’ird damit amserordeoil. , er u°lj bequem, - acd r r tropfenweise Verwendung d r ' «ton Geschäften, uppenuyme führen. Tt, Abends 8 Uh in. THE ütz sber“ tarnt. aus Sßieübabea. labet ein (7428 üduntzsverüns. kAXXXXXXA KXXuiükAiAi*A Mora tuogssest im Saale bei ngsmlrägtlitll, Damenkarten fönwB( M Der Vorst»«-. -en 9. StMtn , Grösser, Nr. 211 Der -ietzcner Anzeiger erjdjeint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener AamilienvtLtter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal brigelegt. Zweites Blatt. Sonntag den 8. September 18M Keßener Anzeiger vierteljähriger kj Avonncmeutsprelsr W 2 Mark 20 Pfg. mit Generat-Mnzeiger. Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Psg. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchulstraße $U.7. Fernsprecher 51. Anrts- und Airzeigeblatt für den Tireis Gieren. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den -okgenden Tag erscheinenden Nummer bis Dorm. 10 Uhr. Gratisbeilage: Gießener Jamilienölätter. All: Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Ist Schwindsucht erblich? Trost- und Mahnwort an alle Schwindsüchtigen. Von Dr. Otto Gotthilf. (Nachdruck verboten.) In Deutschland sterben an Schwindsucht jährlich über 150000 Menschen! Was bedeuten im Verhältniß zu diesem ungeheuren, unheimlich regelmäßig wiederkehrenden Menschen- verlufte die wenigen Tausende, welche alle paar Jahrzehnte einmal einer Cholera- oder Jnfluenzaepidemie zum Opfer fallen? ES ist eben hier nur die ganz plötzlich auftretende Mafsensterblichkeit, welche einen so großen Schrecken hervorruft. Dazu kommt die traurige Thatsache, daß dieser furchtbare Feind der menschlichen Wohlfahrt oft geradezu als Schlange am Busen genährt wird. Der Grund hierfür liegt in der vielverbreiteten, verhängnißvollen Ansicht, daß die Schwindsüchtigen diese Krankheit geerbt haben und daher von vornherein wie Todescandtdaren erzogen und behandelt werden. Die früher allgemeine Annahme von der Erblichkeit der Tuberkulose (Schwindsucht) gerieth in ärztlichen Kreisen be- sonders ins Wanken mit der Entdeckung des Tuberkelbacillus durch Profesior Robert Koch. Seitdem fand man in Räumen, in welchen Schwindsüchtige sich ohne größere Sorge für Reinlichkeit aufhielten, überall unzählige der mörderischen Bacterien und schloß mit Recht daraus, daß die später erkrankten Familienmitglieder doch wohl erst in dieser unheil- schwangern Umgebung den Todeskeim in sich ausgenommen hätten. Diese Ansicht wurde gestützt durch die Statistik, nach welcher die Sterblichkeit an Tuberkulose in den Kinderjahren auffallend gering ist und erst mit dem späteren Lebensalter bedeutend anfteigt. Wären die vielen Schwindsüchtigen schon von Geburt an durchseucht gewesen, so würde der zarte, kindliche Organismus doch jedenfalls nur sehr kurze Zeit Widerstand haben leisten können, die Sterblichkeit müßte also, im Gegensatz zur Wirklichkeit, im KindeSalter am größten, in den späteren Lebensjahren aber bei Weitem geringer sein. Diese und andere, rein wissenschaftliche Gründe haben in den letzten Jahren, wenigstens bet den Aerzten, den unheilvollen Wahn von der Erblichkeit der Schwindsucht zerstört und zu der Ueberzeugung geführt, daß es sich bei den Erkrankungen ganzer Familien und Generationen um ^ine im Hause, in der Familie früher oder später stattgefundene Ansteckung, um eine „Familieninfection", handelt. Allerdings konnte man sich nicht verhehlen, daß die Kinder schwindsüchtiger Eltern bisweilen etwas schwächlich, namentlich engbrüstig sind. Daher sagt man jetzt: Nicht die Schwindsucht ist erblich, sondern die schwächliche, körperliche Anlage dazu, die Disposition, wodurch dann die spätere Aufnahme der Krankheit begünstigt wird. Dr. Wyssokowi cz sagt in den Miltheilungen auS Dr. BrehmerS Heilanstalt in Görbersborf: „Wenn auch die Tuberkelbacillen erblich nicht übertragen werden, so beweist daS doch nicht, daß von phthisijchen (ichwindsüchtigen) Eltern immer gesunde Nachkommen abftammen sollen. Umgekehrt: gleichwie magerem Acker keine gesunden Halme und vollen Aehreu entsprießen, gleichwie ein dürrer, angebrochener Baum keine saftigen, süßen Früchte trägt, so wird auch der kranke Körper mit gebrochener Gesundheit und schwachen Kräften häufig keine gesunde, kräftige Nachkommenschaft haben. Das ist der Grund, warum phthisische Eltern oft nur schwächliche, zarte Kinder haben. Diese angeborene Schwäche macht gewöhnlich das auS,"was man alS Prädisposition zu Erkrankungen bezeichnet." Diese Worte mögen zwar etwas übertrieben sein, jedoch sonst den Thatsachen ziemlich entsprechen. Aber werden nicht gerade die „zarten" Kinder später oft die zähesten und widerstandsfähigsten Männer und Frauen, wenn sie sich nur einer richtigen Gesundheitspflege unterziehen? Wer fällt denn den Krankheiten eher zum Opfer, die starken, robusten oder die schmächtigen, zähen Leute? In wie hohem Grade dies gerade bei schwächlichen oder, wenn man denn einmal so will, bei den zur Schwindsucht beanlagten Kindern, zutrifft, wird am besten durch die Statistik bewiesen. Hierbei ist namentlich im Auge zu behalten, daß das wichtigste Lebenselement für alle Menschen, besonders aber für die „zur Schwindsucht DiSponirten" die frische, freie Luft in Wald und Wiese, in Feld und Flur ist. Freiwillig und unfreiwillig Hungernde haben bewiesen, daß man wohl ohne Nahrung längere Zeit, ungefähr vierzig Tage, aushalten kann, aber ohne Luft vermag der Mensch nur wenige Minuten zu leben. Die Luft also ist als die allernothwendigste Lebensspeise anzusehen. Nach der sehr genauen und zuverlässigen „Preußischen Statistik" starben von je 10 000 in jeder Altersklaffe Lebenden an Schwindsucht im Durchschnitt: im ersten Lebensjahre 23,45 im Alter von 1 bis 2 Jahren 20,41 // // 2 n 3 // 12,51 H // // 3 H 5 // 6,83 H n // 5 n 10 V 4,66 H // tt 10 n 15 // 5,86 U n u 15 H 20 // 18,37 M n // 20 n 25 n 30,24 n n // 25 n 30 36,73 n // // 30 n 40 n 41,12 // // // 40 n 50 u 48,42 N ft // 50 // 60 // 67,94 H t! // 60 !> 70 // 93,18 In den beiden i ersten Lebensjahren erreicht also die Sterblichkeit, wenn sie auch bei Weitem nicht so hoch ist wie im späteren Alter, doch eine ziemlich hohe Ziffer. Dies dürfte wohl fast stets auf einer Ansteckung durch schwindsüchtige Eltern beruhen. Man bedenke doch die engen Beziehungen des Neugeborenen zur Mutter und Familie. DaS Kind kommt in der ersten Zeit fast gar nicht auk dem Schlafzimmer heraus. In den ärmeren Klaffen theilt es sogar daS Bett mit der Mutter. Ist eS noch dazu zart und schwächlich, so wird es meist nur bei ganz ungetrübtem Sonnenschein herausgelassen, sonst aber in dem staubigen, dumpfigen, im Winter mit giftigen Leucht- und Heizgasen angefüllten Zimmer zurückgehalten. Selbst wenn Wochen- oder monatelang kein gutes Wetter eintritt, bleibt efl in häuslicher Gefangenschaft, abgesperrt von seinem „Lebenselement". Diese höchst verderbliche, luftscheue Erziehungsmethode bewog schon in den siebenziger Jahren den großen hygienischen Practiker, SanitätS« rath Dr. P. Niemeyer, in seinen „ärztlichen Sprechstunden" einen Aufruf zur Gründung eines „Antiktnder- sclavereivereineö" zu erlaffen. Glücklicherweise ändert sich diese naturwidrige Lebensweise etwas, sobald die Kinder laufen können und nun in jedem unbewachten Augenblicke mit jugendlichem Frohsinn hinauSstürmen ins Freie. Daher finkt auch die Sterblichkeit in dieser Zeit, wie die Statistik beweist, auf die Hälfte derjenigen im ersten Lebensjahre herab. Aber die gesundeste Lebensweise tritt erst ein, wenn die Schule ihre Rechte geltend macht. Da müssen die Kinder den mehr oder weniger langen Weg von und zur Schule bei Wind und Wetter zwei- bis viermal täglich zurücklegen, müssen turnen und spielen und sich an gemeinsamen Spaziergängen betheiligen. Nach den Schulstunden toben und tummeln sie sich dann mit ihren Kameraden herum, unbekümmert um die ängstlich nachrufende Mutter, welche ihnen erst noch ein Halstuch umbinden will. Und die Folge davon? Die Sterblichkeit der Schwindsucht sinkt plötzlich bei Beginn der Schulzeit auf die allerniedrigste Stufe (4,66) herab, beträgt nur ein Fünftel derjenigen des ersten Lebensjahres, den zwanzigsten Theil der höchsten Sterbeziffer und bleibt fast gleichmäßig fo niedrig bis zum fünfzehnten Jahre, also ungefähr bis zur Schulentlaffung! Wenn irgendwie Zahlen reden, so müssen diese doch wahrlich eine für Jedermann verständliche Sprache reden. Nach der Schulzeit muß dann der junge Mann infolge seines Berufes meist den Tag über in der Fabrik, im Geschäft oder Bureau zubringen und benützt auch, waS das Schlimmste ist, seine freien Stunden und Tage selten zu einem Luftbade draußen in der frischen Lebenslust, sondern vergiftet seine Lungen mit Staub und Qualm in der stickigen Atmosphäre der Restaurationen. Die jungen Mädchen aber ergreifen entweder auch einen dieser Berufe oder sitzen daheim mit zusammengedrückter Brust über die Handarbeit gebückt. Und die Folge davon? Plötzlich steigt wieder in des Lebens „Blüthezeit", vorn sechzehnten bis dreißigsten Jahre, die Sterblichkeit an Schwindsucht um das vier- bis siebenfache, um dann, Hand in Hand mit der immer größeren Schwächung des Körpers durch jene immer länger einwirkenden schädlichen Einflüffe auf die Lunge, von Jahr zu Jahr mehr und mehr anzuwachsen. Wohl mag die eben geschilderte Lebensweise den Jünglingen und Jungfrauen mit ganz fester Gesundheit weniger Schaden bringen, aber die „zur Schwindsucht disponirten" Nachkommen tuberkulöser Familien müffen ganz anders leben. Zunächst sollen sie einen Beruf wählen, der ihnen gestattet, sich stets in der frischen, freien Luft aufzuhalten, also den eines Forstmannes, Gärtners, LaudwirtheS, SemauneS usw. Ist dies aber schon versäumt oder zeigen sich erst später Sckwächezustäode und Lungenbeschwerden, daun wechsle man sofort den Beruf oder ändere ihn zu einem gesundheitSsörder- lichen um. Dr. Weber, Chefarzt deS deutschen HoSpitalS in London, eine Autorität auf diesem Gebiete, sagt: „Ich habe wiederholt Gelegenheit gehabt, zu sehen, wie schwindsüchtige Bäcker, welche an Stelle ihrer Lehrjungen längere Zeit hindurch täglich mehrere Stunden die Brodkarren durch die Straßen fuhren, dadurch fast vollständig wieder gesundeten und kräftige, blühende Menschen wurden." Dr. Niemeyer erzählt von einem vierzigjährigen Schuhmacher, der sich von seiner Schwindsucht dadurch kurirte, daß er Landwirth wurde, und in seinem Werke „Grundzüge einer Radicalkur der Lungenschwindsucht" bringt er Bild und Beschreibung eines schon stark abgezehrten Handwerkers, der, zum Eisenbahndienst übergegangen, sich als Wärter auf einer Brücke, zu welcher er einen weiten Weg von daheim hatte, jahrzehntelang bei bestem Wohlsein erhielt. Ich kenne einen Schuhmacher, der vor drei Jahren hochgradig schwindsüchtig war, deshalb seinen Beruf aufgeben mußte und seitdem tagtäglich bei jedem Wetter von Morgens 7 Uhr bis Abends 8 Uhr mit dem Milchkarren von Haus zu Haus fährt. Jetzt sieht er frisch und munter auS und fühlt sich so wohl und gesund wie nie in seinem Leben. lNberhaupt ist der Mensch gar nicht zur Tuberkulose beanlagt. Wenn er seine Lungen nur einigermaßen kräftig und widerstandSsähig erhält, so vermögen die etwa eindringenden Bacillen keinen Schaden anzurichten. Profeffor Dr. Gärtner (Jena) sagt: „In vielen Fällen bleibt die Tuberkulose Monate und Jahre, ja daS ganze Leben hindurch local, und nicht selten wird der Tod nicht durch Tuberkulose, sondern durch eine andere Krankheit hervorgerufen. Der Mensch gehört also keineswegs zu den für Tuberkulose bestdiSponirten lebenden Wesen." ES darf aber freilich kein Lungenschwacher erst dann eine „Luftkur" beginnen, wenn der „Anfang vom Ende" da ist, sondern von klein auf, sein ganzes Leben hindurch muß er sich einer Luft- und BewegungSkur widmen. „Die Behandlung der Schwindsucht muß gleich zu Anfang so geübt werden, wie es jetzt gewöhnlich erst gegen das Ende geschieht", sagt sehr richtig ein französischer Specialschriftsteller. Die Eltern dürfen ihren schwächlichen Liebling nicht in der Stube gefangen halten, sondern müssen ihn die unentbehrliche Luftspeise in vollen, tiefen Zügen recht oft genießen lasten. Nicht die Schwindsucht als solche „liegt in der Familie", sondern die sie erzeugende, gesundheitswidrige, sagen wir „schwindsuchtmachende" Lebensweise erbt von Vater und Mutter auf Sohn und Tochter. Wer aber in wahrer GesundheitSfreudigkeit der gerade bei Schwindsüchtigen so stark hervortretenden Liebe zu Luft und Bewegung freien Lauf läßt, der gebraucht die einzig richtige Radicalkur gegen Lungenschwindsucht und wird sich bald wie neugeboren fühlen. Das beweisen tausend und abertausend Fälle in der medicinischen Literatur und das weiß ich aus eigener Erfahrung an mir selbst. Vermischter * AuS Anlaß einer Bekanntmachung im Reichsanzeiger über die Kranken- und Begräbnißkaffe des Verbandes reisender Kaufleute Deutschlands zu Leipzig sind unrichtige Angaben durch die Preste gegangen, die geeignet sein dürsten, in kaufmännischen Kreisen Verwirrung hervorzurufen. Richtig ist nur, daß die genannte Kaste auf baß Recht verzichtet hat, de» § 75 des Krankenversicherungsgesetzes zu genügen, weil die Zahl von nur 800 Mitgliedern es ihr bei Freizügigkeit im Deutschen Reiche unmöglich machte, den Anforderungen des neuen Gesetzes aus die Dauer entsprechen zu können. Unzutreffend ist dagegen, daß diese Kaste „eine der größten eingetragenen Hülfskasten" sei, denn die Kranken» und Be» gräbuißkaste des Verbandes Deutscher Haadluvgsgehülfen, Sitz in Leipzig, zählt über 15 000 Mitglieder in etwa 1600 Orten Deutschlands und besitzt ein Vermögen von 280000 Mk. in Werthpapieren. Bei der Aehnlichett des NameuS beider Kaffen, die beide in Leipzig ihren Sitz haben, kann es gar nicht ausbleiben, daß die falsche Mtttheilung zu Verwechselungen veranlaßt, und es dürfte deshalb wohl zur Beruhigung der zahlreichen Mitglieder ein Hinweis am Platze sein, daß die Kaffe des Verbandes Deutscher Handlungs- gehülfen in Leipzig nach wie vor vom Beitritte zu den Zwangkkaffen befreit. Bei der günstigen Vermögenslage und den ausgedehntesten Leistungen dieser Kaffe denkt man gar nicht daran, die aus § 75 deS KrankenverficherungsgesetzeS ihr zustehenden Rechte aufzugeben. In den ersten 6 Monaten dieses JahreS wurden allein schon 128800 Mk. Krankenunterstützung und 3100 Mk. Begräbnißgeld ausgezahlt. * Beranbvvgen von Schotzhütteu. Nach einer Mittheilung des „Tyrol. Tagbl." wurde am 13. August in der „Heidelberger Hütte" im Fimberthale die Kaffe gewaltsam erbrochen und deren Inhalt in noch unbekanntem Betrage entwendet. Solche Fälle wiederholen sich seit einiger Zeit öfter-, und es scheint, daß gemeingefährliche und gut gekleidete Personen sich als Touristen ausgeben, die es aber nur auf die Kaffen der Unterkunftshütten, die nicht bewohm sind, abgesehen haben. Am 13. August wurde, wie die .Feldkirch. Ztg " berichtet, in der „Eonstanzer Hütte" im Ferwallthal die Kasse erbrochen und deren Inhalt im beiläufigen Betrag von 175 Gulden gestohlen. Der Diebstahl wurde aber von Touristen bald entdeckt und angezeigt, worauf es dem Gen« darmen de Pellegrini deS RahonS St. Anton gelang, den Thäter nach mehrtägiger, anstrengender Verfolgung im Patz nannthale im Gasthause zu Wald in der Person deS angeblichen Karl Buschor von Altstätten in der Schweiz zu erforschen und sammt einem Geldbeträge von 86 Gulden dem Bezirksgericht Landeck zu Übergeben. Der angebliche Tourist wußte sich in St. Anton den Schlüssel zur Unterkunft-Hütte zu verschaffen, und machte die Tour zur Hütte auf das Fluchthorn, wobei er den Diebstahl verübte. Nach seiner Rückkehr gab er den Schlüffe! wieder ab, und begab sich nach Pettneu, wo er von seiner Beute der dort Probe haltenden OrtSmusik 20 Liter Wein zahlte und für deren Leistungen überdies dem Cqpellmeister 5 Gulden und dem Flügelhotuiften 3 Gulden gab. In Gesellschaft mehrerer Einheimischer verbrachte er längere Zeit in einem dortigen Gasthause und ging um 3 Uhr früh mit dem Führer Tschiderer auf den Riffler und von dort inS Patznannthal, wo ihn der Arm der Ge- rechtigkeit ereilte. Dem Vernehmen nach find aber die Angaben deS Verhafteten über seine Person falsch. Man scheint eS hier mit einem gewohnheitsmäßigen Einbrecher in solche UnterkunfShütten, die nicht bewohnt find, in denen aber Vor- räthe an Speisen und Getränken für die Besucher gegen Erlegung der Kosten in die Kasse vorhanden sind, zu thun zu haben. * Ein Raum mit 400 wallfahrende» Frauen in Flammen. Ein schreckliche- Unglück hat sich tn der Nacht vom 26. auf den 27. August in dem oberhalb Ribordone (Piemont) gelegenen Wallfahrtsorte Pra-condu zugetragen. Einern Berichte sind folgende Einzelheiten zu entnehmen: Am 27. sollte dort daS Patronatsfest gefeiert werden. Eine Menge von Gläubigen hatte sich, wie gewohnt, schon am Vorabend im Orte ein- gefunden und legte sich in den hierfür bestimmten, an die Kirche angebauten Räumlichkeiten zum Schlafen. Die Männer wurden zu ebener Erde und die Frauen und Mädchen im ersten Stockwerk untergebracht. Dieser obere Raum, wo am 26. August Abends gegen 400 Frauen auf Stroh aus- gestreckt lagen, wurde von einer an der Diele aufgehängten Petroleumlampe schwach beleuchtet. Die Lampe fing gegen Mitternacht an unangenehm zu rauchen und verpestete in Folge deffen die jedenfalls sonst nicht übermäßig reine Zimmerluft. Eine der Frauen wollte sie abheben, um sie in Ordnung zu bringen. Unglücklicherweise fiel die Lampe dabei zu Boden, der gläserne Petroleumbehälter ging in Stücke und die Flüssigkeit fing Feuer, welches sich sofort dem als Lager dienenden Stroh und den Kleidern der lieber- nächterinnen mittheilte. Im Nu stand das ganze Zimmer in Flammen. Der Schrecken, welcher die Frauen ergriff und die ©ccntn, die sich nun abfpielten, spotteten jeder Be- schreibung. Da die Fenster alle vergittert find, gab eS keinen anderen Ausweg aus dem Raume, als den durch die einzige Thür,- Hilfe konnte auch keine gebracht werden, denn hier oben auf dem Berge mangelte es absolut an Wasser. Man erzählt von einem Manne, welcher vor dem Gebäude stehend in der rothen Beleuchtung der Flammen sehen und hören mußte, wie seine Frau und seine Tochter sich an die Fenstervergitterung anklammerten und ihn um Hilfe an- riefen. Bald brach der Boden unter den unglücklichen In- fassen des Zimmers zusammen und sie stürzten mit hinab in die Tiefe und auf sie fielen die Trümmer nieder. Die Zahl der Opfer ist, wie unter diesen Umständen nicht anders möglich, schrecklich groß. Bis jetzt find 30 verkohlte Leichname unter den Trümmern hervorgezogen worden. Sehr viele der mit dem Leben davongekommenen Wallfahrerinnen erlitten mehr oder weniger schwere Verwundungen. * Kia Riefeufluuder, im Gewichte von 308 Pfund bei einer Länge von 2 Meter und circa 1 Meter Breite, ist in Berlin eingetroffen. DaS Thier, welches ungefähr ein Alter von 180 Jahren hat, wurde von norwegischen Fischern zwischen dem Nordcap und Spitzbergen io der Nacht zunr 3. August dS. IS. gefangen und zwecks Ankaufs für das Königliche naturhistorische Museum in Berlin nach dort tranSportirt. (Das R'esenthier dürfte wohl eine Abart der Seeschlauge sein.) Citeratur unb Katt ft* — Von dem reich illastritt» JubtläumS-Prachtwerke: Wie Brtt tinfet eifer* Ärem erwarben (Deutsche« Verlagshaus Bong & Co., Berlin W„ 15 Lieferungen k 50 Pf.) ist soeben daS fünfte Hett erschienen. Als besonderer Schmuck dient ihm ein großes Aquarell-Facfimile nach dem berühmten Bilde Georg Bleibtreus: CapitulationSverhandlungen bei Sedan. Kommt hier die ernste historische Stimmung mit düsterer Gewalt zum Ausdruck, so strotzt das prächtig illustrirte Heft im klebrigen von jenem sieghafte» Soldatenhumor, der über Tod und Gefahren triumphtrt und zur Erringung des Siege« nicht wmtg beiträgt. Da verfolgt ein fönet Miet Husar, der den Stiefel im Steigbügel seines durchgeqangenen Pferdes gelassen, als halber Barfüßler den gefangenen Turko, der ihm ausgerissen. Da benutzt ein braver Unteroffizier die Axt al« bewährt» „Soldatmschlüssel" und bittet, nachdem er die Tbür eines hart« näckig venheidigten Gehöftes eingeschlagm, fetnen Hauptmann „gefälligst näher zu tret»*. Mitten hinein in diesen berben Soldatenhumor klingt dann die rührmde Klage eines verwundet» Artillerist»: „P.fterS. ich bin ja nicht tobt, nimm mich mit!" Und der treue Kamerad Hilst dem Derletztm aus dm Protzsitz und bringt ihn trotz des feindlichen FeuerS sicher hinter die Gefechtslinie. Kurz das ganze Werk entwickelt fich immer mehr zu einem ächten Soldat»- budj, zu einem nationalen Unternehmen, daS, auS dem militärisch» ®^fte unsere- Volkes erwachs», seines Erfolges sicher ist. Text und Jllustrattmr vereinigen sich in glücklichster Weise, um die Erinnerung an ba§ »Große Jahr" und an bie Helbm, bieThell gehabt an fein» Erfolg», im Bewußtsein beS deutschen Volkes wach zu erhalt». ... i »«schicht« des Krieses 1870/71* (Union Deutsche Verlagsgesellschaft in Stuttgart) hat vermöge ihrer glanzmden Ausstattung, ihres prächtigen Bilderschmuckes, ihrer oolks- thümlichen Darstellung und ihres ungemein billigen Preises (das H.ft kostet nur 25 Pfg.) einen großen Erfolg zu verzeichn». Keines der vielen über den beulfö-franzöfiföm Krieg zur Zeit etföeinenb» Werke kann sich damit messen. — Wir verfehlen nicht, unsere Leser aufS Neue aus dieses schöne Werk hinzuweism und ihn n die Anschaffung der bereits erfötenmen neun Hefte — im Ganzen werden eS deren 30 — zu empfehl». Forderungen an den Nachlaß der Elifabethe Müller sind innerhalb 14 Tagen bei dem Unterzeichneten geltend zu machen, da später deren Befriedigung nicht mehr stattfinden kann. 7397 F. Hoffmann, Nachlaßcurator. Submission. Die Lieferung von Weißzeug, Bettzeug und Krankmkleidern für die neuen Kliniken in Gießen soll auf demSubmissionSwegeoergeben werden. Die Lieferungsbedingungen und Musterstücke sind auf dem 23er« waltungsbüreau genannter Anstalt an den Wochentagen, Nachmittags von 3 bis 5' Uhr einzufehen. Offerten mit der Aufschrift „Liefe- rung von Weißzeug" sind verschlossen bis zum Freitag den 20. September 1S95, Mittags IS Uhr, unter Beifügung von Stoffmustern an die Verwaltung der neuen Kliniken einzureichen. Zuschlagsfrist bis zum 28. September 1895. Gießen, am 3. September 1895. Großh. Verwaltung« « Direction der 7335 neuen Kliniken. AM. Keusche Stastseisenbahuev. Berhing««g der Bauausführung der »ampenmauer auf Bahuhof «rüuberg für die »eubauttnie »rünberg—Soudorf. Die 22 cbm Erdarbeiten, 84 cbm Maurerarbeiten und 16.5 cbm Steinhauerarbeiten umfassende Bauausführung soll öffentlich verdungen werden- Die Bedingungen nebst Zeichnung sind im Bureauzimmer Nr- 3 der unterzeich, neten Behörde in Gießen (Frankfurterstraße 64) ober im Bureau der Neubau- Abtheilung HI in Grünberg (Gasthaus jutn Englischen Hof) einzusehen, zu beziehen jedoch nur von der erstgenannten Stelle inSgesammt gegen postfreie Einsendung von 1 jl 40 der Ver- dingungSanschlag allein kostet 10 H und ein Blatt Zeichnung allein 50 H. Angebote sind postfrei und unter entsprechender Aufschrift an die unterzeichnete Behörde bis zum Eröffnungstermin SamStag den 14. September d. I, Vormittags 10 Uhr, einzureichen. Zuschlagsftist 8 Tage. Großh. Baubehörde für Nebenbahnen ___________in Oberhessm. 7193 Versteigerung. Monlsg den 9. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, versteigere im Pfandlocal, SelterSweg 11, gegen Baarzablung: 1 Schwein, 1 Sopha. Gieß», den 4. September 1895. 7361 Mulch, Vollziehungsbeamter. Die Glaser-, Mlaffer- n. AvstrMerarbeilen zum Erweiterungsbau bei der Zeug- hauskaferne werden Samstag den 14. d. M., Vormittags 101/, Uhr, in unserem Geschäftszimmer verdungen. Bedingungen liegen aus. Formulare zu Angeboten erhältlich. Zufchlagssrist 14 Tage. 7363 Garnisonvenvaltuug in Gießen. Großh. hrsßsche Stastseisellbahukn Verdingung der Lieferung der Warnungstafeln, Neiguugsweiser und Krümmung-,eichen für die Sleudaultnte Gründer-Sonvorf. Die Lieferung der 96 Stück Warnungstafeln, 83 Stück NeigungSwetser und 52 Stück Krümmungszeichen, sämmtlich au8 Holz, soll öffentlich verdungen werden. Die Bedingungen nebst Zeichnung sind im Bureauzimmer Nr. 8 bet unterzeich. neten Behörde in Gießen (Frankfurter, ftraße 64) ober im Bureau der Neubau- Abtheilung III tn Grünberg (Gasthaus zum Englischen Hof) einzusehen, zu beziehen jedoch nur von der erstgenannten Stelle tnsgesammt gegen vostfreie Einsendung von 1 Jk 70 4: der Ver- bingungsanschlag allein kostet 10 H und ein Blatt Zeichnung allein 50 Angebote sind poftsrei und unter entsprechender Aufschrift an die unterzeichnete Behörde bis zum Eröffnunastermin Samstag den 14. September d. I., vor» mittag« 11 Uhr, einzureichen. Zufölaasfrist acht Tage. Großh. Baudedöcde für Nebenbahnen in Öberheff». 7194 Aquarien u T errarien, Laubfroschhäuser, Tuffsteingrotten etc. in großer Auswahl zu billigen Preisen empfiehlt R. Rüdiger, Spenglermstr., Wallthorstraße 43. 3131 Beste Marke ■ COGNAC Scherer & Co., Langen ■ In allen Preislagen garantlrt rein Flasche v. Mk. 1.80 an I empfiehlt 1000 1 Adolf Geisse,™ tiieeeen, am Krens. 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Gleichzeitig bringen wir wiederholt die Nummern der am 6. Juni 1895 zur Rückzahlung auf den 1. October 1895 verloosten 5627 3V-°/<>igen Pfandbriefe zur Kenntniß, mit dem Bemerken, daß diese Nummern sich auf sämmtliche Literae (H. N. 0. P. Q. R.) beziehen: Nr. 20238, 20268, 20283, 20382, 20681, 20809, 20873, 21708, 21988, 22148, 22265, 22380, 22605, 22674, 22928, 23184, 23512, 23589, 23671, 23710, 23874, 23880, 24021, 24266, 24269, 24594, 24610, 24679, 24761, 24776, 25061, 25070, 25280, 25748, 26392 26409, 26611, 26649, 26900, 26920, 27125, 27160, 27207, 27264' 27303, 27314, 27328, 27338, 27408, 27436, 27536, 27546, 27588* 27594, 27763, 28006, 28036, 28121, 28152, 28259, 28360, 28361' 28514, 28800, 28981, 29145, 29198, 29282, 29331, 29457, 29501' 29549, 29733, 29933, 29988. Bon früher rückständig find: 1. aus der Kündigung vom 9. Februar 1895 alle diejenigen «och nicht eingelösten "Nummern der Jahrgänge 1882, 1883 und 1884, welche nicht auf 3i/,o/.ige abgestempelt worden sind; 2. aus Verloofungen früherer Jahre die folgenden Nummern: Serie IX. Lit. 0. 4461. Lit. P. 2346, 4588. Ltt. Q. 4399. Serie XII. Lit. N. 2835, 3606, 6143. Lit P. 6567. Serie XIII. Lit. P. 20299, 21194, 22807, 27023, 27267. Lit. Q. 24105, 26622, 26640. Lit. R. 22247, 22263, 24144, 24196. Die Einlösung erfolgt in Frankfurt a. M. an unserer Kasse, auswärts bei unseren Coupons-Einlösungsstellen, insbesondere in Darmstadt bei der Bank für Handel und Industrie, in Gießen bei Herrn A. Heichelheim, in Mainz bei Herren Schmitz, Heidelberger & Co. Auf verlooste Stücke, welche einen Monat nach dem Rückzahlungstermin noch nicht zur Einlösung gebracht sind, gewahren wir von da ab bis auf Weiteres einen l*/oigen Depositalzins. Die Controlle über Verloofungen und Kündigungen unserer Pfand« briefe übernehmen wir auf Antrag kostenfrei; Antragsformulare, aus welchen die Bedingungen ersichtlich sind, können an unserer Kaffe, sowie bei unterem Einlösungsstellen bezogen werden. Frankfurt a. M., den 27. Juni 1895. fronkfurtrr Zacherlin iachech. wirkt staunenswerth! Cs tobtet — wie kein zweites Mittel — jederlei Jnsecten |unb wird darum auch in uc rangen Welt als einzig in seiner Art gerühmt und gesucht. Seine Merkmale sind: 1. die versiegelte Flasche, 2. der Name „Zacherl". 2548 Sn Giessen bei Hrn. Benner L Krumm. „ „ * , Carl Bieler. „ „ „ „ August Noll. In Giessen bei Hrn. Heinr. Wallach. „ „ „ „ Otto Schaaf. „ Hungen „ „ Carl Fendt. Pneumatics nur erstklassiges Fabrikat, prima Material u. vorzüglichste Construction. Vorräthig z. B. Dürkopps „Diana“, zur grösten Zufriedenheit zur Recordfahrt Wien-Moskau von Tourenmeisterfahrer Kurz benutzt. Ferner empfehle: „Adler“ von Kleyer, Frankfurt a. 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ÄÄÄ? * ifttr Weis- dik^i?2f^rnuig ta k d®e \ " „Wlrthechanilohe Mittheilungen** n, über LandwirthschaO, Gartenbau & Hausw. fh sxX „Mode * Haus", iffh SwX Modezeitung mit Schnittmusterbogen. ZL \SSXwh. probenumm. gratis. Man abonn. Zf//// n. allen Postanstalten pr. Z/ff///////. Quartal frei i.Haus ^Wm//////f// M Vorzügliche Kaachrbe! in verschiedenen Nüancen zu haben bei l6”4 Artsenr S. Tichy, ____________________Setterbweg 43. 20 Geldschränke ÜÜS: thürig, feuer- u. diebessicher gart, spott» billig zu oerk.PaM Wellermann Rchf., Nähmaschinenfabrik, Magdeburg- [7250 Zur Ausführung von Terrazzo-, Asphalt-, Cement arbeiten, wasserdichten Kellern in Cement, Repariren und Aufpoliren von alten Terrazzoböden, Herstellung von Waffersteinen und Treppenstufen in Terrazzo und Cement empfiehlt sich billigst 6201 Hermann Thiele, Terrazzo-, Asphalt-, Cementgeschäft, LSderstr. 3. Anfragen, Bestellungen erbitte Brandgaffe 8. TU ♦ dinemseüen. 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