1898 Sonntag den 8. December Erstes Blatt Nr. 289 Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gieren. Hratisöeikage: Hießener Jamilienbkätter. Allr Annoncm-Bureaux deS In« und Auslandes nehme» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag» für de» holzenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. Redaktion, Expedition und Druckerei: -ch»tstraße Zlr.7. Fernsprecher 51. Vierteljähriger KSo«nemeut»pret»r 2 Mark 20 Pfg. mtt Lringcrlohu. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Die Gießener M«»itte»ßtLtter werden dem Anzeiger »dchenttich dreimal deigeiegt. Der $tct«xer A»»ei-er ^scheint täglich, mit Au-nahme de» Montag». Gießener Anzeiger Kenerat-Anzeiger. Amtlicher Theil. M ffGefunde«: 2 Paar Handschuhe, 1 Mütze, 3 Taschentücher, 1 Drillichanzug, 1 Radkraqen, 1 Unterhose. 1 Stück Stramin, 1 Hut Zucker und 1 Rasirmeffer. Gießen, den 7. December 1895. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. I. E. v. Bechtold, Regierungs-Assessor. Die deutsche Industrie auf dem Weltmärkte. ES ist noch nicht sehr lange her, daß auf dem Weltmärkte, zumal in England, Frankreich und Amerika, den Erzeugnissen der deutschen Industrie häßliche Eigenschaften, zumal die berüchtigten „billig und schlecht" nachgesagt wurden. Inzwischen hat sich Dank der Jntrlllgenz und Arbeit der deutschen Industriellen und Techniker die Industrie des deutschen Reiches auf vielen Gebieten zu einer Weltstellung ewporgearbeitet. Ganz zweifellos ist dies bet der chemischen Industrie und den verwandten Zweigen Deutschlands der Fall, der erst kürzlich ein angesehenes New ■ Yorker Blatt das größte Lob spendere. Ferner hat sich auch ein französischer Fabrikant über die Leistungen der deutschen Seiden- Jndustrte in hohem Maße lobend ausgesprochen und sie als der französischen Seiden - Industrie ebenbürtig bezeichnet. DaS lehrreichste und wichtigste Urtheil über Deutschlands industrielle Leistungen ist aber offenbar das englische, da England in Bezug auf die Industrie den ersten Rang in der ganzen Welt einnimmt. Das englische Weltblatt „Times" schrieb über die deutsche Industrie vorige Woche Folgendes: „Deutschland ist gegenwärtig bet Weitem unser (Englands) gefährlichster industrieller Concurrent in der ganzen Welt, ent) man kann es nur bedauern, daß der Einfluß des deutschen Wettbewerbs auf die englische Industrie noch nicht daS volle Maß officieller Aufmerksamkeit gefunden hat, daS die Bedeutung der auf dem Spiele stehenden Jntereffen verdient. Wir haben einen commerziellen Attache in Paris und einen in Petersburg. Letzteres hat ein weites Arbeitsfeld, daS sich durch ganz Asien erstreckt, der erstere eins, daS nur geographisch weniger ausgedehnt ist- er wird nämlich in der Liste des Auswärtigen Amtes als „Commerzieller Attache für Europa" bezeichnet. Beide greifen, so viel ich weiß, ab und zu auch tn den Bereich deutscher Industrie über. Aber eS liegt auf der Hand, daß daS nur ein sehr unzulänglicher Noihbehelf sein kann. Die Ernennung eines competenten technischen BeirathS als commerzieller Attache für die britische Gesandtschaft in Berlin ist eines jener dringenden Erforder- niffe, deren lange Vernachlässigung unverantwortlich ist angesichts solcher Aeußerungen, wie kürzlich Mr. Ritchie sie machte mit Bezug auf die Ergebniffe britischen Capitols und britischer Arbeit gegenüber Deutschlands wachsender Concurrenz. AuS diesen Urtheilen über die deutsche Industrie geht hervor, daß dieselbe auf dem ganzen Weltmärkte im hohen Grade concurrenzfähig ist, und daß derselben massenhafte Aufträge zuströmen müffen, wenn die wirth'chaftltche Lage sich in Amerika, Rußland und den asiatischen Ländern weiter bessert. Natürlich ist auch in solchem Falle auf vermehrte Aufträge für die deutsche Industrie auS dem übrigen Europa zu rechnen. Deutscher Reich. Berlin, 5. December. Die Wiederwahl deS bisherigen, vom Centrum und den Freisinnigen gestellten Reichs- tagSpräfidiums hat den hierüber allseitig gehegten Erwartungen entsprochen, nachdem conservativerseitS die Uebernahme des ersten Dtcepräfidenrenposten abgelehnt worden war. Immerhin wird eS einigermaßen bemerkt, daß die Conser- vativen bei der Wahl des P äsidenten nicht, wie die National- liberalen und Freiconservativen, unbeschriebene Zettel abgaben, sondern gemeinsam mit den übrigen Parteigruppen deS Hauses für Herrn v. Buo l stimmten. ES liegt in diesem Vorgang immerhin eine gewisse Aufmerksamkeit der Conservativen gegenüber dem Centrum, welche von letzterem auch gebührend gewürdigt werden dürfte. Vielleicht erlangt das genannte vorkommniß im Verlaufe der Reichstagssession noch polt- tische Bedeutung, dahin, daß sich die Conservativen wieder mehr dem Centrum nähern, da das Verhältniß zwischen den Conservativen und den Nationalltberalen offenbar Manches zu wünschen übrig läßt. — Gegenüber den Ausführungen des Präsidenten Cleveland in der Botschaft betreffs der deutschen Schutzmaßregeln gegen die Einschleppung deS Texasfiebers und der in Preußen von StaatSausstchtswegen gegen einige nordamertkanische Versicherungs-Gesellschaften unter uommenen Schritte bemerkt die „Poft", daß die Viehetnfuhr aus den Vereinigten Staaten mit keinem anderen Maße gemessen werde, als die aus anderen Ländern, und daß ebenso wenig an die amerikanischen Versicherungsgesellschaften weiter- gehende Anforderungen gestellt werden, als an andere. Deutschlands Interessen an der ungehemmten Ausfuhr nach den Vereinigten Staaten seien sehr erheblich; noch sehr viel erheblicher, als daS Interesse an der Ausfuhr nach Rußland. Aber die Vereinigten Staaten hätten mindestens das gleiche Interesse daran, daß ihnen der deutsche Markt offen bleibt. Bei einem Handelskriege sei Deutschland der stärkere Theil. Man müffe sich hüten, eine Retorfionspolivk einzuleiten, die zu einem Handelskriege führen könne. Die Warnung gelte sowohl für die Vereinigten Staaten, wie für Deutschland. — Der Antrag Kanitz, betreffend die Befestigung der Getreidepreise auf mittlerer Höhe, ging dem Re'chStage mit 101 Unterschriften versehen zu. Antragsteller sind die Abgg. Graf Kanitz Podangen, Graf von Schwerin-Löwitz, von Plötz, von Kardorff, Lebermann von Sonnenberg, Schwerdtfeger. Unterstützt ist der Antrag von den Conservativen, Reichsparteilern, Deutsch - Sozialen, Bayerischen Bauernbündlern, einzelnen Nationalliberalen und einzelnen „Wilden", so u. a. auch von Dr. Sigl. Der vormalige RetchsiagSpräfident Dr. von Leoetzow hat diesmal gleichfalls den Antrag unterzeichnet. Neueste Nachrichten. WolffS telegraphisches Correspondenz-Bureau. Berlin, 6. December. Der „ReichSanzeigrr" meldet: Auf die Dividende der Reichsb ankantheile für 1895 wird vom 16. December d. I. ab eine zweite halbjährliche Abschlagszahlung von 1*/, Procent oder Mk. 52,50 für den Dividendenschein Nr. 14 gezahlt. Berlin, 6. December. Den Morgenblättern zufolge geben die deutsch-ostafrikanische Gesellschaft und die Eisenbahngesellschaft in Deutsch. Ostafrika bekannt, daß der Geologe Stapff im October, 60 Kilometer Luftlinie westlich von Tanga, an mehreren Punkten daS Vorkommen goldhaltigen Quarzes constatirte und dieUeberzeugung gewonnen hat, einen 5Kilometer langen Goldquarz- Gang gefunden zu haben. Der nach StapffS Erkrankung nach Oftafrika zur Untersuchung entsandte englische Bergingenieur Martin tklegraphirte, daß die Strecke dem Anscheine nach anbauwürdig sei. Berlin, 6. December. Der „Post" zufolge lassen sich in der am 11. und 12. dS. Mts. in Dresden tagenden europäischen Fahrplanconferenz 100 Eisenbahn und Dampfschifffahrts. Gesellschaften durch 160 Delegiere vertreten. Auch Vertreter Preußens, Sachsens, Oesterreichs und andere Regierungen nehmen Theil. Es liegen zahlreiche Anträge vor, darunter die geplante Verbesserung der Schnellzugsverbindungen Berlin-Leipzig, Dresden « Wien, Vermehrung der Schnellzugsverbindungen Berlin * Dresden, sowie verbesserte Zugverbindungen zwischen Dresden-Berlin- London über Holland. Hannover, 6. December. Der Hai ser verblieb während des Vormittags im Schlosse und nahm Meldungen und Vorträge entgegen. Um 12 Uhr wurde eine Deputation der reformirten Gemeinde vom Kaiser empfangen, die den Dank für einen Beitrag zu dem Bau einer Kirche abftattete. Hierauf fand Frühstückstafel statt, während welcher der Hannoversche Männergesangverein Lieder vortrug. Die Schulen find heute geschlossen. Hamburg, 6. December. Ein seit gestern wüthender West-Süd West-Sturm verursachte in der Hafengegend und den niedriger gelegenen Häusern der inneren Stadt vielfach Ueberschwemmungen und bedeutenden Materialschaden. Die Feuerwehr ist an vielen Stellen beschäftigt, die Keller leer zu pumpen. Viele Transportfahrzeuge find voll Wasser geschlagen und gesunken. Auch auß Harburg, Cuxhaven, Lübeck, Kiel und vielen anderen Orten laufen Berichte Über Sturm- und Hochwasserschäden ein. Die Telephonverbindungen sind vielfach unterbrochen. Schwerin, 6. December. Die Commisfion zur Berathung der Vorlage über Gehaltsaufbesserung für die Vo Iks s ch ullehrer hat dem Landtage neue Vorschläge gemacht. Nach diesen sollen die Mehrkosten nicht durch die Landesfteuer gedeckt, sondern von der Ritterschaft, den Städten und Dominialgebieten, von jedem Theil für sich, übernommen werden. Coustantiuopel, 6. December. Die Berichte, wonach die 6 Großmächte thatsächlich ein Ultimatum über die Frage der zweiten StatiouSschiffe vorgclegt hätten, find ungenau. Aber wahr ist eS, daß die Botschafter Vorstellungen über die Sachlage machten, welche zu einem neuen Austausch der Ansichten darüber führten. Depelchm brt Bure«« »Herold". Berlin, 6. December. Die Meldung von der Cou- stituirung deS Reichstages ist dem Kaiser zugegangen. Der Empfang deS Präsidiums wird Anfang nächster Woche statifinden, sobald der Kaiser auß Hannover zurückgekehrt sein wird. Berlin, 6. December. Dem Reichstage find in Form von Gesetzentwürfen folgende Anträge zugegangeu: Von den Abgeordneten Ancker und Gen , betreffend daS Vereins- und Versammlungsrecht,- von den Abgeordneten Dr. Lieber, Dr. Hitze, Neckermann, Spahn und Dr. Schädler, sowie von den Abgeordneten Dr. Schneider und Genossen, betreffend die eingetragenen Berufsvereine; von den Abgeordneten Dr. Rmtelen, Spahn, Dr. Bachem, Dr. Hitze und Lerno, betr. die Abänderung der ConcurSordnung vom 10. Febr. 1877, sowie von den Abgeordneten Dr. Förster und Metzner, betreffend die Aufhebung des Gesetzes über die Impfung mit Schutzpocken vom 8. April 1874, und von den Abgeordneten Colbus und Genossen auf Abänderung deS § 31 deS Gesetzes Über die Presse vom 7. Mai 1874, sowie be'reffend die Neuregelung der Wahlen zum Landesausschuffe von Elsaß-Lorhringen. Berlin, 6. December. Von den Abgeordneten Baffer- mann und Genossen ging dem Reichstage folgender Antrag zu: Der Reichstag wolle beschließen, die verbündeten Regierungen zu ersuchen, einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch welchen die Bauhandwerker und Bauarbeiter für ihre auß Arbeiten und Lieferungen an Neu- und Umbauten erwachsenen Forderungen gesichert werden und dabei insbesondere die Einräumung eine- gesetzlichen FaustrechtS an den Liegenschaften in Erwägung zu ziehen, welche durch die erwähnten Leistungen einen Mehrwerth erfahren haben. Dieser Mehrwerth, welcher durch gerichtliche Schätzung festzustellen ist, soll allen hypothekarischen Forderungen Vorgehen, soweit diese den gerichtlich festzusetzenden Werth der Liegenschaft zur Zeit des Baubeginns überschreiten. Berlin, 6. December. Der Antrag auf Aufhebung des JesuttengesetzeS befindet sich diesmal nicht unter den vom Zentrum vorbereiteten Anträgen. Berlin, 3. December. Die „Staatsbürger-Zeitung" schreibt heute zu der Ministerkrisis: Herr von Köller sei in der Angelegenheit der socialtstischen Wahlveretne überhaupt nicht, also auch nicht eigenmächtig, vorgegangen. Die Initiative hierzu habe einzig und allein daß Polizeipräsidium ergriffen, welches dabei im Einvernehmen mit der zuständigen Staatsanwaltschaft beim Landgericht I handelte. Die Prüfung des Materials habe zur vorläufigen Schließung der Vereine geführt. Der Minister des Innern habe von dem Vorgehen vorher keine Kenntniß erhalten, wäre eS aber geschehen, so hätte er den gesetzlichen Verlauf der Dinge auch gar nicht aufhalten können. Berlin, 6. December. Dem Vernehmen nach dürfte Minister v. Köller bet seiner Verabschiedung den Character als Wirklicher Geheimerath mit dem Prädicat Excellenz belassen werden, ohne daß ihm vorläufig ein anderer Posten im Staatsdienst übertragen werden dürfte. Berlin, 6. December. In unterrichteten Kreisen wird jetzt als Nachfolger des Ministers v. Köller der Oberpräsident von Westfalen, Studt, genannt. Berlin, 6. December. Die „Neuesten Nachr." stellen gegenüber einer anderen Meldung fest, daß thatsächlich eine Audienz des Ministers v. Köller beim Kaiser ftattgefunden hat, und zwar am Montag Morgen vor 8 Uhr in Potsdam auf Grund eineß Allerhöchsten Befehls. Weiter stellt dasselbe Blatt fest, daß Fürst Hohenlohe in dem Telegramm, welches er am Mittag des 26. October v. I. vom Kaiser erhielt, ersucht wurde, Herrn v. Köller mitzubringen. Die beiden Herren reisten zusammen und einer Aufklärung dieser Berufung durch die „Frankfurter Zeitungß- Colportage bedurfte es für keinen von Beiden. Von kundiger Seite wird den „Neuesten Nachrichten" entschieden verneint, daß die Angelegenheit Delbrück irgend welche Rolle in dieser neuesten Wendung gespielt hat. Herr v. Köller hatte die Unvorsichtigkeit begangen, Herrn Delbrück eine Bedeutung beizumessen, die dieser weder hat, noch beansprucht. Deshalb war das eingeleitete Verfahren ein politischer Fehler. Die „Neuesten Nachrichten" haben allen Grund, zu vermuthen, daß die entscheidenden Momente einzig und allein auf dem Gebiete der Milttärftrafproceß- Reform, und zwar weniger Sommer vergönnt war, die Alpen zu bereisen. ES wurden im Berichtsjahre 9 Vorträge gehalten und 12 Ausflüge in unsere schöne Umgebung unternommen. Mit besonderem Dank wurde der Bereitwilligkeit des hiesigen Verschönerungsvereins und des Wetzlarer TaunuSclub gedacht, den Verein bet seinen Wegbezeichnungen zu unterstützen. In den Vorstand wurden die Herren Dr. Klewttz, Verlagsbuchhändler Roth, Dr. Nestling, Realgymvafiallehrer Hedderich und Kaufmann Th. Haubach gewählt. ** Lahuthal Zilherbvud. In dem morgen (Sonntag) Abend in „Steins Saalbau" stattfindenden Zither»Coucerte wird die Vielseitigkeit der Zither in so abwechslungsreicher Weise vorgeführt, daß Alle, die von derselben als einem dürftigen, außerhalb der Tonkunst stehenden Instrumente sich bisher abwenden zu müffen glaubten, für die Klangschönheit und den Reichthum der Töne dieses Instrumentes gewonnen werden. Das Programm bringt Namen bedeutender Zither- Componiften, von welchen besonders Jos. Haustein und Johs. Pugh hervorgehoben zu werden verdienen. AuS- haltung aus. In Berlin und Leipzig wurde gekauft: Weizen für 137 bi» 150 Mk., je nach Güte, Roggen für 116 bis 122 Mk., Gerste für 112 bis 175 Mk., Hafer für 117 bi» 150 Mk. per 20 Gentner. Auszug aus den Standesamtsreglfterir der Stadt Oieheu. #ofge»M>u. November: 30. Wiegand Wagner, Metzger zu Gießen, mit Anna Katharina Schäfer zu Ernsthausen December: 3. Friedrich Ludwig Weber, Feldwebel dahier, mit Emma Elisabetha Karolina Sophie Marte Schmidt zu Bauernbetm. 6. KaSpar Becker, Straß.» wart zu Gießen, mit Anna Franziska Elisabetha Schmitt von Rödgrn. December: 4. Friedrich Peter Ferdinand Brandl, Monteur dahier, mit Anna Mart- Panz hterselbst. 6. Johannes Schneider, Arbeiter dahier, mit Katbartna Wagner Hierselbst. 6. Johann Ludwig Appel, Schuhmacher dahier, mtt Elisabeth Heidelbach hterselbst 6. Johann Georg Panz, Dachdecker dahier, mtt Helene Frey hterselbst. •Ootetu. November: 27. Dem Bremser Georg Schäfer etn Sohn. 29. Dem Schuhmacher KaSpar Wilhelm Backhaus etn Sohn. 29. Dem Feldwebel Theodor Ernst etn Sohn. 30. Dem Schreiner Heinrich Klinke! Zwillinge, zwei Söhne, Heinrich und Ernst. — December: 1. Dem Schneider Karl August Göbel etn Sohn, Karl. 1. Dem Fabrikarbeiter Ludwig Weber II. ein Sohn, Wilhelm Adam Christian. 4 Dem Weinhändler Carl Schwan jun. dn Sohn SttUirMot. November: 29. Margarethe Steuernagel, geb. Semmler, 67 Jahre alt, Wittwe von Landwtrth Johannes Steuernagel dahier. 30. Luift Schäfer, geb. Lang, Ehefrau von Maichtnenarbetter Ludwig Schäfer dahier. December: 1. Carl Stumpf, 7 Wochen alt, Sohn von Schuhmacher Carl Stumpf dahier. 2 Wilhelm Ries, 31 Jahre eit, Landwtrth von Eppenrod, Unterlabnkrets. 3. Pauline Püse, geb. Kranz, 44 Jahre alt, Ehefrau von Mtistonar Heinrich Püse zu Herborn. 4. Jobannette Lyncker, geb. Wetdtg, 79 Jahre alt, Wittwe von Land- wirth Friedrich Lyncker zu Schtffenberg. Frifchboru, 6. December. Ein mit Glücksgüterv wenig gesegneter Schuhmacher dahier hatte das Glück, bei der am 8. und 9. November dss. I». abgehaltenen Berliner Pferdelotterie einen Hauptgewinn (Luxuswagen) ü« Werthe von 2500 Mk. zu gewinnen. Der Betreffende er« hielt dafür 1875 Mk. ausbezahlt. Darmstadt, 5. December. In der gestrigen Monat» verfammlung des AnwaltSvereinS wurde hinfichtltch der Sonntagsruhe einstimmig beschloßen, vom nächsten Jahre ab„ an Sonntagen und gesetzlichen Feiertagen die GeichäftSräume geschloffen zu halten und mtt Ausnahme von Notfällen Parteien nicht zu empfangen, vorausgesetzt, daß sämmtliche hiesigen Anwälte mit dieser Anordnung einverstanden sind und dem Beschluffe beitreten. Infolge Entgegenkommens des Präsidenten und der Directoren des hiesige« Landgerichts ist, wie die „Darmst. Ztg." mittheilt, in dem SamStag ein von Terminen freier Tag geschaffen worden, indem die Erste Civilkammer des Landgerichts an Samstagen Termine ferner nicht mehr abhalten wird und an der Strafkammer solche an Samstage nur noch auSnahmweise stattfinden sollen. Man spricht hier die Erwartung au», daß sich keiner der hiesigen Anwälte von jener Neuerung ausschlteßeu wird und ähnliche Beschlüsse in Mainz und Gleßen gefaßt werden. Dcmrifcfrtts» * Marburg, 5. December. In Winterscheid (Kreiß Ziegenhain) ereignete sich bet einem Schlachtfest ein Unglücks- fall. Am Abend begehrten junge Leute, al» „Wurftmännchen" verkleidet, nach örtlicher Sitte, Einlaß bei einem dortigen Einwohner. Der Einlaß wurde ihnen verweigert, da foll einer der „Wurftmannchen" zum Scherz das Gewehr, da» er wohl für nicht geladen hielt, auf den Mann angelegt haben. Ein Schuß fiel, die Kugel drang dem Unglücklichen in den Kopf und führte feinen sofortigen Tod herbei. * Berlin, 6. December. Die Volkszählung ergab für Berlin eine Bevölkerungsziffer von 1674115. * Rill, 6. December. Infolge der Maul- und Klauenseuche wurden im Kreise Siegburg, in Merheim (Kreis Köln), sowie im Kreise Saarlouis die gesammten Viehmärkte gesperrt. übende Vereine dabei sind: Gießener Zitherkranz, Zither- Verein AlpenröSchen Gießen, Zitherverein Marburg, Zitherclub Bad«Nauheim, ferner Mitglieder des Bundes aus Wetzlar, Grünberg, Butzbach und Schotten. Als Begleitung zum Gesang ist die Zither vermöge des lieblichen, an« schmiegenden Tones geeignet, die schönsten Wirkungen und Klangeffecte hervorzubrtngen. Auszug aus -en Kirchenbüchern der Stadt (Siehe«. Svaagelifche Gemeinde. Getraute. MatthäuSaemeinde. Dm 4. December. Friedrich Peter Ferdinand Brandl, Monteur zu Gießen, und Anna Marte Pan;, Tochter des Dachdecker» Hermann Phllipp Ludwig Panz zu Gießen. MarkuSgemetnde. Dm 5. December. Konrad Seibert. Ackermann zu Wdgolt»- Hausen, und Marie Elise Brück, Tochter deS Forstwart» Karl Brück zu Rödgen. Den 6. December. Johann Georg Panz, Dachdecker zu Gieße», und Helene Frey, Tochter deS verstorbmm Maurer» Adam Fr«, zu Gießen. SttaafU. Matth SuSgemetnde. Dm 3. December. Ein unehelicher Sohn, Alfred Harry, geboren den 30. October. Den 5. December. Dem Kaufmann Heinrich Müller etn Sohn, Friedttch Reinhard Otto Heinrich, geboten den 23. October. MarkuSgemetnde. Den 1. December. Dem Archtteci Gustav Hamann eine Tochter, Emma Antonic Johanna, geboren dm 30. October. Denselben. Dem Bierkutscher Joseph Schuhmann et» Sohn, Heinrich Christian Georg Martin Otto, geboren dm 15. October. Denselben. Dem KrdSkassmrechner Adam Kau» ein Sohn, Heinrich WUhelm, geboren den 16. October. Denselben. Dem Kaufmann WUhelm Fritfch eine Tochter, Frieda Anna, geboren dm 4. October. Denselben. Dem Briefträger Georg Dehn» eine Tochter, Lina Marie, geboten dm 16. Octoder. LukaSgemetnd e. Den 1. December. Dem Gärtner Johanne» Heß di Sohn, Johannes Georg Karl, geboren den 18. Octoder. Diese und andere Vorzüge bestimmen sie deshalb zur treuen Gefährtin bet Arm und Reich, Jung und Alt, in frohen und ernsten Stunden, lieber den für die Liedervortrage mit Zitherbegleitung gewonnenen Künstler Herrn D. Emge entnehmen wir aus vorliegenden Berichten der „Offenbacher Zeitung" Folgendes: „DaS Tenorsolo deS Herrn Emge, ein stimmungsvolles Lied „Abschied", war ungemein reizvoll bei der feinen Nüancirung des innig empfundenen Inhalts der Tondichtung. Der junge Künstler brachte außerdem eine Romanze aus der Mehul'schen Oper „Josef" zu Gehör und gefiel auch hier durch den zarten Ausdruck, welchen er den dramatischen Stimmungen zu verleihen versteht. Der große Beifall veranlaßte ihn zu einer Zugabe." Somit kann den Concert- besuchern ein genußreicher Abend verbürgt werden. ** Da» Löwentheater ist auf Oswalds Garten eingetroffen und werden die Pioducttonen der Frl. Geschwister Berg im Centralkäfig nicht wenig überraschen. ES sei bemerkt, daß der Raum mit besonderer Rücksicht auf die tropischen Bewohner gut gehetzt ist. Der Besuch des Theaters sei daher bestens empfohlen, zumal der Ekntritlsprels ein mäßiger ist. *♦ Seltene WitternngSerfcheinnng. Sturmwind mit Schneegestöber, Donner und Blitz und gleichzeitig Heller Mondschein in einer Decembernacht dürften ein seltenes Naturschauspiel bieten. Heute Nacht gegen 2 bis 2i/i Uhr zeigte sich die Witterung in dieser tollen Laune. Die weißen Dächer im Mondschein, die im Winde treibenden Schneeflocken und die elektrischen Entladungen am süd östlichen Himmel boten ein auffallendes LandschaftSblld, wie man eS so leicht nicht wieder zu sehen bekommt. — Wie wir soeben erfahren, soll in Musch en heim der Blitz in den Ktrchihurm ein- geschlagen und auch gezündet haben. Nähere Nachricht fehlt noch. ** Aos dem Jllstizpalast. Gestern hielt weder die Strafkammer, noch das Schöffengericht eine Sitzung ab, es fehlte eben an spruchreifen Strafsachen. — Die angesetzt ge- wesene Schwurgerichtssitzung gegen Wilhelm Eckhardt von Ruppertsburg wegen Meineid wurde deßhalb abgesetzt, weil die Frist bei einer Zustellung gegen den Angeklagten nicht gewahrt war und dieser gegen die Verhandlung seiner Sache Einspruch erhob. Eckhardt verbüßt augenblicklich eine längere Freiheitsstrafe im Zellengesängniß Butzbach. ** Der Selreidemarkt. (Berichlswoche vom 30. November bis zum 6. December.) Das wichtigste Eteigniß auf dem Getreidemarkle ist das Steigen der Welzenpteife in Amerika und die geringer gewordene Zufuhr auf den amerikanischen Märkten. Ware der Berliner Markt nicht noch so seht mit Getreidevorräthen, zumal vom Frühjahr her auS Rußland, so vollgepfropft, so wäre für Weizen und Roggen auf den deutschen und österreichischlu Märkten gewiß in dieser Woche eine bedeutende Preissteigerung eingetreten. Unter den etn« derer übel mit; sowohl her Versuch auf die Zugspitze von der Wiener Neustädter Hütte auS, als auch der Plan, vom Pusterthal au» in die Dolomiten einzudringen, mußte auf gegeben werden. Die Fahrt ging daher über Trient, Padua, Venedig nach Feltre auf der Südseite der Dolomitalpen, da erfahrungsgemäß hier um diese Jahreszeit beständig schönes Wetter vorausgesetzt werden durfte. Von Primör führte eine dreistündige Fußwanderung nach S. Martino, das als Standort der Hochtouristen in neuerer Zeit sich einen Ruf . mal gegebenen Verhältnissen begnügten sich aber die Verähnlich dem von Zermatt erworben hat. Nach einer sehr I käufer mit kleinen Gewinnen und übten im Uebrigen Zurück- in dem Hauptgegenstande selbst als in einer Reihe von I anschaulichen Schilderung des Plateaus der Palagrnppe führte Nebenumständen liegen. unS der Vorttagende auf die Fradusta; verblüffend wirkt Berlin, 6. December. Der Reichskanzler hat die I namentlich der Rückblick auf den Tavignolosattel, der Dez- am 20. September 1893 in Bern zwischen dem deutschen I 8öno und (Simone trennt. Die Besteigung dieses ModebergeS Reich, Belgien, Frankreich, Italien, Luxemburg, den Nieder« zerfällt in die Ueberwindung eines Borbaus, der beleibten landen, Oesterreich Ungarn, Rußland und der Schweiz ver« Wanderern durch einen schmalen Durchschlupf einige Ber- einbarte Zusatzerklärung zu dem Internationalen Ueberein- I legenheit bereitet, und die Ersteigung deS dahinter sich auf» kommen über den Eis enb a hn « Fr ach tver kehr vom thürmenden fast senkrechten FelScolosseS, deffen untere Par- 14. Octoder 1890 im Originaltext und in deutscher lieber« thieen nunmehr ohne jede Gefahr mit Hilfe des großen fetzung zur verfassungsmäßigen Beschlußnahme zugehen lassen. Drahtseiles überwunden wurden. Wir schaffen unS noch durch Der Bundesrath hat diesen Abmachungen zugesttmmt. Eine einen Kamin und gelangen bald auf den Grat und über ihn erläuternde Denkschrift ist beigefügt. Durch diese Erklärung 3um Gipfel. Beim Abstieg wurde noch d e vezzana mit« wird die Frage deS Beitritts anderer Staaten in einfacher genommen, die man vom Travignolosattel bequem über Fels und zweckmäßiger Welse geregelt. Etwaige Bedenken, die und Schnee erreicht. — Von Paneveggio führte der Weg einem ohne Weiteres freigestellten Beitritt entgegenftehen ü&er Eencenghe nach Alleghe und Caprile, zwei jedem Alpenwürden, erscheinen mit Rücksicht auf die den ursprünglichen Wanderer beEennten Ortschaften, die leider in diesem Spät« VrrtragSstaaten vorbehaltene Genehmigung auSgeschloffen. Herbst von einem Brande verheert wurden. Nun an dem Berlin, 6. December. Anläßlich der Tbatsache, daß prachtvollen Pelmo vorbei nach Cortina und auf den Crtstallo, drei Mitglieder der nattonalltberalen RetchSlagsfractton, und der als Muster eines mäßig schwierigen Dolomitberges alle zwar die Abgg. Frhr. Hehl zu Herrnsheim, Graf Eigenthümlichkeiten dieser Besteigungen zeigt. Bänder führen Oriola und Ho sang sowie der Hospitant derfelden Fraction horizontal den Berg entlang, Kamine vermitteln das Em- Adg. Schwerdtfeger den Antrag Kanitz unterzeichnet porkommen zu einer höheren Stufe. Nach einer sehr anhaben, legt die „Nat.-Ztg." diesen Abgeordneten nahe, aus schaultcheu Darstellung der Ersteigung der großen Zinne der Fraction auSzuschetden. Denn deren ferneres Verbleiben wandte sich Redner der Drelschustersp tze zu, die die beste in derselben sei unmöglich, nachdem sie für eine s. Z. von Aussicht in den Sextener Dolomiten gewährt. Der dem Führer der Nationalliberalen, v. Bennigsen, öffentlich Vortragende fügte noch eine sehr humoristische Schilderung im Reichstage für „gemeinschädlich" bezeichnete Maßregel &er Ersteigung deS Einsers hinzu, und fand für wieder eingetreten find. Wenn Anhänger dieses Antrages ^ine lebendigen Ausführungen reichen Beifall. — AuS Mitglieder der nationalliberalen Fraction bleiben könnten, &em ^arauf erstatteten Geschäftsbericht heben wir hervor, dann würde man, sagt die „Nat.-Ztg.", in weiten Kreisen, | der Verein 85 Mitglieder zählt, deren 27 es in diesem die am gemäßigten Liberalismus festhalten, irre werden an der parlamentarischen Vertretung derselben. Berlin, 6. December. Wegen Aufreizung zum Klassenhaß ist gegen drei hiesige Buchhändler, welche einen anarchistischen Aufruf vertrieben hatten, Anklage erhoben worden. Die Verhandlung findet am 12. d. M. statt. Berlin, 6. December. Der Deutsche Buchdruckerverband hat den in Budapest strtkenden Buchdruckern eine Unterstützung von 15,000 Mk. bewilligt. Berlin, 6. December. Der „Localanzeiger" meldet auS Konstantinopel: Der erste Secretär des Sultans erschien heute in der britischen Botschaft, um die Auslieferung Said Paschas zu verlangen, was ihm jedoch verweigert wurde. Die Situation ist sehr ernst. Gerüchtweise verlautet, Said Paschas Flucht in die englische Botschaft sei erfolgt, weil er Beweise für einen gegen Kiamtl Pascha geplanten Anschlag besitze. Hannover, 6. December. Der Kaiser wohnte gestern Abend der Vorstellung im hiesigen Hoftheater bei. Heute Vormittag 10 Uhr findet große Parade statt. München, 6. December. In dem benachbarten Holzkirchen entftanb gestern Abend 7 Uhr ein großer Brand, ber beim Oberbräu entstand und sich auf drei weitere Gebäude infolge deS starken Orkan» übertrug. Später wurde noch ein weiteres Haus vom Feuer ergriffen. Der ganze Ort ist gefährdet. Paris, 6. December. Der „Figaro" bringt einen heftigen Artikel gegen die Pariser Weltausstellung im Jahre 1900. Derselbe fordert die Abgeordneten auf, gegen die Regierungsvorlage zu stimmen. DaS Land habe von dem Unternehmen gar keinen Nutzen zu erwarten. Der I Artikel erregt großes Aufsehen. Udine, 6.December. Hier wurde eine Falschmünzer- Werkstatt, die fich mit der Herstellung von 50-Gulden- noten befaßte, entdeckt. Drei Falschmünzer wurden von der Polizei verhaftet und die Utensilien confisclrt. _ totales unb provinzielles, Gießen, 7. December 1895. **W. Volkszählung. Die diesmalige Volkszählung ergab für die Provinzialhauptstadt Gießen 22 807 anwesende Personen gegen 20 571 bei der Zählung im Jahre 1890, also einen Zuwachs von 2182 Seelen. Bei der im Juni ds. IS. vorgenommenen Berufszählung waren 22753 Personen anwesend, so daß seit diesem Zeitpunkt ein PluS von 54 Einwohnern sich ergibt. Seit 1870, wo die Stadt 10223 Einwohner zählte, hat sich die Einwohnerschaft sonach mehr als verdoppelt, seit 1840 verdreifacht. Die genauen statistischen Angaben lassen sich erst in ungefähr 8 Tagen feststellen. Letzte Dresdener Gefammt Vorstellung. Aus den morgigen (Sonntag) letzten Gastspiel-Abend, ber eines ber besten Lustspiele Heinemanns, „Herr unb Frau Doctor", in überaus vorzüglicher Rollenbesetzung bringt, machen wir unsere Leser nochmals aufmerksam. Zweifellos bürste ein übervolles Haus Fräulein Bernharbt den Beweis bringen, welche Sympathie sich ihre künstlerischen Vorstellungen hier erworben. ** Deutscher uud österreichischer Alpeuvereiu. In ber vorgestrigen Monatsversammlung des Alpenverein» sprach I Herr Dr. Markwald über seine diesjährigen Wanderungen in den Dolomiten. Während der letzte Vortrag eine behagliche Schilderung genußreicher Thalwande- rungen gebracht hatte, führte Herr Dr. Markwald seine zahl- reichen Zuhörer auf die Hauptgipfel jenes Zauberlandes südlich de» Puster« und östlich de» ElsackthalS, das seit zwei Dccennien immer mehr den Strom der Hochtouristen auf fich lenkt. Im Anfang der Reise spielte da» Wetter dem Wan- Bankgeschäft S. Klein I ________________________________________•___________________________________________________________________ GIESSEN Marktstr. 4. 8972 = A. Gretscher, Giessen Neustadt 78. Giessen empfiehlt Loose aller genehmigten Lotterien. ■—: Prompte Zusendung der Gewinnliste. ------ Kunst-Ausstellung, SÄ'« nähme des Samstags, von 11 bis 1 Ubr, am Mittwoch auch noch von 3 bis 5 Ubr. Eonntag» während M Winter» ««nnterdroch-n von 11 bi» 8 Uhr. - (Stntrttt6pret6 für Nichtmttglteder an Werktagen 50 Pfg., an Sonntagen 20 Pfg. westen zu unbekannt ist. Hoher Druck liegt im Südwester, Europas und südlich der Alpen. voransftchUiche Witter««» r Zunächst noch unruhiges Wetter mit Niederschlägen und folgender Abkühlung.__ Verkehr, CanO< unö volkrwirthschaft. Oietzm, 7. December. Marktbericht. Auf dem heutigm WoLenmarkt kostete: Butter pr. Pfd. 1,00-1,10, Hühnereier pr. St. 7 A, 2 St. 00—0 4/ Enteneier pr. St 00 H, Gänseeier pr. St 00—00^, Käse pr. St. 4—8 A, Käsematte pr. St. 3 Erbsen pr. Ltter 18 Linsen pr. Liter 28 Tauben pr. Paar X 0, 0 bis 0,80, Hühner pr. Stück 1,00 bis 1,20, Hahnen pr. Stück X 0,75—1,00, Enten pr. Stück X 1,60-2,CO, Gänse pr. Pfund X 0 44—0 56, Ochsenfletsch pr. Pfd. 72—76 4- Kuh- und Rindfleisch pr. Pfd. 66-68 A, Schweinefleisch pr. Pfd. 56 bis 68 H, Schweine- flcisch, gesalzen, pr. Pfd. 72 4, Kalbfleisch pr. Pfd. 60-64 H Himmelfletsch pr. Pfd. 60-70 H, Kartoffeln pr. 100 Kilo 4,50 bis U,00 X, Weißkraut pr. Stück 8-i6 Zwiebeln pr. Centner X 3,00-4.00, Milch pr. Liter 16-20 4- JobanneSgemeinde. Dm 1. December. Dem Schreiner Fredrich Rosenbaum eine Tochter, Philipptne Lina, geboren den 4. October. Beerdistt. MarkuSgemetnde. Den 1. December. Margarethe Steuernagel, geb. Semmler, Wittwe des oerstorbmen Landwirths Johann Steuernagel zu Nteder- Lhmen. , Lukasgemeinde. «Den 2. December. Luise Schäfer, geb. Lang, Ehefrau des MafchtnenaibeiterS Ludwig Schäfer, alt 32 Jahre, starb den .30. Noarmber.__ Witterungsbericht vom 0. December. Die nördliche Depression ist unter weiterer Vertiefung von der norwegischen Küste in das Innere von Scandinavten heretngeruckt und dürste dieselbe nun auf südlicher Bahn gegen Rußland weiter schreiten. Das Sturmfeld reichte heute Morgen vom Atlantischen Ocean über die britischen Inseln, Frankreich und Central-Europa bis nach Rußland herein: ebenso stebt das Nord-und Ostsee-Gebiet unter seiner Herrschaft, während seine Erstreckung gegen Norden und Nord- Concursverfahren. Ueber das Vermögen des früheren Bürgermeisters Scheerer zu Rüd- dingshausen wird heute, am 30. November 1895, Vormittags 11 Uhr, das Concursverfahren eröffnet. Der Stadtrechner Herr Gottfried Repp IV. zu Homberg wird zum Concursverwalter ernannt. Concursforderungen 'sind bis zum 21. December 1895 bei dem Gerichte anzumelden. Es wird zur Beschlußfaffung über die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines (Mu- bigerausschuffes und eintretenden Falls über die in § 120 der Concursord- nung bezeichneten Gegenstände und zur Prüfung der angemeldeten Forde« rilngen auf Samstag den 28. December 1895, Vormittags 11 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte Termin anberaumt. 10231 Allen Personen, welche eine zur Concursmaffe gehörige Sache in Besitz haben oder zur Concursmaffe etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Concursverwalter dis zum 21. December 1895 Anzeige zu machen. Grotzh. Amtsgericht zu Homberg. Holzversteigerung im Gießener Stadtwald. Montag, lv.Decemberl895 Vormittags 9*/2 Uhr beginnend, sollen im Gießener Stadtwald, in den Districten Neuheege und Ober-Haag versteigert werden: 58 Eichenstämme mit 24,27 Festm. 144 Kiefern- und Fichten-Stämme mit 67,10 Festmeter. 11 Fichten-Derbstangen mit 1,25 Festmeter. 59 Nmtr. Eichen-Scheitholz. 82 „ Nadel-Scheitholz. 56,5 „ Eichen-Knüppelholz. 103 „ Nadel-Knüppelholz. 2710 Wellen Eichen Reisih. 1560 „ Nadel-Reisig. 86 Rmtr. Eichen-Stockholz. 57 „ Nadel Stockholz. Die Zusammenkunft ist auf der Licherftraße an der ersten Schneise. Gießen, den 5. December 1895. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. 10263 Versteigerung. Donnerstag, 12. December 1895, Nachmittags 3 Uhr, soll die Lieferung von 70 cbm Uuter- haltnngssteiuen auf die hiesige OrlSstraße, das Liefern von Kies, sowie das Eirrdecken der Steine auf dem Rathhaus dahier versteigert werden. Wiefeck, am 7. December 1895. Großherzogl. Bürgermeisterei Wiefeck. 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