1895 Donnerstag den 7. Februar Biertefla^riger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gieszen chratisöeitage: Hießener Kamil'ienbtatter Amtliche- Theil Obstbaukurse zu Friedberg während des Frühlings und Sommers 1895. Obstbaukursus für Baum- und Straßen- urärter in der Gesammtdauer von 10 Wochen. Der erste Theil dauert vom 4. bis 30. März und vom 17. April bis 4. Mai. Der zweite Theil, im Juli oder August, dauert 2 und der dritte Theil im September 1 Woche. Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau. Berlin, 5. Februar. In der Reichstags-Commissiou für die Abänderung des Gerichtsverfassungsgesetzes und der Strafproceßordnung beantragte Vollmar, die Preßdelicte und politischen Vergehen an die Staatssekretär Nieberding ij jMonnemeatspreUf V 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Drirch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Schutstratze Ur.7. Fernsprecher 51. erklärte, so lange der Regierung nicht nachgewiesen sei, daß bei der Aburtheiluug der Preßdelicte und politischen Vergehen schwere Mißstände sich herausgebildet hätten, könnten bu verbündeten Regierungen nicht für den Antrag Vollmar fick erklären. Regierungscommiffar Leuthe erklärte, die Regierung erkenne die Teilnahme des Laien-Elementes an der Recht- sprechung als werthvoll an. Die Erfahrungen in Bayern seien hinsichtlich der Aburtheiluug der Preßvergeheu nicht derart, um zur Nacheiferung anzureizen. Berlin, 5. Februar. Die „Post" hört, es sei alle Aussicht vorhanden, bezüglich der am 8. April in Kraft tretenden Sonntagsruhe für die Industrie auf dem Wege der Vereinbarung zwischen den verbündeten Regierungen möglichste Gleichförmigkeit der AuSsührungsanweifungen zu erzielen. Berlin, 5. Februar. Die „Deutsche Tageszeitung meldet: Der von der Commission der wirthschaftlichen Vereinigung des Reichstages vereinbarte Antrag Kanitz auf Verstaatlichung der Getreideeinfuhr wird demnächst im Reichs- tage eingebracht werden. Unterschrieben ist der Antrag von sämmtlichen Mitgliedern der konservativen Partei, einschließlich der Hospitanten Graf Knyphausen, Mentz, Rickehof-Boehmer und Sachse, dem größten Theil der Reichspartei, allen Mitgliedern der deutsch-socialen Reformpartei und ferner von den Abgg. Schwerdtfeger, Graf Bismarck, Buddenbrock, Dallwitz, Hahn, Hilpert, Bachmeier, Bruckmeier und Sigl. Lieguitz, 5. Februar. Heute früh wurde das Dachgeschoß des Mittelbaues der Kaserne des Grenadier-Re gi- menteS „König Wilhelm I." (2. Westpreußisches Nr. 7) durch eine Feuersbrunst zerstört. Die Feuerwehr und die Mannschaften des Regiments waren dem Feuer gegenüber machtlos. Der Schaden ist bedeutend. Loudou, 5. Februar. Eine zweite Ausgabe der „Times" meldet aus Yokohama den Wortlaut des Beglaub-i- gungsschreibens der chinesischen Gesandten zu den Friedensverhandlungen. Derselbe lautet: Laut Beschluß ernennen wir Sie zu unserem Bevollmächtigten, um mit den von Japan ernannten Bevollmächtigten zusammenzutreffen und i die Friedensangelegenheit zu verhandeln. Sie wollen jedoch I an den Tsunglt-Yamen telegraphiren, um seine Befehle ein- zuholen, an welche Sie sich halten werden. Die Mitglieder Ihrer Mission sind unter Ihrer Controlle. Sie werden die Mission in treuer, sorgfältiger Welse führen und das in Sie gesetzte Vertrauen rechtfertigen. Petersburg, 5. Februar. Die „Nowoje Wremia" bespricht die militärische und politische Geschicklichkeit der Japaner, die Alles gethan hätten, um eine Intervention der Mächte zu hintertreiben, und sagt: Da die Japaner vollständig Herren des Golfes von Petschili seien, könnten sie auf Peking mar- schtren, ohne befürchten zu müffen, von den fremden Geschwadern daran gehindert zu werden. Unter diesen Umständen bestehe daS einzige Mittel, zu verhindern, daß die Niederlage der Chinesen schwere Folgen für die europäischen Mächte habe, in einem vollständigen Einvernehmen zwischen den Mächten. Leider sei von einem solchen Einvernehmen noch nichts zu sehen und es sei wenig wahrscheinlich, daß die Schuld hieran nicht die englische Diplomatie trage, welche die Hoffnung nicht aufgebe, aus dem Resultate deS chinesisch-japanischen Krieges Vortheile zu ziehen zum Nachtheile I der Interessen Rußlands und Frankreichs. Die Theilnehmer müffen das Alter von mindestens 16 Jahren haben und sich allen Arbeiten in den Pomologi- schen Gärten und anderen Obstanlagen willig unterzrehen. Der Unterricht für hessische Baum- und Straßenwarter lst frei; das Honorar für solche Theilnehmer aus Heffen, welche lediglich im eigenen Jntereffe den Kursus besuchen, beträgt 10 Mark, für Nichthessen 15 Mark. Baumwärter, welche eine Unterstützung seitens des zuständigen landwirthschaftlichen Bezirksvereins (im Kreise Friedberg bis zu 75 Mark) zu ihrer Ausbildung wünschen, müffen sich bei dem Director des landwirthschastlichen Be- zirksvereins melden und den Bedürftigkeitsnachweis erbringen. Während des Kursus wird in folgenden Fächern Unterricht ertheilt von nachbenannlen Lehrern: Dr. d. Peter: Grundzüge des Pflanzenlebens, äußerer und innerer Bau des Obstbaumes, Bodenkunde und Düngung, LebenSthätigkeit des Obstbaumes. K. Reichelt: Obstsortenkunde, Obstbaumpflege, Obst- * baumzucht, Krankheiten des Obstbaumes, schädliche Thiere, Obstverwerthung; — Demonstrationen und praktische Arbeiten. Ringshausen: Uebungen im geschäftlichen Aufsatze, Berechnungen. Repetitionskursus fürBaum- undStraßen- Wärter vom 1. bis 6. April. Solche Baum- und Straßenwärter, welche schon einen Kursus im Obstbau durch- gemachl oder längere Praxis hinter sich haben, können an diesem Kursus theilnehmen. Nach bestandener Schlußprüfung erhalten dieselben, wenn sie ein Alter von 20 Jahren besitzen, den Titel „Vereinsbaumwart des Oberhesfischen Obstbauvereins". Der Kursus ist honoracfrei. Der Beginn anderer Kurse wird rechtzeitig bekannt gegeben. Anmeldungen sind schriftlich an den Dirigenten der landw. Winterschule, Herrn Dr. v. Peter zu richten. Der Aufsichtsrath der landw. Winterschule. Dr. Braden. Der Hktzeaer Anzeiger erscheint täglich, «it Ausnahme bei Montag«. Die Gießener werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Bekanntmachung. Großherzogl. Ministerium des Innern und der Justiz hat den Großherzogl. Regierungsaffeffor Wo ff beauftragt die Geschäfte des Vorstands des PolrzeramtS Gießen, während der Erkrankung des Großherzogl. Polizeiraths Fresenius, zu versehen. Gießen, am 5. Februar 1895. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Alle Annoncen-Burcaux deS In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Gießener Anzeiger Kenerat-Anzeiger. ihre Belage. (£Onf) beflrdtil gi,i(6 d-m ®ombn« dl- Kompetenz des Reiches und betont die Loyalität und Reichstreue der mecklenburgischen Regierung und Bevölkerung. Die Gesetze würden dort ebenso loyal befolgt wie anderweit, und in der Jabr- hunderte alten mecklenburgischen Verfassung stecke ^ngutesStuck Erbwetsheit. Und wie denke man sich denn die Ausführung des Antrages Pachnicke? Wolle man etwa durch einen GesitzentwuN die mecklenburgische Verfaffung ändern und den Großherzog durch einen Staatsstreich zwingen, ihn anzunehmen? Inzwischen ist ein Antrag Frege u. Gen. (cons.) eingegangen, über die vorliegenden Anträge Pachnicke, Ancker, Auer zur Tages- ordnung ube^zugehen. Me Vertagung der Sitzung und zweifelt zugleich die Beschlußfähigkeit des Hauses an. 1 Sie bemgemäS irfolg.nbe Aui.-Hlung d-s H°uI-s -rg -bl di- Anwesenheit von nur 166 Mitgliedern. Das Haus ist also nicht beschlußfahig^nt q ^vetzow bemerkt dazu: das Haus würde be- schluhfäh'g sein, wenn nicht bei dem Aufruf eine Anzahl Mitglieder bo6 ®Moärg’n :°n3ntnp'Sätion Hitz- (A-b-U-rv-rhIltniff-) unb Wahlprüfungen. Deutscher Reichstag. 29. Sitzung. Dienstag, den 5. Februar 1895. DaS überaus schwach besetzte Haus stimmte zunächst den Vorschlägen der Geschäftsordnungs-Commission hinsichtlich der Reihenfolge zu, in welcher die Initiativanträge von Mitgliedern des Hauses zur Berathung kommen sollen. nr _ Auf der Tagesordnung steht ferner der Antrag Ancker u. Gen. (Frs. Vp.) auf Vorlegung eines Reichsgefetzes über die Abgrenzung bezw. Neueintheilung der Reichstagswahlkreise. Abg. Hermes (Frs. Vp^): Von einem gleichen Wahlrecht ist in Folge des verschieden« Wachsthums der Bevölkerung in den einzelnen Wahlkreisen jetzt keine Rede mehr. Die Zahl der Wahlberechtigten ist in einzelnen Kreis« seit 1870 ganz außerordentlich gestiegen, so in Breslau, Berlin, Lennep-Mettmann, Düsseldorf, Essen, DutSburg, München, Leipzig und Leipzig-Land u. s. w. Während früher auf je 100,000 Einwohner ein Abgeordneter gerechnet wurde, bat beispielsweise der Wahlkreis Berlin VI 486,000 Einwohner und 121,000 Wähler! Die Zahl der Wähler ist in vielen Kreis« 8 mal so groß, als in anderen, in Berlin VI sogar 14 mal so groß als in Lippe-Schaumburg Daraus folgt für die Bevölkerung in dem einen Theil der Wahlkreise, insonderheit in den großstädtischen, ein noch relativ viel kleineres Wahlrecht, als in anderen Wahlkreisen. Berlin müßte nach seiner Einwohnerzahl 13 Abgeordnete haben. Da auf eine Vermehrung der Abgeordneten bet dem Bau dieses Hauses nicht gerechnet worden ist, so kann anders, als durch veränderte Abgrenzung der Wahlkreise nicht geholfen werden. Der Fortbestand der gegenwärtigen Ungleichheiten verletzt daS öffentliche Rechtsbewußtsein. Abg. Tutzauer (Soc.): Einer verändert« Abgrenzung der Wahlkreise bedarf es nicht, wenn man, wie wir es wünsch«, oas Proportional-Wahlsystem einführt. h,r » Abg. Richter bittet als Mttantragsteller, Angesichts der Leere des Hauses die Abstimmung über den Antrag zu vertagen. Demgemäß unterbleibt einstweilen die Abstimmung. Es folgt erste Berathung der Anträge Pachnicke und Ancker, betreffend die Volksvertretung in den Bundesstaaten Der Antrag Pachnicke will hinter Artikel.3- der ^sassung folgenden Zusatz einschalten: „In jebem Bundesstaat muß eine aus Wahl« der Bevölkerung hervorgehende Dertretuna bAben, i der« Zustimmung zu jedem Landesgesetz und zur Feststellung des ! Staatshaushalts erforderlich ist." ,.___„ M w ! Der Antrag Ancker (Frs. Vp.) will darüber hinaus die B - i stimmung getroffen wissen, daß die Wahlen gleiche, dtrecte, all- ! gemeine mit geheimer Abstimmung sein wüsten. । U In Verbindung damit wird ein Antrag Auer (Soc.) berath«, welchem zufolge das Wahlrecht allen Retchsangehortg« im Alter । von über 20 Jahren und ohne Unterschied des Geschlechts zustehen soll. | Aba. Pachnicke (Frs. Vp.): Mit meinem Anträge hat sich i bereits die Vertretung des Norddeutschen Bundes beschäftigt. Seitdem ! sind über 20 Jahre verflossen; aber noch immer müssen wir mit der Bitte komm«: Geben Sie Mecklenburg eine Volksvertretung! Ueberall wird dem Volke daS Recht e ngeräumt über seine Angelegenheiten zu berath«, nur in Mecklenburg nicht. In Malchin, sitzen nur Bürgermeister und Ritter. Soll dieser dem Geiste des Jahrhunderts widersprechende Zustand niemals «»den? Es gab allerdings auch einmal in Mecklenburg eine vom ^"ßh^zog Friedrich ?n[°&ibÄ ÄÄ I Schwurg-richi- zu Fortschritt ^Mecklenburg '/» Jahrhundert, beim Schulweseni hat er fn fnnn, htr Reoierur sogar ein halbes Jahrhundert erfordert. Im Gehalt Neben die Lehrer dort noch hinter den Schaffnern zurück. Für die Sl der Lehrer bezeichnend ist es, daß ein Lehrer entlassen wurde, weil er dem Wunsche der Gutsherrschaft entgegen, seinen Schnurrbart 1 nicht abschneiden wollte. Wohin die betreffenden Mißstande führen, ermessen Sie aus dem Wachsen der Zahl der Socialbemykrat« | dort Es handelt sich hier nicht um Reservatrechte, welche^ das Reich allerdings nicht einseitig abändern kann- DieRitter straub« sich in Mecklenburg jeder Reform. Und so bleibt den Bürgern | nichts übrig, als sich an das Reich zu wend«. g. Mecklenburgischer Bevollmächtigter v. Oertzen: Die Ausfüh- I rungen des Vorredners sind für mich alte bekannte Dinge (Rufe. Leider!) Nach meiner Ansicht ist es nicht Sache des Hauses, über die mecklenburgischen Interne zu enlschetden, unb bie meckienburgtsche Regierung hat nicht nöthig, dem Reichstage Rechenschaft zu geb«. (Rufe rechts: Sehr richtig! links: Na, na!) Das Rurige, worüber der Reichstag zu discuttren hätte, wäre die Frage, ob die mecklenburgische Verfassung im Einklänge stände mit der Reichsverfaffung. Diese Frage ist schon 1869 erörtert und bezahl ward«, also erledigt. Ich weiß übrigens nicht, ob die Reichsregierung zu einem so weit gehenden Anträge die Hand bieten wurde. Meines Wissens sind eit der letzt« Ablehnung dieses Antrages im Bu^>esrath weder Verhältnisse noch Thatsachen eingetreten, we che die Annahme rechtfertigen könnten, daß der Bundetzr^h inzwischen anderer Ansicht geworden sei. Die mecklenburgische Regierung lehnt ede Einmi^ chung des Reich« in diese inneren Verfassungs-Angelegenbetten der Bundesstaaten ab. Mecklenburg ist s. Z. mit der Bersassung, wie sie zetzt besteht, in den Norddeutschen Bund eingetret« und es ist damals auch festgestellt worden, daß diese Verfaffung mit der Bundes-. resp. Reichsverfaffung nicht im Widerspruch steht. Die mecklenburgische Verfassung ist also als gtlttg im Sinne der Reichsversassung anerkannt. Wenn es in der Reichsverfaffung heißt: "Der König von Preuß« schließt einen ewigen Bund zum Schutze beg Bundesgebiets unb bes innerhalb besselb« geltenb« Rechts , so ist dam t orrch die mecklenburgische Verfassung biesem Schutze un erstellt ^Zustimmung rechts.) Die inneren Versaffungsangelegenheit« sind im Artikel 4 der Reichsverfaffung nicht der Competenz des Reiches unterstellt. Wollte man die Tragweite dieses Artikels so weit ausdehn«, wie es der Anttag Pachnicke will, so würde die Stellung deS Bundesraths in feinen Grundlagen erschütt«t sein, und es wurde das einer Medtatisirung der Bundesfürsten ähnlich seh«. (Beifall rechts.) Die mecklenburgische Verfassung mag ihre^Mängelohab«, aber 'velches Gesetz, welche Einrichtung hätte nicht Mängel! (Lachen links.s Fürst Bismarck hat einmal gesagt, eine Jahrhunderte alte Verfassung läßt sich nickt wie ein altes Kleid abstreifen. Ueberlaff« Sie es den Mecklenburgern, ihre Verfassung zu ändern, wenn sie es woll« und für nöthig halten. Die mecklenburgische Regierung weiß ganz genau,, was sie^wtll- sie bat ihren festen CmS und laßt sich von diesem nicht abbringen. Werfen Sie ihm noch so viele Anträge Pachnicke in den Weg, Sie schädig« damit nicht ihren Ems, sondern nur Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für d« folgenden Tag erscheinenden Nummer bi- Borm. 10 Uhr. Deutsches Reich. Berlin, 5. Februar. Das preußische Abgeordneten- Haus hat die bereits in der Sitzung vom 29. Januar begonnene Specialberathung deS landwirthschaftlichen Etats selbst iu der Sitzung vom Montag noch nicht zum Abschluß zu bringen vermocht. Vielmehr wurde am genannten Tage die Debatte Über die einmaligen und außerordentlichen Ausgaben der landwirthschaftlichen Verwaltung nochmals vertagt, nachdem der Titel, betr. die Herstellung eines VerbindungS- canales von dem Süd-Nord Canal nach dem holländischen Yrogeveen-Canal, an die Budgetcommlssion zurückgewiesen worden war. Der Rest der Montagssitzung wurde durch die erstmalige Erörterung deS Gesetzentwurfes über die Errichtung einer Generalcommission für Ostpreußen ausgefüllt. ___________________ __________ Neueste Nachrichten. Depeschen deS Bureau ^Herold". Berlin, 5. Februar. Bei dem Empfange der Deputation der städtischen Behörden am Sonntag Vormittag betonte der Kaiser in seiner Ansprache, e8 liege ihm sehr viel daran, daß die Erinnerung an die glorreichen, vor fünfundzwanzig Jahren durchlebten Zeiten namentlich auch in der Bürgerschaft wach erhalten würde. Deßhalb habe er nach langem Ueberlegen den Plan gefaßt, die Standbilder der ; Fürsten unsere- Landes in Berlin aufstellen zu lassen. Am ! Schluffe seiner Ansprache sagte der Kaiser, er hoffe nun aber | auch, daß die gesammte Bevölkerung ohne Unterschied des BekenotniffeS und der politischen Parteien auch in Zukunst und auch in schweren Zeiten einmülhig und treu zu ihrem Fürsten halten und eS ihm erleichtern werde, seine schwere Pflicht zu ersüllen. Berliu, 5. Februar. Morgen Abend findet beim Laiserpaar ein kleiner Ball statt für den engeren KretS der Hofgesellschaft. Zu demselben hat auch der bekannte frühere Reichstagsabgeordnete von KoScielSki Einladung erhalten. Berliu. 5. Februar. Die GeschäftsordnungS- । Commission deS Reichstag« tritt heute Abend zu ihrer dritten Sitzung zusammen über die Frage der Verschärfung der DiSciplinargewalt des Präfidenten. Wie die ^StaatSbÜrger-Zeitung" hört, ist zwischen den Conservativen, Nationalliberalen und dem Centrum ein Compromiß geschlossen. Das letztere wird dafür stimmen, daß ein Mitglied, welches fich in grober Weise gegen die Ordnung des HauseS vergeht, für die Dauer der Berathung des zur Verhandlung stehenden ; Gegenstandes von der Sitzung ausgeschloffen werden soll. Berliu, 5. Februar. In einer gestern Abend statt- gefundenen Mitglieder-Versammlung der A nt isem it e n l ig a . wurde der Ausschluß AhlwardtS auS der deutsch socialen Reformpartei besprochen. In ausführlicher Rede führte der Reichstagsabgeordnete Bindewald die Gründe an, weiche die Ausschließung AhlwardtS aus der Partei veranlaßten. Särnmt- liche Anwesenden erklärten einstimmig, daß der Ausschluß AhlwardtS im Jntereffe der guten Sache durchaus ersorder« ltch war. Gleichzeitig wurde beschlossen, den Abgeordneten Ahlwardt und Bückel in der zu ihrer Rechtfertigung cm- berufenen Versammlung, die heute Abend stattfindet, nicht entgegeuzutreten, sondern den Beschluß der Fraction über eventuell weitere Schritte abzuwarten. Berlin, 5. Februar. Die „Nordd. Allg.^Ztg." schreibt: Eine von einem hiesigen Blatte gebrachte Mittheilung können ; wir dahin richtigstellen, daß ein Hauptpunkt der staatlichen I Fürsorge für die Landwirthschaft die Creditfrage für Groß« und Kleingrundbesitz (Personal- und Real* * credit) bilden wird, die namentlich in den östlichen Provinzen ! de« Staates weiterer Entwickelung fähig ist. Forst i. L., 5. Februar. Daß Hanptfabrikgebäude der Tuchfabrik von Eberle ist heute früh niedergebrannt. Bremen, 5. Februar. Heute früh um 5 Uhr traf bei der hiesigen Oberpostdirection der von einem Ostender Fischer aufgefundene Briefsack der untergegangenen „Elbe" ein. Der Sack enthält nur etwa 20 Briefe, welche für mehrere Ortschaften bei Chicago bestimmt waren. Die Oberpost- direetion telegrophirte an die Stadlbehörde in Ostende, falls noch mehrere Postsäcke aufgefunden werden, möchte man eß sofort der Oberpostdirection telegraphisch mitthetlen und die Ausfinder bezeichnen, denen die hierfür auSgeworsenen Belohnungen demnächst zugesandt würden. Budapest, 5. Februar. Im Abgeordnetenhause wurde heute daS Rekrutengesetz angenommen, desgleichen auch der Bericht über die OsfizierSprüfung Einjährig Freiwilliger und zwar mit großer Majorität., Nur die äußerste Linke stimmte mit Nein. Rom, 5. Februar. Wie verlautet, wird fich Crispi bei den nächsten Wahlen in einer großen Anzahl von Wahl- kreisen als Candidat aufstellen lassen, so z. B. in Neapel, auf Stellten und in Rom. ES sind drei große Wahlcomttss gebildet in Turin, Florenz und Neapel und ein Central- comits in Rom. Rom. 5. Februar. Diele Präsiden haben telegraphisch Hilfe zur Unterstützung der infolge der großen Kälte in die höchste Noth versetzten Bevölkerung verlangt. Triest. 5. Februar. An der Riviera herrscht ein entsetzliches Unwetter. In Mentone, Monte Carlo und San Remo schneit es heftig. Mailand. 5. Februar. In Argenea bei Bologna zögen gestern 4000 Lohnarbeiter vor das RathhauS und verlangten drohend von dem Bürgermeister Beschäftigung. Der Bürgermeister versprach, der Regierung zu telegraphiren, damit die längst zugesagten RegulirnngSarbeiten am Rhena- fluffe vorgenommen würden. ES gelang ihm, die Menge zu beruhigen. Paris. 5. Februar. Aus der Journalisten-Tribüne der Abgeordnetenkammer wurde gestern eine Ovation für Rochefort veranstaltet, welcher dieser jedoch nicht beiwohnte. Er lehnte sogar alle Einladungen zu Festessen, welche ihm zu Ehren gegeben werden sollen, ab oder verdat fie sich bi« auf Weitere«. Madrid. 5. Februar. AuS Maquinez in Marokko wird gemeldet, daß die dortige Lage eine s ehr ernste sei. Der Sultan hat den Gouverneur verhaften lassen- man befürchtet, daß der Aufstand große Dimensionen annehmen werde. Drei Nachbarstämmc befinden fich in vollem Ausstande. Lissabon, 5. Februar. Zwischen portugiesischen Truppen ■nb Eingeborenen in Lorenzo Marqurz hat wieder ein Ges echt stattgesunden. Auf beiden Setten gab eß viele Todte und Verwundete. CocaU* ttnO ptßoinikde». Gieße», dcn 6. Februar 1895. * Provinsialausschuh Sitzung. Samstag den 9. Februar d. I., Vormittag« 9 Uhr beginnend, findet im Regierung«- gebaute dahier eine öffentliche Sitzung des ProvinzialauSschuffeS der Provinz Oberheffen statt, in welcher folgende Gegenstände zur Verhandlung gelangen: 1. Gesuch der Karl Spamer Ehe- [gute zu Ruppertsburg um Erlaubn'ß zum Betriebe einer Gastw,rthschaft. 2. WildschadenSklage des Großh. Rentrmt- mannß Schäfer zu Bingenheim gegen Jagdpachter Stieß zu Frankfurt a. M- 3. KreiSstraßen.Sngelegenheiten. • * ReichSgerichtSrath L P. Wilhelm Buff in Leipzig feiert morgen seinen 7 0. Geburtstag. • * Die Pfarrstelle zu Wieseck wurde dem Pfarrer Friedrich Hellwig zu HarterShaujen übertragen. H. Neues Theater. Frau GerlachS Benefiz brachte , uns gestern Abend: „LoloS Vater" von L'Arrooge. Die i Benefiziantin, bei ihrem Auftreten mit lebhaftem Applaus i begrüßt, stellte in der Rolle der Auguste Klemm eine Figur auf die Bühne, die durch ihre Schlichtheit und die Gerad- ( heil ihres Empfindens sofort alle Herzen gewann, und zeigte . uns damit eine neue Seite ihres schönen Talentes. Fraul. Egger hatte als Lolo recht hübsche Momente, leider bemerkte man in ihren langen Reden allzuviel bayerischen Dialekt. Fräulein Patuschkas Stärke find Rollen wie die der Hedwig nicht, darum war ihr auch die Personifizi- rung dieser Parthie nicht sonderlich gelungen- nur in den Momenten, in denen sie resolut zu sein hat, konnte sie befriedigen. Von den Herren nennen mir zuerst Herrn Heyne alö Bojatzki, dessen Auffassung und Durchführung dieser Rolle durchaus angemessen war. Herrn Niemeierß Maske war recht hübsch- sein Briefträger Klemm erinnerr anfangs ein wenig an den alten Hein ck/ in der „Ebre", kehrte aber im Laufe deS Abends den Biedermann immer mehr hervor und gewann dadurch in solchem Maße, daß z. B. seine zweite Szene mit Pojatzki lauten Beifall heroorrief. Doch ist hier- bei Herrn HeyneS Spiel dte Hälfte zuzumeffen. Herr Otto als Buchbinder HilgerS war von frischer Lebendigkeit und verdient alles Lob. Auch die Herren Hacker und Geisel in ihren kleinen Rollen als Neumann bezw. v. Stein verdienen erwähnt zu werden. * • Die Gießener Rudergesellschaft feiert ihr diesjähriges Stiftungsfest am Mittwoch den 13. d. M. im Festsaale des „Safe Leib" -und sind wir In der Lage, unfern Lesern mitthetlen zu können, daß das beliebte Winterfest unserer Ruderer auch in diesem Jahre etwas Außergewöhnliches bieten wird, indem zwei der hervorragendsten und beliebtesten Frankfurter Künstler, die Herren Grün und Strohecker, zur Mitwirkung gewonnen sind. Jeder der beiden Namen ■ allein sichert schon, wie genugsam bekannt sein dürfte, den j vollen Erfolg einer Festlichkeit- die beiden Herren zusammen ; werden jedenfalls ein Programm bieten, welches nicht nur . in künstlerischer Beziehung die besten Leistungen verspricht, sondern welches auch dem heiteren Amüsement in hervorragender Weise Rechnung tragen wird. Den musikalischen Theil hat Herr Musikdirector Kraußk mit seiner bewährten Capelle übernommen und wenn wir noch anfügen, daß nach Erledigung des Programms selbstverständlich auch der holden Muse Terpsichore gehuldigt werden wird, dann glauben wir allen Besuchern des 18. Stiftungsfestes der Riidergefillschaft einen besonders genußreichen Abend, dem Feste selbst die stets bewährte Zugkraft Voraussagen zu können. **th. Mittelrheinisches Turnfest. Nachdem der zu dem Turnfest zusammengetretene vorbereitende Ausschuß längere Zeit in Thätigkeit gewesen und die Vorarbeiten soweit als thunlich gefördert hat, constituirte sich am Montag Abend in Steins Garten der Fest-Ausschuß. Folgende Herren haben den Ehrenvorfitz übernommen: Provinzialdirector Freiherr v. Gagern, RegimentScommandeur Oberst v. Rosenberg, Oberbürgermeister Gnauth, Rector Professor Dr. Gaff ky und Landgerichtspräsident Freiherr v. Ricou. Beigeordneter Fabrikant Georgi übernahm den Vorsitz, Stadtverordneter Petri II. dessen Stellvertretung im Fest-Ausschuß. In allernächster Zeit werden sich nun noch conftituiren: Geschäftsführender Ausschuß, Finanz-, Bau- und AuSschrnückungs-, Preß-, Turn-, Wirth- schaftS-, WohnungS-, Empfangs-, Dergnügungs- und der Zug' und OrdnungS Ausschuß. Wir rufen den Mitbürgern, welche sich der Mühe und Arbeit unterziehen, alles zu thun, was in ihren Kräften liegt, um das Ganze zum glanzvollen Gelingen zu bringen, ein kräftiges „Gut Heil" zu. * • Ehrung der Feuerwehr. Der erste Hauptmann der Gießener Freiwilligen Feuerwehr erhielt die ErmnerungS- Medaille an den Einzug Ihrer Köuigl. Hoheiten deS Groß- Herzogs und der Großherzogin zu Darmstadt. • • Der Provinzial Verband der Freifinnigen Volkspartei für Oberheffen wird am nächsten Sonntag eine Vorstands- sitzung in Grünberg abbalten, an welche sich eine zwanglose Unterhaltung über politische TageSsragen mit Gesinnungsgenossen deS Kreises Gießen atüchließen wird. * ♦ Zu der bereits gemeldeten Falschmünzerei wird Darrnstädier Blättern geschrieben : „Seit einiger Zeit sind im Großherzogthurn Hessen falsche Zweimarkslücke im Umlauf. Der hiesigen Polizei ist eß nun gestern Abend gelungen, die ganze Falichmünzerbande zu ermitteln und zu verhaften. Nachdem bereits tn voriger Woche eine verdächtige Person verhaftet worden war, wurden gestern weitere vier Personen in Untersuchungshaft verbracht. Die zuerst verhaftete Person wurde dadurch ermittelt, daß dieselbe auSwärtS einen fingierten Namen angegeben halte. Es gelang daraufhin den Bemühungen des hiesigen Polizei-EommissarS Stroemer, die BeräuSgaberin der Falfchftücke hierorts zu ermitteln. Durch die hiesige Polizei ist weiter festgestellt, daß dieselbe Person auch m Gießen Falschstücke außgegeben bat. Bei der HauSsuckung wurde eine Parthie Herstellungsmaterial , öorgefunben und beschlagnahmt." *• Ans bem gestrigen Viehmarlt war besonders viel Zuchtvieh aufgetrieben und fand zu guten Preisen Käufer. ! RotheS Fahroieh fand zu hohen Preisen Abnehmer. Ost- ' friesische melkende und tragende Kühe waren sehr theuer. Jungvieh, halbjähriges, in allen Gattungen war viel aufgetrieben und wurde .flott verkauft. ES besuchten außer- gewöbnlich viele Sauser auS Saxen, Württemberg und Bayern, sogar von München den Markt. Fettvteh, worin der Auftrieb nur mäßig, war ui prima Qualität nicht vorhanden, zweite Qaaltiä' erzielte Mk. 52 biS 54 pro Gentner Schlachtgewicht Der Markt wurde fast ganz geräumt. ♦* Aaktmftsstempel für Postkarten. DaS RetchSpostamt hat, rote die ^ofi erfahrt, infolge einer Anregung der Handelskammern angeordnet, daß die Postkarten bet ihrer Ankunft allgemein und zwar in der unteren linken Ecke der Vorderseite, mit d-m «nkuritsiempel zu versehen find. •* Von hessischen Behörden werden steckbrieflich verfolgt: Erdarbeiter Frtedr. Arhelger aus Eibelshausen vom Amtsgericht Grünberg wegen Betrugs. Taglöhner Joh. Helfrich auS Gü s bet Eoblenz von der SiaatSanwaltschaft in Gießen wegen Diebstahls. Heinrich L a ch m a n n aus Laugen Schwarz, KcciS Hünfeld, vom Amtsgericht Ortenberg wegen Beiteln». Sreinhauer Martin Meh'rfeIb auS Marburg a. d. L. vom AmtSger cht Grünberg wegen Betrug-. Dtenstknecht Christian Wunderling aus Oschersleben vom AmiSgericht Homberg a. d. O. wegen Diebstahls. Taglöhnerin Katharina Weiß aus Maar, Korbmacher Hch. Born von Hattenrod, Korbmacher Markus Weiß von Heldendergen und Korbmacher JohS. Spielmann auS MeicheS, alle vier vom AmtSanwalt in Büdingen wegen BeitelnS. § Bermuthshain, 3. Februar. Der Schuhmachermeister Komp von Grebenhain gewahrte bet einem Gange durch unfern Ort in einem größeren WassertÜwpel, der durch Stangen eingefriebigt war, ein mit dem Tode ringende- Schwein. Komp erbarmte fich de- ThiereS und zog eS andern Wasser. Das Schwein gehörte einem armen hiesigen Landwinh, der durch die Handlung deS K. vor Schaden bewahrt worden war. D. Dauernheim, 3. Februar. Bei unseren Landwirthen bringt die Uederzeugung immer mehr durch, daß eine richtige Viehhaltung und V.ehernährung nur dadurch erfolgreich zu ermöglichen ist, daß da-Vieh stet- zur rechten Zett getränkt wird. Dies hat besonder- in den heißen Sommermonaten feine Schwierigkeiten, wenn die Leute aus bem Felbe viele Stunden lang beschäftigt sind, während daS Vieh in den Ställen steht und nach einem kühlen Labetrunk lechzt. Um diesem Uebelftanbe abzuhelfen, hat man die Selbst tränk - einridjtungen erfunden, we.chc eß dem Vieh ermöglichen, jeden Augenblick seinen Durst zu stillen. An jeder Krippe befindet sich eine kleine Wanne mit einem Deckel. Die Wanne wird durch ein Reservoir gespeist. Wenn ein Thier Durst hat, hebt eß den Deckel auf und nimmt so viel Wasser auf, als' eß Bedürfniß hat. Die Einrichtung ist so getroffen, daß nicht mehr Wasser aus dem Reservoir zufließt, alß die Wanne zu fassen vermag. Dadurch kann daS Thier stet- frisches Wasser haben, aber der Stall wird nicht überschwemmt. Die Thiere lernen ungemein rasch den Deckel ihre- TrinkgefäßeS aufheben und wieder niederfallen zu lassen und man ist erstaunt darüber, wie fleißig die Gelegen- heit selbst im Winter benutzt wird. Auch bei Schweinen läßt sich die Selbsttränkeinrichtung mit Boriheil verwerthen. Schon in ganz kurzer Zeil sieht jeder Viehhaller, daß daß regelmäßige Trünken der Thiere von ungewöhnlichem Nutzen ist und daß fich deshalb die Anlagekosten sehr bald rentiren. Auf dem hiesigen Gutshose wurde der große herrschaftliche Viehstall umgebaut und eine Selbsttränkeinrichtung geschaffen. Eine Braunschweiger Firma hat die Arbeiten dazu geliefert. § Burg Bracht, 4. Februar. Heute wurde der hiesige Landwirth Heinrich M. VIII., dem Vernehmen nach wegen Verleitung zum Meineid, gefänglich eingezogen. Hungen, 4 Februar. In Utphe üble sich dieser Tage ein junger Landwinh im Flobertschießen. Er hantierte | dabei mit der geladenen Waffe so unvorsichtig, daß sich die- ‘ selbe entlud und ihm die volle Ladung Schrot in den Fuß : drang und durch ärztliche Operation auß demselben entfernt werden mußte. Darrnst. Ztg. § Hnugen. 4. Februar. In der Nähe der hiesigen Bahnstation fiel ein mit Grummet beladenes zweispännigeS Fuhrwerk, einem benachbarten Gutspächter gehörig, in dem Moment auseinander, alß der Wagen den Bahnübergang passirte. Das Grummet versperrte die Schienen vollständ g. Dem Bahnwärter gelang eß, einem gerade daherfahrenden Zug daS Signal zum Halten zu geben und wurde einem Unfall vorgebeugt. § Aus dem Kreise Scholten, 5 Februar. In den großen Waldungen unseres Kreises, dem Eeutralpunkt beß Vogelsbergs, hat baß Rothwild sich in ehier Weise vermehrt, daß nach Verfügung Grobherzoglichen Ministeriums bie Heegzeit für weibliches Rothwild, wie für baß vorige auch für baß jetzige Jahr, aufgehoben ist. Namentlich betrifft bieß bie Jagbdezirke, welche in ber Nähe von Schotten und Laubach gelegen sind. □ AuS dem Ohmihal, 5. Februar. Herrscht auch nicht mehr bie Kälte in dem ungewöhnlich tiefen Grad der vorigen Woche, so hat sie doch immer noch eine bemerfenß» roerthe Stärke- bas Thermometer zeigte deute gegen Morgen 10 Grad II. So gut man auch die Viehställe gegen baß Einbringen ber Kälte zu schützen sucht, Me er Schutz war bei der geradezu sibirischen Kälte nicht immer außre chend genug. Das beweisen die allerorts auftretenben Krankheitsfälle beim Rindvieh. So sind dieselben besonder» häufig in Ruppertenrod. Auch daß Auftreten der schlimmen Kinderklankheiten, namentlich der Diphtherins, wird wieder gemeldet. Nicht immer erweist sich baß Heilserum erfolgreich. Allerbing- muß bemerkt werben, daß noch gar zu häufig der Fehler gemacht wird, daß man erst bann nach dem Arzt schickt, wenn die Krankheit schon iu weit vorgeschritten ist. Vermischte». * Köln, 5. Februar. Der Umfang und bie Starke ber Eisschollen hat derart zugenommen, daß auch beite Brückenköpfe abgefahren werden mußten. Der Strom ist in feiner Breite von Et- bedeck.. Da- Wasser fällt stetig. 51 * s »auint, '«“"8 d„ J bn ihrer M ^.\er ber N t,tt|oiat. ’htifiin la,tl”®«6in ^en-Schtz^ iül Bette/ns' a;b) G '0 -y V NT Q Festmcter 1088 Lich, Oberhesien. — 1 14 — 5 10 5 1 10 15 A 34 75 189102Ö 7 10 38 8 4 8 20 20 6 20 9 Bahnhofstraße 2. 1149 10 30 3 30 30 1 MGemeindc Ober» |(S)emeinbc a I beffingen 49 5 10 16 7 Lich, im Januar 1895. 896 das Meter 50 H, Sgz Tarlatan das Meter 35 und 40 H. an, 280 70 300 an, District Seewald: 4 H // Eichen Reisholz, n sollen auf hiesigem Ortsgericht die dem Schaum. 1171 5 12 18 200 8 70 33 rm N Buchen-Scheit, Eichen-Scheit, Buchen Knüppel, Eichen'Knüppel, Nadel-Knüppel, Buchen-Stöcke, Eichen-Stöcke, Nadel-Stöcke, =»•- l® 2 60 33 im District selbst. Alten-Buseck, am 5. Februar 1895. 2 52 35 40 30 2 23 10 23 45 I Holzversteigerung im Feldheimer Wslde. Montag, den 11. Februar L Js., sollen öffentlich versteigert werden: 80 rm Buchen«, 3 rm Eichenscheit- i*i> c Z München staatlich geprüft und begutachtet bewährt Bich nunmehr Angebote sind bis zum 19. Februar d. I»., Bormittag» 10 Uhr. postfrei an uns einzureichen, zu welcher Zeit die Eröffnung derselben stattfinden wird. 1100 Später eingehende Angebote werden nicht berücksichtigte Zuschlagsfrist 2 Wochen. Königliches Eisenbahn - Betriebs - Amt zu Gaffel (Main Weserbahn). Neue Sendung Bismarckheringe, Rollmöpse, Sardinen, russische, Häringe, marinirte, eingetroffen bei 1161 L. Kalkhof. Flur I Nr. 34* — 256 qm Grasgarten vor dem Dorf öffentlich meistbietend versteigert werden. Klein-Linden, den 6. Februar 1895. Großh- Ortsgericht Klein-Linden. Mart und Gemeinde Bettenhausen Mark Birklar „ Grüningen Gemeinde Hungen „ Langsdorf „ Lich Mark und Gemeinde Muschcnheim Mark TraiS-Münzen- berg Gemeinde Niederbessingen Im Auftrag: Großh. Bürgermeisterei Lich. Heller. Holzversteigerung. In den Waldungen der Gemeinde Alten-Buseck kommt nachoerzeichnetes Holz zur Versteigerung: Fst. Obst-Marmelade per Pfd. 35 bei 5 Pfd. 30 H. 996 Gust. Walter, Mäusburg 13. zur Erbauung einerTurnhalle in Hungen »SS- das Loos 1 Mark. Hauptvertrieb für Gießen bei Heinrich Wallach, Markt. ferner bei: 953 R. Buchacker, Bahnhofstraße, Heinrich «oll, am Kirchenplatz Srrst. «erhardt, Lindenplatz. Auf Abbruch oll Lagerhaus mit Comptoir von Dan. WtrthS Nachfolger in der Marklstraße verkautt w rden. Dasselbe besteht zum großen Thril aus gut erhaltenem Eichenholz. Angebote werden bis zum 15. d. Mts. entgegengenommen, sowie Auskunft er- theilt durch G. Hamann, Architect 1112] Die noch vorräthigen Aalr-Dücher in Wolle und Seide verkaufe, um damit zu raumen, zu außergewöhnlich billigen Preisen. J. Kaan jrM Kreuzplatz. 30 3 MaskenSammt das Meter 70 A, Maskeu-Atlas 141 Seltersweg 43. 184 32 24 38 54 32 20 20 2080 1210 2300 „ Nadel-Reisholz, Die Zusammenkunft ist jedesmal Verding über Erdarbeiten Loos I, Maurer- unb —~ Nur la. Waare. - Grösste Auswahl in Blumen, Spitzen, Strümpfen, Handschuhen, Münzen, Schellen, Glocken, Besätzen, Schmuck, Waffen re. 3MT 150 Pariser Maskenbilder stehen den Käufern leihweise gratis zur Verfügung. — Auf meine Schaufenster mache speciell aufmerksam. "WB 671 A. Werner Weder Meuro Memid Sounrostrußk. Matzen aus der Matzen - Fabrik des Herrn G. R o s e n b e r g aus Großen-Buseck, zu haben 1008 Neuenweg Nr. 2. Gestrickte Kerremvesten in großer Auswahl empfiehlt zu sehr billigen Preisen 142 Wilhelm Seuling Wetzsteinstraße 45. Emser Pastillen mit Plombe, dargestellt aus den echten Salzen der König Wilhelras-Felsenquellen, sind ein bewährtes Mittel gegen Husten, Heiserkeit, Verschleimung, Magenschwäche und Verdauungsstörung. Um keine Nachahmungen zu erhalten, beachte man, dass jede Schachtel mit einer Plombe verschlossen ist und verlange ausdrücklich Emser Pastillen mit Plombe. Vorrätbig in Giessen bei: 435 Hob. Wallach, in der Engelapotheke, M. Krause, Hirechapotheke. 230 47 Freibank. [1173 Heute Kaffee 'in allen Preislagen, roh und gebrannt; letzteren von Ji. 1.50 an, in rooblJ schmeckenden, feinen und kräftigen Sorten, empfiehlt 133 Emil Fischbach. 1. Samstag den 9. Februar, von Vormittags 10 Uhr 2. Montag den 11. Februar, von Vormittags IO Uhr Ein schönes Avivesen ganz nahe bei Gießen gelegen, in welchem seither sehr gangbare Wirth- chaft betrieben wurde, ist preiswütdig zu verkaufen. Dasselbe besteht aus Wohnhaus, Scheuer, Stallung, schönen Gartenanlagen nebst 16 Morgen Ackerland und Sandgrube. Nähere Auskunft ertheilt Joh. Hch. Jhring, Brauereibesttzer in Wellen Buchen-Reisholz, Zu verkaufen Detfd)iebene Nutzbar»«-Möbel, noch fast gant neu. 1151 Wiesecker Weg 3. Holz, rm Buchen«, 45 rm Eichen-, 4 rm Weichholz-Prügelholz, rm Buchen-, 30 rm Eichen- Stockholz, rm Buchen-, 500 rm Eichen-, 250 rm Nadel-Reiserholz, rm Eichen-Reiserprügelholz, Buchen-Abschnitte (Schnitt- und Wagnerholz) — 3.50 fm, rm Kirchbaum-Nutzrollen. Steinhauerarbeiten Loos II, Asphalt- arbciten einschließlich Materiallieferung Loos HI, Zimmer- und Staakerarbeiten desgleich-n Loos IV, über Anfertigung, Anlieferung und Aufstellung von eisernen Dachbindern und Säulen rc LooS V, über Dachdeckerarbeiten (Cementdach) einschl. Materiallie'erung Loos VI, über Klernpwr- arbeiten desgl. Loos VII, über Tischlerarbei- tendeSgl Loos VIII, über Schlofferarbeiten einschl. Anlieferung rc- von 14 eisernen Schtebethoren LooS IX, über Glaserarbeiten Loos X und über Anstreich:r- arbeiten Loos XI rum Neubau eines' Gütersch ppens auf Bahnhof Gtetzen. Die Bedingungen und die Zeichnungen können während der Dienststunden in unfern technischen BÜreau, Zimmer Nr. 14, eingesehen oder gegen kostenfreie Einsendung von je 50 Pfg. für die Loose I, III, VI U'd VII, v- 75 Pfg für bie — _ Loose VIII, X unb XI, je 2,'0 Mk für ■ bie Loose IV unb IX, 3,50 Mk., für Loos UlTIEIrBE V unb 3,00 Mk. für Loos II nebst ben w Zustellungskoften in baarem Gelbe durch un'erenBüreau-Vorsteher bezogen werden. Die versiegelten unb mit der Aufscknist „Angebot über Ausführung der Erd- arbetten zum Neubau eines Güterschuppens auf Bahnhof Gießen" bezw Maurer« und Steinhauerarbeiten rc. versehenen District Hangelstein: 68 rm Nadel-Scheit, 184 „ Nadel-Knüppel, 30 „ Nadel-Stöcke, 1100 Nadel-Wellen. Fst. Apfelgelee, „ Birngelee, „ Marmelade, gem., empfiehlt H62 L. Kalkhof. Mutz- und Schellfisch i Eablia« Schollen. Tiefenweg 18.1164 Schellfisch n. 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Die Eröffnung der eingelaufenen Schreiben erfolgt am folgenden Tage, d. h. am 11. Februar 1895, Vormitt. 10!/2 Uhr, auf dem Bürgermeisterei-Bureau in Gegenwart der etwa erschienenen Bieter. D,e Gebote sind getrennt nach Waldeigenthümer, Holzart und Sortiment pro Festmeter einzureichen und zwar ohne jeden Vorbehalt. Die allgemeinen Verkaufsbedingungen, welchen sich die Käufer stillschweigend zu unterwerfen haben, sind bei den betr. Waldeigenthümern einzusehen oder gegen 70 Pfg. in Briefmarken bei uns zu beziehen. Das Holz wird auf Wunsch im Walde vorgezeigt nach vorheriger Anmeldung bei den sub. Ord.-Nr. 1 bis 10 angeführten gleichnamigen Großherzogl. Bürgermeistereien. Rindfleisch, nicht labenrein, per Pfd. 52 Pfg. Masden-Cofim für Herren, sowie Dominos für Herren und Damen billig zu verleihen. 1037 C. Fr. Conrad, Mäusburg 15. 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Lony. im Heinrich Schmall, Tachdeckerrneister 1087 Eroed d Bl 1'85 Blatte« erbeten. 1160 70t Marktplatz 17. gtfucbt- lUbadiea; *. vchryda. - K)nuf uns Verlag M Brühl'sch«, Druxtcrd (Fr. Thr. Pietsch) t» #i*a. Gaspreis für Koch- und Heizzwecke 15 Pfg. für 1 cbm bei Ausführung der Leitungen durch uns und Aufstellung eines besonderen Gasmessers 4434 1159) Hin junge« brave« Mädchen wird bald zu mtethen gesucht- Rädere« Löbe ftraße 6. 11541 Für ein w-lllge«, bvscheidene« Mädchen wird ein letdvttr Dienst gesucht. _______«MdWlGOplMtz v, 1. Ctovf. Angehender Commis mit höherer Schulbildung (englisch u. fron* jöstsch, Correspondenh und Conversation), p'actisch erfahren in boppclier Buch führung, Correspondenz und allen vor, kommenden Contorarbeiten, sucht zu seiner weiteren Ausbildung unter be, scheidenen Ansprüchen EtsVung in einem größ-ren Geschält. Gefäll. Offerten unter 8. 24 an die Joh. Phil. ($rnft Hiuckel in Liquidation. Arthur Trapp.Fr. Gan«. 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Alpen Verein Sonntag. 10. frbriir Tour IV: Kloster Arneburg, Mün,cn, berg, Butzbach 1167 Abmarsch 9 Uhr vom ÄrdwigSvlatz. für Ahftlö nnö llmgtatnh sucht ein tüchtiger Kaufmann die Ver, tretuna einer letstung-sähizen 1( 92] Mittlerer Stock, 4—5 Zimmer 'nebst allem Zubehör, wegzugsbalber zu vermiethen.__ Löberstraße 14. Weftanlage TT der dritte Stock, 6 event. 6 Zimmer, Badezimmer rc., sowie der 4. Stock, 5 gerade Zimmer, zu vermiethen. 925 144) Da« von Herrn Forstmstr.Block bewohnte Logi«, 6 Zimmer, Badez. und Zub, ist pr. 1. April 1895 anderw. zu vermiethen. Näh. im Hause Nordanlage 27 und bet Architekt Stein.________________ 871 j Schon,enstratze Str. 4 schöne Wohnung, 4 Zimmer und Zubehör, vom 1. April an zu verm'ethen._____________ 1157] Das der Firma Keßler & Co. zur Etgarrenfabrikatton dienende und zu jedem anderen Betriebe sich eignende Fabrikgebäude ist zum 1. Julr L I. ander« weittg zu vermiethen _______________ft. E. «. «och. 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