189$ Ur. E 2bitte* und Anzeigeblutt für den Tireis Gieren. Hratisöeitage: Hießener Jamilienötäiter Amtliche»» Theil Deutsches Reich. Samstag deu 8. Juni Berlin, 6.Juni. Pfingstliches Stillleben regiert noch immer in der inneren Politik, die Pfingstwoche hat da nach keiner Richtung hin einen bemerkenswertheren Vorgang gebracht. Doch werden der nachpfingstliche Sessionsabschnitt des preußischen Landtages, die weiteren Verhandlungen des Bundesrathe-, und die vor der Thür stehende neue Sitzungsperiode des Colontalrathes bis auf Ferneres noch immer für politischen Unterhaltungsstoff sorgen, ebenso dürften einige in nächster Zeit vorzunehmende weitere Reichstagsersatzwahlen, wie diejenigen in Colberg-Cöslin, Meseritz Bomft, Waldeck u. s. w., das ihrige dazu beitragen, den Beginn der eigentlichen „tobten Jahreszeit" auf dem Gebiete der inneren An. Neueste Nuchrlchten. Wolffs telegraphisches Correfpondmz-Bureau. Berlin, 6. Juni. Der Bureaudirector des preußischen Herrenhauses, Geheimer Oberregierungsrath Metzel, ist heute Nachmittag 2 Uhr gestorben. Cassel, 6. Juni. Die Hauptversammlung der deutschen Colontalgesellschaft wurde heute Vormittag im hiesigen Stadtparksaale von dem Vorsitzenden Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg-Schwerin eröffnet, welcher die Leitung der Verhandlungen an den Vicepräfidenten, Geheimrath Stmon, abgab. Es wurde eine Resolution gefaßt, in welcher es als wüuschenswerth bezeichnet wird, daß besondere deutsche Colo- nial-Briefmarken ausgegeben werden. Ferner wurde beschlossen, dem Präfidtum anheimzugeben, zur geeigneten Zeit die erforderlichen Schritte beim Reichskanzler zu thun, tn Betreff des Erwerbes von Flottenstationen in fremden Gewässern, sowie denselben zu ersuchen, dem Reichstage ein AuSwande- runasgesetz vorzulegen mit der Bestimmung, daß eine staatliche JnformationSabtheilung geschaffen werde. Herzog Johann von Mecklenburg schloß die Sitzung um 3 Uhr Nachmittag mit Worten des Dankes. Unnahmr von Anzeigen zu der Nachmittags für de» folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr. vierteljähriger AvonnementsprelSr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expeditioe und Druckerei: Schukstraße Ar.7. Fernsprecher 51. , persönlich und ausschließlich zu. Dies-S neue System schließt t arbeitslosen Erwerb, Spekulation, Wucherthum, Schuldunter- thänigkeit und Pfanddienstbarkeit beim Erwerb von Grundbesitz für Wohnungszwecke aus und schafft dem Mindtr- I bemittelten tn der That und tn Wirklichkeit eine feste, I gesicherte und unantastbare Wohn- und Heimstätte für sich und seine Familie. Wie segensreich dasselbe trotz seines noch I kurzen Bestehens bereits wirkt, beweist u. A. die Thatsache, daß der Hannoversche Mutterverein der neuen Spar- und ! Bauvereiue auf genossenschaftlicher Grundlage im ^ahre 1896, I nach kaum siebenjährigem Bestehen, schon 2251 Mitglieder mit insgesammt 532 865 Mark Einzahlungen hatte und 28 fertige Wohnhäuser, sowie acht angefaugene Neubauten I s ^Allerdings muß betont werden, daß sich alle diese Vereine I in finanzieller Beziehung nicht lediglich auf der Basis der Einzahlungen ihrer ordentlichen Mitglieder zu entwickeln ver- I mögen, sondern daß es hierzu auch der thatkra tigen Unter- I stittzung von Seiten wohlhabender Bürger, sowie der wohl- I wollenden Förderung durch die Gemeindeverwaltungen billige Ueberlassung städtischen Bauterrains, vorteilhafte I Baubedtngungen usw. — bedarf. Offenbar haben sich aber die genossenschaftlichen Bauvereiue infolge ihres erwähnten I Grundprincips als lebensfähig erwiesen, und ihre wachsende I Verbreitung in Deutschland bekundet gewiß, daß sie m der I That dem Bedürfnisse der Angehörigen der weniger bemittelten Bevölkerungsklassen nach geeigneten billigen Wohnungen nach- I kommen. In Anbetracht des eminent wichtigen socialpolittfchen I CharacterS der ganzen Wohnungsreformfrage darf man wohl I auch erwarten, daß die Regierungen und die gesetzgebenden I Parlamente der Einzelstaaten den gedachten Spar- und Bau- I vereinen ihr Wohlwollen zuwenden. _________ Der Ktetzeuer Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montag». Die Gießener M««iltenötätter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal brigelegt. KrM. evangelische Dekanat Gießen Gelegenheiten noch e f z JL au di- evangelischen Pfarrämter des Dekanats. | öie Ministerkrtf-ngerücht-, welche «nBerbindungmst bekanutea Sie werden hiermit benachrichtigt, daß der nächste Rund- Hang des Dekanatsboten Samstag den 8. und Montag den 10. dss. Mts. stattfinden wird. Wahl. ' Zur Frage der Wohnungsreform. Die bisher in Deutschland unternommenen Versuche, durch Begründung von Bau- und Wohnungserwerbsvereinen den Angehörigen der minder bemittelten Stände zu einem eigenen Haus oder wenigstens einem eigenen Hausantheil zu verhelfen, haben im Allgemeinen den auf sie gesetzten Er- Wartungen leider nicht entsprochen. Theils brachte der hierbei eingeschlagene Abzahlungsmodus große Unzuträglichkeiten mit sich, theilS gestalteten fich die Verhältnisse für viele Mtt- alieder der betreffenden Vereine nach anderen Richtungen hin mehr oder weniger ungünstig und haltlos. Man hat darum schon seit einigen Jahren diesen Weg zur Beschaffung fester und gesicherter Wohn- und Heimstätten für die weniger gut fituirten B-völkerungsklasien fast gänzlich verlaffen und sich bemüht, einen anderen Pfad zur Erreichung des erstrebten Zieles aufzufinden, und zwar mit unleugbarem Erfolg. find dies die neuen Spar- und Bauvereine, wie sie, ursprünglich von Hannover ausgegangen, heute bereits tn einer ganzen Anzahl anderer deutscher Städte (auch tn Gleßen. Red.) bestehen und erfreulicher Weise auch gedeihen. - Letztere Vereine tragen die Form genossenschaftlicher Selbsthilfe und zielen vornehmlich darauf, Wohnhäuser als unveräußerliches Gesammteigenthum der Genossenschafter zu erwerben und zu behalten. Die Wohnhäuser selbst aber oder die Antheile an denselben werden den einzelnen Mitgliedern der Vereine nur zur allerdings dauernden Nutznießung und rum Selbstkostenpreise der Genossenschaft übertragen. Das erworbene Terrain und das Haus gehört also der Gemein- schäft der örtlichen Genossen, dagegen fällt das Nutz- und Gebrauchsrecht unantastbar den einzelnen Vereinsmitgliedern parlamentarischen Vorfällen gegen Ausgang der Reichstagssession auftauchten, vielleicht ist aber die Krisengefahr nur verschoben. Eine bemerkenswerte hochofficiöse Kundgebung liegt zu der vielerörterten Pasteur-Angelegenheit vor. Die Nordd. Allg. Ztg." erklärt die Blätternachricht, der Kaiser habe durch den deutschen Botschafter in Paris bei Dr. Pasteur vertraulich anfragen lasten, ob er den Orden pour le merite annehmen würde, für vollkommen falsch. Jetzt weiß man genau, was von der öden Renommage des berühmten Pariser Chemikers, es sei ihm der genannte preußische Orden angeboten worden, er habe ihn aber nicht angenommen, zu halten ist. Oberheffischer Obstbauverein, Vereinsbezirk Girtzen. Am Sonntag den 9. Juni ds. Jrs., Nachmtt- tagS » Uhr, findet in Kloster AruLburg eme Versamm- lang statt, in welcher der Vorsteher der Pomologrschen Gärten in Friedberg, K. Reichelt, emen Vortrag über. Die Obstsorten des deutschen Marktes" halten wird. Dre Mitglieder des Oberhessischen Obstbauvereins, sowie sonstige Freunde der Sache sind hierzu freundlichst etngeladen. Gießen, den 6. Juni 1895. Der Vorsitzende des Vereins-Bezirks Gießen des Oberhessischen Obstbauverems. Dr. Wallau. Alle Annoncen-Bureaux de» In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Siebener Anzeiger Keneral-Mnzeiger. Leipzig, 6. Juni. Die dem Bunde der Bauhandwerker und der Vereinigung geprüfter Maurer- und Zimmer- metster angehörigen Arbeitgeber haben dem „Leipz. Tagebl. zufolge beschlossen, sämmtliche Bauplätze zu schließen, falls die Arbeiter den angebotenen Mtndestlohn von 40 Pfg. und den Maximallohn von 45 Pfg. pro Stunde nicht acceptiren sollten. Infolge dessen fand heute eine Versammlung der Sinkenden statt, in welcher der Beschluß gefaßt wurde, die Mehr- Forderungen unbedingt aufrecht zu erhalten. München, 6. Juni. Prinz Ludwig von Bayern wird den Prinzregenten auf der Reise zu den Eröffnungsfeierlichkeiten des Nord oft seecanals nach Kiel begleiten. Paris, 6. Juni. Der Bergarbeiter-Congretz nahm heute unter dem Vorsitze des deutschen Delegirteu Bunte die Berathungen bei der Frage des a ch t st ü n d i g e n Arbeitstages wieder auf. Die Engländer Abraham und Hausse bekämpften die gesetzliche Anordnung des achtstündigen Arbeitstages. Der deutsche Vertreter Horn wandte fich entschieden gegen die beiden englischen Redner und forderte die achtstündige Tagesarbeit für die Arbeiter unter und auf der Erde. Er bemerkte, die deutschen Delegirten werden sich den englischen und französischen anschließen und er schloß unter heftiger Verurtheilung der englt chen Vertreter, deren Selbstsucht der Vertreter von Arbeitern nicht würdig fei. Die Berathung wurde Nachmittags fortgesetzt. Paris, 6. Juni. Der Bergarbeiterc on greß nahm mit 870000 gegen 96000 Stimmen den gesetzlichen Achtstundentag für die Arbeiter über und unter Tage an. Die Arbeiterpartei wird morgen für die Theilnehmer an dem Congresse einen Lunch veranstalten. "WB. Stuttgart, 7. Juni. Ein amtliches Telegramm beziffert die Anzahl der Tobten im Bezirk Balingen auf 50. Völlig zerstört sind 30 Häuser, sehr viele theil- weise zerstört- fast sämmtliche Brücken wurden weggerissen. Depeschen be8 Bureau „Herold". Berlin, 6. Juni. Die Kaiserin verbringt mit den Kindern einen Theil des Sommers in Saßnitz auf bet Insel Rügen. Die Abreise borthin erfolgt voraussichtlich ^^Ber?iu?6. Juni. Der Polizeipräsident von Berlin, Freiherr von Richthofen, ist heute Nacht in Bonn a. Rh. an Herzlähmung gestorben. iwx,,, , _ Berlin, 6.Juni. Die „Post" meldet auS Wilhelms- Hafen: Bei dem gestrigen zu Ehren der rumänischen Marineoffiziere veranstalteten Bierabend begrüßte der Vtceadmiral ValoiS die Kameraden und schloß mit einem Hoch auf den König von Rumänien, worauf ein rumänischer Capitän in französischer Sprache dankte und ein Hoch auf Kaiser Wilhelm ausbrachte. Köln, 6. Juni. In Verhinderung deS erkrankten Präsidenten, Fürsten zu Wied, eröffnete heute Nachmittag Graf von Rechberg aus Dongdorf in Württemberg btc überau« reich beschickte Äusstellung der deutschen Land- wirthschafts-Gesellschaft mit herzlichen Begrüßungsworten und einem Hoch auf den Kaiser. LandwirthschaftS- minister Freiherr v. Hammerstetn erklärte unter tosendem Beifall, im Namen des Kaisers die Versicherung geben zu können, daß die Reichs- und Staatsregierung dort, wo d e eigene Kraft der Landwirthschaft nicht hinreiche, gern Beihilfe leisten werde. Oberbürgermeister Becker begrüßte bte Gaste im Namen der Stadt. _ m , Stuttgart, 6. Juni. Gestern Abend gingen im Bezirke Ebingen-Balingen mehrere schwere Gewitter nieder. Nachdem Schmicha und Eyach ausgetreten waren, drang daS Wasser bis zu dem obersten Stockwerk. Aus Balingen, Laufen, Frommern, Dürrwangen und Margrethausen trafen Telegramme ein, wonach die Zahl der Vermißten, resp. Ertrunkenen in jedem Orte auf mindestens zehn geschätzt wird Viel Vieh ist ertrunken. Der Anblick in der ganzen Gegend ist trostlos. . . Wien, 6. Juni. Das HeereSerforderniß betragt 136 604,701 fl. Die Steigerung des OrdinariumS gegen das Vorjahr beträgt 3,713,575 fl. Das Maria-°rs°rd°rnch beträgt 13,481,260 fl., d. h. 500,000 fl. mehr als im Bar. jähre. Da- außerordentliche H--r-Serf°rd-rniß für Bosnien und die Herzegowina beträgt 3,559,000 fl. oder 63,000 fl. weniger als im Vorjahre. Das HeereS-Extraordmarium enthalt eine Jahresrate von 1,800,000 fl. für die Reu- bewassnung der Truppen. Wien. 6. Juni. Nach einer hier auS Paris eingegangenen Meldung ist der Senatspräsident Challemel- ! Lacour bedenklich erkrankt. Im Senat hält man bereit« Bekanntmachung. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß der bisher als Unteragent der Firma F. I. Bot Hof in Mainz concefsionirte tz. Klippstein tn Langsdorf mit Verfügung des Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz nom 28. Mai d. I. als Unteragen des Kaufmanns Otto Hirsch in Mainz, dermaltger Hauptagent der Firma van der Becke & Marsily (Red Star Time in Antwerpen) bestätigt worden ist. Gießen, den 5. Juni 1895. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. G a g e r n.________ Gießen, den 6. Juni 1895. Betr.: Abhaltung von Vorträgen über Obstbau. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen au die Großh. Bürgermeistereien tm Umkreis von Kloster Arnsburg. Obige» Ausschreiben wollen Sie in Ihren Gememden sofort auf ortsübliche Weise bekannt geben. I. V.: I)r. Wallau, Großherzoglicher Kreisamtmann._____________ Hausen, den 6. Juni 1895. Betr ' Der Rundgang des Dekanatsboten. Das Begnadigung auch bei Haftstrafen und Geldstrafen gewährt. 1 Nach den siattaebabten statistischen Ansreichnnnnon ko. stärker besetzt, wodurch die Klangwirkung eine so ausgezeichnete Sam San wegen wegen wegen wegen wegen wegen wegen öffentlich r Gießen, Gri Diebstahls und Unterschlagung Betrugs und Untreue Urkundenfälschung Verbrechen und Vergehen im Amte sonstiger Delicte 1. 2. S. 4. Gr 185 177 27 70 31 149 Gefängniß- wärtig auf einer Concerttournee in Deutschland sich befindet, ! hat entgegen unseren deutschen Capellen die Mittelstimmen I ff-orft>r fiofefat- rtinhurrfi hl« ©fowoVnlvfhha »Iho In f soll auf bei Philipp Gemarkun HWe an Flur 5 N 2B Flur 5 3h Rur 5 Nr Die allgemeine Klage über schlechte Zeiten dürfte am allerwenigsten den Wohnungsausschußmitgliedern gegenüber als Grund zur Ablehnung eines Entgegenkommens entgegen- gestellt werden. Diesen Grund hätten in Gießen überhaupt nur die Kauf- und Geschäftsleute für sich, die unter der flaueren Geschäftsconjunctur leiden,- aber sagen wir denselben, bringen nicht gerade die auswärtigen Gäste bedeutende Einnahmen nach hier, den einen mehr, den andern weniger dircct begünstigend. Solche glücklicherweise vereinzelte Anschauungen dürften durch vorstehende Erörterungen ihre Widerlegung gefunden haben und darf wohl daran die sichere Erwartung geknüpft werden, daß der allezeit gepriesene Ge- meinsinn der Gießener Einwohnerschaft auch diesesmal sich bewähre und durch ein opferwilliges Entgegenkommen dem Wohnungsausschuß gegenüber ein schönes und erfreuliches | Gelingen des bevorstehenden Festes ermöglichen. ** Der Grand Cirque Variets Jmmans trifft nächster j Tage hier in Gießen ein, um in einem auf dem Brandplatze zu errichtenden und 3000 Personen fassenden Circus einen Cyclus von Vorstellungen zu eröffnen. Der Grand Cirque Jmmans verfügt, wie uns mitgetheilt wird, über ein brillantes durchwegs aus Kunstkräften allerersten Ranges und den großartigsten Spectalitäten der Gegenwart bestehendes Ensemble, welches auf den verschiedensten Gebieten geradezu Staunens- werthes leisten soll. Wirklich Sensationelles soll u. A. Herr Director W. Jmmans selbst mit seiner wunderbar dressirten Hunde-Meute bieten, darunter der Saltomortalhund „Flock", der die Vollendung der Hunde-Dressur zeigen und l einzig in seiner Art daftehen soll. Ferner sechs Italienerinnen, ■ welche in. Balltoilette geradezu Unglaubliches, als Parterre- und Luftacrobationen bteren sollen und überall Sensation erregen, sodann ein Elite-Ballet-Corps u. s. w. Es steht dem hiesigen Publikum demnach eine Reihe wirklich genußreicher Abende bevor und man darf auf die Premiere im „Grand Cirque Jmmans" gespannt sein. ** Freisinniger Parteitag. Am Sonntag den 9. Juni findet zu Neustadt a. d. H. der Süd-Westdeutsche Parteitag der freisinnigen Volkspartei statt. Reichstagsabgeordneter Albert Träger hat sein Erscheinen zugesagt und wird in der großen öffentlichen Versammlung am Nachmittag sprechen. Die günstige Zugverbindung von hier aus (ab Morgens 5 Uhr 19 Min., zurück Nachts l Uhr 25 Min.) ermöglicht eS leicht, den Parteitag zu besuchen und dürfte voraussichtlich eine gute Betheiligung von Gießener Parteifreunden stattfinden. ** An Brechruhr verstorben ist der 16 Jahre alte Lehrling eines hiesigen Tapezierers. Der Lehrling klagte gestern Abend über Unwohlsein und ging nach Hanse, woselbst er heute früh verstarb. ** Fluchtversuch. Heute Vormittag erlitt der Berliner Schnellzug, der um 5 Uhr 17 Minuten von hier nach Frankfurt weiter fährt, in der Nähe von Klein-Linden eine Fahrtunterbrechung. Ein Gefangener oder Geistesgestörter war nämlich aus dem in voller Fahrt befindlichen Zuge gesprungen und schickte sich, glücklich zu Boden gekommen, an, die Flucht zu ergreifen. Sein Begleiter zog rasch die Nothleine. Der Flüchtige wurde von in der Nähe weilenden Arbeitern, denen er in die Hände lief, ergriffen und nach 15 Minuten Aufenthalt konnte der Zug seinen Weg fortsetzen. ** Auszeichnung. Auf der Allgemeinen Ausstellung für Bäckerei, Conditorei, Nahrungsmittel und Volksernährung zu Braunschweig erhielt Herr Bäckermeister Fritz Schreiner für in Gruppe I (Schwarzbrot,, Weißbrod, Feinbäckerei) ausgestellte Backwaaren die silberne Medaille.^ ** Bet der Erinneruugsfeier au das Jahr 1870 in den August-Tagen sollen in Darmstadt, was besonders interesfiren wird, in dem Festzuge am 18. August 24 historische Gruppen zu je 10 Mann vertreten sein, welche die hessischen Truppen aus der Zeit von 1562 bis 1871 darstellen, und zwar: 1562 Landsknechte - 1567 bis 1661 Musketiere - 1678 bis 1739 Regiment Schrautenbach und Dragoner - 1739 (unter der Regierung Landgrafs Ludwig VIII.) Regiment Erbprinz- 1770 (unter der Regierung Landgrafs Ludwig IX.) Leibgrenadiere, Garde - Regiment und Husaren - (unter Landgraf Ludwig X.) Landgräfltche Truppen und Grobherzogliche Truppen, Leibregtment, Artillerie und Dragoner- 1790 bis 1806 (unter Großherzog Ludwig I.) Dragoner, Leibgarde-Infanterie, 3. Infanterie - Regiment und Artillerie- 1840 (unter Großherzog Ludwig II.) Garde I du Corps, l. Infanterie-Regiment, Chevauxlegers, Artillerie, j 2. und 4. Infanterie - Regiment - 1860 bis 1871 Vertreter aller Waffengattungen. *♦ Bedingte Begnadigungen. Das Grohh. Ministerium des Innern und der Justiz hat seit einer Reihe von Jahren in häufigen Fällen die Gewährung von Straferlaffen im Gnadenwege an die Bedingung geknüpft, daß der betreffende Verurtheilte während einer mehrjährigen Zeitdauer sich keines im Strafgesetzbuch vorgesehenen Verbrechens oder Vergehens schuldig mache. Nachdem die so bedingten Begnadigungen in der Erfahrung sich bewährt hatten, wurde zu Anfang des Jahres 1891 die generelle Anordnung getroffen, daß bet allen in dem Landeszuchthause, sowie in den Gefängnissen aufgenommenen Sträflingen nach Verbüßung von drei Viertheilen der zuerkannten Strafe die Frage, ob denselben der Strafrest — bedingt oder unbedingt — im Gnadenwege zu erlassen sei, von Amtswegen geprüft werde. Dabet wurden die Strafvollstreckungsbehörden angewiesen, solche Gefangene, welche dem angegebenen Zeitpunkte ihrer Strafverbüßung eutgegensehen und einer gnädigen Berücksichtigung nicht von vornherein als unwürdig erscheinen, zu protocollarisch aufzunehmenden Straferlaßgesuchen zu veranlassen und die erwachsenden Protocolle mit- gutächtlichen Berichten an das Ministerium einzusenden. Es blieb den Strafvollstreckungs- Men auf dm Srari Ren Blut 25 3] a Flur 25! öffentlich i Aßen, + Lich„ 6. Juni. Gestern fand in der hiesigen Prä- paranden-Anstalt die Aufnahmeprüfung für die 2. Klasse statt. Es wurden 25 neue Zöglinge ausgenommen, und befinden sich in den beiden Klassen nunmehr 55 Schüler. r. Arnsburg. ,6. Juni. Nächsten Samstass, Nachmittags 3 Uhr, findet dahier eine Versammlung der Bezirkslehrervereine Lich und Wetterthal statt, in welcher ein Vortrag über „Arnsburg und seine Umgebung" gehalten wird. Bad-Nauheim, 6. Juni. Zur Kur sind zwei berühmte Generäle hier angekommen, der General der Cavallerie von Rosenberg aus Berlin, Jnspector der zweiten Cavallerie- Jnspection, bekannter Cavallerieführer und Sportsman^ weiter der russische Generalfeldmarschall Graf Gurko, bekannt aus dem letzten russisch-türkischen Kriege. Beide leben im Ruhestande. D. Ztg. R. Reichelsheim, 5. Juni. Was ein gen offen schäft- licher Zusammenschluß zu leisten vermag, zeigt unsere Molkerei. Vor einigen Jahren begann sie mit einer Quantität von 800 Liter Milch pro Tag zu arbeiten. Heute hat sie bereits das siebente Tausend überschritten. Dir Concurrenz wird immer stärker und die Genossenschaften müssen alle Kraft zusammennehmen, um gut vorwärts zu kommen. Daß aber ein solches Unternehmen, trotz Ungunst der Zetten, von wohlthätigem Einflüsse auf die Landwirth- schäft seiner Mitglieder ist, bedarf keines Beweises. Aus Ober-Mörlen wird uns über den am 28. Mai auS- gebrochenen Brand berichtet: Ein schreckliches Brandunglück suchte die Besitzerin der Oelmühle, Anton Remigius König Wittwe, heim. Es fehlte nicht viel und die ganze Familie wäre in den Flammen umgekommen; die Rettung ist lediglich dem ältesten Sohne, einem jungen Manne von 19 Jahren, zu danken, der mit übermenschlicher Kraft und Geistesgegenwart eingriff. Gegen halb 12 Uhr Nachts wurde der Sohn durch brandartigen Geruch und Knistern wach und bemerkte, daß Mühle und Wohnhaus ganz in Flammen standen- nur nothdürftig bekleidet, weckte er seine Mutter, die drei Geschwister und den Müllerburschen. Als die Bedrohten nach den Treppen eilten, standen diese bereits in Flammen- rasch öffnete der Sohn ein Fenster, packte seine Geschwister eines nach dem andern und zuletzt seine Mutter und setzt sie auf ein ca. 2 Meter tieferes Blechdach und von diesem 2 bis 3 Meter auf die Erde. Ein Kind erhielt dabet Brandwunden an den Füßen, das andere am Gesäße und an den Beinen, weil das Feuer schon unter dem Blechdach brannte - eiligst retteten sich der Müllereinzuhalten. Dies wurde namentlich auch bei jugendlichen Bestraften empfohlen, denen vielfach, namentlich dann, wenn sie in Erziehungsanstalten Ausnahme fanden, die ganze erkannte Strafe bedingungsweise erlassen wurde. In ähnlicher Weise wie bet Zuchthaus- und Gefängnißstrafen wurde bedingte Verbrechen und Vergehen wider die Sittlichkeit Körperverletzung Diebstahl und Unterschlagung Betrug und Untreue Urkundenfälschung Verbrechen und Vergehen im Amte Sonstige Vergehen Widerrufen wurde die Begnadigung in Fällen wegen Begehung einer neuen strafbaren Handlung Seitens des Begnadigten innerhalb der für den Widerruf festgesetzten Zeit. Diese neuen strafbaren Handlungen waren gleichartig mit denjenigen, wegen welcher die bedingt erlassene Strafe erkannt war: bet Verbrechen und Vergehen wider die Sittlichkeit in 3 Fällen, bei Körperverletzung in 7 Fällen, bei Diebstahl und Unterschlagung in 13 Fällen, bet Betrug und Untreue in keinem Falle, bei Urkundenfälschung in einem Falle, bei Verbrechen und Vergehen im Amte in keinem Falle, bei sonstigen Delicten in 2 Fällen. Die Rückfälligkeitsziffer ist hiernach am höchsten bet Diebstahl und Unterschlagung. Was die Zeit betrifft, welche zwischen der bedingten Begnadigung und der den Widerruf begründenden Thatsache gelegen war, so sei noch Folgendes bemerkt: Ausfall der Bedingung bezw. Widerruf der Begnadigung fand statt: a) innerhalb des ersten Jahres von der bedingten Begnadigung an in 27 Fällen, b) innerhalb des zweiten Jahres von der bedingten Begnadigung an in 25 Fällen, c) innerhalb des dritten Jahres von der bedingten Begnadigung an in 12 Fällen, d) innerhalb des vierten Jahres von der bedingten Begnadigung an in einem Fall. Verbrechen und Vergehen wider die Sittlichkeit 84 Körperverletzung Dii Stitiab 24. In Tra- ^ortnitto M fr stift Lich Wiesen Nieder, seigert , A* -K> ist. Die Banda besitzt Saxophone und Sarusophone, die man in Deutschland gar nicht kennt und soll eine treffliche Musik zur Aufführung bringen. Wie wir hären, schweben bereits Unterhandlungen über den Tag des Concerts, an welchem die Capelle hier in Gießen in Steins Garten auftritt. ** Gesangliches. Der berühmte Erk'sche Männer- Gesangverein in Berlin feierte in dieser Woche und zwar am 5. und 6. Juni den Tag seines 50jährigen Bestehens. Dem Gesangverein Sängerkranz wurde die Ehre zu Theil, zu dieser schönen Jubelfeier eingeladen zu werden - wie wir hören, war derselbe behindert, thetlnehmen zu können, hat es aber nicht versäumt, in sangesbrüderlicher Weise die herzlichsten Glückwünsche zu übermitteln und eventuell, für später einen Besuch in Aussicht gestellt. •* 22. Mitlelrheiuisches Kreisturufest. Indem wir auf den im Annoncentheil unserer heutigen Nummer wiederholt erscheinenden Aufruf des Wohnungs-Ausschusses des Mittelrheinischen Kreisturnfestes Hinweisen, finden wir es angezeigt, an der Hand der gemachten Erfahrungen durch Mitglieder dieses Ausschusses auf ihrem im Dienste der Allgemeinheit übernommenen mühsamen Arbeitsfeld einiges zu erörtern. Gießen ist als Feststadt für den Mittelrheinischen Turnkreis für 1895 und zwar für die Tage des 6. bis 10. Juli bestimmt. Dieser Thatsache gegenüber steht die Gießener Einwohnerschaft. Für jedes Fest, gleichviel welches, finden sich getheilte Stimmungen, so auch Angesichts dieses bevorstehenden Turnfestes. Freunde der Turnerei, die die Turnsache als eine edle, den Menschen an Körper und Geist erziehende Kunst ansehen und welche der Staat in den Schulen und beim Militär und die menschliche Gesellschaft in den Turnvereinen pflegt und fördert, begrüßen dieses Fest, bringen demselben ihre volle Sympathie entgegen, indem sie mithelfen, die coloffalen Vorarbeiten, die nun einmal diese Feste mit sich bringen, zu erledigen, oder mit bereitwilligen Unterstützungen fördern helfen. Gießen genießt auch den Ruf allerorts, eine Pflegstätte der Turnerei seit frühester Zeit zu sein, umsomehr muß eß einem daher wundern, daß wahrhaft kleinliche Anschauungen durch Verkennung der Sache die vornehmste Arbeit, „die fremden Gäste zu beherbergen", allzusehr erschweren. Man begegnet z. B. der Ansicht, daß die Be- theiligung an der Garanttefondzetchnung als genügendes Entgegenkommen gelten müsse. Dieses ist aber doch nur dann zutreffend, wenn diese Vorsichtsmaßregel wirklich durch ein Deficit beim Feste Berücksichtigung finden müßte. So gewiß dieses bei noch keinem Mittelrheinischen Turnfeste eingetreten ist, so hoffen wir auch, in der Turnstadt Gießen keine Unterbilanz zu bekommen und so wird die Garantiefondzeichnung wie auch bei vorhergehenden Turnfesten nur Nach den ftattgehabten statistischen Aufzeichnungen hat das vorstehend geschilderte Verfahren für den abgelaufenen Zeitraum von vier Jahren nach der „D. Z." folgende, zu einem Weiterschreiten auf dem betretenen Wege ermuthigende Hauptergebnisse gehabt: Die Gesammtzahl der vom 9. Mat 1891 bis Mitte März dieses Jahres bedingt begnadigten Personen beträgt 723. Von diesen waren verurtheilt: z,$!on "ornutta, heug- Neuibemie DnA, Weg bei Aten- Großh. z Bedingt erlassen wurden: Zuchthausstrafe in 33, strafe in 655, Haftstrafe in 28, Geldstrafe in 7 Fällen.' In 15 Fällen betrug die erlassene Freiheitsstrafe über ein Jahr. Widerrufen wurden Begnadigungen im oben erwähnten Zeiträume im Ganzen 65, also etwa 9 pCt. Dieselben Vertheilen sich auf die vorgenannten Delictsgruppen wie folgt: ein Beweisstück der Vorsicht Seitens des Festausschusses den behörden überlassen, in solchen Fällen, d e sich nach dem Vor- Turnfestacten einverleibt werden. Der Berücksichtigung werth • leben des Sträflings, seinem Verhalten in der Strafanstalt ist der Fall immer, daß ein Deficit sich eher verwirklicht, und der Strafthat hierzu eigneten, das vorerwähnte Ver-- wenn gerade der Wohnungsausschuß durch Errichtung von ; fahren auch schon nach Verbüßung der Hälfte der Strafzeit Massenquartieren zu bedeutenden Kosten herangezogen würde. ’ pimuhnfton. Di-« «inrh» «««.«»«* c.« ------- 6«# “ d°- 3'" ft » Allen, ’ IW 7" baß infam®61 aus Hkj dadett, *1 w* vorn hitb boßhasl Sttafk vi botW1 Mhän n. 1 besuchte Lan ließ gjlit einer Backes1 Berlesun? entnehm und bet, tragt. 5 erscheint den ,/U: entnehme angehöre An zehn /hrerKrai Unterstütze günstiger vermögen kamen dei Der Vota entwurf nommen. i>eS Stal Abändm angenom llm'chau nach einem Nachfolger, als welcher Floquet die meisten Chancen hat. Graz, 6. Juni. Gestern Nachmittag kurz vor 4 Uhr wurden tu der hiesigen Gegend zwei ziemlich heftige Erdstöße verspürt, welche von donnerähnlichem unterirdischem Getöse begleitet waren. Paris, 6. Juni. Aus Bordeaux wird gemeldet, daß während der gestrigen Theatervorstellung, welcher der Präsident Faure beiwohnte, der Sicherheitsdienst derartig streng organisirt war, daß der Minister LeygueS, welcher sich nicht gleich legitimiren konnte, verhaftet und längere Zett in Gewahrsam gehalten wurde. Paris, 6. Juni. Im „Gaulois" wird heute daS Programm für den Aufenthalt des französischen Geschwaders während der Festlichkeiten in Kiel veröffentlicht. Am 20. Juni, dem Tage der Ankunft, werden sich der Admiral Menard und sein Stab ans Land begeben und durch den Botschafter Herbette dem Kaiser und dem Prinzen Heinrich vorgestellt werden. Abends besuchen die französischen Marineoffiziere den vom Prinzen Heinrich in der Marine- Akademie veranstalteten Ball. Am 21. Juni wird bet ‘ Holtenau vom Kaiser die feierliche Schlußstetnlegung vor- t genommen und sodann die große Parade über ca. hundert deutsche und fremde Kriegsschiffe abgehalten werden. Bei! dem darauf folgenden Festbanket wird der Deutsche Kaiser zur Rechten den französischen, zur Linken den russischen Admiral haben. In dem auf die fremden Gäste vom Kaiser auszubringenden Toast wird auch die Theilnahme Frankreichs an den Festlichkeiten erwähnt werden. Um Mitternacht wird das französische Geschwader den Kieler Hafen wieder verlassen. — Der „Gaulois" hebt noch besonders hervor, Kaiser Wilhelm werde dem Admiral Menard noch speziellen Dank für die Theilnahme der französischen Flotte an den Ecöffnungsfeierlichkeiten ausdrücken. Newyork, 6. Juni. Depeschen aus Guayaquil \ (Ecuador) bestätigen die Nachricht von dort ausgebrocheuen Unruhen. Die Stadt ist im Besitze der Aufständischen. Die Radicalen haben die Provinzen Manabt und Esmeraldas in ihrer Gewalt. CocaUs rrnd ProoLirzLeUes, Gießen, den 7. Juni 1895. ** Bon der Universität. Von den 568 immatriculirten Studirenden, welche an den im Sommersewester an der hie- sigen Universität gehaltenen Vorlesungen theilnehmen, widmen j sich: der Theologie 64, der Rechtswissenschaft 157, der Me- drzin 104, der Thierheilkunde 28, der Zahnheilkunde 5, der Philosophie 7, der Mathematik 18, der Naturwissenschaft 11, der Ch-mie 42, der Pharmazie 13, der Cameralwissenschaft 40, der Forstwissenschaft 13, der Geschichte 7, der klassischen I Philologie 27, der neuen Philologie 32. ** Steins Garten. Die Banda municipale di i Pratola Peligna, jenes berühmte 53 Mann starke- Orchester, welches, wie wir bereits erwähnten, bei der Lasso- t Feier in Sorrent so große Triumphe feierte und gegen- j Widerrufe Procent 10 12 14 7,5 24 13,5 3 11 7 10 1 3 6 4 den weitaus meisten bursche und der Sohn auf demselben Wege, inzwischen war da- Feuer auf die anderen Gebäude übergegangen, aus denen mit Mühe das Vieh gerettet werden konnte. Der Müllerbursche setzte sich auf ein Pferd, nahm daS eine Kind zu sich und ritt nach dem 25 Minuten entfernten Ober- Mörlen, um Hilfe zu holen. Bis die Feuerwehr zur Stelle kam, war die ganze Hofraithe verbrannt. Nachdem der Sohn das Rettungswerk beendigt hatte, stürzte er bewußtlos zusammen. Darmstadt, 6. Juni. DerHaufirer Sebastian Orth aus HechtSheim, welcher sich gestern Nachmittag im Woog badete, ist dabei ertrunken. Der Mann wollte vom Ufer nach der Insel schwimmen und sank auf halbem Weg unter. Herzschlag scheint den Tod herbeigeführt zu haben. Darmstadt, 6. Juni. Eine exemplarische Strafe erhielt vom hiesigen Gericht ein 20jähriger Schlosiergeselle wegen boshafter Thierqälerei, nämlich die höchst zulässige Strafe von sechs Wochen Haft. Der junge Mensch hatte boShasterweise in der Alexanderftraße dem Pferd eines Milchhändlers eine brennende Cigarre ins Maul gesteckt. n. Bingen, 5. Juni. Gestern wurde hier die zahlreich besuchte Delegirtenversammlung deS hessischen LandeSlehrervereins im Englischen Hof abgehalten. Mit einem Wllkommengruß seitens deS Obmanns, des Herrn BackeS von Darmstadt, wurde sie eröffnet und dann zur Verlesung deS Rechenschaftsberichts geschritten, aus dem wir entnehmen, daß der Verein zur Zeit 2395 Mitglieder hat und der Ueberschuß des letzten Jahres 180 Mk. 80 Pfg. beträgt. Das Organ des Vereins „Der Schulbote für Hessen" erscheint jetzt 36 Jahre. Aus dem Rechenschaftsbericht für den „Unterstützungsverein provisorisch angestellter Lehrer" entnehmen wir, daß demselben 436 ordentliche Mitglieder angehören. An Geschenken gingen ein 412 Mk. 50 Pfg. An zehn erkrankte Schulverwalter, die bekanntlich während ihrer Krankheit kein Gehalt beziehen, wurden 1961 Mk. 66 Pfg. Unterstützungen bezahlt. Der Rechnungsabschluß ist diesmal günstiger als er in jedem der Vorjahre war. DaS VereinS- vermögen beträgt 4873 Mk. 23 Pfg. Zur Verabschiedung kamen des Weiteren die beiden Rechnungen für 1893 und 1894. Der Voranschlag für 1896 wurde hierauf nach dem Vorstands- . entwurf mit 9395 Mk. in Einnahme und Ausgabe angenommen. Nach einstündiger Pause begann die Berathung deS Statutenentwurfs. Derselbe wurde mit einigen kleinen Abänderungen in der vom Vorstand vorgelegten Fassung angenommen. — Die hierauf vorgenommenene Vorstandswahl hatte folgendes Ergebniß: BackeS-Darmstadt Obmann, I Funk - Gießen Stellvertreter, Schmehl - Darmstadt Schriftführer, Heid-Friedberg, Steuner und Judith-Mainz, Ruppel- Düdelsheim, Heck-Zwingenberg, Schenkelberg-Oppenheim und Hoffarth - Steinbach Vorstandsmitglieder, Reitz - Freiensteinau und Habermehl - Harreshausen Stellvertreter. — Abends fand Commers mit reichhaltigem Programm statt. tJermiWtw. * Große Hindernißrennen finden am 9. und 16. Juni Nachmittags 3 Uhr auf der Rennbahn zu Fr ankfu rt a. M2 statt, welche den Schluß der Frühjahrsrennen bilden. Es kommen täglich 2 Flach-, 1 Hürden-, und 3 Jagdrennen (SteeplechaseS) zur Entscheidung, für welche 12 prächtige Ehrenpreise und 29 000 Mk. Geldpreise gegeben werden. Die Anmeldungen sind sehr zahlreich erfolgt und eS dürfte sich ein Besuch der Rennen sicher lohnen. Für den Großen Preis von Frankfurt (Mk. 10000) hat Seine Königliche Hoheit der Großherzog von Heffen geruht, einen prachtvollen Ehrenpreis zu stiften und dürfte voraussichtlich auch der Entscheidung der Steeplechase beiwohnen. Anzeiger* de* Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst. Sonntag den 9. Juni. Trinitatis. I« der Stadttirche. Vormtttags Vk Uhr: Pfarrer Schlosser. Zugleich Christenlehre für die Neuconfirmirten aus der Matthausgemetnde. Vormittags 9'/- Uhr: Pfarrverwalter Dr. Grein. Vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst. Pfarrer D i n g e l d e y. Nachmittags 21/» Uhr: Kinderktrche. Pfarrer Schlosser. In bet Joha««eSkirche. Vormittags 73/. Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Gottesdienst mit Christenlehre für die Neuconfirmirten aus der Johannes gemeinde. Vormittags 9Vi Uhr: Pfarrer Dingeldey. Die Kinderktrche fällt aus. Die Neuconfirmirten aus der Lucasgemeinde werden gebeten, sich kurz vor dem Hauptgottesdienst zu einer Besprechung im Confirmandensaal zu versammeln. Katholische Gemeinde. Sonntag, den 9. Juni. Dreifaltigkeitssonntag. Samstag: Nachmittags um 4'/r Uhr und Abends um 8 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte. Sonntag: Vormittags von 6*/2 Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; „ um 6Vi Uhr erste hl. Messe; „ um 7Vt Uhr Austbeilung der hl. Communion; „ um 8 Uhr zweite hl. Messe; „ um 91/, Uhr Hochamt mit Predigt; Nachmittags um 2 Uhr Christenlehre; darauf Festandacht. Gottesdienst in der Synagoge. Samstag, den 8. Juni. 1AA Vorabend 7™ Uhr, Morgens 8« Uhr, Nachmittags 4°° Uhr, Sabbathausgang 930 Uhr. Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschast. Freitag Abend 7« Uhr, SamStag Vormittag 8« Uhr, Nachmittag 4°° Uhr, Sabbathausgang 980 Uhr. Barometerstand L. — w J2. L CB Gl 3 » am 7. Juni Mittag« 12 Uhr (Wetterhäuschen in der Südanlag < 8 S-- Thermometerr min. + 15° R.> max. + 22® R. Hygrometer: Trocken. Witterungsberrcht vom 6. June. DaS Maximum über den britischen Inseln besteht auch b^ute noch fort. Von dem Biscaya-See scheint eine Depression über Süd- weüsrankreich in das Mittelmeergebiet etngedrungen zu sein und hat dieselbe auf ihrem Wege für das südliche Frankreich starke Niederschläge gebracht. Ein secundäres Minimum, daS sich von ^selben abgelöst hat, lag heute Morgen über der nordwestlichen Schweiz. Im Allgemeinen ist das Luftdruckgefälle gering. Nur am Canal verursachen Gradienten auf kurze Strecken an der nordfranzostschen und niederländischen Küste lebhafte nordwestttche Winde. 3« reich und im Rheingebiete haben sich die Temperaturen abgekuhlt, hingegen sind dieselben im Norden und Nordosten von Deutschland gestiegen. In Süddeutschland haben wiederholt Gewitter statt- gesunoen. BorauSfick»tliche Witter««« r Wolkiges, vorübergehend etwas kühleres Wetter mit stellenweisen Niederschlägen, namentlich in Bayern. Temperatur der Lahn und Luft nach Reaumur gemesien am 7. Juni, zwischen 11 und 12 Uhr Mittags. Wasser 17®, Lust 20® im Schatten. Rübsamen'sche Bade- und Schwimmanstalt. Die ordentliche Generalversammlung des Spar- und Vorschuß' Vereins zu Großen-Lindeu, Actiengesellschaft, findet statt: Montag den 24, Juni d. I., Nachmittags 3 Uhr auf dem Gemeindehaus dahier. Tagesordnung: 1. Abhör der Rechnung pro 1894; 2. Verwendung des Reingewinns; 3. Wahl des Vorstandes; 4. Ergänzungswahl des Aufsichtsraths. Großen.Linden, den 5. Juni 1895. 5022] . Der Vorstand Große Schellfische in Eispackung frisch zu haben 3219)________________tu» -Stebstock*. Molkerei- Sützrahm - Butter, feinste Qualität, stets frisch, per Pfund 1,20 Mk. bei 2088 A. & G. Wallenfels, Marktplatz 21, Fernsprecher Nr. 46. 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Inni, | Nachmittags 3 Uhr, soll auf dem hiesigen Ortsgericht die dem Phüipp Strack von Gleiberg in der Gemarkung Gießen zustehende ideelle Hälfte an nachbezeichneten Grundstücken: Flur 5 Nr. 246 — 475 qm Acker an der Weilburger Grenze im Katzenfeld, Flur 5 Nr. 269 — 769 qm Acker daselbst, Flur 5 Nr. 271 — 475 qm Acker daselbst, Flur 5 Nr. 270 — 412 qm Acker daselbst, Flur 5 Nr. 267 — 663 qm Acker daselbst, öffentlich meistbietend versteigert werden- Gießen, den 7. Juni 1895. Großh. Ortsgericht Gießen. I. A-: Bogt.5045 Samstag den 6. Juli, Nachmittags 3 Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die den Kranz Schirmer Eheleuten in Gießen gehörigen Immobilien: Flur 25 Nr. 169,8 — 406 qm Hofraithe am Leihgesterner Weg und der Chaussee auf dem Seltersberg, Flur 25 Nr. 170,4 — 2094 qm Hofraithe am Leihgesterner Weg öffentlich meistbietend versteigert werden- Gießen, den 24. Mai 1895. Großh. Orksgericht Gießen- I A-: Bogt.4680 HeiMS-Versteigerung. Montag den 10. Juni l. I., Vormittags von V28 Uhr an, soll das Heugras von den hiesigen Gemeindewiesen an Ort und Stelle versteigert werden. Der Anfang ist am Großen-Busecker Weg bei der Lehmkaut. Alten-Buseck, am 5. Juni 1895. Großh. Bürgermeisterei Alten-Buseck. __Krämer.______5033 Gras-Versteigerung Mittwoch den 12. d. M., Vormittags 8 Uhr anfangend, soll das Heugras von den dem Marien- stift Ltch zustehenden etwa 100 Morgen Wiesen in den Gemarkungen Lich, Nieder- und Ober-Bessingen versteigert werden. Der Anfang ist hinter dem Kirchhof an der Straße nach Grünberg. Lich, den 6. Juni 1895. 5030 Winheim. ooooooooooooo 0 0 0 Loose 0 g der AisseldMBtterie q A Sa 1 MarkHH Stück 10 M. Q 0 empfiehlt die Generalügentur für a Gießen und Umgegend O 0 A. Gretscher. Neustadt 55. 0 0 4636 0 □OOOOOOOOOOOO FWnssrmn! 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Schöppner, 4255__________Langendreer Dorf.______ Allen Denen, welche am Mage« leide«, bin ich gern bereit, unentgeltlich mitzutheilen, wie sehr ich am Magen gelitten und wie ich unge- 1 achtet meines hohen Alters davon befreit bin. I Linde« bei Hannover. 3555 1 Ungerstr-14. Meyer, Lehrer a- D. sie 3. äl.: H. Leib 4129 Betr. ' 6 z± Reste zu jedem annehmbaren Preise. 5027 J. Pfeffer Marktplatz 6. Marktplatz 6 Mk. Gießen, den 7. Juni 1895. betreffen Kunstwissenschaftliche VORTRAGE I für Damen. ■ statt. Näheres durch Circular. 5046^ Dr. Sauer. i™® Deutsche s Lebensversicherung Potsdam. 5031 60 Personen. Specialitäten der Gegenwart. 60 Personen. o in seiner Art dasteht! [5021 I Prospecte und Auskunft durch ^General-Agentur Cassel Nedaction: I. B.: Hermann Elle. Druck und Verlag der Brühl'schcn Universikäls-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) in Gießen. 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( Fahrpreis Werktags 9tachm. 3 und 3“ \ 20 Psg. An Wochentagen Fahrkartenvoroerkauf bei A. & G. Wallens t» (Telephon 46). Kaufmännischer Krein, Gießen. Das diesjährige Sommerfest findet am Sonntag den 16. Juni in Gestalt eines Ausfluges nach Braunfels Di'1 tilg' Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die schmerzliche Mittheilung, daß es Gott gefallen hat, unsere innigstgeliebte, unvergeßliche Gattin, Mutter und Tochter Katharine Ropte, geb. Göbel, heute Nachmittag 1/23 Uhr nach kurzem Leiden in ein besseres Jenseits abzurufen. Die tatttetitötn Kinterblievensm. Rodheim a. d. Bieber, den 6. Juni 1895. Die Beerdigung findet am Samstag, Nachmittags 5 Uhr, statt. 1 5036 Diejenigen früheren oder gegenwärtigen Mitglieder unseres Corps, sowie Freunde desselben, welche verhindert sind, dem Stiftungscommerse in Bingen anzuwohnen, werden hiermit freundlich gebeten, an der heute, Freitag Abend, auf dem Corpshause stattfindenden kleinen Stiftungsfeier theilzunehmen. Anfang 8 Uhr. *Generalverfammlung Dienstag den 11. d. Mts. Abends 9 Uhr im Vereinslokal. Tagesordnung: 1) Halbjähriger Bericht des Schriftführers; 2) Antrag des Vorstandes: „Bedürftige Nichtfeldzugskameraden erhalten auch auf Wunsch eine Unterstützung zum Fest in Darmstadt". NB. Diejenigen Mitglieder, die sich an der 25jährigen Gedächtniß- feier in Darmstadt betheiligen wollen, werden gebeten, in der Generalversammlung zu erscheinen. [5028 Cv , -'M Wegen vorgerückter Saison Derfoufe ab mtineH moderner Kleiderstoffe 120 6tm- d-n -- --- M-.-- Schwarzer und farbiger Kleiderluster 10°-110 «“■ ÖSÄTÄ 2“)'.L7B (,rü6cTer 1VTftntn allen möglichen Farben und neueren Mustern per Meter 75 Vfg' —' Vorjährige Monsteline *«»*****» per Meter 50 Pfg. Aufruf uni) Sitte uu üir (kiimuhucr Kicßrus. , Zum vierten Male seit dem Jahre 1862 wird wieder unserer Stadt die Ehre zu Theil, das Turnfest des Mittelrhelnkreises in ihren Mauern feiern zu können. - s.r ^"n dem Rhein und der Mosel, von dem Main und der Lahn strömt die deutsche Turnerschaft herbei, um in edlem Wettkampfe Körper und Geist zu stählen. ' - . .Von 5000 Turnern erhoffen 2500 wieder die gleiche freundliche Aufnahme in Freiquartieren, welche die Besucher der früheren Feste in steter dankbarer Erinnerung behielten und welche die Bürgerschaft Gießens von jeher zierte. , .. ~er uu^üzeichnete Wohnungsausschuß beginnt in den nächsten Tagen mit seiner Thätigkeit, und richtet deshalb die freundliche Bitte an die Bewohner unserer Stadt, auch diesmal wieder diejenige Gastfreundschaft öethätiaen zu wollen, welche Gießen bisher vor assen anderen Städten Hervorragend ausgezeichnet Hat. ’ H Mk lUoliiiiingoüugfrtnifi des 22. frftes des Melrheiudreises. Nächste Woche 1. Ziehung fller XV. 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