, stellte sich der wahre Thatbestand heraus und wurde dem Gericht Anzeige erstattet. Der Staatsanwaltschaft in Gießen ist bereits ebenfalls von dem Vorfall Anzeige gemacht und hat dtesklbe Weiteres veranlaßt. § Bo« der Ohm, 7. October. Unsere Jäger beschweren sich über das Vorkommen von verwilderten Katzen im Felde. Es sind dies keineswegs Katzen, die nur zeitweilig dem Felde einen Besuch abftatten und dann wieder in die Ortschaften zurückkehren, sondern wirkliche Feldkatzen, die im Felde ausgewachsen und sich auch ausschließlich hier aushalten. Man begeht nämlich noch vielfach die Thorheit, junge Katzen statt zu tödten, im Felde auSzusetzen. Diese Feldkatzen find aber sowohl für die Jagd, als auch die Landwirthschaft äußerst schädliche Thiere. UmS Mäusefangen kümmern sich dieselben sehr wenig, vielmehr aber ums Morden nützlicher Vögel und jungen Wildes. Wer Gelegenheit hat, diese verwilderten Katzen zu beobachten, der wird bald bemerken, daß dieselben stets auf der Lauer nach solchen Opfern liegen. Kein erfahrener Jäger schont eine solche Katze, aber gleichwohl finden dieselben im Waide Schutz und Fortkommen. Man möge deshalb niemals junge Katzen im Felde aussetzen, sondern sie tödten oder tödten lasien. A AuS Oberhessen, 7. October. Der diesjährige O^?- segrn ist sehr ungleichmäßig in unserer Provinz vertheilt. Während in der einen Gegend daS Obst, insonderheit die Zwetschen, über alle Maßen reichlich gediehen ist, findet sich in der anderen Gegend derselben Provinz gar kein Obst vor. So ist in der Umgegend von Lauterbach saft keine Spur von Obst zu sehen, dagegen ist in der Umgegend GrünbergS, besonders in der Gemarkung Queckborn, ein so großer Bestand an Zwetschen vorhanden, daß sie die Leute thatsächlich nicht alle zu verarbeiten mögen. Man verkauft hier die Stmmer Zwetschen zu 60 bis 70 Pfennig. Täglich treffen siemde Kausltebhaber ein aus der weiten Umgegend, welche die Zwetschen kaufen. Ganze Wagen voll Zwetschen kommen zum Transport. Auch die Aepfel sind strichweise recht gut gera'hen, besonders auch in der Qualität. Birnen zählen in diesem Herbste zu den selteneren Obstgattungen. Eine Ausnahme macht die Gemarkung Stumpertenrod, in der die Birnbäume recht voll hingen. Die Keltern und die Obstdörren find in diesen Gegenden in volle Thätigkeit gesetzt, so daß es hier an Dörrobst und Honig (Latwerg) im kommenden Winter keinesfalls Mangel hat. Mainz, 5. October. Nach dem heutigen Stand der Untersuchung kann es kaum noch zweifelhaft sein, daß das 4i/2jährige Mädchen, welches am Mittwoch Abend in einem Tops kochenden WafferS umS Leben kam, von seiner Stiefmutter ermordet worden ist. Die erlittenen Brandwunden bedecken kaum ein Drittel des Körpers und wären nicht ausreichend, den sofortigen Verbrennungstod herbeizuführen. Auch der beirrfsinde Waschtopf erscheint dazu ganz ungeeignet. Dagegen deuten verschiedene Umstände darauf hin, daß daS Köpfchen des Kindes mit Gewalt so lange in die heiße Waschbrühe getaucht worden ist, bis der Tod eingetreten war. Der Körper zeigte Spuren einer dem Tod vorausgegangenen Gegenwehr und erlittener Mißhandlungen. Die Stiefmutter wird als bösartiges Weib geschildert, die das Kind oft verwünscht und sehr schlecht behandelt hat. Vermachtes * Brotterode, 5. October. Die Entschädigungssumme, welche die Hessische LandeSbrandkasse in Kaffel für die am 10. Juli abgebrannten 400 Anwesen zu bezahlen hat, beziffert sich auf 1 734713.90 Mk. ♦ Homburg, 7. October. Bei einer Kastaniensuche aus der Allee zum großen Tannenwalde geriethen hiesige Schulknaben mit Oberstätter Schulknaben in Streit. Ein Ober- stätter zog einen Revolver und gab auf die Homburger sechs Schüffe ab, von denen einer dem 12jährtgen Sohne des hiesigen Dachdeckermeisters Weber durch das Bein ging. Der Verwundete mußte ins elterliche HauS tranSportirt werden. ♦ Rewyork, 7. October. Einer Meldung aus Havana zufolge wurden in dem UeberschwemmungSgebiete der Provinz Pinar del Rio 45 Leichen aufgefunden. Der Schaden beziffert sich auf Millionen. Die Eisenbahnen haben stark gelitten. — In Lorain am Erie-See (Ohio) brach während der Grundsteinlegung einer Kirche die Tribüne zusammen, auf der sich gegen tausend Zuschauer befanden. Fünf Personen sollen dabet zu Tode gekommen, viele andere sollen verletzt sein, davon elf tödtlich. Auch bet der durch den Unfall entstandenen Panik sollen einige Personen ihren Tod gefunden haben. Verkehr, £an&* rrnd Volksrvirthschaft, Gieße«, 8. October. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pfd. A 0,80—0,90, Hühnereier pr. St. 6—7 2 St. 00 H, Enteneier pr. St 00 H, Gänse- eter pr. St. 00—00^, Käte pr. 61.5-81 Kasematte pr. St. 3 H, Erbsen pr. Liter 15 H Linsen pr. Liter 26 H, Tauben pr. Paar A 0,60 bis 0,60, Hühner pr. Stück 0,90 bis 1,00, Hahnen pr. Stück A 0,50-0,75, Enten pr. Stück A 1,60-2,00, Gänse pr. Pfund A 0,64-0.60, Ochseofletsch pr. Pfd. 72-76 Kuh- und Rindfleisch pr. Pfd. 66—68 H, Schweinefleisch pr. Pfd. 60 bis 70 H, Kalbfleisch pr. Pfd. 64—00 H, Hammelfleisch pr. Pfd. 60 —70 Kartoffeln pr. 100 Kilo 4,00 - 6,00 A, Weißkraut pr. Stück —H, Zwiebeln pr. Ecntner A 4,50—5,00, Milch pr. Liter 16—20 H, Zwetschen pr. Centner A 1,70—2,80. Witterungsbericht vom 7« Qetober. Der tiefe Druck, der seine Herrschaft über dem größten TheUe Europas behauptet, weist sein Centrum beute vor der norwegischen Küste auf. Dasselbe entsendet gegen den Continent zu Ausläufer in südlicher und südöstlicher Richtung, sodaß das Wetter über Centraleuropa feinen unbeständigen Character betbehält. Hoher Druck bedeckt den Süden mit einem Kern über den unteren Donauländern. In Süddeutfchland sind die Temperaturen meist etwa« gestiegen. vorausgchttiche »itter««-r Zunächst noch unbeständiges Wetter. «otteSdienst in der Synagoge. Donnerstag den 10. October. Larrbhüttenfeg. Vorabend 645 Uhr, Morgens 8W Uhr, Nachmittags 4 Uhr, Abends 6« Uhr. Freitag den 11. October Laubhütte«fest-Ende. Morgengottesdienst Bbo Uhr. Samstag den 12. October: Vorabend 6»o Ubr, Morgens 9 Uhr, Nachmittag« 3 Uhr, Sabbathausgang 680 Uhr. Während der Witttermonaie, d. i. vom 12. veivder ab beginnt der MorgengotteSdienft um 9 Uhr. Gottesdienst der israelitischen Reiigionsgesellschast. Donnerstag den 10. October. Schlrrtzfest. Vorabend 5-o Uhr, Donnerstag Vormittag 8 Uhr, Nachmittag 4 Uhr, Abends 6» Uhr. Freitag den 11. October. GesetzeSfreube. Freitag Vormittag 8 Uhr, Nachmittag 6M Ubr. SamStag Vormittag 8" Uhr, Nachmittag 38) Uhr, Sabbathausgang 680 Uhr. Seiden-Damaste Mk. 1.35 bis 18.65 p. Met. — sowie schwarze, weiße und farbige He««e- berg-Deide von 60 Pf. bis Mk. 18.65 p. Met. — glatt, gestreift, carrirt, gemustert, Damaste rc. (ca. 240 versch. Qual, und 2000 versch. Farben, DesstnS rc.), porto- und steuerfrei ins Haus. Muster umgehend. olöl Seiden-Fabriken 6. Henneberg (k. u. k. Hott), Zürich. Bekanntmachung. Die nachgenannten städtischen Grundstücke, nämlich: 7179 qm Acker am Wißmarerweg, 1841 „ „ in der Schwarzlach, 806 „ r am Hamm, 11760 „ „ Acker auf der Warthe in 6 Abteilungen, 6218 „ „ an der alten Sandkaute am Schiffenbergerweg, sowie die zum ehemals v. Rabenau'schen Gut gehörigen Aecker und Wiesen als: 1950 5088 3567 2819 2825 3050 8213 3212 1850 1081 2694 9125 qm 1781 „ 3488 „ 2262 „ 2863 „ 2862 „ 2900 „ 3212 „ 3199 „ 6825 , Wiese bei der Sandkaute, Acker auf der Warthe, „ vor dem Weiher, „ daselbst, „ daselbst, , daselbst, „ bei der alten Sandkaute, w vor dem Weiher, „ daselbst, auf dem Aulweg hinter dem Weiher, „ daselbst, „ daselbst, „ auf dem Barres graben, „ am halben Zehnten, „ daselbst, „ vor dem Weiher, „ daselbst, „ daselbst, „ an der Warthe, „ auf der Rodhohl, , daselbst, sollen Freitag de« 11. Vetober d. I., vo« Nachmittags 2 Uhr a«, öffentlich an Ort und Stelle verpachtet werden. Zusammenkunft um 2 Uhr am Neu- städter Thor. Gießen, den 8. October 1895. Großherzogltche Bürgermeisterei Gießen Gttauth.8368 P. Leinweber, Schneidermeister, Lindenplatz 7 Gießen Lindenplatz 7 empfiehlt fich zur Anfertigung von Kerreu- und Knaöen- Anzngen. Umänderungen, Reparaturen und Reinigung von Kleidern werden prompt und billigst besorgt. Heute Mittwoch trifft auf dem Bahnhof der Mam- Weser-Bahn eine Ladung Weisskraut ein. — Verkauf von Morgens 8 Uhr ab. _________8363 8343) Heute Mittwoch trifft Prima Weißkraut auf dem Brandplatz ein. 8362s Ei« schSner, sprechender Papagei »it Bauer zu verkaufen. Lahnstrabe 8. Bekanntmachung, betreffend. Absperrung der Wafserleitung. Wegen Vornahme von Rodrverlegungsarbeiten sind wir genöthigt, morgen, Mittwoch, den 9. Oktober, von Vormittags 8 Uhr an bis voraussichtlich gegen Mittag, die Wasserleitung in der Wallthorftrasie zwischen Wallthor und Asterweg, in der Braugasie und Brandgasse, sowie am Braudplatz abzusperren, was wir hiermit zur gefl. Kenntnisnahme der betreffenden Anwohner bringen. Gießen, den 8. October 1895. Städtisches Gas- und Wafferwerk Gießen. 8349 Otto Bergen. Damen-Zuschneide Schule. Eröffnung den 15. October. Erlaube mir, den geehrten Damen Gießens und Umgegend die ergebene Mittheilung zu machen, daß ich am 15. Oktober d. I. eine Damen Zufchneide-Schule errichten werde. Theoretische und practische Ausbildung im Zeichnen und Zuschneiden von Damen- und Kinder-Costümen, sowie Mänteln nach neuestem System, elegante Schnittformen, tadelloser Sitz der Neuzeit entsprechend. Behandlung der deutschen, Pariser, Wiener und englischen Schnittformen. Meine zwölfjährige practische Thätigkeit an hiesigem Platze setzt mich in die Lage, allen Ansprüchen in Vieser Beziehung gerecht zu werden. Gefällige Anmeldungen nehme in meiner Wohnung, Grünberger- ftrasie 33, entgegen. — Eintritt jeden Montag. — Prospecte gratis. 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Herzogenderg. die vor Weihnachten stattfinden soll, bedürfen wir einer Verstärkung unseres Chors in allen Stimmen durch tüchtige und geschulte Gesangskräfte. Da dieses Werk eine der bedeutendsten neueren Schöpfungen auf dem Gebiete der Kirchenmusik ist, so hoffen wir, daß auch solche, die sich nicht dauernd verpflichten können, zur Mitwirkung bereit sein werden und erbitten Anmeldungen entweder bei unserem Dirigenten, Herrn Lehrer Görlach, oder bei dem Unterzeichneten. Der Vorstands 8359 Schlosser. M«. K. G. V. H h Heute, Dienstag, und ebenso nächste Woche findet Probe nur für die Damen statt. 8360 NB. Eintritt «ur Samstag, den 12. October, im Taale des Cas6 Leib: Feier...1l).Äisti»igsfkkks Zither-Voncert, Theater, Tanz. Anfang 8 Uhr. Der Vorstand, gegen «itUadungskarten (siehe Circular). 835- Restaurant „Zum Lahnstein“. Nächsten Mittwoch, am Zwiebelmarkt: 8306 Tanzmusik. Sie kommen alle "-'^S^B'rur Einsicht, daß man am billigsten in dem Reste-Geschäst von M. 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Ered. «. 101JÄ) 3«/,o/°Preuß.Hyp.«.Bk.unk^.l900 101.60 4a/- DeutscheGrdsch^uuLd.1904 105.00 4o/„ Pomm.Hyp.A.Bk.unk.d.1904 150 60 y/o/e dto. 101L0 ™ VTB' An Wochentagen Fabrkartenvoroerkaus bei EL ch G Walle»fets (Telephon sch. Nedaction: ft. Echeyda. — Druck und Berlag der Brühl'scheu Umverfität-.Buch. und Slemdruckerei (Pietsch & Scheyda) in Gießen. 3>ie heutige Dummer umfaßt 6 Seite«. 8etr.: M mH ®v bet Btt genoffev Stehen trauenfl 1895 t Frani betreffen tc der Gr Renuhd S Du tntfprtiit »ährend tumben ei i der Pu unteren 3d «iltelun um dies, der 8etl Betr.: au bi Un de» D Oktober Baumb Klebgüi au den baldigst Ihren 2 teufcen Sufforb, » « i« •Mb; ®*'4n kann. ■ w, k «obeab »ur mit Wflr al er den ( kann, u ?’ 6tan 11 «»um i»ar 't'Spfea mit «15 , tu I '°°°-° M