1895 Drittes Blatt Nr. 133 N Zlnrts- und 2lnzeigeblntt fiw den ICreU Gieren chratisbeikage: Gießener Aamitienölatter. hohe Protectorin des Vereins hessischer Lehrerinnen zur Lehrerinnentage ihren Abschluß. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr. Alle Annoncen-Bnrcaux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Sonntag den 9. Juni wir das Wort „weihevoll" mit Recht in Anspruch nehmen dürfen und die sich nur immer da erzeugt, wo alles in Wegfall kommt, was an egoistische Sonderinteressen und Vierteljähriger /löonncmentsprei», 2 Mark 20 Pfg. mit Aringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaktion, Expedition und Druckerei: Klliukstraße Hlr.7. Fernsprecher 51. fortnehmen: Wir sindUwieder um ein gutes Stück weiter gekommen!! An kleinen, geselligen Freuden, die allerdings, wie billig, in den Hintergrund traten, fehlte es an diesen Tagen auch nicht. An die Zusammenkunft der Delegirten der Vereine schloß sich bereits am Pfingstsonntag eine gesellige zwanglose Vereinigung im „Darmstädter Hof", zu der selbstverständlich auch Ntchtmitglieder Zutritt hatten. Im Mittelpunkt der- selben stand ein Cyclus lebender Bilder, der seine Motive der Geschichte der Pädagogik entlehnte, mit bescheidenen Mitteln geschmackvoll arrangiert von der Pensionsvorsteherin Frl. Mootz, zu welchen die „Paedagogia“ (anmurhig verkörpert durch Frl. Luise Kröll) und eine „junge Darmstädterin" (letztere wurde mit vielem Humor durch Frl. Hall- wachs repräsentirt) den verbindenden von Frl. Wider gedichteten Text sprachen. Eine herzerfreuende Wirkung auf sämmtliche Anwesende übte die Erscheinung einer Dame (Frl. Marie Froelich), die in der Tracht der Odenwälder Bäuerin und in echter, unverfälschter Odenwälder Mundart den Lehrerinnen vom naiven Volksstandpunkt aus in originellen Versen, die Frau Charlotte von Klipstein zur Verfasserin haben, ihren Willkommensgruß bot. Der Schluß lautet: „.....Aus Hesse, Preise, Un aus de Fremd un aus m' Reich Will ich willkommen alles heiße Wos Lehrerin! Ich griße Eich! Nemmt mit en Gruß in jenes Land Vum Orewäller Bauernstand." Die Sonne fürstlicher Gunst hat der Versammlung auch geschienen. Ihre Kgl. Hoheiten der Groß Herzog und die Großherzogin empfingen am Montag den Vorstand und । wohnten der 3. öffentlichen Sitzung am Dienstag Nachmittag ! über zwei Stunden bei. Die verwittwete Prinzessin von Battenberg, die Feuilleton. Darmstädter Lehrerinnentag. (Ortginalbertcht für dm „Gießener Anzeiger".) Dr. M. Den Theilnehmern der dritten General- Versammlung des Allgemeinen deutschen Lehrerinnen-VereinS werden die Darmstädter Arbetts« und Festtage dieser gesegneten Pfingstzeit lange in dankbarer Erinnerung haften bleiben. Im Geben und Empfangen bestand zwischen den fremden Gästen und den Einheimischen die schönste Wechselwirkung. ES war in der That alles geschehen, um Boden und Stimmung für eine Körperschaft zu gewinnen, deren Arbeit und Ziele für die Jugendbildung von so ungeheurer Tragweite ist, und der unermüdlichen rastlosen Thätigkeit der Vorsitzenden der hiesigen Lehrerinnen- Vereine und der Comitss ist es zu danken, daß sich alles so glatt und harmonisch abwickelte. Frau Lilli Wolfs- kehl, die Präsidentin des Vereins hessischer Lehrerinnen zur Gründung eines Heims, Frl. I. Mietzenius, die Vorsitzende deS hiesigen pädagogischen Vereins, die Pensionats- Vorsteherinnen Frl. S. und CH. Wider und Frl. Helene Kißner hatten die Rtesenlast der Vorarbeiten aus sich ge- Nammen und alles zweckentsprechend eingerichtet. Etwa 170 Lehrerinnen von auswärts hatten sich eingesunden. Der Festsaal der Vereinigten Gesellschaft war sowohl bei den öffentlichen wie nichtöffentlichen Versammlungen bis auf den letzten Platz gefüllt und eine größere Menge von Jnier- effenten hätte der Raum gar nicht faffen können. Vielen und namentlich solchen, die noch keiner Frauenversammlung beigewohnt haben, mag das Bild, welches diese correct und präctse verlaufenden Sitzungen mit ihren sachlichen Dtscus- sionen und ihrer tactvollen Führerschaft neu und sympathisch gewesen sein. Es liegt mir fern, an dieser Stelle das Arbeitsgebiet, welches die Lehrerinnen in Sectionen und öffentlichen Versammlungen in den Tagen vom 2. bis 5. Juni durchlaufen haben, im Detail angeben zu wollen- das ist Sache der Fachorgane. Ich will nur mit Nachdruck auf die Förderung verweisen, die jeder an den Verhandlungen mit Bewußtsein Theilnehmende für seinen inneren Menschen davon getragen hat. Das geistige Brot, welches hier aus- getheilt wurde, hatte nichts gemein mit jener leichten Conditor- waare süßer Phrasen und Gemeinplätze, welche so oft die Rednertribüne beherrschen. Hier zeigte alles von Kern und Kraft, und dieser tiefe, ethische Geist, der den Vorstand und seine Arbeiten beherrscht, theilte sich der ganzen Versammlung mit und schuf von vornherein jene Stimmung, für die Gießener Anzeiger Aenerat-Mzeiger. Der Hießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme des Montags. Die Gießener Aamittenötälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. kleinliche Eitelkeit gemahnt. Helene Lange, die wiederum mit gewohntem Takt und raschem Ueberblick die oft sehr complicirten Debatten leitete, ist den deutschen Lehrerinnen nicht nur ein beredter Mund ihrer Wünsche und Bestrebungen, sondern ein Vorbild, dessen ruhiger klarer Glanz wohl geeignet erscheint, Wege, die vielleicht noch dunkel daliegen, zu erhellen. Niemand wird sie hören, ohne nicht sofort in den Bannkreis dieser vollen, ganzen Persönlichkeit zu gerathen. Daß, was sie in ihrem Vortrage „Wie gelangt die Lehrerin zu innerer Selbstständigkeit?" von der Macht einer in sich geschloffenen, bestimmten Individualität auf die Menschen im Allgemeinen und auf die Ktnderseele im Besonderen äußerte, trifft auf sie selbst in jeder Linie zu. Wir begrüßen es als ein Glück, daß der treu bewährte Vorstand, der sich zusammensetzt aus | aus den Damen Lange, Adelmann, Loeper-Housselle, , Rommel, Langerhannß einstimmig wiedergewählt wurde und seine Kräfte dem Verein, der schon 9000 Mitglieder und 52 Zweigvereine umfaßt, bis zur nächsten, wahrscheinlich in Leipzig oder Cassel stattfindenden Generalversammlung von Neuem widmen darf. Ob nun Frl. Febronie Rommel (Diedenhofen - Elsaß) über den „Antheil der Lehrerinnen an der Volksschule" sprach, oder Frau Lo eper-Hous selle den Antrag : des Vorstandes auf „Errichtung eines Stipendiums für studirende Lehrerinnen" begründete, oder Frl. Schliemann (Paris) die Aussichten darlegte, unter welchen die deutsche Erzieherin in Frankreich arbeitet, — in allem gab sich jener Geist zu erkennen, der die größere Betheiligung der Lehrerin an der Volksbildung stets auf Grund ihrer eigenen methodischen bezw. streng Wissenschaft- i ltchen Ausbildung verlangt, jener Geist, der nicht nur For- [ derungen, sondern vor allem Pflichten kennt und das Wohl : der Schule zum Ausgangspunkt aller seiner Bestrebungen । Gründung eines Heims, welche bereits zur Versammlung Mit diesem Ausflug in die Bergstraße, an welchem sich hervorgingen, konnten auch dem Fernerstehenden zeigen die Sache der deutschen Lehrerinnen in den letzten fünf i viv i Mit oieiem Ausnua in oie -oeranluvr, un iuciu87J Der 2. Stock meines Hauses, Asterweg 40, Ecke der Nordanlage, bestehend aus 6—7 Zimmern, Bleichplatz rc., per sofort zu vermiethen. Ehr. 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Das Heugras von der cameral- fiscalischen Sorauwiese bei Dau- bringen wird Donnerstag den 13. d. MtS., Nachmitt. 2 Uhr, bei Wirth Schäfer zu Daubringen versteigert. 5054 Treis a. d. Lda., 6. Juni 1895. Großh. Oberförsterei Treis a. d Lda. Amendt. Sctmsfe^ \ JAVA- / \KAFFEfZ Sicherheits-Seilwinde 800 Ko.Tragkr. M. 40. Prachtvoll gelegenes Haus (Billa) mit Garten z. Alleiu- bewohnen, alsbald zu vermiethen. 1672 G. Nauheimer, Franks. St. 3. empfiehlt Heinrich Wallach Glaser-Diamanten, größte Auswahl» sowie Anleitung im Schneiden bei 303 I. Hirz, Seltersweg 22. 500Ko.Tragkr. M.SO. Einfachstes und bestes Hebezeug zum Aufwinden von Fässern, Ballen, Kisten etc. durch eine Person auf jede beliebige Höhe. Prospekt gratis. 1764 PH. MAYFARTH & Co. Fraikforl i. H. and Berlin ü. Chaasieeslr. 28. Falz-Ziegel, verschiedene Sorten, empfiehlt die Ziegelei von Louis Tross, 4437 norm, tzeinr. Schomber. 4972] Erster Estock, 5 Zimmer nebst Zubehör, Gartenantheil, zu vermiethen. Näheres Gnetheftratze 54, HI. Bekanntmachung. Die Holzversteigerungen vom 22. und 24. Mai l. I. sind genehmigt. Die Abfuhrscheine können vom 10. Juni ab auf Freiherrlicher Rentei zu Londorf in Empfang genommen werden. Ueberweisung Dienstag den 11. Juni. Papiermühle, den 7. Juni 1895. Freiherrliche Oberförsterei Rabenau. Stähl Michthlms. _ Freibank. [5037 Heute und Montag: Ochsensieisch nicht labenrein, pr. Pfd. 54Psg. Schweinefleisch nicht ladenrein, pr. Pfd. 48 Pfg. in Abtheilungen, in der Wirthschaft des Herrn W.lhekm Rabenau Kuchen- und Tannenfchejtholz empfiehlt billigst die Holzhandlung von Wilhelm Jung 1., «lein Linden 59b(.seither Ä. Jung IV.) Großh. Hessische Staatskisenbahlleo. Verdingung der Bauausführung der Stationsgebäude fammt Güter, schuppen und Nebengebäuden in Lumda, Geilshausen, Odenhausen «nd steffelbach, sowie deS provisorischen Lokomotivschuppens in Grünberg für die Reubaulinie Grünberg—Londorf. Der im letzten diesbezüglichen Ausschreiben auf Freitag den 14. Juni d. I., Vormittags 11 Uhr, anberaumte Eröff- nungstermin der Angebote bleibt nur für den provisorischen Locomotioschuppen bestehen, während für alle übrigen oben genannten Gebäude dieser Termin auf Montag den 24. Juni d. I., Vormittags 11 Uhr, verschoben wird. Großh. Baubehörde für Nebenbahnen in Oberhessen. 5050 Eisschrank. Durch den Betrieb meiner Kühlanlage ist ein großer Eisschrank, circa 4 Meter lang, 1,80 breit, 2,50 hoch, überflüssig und billig abzugeben. 4616 Adolf Möhl. ANNONCEN für den Deutsch. Arbeitsmarkt befördert die Agentur Giessen A. CJretscher, Neustadt 55. 4657 Ein gebrauchter Herd billig zu verkaufen. Wo sagt die Exped. ds. Bl. 501)2] Ein gebrauchtes, zweispännigeS Chaisen-Geschirr, noch gut erhalten, zu verkaufen bei Zoh. Balth. Noll. zu 85, 90, 95 u. 100 Pfg. das Vi Pfund. Verkaufsstelle: Gießen Hch. Wallach, Markt. 8. Apfelsinen, Citronen, C. Roth II., Wallthorstr. 5. Feinste eingemachte Moritz Rregori & Sohn. 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