'fft 1 -"fien. J «er Em- I 8321 Y Her ♦ ‘Hier MSgeschD wrama) 1 Sachen der 6aif* ihäft Ni Miennng. ■ gefälligen Rexnhnf- Herreugarders^ iffeeten oo- ikaS- aufe » kanten (in ich « ” it bei Wigstn g°MM ehiung V kn6 ich ** ,SS*’,'Si Mitift 1 Fine r AnLwahl Mklplah 6. b-r»-t°*l^ * 2847 horstra^' 1893 Sonntag den 7. April Drittes Blatt Nr.^83 Skrt#ljäl)rigrr Amt- und Anzeigeblatt für de» Üret» Giefze» Äratisöeiiäge: Gießener Jamiiienölätter 12. Hausen 39. Wieseck | Einzelheiten des Festprogramms aufzahlen, das eine ist sicher, I dost sowohl die Feier am Sonntag wie diejenige am Montag Heuchelheim Holtheim Hungen 29. Rodheim 30. Röthges 31. Ruttershausen 32. Staufenberg 33. Steinbach Leihgestern Lich Lollar Mufchenheim Ronnenroth Obbornhofen Ober-Hörgern Rabertshausen 16. Inheiden 17. Klein-Linden 18. Langd 19. Lang-Göns 20. Langsdorf 1. Albach 2. Allendorf a. d. Lahn 3. Annerod Steinheim TraiS.Horloff Utphe Vellingen Watzenborn ». Steinberg zu Gießen als Beauftragte der Hessen-Nassauischen Bau- gewerks-Berussgenossenschast für den Kreis Gießen ausgeschieden, und an deren Stelle die Herren Weißbindermeister Ph. Schäfer zu Gießen und Maurermeister H. Keßler zu Annerod getreten sind. Gießen, den 4. April 1895. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern. Bringcrlohn. Durch die Post biogen 2 Mark 50 Pfg. Redaction. Cxprbiüott und Druktcrei: Schutstraße ^Ir.7, Ferniprechcr 51. an Würde und Herzlichkeit kaum Überboten werden könne. Beschränkt ist nun der Raum zu den Berichten über die übrigen erwähnenSwerthen Ereignisse im Kunst- und Gesellschaftsleben dieser Woche. Da wäre vor Allem zu nennen die nunmehr beendete Aufführung des „Nibelungen- Cyklus" im Grohh. Hoftheater. Auch die letzten Vorstellungen „Siegfried" und „Götterdämmerung" erfreuten sich deS lebhaften Beifalls des Publikums und waren vorzüglich besucht, wenngleich der als Ersatz für unseren erkrankten Tenoristen etngesprungene Wiesbadener Gast Herr Hansch- mann nicht so sehr befriedigte, tote man infolge deS ihm vorausgehenden RufeS eines bedeutenden WagnersängerS Localer rrnd ^roVinzieller» R. Reichelsheim i. d. W., 3. April. Die Schluß- Prüfung in der hiesigen höheren Bürgerschule fand heute Bormittag, die Schlußfeier heute Nachmittag im Saale des Gasthauses „Zur Post" statt. Sowohl die präcisen Antworten der Schüler, als auch die ausgestellten Arbeiten dersel en zeigten von dem tücht'gen Können derselben und dem Fletße der Lehrer. Bet der Schlußfeier wechselten deutsche, französische und englische Vorträge mit mehrstimmigen Gesängen ab. Zehn Schüler verlassen die Anstalt, um sich e'nem Berufe zu widmen. Zahlreiche Anmeldungen stehen für das Sommersemester in Aussicht. Man kann die gut geleitete Anstalt allen Denjenigen bestens empfehlen, welche ihren Kindern eine bessere Bildung angedeihen lassen wollen. Gießen, den 5. April 1895. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern. am Morgen des Tages von Berlin hier eingetroffene Reichs- ' tagSabgeordnete vr. Osann das Wort zur Festrede. Redner entrollte ein fesselndes Lebensbild von dem hohen Geburts- tagSkir.de und verweilte besonders bei der Schilderung des jüngsten Besuches der Parlamentarier in FrtedrichSruh. Sein Hoch auf BiSmarck erregte einen geradezu beispiellosen Jubel, nicht minder der Beschluß, dem größten Ehrenbürger unserer Stadt ein Glückwunschtelegrammen zu senden, in dem ihm mit dem Gelübde unverbrüchlicher Treue und steter Anerkennung zugleich der Wunsch ausgesprochen wurde, daß Gott noch lange ihn unS erhalten möge. Es folgten noch Ansprachen und Toaste in Menge, sowie der Bedeutung des Tages entsprechende vocale und instrumentale Darbietungen deS Mannerchors „HumanitaS" und der Capelle des Leib- Dragoner-RegimenteS. Auch daS von einer größeren Anzahl Damen und Herren vorzüglich wiedergeg^bene Festspiel von Martin Greif „Das erste Blatt zum Helüenkranz" fand un- getheilten Beifall. — Am Montag bann verkündeten schon in der Frühe die Glocken von allen Thürmen mit feierlichem Geläute den Beginn des großen Tages. Am Bormiltag war eine außerordentliche Sladtverordneten-Bersammlung angesagt, in der die seitherige Promenadestraße den Namen Bismarckstraße erhielt. In allen Schulen sanden Festacte statt, die Behörden schloffen am Mittag ihre Bureaus. Auf Veranlassung Sr. Kgl. Hoheit deS Großherzogs concertirten am Nachmittag zwei RegimentScapellen auf dem Paradeplatz, wo sich eine coloffale Menschenmenge zusammengesunden hatte. Gegen Abend fand tm Städtischen Saalbau da« von der Stadt Darmstadt veranstaltete Festbanket, ebenfalls unter sehr reger Betheiligung aus allen Kreisen der Bevölkerung, statt, auch etn herrlicher Damenflor wohnte demselben bei. Unter den »estgasten befanden sich u. A. die Herren Staatsminister Finger, Finanzminister Weber, die Mitglieder der Ministerien und viele hohe Beamte. Herr Beigeordneter Köhler gab mit einem Hoch auf den Kaiser unb unseren Großherzog bas Zeichen zum Beginn der Feier. Als Festredner sprachen Herr Oberbürgermeister Morneweg, der auf den Helden im Sachsenwalde, und Herr Reichstagsabgeordneter Dr. Osann, der auf das Deutsche Reich unter großem Beifall toastete. Auch da wurde das am Tage vorher schon angeführte Festspiel gegeben und außerdem durch mehrere hervorragende Mitglieder unserer Hofbühne die Feier in jeder Weise verschönt. Zu weit würde es führen, wollte man alle 34. 35. 36. 37. 38. Bellersheim Bettenhausen Birklar Dorf-Gill Eberftadt m. Arnsburg Garbenteich Großen Linden Grüningen 13. 14. 15. 5. 8. 7. 8. 9. 10. 11. Bekanntmachung. 66 wird zur Kenntniß der Interessenten gebracht, daß die Herren Wetßbindermeister G. Möhl und W. Seipp Alle Annoucen-Bureaux brS In- und Auslandes nehme» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. erwartete. Außergewöhnlich glanzvoll gestaltete sich der 26. Vereins- abend des Richard Wagner-Zweigver ei ns, zu dem kein Geringerer als Engelbert Humperdinck sein Erscheinen in Aussicht gestellt hatte. Das Concert wurde eröffnet durch eine „Humoreske sür Orchester", die der Ver- fasscr von „Hänsel und Gretel" selbst mit dem Kirchenmusik- melfter Arnold Mendelssohn in brillanter Weise auf dem Clavler zu Gehör brachte. Drei Humperdlnck'sche Lieder: „Sonntagsmorgen", „6’ Sträußle" unb „Ost sinn idj unb tokber" wurden von der früher an unserer Hofbuhne wirkenden, jetzt in Frankfurt a. M. engagirtcn Opernsängerin M. von Santa tadellos gesungen, besonders die beiden ersteren, zwei neuc Compofiilonen, ernteten lebhaftesten Applau». DaS mit besonderer Spannung erwartete Märchenspiel „Schneewittchen", das zum Schluffe aufgeführt ward, verräth dieselbe zarte Anmuth unb Originalität wie „Hänsel unb Gretel . Nach seiner Wiedergabe wurden Humperdinck rauschende Beifalls- äußerungen zu Thell. Einen weiteren illustren Gast sahen wir am letzten Mittwoch in unserer Stadt, Hans Buff-Gießen von der Wiesbadener Hofoper, der in einem vom Männerchor „Humanitas" veranstalteten und außerordentlich gut besuchte« Wodlthätigkeitsconcert mitwirkte. Der geniale Sänger ist in Ihrer Stadt zu bekannt, als daß ich nur ein neues Wort des Lobes über seine Leistungen zu sagen brauchte. Das eine sei nur zum Schluffe berichtet, daß auch bei unS sein Erscheinen enthusiastisch begrüßt wurde. Der chk-eaer Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Dir Gießener ^«miritnß fdtter werden dem Anzeiger »Schentlich dreimal deigelegt. Feuilleton. Wochrndriefr ane der Rrfidens. (Originalbericht deS „(Siebener Anzeiger".) Z. Darmstadt, 5. April. Bismarcks Geburtstag. — Vom Hoflheater. — Engelbert Humperdinck. — HauS Buff-Sießeu. Geräuschvoller fast als die Wintersaison hinsichtlich der öffentlichen Veranstaltungen läßt sich die diesjährige Fastenzeit an. Künstlerische Darbietungen von wirklicher Bedeutung «reinen fast allabendlich die Freunde und Freundinnen der Kunst im Theater oder in den Eoncertsälen der Stadt. Auch die vergangene Woche brachte mehrere derartige Veranstalt- nngen, allen voran stand jedoch, sowohl hinsichtlich ihrer Betz rutung als hinsichtlich der Antheilnahme der großen Masse btr Bevölkerung, die Feier deS 80. Geburtstages unseres Alt-ReichskanzlerS, sie drückte der ver- tangenen Woche recht eigentlich die Signatur einer großen Festwoche auf. Schon der Sonntag sah die Stadt Im herrlichsten Flaggenschmuck, die öffentlichen und Privatgebäude waren reich geziert, in den Schaufenstern der Verkaufsläden prangten bekränzte BiSmarckbüsten oder -Bilder und Ab- Bildungen bedeutender Momente aus dem Leben deS Alt- ReichSkanzlers. Die Nachmittagszüge -brachten eine Menge Landbewohner auS der Umgegend, die die um 3 Uhr tm Städtischen Saalbau beginnende, von der hiesigen national- liberalen Partei veranstaltete öffentliche Bismarckfeier besuchen wollten — ich sage wollten, denn bei vielen auch in der Stadt selbst Wohnenden blieb es beim bloßen Wollen zu Ihrem eignen Leidwesen, der Zulauf zum Feste war zu stark und lange vor Beginn schon war der große ®ael, bte Gallerten und die anstoßenden Räume aber auch buchstäblich bis zum letzten Plätzchen besetzt- seit seinem Bestehen hat wohl der Saalbau eine solche Menschenmenge^ in seinen Mauern noch nicht zusammen gesehen. Alle Stände, alle BerufSklasstn und Geschlechter waren vertreten und die Be- gelsterung, die sie Alle beherrschte, ist kaum zu beschreiben. Professor Friedrich eröffnete die Feier als Vorsitzender mit herzlichem Willkommengruß an die Festgäste und forderte zum dreimaligen Hoch auf den Landessürften und den Kaiser aus. Nachdem Hosschauspieler Edward einen begeisterten von Felix Dahn gedichteten Prolog vorgetragen, ergriff der erst Amtliche- Theil. Bekaimtmaibmig, betreffend: Die Stelle eines Kreisfeuerwehrinspectors. Nachdem an Stelle des Herrn Baumeisters Schön zu Lich Herr Martin Loos zu Gießen zum KreiSfeuerwehr- ivfpeclor für den Bezirk Gießen-Lich ernannt worden tst, bringen wir dies mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß, )»ß der Bezirk Gießen-Lich folgende Orte umfaßt: l 21. 22. 23. 24. 25. 26. 27. 28. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Sortn. 10 Uhr. Deutsches Reich. Berlin, 5. April. Zwei R e i ch St a g S n a cd wa h len haben in den letzten Tagen unmittelbar hintereinander stattgefunden. In dem elsässischen Wahlkreise MolSheim- , Erst ein wurde am Mittwoch die Ersatzwahl für den biS- j herigen Abgeordneten Zorn von Bulach (cons.) vollzogen, dessen Mandat durch Ernennung deS Genannten zum Unter» ! ftaatßfecretär im elsaß-lothringischen Ministerium ungültig ' geworden war. Bei der Neuwahl ist jetzt Baron Zorn von | Bulach mit großer Mehrheit, mit 11751 Stimmen, wieder- I gewählt worden, der Socialdemokrat Boehle erhielt 5400, ! zersplittert waren 540, ungiltig 681 Stimmen. Am Donnerstag folgte die Ersatzwahl tm Wahlkreise Eisenach-Dermbach nach- das Mandat deS bisherigen Vertreters desselben, deS Freisinnigen Casselmann, war vom Reichstage vor der Öfter» 1 Vertagung cafsirt worden. Bis jetzt waren festgestellt: Für Caffelmann (ireis. Volksp.) 3420. für Pätzold (Socialb.) 2667, für EckelS (nat.-lib.) 1867, für Riemann (Antis.) 2338, für Rösicke (Bund der Landwirthe) 2701 Stimmen. Die Nolhwenvigkeit einer Stichwahl ist angesichts dieser Stimmenzersplitterung zweifellos, an der engeren Entscheidung werden der freisinnige unb der Candidat deS Bundes der Landwirthe, oder ersterer und der Socialift betheiligt sein. (<)icßencr Anzeiger Kenerat-Anzeiger. Bekanntmachung, die Umlage der land- und forstwirthschaftlichen Berufsgenoffenschaft für das Großherzogihum Hessen betreffend. Die Umlage der land- und forstwirthschaftlichen Be» rufsgenossenschast für 1894 beträgt 369 854 Mk. 54 Pfg (176 330 Mk. 92 Pfg. für Unfallentschädigungcn, 132 248 Mk. 19 Pfg. als Anlage zum Reservefonds und 61275 Mk. 43 Pfg. Verwaltungskosten). Da sich die Gesammtfumme der beitragspflichtigen Steuercapitalien auf 13 759 395,60 Mk. (8 026 314,1 Gulden) beläuft, ergibt sich ein Ausschlag von 2,688 Pfg. auf die Mark Steuercapltal (4,608 Pfg. auf den Gulden). , M Es wird dies gemäß § 19 der Verordnung vom 11. Juli 1888 unter dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die Erhebung dieser Umlage demnächst in einem Ziele unter Zusendung besonderer Anforderungszettel gemeindeweise staufinden wird. Darmstadt, den 11. März 1895. Der Vorstand der land- und forstwirthschaftlichen Berufsgenossenschaft. Nover, Regierungsrath.____________ Gefunden: 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 Taschenmesser, 1 Peitsche, 1 Seitengewehrschelde, 1 Bürste, 1 Buch, : 1 Lederzügel, 1 Rock und 1 Taschentuch. Gießen, den 6. April 1895. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. I. V.: Wolff, RegierungS - Assessor. Bon jetzt qm sollen auch Mädchen in die Schule aufgenormm werden. OberAbtsteinach, 5. April. Im nahen Unter-Abt« fiein ach verunglückte gestern der Knecht de» Müller- und Bäcker- Huy von Wald « Michelbach. Der immer hilf- bereite Knecht wollte einem im Sretnbruche halten gebliebenen Fuhrwerke forthelfen und kam hierbei fo unglücklich unter den Wagen, daß ihm jedevfall» beide Beine amputirt werden müssen. Darmst. Ztg. △ Maio), 5. April. Der Verein Mainzer Kaufleute hat an die beiden Kammern der Stände eine Eingabe mit der Bitte gerichtet: ^ES wolle die gesetzgebende Körperschaft geneigtest einen Beschluß mit Gesetzeskraft herbeiführen, nach welchem — abgesehen von den Stunden deS HauptgotteSdiensteS — an Sonn- und Feiertagen die Schaufenster im Großherzogthum Hessen offen- gehalten werden können." In der Begründung deS Gesuches wird die Genehmigung der Sache als eine ganz besonder- gemeinnützige Einrichtung bezeichnet, indem Jedermann gern Städte besuche, woselbst Anziehuog-punkte gegeben seien. In hervorragender Weise seien die am Rhein gelegenen hessischen Städte hieran betheiligt, weil sie dicht an eine so consumfähtge und kaufkräftige preußische Provinz grenzten, wo die erbetene Einrichtung gleichfalls bestehe. — Sämmt« ltchen Güterexpeditionen der Hess. LudwtgSbahn ist eröffnet worden, daß mit dem 1. Mai die Sonntagsruhe im Güterverkehr auch bet der LudwtgSbahn eingesührt wird. Dieselbe umfaßt die Zett von Morgens 4 bis Abends 8 Uhr. Während dieser Stunden fahren keine Güterzüge und ist auch jede Thätigkeit auf den Bureauö und auf den Hallen der Güterexprditionen au-geschloffen. Vermischte». * Breittau, 4. April. Wie die Abendblätter melden, hat der Mörder Sobczhk im Twarger Walde einen Förster angeschofsen. DaS ist binnen Kurzem der vierte Fall, daß Sobczhk einen Mordanschlag ausführte. Die Regierung hat die Belohnung auf die Ergreifung des Mörders auf 5000 Mk. erhöht. ♦ Heidelberg, 3. April. Im Rausche feuerte gestern der Landwirth Heinrich Lentz im nahen HandschuchShetm mehrere Revolverschüsse auf seine beiden kleinen Kinder ab- danach suchte er sich selbst zu tödten. Die drei Schwerverletzten wurden dem Akademischen Krankenhause übergeben, woselbst sie heute gestorben find. * Straßburg i. E. Für die neben der Industrie- und Gewerbeau-stellung stattfindende Forst- und Jagd-AuS« stellung ist ein origineller, sehr geräumiger Pavillon aus rohen Baumstämmen gebaut, der sich malerisch am Ufer des SeeS in einer Gruppe von Bäumen erhebt. Die Forst- AuSftellung umfaßt: Karten, Meteorologie, forstliche meteorologische Station — Bodenkunde, Steine und Erde — Pflanzenerztehung — Holzproduction, Holz sämmtlicher in unseren Wäldern vorkommender Bäume und Sträucher aller Altersstufen — Holzgewtnnung, Darstellung des in den Hochvogesen sehr interessanten Holzhauerbetriebes — Holz« und Rinde«Verwendung, Holz verarbeitende Gewerbe, Benutzung zu den verschiedensten Gebrauchszwecken, sämmtliche Sortimente mit Ausschluß größerer Stämme, Schälbetrteb u.s.w. — Conservirung des Holzes, Instrumente und Mittel — Rebennutzungen — Forstschutz gegen Beschädigung durch Menschen und Thtere, Krankheiten — Betriebsetnrichtungen — Bauwesen, Modelle von Forsthäusern — Uniformtrung. Die Jagd-Ausstellung weist auf: Ausgestopfte jagdbare Thiere — Felle, Häute, Bälge — Schädel — Geweihe, Gehörne, Krickeln rc. — Haken — Altersbestimmung jagdbarer Thiere — Eier jagdbarer Vögel — Einfriedigungen — Futtereinrichtungen und Futtermittel — Fangmittel — Jagdwaffen — Kleider und Jagdutensilien. Diese geschmackvoll geordnete reichhaltige Sonderausstellung wird unzweifelhaft eine große Anziehung und zwar nicht nur auf Jäger und Forstmänner auSÜben. * Die Reibmaschine. Einem ganz absonderlichen Spitzbubenstreich ist der Bäckermeister Julius W. in Berlin zum Opfer gefallen. Er erzählt dem Gericht darüber Folgendes: Ick war. eben mal zu meinem Nachbar uf'ne kleene Weiße rinjejangen, denn etjentlich wollte ick in die Stadt, um Jeschäfte zu besorgen. Aber wie bet nu mal so iS, ick wollte eben loSjehen, da kommt der Schneider nebenan un hält mir fest. $)cf weeß nich, sagt er, ick hab heit so'n Dorscht, det kommt wohl daher, dat ick heit nacht träumte, ick Hütt 'ne janze Tonne voll Salzheringe ufjejeffen. Jetzt trinke ick meine drei, vier Schoppen, verweile wird eS sechse un ick jehe dann rieber, Feierabend machen, damit ick dann endlich dazu komme, in alle JemüthSruhe meinen Abendtrunk zu nehmen. . . — Bors.: So ausführlich brauchen Sie die Vorgänge nicht zu erzählen, beschränken Sie sich auf das, was Sie über den Angeklagten zu sagen haben. — Zeuge: Ick wollte nur sagen, dar ick dat Opfer nachbarlicher Verführung wurde, wodurch et alleene möglich war, dat der Mann da mir so rtnlegte. Etjentlich, sagte ick zu dem Schneider, müßte ick In die Stadt, um 'ne Reibmaichine zum Mandelreiben zu koosen, aber schlimmsten Falls kann ick mir eene von meinen Kollejen Schultes borjen. — Wie, sagte da 'n Mann, der am Nebentische eenen Nordhäuser trank, eene Reibmaschine brauchen Sie? — Na ja, sagt ick, haben Sie vielleicht eene? — Nu natierltch, sagt er, sie iS st) jut wie nei, ick weeß nur nich, wat ick mit anfangen soll, ick hab so'n janzen Krempel von eenen Schwajer jeerbt. — fßenn se jut iS, sagt ick, denn könnt ick ihr ja koofen. — Schön, sagt er, ick werd ihr man jleich ranholen. Er jetzt beim ooch un kommt mit 'ne janz passable Retbmaschine an, die ick ihm vor zwee Mark fünfzig abkoofe. — Vors.: Hegten Sie denn keinen Verdacht, daß er auf unrechtmäßige Weise in den Besitz der Maschine gelangt sein könne? — Zeuge. Jott bewahre, wie sollt ick ooch. Ick ließ ihm noch extra 'nen jroßen Schnaps jeden, un denn macht ick mir dran mit dem Schneider uen ordentlichen Skat zu dresche». Ra weeß ja ooch woll jed^r, wie det bei'n ordentlichen Skat zujeht, man fitzt ohne Ende, denkt nur an S Spiel un verjtßt die janze Umjebung. So war t ooch hier. Wie ick nu endlich nfbreche, i- meene Reibmaschine fort. Na, da war nu weiter nischt zu machen, ick tröste mir damit, dat am Ende der Wirth sich nur 'nen Ulk jemacht un det Ding versteckt oder in meine Wohnung jeschickt hat. Richtig, wie ick nach Hause komme, steht ooch die Maschine uf dem Tisch. Na, sagt ick zu «eene Frau, dat i- man jut, det se da ist. — Ja, sagt die, un jar nich deier, se kostet nur zwee Mark. — Wat? lag ick, da hat Dir der Destillenfritze wat usjebundeu, zwee Mark un ooch fünfzig Fennije bezahlte ick. — Du for ihr? fragt fie. — Na natierltch, sagt ick, wer denn sonst? — Die hab ick ja gekooft, schreit se nu.— Bors.: Nun, eS stellte fich heraus, daß der Angeklagte die Maschine, die er Ihnen verkauft, wieder an fich nahm, und daß er sie bann zum zweiten Male an Ihre Frau verkaufte. Ist eS so? — Zeuge: Uff'k Haar, Herr JerichtShof. Aber bamit nich jenug. EeneS Tage- schickt mecn Colleje Schulte- feenen Stift zu mir un läßt fragen, ob ick seine Retbmaschine immer noch bräuchte, er hätt ihr ooch wteber nöthig. Herr Jott, benk ick, wat iS benn bet schon wteber , for 'ne Retbmaschinenaffaire, wo tck boch erst so mit eene rtnjefallen war. Ick zieh mir schnell an un loofe zu Schulte- hin. Na, ba hatte ick bie Bescheerung. Die Reibmaschtne, bte ick von bem Mann jekooft un bie meene Frau von ihm jekooft, hatte er uff meenen Namen bei Schulte- jeborgt; sollte man woll benken, bet so'ne burchtriebeue Jaunerei möglich wäre. — Der gewanbte Spitzbube leugnet nicht, giebt aber an, au- Noth gehandelt zu haben und wurde zu sechs Monaten Gefängniß verurtheilt. * Ein Hauptstück für die Pariser Weltausstellung. Der bekannte Abgeordnete Paschkal Grouffet (Exmintster deS Auswärtigen unter ber Commune) hat bem Director bet Ausstellung von 1900, Herrn Picarb, ein Project unterbreitet, bas allgemeines Interesse erregt unb von sämmtlichen Bläsern besprochen wirb. Er schlägt vor, eine 1500 Meter tiefe Grube herzustellen, welche von 200 zu 200 Metern mit horizontalen Galerien versehen, dazu bienen soll, 1) feftzu« stellen, ob bie Theorien von dem flüssigen Gluthzuftanbe des ErbkerneS richtig, 2) ob bie eventuell gefunbene Erbwärme praktisch auSnutzbar ist, und 3) ob ber Untergrunb von Paris nicht etwa auf einem „Süßwaffer-Ocean" ruht. Sollte man in ber angegebenen Tiefe auf eine progressiv steigenbe Temperatur stoßen, fo hält Grouffet da- Problem des inneren Erdfeuer- für gelöst. Die Seiten - Galerieen sollen zu einer Art Bergwerks-Ausstellung mit Darstellungen ber Gewmnungsart von Kohlen, Erzen, Golb unb Diamanten bienen unb je zwei Elevatoren jebe Galerie mit ber obern unb untern verbinben. Die Kosten beS Problems sinb auf 12 Millionen Francs veranschlagt. * Cigarren Maschine. AuS Lonbon wirb berichtet: In einigen hiesigen Slgarrenfabrifen sinb seit einiger Zeit erfolgreiche Versuche mit einer von Jean Reuse er« funbenen Maschine angestellt worben, welche bie zur Her« stellung einer Cigarre nöthigen Operationen ohne jede Unterbrechung ausführt. Nachbem bie Maschine bie Einlage in ber gewünschten Form verarbeitet, rollt sie baS Deckblatt herum unb befestigt bie Spitze burch einen mechanisch zuge- führten Tropfen Gummi. Die Cigarren sollen in Aussehen unb „Zug" ben mit ber Hand gefertigten völlig gleich« werthig sein. ________________________________ Landwirthschaftliche Mittheilungen. V. An» de« Bogelsderge, im April 1895. Im Frühjahre 1893 brachte ber .Gießener Anzeiger" einen Aufsatz über die Verwüstungen, welche die Maikäfer und deren Larven, bie Engerlinge, alljährlich anzurtchten pflegen. Der Verfaffer sagte bamats ungefähr: Der Schaden, welchen biete Jnsecten in Deutschland verursachen, ist so enorm, daß man bie Kosten der Militär-Vorlage davon decken könnte. Im ganzen Lande roarea verschiedene Orte von ber Matkäserplage heimgesucht worden. In ber Provinz Oberhessen wurden mehrere Odersölstereten geschädigt, am stärksten die Obersörsterei Eudorf. Hier wurden in runder Summe (wir bringen nur runde Zahlen!) 3 Millionen Käfer gesammelt. Die Oberförsterei AtSfeld brachte l’/io Millionen, Nteder-Ohmen Vie- Romrod B/to, Mauldach und Haindach je Vio» zusammen in Oberhessen 5'/« Millionen. Selbstoeistänbltch sind darunter diejenigen Gemeinden nicht Inbegriffen, welche für sich selbst gegen den Maikäfer vorgtngen. Viel schlimmer hauste der Käfer in ber Provinz Starkenburg. In ber Oderförsterei Mönchdruch würben allein soviel Käfer gesammelt, als in sieben oderhesfischen Oberförsterefen zusammen, nämlich über 5 Millionen. In Langen würben über 3 Millionen, in ben Obersöistereien Mttteldick, Mönchhof, Möi selben, Viernheim unb Badenhausen würben nahezu je 2 Millionen eingesammelt, sodaß durch bie Forstoerwaltung über 22 Millionen Maikäfer vernichtet worden sind. Auch ber Late kann sich einen Begriff davon machen, um wie viel größer der Schaben sein müßte, wenn diese Unmasie von Jnsecten am Leden geblieben, wenn die Weibchen ihre Eier abgelegt unb die Larven derselben, die Engerlinge, drei Jahre lang ihr ZerstörungS- werk unter ber Erbe getrieben hätten. WaS bte Hauptflugzeit anbelangt, so war diese in der Provinz Starkenburg bedeutend früher als in Dberbefien; darin drückt fich bas wärmere Klima ber ersteren Provinz aus, wo die Käfer in der Zett vom 27. April bis 26. Mat fchwä'mten, während der Haup'flug in ben Oderförstereien Alsfild unb Eudorf, welche am stärksten heimgesucht worden find, vom 15. Mai dis 8. Juni .dauerte. Als wettere intereffante Beobachtungen, welche gemacht wordm find, führen wir folgende auf: Wenn der Haupiflug beginnt, sammeln sich die Käser gerne an ben Walbränbern unb die Weibchen beginnen mit dem Eierlegen Will man also recht wirksam gegen das Geschmeiß vorgehen, so muß man sobald wie möglich bie Waldränder säubern, denn dort werden die Weibchen getroffen und am Eierlegen gehindert, waS eine Hauptsache ist. Die beste Zett zum Sammeln und lobten der Käfer find die frühen Morgenstunden von 5 bte 7 Uhr. Um diese Zeit find die Blätter und Gräser noch feucht von Tdau, das Geschmeiß sitzt noch fest und ruhig unb läßt sich leicht abschüiteln, aufl-sen und vernichten. Mitunter läßt fich den ganzen Tag sammeln. W>rd geschüttelt, so fliegt ein Theil der Käser davon, daS sind aber fast lauter Männchen, die trägeren Weibchen fallen beim Schütteln herab unb können leicht vernichtet werden. In der Oberförsterei Romrod waren die Waldränder, welche [ mit jungen Eichen bestockt find, besonder- stark von Maikäfern angegriffen worben. Rach einiger Zett btangen fie aber auch tiefer in die Wälder hinein Da» liebste Futter bei Maikäfer- ist CiäenUrt; wem» derartige- nicht vorhanden ist, gehen fie auch an Buchenlanh, dann erst, wenn auch diese- fehlte, gingen sie an andere Weichhölzar ober sogar an junge Lärchen. Bei bem Sammeln ber Käser bei heiligten sich besonders bi« Schüler ber Volksschulen, denen der Aufenthalt in ben Wäldern sehr wohl gefiel, besond-r» da fie dabei auch noch einen recht hübsche» Nebenverdienst hatten. Die Kinder betten meisten- Gießkannen ober andere Blechgefäße bei fich. An niederem Gebüsche wurden die Käfer ohne Weitere» mit ben Händen abgelesen. Höhere Hefte wurden ntt Hakenstangen geschüttelt, große Tücher darunter gebreitet und bie herauf gefallenen Käfer zusammengelesen Die Käfer würben rntt kochendem Wafler übergossen, was fie sofort tödtet. Auch in stach,« Gruben verbrannte man fie ober warf fie in ein Faß, worin fich Schwefelkohlenstoff befand. Die Kosten der Vertilgung find nicht bedeutend: in manche» Gegenden, z. B. in der Lberförsterei Romrod, bethettigten fich bie älteren Schulknaben unentgeltlich an dem Vernichtungsgeschäfie, sodaß die Vie Million Maikäfer nicht einmal 24 Mark zu vertilgen kostete». Ta» tft sehr wenig. In den übrigen Oberförster eien war die Arbeit theuerer. So kostete das Tausend Maikäfer zu vertilgen: in Viernhei» 8 Pig., in Al»feld 10 Pfg., in Dudenhofen 16 Ma., in Mönchbruch 34 P g., in Babenhausen 38 Pfg., in Eudorf 66 Pfg. Für die 5 Millionen in der Oberförsterei Mönchbruch gesammelten Käfer wurden über 1700 Mark bezahlt, ein stattlicher Posten Geld. Aber wieviele Taufende an Werth hätte das Geschmeiß vernichtet, wen» man ihm nicht den Garau» gemacht hätte! Für bas Arübjahr 189» wird ein Hauplflugjahr in unserer Provinz in der Oberförsterei Düdelsheim erwartet, wo die Engerlinge fast ganz ausgewachsen unb in großen Massen beim Pflügen beobachtet worden find. In der Provinz Starkenburg find in Heppenheim, Lengfeld, Höchst, Dube» Hofen und Dieburg starke Flüge zu erwarten, benen lebenfallS mit Energie entgegengetreten wird. Schiff-nachrichten. Norddeutscher Lloyd, in Gießen oertreten durch die Agenten Lari Loo» unb I. M. Schulhof. Bremen, 4. April. sPer tranSaUantischen Telegraph.] Der Postdamvfer München, Sapt. A v. Söllen, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 11 Uhr Vormittag» wohlbehalten in Baltimore angenommen. Bremen, 4. April. fPer transatlantischen Telegraph.! Der Schnelldampfer Havel, Copt. Th. Jüngst, vom Norddeutsch«» Lloyd in Bremen, tft heute 6 Uhr Morgen» wohlbebatten i» Newyork angekommen. ____________ S. Klein Marktstr. 4 Giessen. Bankgeschäft i«a Kunst-Ausstellung, nähme beS Samstag», von 11 bis 1 Uhr, am Mittwoch unb Sonntag auch noch von 3 bis 5 Uhr. — Eintritt-prei» fir Nichtmitglieder an Werktagen 50 Pfg., an Sonntagen 20 Pfg. — Änr aut gestrichene und UeTirlt itzußßdöden gewähr leisten die größte Sauberkeit, befördern das WoglvifindkN der Familie und vermindern bei Krankheiten ganz erheblich die Ueberiraguvg-« gefahr, darum gilt als bester und geeignetster Fuß"oden« Anstrich von Jedermann leicht selbst zu bewirken, unübertr.ffiich an Trvck«» traft, Härte, Glanz unb Dauer, der von der rühmlichst bekannten Earl Tiedemann'schen Lack- und Firniß-Fabrik in Dresbe» (unter der Schutzmarke „Herkules") alleinig erzeugte UtrnUfie» e»tt«atrotheil dringt Infolge des bedingten Tragen» bei der Wartung von Kindern konnte man früher nur kräftige Personen zu Kindermädchen verwenden, während jetzt baldwüchfige Mädchen für diesen Zweck brauchbar ftnt benn den leicht dahin« ollenden Kinderwagen kann der schwächste Mensch schieben. Aber auch besonder» auf dem Lande ist der Kmberwag« practisch- Wer erinnert sich nicht noch der Zeiten von früher, w» der Landmann in Verlegenheit war, — besonder» während der Ernte, wo man nicht Hände genug für die Feldarbeit hat — u« Jemand aufjuireiben, der sein Kind wiegte unb abwartete, während er mit seinen sonstigen Hausgenossen inclusive der größeren Kind«, draußen im Freien schaffte. Heute ist dem Uebtlftanb von bat»al» abgeholfen, indem man auch den kleinsten Sorößling im Kinder wag« mit binauSnimmt in die freie und gesunde Go'.te»natur. denn soviel Heit findet sich auch auf dem Felde, um ab unb zu nach bem Jüngsten zu sehen. Einfichiige Eltern in der Stadt und auf dem Land können nicht» bisseretz tbun, als für ihr Kind einen Kinder wag« anzuschaffen, indem sie damit für die körperliche unb geistige w Wickelung ihrer Nachkommen viel beitragen, benn nur in eine« gesunden Körper kann sich ein gesunder Geist entwickeln. 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