189$ Erstes Blatt Ur. 133 Amts- und Anzeigeblntt für den Tkveis Gietzen chratisöeitage: Gießener Jiamilienötätter. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für de» folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Norm. 10 Uhr. Sonntag den 9. Juni Alle Annonccn-Bureaux deS In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. *♦ zweites 1. Jacob Wolff» telegraphische» Correspondmz-Bureau Balingen, 7. Juni. Hier sind Pioniere, Feuerwehr und Arbeiter eifrig mit AufräumungSarbeiten beschäftigt. Glücklicherweise hat sich seit einer Stunde das Wetter aufgeheitert und der Regen aufgehört. Der am Eyachufer gelegene Thetl Balingens macht den Eindruck einer zusammen- geschoffenen Stadt. Beide Ufer litten, das linke ist zum Thetl verwüstet. Sämmtliche Mühlen, die Strasser'sche, die Obermühle, die Herrenmühle, die Kratzenmühle, die Kessel- mühle und die Stadtmühle find beschädigt- bet der Obermühle ist ein ganzes Gewerk weggerissen. Zwei Brücken sind völlig verschwunden, zwei halb demolirt- der Verkehr wurde bisher mühsam mit Wagen hergestellt. Ein steinernes Wehr oberhalb des WafferthurmeS ist zerstört, aus dem massiven Wafferthurm sind dicke Quadern herausgerifien. Viele Häuser sind schwer gesährdet und mußten gesprießt werden, eines ist geradezu zermalmt worden, die Trümmer liegen zerstreut umher, von den Bewohnern ist nur der Hausvater gerettet, der an Balken geklammert zwei Stunden im Wasser hing. Die am Fluß gelegenen Gerbereien mußten geräumt werden- alle Gärten find zerstört und mit Geröll, Sand, Holz metertief bedeckt. Die Gerbergasse war besonders gefährdet, weil die Häuser sehr baufällig waren und da» Wasser auch auf der Rückseite durch den Mühlcanal drang. Ein großer Theil der Gebäude ist unbewohnbar- gegen 50 Familien wurden ausquartirt. Schlimm hauste daS Unwetter auf dem unterhalb Balingens gelegenen Fried- Hofe. Aus der Umgegend laufen Nachrichten von Nachts eingetretenem Hochwasser ein- besonders in Ebingen lebte man letzte Nacht in großer Sorge. Balingen, 7. Juni. Der König trifft morgen Früh 8*/t Uhr hier ein und besucht die vom Wasser am schwersten geschädigten Orte Balingen, Frommern, Laufen, Ebingen, Margrethhausen, Lautlingen. Die Rückfahrt sinder Nachmittags statt. Minister Pischeck ist heute Abend nach Stuttgart zurückgekehrt. Der Minister wohnte persönlich Cocale» rrnd Gießen, den 8. Juni 1895. Verzeichniß der Sitzungen des Schwurgerichts pro Quartal 1895 : vierteljähriger Aßontumc ntspreU S 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Schutüraße Ar.7. Fernsprecher 51. ( abgelehnt. rnrj Thorn, 7. Juni. Bet der Renovation der russischen Kirche in Tauroggen stürzte ein 20 Meter hohes Baugerüst ein, auf welchem zwei Klempnermetster mit zwei Ge« sellen arbeiteten. Ein Geselle schwang sich in ein Fenster der Kirche und rettete sich in daS Innere derselben. Die anderen drei Personen fielen auf das Straßenpflaster. Die beiden Meister blieben sofort tobt, während der Geselle tobt« lich verletzt würbe. Ebingen, 7. Juni. In Laufen an ber Eyach stnb bei der gestrigen Katastrophe 15 Personen ertrunken, von denen bis Mittag elf aufgefunden und geborgen wurden. — In Dürrwangen ist die Verwüstung eine grauenhafte, doch find Menschenleben nicht zu beklagen. Ein zweistöckiges Wohnhaus wurde vom Erdboden weggefegt. Mehrere andere Häuser find zum Thetl umgestürzt, wiederum andere stehen noch in Gefahr. Viel Vteh ging zu Grunde. Ebingen, 7. Juni. Gestern Abend fanden wieder schwere Gewitter statt. Das Hochwaffer war gestern bedeutender als vorgestern.-Es ereignete fich kein Unglücksfall. Eonstau-, 7. Juni. Von den Bewohnern der badischen, württembergischen und bayerischen Ufer deS Bodensees wird Montag den 10. Juni, Vormittags 9 Uhr, gegen Filz aus Affeuheim, wegen Versuchs der Brandstiftung. Die Anklage vertritt: Erster Staatsanwalt Dr. Güngerich. Die Vertheidigung führt Rechtsanwalt eine öffejntjliche Kundgebung zur Eröffnung deS Nord- Ostsee-Canals vorbereitet. Coustanz, 7.Juni. Vom Oberrhein wird Steigert deS Wassers gemeldet. Wien, 7. Juni. Als Ausdruck des Volksunwillen» gegen den Wahlreformentwurf fordert die „Arbeiter- Zeitung" auf, in Massen den am Sonntag im Prater statt- findenden Meeting beizuwohnen. Budapest, 7. Juni. Die hiesigen Bäckergehilfen striken. Sie verlangen Erhöhung der Löhne und Herabsetzung der Arbeitszeit, sowie strenge Einhaltung der Sonn- ragöruhe. I Oedeuburg, 7. Juni. Ein furchtbarer Wolkenbruch vernichtete die Ortschaft OberSdorf. DaS Waffer drang mit solcher Gewalt ein, daß sämmtliche Häuser im Nu unterwaschen wurden und die Bewohner sich nicht mehr flüchten konnten. Die Zahl der vermißten Personen beträgt über hundert. Achtzehn Leichen sind bereits geborgen. Mehrere Brücken sind weggeriffen. Menschen und Thiere treiben auf dem Wasser. Ein Kind in der Wiege wurde noch lebend auS den Fluthen gerettet. Der Postoerkehr ist vollständig unterbr o chen. Gefunden: 1 Portemonaie mit Inhalt, 1 Kette mit Medaillon, 1 Ueberzieher, 1 Turnhose, 1 Umhang (Rad), 1 Paar und 1 einzelner Glacehandschuh, 1 Sonnenschirm, 1 Strohhut, 1 Regenschirm, 1 Ledergürtel, 1 Packet, 1 Blouse und 1 Röckchen. Gießen, den 8. Juni 1895. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. I. V.: Roth. Bekanvtmachuag, betreffend die Ausführung des Jnvaliditäts- und Alters- Versicherungsgesetzes. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß an Stelle des Paul Röhr le zu Gießen, der Director Chr. Bansa daselbst zum Vertrauensmann der Versicherungsanstalt für die Jnv.- und Altersversicherung aus dem Kreise der Arbeitgeber ernannt worden ist. Gießen, den 6. Juni 1895. Grobherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Bekanntmachung. Der Landwirth Heinrich Braun I. zu Rüddingshausen ist als Bürgermeister der Gemeinde Rüddings- hausen gewählt, von uns als solcher verpflichtet, und in den Dienst eingewiesen worden. Gießen, den 6. Juni 1895. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Dr. Gutfleisch. 2. Dienstag den 11. Juni, Vormittags 9 Uhr, gegen Johann Heinr. Möckel aus Langenhain, wegen Brand- stiftung. Die Anklage vertritt Erster Staatsanwalt Dr. Güngerich. Die Vertheidigung führt Rechtsanwalt Kraft. 3. Mittwoch den 12. Juni, Vormittags 9 Uhr, gegen Johannes Lang II. Ehefrau und Johannes Wienold Wittwe aus Maar, wegen betrügerischen Bankerutts. Die Anklage vertritt Staatsanwalt Zimmermann. Die Vertheidigung führt: für Johannes Lang Ehefrau Rechtsanwalt Justizrath Dr. Reatz, für Johannes Wienold Wittwe Rechts- anwalt Dr. Rosenberg. 4. Donnerstag den 13. Juni, Vormittags 9 Uhr, gegen Karl Ochsenhirth auS Düdelsheim, wegen Meineids. Die Anklage vertritt Erster Staatsanwalt Dr. Güngerich. Die Vertheidigung führt Rechtsanwalt Dr. Jung. 5. Samstag den 15. Juni, Vormittags 9 Uhr, gegen Peter Rink aus Gießen, wegen Brandstiftung. Die Anklage vertritt Staatsanwalt Zimmermann. Die Vertheidigung führt Rechtsanwalt Katz. 6. Montag den 17. Juni, Vormittags 9 Uhr, gegen Friedrich Wilhelm Sommer auS Harsleben, wegen Nothzuchtsversuch. Die Anklage vertritt Staatsanwalt Zimmermann. Die Vertheidigung führt Rechtsanwalt Hirschhorn. Außer den vorstehend verzeichneten Fällen werden noch einige weitere, in denen ein Termin noch nicht bestimmt ist, zur Verhandlung gelangen. ♦* Vierte Laudesversammluug der internationalen cnmi- nalistischen Vereinigung. Auf der Tagesordnung für den zweiten Sitzungstag der vierten Versammlung der intet» nationalen criminalistischen Vereinigung, Landesgruppe Deutsches Reich, standen folgende Gegenstände: 1) Individual-Statistik wiederholt vorbestrafter Personen als Vorbereitung einer allgemeinen Rückfallstatistik. 2) das bei einer Revision des Reichsstrafgesetzbuchs zu Grunde zu legende Strafensystem. Vor Eintritt in die Berathung dieser Themata wurde • ein kurzer Hand gestellter Antrag v. Liszt, „im Herbst zu ! Berlin einen einwöchigen criminalistischen CurS einzurichten i und zur Durchführung dieses Planes eine Commission einzu- - setzen" einstimmig angenommen und sogleich die Herren : v. LiSzt, Kröhne und Fe lisch in die Commission gewählt. , Dieser Curs soll in vier sechsstündige Unterabtheilunge« I zerfallen und an den Nachmittagen eine Besichtigung der ' verschiedenen Straf-, Erziehungs- und Irrenanstalten in Berlin ! vorgenommeu werden. Wir wünschen guten Erfolg, zumal i die Betheiligung gegen einen sehr geringen Beitrag Jedermann freistehen soll. Weiter wurde vor Eintritt in die Tagesordnung auf eine brieflich eingelangte Anregung deS RegierungsratheS v. Massow beschloffen, an den Vorsitzenden der LandtagS- Der -glefceitet Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montag«. Die Gießener A-mitlenvrälter werden dem Anzeiger wSchentlich dreimal beigelegt. den Rettungsarbeiten bei, war lebhaft bewegt durch die un» , erwartet große Verwüstung und stellte thatkräftige Hilfe in \ Aussicht. Der Schaden läßt sich in seiner Gesammtheit ! noch nicht übersehen, besonders groß ist er an Wafferwehren, | Kunstmühlen und Wiesen. Er dürfte mit anderthalb Millionen nicht zu hoch bemeffen sein. Die Inanspruchnahme öffentlicher Mittel in Gestalt einer Vorlage an den Landtag dürfte unumgänglich sein, daneben wird eine Landescollecte angeregt. Die Privatwohlthätigkeit beginnt sich ebenfalls zu regen, in Stuttgart, Balingen und Ebingen constituirten sich HilfScomiteS. Depeschen des Bureau ,Herold-. Berlin, 7. Juni. Die Ergebnisse der von dem Reichs- kanzler vorgenommenen Probefahrt durch den Nord- Ostsee-Caual können, wie die „Nordd. Allg. Ztg." hört, als durchaus befriedigend bezeichnet werden. Die Besorg- niffe, denen in verschiedenen Preßorganen Ausdruck gegeben wurde, haben sich als völlig unbegründet herauSgestellt. Es mag, schreibt das Blatt weiter, bei derselben Gelegenheit bemerkt werden, daß die Behauptungen, es wäre bei der Anberaumung der Eröffnungsfeierlichkeiten auf den Monat Juni überhastet verfahren worden, jeder Grundlage entbehren. , । Die berufenen Sachverftändigen-Stellen hätten den genannten 1 Termin als den Zeitpunkt bezeichnet, an welchem der Canal | in allem Wesentlichen fertiggestellt und mit Sicherheit befahr- l bar sein würde. Berlin, 7. Juni. Die Commission für das bürgerliche Gesetzbuch wird der „Kreuzzeitung" zufolge noch in diesem Monat die zweite Lesnng beenden. Das Gesetz würde daher in seinem ganzen Umfange dem Reichstage schon zu Beginn der nächsten Session zugehen können. Bis zum Herbst wird weiterhin eine Commission sich mit der Revision des Handelsgesetzbuches beschäftigen. Berlin, 7. Juni. In der Wohnung des Anarchisten I TöbS wurde noch eine zweite polizeiliche Haus- ! suchung vorgenommen. Die Kellnerin Paula Flügel hatte | sich neuerdings wiederholten Verhören zu unterziehen. In | den nächsten Tagen wird die Voruntersuchung in der Ange- I legenheit deö Anarchisten Töbs und Krebs geschloffen. Die I Anklage ber ritt der Staatsanwalt Benedix. Berlin, 7. Juni. Der „Reichsanzeiger" schreibt: Nach I einem Telegramm des stellvertretenden Gouverneurs v. Putt- k kam er aus Kamerun, hat die Schutztruppe unter Führung | des Rittmeisters v. Stetten dem seit längerer Zeit ansässigen I Stamme der Bakokos am unteren Laufe deS Sanaga-Flusses I eine empfindliche Niederlage beigebracht. Vier Hauptorte I derselben wurden erstürmt. 200 Todte blieben auf dem I Felde. Zahlreiche Gefangene fielen in die Hände der Sieger. I Bon der Schutztruppe find 12 Mann getödtet und 47 ver- I wundet. Deutsche Unteroffiziere oder Offiziere sind nicht ver- I letzt. Die Schutztruppe gelangte unbehindert nach Yannde, I welches unter Leitung deS Lieutenants Dominik militärisch I besetzt wurde. ES ist mit Sicherheit zu erwarten, daß in I dem Bakoko-Lande, welches bisher dem Handel verschloffen I war und dessen Bewohner fich dauernd der schwersten Gewalt- I rhaten gegen die Europäer und Duallas schuldig machten, I nunmehr geordnete Zustände herrschen werden. BreSlau, 7. Juni. Der CultuSminister Dr. Bosse er- I laubte zum ersten Male einer Dame, ber Tochter eines I bekannten evangelischen Geistlichen, an einem preußischen I Gymnasium das Abiturienten-Examen abzulegen. Das I hiesige Provinzial-Schul-Collegium hatte daS Gesuch der Dame Gießener Anzeiger Kenerak-Mnzeiger. Theil. Gießen, den 6. Juni 1895. Betr.: Herbftübungen 1895. Das Grotzherzogliche Krersamt Gießen an die Grosth. Bürgermeistereien Bersrod, Birklar, Climbach, Eberstadt, Garbentetch, Göbelnrod, Grosten-Buseck, Grünberg, Hausen, Klein-Linden, Langd, Lauter, Münster, Nteder- Bessingen, Odenhauseu, Rabertshausen, Röthges, Steinbach, Stockhausen, Trais-Horloff,Winnerod. Wir sehen der Erledigung unserer Verfügung vom 21. d. Mts. spätestens in 3 Tagen entgegen. v. Gagern. rommisfion zu Berlin, welche zur Berathung des Wander- arbeitSstätten-Gesetzentwürfs niedergesetzt ist, ein Telegramm des Inhalts zu richten, daß die hier tagende Versammlung den Wunsch ausspricht, jener Gesetzentwurf möge zur Annahme gelangen. Hierauf ergriff zum ersten Punkte der Tagesordnung Herr Dr. Leppmann, Anstaltsarzt an der Strafanstalt Moabit und Irrenarzt von Berlin, das Wort. In knapper scharfer Rede entwickelte der Redner die Ziele und Wünsche für eine derartige Jndividualstatiftik. Man habe sich mit der Frage bereits in einer Commission der internationalen crtmtnalisttschen Vereinigung beschäftigt und sei dahin gelangt, diejenige Statistik, welche auf der Grundlage der Persönlichkeit arbeite, zum Ausgangspunkt das Individuum nehme, als beste anzuerkennen, lieber die weitere technische, formale Methode, sowie über die Ziele der Bearbeitung sei im Wesentlichen hier zu sprechen. Redner wandte sich insbesondere letzterer Frage zu, indem er erstere dem zweiten Referenten überließ. Er betonte zunächst, daß die Anfänge einer solchen Jndividualstatiftik bereits zurückliegeu in der Zeit, wo man zuerst begann, das Verbrechen nicht als Einzelerscheinung, sondern als That eines bestimmten Individuums anzusehen und zu der Einsicht gelangte, daß der Verbrecher individuell behandelt werden müsse- da nun seither eine völlige Einhelligkeit für weite Kreise nicht habe erzielt werden können, so habe Geheimrath Dr. Kröhne zunächst für die preußischen Zuchthäuser die Initiative ergriffen- man habe eine Zählkarte für rückfällige Zuchthaussträflinge eingerichtet Seitens einer Commission von .'instaltsdirectoren, Juristen, Aerzten und Geistlichen, gemäß t em der Versammlung vorgelegten Muster. Dabei habe man sich zunächst noch sehr beschränkt und möglichst gesucht- nur objective Daten zu erhalten, nicht subjective Urtheile. Dabei iei es vor Allem darauf angekommen, der Einseitigkeit Lorn- braso'scher Schule entgegenzutreten, welche das Verbrechen als Krankheit erkläre. Das Verbrechen ist lange nicht immer die Folge von Krankheit, sondern als eine natürliche LebenS- äußerung im socialen Körper zu betrachten. Redner erörtert sodann die wesentlichsten Punkte der vorgelegten Zählkarte, insbesondere 5) Beruf, 6) Eltern bezw. Stiefeltern, 7) Zahl der Geschwister, 8) Erziehung, 9) Schulbildung, 11) Dienststellungen nach dem Schulbesuche, 13) Zahl der Kinder, insbesondere uneheliche, 14) Vorstrafen, 18) Gewohnheitstrinker, Landstreicherei, gewerbsmäßige Unzucht, 22) Geistes- und Nerven- Krankheiten, Epilepsie, Trunksucht, Tuberkulose, Selbstmord, Verbrechen in der Familie, 23) Frühere Erkrankungen, ins- besondere Syphilis, Epilepsie, Tuberkulose, Geistesstörungen. Endlich Gutachten des Beamten Koscherens darüber, ob und aus welchen Gründen das betreffende Individuum wieder rückfällig werden werde? Nach dem Muster dieser Zählkarte für rückfällige Zuchthausfträflinge habe nun am 1. October 1894 in Preußen eine allgemeine Erhebung ftattgefunden. Der Rückfall sei hierbei lediglich als das äußere Merkmal für die eventuelle Annahme des Gewohnheitsverbrecherthums angesehen worden. Als Ergebniß in dieser Richtung theilte der Redner mit: von insgesammt 17 867 Zuchthausinsaffen waren 15409 Männer, 2458 Weiber- darunter rückfällige 53 Procent bezw. 54 Procent und 50 Procent. Darunter wieder unverbesserlich 93 Procent bez. 89 Procent. Bor dem 18. Lebensjahre waren darunter bestraft 34 Procent der männlichen, 30 Procent der weiblichen Rückfälligen. Der Redner betonte nun, daß unter den Rückfälligen lange nicht alle als Gewohnheitsverbrecher zu betrachten seien. Vielmehr habe die unter Berücksichtigung aller jener erwähnten Punkte vorgenommene Erhebung zur Evidenz ergeben, daß man zwei Gruppen unterscheiden müsse 1) den wirklich gewerbsmäßigen Rechtsbrecher, der mit bewußter Absicht vom unredlichen Erwerb leben will. Dies der wahrhaft gefährliche Parasit. 2) die bloß negativen, welche in beengter, durch mißliche Umstände bedrängter Lebenslage nicht stark genug find, gegen die Rechtsordnung anzustoßen, und auch gegebenenfalls rückfällig werden. Beide Klassen seien zwecks Unschädlichmachung ganz verschieden zu behandeln. Denn die Einen seien eben bloß unschädlich zu machen, den Anderen müsse man mit anderen Mitteln helfen. Die so gewonnenen Resultate, deren eingehende Ausarbeitung noch ausstände, müßten in die Strafregister ein» geleitet werden, um diese nun zwecks individueller Strafzumessung zu benutzen. Redner schloß mit dem Appell an die Strafrechtswissenschaft und Praxis, daß Strafrechtspflege nicht sein dürfe Gedankengymnastik, sondern eine Art socialer Naturwissenschaft. Großer Beifall folgte diesen Ausführungen. Sodann ergriff der zweite Referent Dr. Köbner das Wort: Er präcifirte seinen Standpunkt im Gegensatz zu dem mehr sociologischen des Vorredners, als den mehr technischjuristischen. Er begrüßt die vom Vorredner erörterte Stastik insofern, als ihre Vornahme beweise, daß man die Roth- wendigkeit einer eingehenden Statistik erkannt habe, daß dieselbe den Character als Jndividualstatiftik trage und ihre Resultate in die Strafregister eingetragen werden sollten. Im Uebrigen ergeht fich Redner in Ausführungen, denen bei aller Vielfältigkeit, als einheitlicher Faden der Gedanke zu Grunde liegt: „Richtige Statistik treiben ist sehr schwer". Daher seien die Daten der Leppmann'schen Statistik viel zu vielseitig und reichhaltig, er, Redner, könne nur eingehendste Beschränkung empfehlen und zwar auf die rein thatsächliche Frage des Rückfalls. AuS dem Ergebniß sei ein Schluß auf Rückfallsfähigkeit zu ziehen. Die bisherigen Methoden der Statistik genügen dem Referenten durchaus nicht. Aus den bann folgenden Ausführungen des Asseffor Dr. Klein, den baS kaiserliche statistische Amt von Berlin als Vertreter entsandt hatte, vermochten wir nur immer und immer wieder herauszuhören, daß die Statistik ungemein schwierig sei und viele Fehlerquellen zu vermeiden seien. Im llebiigen paßte auf des Redners Ausführungen Goethes Wort aus Iphigenie I, 12: „Man spricht vergebens viel um zu versagen- „Der Andere hört von Allem nur bas Nein." i Mehr Muth! Mehr Muth! ihr Herren! Das waren erfrischenbe unb erlösenbe Worte unb Lehren, bie ber Herr i UnterstaatSsecretär v. Mayer aus Straßburg dem Vor- : redner zu Theil werben ließ. Bet Dornen gibt es nur einen Rath: fest zugreifen! dann brechen siekab. Freilich find auch die bisherigen Statistiken nicht zu entbehren, aber wir müffen eine ganz neue umfängliche haben. Diese Arbeit muß gethau werden. Als einzige positive Zusage des Vertreters befl kaiser- liehen Statistischen Amts wurde es acceptirt, daß derselbe fich ebenfalls für eine theilweise Auszählung der Strafregister im Sinne der von den Vorrednern aufgestellten Principien aussprach. Im Uebrigen bot die Discussion nichts Jnter- effanteö. Auf Antrag wurden sodann folgende Resolutionen von der Versammlung mit großer Majorität angenommen: 1) die internationale criminalistische Vereinigung begrüßt den vom preußischen Ministerium des Innern mittelst Zählkartenerhebungen in den Zuchthäusern gemachten Versuch einer statistischen Ausmittelung über die körperliche und seelische Artung, sowie über die sociale Stellung der Rechtsbrecher mit dankbarer Freude und empfiehlt deren allgemeine Durchführung. 2) Die deutsche Landesgruppe der internationalen crimi- nalistischen Vereinigung spricht sich dafür aus, daß im Deutschen Reiche eine probeweise Auszählung der Strafregister auf beschränktem Gebiete vorgenommen werde. 3) Die Landesgruppe Deutsches Reich der internationalen criminaliftischen Vereinigung beschließt a) es wirb innerhalb derselben eine criminalstatistische Commission eingesetzt, b) sie besteht aus neun Mitgliedern mit dem Rechte der (Kooptation. Damit war der erste Punkt der Tagesordnung erledigt- der Vorsitzende, Geh. Rath Seuffert (Bonn), constatirte, daß die vorgerückte Stunde sein eigenes Referat über Punkt 2 der Tagesordnung nicht mehr gestatte. Herr Prof. Frank bedauerte es sehr, daß die Verhandlungen den Gang, wie geschehen, genommen hättten. Nach den üblichen Schlußreden wurde bie Versammlung gegen 3 Uhr geschloffen. * * Wasserleitung betr. Auf bie im heutigen Blatt enthaltene Bekanntmachung des Wasserwerks machen wir unsere Leser, insbesonbere die im Hochdruckgebiet wohnenden Einwohner, aufmerksam. * * Der „Personal-Bestand der Grotzh. Ludwigs-Univerfität" ist bei C. von Münchow erschienen und in sämmtlichen Buchhandlungen ä 20 Pfg. erhältlich. * * Verhaftet. Ein junger Zahntechniker von hier wurde gestern unter dem Verdacht des Diebstahls von 200 Mk. verhaftet. Derselbe ist verschiedene Male wegen Diebstahls vorbestraft. *• 22. Mittelrheiuifches Kreis-Turnfest. Herr Bauunternehmer Winn hat das von der Stadt auf den Abbruch gekaufte SchulhanS in der Schulstraße in entgegenkommendster Weise dem Wohnungs-Ausschuß zu Einquartirungs- zwecken überlassen. Der Abbruch, der am 1. Juli beginnen sollte unb für den bereits alle Vorbereitungen getroffen waren, wird nun erst nach dem Fest vorgenommen werden. Für dieses ebenso bereitwillige als auch opferwillige Entgegenkommen sprach gestern Abend der geschäftssührende Ausschuß einstimmig Herrn Winn seinen Dank aus. Gut Heil! ** Marburger Akademischer Coucertvereiu. Wie aus dem Jnseratentheil unserer heutigen Zeitung ersichtlich, findet am nächsten Montag den 10. Juni im Museumssaale in Marburg das 1. Sommer - Concert des dortigen Akademischen Concertvereins statt, zugleich das erste unter der Leitung des neuen Univerfitäts - Musikbirectors Herrn Gustav Jenner. Der streng classtschen und der modernen Musik gleichmäßig Rechnung tragend, ist die Auswahl des Programms derartig getroffen, daß auch der in geringerem Grabe Mufikverstänbige mit großem Interesse den einzelnen Nummern folgen wird. Das Concert wird eröffnet mit ber „Egmont"- Ouberture, nach der Ouvertüre zu „Coriolan" vielleicht bas größte Meisterwerk musikalischer Characteristik, bas uns Beethoven hinterlassen. ES folgt als zweite Orchesternummer bie erste Suite zu Ibsens dramatischer Dichtung „Peer Gyut" von Eb. Grieg. Die dritte und letzte Orchesternummer bildet die 68-äur-Symphonie. Das Werk wird auf jeden Zuhörer einen tiefen unb nachhaltigen Einbruck machen. Als Solistin bes Abenbs erscheint eine Altistin, Frl. Mathilde Haas ans Mainz. Die junge Dame ist in den letzten drei bis vier Jahren in den verschiedensten Gegenden Deutschlands, namentlich im Rheinland, unter großem Beifall als Concert- fängerin aufgetreten. — Die Eisenbahnzüge von hier aus find zu einer Hin- und Rückfahrt sehr günstig gelegen. **L. V. Gießener Vieh-BerficherungS Gesellschaft. Man schreibt unS: Die an dem hiesigen Schlachthof errichtete Viehverficherung zahlte im Monat Mai allein inSgesammt 1979 Mk. 66 Pfg. an Entschädigungen. Trotz der sich stets steigernden Schadenersatzansprüche hat die Gesellschaft, wohl ein untrügbares Zeichen wie gut die Gesellschaft funbirt und dirigirt sein muß, beschlossen, vom 15. Mai er. ab die Prämien für Schweine von 2 Mk. auf 1.50 Mk. herab- und von Großvieh auf 3 Mk. festzusetzen. Es ist nur zu bedauern, daß es immer noch von unlauteren Elementen nicht unterlassen wird, versteckte wie offene Angriffe gegen bie Kasse zu richten- so wirb mit besonderer Vorliebe die fade Behauptung in intereffirten Kreisen colportirt, daß die Gesellschaft nur für gewisse, in ihren Statuten normirte Schäden hafte. Obwohl solchen dolosen Schwätzereien ber Stempel der Unwahrheit auf ber Stirne brennt, bürste es doch wohl am Platze fein, ein für allemal darauf hinzuweisen, daß die Gesellschaft für alle Schäden bezw. Krankheiten, gleichviel, ob sie auch im Währschastsgefetz aufgeführt find ober nicht, (fo z. B. ist Tuberculose der Schweine kein Währschasts- fehler), welche VerficherungSobjecte (Groß- ober Kleinvieh) betreffen können, sei es nun, daß sie zur Freibank wandern ober dem Wasen zur Vernichtung überwiesen werben müssen, | Ersatz leistet und an der Entschädigungssumme einen Abzug unter irgend einem schleierhaften Deckmantel nicht statthaft erklärt, um wie andere Versicherungsgesellschaften Verwaltungs-, Agitations-, Provisions-, Proceßunkosten rc. zu decken. Pflicht ist es daher, jeden Landwirth vor den sogenannten Westentaschenversicherungen zu warnen, d. h. es ist GeschäftSusance ewiger Händler, sich bei einem Kaufabschluß eine Mark auszubedingen unb dann erklären sie sich großmüthig, wie sie beanlagt find, bereit, sobald das betr. Kaufobject ber Freibank überwiesen werden sollte, für den entstehenden Schaden aufzukommen. Es liegt auf der Hand, und bedarf keines weiteren (Kommentars, wer den Schaden ber famosen Geschäftsmanöver solcher Dunkelmänner zu tragen hat. Die hiesige Viehverficherungsgesellschaft wird nachwie vor, unbeirrt ob solcher Concurrevz und aller aus gewissen leider nur zu bekannten und durchsichtigen Strömungen kommenden Anfechtungen bemüht fein, unter Wahrung strengster Legalität bei Schadenersatzansprüchen, Offenheit und Ehrlichkeit in ihren Geschäftsprincipien nie verfehlen, die bereits in Hohem Maße erworbene und stetig um sich greifende Anerkennung aller intereffirten Kreise zu wahren und zu pflegen. -6- Butzbach, 7. Juni. Die Theilnehmer an der in Gießen abgehaltenen Jahresversammlung ber Deutschen Landesgruppe der internationalen kriminalistischen Vereinigung hatten heute in größerer Zahl unsere Stadt besucht, um unsere neue, muftergUtige Zellenstrafanstalt einer eingehenden Besichtigung zu unterziehen. — Bei dem darauf folgenden letzten geselligen Zusammensein der Festtheilnehmer kam die allseitige Befriedigung derselben über das bet der diesmaligen Versammlung Gebotene und über bie liebenswürbige Aufnahme ber Vereinigung in Hessen nochmals zum lebhaften Ausdruck. — Spectell der Stadt Gießen wurde dabei auch gedacht in der nachstehenden Depesche an Herrn Oberbürgermeister Gnauth: In Butzbach vereint beim fröhlichen Mahle, Erhebt unsere Runde die vollen Pokale Und danket von Herzen der prächtigen Stadt Und dem, der so trefflich vertreten sie hat. Deutsche Landesgruppe der Internationalen k-iuunalistischen Vereinigung- ArrsMg aus den Sian&esamtortgiftmi der Stadt »letze«. Aufgebote. Juni: 5. Heinrich Flach, Vtceseldwebel dahier, mit Marie Rocker hierseldst. «hefchttetzunge«. Juni: 1. Heinrich Fourier, Bureau-Vorsteher dahier, mit Wilhelmine Justine Schomber Hierselbst. 1. Hermann Mickel, Pofthilss- bote dahier, mit Elisabeth Thumann Hierselbst. 1. Hermann Philip» Euler, Bezirksfeldwebel dahier, mit Wilhelmine Therese Bourgeois Hierselbst. 1. Joseph Franz Fröhlich, Gelbgießer dahier, mit Helene Roder hierselbst. o. Heinrich Ludwig Steinbrecher, Schneider dahier, mit Marie Wilhelmine Wagner hierselbst. 5. Jacob Heinrich Minke' Schuhmacher dahier, mit Katharine Lepper hierselbst. •ebotttu. Mai: 25. Dem Spengler Otto Rühl eine Tochter, Emmy. 27. Dem Bahnarbetter Adam Zinn ein Sohn. 27 Dem Hilfsbremser bei der Matn-Weser-Bahn Heinrich Lang ein Sohn Otto. 27. Dem Omnibus-Kutscher Christian Werner eine Tochter Marie Friederike. 30. Dem Posthilfsboten Ludwig Biedenkapp ein Sohn. 30. Dem Bierbrauer Wilhelm Trötsch ein Sohn, Karl 31. Dem Bremser Valentin Ruppel eine Tochter, Frieda. 31. Dem Lacktrer Heinrich Bonarius ein Sohn, Johann Wilhelm. 31. Dem Sergeant und Regimentsschneider Valentin Gonter ein Sohn Juni: 1. Dem Postaushilfsboten Georg Heinrich Lenz Zwillinge, zwei Söhne, Heinrich und Karl. 1. Dem Posthilfsboten Georg Pfaff II. eine Tochter. 1. Dem Briefträger Konrad Frees eine Tochter, Elsa Elisabethe Reinhardine. 2. Dem Schmied Christoph Schmitt ein Sohn, Ernst Ludwig. 4. Dem Postschaffner Heinrich Bourcarde ein Sohn, Wilhelm Karl. 5. Dem Bureaugehülfen Ferdinand Sturm ein Sohn. ^2 - «wiK Gestorbene. Mai: 31. Maria Heinzmann, geb. Merz, 51 Jahre alt, Ehefrau von Landwirth Georg Peter Heinzmann zu Höchst a. d. Nidder. Juni: 2. Jacob Adalbert Klöß, 23 Jahre alt, Maschinenschlosser aus Vilbel, Musketier der 4. (Komp. 2. Großh. Hess. Jnf.-Regts. (Kaiser Wilhelm) Nr. 116. 2. Karoline Schmidt, 39 Jahre alt, Ehefrau von Gerber Heinrich Schmidt zu Löhnberg, Amt Wetlburg- 2. Aline Emilie Andrä, 6 Tage alt, Tochter von Hoboist Wilhelm Andrä dahier. 2. Peter Franz Woithe, 1 Jahr alt, Sohn von Fuß- gendarm Franz Joseph Woithe dahier. 2. Philipp Klein, 50 Jahre alt, Straßenmetster i. P. dahier. 4. Rudolf Wilhelm Zinn, 2 Monate alt, Sohn von Hüttenarbeiter Johann Georg Zinn dahier. 7. Konrad Pfeiffer, 26 Jahre alt, Knecht von Arnshain. t>arfelyr, Land- und voUrwirthschafi. Sitten, 8. Juni. Marktbericht. Aus dem heutigen Wochermmrtt kostete: Butter or° Pfd. M 0,70-0,80, Hühnereier 2 Stück 9—11 A, Enteneier pr- St. 6—7 A, Gänseeier pr. St. 10—11 H, Äöfe pr. St. 4—8 4, KLsemette pr. St. 8 A, Erbs« pr. Liter 15 A, Wen pr, Liter 26 A, Tauben pr. Baar X 0,70 bis 0,80, Hühner pr. Stück 0,80 bis 1,10, Hahner- pr. Stück 1,00—1,30, Enten pr. St. JL 1,50-1,80, Ochfevffetsch pr. Pfd. 72—76 A- Kuhs u. Rindfleisch pr. Pfd. 66—68 Schwein« fleisch pr. Bfd- 60—70 A, Kalbfleisch pr. Pfd- 60—64 A, Hammelfleisch pr. Pfd. 60-70 A, Kartoffeln pr. lOu Kilo 6,00-7,00 Jt, Weißkraut pr- Stück —.— A, Zwiebeln pr. Zentner 9,00—10,00 Jt, Milch pr. Liier 16-20 A, Kirschen pr. Pfund 30-40 A- Thermometer: min. + 8° R., max. 4- 22° R. Hygrometer: Trocken. wittermirgsarrsfichtei, am 8. Juni Mittags 12 Uhr (Wetterhäuschen in der Südanlage). Barometerstand. Jjt-8_______v* I <7> I . | J 53 §• i f ♦ Temperatur der Lahn und Lust nach Reaumur gemessen am 8. Juni, zwischen 11 und 12 Uhr Mittags. Wasser 17o, Luft 19° im Schatten. Rübsamen'fche Bade- und Schwimmanstalt. Wegen Raummangel mutzte« die »Wochenbriefe aus der Refidenz^ und der »Auszug ans den Kirchenbücher«^ für «üchste Rümmer znrückgestellt werde«. 5100 Wilhelm Bernhardt 80 rm 150 // 8. Juni 1895. Zusammenkunft Vormittag 11 Uhr 5081 5061] Gyristian HriinKner 5102 Böhrle’s Bierhalle 3WT Vorläufige Anzeige. 5085 steigern. Gießen, 8. Juni 1895. 5089 A. 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Freunden und Bekannten hiermit die schmerzliche Mittheilung, daß heute Morgen unser lieber Bruder, Schwager und Onkel Die zwischen Gießen und Lollar eingelegten Extra-Züge fahren ab Gießen gegen Uhr Vorm. ab Lollar „ Va8 „ Nachm, sind dem verehrl. Publikum zur Benutzung empfohlen. ' Berkaufsstäude sind noch zu vergeben. Das Festcomite. Porti. Cemmt frische Sendung eingetroffen. Concertsängerin aus Mainz. Dirigent: Herr Universitäts-Musikdirector Gustav Jenner. Programm: 1. Beethoven: Egmont-Ouverture. 2. Gluck: Arie aus „Orpheus“ (Erl. Math. Haas.) 3. Grieg: Peer-Gynt. Orchester-Suite Nr. 1, op. 46. 4. Lieder-Vortrag (Erl. Math. Haas.) 5. Mozart: Symphonie es-dur. Adagio Allegro. Andante con moto. Menuetto. Allegro. am 16. und 17. Juni d. I in Lollar. Programm. Sonntag, den 16. Juni: 8*/4—103/4 Uhr Vorm. Empfang der Gäste. 9—11 „ „ Delegirtentag im „Schönhof". 11 Uhr Uebung und Brandangriff der freiw. Feuerwehr Lollar. Bezugnehmend auf unser Inserat vom 1. d. M. machen wir bekannt, daß auch [5067 Herr Spenglermeister Ehr. Rosenberg, SelterSweg 3. gegen Quittung leere Kannen für uns in Empfang nimmt. „Electra“ Versandt von amerik. Kaiseröl und Salon-Petroleum Academischer Concert-Verein in Marburg. Montag, den 10. Juni, Abends V28 Uhr, im Museumssaale: Fünftes Concert Farben, Lacke und Firniffe aller Art liefert in bester Qualität billigst [2178 August Noll, Bahnhofstraße 51. Die Beerdigung unseres verstorbenen Kameraden Christian Tränkner findet Sonntag, den 9. Juni, Nachmittags 41/* Uhr vom Sterbehause, Steinstraße 27, aus statt. 5in Zusammenkunft bei Kamerad Klein (Stadt Berlin). Um zahlreiches Erscheinen wird dringend gebeten- Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme beim Hinscheiden unseres lieben Gatten, Vaters und Oheims Philipp Klein Straßenmeister i- P. sagen wirMermit unseren innigsten Dank. Die trauernden Kinteröliebenen. Todes-Anzeige. Verwandten und Bekannten die schmerzliche Mittheilung, daß unser lieber Sohn und Bruder 16. Derbandsias MerheWer freiw. Feuerwehren, verbunden mit dem 20. Stiftungsfest der freiwilligen Feuerwehr Lollar, Wir empfehlen uns zur Anfertigung von: Haus-W asserleitungen Zitherclub Verein). 5098 jeder Art, als: Kalt- und Warmwassep Closet- und Badeeinricht Heugras, M/z Morgen, im Heßlar, zusammen oder getheilt zu verkaufen. Näheres Neuenweg 41, 2ter Stock. [5087 Wi-Schrler vorräthig bei 5077 A. Kröll. lich versteigert werden: Eichen-Schäl-Prügelholz, „ „ -Reiserprügel- n । ■ Heute Souutag aiiittaissÄiis»?, KWeltartikel! In allen Ländern bestens eingeführt ♦ Man verlange ausdrücklich SARG’S ♦ ALODONTi 5 Anerkannt bestes, unentbehrliches Zahnputzmittel. ♦ Erfunden und eanitätsbehördlich geprüft 1887 (Attest Wien, 3. Juli). Grosses Concert, ausgeführt von der Bauer'fchen Civileapelle. Anfang 4 Uhr und 8 Uhr Abends. Entree 20 Pfg. ä Person. 5094______________________________Lonis Bourgeois. 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Montan, 10. Juni, Abends */29 Uhr: 5099 Versteigerung. ■Bienstag den 11. d. Ms., Nachmittags 3 Uhr, versteigere ich im (Markt- platz 20) dahier gegen Baarzahlung: a. 1 Kiste Kaffee-Essenz, 1 Kiste Malzkaffee , 1 Petroleumbehälter mit Meßapparat, b. 2 Picrninos, 1 Ladeneinrichtung, zwei Pferde, verschiedene Porzellan- und Glaswaaren, 2 Verttcows, Kleiderschränke, SophaS und andere Mädel, 2 Taschenuhren, 1 goldene Uhrkette und 1 do- Kettenring, sowie andere Juwelen. Versteigerung ad. a findet bestimmt, ad b theuweise statt. 5108 Born, Gerichtsvollzieher. Versteigerung. Mittwoch den 12. d. Mts., Nachm. 2 Uhr, laste ich auf meinem Zimmerplatz, Asterweg 52, mehrere Parthieen Schwarten, Stangen zu Wasch« pfählen geeignet und Brennholz, sowie einen vierräderigen Handwagen und einen Schleifstein mit Gestell gegen Baarzahlung ver« 5097] Die aus Vorder- und Hinterhaus bestehende Hosraithe, Ludwig flratze 12, ist unter äußerst günstigen Zahlungsbedingungen billig zu verkaufe«. 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Nr. 20238, 20268, 20283, 20382, 20681, 20809, 20873, 21708, 21988, 22148, 22265, 22380, Coursbericht non J. Kurz & Co., Giessen, Kahllhofstratze 63 ertheilt e. ja-Mädchen gründ!- «wll- Unterricht im Weißzeugnaben und Flicken. Off, u. 0. E. j, b. Exped- 5 9 Umtausch bis zum 25. Juni 1895 ftattfindet. Formulare zur Einreichung sind in Frankfurt a. M. an unserer Kaffe, auswärts bei unseren Coupons- Einlosungsstellen erhältlich, insbesondere in: Darmstadt bei der Bank für Handel und Industrie, in Gießen bei Herrn A. Heichelheim, in Mainz bei Herren Schmitz, Heidelberger & Co. Die Coupons per 1. October 1895 sind nicht mit einzureichen; die neuen Stücke mit Coupons per 1. April 1896 und folgenden gelangen vom 18. bis 30. Juni 1895 zur Ausgabe. Wegen Kündigung der nicht eingereichten Stücke wird nach Ablauf der Einreichungsfrist weitere Bekanntmachung erfolgen. Auch den Inhabern der heute verloosten 3y2 «/„igen Pfandbriefe räumen wir das Recht ein, bis zum 25. Juni 1895 unter Einreichung dieser Stücke den Pari-Umtausch gegen neue Zi/z %ige Pfandbriefe zu beantragen. Von früher rückständig sind: 1) aus der Kündigung vom 9. Februar 1895 alle diejenigen noch nicht eingelösten Nummern der Jahrgänge 1882, 1883 und 1884, welche nicht auf 3y2 %ige abgestempelt worden sind; 2) aus Verloosungen früherer Jahre die folgenden Nummern : Serie IX Lit. 0. 4461. Lit. P. 2256, 2346, 4589. Lit. Q. 4399. Serie XII. Lit. N. 2835, 3606, 6143. Lit. P. 6567. Serie XIII. Lit. P. 20299, 21194, 22807, 27023, 27267. Lit. Q. 24105, 26622, 26640. Lit. R. 22247, 22263, 24144, 24196. Auf verlooste Stücke, welche einen Monat nach dem Rückzahlungstermin noch nicht zur Einlösung gebracht sind, gewähren wir von da ab bis auf Weiteres einen l%igen Depositalzins. Die Controlle über Verloosungen und Kündigungen unserer Pfandbriefe übernehmen wir auf Antrag kostenfrei; Antragsformulare, aus welchen die Bedingungen ersichtlich sind, können an unserer Kasse, sowie bei unseren Einlösungsstellen bezogen werden. 5086 Frankfurt a. M., den 6. Juni 1895. Frankfurter Hypothekenbank. 4987) Ein nüchterner Arbeiter, sowie mehrere Arbeiterinnen, sofort zu dauernder Beschäftigung gesucht- Hermann Heß, in der Wollspinnerei. J warm zu empfehlen. Die reich illustrirte Wochenschrift, an ihrer * H Spitze vier fest angestellte Redacteure, besitzt eine eigene Versuchs- jg station, 45 Morgen groß, desgleichen eine Versuchrkellerei zur Her- X stellung von Obst- und Beerenweinen. Vierteljährlich eine Kunst- X X Beilage in Aquarellfarben! Der Abonnementspreis beträgt viertel- X X jährlich eine Mark. Probenummern versendet gern die Königliche X 5 Hofbuchdruckerei Trowitzsch u. 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Gleichzeitig beabsichtigen wir, den noch umlaufenden Restbetrag Serie IX unserer 4°iPigen Pfandbriefe (Jahrgänge 1879 und 1880) zur Rückzahlung zu kündigen, bieteu indessen den Inhabern zunächst den Umtausch in 0/oige Stücke al pari mit Beginn der LVr o/gigeu Verzinsung ab 1. October 1895 unter der Bedingung an, daß die Einreichung der Stücke zu diesem XXXXXXXXXXIXIKIXXXXXXXXXXXX £ Allen, welche sich für Obstbau oder Gartenbau interessiren, g Xlft: X X Der praktische Ratgeber im Obst- X m und Gartenbau 5 - - * . t:. 101.60 3'/s°/oHambrgr.Hyp.Bk.unk.b.l9O5 102.00 31/.o/0 Frkf. Hyp. Cred. V. 101220 3V-°/oPreuß.Hyp.A.Bk unk.b.1905 101.50 4°/n DmtscheGrdsch^.unkch.1904 105.00 4o/o Pomm.Hyp.A.Bk.unLb.1904 105.50 31/1 o/a bto. 101L0 41/1 o/o Franks. Landw. Cred. Bk. 103.30 48u3] Hau», und Fahrburschen für sofort gesucht. Vermittelungsbureau C. 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Um Jrrthum zu vermeiden, theile ich ergebenft mit, daß ich vor wie nach bei Sterbe fällen die Commissionen besorge und als Marschall bei Beerdigungen fungire. Friedrich Berg, 4896 Kaplaneigasse 11, Ein Schreinergeselle Siebactton: I. B.: Hermann Elle. Druck und Verlag der Brühl'schen Univetsitäts-Buch- und Steindruckerei (Pieksch & Scheyda) in Gießen. ÄU tznxrtzW» Jteww« mmsubt 10 tcUea»